Montag, 14. Dezember 2009

Temporäres Bleiberecht

Seit Samstag hat in unserem Wohnzimmer, wie jedes Jahr üblich, ein Baum temporäres Bleiberecht. Da Bäume in Wohnzimmern nichts zu suchen haben, musste er sich allerdings wie seine Artgenossen in den Jahren zuvor verkleiden lassen, damit er wenigstens nicht auf Anhieb als Baum erkennbar ist. Er gibt nun vor, eine Lampe zu sein (indem er zu leuchten vermag) oder auch ein Kunstobjekt (wegen des an seinen Zweigen befindlichen und farblich zur Einrichtung passenden Schmuckes).

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Der Baum genießt allerdings nur temporäres Bleiberecht, weil er eine Aufgabe als Orientierungspunkt zu erfüllen hat. Unter ihm sammeln sich bis zum Heiligabend erfahrungsgemäß nach und nach allerlei Päckchen an, die für uns Familienmitglieder bestimmt sind. Eines, der Aufschrift zufolge für die beste aller Ehefrauen, lehnte schon am Samstag Abend unter dem Baum, als ich dieses Foto machte. Wenn der Baum nicht da stünde, dann müsste man womöglich in der ganzen Wohnung nachschauen, ob irgendwo ein Geschenk liegt – nicht auszudenken! So ist und bleibt alles schön übersichtlich.

Kommentare:

Barbara hat gesagt…

na Ihr seid ja viel zu früh dran! ;-)

Günter J. Matthia hat gesagt…

hallo barbara,

wie man's nimmt sind wir früh, spät oder richtig dran. wir haben uns nämlich ein amerikanisch-deutsches mischmodell zu eigen gemacht.

in amerika wird der baum meist zu thanksgiving aufgestellt, also am letzten donnerstag im november. dann sammeln sich mehr und mehr geschenke unter dem baum. am 25. dezember früh wird dann ausgepackt.

die deutschen stellen das bäumchen am heiligabend auf und packen am gleichen tag aus, falls es geschenke gibt.

unsere entspanntere misch-version hat den vorteil, dass man länger was vom baum hat (obwohl wir es noch nie zu thanksgiving geschafft haben), dass man sich gegebenenfalls schon über ein passendes päckchen freuen (es sogar betasten) kann, aber nicht bis zum 25. mit dem auspacken warten muss, das passiert schon am 24. abends.

Barbara hat gesagt…

vielleicht hat es ja auch sein Gutes,
dass auf diese Weise die Tradition oder gewisse Rituale vom eigentlichen Erscheinungsfest des Herrn "getrennt" werden bzw. dass die Sammlung auf die Geburt Christi dann wirklich im Mittelpunkt steht!