Freitag, 5. Juni 2009

Pausenzeichen für Übersetzer

Woran merkt man als Übersetzer, dass man eine kleine Pause einlegen sollte? Ganz einfach. Heute habe ich es gelernt. Da stand im Text auf Seite 428 des Manuskriptes:

THE FOOTBRIDGE HAD no stabilizers, no supports to keep it from swaying. It stretched dangerously above a deep, rocky chasm.

Ich tippte in die Tastatur:

DIE FUßBRÜCKE HATTE keine Stützen oder Stabilisatoren, nichts, was ihre Schwingungen hätte mindern können. Sie erstreckte sich gefährlich über einem tiefen, felsigen Spalt.

Misstrauisch betrachtete ich mein Werk. Irgend etwas stimmte nicht. Aber was? Dann fragte ich mich: Was bitteschön ist denn eine Fußbrücke? Gibt es auch eine Handbrücke? Eine Bauchbrücke? Oder wie oder was?

Ich machte aus der Fußbrücke eine Fußgängerbrücke und legte eine kleine Pause ein.

Kommentare:

SeccondAttempt hat gesagt…

Ich hoffe, du hast die Pause genossen. Nach 428 Seiten, darf sie auch durchaus ein bissl länger sein.

Grüßle, Sec

Günter J. Matthia hat gesagt…

Na ja, Sec, ein Viertelstündchen musste genügen.

Jetzt, auf Seite 437, wird die Pause etwas länger, da eingekauft werden muss. Kaffee zum Beispiel für die De Longhi, die merkwürdigerweise in diesen Tagen so viel zu tun hat...

juppi hat gesagt…

sehr weise, bei so komischen Worten Pausen einzulegen.
Das Gehirn kann zwar trainiert werden wie ein Muskel, aber der Unterschied ist: es hat mehr Fantasie.