Samstag, 29. September 2007

40

Beharrlichkeit ist vielen Menschen fremd geworden. Ausdauer, Ausharren, Geduld; es gibt allerlei Begriffe für den selten gewordenen Umstand, dass jemand nicht nach ein paar Versuchen oder Minuten aufgibt.
Heute will man gerne alles ohne Zeitverlust, und möglichst mühelos. Informationen sind per Internet sofort verfügbar, Schnellrestaurants und Imbissbuden bieten an jeder Ecke schnelle Hilfe gegen den Hunger. Es gibt Blitzkurse für das Kochen, für die Anwendung von Software, das Flirten, und natürlich sind die Christen auch mit dabei, wenn es um Eile geht, man findet allerlei Angebote von Kurzbibelschulen, für Instant-Jüngerschaft und, weil das Original ja viel zu dick ist, eine Kurzbibel.

David, ein König und Poet, kannte noch die Ausdauer:

Beharrlich habe ich auf den HERRN geharrt, und er hat sich zu mir geneigt und mein Schreien gehört. Er hat mich heraufgeholt aus der Grube des Verderbens, aus Schlick und Schlamm; und er hat meine Füße auf Felsen gestellt, meine Schritte fest gemacht.
Und in meinen Mund hat er ein neues Lied gelegt, einen Lobgesang auf unseren Gott. Viele werden es sehen und sich fürchten und auf den HERRN vertrauen.
(David: 40)

In der Version von U2 wurde schon ein wenig Ungeduld spürbar, die Frage, wann es denn nun endlich so weit sein würde, tauchte auf:

I waited patiently for the Lord, he inclined and heard my cry
He brought me up out of the pit, out of the miry clay
I will sing, sing a new song, I will sing, sing a new song
How long to sing this song? How long to sing this song?
How long, how long? How long, how long to sing this song?

He set my feet upon a rock and made my footsteps firm
Many will see, many will see and fear
I will sing, sing a new song, I will sing, sing a new song
How long to sing this song? How long to sing this song?
How long, how long? How long, how long to sing this song?
(U2: 40)

Vielleicht wäre manche Enttäuschung und manche Frustration vermeidbar, wenn wir die Kraft zur Langsamkeit wiederentdecken würden? Vielleicht würde mehr Harren zu mehr Siegen führen?

Weil du das Wort vom Harren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird.
(Offenbarung 3, 10)

Man kann nicht fünf Minuten ausharren, sich auch nicht in 5 Stunden bewähren. Da sind schon längere Zeiträume gemeint.

Wir rühmen uns auch in den Bedrängnissen, da wir wissen, dass die Bedrängnis Ausharren bewirkt, das Ausharren aber Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung; die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.
(Römer 5, 3-5)

1 Kommentar:

barbara hat gesagt…

Dieser Beitrag passt zur
"Entdeckung der Langsamkeit"...

In dieser schnelllebigen Zeit fällt es immer schwerer, nicht selbst diesem hektischen Leben zu verfallen.

Das vertrauensvolle Ausharren fällt oft schwer, gerade dann, wenn es für viele Fragen keine schnellen Lösungen geben kann.

Es ist in der Tat not-wendig,
sich in Geduld immer wieder einzuüben,
außerdem sich Zeit und Muße zu nehmen.

Es gilt dem heutigen Trend Widerstand zu leisten, in dem der Wert der Langsamkeit wiederentdeckbar und wiederlebbar wird !