Donnerstag, 25. März 2010

He, Gemann! (Das ist KUNST! Basta!)

Was war denn eigentlich geschehen? Ich blickte zurück: Nachdem ich mich mit einem äußerst unerfreulichen Thema, das mich völlig runtergezogen hat, viel zu lange beschäftigt habe, traten bei mir gestern gar sehr heftige körperliche Symptome auf: Durchfall, unsägliche Kopfschmerzen und eine allgemeine Schwächeattacke.
Dabei hatte alles so harmlos begonnen. Newsweek just published its list of best albums of the decade, and Bob Dylan's "Love and Theft", released on 9/11/2001, is #2, las ich und zuckte mit den Schultern. War das wirklich eine Nachricht? Wenn Ihr zu Hause den Wasserhahn aufdreht, dann seid Ihr es vermutlich gewohnt, dass das, was Euch da entgegen sprudelt, sauberes Wasser ist. Nun will Hannelore Kraft von der SPD Langzeitarbeitslosen eine neue Freude machen. Sie sollen Senioren in Altenheimen BücherEi Ei Ei vorlesen, die Straßen kehren und sich in Sportvereinen nützlich machen. Eine Schlüsselrolle kommt dabei Pfarrern, Pastoren und den jeweiligen Leitungsgremien einer Gemeinde zu. Drehten sich meine Gedanken etwas im  Kreis? Egal. Contribute!
Dass Schriftsteller gemahnt, bedrängt und auf aufdringliche Weise behandelt werden - das ist vor allem schlechte Erziehung der Leser. Unsere Initiative soll auf eine breitere Basis gestellt werden. Dazu dienen Interessen- und Arbeitsgruppen, die sich mit verschiedenen Zielgruppen unserer Stadt und einigen Bereichen der geistlich-missionarischen Herausforderung der Großstadt befassen sollen. Ich begleitete eine Bus-Tour, und in besagter Stadt fehlte uns die Übersicht (oder der Stadt mangelte es an Übersichtlichkeit). Wir fanden unseren Weg nicht und hielten an einem kleinen Elektroladen. Eine freundliche Dame erklärte ungefragt: Die Idee, den Vorgarten zu erweitern, ist nicht neu. Das habe ich ja auch schon mal gemacht, dort, am westlichen Grundstücksrand. Aha, dachte ich. Ob nun Grundstück oder Sichtweise: Das Herz wird leicht. Hinterher fragt man sich, warum man das, was belastet hat, nicht schon früher losgelassen hat.
Es gibt 77717 registrierte Mitglieder im Ganzen, davon 760 auf diesem Board, erklärte man mir fachkundig. Seit ich vor 15 Jahren zum ersten Mal ein arabisches Land besuchte, habe ich ein Stück meines Herzens an die Menschen, die in dieser Region leben, ihre Kultur und Lebensweise verloren. Die neue Wohnung ist mördergeil. Jetzt erstmal Intenet und Telefon einrichten, Schreibtisch aufbauen und tausend Kartons auspacken.
Noch vor dem Einrichten des Telefons rief jemand an und meinte: If you’re not clear on the rules, let Jeremy Piven break things down for you. Ich blickte nachdenklich aus dem Fenster. Hier rennen einige Leute vorbei, die mitnichten hier wohnen, wohl aber arbeiten. Dachbodenausbauer. Alle mit dieser neuen Sportzeitung unter dem Arm oder in der Tasche. Einer ruft: Die erste Ausgabe habe ich schon mit Genuss verschlungen und umso gespannter bin ich nun auf die Zweite! Mir grauste es, ganz bitterlich. Ein sehr kalter Schauer überfuhr mich. Etwas ähnliches passiert, wenn man den Organisten, der meist hinten oben unsichtbar irgendwo spielte, durch eine Band vorne auf der Bühne ersetzt, die Alles richtig!(mangels anderer Symbole und Kunstwerke) auch noch den Blickfang abgeben muss, ergo auch gestylt und auf Dauerlächeln beziehungsweise andächtig-verklärte Blicke getrimmt wird. Mein Blick fiel auf einen angegrauten Zettel, der auf dem Fußboden lag: Eingeladen sind Wissenschaftler aus Archäologie, Ägyptologie, Kunstgeschichte oder Geschichtswissenschaften, Kultur-, Religions- und Sozialwissenschaften, Theologen , Ethnologen, Soziologen, Psychologen und Religionswissenschaftler.
Site Temporarily Unavailable durchfuhr es mich beim Lesen, und: Natürlich konnten sich die Kleinen am Ende auch einen tollen Gewinn abholen.
But… then I thought shit. Is radical hospitality about saying “please join us…that is if we aren’t inconvenienced and we don’t have to change anything from the way we like it”?
Die leise kleine Stimme, tief drinnen, meinte: Jetzt wird sich der geneigte Leser vielleicht so langsam fragen: Was will er uns denn nun eigentlich sagen? Ich antwortete selten auf die kleine leise tief drinnen wohnende Stimme, aber nun sagte ich laut und deutlich: There is something unearthly and mysterious deep in Ackerman's Field in rural Maine.
Ironie hat immer etwas Paradoxes. Man sagt etwas anderes, als man meint, um etwas ins Lächerliche zu ziehen.
Doch nun, da sich mittlerweile sogar der März 2010 langsam dem Ende zuneigt, wird es Zeit, meinen Rückblick auf das vergangene Jahr zu beenden. Du sollst mir mein Nutellabrot streichen! Dazu bedürfe es allerdings einer Sicht, die Veränderungen nicht als Störung und Umbrüche nicht als Gefahr sehe.
3 Tage Holland. Wind. Küste. Wellen. Kopje Koffie. Nachdenken, beten, weinen, lachen. Warum überfielen mich ständig solche Erinnerungen? Trotz aller Versuche, nicht zurückzuschauen. Eine umfassende Auswahl zu dem Werk der bekanntesten Philosophen von der Antike bis in die Neuzeit, darunter Platon, Aristoteles, Cicero, Thomas von Aquin, Blaise Pascal, Francis Bacon, René Descartes, Voltaire, Immanuel Kant, Jean Paul, Ludwig Feuerbach, Charles Darwin, Arthur Schopenhauer, Friedrich Nietzsche, Karl Marx, Max Weber. Alle hatte ich gelesen und erkannt: Ein Zwerg wird nicht größer, auch wenn er sich auf einen Berg stellt.
Letztendlich blieben nur die wirklich wichtigen Fragen. Woher stammt das Gerücht, Verona Pooth mache neuerdings für Second-Hand-Klamotten Werbung? Welche Unterwäsche tragen Bangbüxen? Wo liegt das Land Konzentrat? Und warum verkauft Oliver Pocher Eheringe? Und wer könnte schon behaupten: Wir haben die Antworten!
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Falls irgend ein Leser bis hierher durchgehalten haben sollte, will ich dieses Kunstwerk gerne noch kurz erklären: Ich habe da eine Hegemann gebaut; wenn’s Musik wäre, hätte ich dementsprechend einen Bushido gesampelt. Alles, was kursiv gesetzt ist, stammt von mir. Der Rest ist – von oben nach unten durchklickend – von den unter »Hier und Dort« verlinkten Seiten kopiert. Ohne groß auszusuchen, einfach irgend einen Satz oder zwei. Anschließend habe ich das Kursive dazwischen geschrieben.
Das sei Unfug, Unsinn und Unart, meint da jemand vorlaut? Macht ja nix.

Kommentare:

Second Attempt hat gesagt…

Sehr kunstvoll zusammengestellt ;-) Der geneigte Leser, in diesem Falle ich, endeckt einen seiner Sätze und schmunzelt.

Grüßle, Sec

PS: Fällt das jetzt eigentlich unter den Begriff Intertextualität, oder ist das Plagiat? ;-)

Günter J. Matthia hat gesagt…

Weder Intertextualität noch Plagiat. Einfach nur Kunst.

;-)

Anonym hat gesagt…

Fürwahr große Kunst. Eigentlich kann ich meinem Respekt nur angemessen Ausdruck verleihen, indem ich nach "Günter" guhgele, das sechste Ergebnis aufrufe und den dritten Satz kopiere. Mal sehen. Aha: Günter lebt in deinem Kopf und bewahrt dich vor allem Übel dieser Welt. So isses!
Gruß, Wolfgang

Günter J. Matthia hat gesagt…

Hallo Wolfgang,
ich werde mich tunlichst bemühen, diesem ergoogelten Ruf gerecht zu werden. Hmmm - vor allem Übel der Welt soll ich bewahren?
Das ist ein weites Feld. Im Krebsgang werde ich beim Häuten der Zwiebel darüber nachdenken. Vielleicht kommen dabei ja Kopfgeburten zustande, oder ich fahre zu einem Treffen in Telgte und die Rättin und der Butt flüstern mir eine Lösung zu, während die Blechtrommel erklingt...

Bento hat gesagt…

...na das ist ja mal wieder Günter-Style wie wir ihn lieben! :-)

Ob es sich dabei allerdings tatsächlich um Kunst oder um strafrechtlich relevante Urheberrechtsverletzungen handelt, wird derzeit noch geprüft.

Sie werden in Bälde von meinen Anwälten hören, Herr Günter.

Günter J. Matthia hat gesagt…

Hallo Bento,

bevor ich jetzt gleichzeitig gesteinigt, gelyncht und gepfählt werde, möchte ich noch schnell darauf hinweisen, dass Verfügbarkeit der Texte im Internet für einen Mann eine ebenso wichtige (nicht nur literarische) Komponente ist, wie für... - na ja. Eben wichtig.

;-)

juppi hat gesagt…

echt grass, alder.

Günter J. Matthia hat gesagt…

Ja, mancher hört das/den Grass wachsen.