Mittwoch, 4. November 2009

Wo sind eigentlich die Quelle-Schnäppchen?

Achtung: Dies ist nicht die Fortsetzung der Entblößung, obwohl das letzte Schnäppchen dieses Beitrages für manchen (oder manche?) etwas risqué sein mag. Dies ist einfach nur ein Einkaufsbummel bei Quelle Online mit Lisa und Stephan. Es hätten auch Hänsel und Gretel sein können, oder Romeo und Julia...

Stephan Haberling und Lisa del Giocondo erfahren in den Nachrichten, dass man bei Quelle jede Menge Super-Sonder-Extra-Billig-Preise finden könne. Der große Internet-Ausverkauf hat begonnen. Flugs setzen sie sich an den Computer, um nichts zu verpassen.
Stephan Haberling braucht einen neuen Wecker, da der alte ihn oft genug im Stich - im Schlaf - lässt.
Das Sony Uhrenradio gibt es im Quelle-Ausverkauf für sagenhafte 75,99 Euro. Lisa meint: Schau doch mal einen Preisvergleich an. Stephan tut es, und siehe da, 65,50 Euro reichen auch:
Lisa braucht keinen neuen Wecker, aber eine neue Tastatur. Am liebsten ohne Kabel. Bei Quelle für den Schnäppchenpreis von 70,99 Euro im Angebot.
Mal sehen, meint Stephan, wie viel so eine famose Maus-Tastatur-Kombination bei Amazon kostet. Aha. Aber hallo! Na so was. 59,95 Euro.
Angesichts seines Bauchansatzes und der Lisa-Aussichten hat Stephan beschlossen, durch mehr Fitness weniger Fettansatz zu erreichen. Er ist allerdings nicht geneigt, im Adamskostüm um den Schlachtensee zu joggen. Quelle hat die passende Bekleidung im Angebot.
Aber mittlerweile sind die beiden skeptisch. Ist das wirklich ein vernünftiger Preis? Eine schnelle Googelei bringt die echten Angebote zum Vorschein. Na ja. So so. Aha.
Lisa findet, eine USB-Festplatte wäre notwendig, da die Datensicherung ihrer vielen Fotos nicht mehr auf die bisherige passt. Vor allem die Entblößung muss doppelt gesichert werden. Quelle hat auf 61,99 Euro reduziert, immerhin 1 Cent unter 62 Euro.
Das kann Amazon bestimmt nicht unterbieten? Stephan, der sich in Sachen Entblößung nicht so sicher ist, tippt trotzdem Platinum MyDrive in das Suchfeld bei Amazon. Whooopsidaisy. 60,45 Euro - und das ohne Ausverkaufsrausch? Do legst di nieder und stehst nimmer auf.
Ach, à propos Niederlegen: Lisa sehnt sich, als Stephan nach Hause gegangen ist, bei so viel Einkaufsstress nach etwas Entspannung. Quelle bietet Handliches zum Sonderpreis.
Doch inzwischen ist sie überzeugt, dass bei den Ausverkaufspreisen wirklich nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Also flugs die Suchmaschine fragen. Und siehe da: Selbst recht simples Spielzeug gibt es nur anderswo zum wirklich zum günstigen Preis.
Stephan schreibt derweil vor dem Schlafengehen noch einen Artikel für Focus: Quelle oft teurer als die Konkurrenz.

Und was lernen die beiden daraus, Stephan und Lisa? Nicht alles, was sich Schnäppchen nennt, ist wirklich eins. Die Quelle-Pleite, so bedauerlich sie wegen der verlorenen Arbeitsplätze ist, mag auch etwas damit zu tun haben, dass ein Geschäft mit dubiosen Preisen in der Marktwirtschaft nicht auf Dauer überlebensfähig ist. Der Kunde ist nämlich, von Ausnahmen abgesehen, in der Lage, die Preise vor dem Kauf zu vergleichen.

Kommentare:

SeccondAttempt hat gesagt…

Lieber GJM,

ein "Vollsortiment" anzubieten und am Lager zu bevorraten ist natürlich kostenintensiver, als nur eine schmale Angebotspalette mit einigen preislichen Highlights online zu stellen. Allein die Katalog- und Lagerkosten bringen zwangsläufig hohe Kosten.
Enttäuschend ist natürlich, und da stimme ich dir unbedingt zu, wenn ein Insolvenzverwalter vollmundig über alle Medien verkündet, dass der Ausverkauf mit erheblichen Preisabschlägen Schnäppchen für alle bietet und dann nicht einmal das normale Preisniveau günstiger Wettbewerber erreicht wird.
Aber der Erfolg scheint diese Taschenspielertricks offensichtlich zu begünstigen. Wie man liest und hört, ist ja in den ersten Tagen eine wahre Bestellflut über Quelle hereingebrochen.
Nun gut, sei's drum. Wer betrogen werden will, der findet immer jemandem, der ihm diesen Gefallen tut ;-)

Grüßle, Sec

Günter J. Matthia hat gesagt…

Ich meine, dass Quelle einfach verschlafen hat, dass es mittlerweile jede Menge Konkurrenz gibt, gerade im Versandhandel.
Das alte Argument, dass die Sachen etwas mehr kosten, weil sie ja ins Haus gebracht werden, zieht nicht mehr, denn ins Haus gebracht wird der Einkauf von jedem Internet-Shop.

Ich wundere mich nur, dass so viele Kunden jetzt die Quelle-Lager leer kaufen und dabei gerne mehr zahlen, als anderswo. So komme ich zum gleichen Fazit: Wer betrogen werden will, der findet immer jemandem, der ihm diesen Gefallen tut.

Huge hat gesagt…

Beim Focus steht aber Sebastian Heise ^^

Günter J. Matthia hat gesagt…

Ja ja, der Stephan Haberling schreibt gerne unter diversen Pseudonymen...

;-)