Dienstag, 18. Dezember 2018

Vermutlich 144.000 Euro

Ich habe in den letzten Tagen letzte Feinarbeiten an der Webseite durchgeführt, die der Joggathon längst verdient hatte, die aber erst jetzt als Vorbereitung für den 21. Benefizlauf entstanden ist.

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http://tinyurl.com/Joggathon

Bei der Arbeit habe ich gestaunt, wie viel Hilfe durch den Joggathon Berlin schon geleistet werden konnte. Die Archive sind eher bruchstückhaft, was die ersten Jahre betrifft. Soweit wir es noch nachvollziehen können, kamen durch die Benefizläufe in Berlin in den vergangenen 17 Jahren 143.260,83 Euro für die diversen unterstützen Projekte zusammen. Wenn man gedanklich auf 20 Jahre hochrechnet, waren es mit großer Wahrscheinlichkeit mindestens 144.000 Euro, die durch diese jährliche Veranstaltung allein in Berlin (den Joggathon gibt es noch in zwei weiteren, eher unbekannten Städten mit den drolligen Namen Gelnhausen und Hanau) »erlaufen« werden konnten.

So Gott will und wir leben, werde ich am 26. Mai 2019 wieder starten. Das wird dann mein siebter Joggathon. Falls unter meinen geschätzten Blogbesuchern jemand sein sollte, der sich bereits jetzt entscheidet, zu meinen Sponsoren gehören zu wollen, dann freue ich mich auch jetzt schon über entsprechende Meldungen. Einfach per Email (gjmatthia ät gmail com) den Spendenbetrag pro Runde mitteilen … voraussichtlich werde ich wieder 10 oder 11 Runden absolvieren.

So.

Donnerstag, 13. Dezember 2018

DHL … Dreistigkeit, Hinterlist, Liederlichkeit?

Ich bin ja nicht der einzige Bürger dieses unseres Landes, dem seitens DHL, laut Selbstzeugnis ein Dienstleistungsunternehmen, immer wieder mal Bärendienste widerfahren. (Hier ein anderes schönes Beispiel.) Und ich bin auch nicht zum ersten Mal mit der Dreistigkeit konfrontiert, die bei manchen Beschäftigten (oder Subunternehmern?) in jenem Unternehmen zu herrschen scheint. Aber dieses Mal gibt es einen Clou, den ich meinen geschätzten Blogbesuchern nicht vorenthalten möchte.

Natürlich weiß ich, dass den Zustellern viel abverlangt wird und dass diese keine Spitzenlöhne kassieren. Aber wer Dienstleistungen anbietet, bei dem sollte das Kundeninteresse doch wohl ganz oben auf der Werteskala stehen?

Die wahre Geschichte:

Am 1. Dezember bestellte ich bei Amazon ein Produkt, nämlich eine LED Deckenleuchte für das Arbeitszimmer. Das Paket wurde am 3. Dezember (Montag) abgeschickt und sollte am 4. Dezember (Dienstag) zugestellt werden.

Es war den ganzen Tag jemand zu Hause. Es kam kein Paket. Am nächsten Tag las ich online in der sogenannten Paketverfolgung, dass es um 11:22 Uhr einen angeblichen Zustellversuch gegeben habe. Eine dreiste Lüge … es sei denn, das Vorbeifahren am Haus oder das Durchqueren unseres Wohnbezirkes ohne anzuhalten gilt als Versuch der Zustellung.

Jedenfalls wurde die Sendung angeblich am Dienstag in einer Paketstation abgestellt. Eine Benachrichtigungskarte fehlte oder ging verloren. Am Freitag meldete ich mich bei DHL wie folgt:

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Auf meine Beschwerde hin schrieb DHL drei Tage später, dass mir die Sendung erneut zugestellt würde:

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Na prima, dachte ich, das ist doch eine gute Lösung.

Das Paket kam aber nicht. Weder am Montag, noch am Dienstag, noch am Mittwoch, dem 12. Dezember. Also fragte ich höflich nach:

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Und siehe da, am Donnerstag im Laufe des Nachmittags, kam der Clou:

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Wie bitte? DHL weiß nicht, warum DHL das Paket nicht erneut zugestellt hat? Wer, wenn nicht DHL, ist denn der Zusteller eines mit DHL verschickten Paketes? Subunternehmer? Dämonen? Ghule und Trolle? Donald Trump?

Wer hat wann wen beauftragt, die Sendung erneut zuzustellen? Gibt es dafür irgend welche Beweise? Und warum hat der erste angebliche Zusteller nicht geklingelt? Warum ist aus der guten alten zuverlässigen Post ein solch kundenunfreundlicher Haufen geworden? Zählt nur noch Profit, Profit und Profit?

DHL schreibt online:

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Wie sollte der Empfänger (ich) eigentlich ohne Benachrichtigungskarte die Sendung abholen? Mit Schneidbrenner, Hammer und notfalls einer Sprengladung?

Nun ja. Ich habe den Vorgang über die Verbraucherzentrale gemeldet … ob das was bringt, sei dahingestellt. Aber je mehr Menschen, die es wie ich immer wieder mit solchen Dreistigkeiten seitens DHL zu tun haben, sich dort beschweren, desto eher könnte sich mal was ändern.

So.

Mittwoch, 12. Dezember 2018

Test für 365 mal gegen 10

Ob ich die Idee tatsächlich verwirklichen werde, weiß ich noch nicht. Sie sieht so aus: An 365 Tagen des kommenden Jahres jeweils gegen 10 Uhr ein Selbstbildnis und einen Blick auf das, was gerade vor mir liegt oder steht, an dieser Stelle zur Ansicht anbieten.
Das kann nur mit dem Mobiltelefon gelingen... und deshalb wird es jetzt getestet.
So.

Dienstag, 9. Oktober 2018

Fünf Jahre ohne!

IMG_20180929_125635Es ist nur ein statistischer Wert … aber für Betroffene hat er doch eine große Bedeutung. Wenn nach einer Krebserkrankung und –behandlung fünf Jahre vergangen sind, ohne dass erneut ein Tumor gefunden wurde, gilt der Patient als Überlebender. Das Risiko, erneut an Krebs zu erkranken, bleibt bestehen, aber die Wahrscheinlichkeit ist wieder so hoch wie beim Durchschnitt der Gesamtbevölkerung.

Die Zeitspanne von fünf Jahren bedeutet bei vielen Tumorarten eine gute Chance auf dauerhafte Heilung - danach sind Rückfälle nur noch wenig wahrscheinlich. Diese Aussage gibt allerdings nur einen Durchschnitt wieder und bezieht sich auf die Gesamtstatistik. Sie kann für Männer und Frauen und für einzelne Formen von Krebserkrankungen durchaus anders ausfallen. So haben Kinder mit Leukämien und junge Männer mit Hodenkrebs heute sehr gute Aussichten auf dauerhafte Heilung. Auch die Überlebensraten für Lippenkrebs, schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) und mittlerweile auch Prostatakrebs sind deutlich angestiegen. Vielen Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs, Lungenkrebs oder Speiseröhrenkrebs dagegen können die Ärzte bis heute noch keine längere Überlebenszeit oder Heilung in Aussicht stellen.
(Quelle: www.krebsinformationsdienst.de/grundlagen/krebsstatistiken.php © 2018 Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Am 5. Oktober 2018, fast auf den Tag genau fünf Jahre nach der Leberkrebsoperation (und sechseinhalb Jahre nach der Darmkrebsoperation), bestätigte mein Arzt bei der regelmäßigen Krebsnachsorgeuntersuchung, dass es wiederum keine Anzeichen für Metastasen in meinem Körper gibt. Eine Darmspiegelung steht noch aus, aber die ist routinemäßig dran, weil seit der letzten Coloskopie drei Jahre vergangen sind. Beim Urologen hatte es anlässlich der jährlichen Krebsvorsorge bereits vor einigen Wochen nach gründlicher Untersuchung Entwarnung gegeben.

Wir sind dankbar und glücklich – wie man sich vorstellen kann. »Schwein gehabt« sagte mal jemand zu mir, als ich mit guten Nachrichten vom Arzt kam. Da kann ich aber nur widersprechen. Erstens haben wir einen Hund, kein Schwein. Zweitens hätte ein Schwein, wenn wir eines besäßen, absolut nichts mit dem Gesundheitszustand zu tun. Drittens bin ich aufgrund vieler Erfahrungen und Erlebnisse in meinem Leben davon überzeugt, dass Gottes heilende Schöpferkraft auch heute von ihrer Wirksamkeit nichts eingebüßt hat und dass er es ist, der mir nach meinem Aufenthalt an der Schwelle des Todes im März 2012 bis zu diesem Tag wieder Gesundheit verliehen hat. Ich kann durch meine Lebensweise durchaus mitwirken und Krebsrisikofaktoren meiden, aber erarbeiten oder verdienen kann ich mir die Heilung nicht.

Daher sage ich aus tiefstem Herzen: Gott sei Dank!

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Dienstag, 11. September 2018

5. Oktober: LiteraMuNa … äh, wie bitte?

Ich habe mich unlängst auf eine Anfrage im Nachbarschaftsnetzwerk »nebenan.de« hin bereit erklärt, bei einem kulturellen Kleinereignis mitzuwirken, indem ich ein paar Kurzgeschichten beisteuere. Welche ich zu Gehör bringen werde, weiß ich selbst noch nicht, etwas Zeit für die Auswahl bleibt mir ja noch. Voraussichtlich wird ein »ungeschriebener Aufsatz« dabei sein, ein kleiner Krimi, was Heiteres …

Die Veranstalterin beschreibt das Programm, das sie neckisch LiteraMuNa betitelt hat, so (ich zitiere wörtlich via kopieren/einfügen):

Günter Matthia schreibt amüsante Kurzgeschichten, die dem Leser /Hörer ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern und mehr oder weniger blutrünstige Kriminalromane mit einem leichten Augenzwinkern, die immer eine Überraschung in petto haben. Er hat bereits zahlreiche Bücher veröffentlicht, die auch im Buchhandel zu erwerben sind.

Dagmar Schilling beschäftigt sich beruflich mit der Förderung hochbegabter Kinder und wird uns mit Lyrik erfreuen. Sie nimmt regelmäßig am Autorenforum Berlin e. V. teil, einer offenen Lesebuehne in der Schwartzschen Villa.

Gedichte werden wir auch von Karen Osbelt hören, die sich als Coach mit Beratung und Consulting beschäftigt - bei ihr geht es um die Liebe, u. a. auch zu einem ganzen Kontinent...

Verbunden werden diese Lesungen durch Filmmusik, auf der Geige vorgetragen von Angela Michaelis, studierte Musikpaedagogin im Bereich Geige und Gitarre.

Als weitere Bereicherung des Abends werden wir dann noch Stücke auf der Klarinette hören, gespielt von Annette Kienitz, die viele Jahre Orchestererfahrung auf ihrem Instrument mitbringt!

Alle Akteure leben in unserer mittelbaren und unmittelbaren Nachbarschaft - im Schweizer Viertel und in Lichterfelde Süd.

Zitat Ende. Was muss man noch wissen? Na klar: Der Eintritt ist frei, ein Beitrag für das Buffett (Salate, Getränke, Häppchen …) wird erbeten.

Wer Interesse und Zeit hat, am 5. Oktober um 18 Uhr dabei zu sein, darf gerne per Email Kontakt mit Gabriele, der Veranstalterin, aufnehmen, damit sie erstens weiß, wie viele Menschen kommen möchten und zweitens mit der Adresse herausrückt. gabrielegammelin [ät] gmail.com

Ich bin gespannt und freue mich auf den Abend.

P.S.: Das Bild hat nichts, aber auch gar nichts mit der Veranstaltung zu tun. Es stammt aus Amsterdam. da habe ich mich neulich mit der besten aller Ehefrauen umgesehen.

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Mittwoch, 22. August 2018

Herr K. soll sich übergeben

Wer bei der Lesung zur Nacht der offenen Kirchen 2018 dabei war, mein Buch »Salbe, Segen, Sammeleimer« gelesen oder meine Blogeinträge in Augenschein genommen hat, ist Herrn K. bereits begegnet. Falls das bei Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser, nicht der Fall sein sollte, wird diese Geschichte jedoch nicht weniger verständlich oder unverständlich sein.

Beim Stadtbummel durch Amsterdam kamen die beste aller Ehefrauen und ich an einer Dame vorüber, die sich ein Schild umgehängt hatte, auf dem zu lesen war: Jesus is my savior, not my religion John 3:17. Auf der Mütze, die sie gegen den gelegentlichen Regen oder aus anderen SON04349Gründen trug, stand Real women love Jesus. Die Dame sang und rief abwechselnd mit lauter Stimme allerlei Parolen, den Passanten schien das weitgehend gleichgültig zu sein, jedenfalls blieb niemand stehen, um zuzuhören. Außer einem Herrn, den ich zuerst nur von hinten sah, aber dennoch ziemlich schnell erkannte. Es war Herr K.

Er sprach nach einer Weile des Zuhörens ein paar Sätze mit der Dame, verabschiedete sich dann höflich mit Handschlag und ging in Richtung Dam davon. Da wir die gleiche Richtung einschlugen, lag es nahe, sich bemerkbar zu machen. Ich rief: »Hallo, Herr K.!« und er drehte sich um. Erfreut strahlte er uns an: »Na so ein Zufall, da trifft man sich mitten in Amsterdam! Guten Tag Frau Miller-Matthia, guten Tag Herr Matthia. Sind Sie« – dabei lächelte er mich direkt an – »auf den Spuren der Vergangenheit unterwegs, um Schauplätze Ihres ersten Buches in Augenschein zu nehmen?«

»Auch das«, erklärte ich, »aber Amsterdam besuchen wir nur heute. Wir genießen zwei Wochen Urlaub, unser Ferienhaus liegt im Gelderland«.

Es begann zu nieseln. Herr K. deutete auf einen Coffeeschop ein paar Schritte entfernt und fragte: »Zeit für ein paar Worte und einen schönen Kaffee?«

Wir hatten Zeit und so saßen wir kurz darauf gemütlich am Fenster. Die beste aller Ehefrauen bestellte Tee aus frischer Minze, Herr K. und ich den »großen« Kaffee, der in den Niederlanden ungefähr die Größe eines heimischen klitzekleinen Kaffees hat. Aber dafür ist er deutlich stärker.

Ich war neugierig: »Was haben Sie denn die Dame mit dem Schild gefragt?«

»Ich habe um eine Erklärung des unverständlichen Kürzels am Schluss des Plakates gebeten. John 3:17 – das kann ja alle möglichen und unmöglichen Bedeutungen haben. John Lennon könnte den vorausgehenden Satz um drei Uhr siebzehn gesagt haben. 3:17 ist aber auch eine passende Zeitangabe für eine Single, die könnte von Dr. John oder Elton John stammen, dann wäre der Satz ein Zitat aus dem Lied. Oder John Newton wollte, dass man dann 3 durch 17 teilt, was 0,1764705 ergibt. Das wiederum könnte eine Telefonnummer sein, oder ein Code für ein Bankschließfach, in dem Werweißschonwasalles liegt.«

Die beste aller Ehefrauen lachte vergnügt und fragte: »Hat die Dame denn das Geheimnis gelüftet?«

Herr K. nickte. »Sie meinte, das sei doch klar, dass es sich um einen Verweis auf einen Vers aus der Bibel handelt. Was sie dann zitiert hat, war allerdings kein Vers, jedenfalls kein Vers aus einem Gedicht oder Lied, denn es hat sich nicht gereimt.«

»Verse nennt man die nummerierten Sätze, in die man vor ein paar hundert Jahren die biblischen Texte zerstückelt hat«, erklärte ich. »Aber das, was auf dem Schild der Dame stand, war jedenfalls nicht der biblische Vers.«

Herr K. fuhr fort: »Sie hat den sogenannten Vers auswendig zitiert, in etwa ging das so: Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richten soll, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werden kann. Ungefähr so, jedenfalls. Ich habe sie dann gefragt, warum der Satz mit denn beginnt und worauf sich das bezieht. Ich meine, kein Mensch fängt doch einen Satz mit denn an, wenn er nicht vorher etwas gesagt hat, was er nun mit dem denn begründen oder erläutern will, oder?«

Ich musste kichern, weil mir diese Unsitte im Rahmen frommer Verlautbarungen auch schon oft aufgefallen war. Da wird ein Satz ohne jeden Zusammenhang und ohne grammatikalische Anpassung zitiert, und alle, die es lesen oder hören, sollen das selbstverständlich verstehen und zum Anlass nehmen, sofort ein christliches Leben zu beginnen.

»Davor geht es um Mose, eine Schlange und die Wüste«, erklärte ich Herrn K., »vermutlich ist das aber auch nicht gerade hilfreich beim Verständnis. Man sollte schon den gesamten Text im Zusammenhang lesen.«

Herr K. zuckte mit den Schultern. »Meinetwegen, ich habe überhaupt nichts gegen Wüstenschlangen. Aber anschließend meinte die Dame, ich solle mich an Ort und Stelle übergeben, um nicht in der Hölle zu landen. Oder so ähnlich.«

Die beste aller Ehefrauen fragte: »Übergeben? Sie sollten sich da auf der Straße übergeben?«

»Ja. Vielleicht habe ich es falsch verstanden, das Deutsch der Dame war kein muttersprachliches. Sie sagte – übrigens hat sie mich von Anfang an geduzt, aber Schwamm drüber – sie sagte: Sprich mir jetzt das Gebet nach, um dich zu übergeben, dann landest du nicht in der Hölle.«

»Ach so!« rief ich. »Sie wollte ein Übergabegebet mit Ihnen sprechen.«

»Ein was?«

»Es gibt unter den Christen einige Gruppierungen, die der Meinung sind, man müsse bestimmte formelhafte Sätze aussprechen, sonst könne man nicht gläubig sein oder werden. Das nennt man dann Übergabegebet, ein Gebet zur förmlichen Übergabe des Lebens an Jesus Christus.«
»Aha. So so. Herr Matthia, ich will Ihnen ja nicht zu nahe treten oder aufdringlich sein, aber darf ich fragen, ob Sie sich jemals übergeben haben?«

IMG_20180813_133649Vom Nebentisch drang würzig-süßer Rauch zu uns herüber, ein Joint machte dort die Runde. Ich erinnerte mich zurück an meine Hippiezeit und an manches Erbrechen nach dem Genuss gewisser Substanzen … aber darauf wollte Herr K. ja wohl eher nicht hinaus. Ich antwortete: »Ja, aber das würde ich nicht als notwendigen oder entscheidenden Punkt bezeichnen, was meinen Entschluss betrifft, an Gott und Christus zu glauben. Geschadet hat das Übergabegebet damals zwar auch nichts, aber der Abend, an dem das Übergabegebet stattfand, war kein dauerhafter Wendepunkt in meinem Leben.«

Herr K. sah auf die Armbanduhr und meinte: »Schade, dass ich aufbrechen muss, aber mein Zug fährt in 25 Minuten. Vielleicht können wir, sollten wir uns wieder einmal treffen, das Gespräch fortsetzen. Ich würde mich freuen.«

Wir verabschiedeten uns herzlich voneinander und brachen auf. Er in Richtung Bahnhof, wir schlenderten zum Dam.

»Die Dame mit dem Plakat meint es sicher gut und aufrichtig und ehrlich«, meinte die beste aller Ehefrauen, »aber ob jemand davon wirklich angesprochen wird?«

»Man möchte es ihr wünschen«, antwortete ich. »Gut gemeint ist leider nicht immer gut gemacht.«

Dann zeigte ich auf die Stufen um das Nationalmonument und erzählte: »Hier saßen damals jede Menge Hippies mit ihren Instrumenten und haben gemeinsam musiziert. Da war ich oft dabei.«

Mittwoch, 11. Juli 2018

19. Juli 2018: Eine Fremdlesung /// Jerusalem kennen lernen

Warum immer nur aus eigenen Büchern vorlesen? Als ich gefragt wurde, ob ich mir eine »Fremdlesung« vorstellen könne und dann erfuhr, dass es sich um diesen Bestseller handelt, habe ich mit dem Kopfe genickt und nun habe ich den Salat. Äh, nein, die Lesung.

Die Stadt ist Brennpunkt der Auseinandersetzungen zwischen den Abrahamitischen Religionen, das Heiligtum eines zunehmend populären christlichen, jüdischen und islamischen Fundamentalismus, strategisches Schlachtfeld eines Kampfes der Kulturen, Frontlinie zwischen Atheismus und religiösem Glauben, Anziehungspunkt säkularer Faszination, Gegenstand schwindelerregender Verschwörungstheorien und Internetmythen und grell beleuchtete Bühne für die Kameras der Welt in einem Zeitalter der Rund-um-die-Uhr-Nachrichtensendungen.

Religiöses, politisches und mediales Interesse schüren sich gegenseitig und sorgen dafür, dass Jerusalem stärker denn je im Zentrum der Aufmerksamkeit steht. Jerusalem ist die Heilige Stadt, war zugleich aber schon immer ein Hort des Aberglaubens, der Scharlatanerie und Bigotterie; sie war begehrtes Eroberungsziel von Weltreichen, aber ohne strategischen Wert; kosmopolitische Heimat vieler Sekten, die jeweils glauben, Jerusalem gehöre ihnen allein; eine Stadt mit vielen Namen – aber jede Tradition ist so sektiererisch, dass sie jede andere ausschließt.

-Simon Sebag Montefiore

Herzlich willkommen, wer mehr über Jerusalem erfahren möchte. Lesung, Berichte einer Familie, die in Jerusalem lebt und hoffentlich angeregte Gespräche am Donnerstag, 19. Juli 2018, 18 Uhr, Gartenhaus in der Wrangelstraße 6/7, 12165 Berlin.

jerusalem-abend

Mittwoch, 20. Juni 2018

Machen Sie aus dem Problem eine Erfahrung!

Ganz lebendig, ganz menschlich und ganz wach zu sein, bedeutet, ständig aus dem Nest geworfen zu werden. -Pema Chodron

Zum Leben gehören (zumindest für die meisten Menschen) auch schlechte Zeiten: Der Chef ist unzufrieden, das Geschäft läuft miserabel, es kommt zum Streit mit der liebsten Person, die Finanzen sind knapp, man kann nicht gut schlafen, eine schwere Krankheit oder chronische Schmerzen treten auf …

Meistens reagieren wir auf solche Situationen und Ereignisse so ähnlich:

  • Dem Problem entfliehen: Job kündigen, Trennung vom Partner, Medikamente noch und noch. Was auch immer geeignet scheint, Abstand vom Problem zu gewinnen.
  • Das Problem ignorieren: einfach nicht daran denken (zumindest versucht man das), so tun, als wäre alles in Ordnung.
  • Flucht: Trinken, Rauchen, Essen, Fernsehen, Internet, Pornos, Soziale Medien, Spiele … alles ist willkommen, um von den Schwierigkeiten abzulenken.
  • Sich beschweren: auf jemanden losgehen, schimpfen, jemandem die Ohren volljammern, nachtragend sein, die Schuld an der Situation bei anderen (oder dem Schicksal/einer höheren Macht) suchen.

Das kann alles funktionieren und je nach Lage auch sinnvoll sein. Entwickeln Sie keine Schuldgefühle wegen solcher Reaktionen auf ein Problem. Manchmal kann das beruhigen oder sogar hilfreich sein. Mit jemandem über Probleme zu sprechen, ist zum Beispiel eine gute Idee. Sich ausruhen, damit man besser und konzentrierter an einer Lösung arbeiten kann … auch keine schlechte Idee.

lichtblickAber alle Versuche, dem Problem aus dem Weg zu gehen, es zu vergessen oder sich selbst zu trösten haben eine begrenzte Wirksamkeit. Langfristig geraten wir in eine Krise, werden unglücklich, fühlen uns niedergeschlagen und dadurch geraten wir immer tiefer in den Sumpf.

Wie wäre es, wenn Sie bei der nächsten (vielleicht auch aktuellen) misslichen Lage mal etwas anderes ausprobieren: Sie sind verletzt, traurig, wütend, überlastet … und betrachten das nicht als ein Problem, sondern als eine Erfahrung.

  • Fühlen Sie den Schmerz, die Traurigkeit oder die Wut, die Sie empfinden.
  • Anstatt das Empfinden zu meiden, vor dem Problem zu fliehen, erlauben Sie sich, das Gefühl bewusst wahrzunehmen.
  • Und während Sie es fühlen, betrachten Sie Ihre Empfindungen nicht als ein Problem, das Sie lösen müssen, einen Umstand, den Sie loswerden wollen. Sondern als Erfahrung. Sie müssen jetzt kein Problem bewältigen, Sie machen gerade eine Erfahrung. Das ist alles: ein Erlebnis, ein Gefühl, Empfindungen. Kein Grund zur Panik.
  • Es sei denn, Sie sind in Panik geraten - das ist auch kein Weltuntergang. Es ist ein Zustand, den Sie gerade erleben. Es ist, auch wenn Sie panisch reagieren, traurig sind, Schmerz empfinden, im Grunde nur eine Erfahrung. Das Erlebnis fühlt sich sicherlich nicht gut an. Nicht alle Erfahrungen, die wir im Leben machen, sind erfreulich? Manchmal müssen wir Kälte, Hitze, Stürme und Schmerzen erleben. Es ist Teil der Lebenserfahrung, und wir können nicht alles ausschließen, was uns missfällt.
  • Spüren Sie Ihre Schwierigkeit voll und ganz, mit so offenem Herzen wie möglich. Lassen Sie es zu. Fällen Sie keine Urteile, geraten Sie nicht in hektische Betriebsamkeit. Es ist erst einmal nur Ihre gegenwärtige Erfahrung.

Sie können Frieden finden, was auch immer diese Erfahrung sein mag. Und dann, erst dann, kommt die Zeit zum Handeln. Aus diesem inneren Frieden heraus darüber, wer Sie sind, was Sie erleben, können Sie den nächsten Schritt tun.

Machen Sie einen kleinen Schritt, um Ihre Situation zu verbessern. Suchen Sie Rat und Hilfe dort, wo sie wirklich zu finden sind (anstatt panisch irgend etwas zu tun). Seien Sie still, damit Sie zuhören können. Was zu tun ist, hängt von der Situation ab, aber jeder dauerhafte und wirkliche Weg aus der misslichen Lager heraus beginnt mit einem Gefühl des Friedens, mit dem Wahrnehmen und Anerkennen der eigenen Erfahrung. Und wenn es gar keinen Weg heraus geben sollte – so wie ich es mit den irreversiblen Folgen der Chemotherapie erlebt habe und erlebe – dann ist es erst recht wichtig und sinnvoll, den inneren Frieden (wieder) zu finden.

Ob das immer gelingt? Mir jedenfalls nicht. Aber je länger ich praktiziere, so vorzugehen, desto öfter, leichter und besser klappt es.

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Foto: Eigene Aufnahme.

Mittwoch, 30. Mai 2018

DSGVO, ADV-Vertrag und andere Angstmacher

Für alle, die immer noch ratlos sind, ob sie ihren privaten Blog nun einstampfen, einkochen oder einfrieren sollen und ob sie einen Auftragsdatenverarbeitungsvertrag mit dem Hosting-Provider brauchen oder eine ellenlange Erklärung, die sowieso keiner liest, an alle Blogbesucher verschicken und sich vorher beim Anwalt beraten lassen müssen … kurzum, ob sie viel Geld für die Beutelschneider und virtuellen Wegelagerer ausgeben müssen, die dank DSGVO wie Pilze aus dem Sumpf schießen:

Wenn Dein Blog ein privater Blog ist (keine Werbebanner, keine Newsletter, keine Geldverdienenwollentools etc.), dann krieg dich wieder ein.

Die DSGVO wurde erfunden, um Privatpersonen besser vor der Datengier von Unternehmen zu schützen.

Bist Du mit deinem Blog ein Unternehmer? Wenn Du Geld damit verdienst (oder es zumindest krampfhaft, wenngleich erfolglos, versuchst) – dann vermutlich ja. Dann sammelst Du Besucherdaten, wertest sie aus, verarbeitest sie … und dafür brauchst Du nun einmal das ausdrückliche Einverständnis derjenigen, die auf deine Werbebanner klicken oder ähnliches. Dann hast Du Werbebanner auf dem Blog, die dich pro Klick stinkreich machen sollen … dann versuchst du, an Adressen zu kommen, denen deine Werbung zuflattern soll und so weiter.

Wenn Dein Blog aber keine derartigen Fallen und Verlockungen enthält, höchstens eine Besucherstatistik (wie bei Wordpress, Blogger und Co. in der Regel von vorne herein eingebaut), dann bist Du eine private Person, deren Leidenschaft oder Zeitvertreib das Bloggen ist. Wenn Du magst, kannst Du eine Notiz für die Blogbesucher einbauen (wie ich in der Seitenleiste). Für das Cookie-Banner sorgen Blogger, Wordpress und Co. ganz von selbst.

Dass ich auf dem Blog für meine Bücher werbe, steht dem übrigens nicht im Wege, denn verkauft werden sie über den Buchhandel und die Onlineportale wie Amazon und andere. Ob Lieschen Müller oder Fritz Mustermann meinen Roman Sabrinas Geheimnis gekauft haben, erfahre ich nicht. Der Datenschutz der Onlineshops ist nicht meine Angelegenheit.

Dazu heißt es in der Verordnung so schön:

„(18) Diese Verordnung gilt nicht für die Verarbeitung von personenbezogenen Daten, die von einer natürlichen Person zur Ausübung ausschließlich persönlicher oder familiärer Tätigkeiten und somit ohne Bezug zu einer beruflichen oder wirtschaftlichen Tätigkeit vorgenommen wird. Als persönliche oder familiäre Tätigkeiten könnte auch das Führen eines Schriftverkehrs oder von Anschriftenverzeichnissen oder die Nutzung sozialer Netze und Online-Tätigkeiten im Rahmen solcher Tätigkeiten gelten. Diese Verordnung gilt jedoch für die Verantwortlichen oder Auftragsverarbeiter, die die Instrumente für die Verarbeitung personenbezogener Daten für solche persönlichen oder familiären Tätigkeiten bereitstellen.“

Also sind Blogger, Wordpress und Co. dafür verantwortlich, was mit den Baten der Besucher deines Blogs passiert oder nicht passiert. Du kommst ja normalerweise gar nicht an solche Daten (IP-Adressen, Länderkennungen etc.) heran.

Alles klar? Fein.

Bild: Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2615952.

Sonntag, 27. Mai 2018

Herzlichen Dank!

Den Sponsoren, die mit ihren Zusagen dazu beigetragen haben, dass ich auch beim sechsten Joggathon meines Lebens wieder zum guten Zweck beitragen konnte, herzlichen Dank. Ich habe insgesamt 91,10 Euro erlaufen.

Wie viele Runden ich in der heutigen Affenhitze geschafft habe, kann man hier abzählen:


Eine Stunde Lauf in zwanzig Sekunden


So Gott will und wir leben … nächstes Jahr dann mein siebter Joggathon.