Dienstag, 10. Juli 2007

Getarnter Angriff auf Familien


Gender Mainstreaming

Der Begriff Gender Mainstreaming bezeichnet den Versuch, die Gleichstellung der Geschlechter auf allen gesellschaftlichen Ebenen durchzusetzen. Bekannt wurde Gender Mainstreaming insbesondere dadurch, dass der Amsterdamer Vertrag 1997 das Konzept zum offiziellen Ziel der EU-Politik machte. Das Ziel des Gender Mainstreaming wird von weiten Teilen des politischen Spektrums anerkannt und von der Bundesregierung unterstützt. Was aber ist das überhaupt?

Gender (engl. „soziales Geschlecht“): Der englische Begriff besitzt im Deutschen kein direktes Äquivalent und bezeichnet nach einer Definition des deutschen Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die gesellschaftlich, sozial und kulturell geprägten Geschlechterrollen von Frauen und Männern: „Diese sind - anders als das biologische Geschlecht - erlernt und damit auch veränderbar.“ Das Wort ist für das grammatische Geschlecht im Englischen seit langem gebräuchlich.

Mainstreaming (engl. mainstream „Hauptströmung“; „zum Hauptstrom machen“, „in den Hauptstrom bringen“) bedeutet, dass eine bestimmte inhaltliche Vorgabe, die bisher nicht das Handeln bestimmt hat, nun zum zentralen Bestandteil bei allen Entscheidungen und Prozessen gemacht wird.

So lässt sich aus Gender Mainstreaming die deutsche Übersetzung „Integration der Gleichstellungs-Perspektive“ oder „durchgängige Gleichstellungsorientierung“ herleiten.

Gegen Gleichstellung wäre ja an und für sich nichts einzuwenden. Jedoch verbirgt sich hinter diesem eher harmlosen Begriff „eine Art totalitärer Kommunismus in Sachen Sex und Geschlechterbeziehung“ (Zitat der Journalistin Bettina Röhl), von Frauenbevorzugung und Männerbenachteiligung. Ein tragischer Fall zeigt symptomatisch, was Gender Mainstreaming eigentlich will:

Bruce / Brenda / David

Bruce Reimer wurde als gesunder Junge zusammen mit seinem Zwillingsbruder Brian geboren. Im Alter von sechs Monaten stellte man eine Vorhautverengung fest und operierte sie knapp zwei Monate später. Die Beschneidung missglückte jedoch und sein Penis wurde irreparabel beschädigt. Seine Eltern entschieden sich daher auf Rat des Sexualwissenschaftlers John Money (ein vehementer Förderer des Gender Mainstreaming), das Kind als Mädchen aufzuziehen. Die noch vorhandenen Hoden wurden entfernt, und das Kind mit weiblichen Hormonen behandelt. Bruce wurde ab diesem Zeitpunkt Brenda genannt.

Money war von diesem Fall besonders begeistert, da der eineiige Zwillingsbruder Brian als Vergleich für die These dienen konnte, nach welcher ausschließlich die Erziehung in den frühen Lebensjahren für die Ausprägung einer sexuellen und geschlechtsspezifischen Identität eine Rolle spielt. Brenda wurde von Money als „normales, glückliches Mädchen“ beschrieben. Seine Familie und Freunde jedoch beschrieben ihn als ein zutiefst unglückliches Kind mit großen sozialen Problemen. „Schon als Kind riss er sich die Mädchenkleider vom Körper, Mädchenspielzeug interessierte ihn nicht“, berichtete die Mutter später.

Erst als es in der Pubertät, die durch künstliche Hormone ausgelöst werden sollte, zu einer Krise kam, erfuhr das Kind, dass es als Junge geboren worden war. Er ließ die Geschlechtsumwandlung rückgängig machen (so weit medizinisch überhaupt noch möglich), lebte ab sofort wieder als Junge und nannte sich David. Später heiratete er eine Frau und adoptierte deren Kinder.

David Reimer beging am 4. Mai 2004, im Alter von 38 Jahren, Suizid. Seine Mutter gab gegenüber der New York Times an, David habe wohl keinen Sinn mehr in seinem Leben gesehen, nachdem die Ehe gescheitert war und er seine Arbeitsstelle verlor. Außerdem war er über den Tod seines Zwillingsbruders Brian zwei Jahre zuvor nicht hinweggekommen, der am 1. Juli 2002 aufgrund einer Medikamentenvergiftung verstarb. Ob die Überdosis versehentlich oder in suizidaler Absicht genommen wurde, ist nicht eindeutig geklärt. Davids Mutter sagte aber auch, dass sie glaube, dass ihr Sohn noch am Leben wäre, wenn er nicht das Opfer jenes unglücklichen Experiments geworden wäre, das bei ihm so viel Leid verursachte.

Aus Schaden klug?

Man sollte meinen, dass Gender Mainstreaming ein Hobby von wenigen extremen Wissenschaftlern und Demagogen wäre. Doch weit gefehlt. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, geführt von Gisela von der Leyen, hat Gender Mainstreaming zum vorrangigen politischen Ziel erklärt. Auf der offiziellen Homepage des Ministerium heißt es dazu: „Ohne eine Aufhebung der geschlechtsspezifischen Verantwortlichkeiten in Familie und Beruf und ohne das Bereitstellen der hierfür erforderlichen Rahmenbedingungen ist Gleichstellung nicht durchsetzbar. Frauen wie auch Männer müssen in die Lage versetzt werden, einseitige Rollenbindungen aufzugeben und ihren eigenen Lebensentwurf zu verwirklichen.“

Die „hierfür erforderlichen Rahmenbedingungen“ werden gelegt, ohne dass den Eltern dies in der Regel bewusst ist. Immer früher versucht der Staat, durch entsprechend ausgebildete Erzieher und Lehrer Einfluss auf die Kinder zu gewinnen während gleichzeitig das traditionelle Modell der Familie, in der eine Mutter ihr Kind während der ersten Jahre zu Hause betreut und erzieht, in Misskredit gebracht wird.

Es scheint, als haben die Politiker weder aus den Erziehungsexperimenten von 1933 bis 1945 noch aus dem Versuch, in einem Teil Deutschlands den „sozialistischen Menschen“ heranzuziehen, gelernt; von dem tragischen Schicksal David / Brenda / Bruce Reimer ganz zu schweigen.

Der Spiegel berichtete (1/2007) über ein Experiment in Berlin Marzahn. Dort wurde eine Projektwoche für Jungen durchgeführt, in deren Verlauf „Vorurteile abgebaut“ werden sollte. Am Ende, so die Veranstalter, sollte „die Erkenntnis stehen, dass sich Männer und Frauen viel weniger unterscheiden als gedacht.“ Einem Jungen, so steht es im Protokoll, warfen die Betreuer vor, nur so zu tun, als sei er ein Junge. „Einem Teenager die Existenz seines Geschlechtsteils abzusprechen“, so der Spiegel, „ist ein ziemlich verwirrender Anwurf, aber das nahmen die Leute in Kauf, ihnen ging es ja ausdrücklich um die Zerstörung von Identitäten, wie sie selbst schreiben.“

Das Projekt und der Verein „Dissens“, der es durchführte, wurden mit staatlichen Geldern großzügig gefördert, denn er setzte praktisch um, was die Politiker sich wünschen: Jungs früh zu Kritikern des eigenen Geschlechts zu erziehen.

Was ist das nüchtern betrachtet anderes als die aktive und bewusste Förderung von Homosexualität zu Lasten des biblischen Menschenbildes, in dem es Mann und Frau gibt, die für verschiedene, einander ergänzende Aufgaben geschaffen sind und sexuelle Erfüllung in der Ehe finden?

Wo bleiben wir Christen?

Die Debatte über Gender Mainstreaming verläuft häufig ohne Beteiligung von Kirchen und Gemeinden. Leserbriefe an die Presse, Beteiligung an öffentlichen Diskussionsveranstaltungen und Stellungnahmen sind von Christen selten zu finden – oder als solche nicht erkennbar. Liegt es daran, dass kaum Informationen über das Thema in christlichen Kreisen bekannt sind, oder daran, dass man nicht mit den Sprechern des Islam in Verbindung gebracht werden möchte, die öffentlich gegen Gender Mainstreaming zu Felde ziehen, oder einfach daran, dass man meint, politische Themen seien nichts für Gläubige?

Sollten wir uns nicht vermehrt einmischen? Es sind unsere Kinder, Mädchen und Jungen, die bereits in den Kindertagesstätten und erst recht in den Schulen zu Menschen erzogen werden sollen, die „das eigene Geschlecht in Frage“ stellen. In einer Studie am Andreas-Gymnasium in Berlin Friedrichshain gaben im Schuljahr 2002/2003 nach einem Projekttag 440 Mädchen und 410 Jungen ausgefüllte Fragebögen zum Thema Homosexualität ab. Die Auswertung der Studie (gefördert von der Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin) stellt fest: „Auch ein Blick auf die Schülerantworten zu dieser Frage macht deutlich, dass bei einem großen Teil unserer Schülerschaft nach wie vor ein Bedarf an Bildung besteht.“ Diese Schlussfolgerung zogen die Betreiber aus den Antworten der Schülerinnen und Schüler, die Homosexualität zu 23,5% als „abartig“ empfanden. Vermutlich besteht erst dann kein „Bedarf an Bildung“ mehr, wenn 100% der Schülerinnen und Schüler von der Richtigkeit der gleichgeschlechtlichen Sexualität überzeugt sind.

Die Studie kommt schließlich zu einem Fazit: „Jungen und junge Männer stehen der Thematik weniger tolerant und durchweg ablehnender gegenüber als ihre gleichaltrigen Mitschülerinnen. Hier werden u. E. auch bei unseren männlichen Schülern Ängste deutlich, die sich u.a. auf mangelnde Kenntnisse und einem nach wie vor falschem Rollenverständnis gründen. ... Obwohl seit einigen Jahren entsprechende Bildungsinhalte in den Lehrplänen der Berliner Schule zu finden sind, mangelt es nach Ansicht der Teilnehmer immer noch an der Umsetzung im konkreten Unterricht.“

Frau von der Leyen hat ein erklärtes Ziel: „Die Aufhebung der geschlechtsspezifischen Verantwortlichkeiten in Familie und Beruf.“

Wer formuliert öffentlich biblische Werte und Ziele?

Materialquellen: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend / Wikipedia / Christliches Medienmagazin Pro / Der Spiegel 1/07 / Studie am Andreas-Gymnasium Berlin „Homosexualität und Schule

1 Kommentar:

barbara hat gesagt…

Warum ist es überhaupt anstrebenswert
die Gleichstellung der Geschlechter auf allen gesellschaftlichen Ebenen durchzusetzen ?

Heutzutage gilt es als altmodisch,
wenn Mütter zu Hause bleiben, um sich selbst um ihre Kinder zu kümmern und darin eine Erfüllung sehen.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass der sogenannte "Mainstream" sogar ein starkes Schuldgefühl bei Frauen verursacht, die sich um die Kindererziehung kümmern und deshalb diskrimminiert werden, weil sie nicht arbeiten gehen.

Natürlich kann und soll ein Vater auch sein Kind wickeln und erziehen dürfen oder
später bei den Hausaufgaben helfend
zu Seite stehen oder im Supermarkt einkaufen gehen.

Aber er muss doch deswegen die Frauenrolle nicht gänzlich übernehmen, genauso wenig wie die Frau die Männerrolle übernehmen muss!

Das haben wir Frauen nun von der sogenannten Emanzipation, dass wir
am Ende selbst mit Werkzeug umgehen müssen, unser Auto und unsere technischen Geräte selbst reparieren müssen usw.

Kein Mann hält Frau mehr die Tür auf,
hilft ihr in den Mantel oder
hilft den schweren Koffer zu tragen..., weil wir es ihnen abgewöhnt haben, so ein Pech...

schade eigentlich!

Barbara