Samstag, 18. August 2012

Zum Sonntag ein Gastbeitrag: Der Axtdieb.

sekyraEin Mann hatte seine Axt verloren und vermutete, dass der Sohn des Nachbarn sie ihm gestohlen habe. Er beobachtete ihn daher genau: Sein Gang, sein Blick war ganz der eines Axtdiebes. Alles, was er tat, sah nach einem Axtdieb aus.
Einige Tage später fand der Mann zufällig das Beil unter einem Bretterhaufen.
Am anderen Tag sah er den Sohn des Nachbarn: Sein Gang war nicht der eines Axtdiebes, auch sein Blick war nicht der eines Axtdiebes.

(nach Lao tse)

(Gab es schon mal auf diesem Blog ... aber im Fernsehen werden ja auch Filme wiederholt.)

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Kommentare:

Frau Vorgarten hat gesagt…

wenn er die Axt verloren hat und das Beil wiederfindet, sind das aber schon zwei Paar Schuhe, find ich.

Günter J. Matthia hat gesagt…

Ach. Ach was. Für mich als Nichtzimmermann waren Axt und Beil Synonyme. Muss mich wohl mal weiterbilden in Sachen Hauwerkzeuge ...
:-)

Frau Vorgarten hat gesagt…

Zwei Beilspiele:
Beil ist das, was der Hausgeist im Kopf trägt, wenn er um Mitternacht am Kamin vorbei huscht.
Axt ist das große Dings mit der mindestens ebenso großen Durchschlagskraft, weshalb man auch sagt, jemand benehme sich "wie die Axt im Walde".
Bitte.

Günter J. Matthia hat gesagt…

Wieder was dazu gelernt. Und leicht zu unterscheiden: Im Unterschied zum kürzeren und leichteren Beil wird die Axt üblicherweise mit beiden Händen geführt ...
Nun müsste man Herrn Lao Tse fragen, ob es sich um einen vermeintlichen Axtdieb oder Beildieb gehandelt hat.