Mittwoch, 11. Juli 2018

19. Juli 2018: Eine Fremdlesung /// Jerusalem kennen lernen

Warum immer nur aus eigenen Büchern vorlesen? Als ich gefragt wurde, ob ich mir eine »Fremdlesung« vorstellen könne und dann erfuhr, dass es sich um diesen Bestseller handelt, habe ich mit dem Kopfe genickt und nun habe ich den Salat. Äh, nein, die Lesung.

Die Stadt ist Brennpunkt der Auseinandersetzungen zwischen den Abrahamitischen Religionen, das Heiligtum eines zunehmend populären christlichen, jüdischen und islamischen Fundamentalismus, strategisches Schlachtfeld eines Kampfes der Kulturen, Frontlinie zwischen Atheismus und religiösem Glauben, Anziehungspunkt säkularer Faszination, Gegenstand schwindelerregender Verschwörungstheorien und Internetmythen und grell beleuchtete Bühne für die Kameras der Welt in einem Zeitalter der Rund-um-die-Uhr-Nachrichtensendungen.

Religiöses, politisches und mediales Interesse schüren sich gegenseitig und sorgen dafür, dass Jerusalem stärker denn je im Zentrum der Aufmerksamkeit steht. Jerusalem ist die Heilige Stadt, war zugleich aber schon immer ein Hort des Aberglaubens, der Scharlatanerie und Bigotterie; sie war begehrtes Eroberungsziel von Weltreichen, aber ohne strategischen Wert; kosmopolitische Heimat vieler Sekten, die jeweils glauben, Jerusalem gehöre ihnen allein; eine Stadt mit vielen Namen – aber jede Tradition ist so sektiererisch, dass sie jede andere ausschließt.

-Simon Sebag Montefiore

Herzlich willkommen, wer mehr über Jerusalem erfahren möchte. Lesung, Berichte einer Familie, die in Jerusalem lebt und hoffentlich angeregte Gespräche am Donnerstag, 19. Juli 2018, 18 Uhr, Gartenhaus in der Wrangelstraße 6/7, 12165 Berlin.

jerusalem-abend