Dienstag, 31. Januar 2012

Kerztin König: K

Grafik via Wordle.netKahlköpfiges Kaffeekränzchen

 

Kuck! Klaus kredenzt kahlköpfigen Kennern Kaffee, Kuchen, Kremspeisen. Karl - kahler Künstler - kitzelt Konrads krause Koteletten. »Kahlkopf? Koteletten! Konsequenz!«

Konrad kichert. »Köstlich! Karl kalauert!«

Küchenszene: Katrin, Klausens kokette Küchenkokotte, kocht knusprige Kartoffelkroketten. Kahlköpfig, klar.

»Kaffee kalt!« kritisiert Kuno.

«Kinkerlitzchen«, knurrt Klaus.

Kleptomane Karl klaut klammheimlich Konrads Korinthenkeks, Klausens Kaviarkracker, Kunos Kaffeebecher. Katastrophe: Karls Khakiknickerbocker kleben kaffeenass.

Katrin kreischt: »Kacke! Kakadu 'Kiki' kratzt Kartäuserkatze! Kaut Kiki Käsekrainer? Kein Kaviar, Kiki! Karambolage!«

Kiffer Konrad kontert: »Klappe, Küchenkatrin! Keine Keiferei, Kroketten kochen!«

Klingel. Klausens Krankenschwester Katinka kommt, konstatiert konsterniert: »Kaffeekränzchen? Klimakterischer Klimbim. Kein Koffein, Klinikum, komm!«

Klaus kneift. »Krankenhäuser: Keimkontaminiert. Keime killen Klaus.«

Klaus kann Karate. Katapultiert Krankenschwester kopfüber Krankenhauswärts: Kniehebel. Katinka klagt, Knochenbrüche.

»Knockout! Klasse!« küssen Kaffee-Kollegen Klaus. Klaus knuddelt Kaffee-Kollegen.

»Katrin, Knurrmägen! Kredenze knusprige Kartoffelkroketten, kalte Käsekrainer, Kirschkuchen, knackige Kaviarkracker! Kein Kümmelkochkäse. Komm!«

Katrin kommt, kredenzt Köstlichkeiten. Kartäuserkatze kriegt Kümmelkochkäse. Katrin krümelt. Klaus kocht. »Kehre Krümel, Katrin, kehre!!«

Katrin kehrt korrekt. Knickst.

 

Kim - Kirchenküsterin, kabbalistische Klerikerin - klopft krawallartig. Karl küsst Kim. Kim kritisiert Karl. »Knauseriger Korinthenkacker! Kauft keine Kaviarkracker, knabbert Klausens Kartoffelkroketten.«

Karl korrigiert keifende Kim: »Kann keine Kunst kreieren! Kohle knapp. Künstlerkolonie kostet. Kein Kaviar. Komm, Kim, küss Karl!«

Kim knurrt.

 

»Konzentration!« kaspert Konrad. »Kachektische Kaffeekoster kriegen kein Kabelfernsehen!«

Klaus kichert, knipst: Kabelfernsehen. Kachelmann kündet Kanada Kumuluskonstellationen. Klaus Kleber klagt: Kabinettskrise, Kriegskredite, Krankenhauskeime: Kryptokokken. Klick! Krimi kommt: Kommissarin Klara Kugelblitz kritisiert kroatische Killer. Keine Kredibilität! Klaras Kugeln killen kaltblütige Kroaten. Klara kreischt kafkaesk. Karl kapiert: Klara kennt keine Kampfkunst. Klick! Kabelfernsehen kaputt.

»Kaffee kalt, Klaus Kopfkatarrh. Karawane kehrt, Kameraden!«

Karl, Konrad, Kim, Katrin, Kuno kapitulieren. »Kommunikation klar!« kontert Kuno. »Kaffeekameraden, konzentrische Kreise kneipenwärts!«

 

PS: Entschuldigung an Claus Kleber...

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Ich bedanke mich herzlich bei Kerztin König für diesen Beitrag, der mir außerordentlich gut gefällt.

Und falls jemand sucht, hier sind [A] [B] [C] [D] [E] [F] [G] [H] [I] [J]

L, M, N … folgen irgendwann.

Montag, 30. Januar 2012

Bald, ja ja, bald:

Kleptomane Karl klaut klammheimlich Konrads Korinthenkeks ...

K!

Nur noch ein paar Stunden ...

... dann kommt

K

Sonntag, 29. Januar 2012

Die Bielefeld-Spitze

SIE waren hier!

... und dann kamen nach der Wilsberg-Sendung die Besucher schlagartig scharenweise vom ZDF-Blog, um von mir mehr über die Bielefeld-Verschwörung zu erfahren. Fein. Ganz fein.

Verpasst? Bitteschön: [Lesen, was SIE verheimlichen wollten]

Donnerstag, 26. Januar 2012

Und alle warten auf das K

Kommt K?

K kommt.

K

Demnächst.

Hoffentlich.

Mittwoch, 25. Januar 2012

Evolution des Mathematikunterrichtes

School- 2Mathematikunterricht 1960:

Ein Holzfäller verkauft eine Wagenladung Schnittholz für 100 Mark. Seine Herstellungskosten betragen 4/5 des Preises. Wie hoch ist sein Gewinn?

Mathematikunterricht 1970:
Ein Holzfäller verkauft eine Wagenladung Schnittholz für 100 Mark. Seine Herstellungskosten betragen 4/5 des Preises, oder 80 Mark. Wie hoch ist sein Gewinn?

Mathematikunterricht 1990:
Ein Holzfäller verkauft eine Wagenladung Schnittholz für 100 Mark. Seine Herstellungskosten betragen 80 Mark und sein Gewinn 20 Mark. Deine Aufgabe: Unterstreiche die Zahl 20.

Mathematikunterricht 2000:
Indem er wunderschöne Bäume im Wald niederreißt, verdient ein Holzfäller 20 Mark. Was hältst Du von seiner Art und Weise, Geld zu verdienen?
Wenn Du die Antwort gegeben hast, diskutiere mit der Klasse: Wie haben sich die Vögel und Eichhörnchen gefühlt, als der Holzfäller die Bäume abgesägt hat?

Mathematikunterricht heute:

Ein Holzfäller wird dabei angetroffen, wie er Umweltschäden im Wald verursacht. Das beschlagnahmte Holz hätte einen Verkaufswert von 250 Euro.
Die Höchststrafe liegt bei 2.500 Euro, die Mindeststrafe bei 500 Euro. Wie soll der Richter urteilen, wenn der Täter fünf gesunde Bäume getötet und dabei einer seltenen Mottenart den Brutplatz geraubt hat?

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Montag, 23. Januar 2012

Roland Walter: König Roland

imageZugegeben, es ist oft blöd, ständig auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Aber wenn ich davon ausgehe, dass ich mit meiner Körpereigenschaft »behindert« andere zur Dankbarkeit anrege – weil sie merken, es ist nichts selbstverständlich auf dieser Welt –, dann kann ich mit meiner Behinderung leben, auch wenn dies manchmal schwer fällt.
Wann, so habe ich mich bei und nach der Lektüre gefragt, wann habe ich eigentlich in meinem Leben darüber nachgedacht, wie es wäre, wenn …? Und kann ich mir das überhaupt vorstellen, schwerstbehindert zu sein?
Wenn ich ehrlich bin, nein. Ich weiß nicht, was es bedeutet, rund um die Uhr auf Assistenz angewiesen zu sein, abhängig zu sein von anderen Menschen, selbst bei kleinsten alltäglichen Verrichtungen.
Roland Walters Buch öffnet die Augen für eine Welt, ein Leben und Erleben, das wir als nicht Behinderte wohl häufig auszublenden geneigt sind. Sind wir nicht eher unsicher, gehen innerlich (und buchstäblich) auf Distanz, wenn wir es mit Behinderten zu tun bekommen? Weil wir nicht wissen, was und ob und wie der Behinderte empfindet, wie und ob wir ihn ansprechen oder gar mit hinein nehmen können.
Das Buch ist nicht weinerlich geschrieben, nicht anklagend, nicht verbittert, sondern mit trockenen Humor gewürzt, selbst an den Stellen, an denen Unerhörtes zu berichten ist.
Nach drei Wochen wurde ich in ein anderes Krankenhaus verlegt. Dort setzte man sofort alle Medikamente ab, nach dem verbreiteten Motto: »Die teuren Medikamente können wir uns sparen, der ist ja sowieso behindert.«
Erst nach heftigen Protesten von meinen Eltern bekam ich dann wieder die Medizin, die für die Heilung nötig waren.
So manches war eine Zumutung, nicht nur die Verweigerung der Medikamente. Die Schwestern brachten das Essen, stellten es ab und kamen nach 20 Minuten wieder ins Zimmer: »Wir haben wohl keinen Hunger?«
Und schon verschwanden sie mit dem Essen, das ich nicht angerührt hatte. Mich zu füttern fiel ihnen nicht ein.
Zum Glück kam nach wenigen Tagen ein lieber Opi ins Zimmer, der mich dann mit Essen und Trinken versorgte.
Roland Walters medizinische Diagnose lautet »Spastische Tetraplegie mit Athetosen, gekoppelt mit einer schweren Sprachstörung.« Was das für ein Menschenleben bedeutet, beschreibt er anhand von Streiflichtern auf sein Leben von der Kindheit in der DDR bis heute. Die technische Entwicklung hat manches erleichtert, auch davon erzählt das Buch, ebenso von Erfolgen und Enttäuschungen, Hoffnungen und Konfrontationen. Vor allem aber gestattet »König Roland« einen faszinierenden Blick in eine Empfindungs- und Gedankenwelt, die mir ein Leben lang fremd und unzugänglich geblieben war.
Der Titel des Buches mutet auf den ersten Blick befremdlich an. »König Roland – im Rollstuhl durchs Universum« – da kommen Assoziationen mit Kinderbüchern oder Science Fiction eher zustande als dass man es mit einem autobiographisch erzählenden Werk zu tun hat. Während der Lektüre erschließt sich dann allerdings der Grund für die Benennung des Buches. Und die Lektüre ist durchgehend eine angenehme, es wird an keiner Stelle langweilig, Roland Walters Stil, sein erfrischend selbstironischer Blick auf das Leben, zaubert immer wieder ein Lächeln auf die Lippen des Lesers. Die liebevolle Gestaltung mit zahlreichen Fotos aus dem Leben des Erzählers trägt dazu bei, dass dies ein rundum gelungenes Erstlingswerk ist.

Mein Fazit: Ein ungewöhnliches schmales Buch, das zu lesen sich unbedingt lohnt und das der Leser kaum aus der Hand legen wird, bevor er auf der letzten Seite angekommen ist.
ISBN 978-3-86256-023-3, erhältlich zum Beispiel schnell und einfach hier bei Amazon:


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Sonntag, 22. Januar 2012

Freitag, 20. Januar 2012

Donnerstag, 19. Januar 2012

Dienstag, 17. Januar 2012

J

Grafik wie immer bei dieser Serie via Wordle.net Jetzt mal janz ehrlich: Angesichts des J kapituliere ich jenauso wie seinerzeit beim C.

Einzelne Sätze und Satzfragmente gehen ja noch, aber das war es dann auch schon.

Bitteschön, hier die jämmerliche J-Ausbeute:

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  • Johannes jodelt jüdische Jazzimprovisationen.
  • Juvenile Jagdinstinkte jucken jeden Jungen.
  • Jessika japst: Japanische Jaffaorangen? Jemine!
  • Jakob jubiliert: Javakaffee!
  • Jana jammert: Jämmerliche Justizirrtümer!
  • Jens jault: Judoverletzung, Jiu-Jitzuschäden!
  • Jeanatte jobbt: Jahrmarkt-Jetonverkäuferin.
  • Jürgen joggt: Jericho - Jordan.
  • Jauchegrube: Johannas Jahrhundertkatastrophe.
  • Joan jongliert: Jojospiele
  • Jendriks Jambenvorrat: Jägerlatein, Jokus, Jesuslegenden
  • Jockeys: Jungenunterhosen
  • Jakobs Job: Jochbeinfrakturen jovialer Jungs jeradebiegen
  • Ja ja ja …

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Ich bin allerdings juter Hoffnung, dass der Beitrag zum K besser wird, denn den verfasst eine janz jeniale Jastautorin, deren Vor- und Nachname mit K beginnt. Kannjanurgutwerden.

Ach ja, ach so: Falls jemand sucht, hier sind [A] [B] [C] [D] [E] [F] [G] [H] [I]

Pausenbild 5

 

Montag, 16. Januar 2012

Freitag, 13. Januar 2012

Deutschland sucht den Supergläubigen?

Gelegentlich zeigt es sich anhand von Fragen und Kommentaren, dass einige meiner Leser bezüglich meines Glaubens mehr oder weniger unsicher sind.
Es ist ja kein Geheimnis, dass ich, auch wenn es um Religion, Glaube, Gott und die Welt geht, gerne provozierende Fragen formuliere und mich nicht scheue, gegen Denkverbote zu verstoßen. Selbstverständlich kommentieren dann einige recht aufgebracht und meinen, ihren (beziehungsweise »den«) Glauben verteidigen zu müssen. Und das ist auch irgendwie gut so. Mit Widerspruch muss jeder rechnen, der öffentlich schreibt, und Provokationen (meine eingeschlossen) verfolgen ja nichts anderes als die Absicht oder Hoffnung, dass Widerrede erhoben wird. So kommen dann nämlich unterschiedliche Standpunkte zum Vorschein, über die es sich allemal nachzudenken lohnt.

Es war und ist nicht meine Absicht, meine Leser von eigenen Auffassungen zu überzeugen, sie dazu zu überreden, sich meinen Überzeugungen oder Denkweisen anzuschließen. Es existiert (zumindest meinerseits) kein Wettbewerb nach dem Motto »Deutschland sucht den Supergläubigen«. Mir geht es vielmehr darum, dass nachgedacht wird, dass Argumente erwogen und verworfen oder als denkbar anerkannt werden. Meine und die meiner Leser, wenn sie denn geäußert werden.
In diesem Text möchte ich unter der Prämisse des eben Gesagten eine Antwort auf die Frage versuchen, die mir so oder ähnlich formuliert immer wieder begegnet: »Was oder woran glaubst du eigentlich?« beziehungsweise »Glaubst du überhaupt?«

Ob am Ende die geschätzten Leser zufrieden sein werden, wird sich nach der Lektüre zeigen.

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In sehr jungen Jahren kannte ich das Christentum in erster Linie als eine Sammlung von Ge- und Verboten. Meine Mutter, sehr früh verwitwet, erzog uns streng, und die freikirchliche Gemeinde, der unsere Familie angehörte, war nicht weniger streng. Am Sonntag musste man zum Gottesdienst gehen (beziehungsweise wir Kinder in die Kinderstunde), am Mittwoch zur Bibelstunde, vor dem Essen musste gebetet werden, ein Abendgebet war genauso Pflicht. Von Sünde hatte man sich fernzuhalten: Alkoholische Getränke, Fernsehsendungen, die nicht rein informativ waren wie die Nachrichten, Rauchen, Kartenspiele, Tanzen, Kino, Zeitschriften (wegen der spärlich bekleideten Damen, die gelegentlich abgebildet waren), Popmusik ...

Für Zweifelsfälle gab es den »Ältestenrat« in der Freikirche. Ich erinnere mich an die Entscheidung, dass ein junger Mann, der »gläubig geworden« war, zwar am Gottesdienst teilnehmen durfte, aber zum Abendmahl nicht zugelassen wurde, weil er noch nicht »richtig bekehrt« war. Das konnte man daran feststellen, dass er noch rauchte.

Ich war zu jener Zeit noch Kind genug, alles richtig machen zu wollen, aber diese Entscheidung (die öffentlich in der Gemeinde verkündet wurde), verstand ich nicht. Als ich meine Mutter zu Hause diesbezüglich fragte, war sie in erster Linie darüber erschrocken, dass ich es wagte, ein Wort der »Ältesten« anzuzweifeln. Die seien nämlich, erklärte sie mir, von Gott eingesetzt und was sie sagten oder entschieden, hätten sie in jedem Fall vom Heiligen Geist - also von Gott höchstpersönlich - gehört. Daher könne und dürfe man weder dem Pastor noch den Ältesten widersprechen. Das sei eine große Sünde. Die Rede war dann noch von Unterordnung und Gemeindezucht.

Pastor Erwin Matthia & GattinIch will bei diesen frühen Erlebnissen nicht zu sehr verweilen, das würde zu umfangreich werden. Der Gott meiner Kindheit war ein zorniger, strenger, auf Gesetze pochender Richter, dem man (ohne Rücksicht auf Verständnis oder Verstand) unbedingt zu gehorchen hatte, weil man sonst unweigerlich in die Hölle kommen würde. Mein Großvater Erwin Matthia, selbst Pastor und Gemeindegründer, versuchte immer wieder behutsam, mich mit einem barmherzigen, liebevollen Gott bekannt zu machen, aber der war so anders als der in unserer Gemeinde verkündete, dass ich als Kind nicht in der Lage war, mich dem mir zugeneigten, väterlichen Gott zu nähern. Ich hatte nämlich Angst vor der Hölle.

Nach und nach bekam mein »kindlicher Glaube« Risse. Eine derartige Episode habe ich vor ein paar Jahren in diesem Text geschildert: [Klaus ist tot]. Eine andere Begebenheit aus der Kinderstunde findet sich am Anfang dieses Artikels: [Mit erhobenem Zeigefinger]

Irgendwann in der Pubertät war der Punkt erreicht, dass ich bewusst den Glauben an einen - an diesen - Gott ablegte, andere Religionen mit Interesse erkundete, aber auch abweichende Sichtweisen als die bisher gewohnten auf den christlich/jüdischen Gott kennenlernte. Dabei ging es mir nicht darum, einen neuen, für mich passenden Glauben zu finden, sondern ausschließlich um meine schon in der Kindheit entwickelte Neigung, Unbekanntes vom Un zu befreien. Die Existenz eines Gottes, wie auch immer man in nennen mochte, war für mich ausgeschlossen.

Einige Jahre später und kurz vor einem drohenden frühen Lebensende sprach mich der abgelegte Gott ganz unerwartet an. Die Einzelheiten jener Silvesternacht habe ich in dem Buch [Es gibt kein Unmöglich!: Roman] beschrieben, an dieser Stelle sei nur kurz gesagt, dass ein mir völlig fremdes Mädchen Dinge aussprach, die sie nach menschlichem Ermessen nicht wissen konnte und mir sagte, dass Gott mich lieben (unglaublich!) und gerne als seinen Nachfolger (ausgerechnet mich?) willkommen heißen würde. Nach einigen Rück- und Fehlschlägen gelang es mir dann, einen echten, weil von mir gewollten und in mir lebendigen, Glauben an Jesus Christus als Freund und Erlöser zu gewinnen.

Es folgten zum Teil abenteuerliche Jahre und Jahrzehnte mit Höhen und Tiefen, Hoffnungen und Enttäuschungen, Irrtümern und Einsichten - ein ganz normales Leben eben. Ich habe göttliches Handeln und Eingreifen mehrfach auf eine Weise erlebt, die mit den Fähigkeiten des Verstandes nicht erklärbar ist. Es bleibt mir nur dankbar festzustellen, dass in meinem Leben Wunder geschehen sind.
Aber es sind auch Wunder nicht geschehen, obwohl sie erwartet und erbeten und geglaubt wurden. Ich kann von erhörten Gebeten berichten und von vergeblichen Gebeten. Das bringt mich (und den geschätzten Leser, der bis hierher gekommen ist) schon recht nahe an die Ausgangsfrage, was und wie ich eigentlich heute glaube.

Das Christentum beinhaltet eine gewaltige Bandbreite von Kirchen und Gemeinden, die gerne von sich behaupten, die richtige und wahre Erkenntnis zu besitzen. Andernfalls wären sie in ihrer Ausprägung ja auch überflüssig. Solche Lehren werden stets »biblisch begründet« und in sich logisch dargestellt.
Lange Jahre besuchte ich »charismatische« Gemeinden, in denen ein gewisser Automatismus gepredigt wird. »Wenn du genug Glauben hast, wird Gott ...« - was auch immer man da an Stelle der Pünktchen einsetzen möchte. Folglich werden dann im »geistlichen Kampf« und Gebet »Bollwerke der Finsternis« zu Fall gebracht, der Teufel wird entmachtet, Dämonen vertrieben, obskure »Bindungen« aus der Kindheit oder gar der Familiengeschichte (Eltern, Großeltern ...) gelöst. Und wenn das erhoffte, geglaubte und im geistlichen Krieg erstrittene Ergebnis ausbleibt, dann hätte Gott zwar gewollt, weil es ja in seinem Wort (so wird die Bibel gerne bezeichnet) geschrieben steht, aber leider war a) der Glaube nicht groß genug b) der Kampf nicht ausdauernd genug oder c) noch Sünde und Zweifel im Leben vorhanden. Manchmal auch a) und b) oder b) und c) oder a) und c) …

Da ich ganz persönlich Gottes übernatürliches Eingreifen erlebt hatte, schied für mich angesichts solcher gescheiterten Glaubensanstrengungen die Alternative aus, dass es keinen Gott geben könnte. Das wusste und weiß ich besser.

Aber die »charismatische« Version Gottes ist mir heute so fremd wie der Gott meiner Kindheit, der mit der Rute in der Hand auf jede Verfehlung lauert. Auch der Gott, der mit dem ganzen Leben versöhnt ist, weil der Mensch als Säugling mit geweihtem Wasser besprenkelt wurde, ist mir fremd. Oder der Gott, der um seines Volkes Willen massenhaft Tod und Qualen über andere Völker bringt. Oder der Gott, dem man sich nur zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten nähern kann. Oder der Gott ... - hier ließe sich noch manches Beispiel anfügen

Ich habe die Bibel in den letzten zehn Jahren intensiver gelesen als in den Jahrzehnten davor, nicht zuletzt aus dem Grund, dass diverse in verschiedenen Gemeinden und Kirchen verkündete Lehren einander deutlich widersprechen, sich aber samt und sonders auf eben dieses Buch stützen. Je besser und intensiver ich die Bibel kennen lernte und ihre Berichte, Aussagen und Geschichten mit dieser unserer Welt verglich, desto mehr verabschiedete ich mich von der Vorstellung, ein verbal inspiriertes, in allen Belangen unfehlbares Buch zu lesen. Die Bibel nehme ich heute ernst, aber nicht wörtlich - das wäre meine Sicht in eine Kurzform komprimiert. Insofern zähle ich also nicht zu den »bibeltreuen« Zeitgenossen.

Sondern?

»Was oder woran glaubst du eigentlich?« beziehungsweise »Glaubst du überhaupt?« - das war der Ausgangspunkt zu diesen Zeilen. Und meine Stammleser ahnen es schon: Eine endgültige, verbindliche Antwort werde ich schuldig bleiben. Warum? Weil mein Glaube noch nicht »fertig« ist.

Der Gott, an den ich glaube, ist in Jesus Christus Mensch geworden, um uns einen Weg zurück zur Gemeinschaft mit dem himmlischen Vater zu ermöglichen. Das kann ich ganz persönlich annehmen und glauben, mich darauf verlassen. Dieser Messias hat auch mich eingeschlossen bei seinem Sterben und Auferstehen, und hätte er mich in jungen Jahren nicht angesprochen und später mehrfach in mein Leben eingegriffen, wäre ich heute mit ziemlicher Sicherheit nicht hier. Aber er ist nicht der gleiche Gott, der mir in der Kindheit vorgestellt wurde, er ist nicht der flippige Gott meiner Jesus-People-Jahre, nicht der automatisierte Gott der charismatischen Zeitspanne, auch nicht der seltsam unnahbare Gott der aus der Heiligungsbewegung stammenden Kirche, die ich zur Zeit gerne und regelmäßig besuche. Der Gott, an den ich glaube, ist unfassbar, unberechenbar, unvorhersehbar. Ich verstehe ihn oft nicht, halte ihn manchmal für schwierig. Womöglich findet er ja seinerseits, dass ich schwierig sei.

Ist nun etwa der Gott, an den du glaubst, ungültig, falls er anders als meiner aussieht? Ist es falsch, wenn du die Bibel wörtlich nimmst, weil du auf diese Weise ein zufriedenes, glückliches Glaubensleben führen kannst? Solltest du gewisse Glaubensübungen und Rituale, die dir wichtig geworden sind, nicht mehr ausüben? Gilt deine Kindertaufe nicht und du landest in der Hölle? Müsstest du deine charismatische / evangelikale / katholische / lutherische / baptistische / weißnichtwasfüreine Kirche eigentlich schleunigst verlassen?

Das sei ferne.

Ich darf andere Antworten finden als du. Du darfst andere Antworten finden als ich. Es steht mir nicht zu (und ich habe auch keine Lust), deinen Glauben zu bewerten, zu beurteilen oder gar zu verurteilen, nur weil er sich von meinem unterscheidet. Ich kenne Baptisten, Katholiken, Charismatiker, Evangelikale, Lutheraner, Konfessionslose und sogar (au weia, das gibt Ärger!) Buddhisten, Atheisten und Moslems, deren Glaubensleben ich als aufrichtig und beispielhaft empfinde (soweit das von außen überhaupt empfunden werden kann).

Es bleiben in meinem Glauben viele Fragen offen, neue tauchen auf, andere verlieren ihre Bedeutung. Ich halte das für ein Zeichen von Leben und stelle solche Fragen gerne auch öffentlich. Ich muss nicht alle Zweifel beseitigen können, ich muss nicht alle Antworten parat haben, ich muss Gottes Wesen und Wirken nicht verstehen oder begründen können. Ich brauche auch niemandem Rechenschaft über Gottes Handeln oder Nichthandeln abzulegen. Der Gott, an den ich glaube, ist groß genug, um für sich selbst zu sprechen. Auch durch die Bibel, falls es angebracht sein sollte.

Und wer weiß: Vielleicht spricht er ja sogar gelegentlich durch mich.

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So. Genug gesagt.

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Donnerstag, 12. Januar 2012

I

Bild wie stets bhei dieser Reihe von wordle.net»Innendienst?« Ingeborg Instätter ist irritiert. »Ich im Innendienst?«

Igor Irowitzkowski, Inhaber ihres internationalen Importbüros, insistiert: »Innendienst, immerwährend.«

»Ignoranter Idiot!«

Igor, inzwischen indigniert: »Im Intranet ist Ihre Innendienstsoftware installiert.«

Ingeborg: »Impotenter Ignorant!«

Ingeborgs Insubordination irritiert Igor. »Ist Ihnen irgendwie ... innerlich ... indisponiert?«

Ingeborg: »Indiskreter Immigrant!«

Igor: »Insult is inappropriate ...«

Ingeborg: »Inquisitorischer Inkonsistenzler!«

Informationstechnologiebezogen ist Ingeborg Instätter immerfort in Ignoranz involviert, indem in ihr Innerstes irakkriegsähnliches Informationschaos implantiert ist. Ihr infantiler Intellekt ist informationsgesellschaftsbezogen inkompatibel. Im Inntal ihre Importbürokunden in informellen Interviews interessieren, ihre impulsiven Investitionen in immergrüne Indigoplantagen, indische Instantkaffeeprodukte, idyllische Inseln, irische Implantationstechnologien initialisieren, ist Ingeborgs ideale Income-Source.

»Innendienst ist indiskutabel«, informiert Ingeborg Instätter ihren Importbürochef.

Igor: »Inwiefern?«

Ingeborg: »Innerliches Igittigittigittgefühl. Innereienrevolution. Imminente Infarktgefahr infolge Intranetnutzung.«

Igor Irowitzkowski ironisch: »Indizien impertinenter Isolationssucht. Insgesamt Insuffizienz.«

Ingeborg: »Ichwilldasnicht.«

Igor: »Ichmussdaraufbestehen.«

Ingeborg: »Ichkündige.«

Igor: »Istmirauchrecht.«

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P.S.: Falls jemand sucht, hier sind [A] [B] [C] [D] [E] [F] [G] [H]

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Montag, 9. Januar 2012

Pausenbild 1


... es haben ja schon alle gemerkt: Dieser Blog macht gerade eine Kreativpause.
Einstweilen gibt es ein paar Fotos aus meiner Kamera statt Texte.

Dienstag, 3. Januar 2012

H

h1

Hilfsarbeiterin Henriette Heinrich hat häufig höllische Hustenanfälle. Henriettes heiterer Hund Hemmingway hütet hingegeben Haus, Hof, Hutschachteln, Hängematte, Handgranatenlager.

Horst Hoffmann, herzensguter Historiker, hat Hoffnungen, hegt Heiratspläne. Hat Horsts hingegebenes Hofmachen Henriettes hartes Herz heißgemacht? Ha! Hier herrscht höllischer Hass.

Hätte Horst Henriettes heimliches Hantieren hinter Hemmingways Hundehütte hinterfragt! Hilfe! Hörig harrt Horst, Heimtückisch hantiert Henriette.

2

Heute hat Horst Heringssalat herbeigebracht. Henriette heuchelt Herzlichkeit. Hans hat Herthas heiß herbeigesehnten Heimsieg himmelhochjauchzend hinausposaunt. Henriette hinkt hustend hofwärts, heuchelt Heiterkeit. Hinter Hemmingways Hütte holt Henriette heimlich Hochexplosives hervor, heftet Handgranaten hinter Haushaltswaren. Heiland hilf! Heimtückisches Hexenwerk! Hitlerähnliche Hure!

Hemmingway hat hinreichend Hundehaufen hingemacht, holunderbuschbenetzend hingepinkelt. Hund hat Hunger. Hemmingways Hundenase hilft: Hundenapf hat Handgranatengestank? Hoppla! Hemmingway hechelt heftig, holt Horst heiser heulend hauptstraßenwärts. Heiliges Hundetier! Hundeheld! Heldenhund!

HAWUMM! Henriettes Haus: Hitze! Höllenfeuer! Hilferufe!

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Hintertupfingens Heimatverein hilft, herbeigeeilte Hotelgäste, hilfsbereite Herumtreiber, hyperventilierende Hodenkrebspatienten, Hospitalpersonal, hauptstadtstationierte Hubschrauber hoovern herbei ... hundert Helfer hantieren helmbewehrt, hacken Hindernisse hinweg. Hornhautbewehrte Hände heben heiße Haustrümmer hoch, hektische Handgriffe ... Hurra! Hohlraum hinter herausgerissener Haustür: Hechelnder Hundekörper. Herr Hoffmann hilflos händeringend. Himmelseidank, habendieeinglückgehabt!

Horsts Haut hat hässliche Hitzeschäden, Hemmingways Haare hängen halbverbrannt. Horst hinkt, Hemmingway humpelt. Hautverbrennungen, Hustenqualen ... hingegen: Haustier hat Heimgang Horstens himmelwärts hindertver.

Henriettes Hände hängen hilflos halbzerrissen herab, heftige Handgranatenexplosion hat Henriettes Haupt hinreichend hingemacht: Herausgerissene Hautfetzen, Hirnverbrennung, Halswirbelsäulenbruch, Herzstillstand. Heureka! Henriette heimtückischer Hinterhalt haarscharf hinfällig!

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Hemmingway hat herzensgutes Herrchen, Horst hat heißgeliebten Hund. Harmonie herrscht. Herrlich!

Hachwieschön!

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P.S.: Falls jemand sucht, hier sind [A] [B] [C] [D] [E] [F] [G]

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Montag, 2. Januar 2012

Jahresrückblick? Nö.

Einen Jahresrückblick kann ja jeder mehr oder weniger akkurat zustande bringen. Aber die Vorausschau auf ein noch recht frisches Jahr, das ist schon eher eine Herausforderung.
Was wird 2012 auf diesem Blog so alles zu finden sein? »Der Mensch denkt, Gott lenkt« sagt ja der Volksmund recht treffend, daher kann ich hier natürlich nur das ankündigen, was ich mir so denke. Zum Beispiel:

  • die Mitteilung, dass es ein neues Kindle-Buch aus meiner Feder gibt (irgendwann im Frühjahr oder Sommer)
  • die Ankündigung, dass »Sabrinas Geheimnis« von einem rennomierten Verlag veröffentlicht wird (irgendwann im Sommer oder Herbst; womit dann gleichzeitig die Kindle-Ausgabe vom Markt verschwinden muss)
  • ein paar neue Erlebnisse meines allseits beliebt gewordenen Herrn K.
  • ab und zu ein Artikel mit theologisch-religiösen Gedanken oder Fragen, die manche frommen Gemüter zu erhitzen vermögen
  • diese oder jene kleine Geschichte, zum Beispiel über einen Käfer, der sprechen kann
  • und natürlich weiteres aus der ABC-Serie, einschließlich eines Gastbeitrages zum K
  • ...

Na denn. Schaun wir mal, was so kommt.

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