Donnerstag, 21. Mai 2009

Christi Himmelfahrt oder Vatertag?

Ich gebe es zu: Ich habe dem »Vatertag« nie etwas abgewinnen können, obwohl oder weil ich ihn seit Kindheit kenne. Womöglich hat das damit zu tun, dass es mir kein Vergnügen wäre, mit einer Gruppe zunehmend alkoholisierter Männer durch die Gegend zu radeln, im Biergarten zu sitzen oder über eine Wiese zu torkeln.
Es ist für regelmäßige Leser meines Bogs kein Geheimnis, dass ich nichts gegen Bier habe. Auch Biergärten an und für sich halte ich für eine gute Erfindung. Das Radfahren macht mir gelegentlich Spaß. Wiesen meide ich nicht.
Es liegt also vermutlich an irgendwelchen Kombinationen der Bestandteile oder an meiner Persönlichkeit; auch vom Fasching/Karneval habe ich mein Leben lang Abstand gehalten...

1936 wurde Christi Himmelfahrt als gesetzlicher Feiertag in Deutschland eingeführt. Abgesehen davon, dass weder Jesus noch die Christen, von denen die Bibel berichtet, irgendwelche »christlichen« Feiertage begründet oder angeordnet haben, ist es ja nicht grundsätzlich schlecht, bei solchen Festtagen mal wieder an wichtige Ereignisse rund um Christus und sein Leben erinnert zu werden. Dieser Gedenktag heute erinnert daran, dass er nicht nur aus dem Grab auferstanden ist, sondern auch zu seinem (unserem) Vater im Himmel zurückkehrte, nachdem er den göttlichen Rettungsplan für uns erfüllt hatte.
An seiner Stelle kam wenig später, und daran erinnern die nächsten Feiertage auf unserem Kalender, ein Helfer und Tröster, der noch heute jedes Unmöglich in ein Möglich verwandeln kann.

Für mich gilt jedenfalls: Christi Himmelfahrt statt Vatertag.

Ich wünsche den Damen wie den Herren unter meinen Blogbesuchern je nach Gusto einen schönen Vatertag oder einen schönen Himmelfahrtstag. Womöglich bekommt ja jemand sogar beides unter einen Hut? Oder feiert gar nichts?

Foto 1: Netzzeitung - Alkoholunfälle am Vatertag nehmen zu (2008)
Foto 2: WikiCommons - Himmelfahrt als Elfenbeinrelief (400)

Kommentare:

SeccondAttempt hat gesagt…

Auch ich habe dieser seltsamen Einrichtung namens "Vatertag" noch nie etwas abgewinnen können. Zu Fasching, Fasnet oder Karneval habe ich übrigens auch ein gestörtes Verhältnis. Ich glaube, dass in beiden Fällen Familie und Erziehung hier einen prägenden Einfluß ausgeübt haben.
Wie auch immer, ich frage mich an jedem dieser Tage immer wieder, warum Menschen so dringend einen "offiziellen" Grund brauchen, sich ausgiebigem Alkoholgenuß zu widmen. Wenn mir danach ist, brauche ich keinen besonderen Anlaß um ein kühles Bier oder einen guten Wein zu trinken. Ich genieße - und bezahle die Rechnung meines Körpers diskret am nächsten Morgen.

Grüßle, Sec

Tobias Lampert hat gesagt…

Wiedergabe einer Unterhaltung zwischen meiner Frau und mir vom gestrigen Abend (Supermärkte schon geschlossen):

Ich: Wir können ja morgen diesen Auflauf machen.

Sie: Und woher nehmen wir den Broccoli?

Ich: Den kann ich ja morgen noch kaufen. (Pause) Ach nee, morgen ist ja Vatertag!

Sie: Wie bitte? Was ist morgen??? Jetzt sagst Du das auch schon! Ich bin entsetzt! Und das von einem Theologen!!! Was, bitteschön, feiern wir morgen?

Ich: Vatertag. Den Tag, an dem unser Herr zur Rechten des himmlischen Vaters erhöht wurde. Also: Vatertag.

hösche hat gesagt…

Himmelfahrt. Irgendjemand sagte: Komm wir gehen zur Himmelfahrt und wir gingen los. Ich war im Grundschulalter und wir lebten in einem Ort im Vogelsberg. Also wir gingen frühmorgens los, aus dem Ort raus die lange Straße entlang und durch den Wald und kamen zu einem Berg. Kein riesengroßer aber ein Berg und an den Berghängen lagerten viele Menschen sie saßen und schauten ,ich sah sie und wunderte mich,daß sie nicht abrutschten. Es muß früher Vormittag gewesen sein, die Sonne machte Sonnenflecken . Wir suchten uns einen aus ,es gab Brezeln und Saft und die Atmosphäre an dem Morgen war himmelfahrtlich. Einen wunderbaren TAG und Grüße von Hösche

Günter J. Matthia hat gesagt…

@Sec: Genua. ein Bierchen schmeckt auch zu anderen Gelegenheiten.

@Tobias: So hat der Theologe am Ende Recht behalten. Ja ja, die Theologen...

:-)

@Hösche: Klingt nach einem schönen Ausflug, da wäre ich wohl auch mitgegangen...