Mittwoch, 25. Januar 2012

Evolution des Mathematikunterrichtes

School- 2Mathematikunterricht 1960:

Ein Holzfäller verkauft eine Wagenladung Schnittholz für 100 Mark. Seine Herstellungskosten betragen 4/5 des Preises. Wie hoch ist sein Gewinn?

Mathematikunterricht 1970:
Ein Holzfäller verkauft eine Wagenladung Schnittholz für 100 Mark. Seine Herstellungskosten betragen 4/5 des Preises, oder 80 Mark. Wie hoch ist sein Gewinn?

Mathematikunterricht 1990:
Ein Holzfäller verkauft eine Wagenladung Schnittholz für 100 Mark. Seine Herstellungskosten betragen 80 Mark und sein Gewinn 20 Mark. Deine Aufgabe: Unterstreiche die Zahl 20.

Mathematikunterricht 2000:
Indem er wunderschöne Bäume im Wald niederreißt, verdient ein Holzfäller 20 Mark. Was hältst Du von seiner Art und Weise, Geld zu verdienen?
Wenn Du die Antwort gegeben hast, diskutiere mit der Klasse: Wie haben sich die Vögel und Eichhörnchen gefühlt, als der Holzfäller die Bäume abgesägt hat?

Mathematikunterricht heute:

Ein Holzfäller wird dabei angetroffen, wie er Umweltschäden im Wald verursacht. Das beschlagnahmte Holz hätte einen Verkaufswert von 250 Euro.
Die Höchststrafe liegt bei 2.500 Euro, die Mindeststrafe bei 500 Euro. Wie soll der Richter urteilen, wenn der Täter fünf gesunde Bäume getötet und dabei einer seltenen Mottenart den Brutplatz geraubt hat?

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Kommentare:

Frau Vorgarten hat gesagt…

was hat das mit Mathe zu tun?
Das ist doch eher Ethik.... falsch verstanden, nebenbei, denn was hat der Quatsch mit Ethik zu tun?
Die Kinder lernen heute ein seltsames Zeug.

Günter J. Matthia hat gesagt…

Mathe wird wohl, wenn ich unsere Azubis so beobachte, gar nicht mehr unterrichtet. Gestern sagte ich zum Azubi: Nehmen Sie mal die Jahresbruttosummen und rechnen 10 Prozent Zuschlag drauf. Er griff sofort zum Taschenrechner ...

Frau Vorgarten hat gesagt…

immerhin!
immerhin hat er sofort angefangen, zweckdienliche Dinge zu tun und nicht gesagt: "Äh, könnense das noch mal erklären?"
Sei froh...

Frau Vorgarten hat gesagt…

übrigens, noch mal zu dem Beispiel.
Der Förster, bei dem ich letztes Jahr April mein Praktikum genoss, verbringt umgerechnet einen Tag pro Woche damit, sich mit Anzeigen rumzuärgern, die ihm Bürger auf den Hals gehetzt haben, weil er den Wald verschandelt, niedliche Rehe schießt, an der falschen Stelle mit dem Auto unterwegs ist und seine Forstkerle überall schöne Bäume fällen und die Blätter und Zweige nicht wegräumen und einen Riesenlärm veranstalten im Wald.
Im Forstpraktikum hab ich unterscheiden gelernt zwischen Naturkennern und Naturschützern...

Second Attempt hat gesagt…

Die Lehr- und Lerninhalte haben sich tatsächlich sehr verändert. Aber immerhin habe ich durch die Hausaufgabenbetreuung bei meinen 8jährigen Zwillingen gelernt, was "Zehnerfreunde" sind ;-) Solche Dinge sind in meinen Augen erheblich sinnvoller als z.B., Teilmengen und Schnittmengen, mit denen ich mich beim Schulbesuch meiner ersten zwei, mittlerweile erwachsenen, Kinder herumschlagen musste.