Donnerstag, 19. Juli 2007

Ich erteile zwei Verweise

In der Schule war ein Verweis nichts Gutes. Den bekam ich und musste dann die Unterschrift meiner Mutter einholen, damit die Lehrer auch sicher sein konnten, dass mein Fehlverhalten zur Kenntnis genommen worden war.

Auch nichts Gutes: Der Herr oben rechts im Bild ist der Rage Boy, er verweist den Westen, weil ein Koran ins Klo gefallen sein soll oder in Kopenhagen jemand lustige Bilder gezeichnet hat oder die Queen von England einen Schriftsteller adelt. Oder je nach Bedarf wegen vieler anderer Dinge.

Es gibt jedoch auch den anderen Verweis, den auf eine Quelle oder eine Stelle. Statt selbst etwas zu schreiben verweise ich heute meine Leser in diesem Sinne und halte es mit den beiden unten abgebildeten Herren in Prag. Sie schweigen und sind dabei rundum zufrieden, alle beide.


  • Verweis 2, für Leser, die immer noch den Medien ihre Bilder glauben: Der Rage Boy.

Und nun setze ich mich virtuell wieder auf die Bank in Prag zu dem freundlichen Herrn.


P.S.: Noch mehr Rage Boy Fotos und die Begleitumstände seines Demo-Tourismus auf Englisch gibt es hier: Snapped Shot
P.P.S.: Noch mehr Fotos der friedlichen Art gibt es durch Klick auf das Abbild der Herren, die auf der blauen Bank sitzen.

Mittwoch, 18. Juli 2007

Zusammenhänge

Die Google-Suche ist intelligenter, als ich angenommen hatte. Sie kann Zusammenhänge herstellen, die selbst dem Autor nicht eingefallen und aufgefallen sind. Eigentlich wollte ich nur wissen, wo der gestrige Beitrag binnen 12 Stunden schon überall gelandet ist, und fand dann unter anderem dieses Ergebnis:


Stimmt. Für Wunder ausserhalb der Kirchenmauern braucht man nichts als Liebe. Und dass Computer doof sind, kann (ver)stören, also liest man lieber nichts darüber.

Damit wiederum ist dem Eingangssatz dieses tiefsinnigen Beitrages widersprochen, denn die Google-Suche ohne Computer geht nicht, und wenn letztere doof sind, kann erstere nicht intelligent sein. Oder so ähnlich...

Dienstag, 17. Juli 2007

Wunder ausserhalb der Kirchenmauern

Storch hat heute - vielen Dank! - einen englischsprachigen Beitrag gebracht, den ich unbedingt sofort übersetzen musste, damit er auch von denen verstanden wird, die des Englischen nicht mächtig sind. Sprachlich könnte ich noch feilen, aber Rohkost ist ja auch ganz gut.
Bitteschön:


Stellen Sie sich eine Kirche vor, in der sich so viele Gläubige für Wunder begeistern, dass mehr Heilungen außerhalb der Kirche geschehen als in ihren Wänden.

CBNNews besuchte vor kurzem eine solche Gemeinde in Kalifornien. Das Faszinierende an der Bethel-Kirche in Redding: Viele Mitglieder erklären, sie seien zu dem Schluss gekommen, dass Gott mächtig durch sie wirken möchte - nicht nur durch den Klerus. Er möchte außerhalb der Kirchemauern und nicht nur in der Gemeinde etwas tun. Dies führt zu wunderbaren Momenten, in denen die Gemeindemitglieder erleben, wie Gott sie in Redding einsetzt.

Gemeindemitglied Bob Perry erzählt: "Was weit weg von der Kirche oder außerhalb ihrer Wände geschieht, das zeigt, wer wir sind." Perry war bei seiner Tochter Amy im Krankenhaus, nachdem sie sechs Wochen zu früh ihre Tochter Talyah zur Welt gebracht hatte. Man musste mit dem Schlimmsten rechnen, da das Baby mit einem Loch im Herzen geboren war und der Blutkreislauf nicht richtig in Gang kam. Eine Gebetkette der Gemeinde wurde eingerichtet, über die Stadt verteilt beteten die Gläubigen, während Bob und seine Tochter bei dem Neugeborenen standen und verzweifelt zu Gott flehten.
Dann rief der Doktor - ein Ungläubiger - plötzlich, während er ein Echokardiogramm vom Herzen des Babys durchführte: "Schauen Sie sich das mal an!"
Amy, ihr Vater und der Arzt beobachteten zusammen, wie das Loch im Herzen des Babys auf dem Bildschirm verschwand.
Der Mediziner war völlig hingerissen. "Schauen Sie sich das an, das Herz heilt hier vor meinen eigenen Augen!"
Einer der ärztlichen Berichte, bevor dies geschah, dokumentiert das Loch im Herzen Talyahs; ein späterer Report, nach der Heilung gefertigt, erwähnt diese Fehlbildung nicht, weil das Loch in der Tat völlig verschwunden ist.
Amy Goodall erzählt: "Der Doktor und wir alle konnten es auf dem Bildschirm beobachten, während es geschah."

Die Bethel-Gemeinde lehrt ihre Mitglieder, dass Gott so wirken möchte - mit großer Macht - um das Zeugnis seiner Leute zu bestätigen. Die Absicht Gottes war und ist, dass der Missionsbefehl nicht durch Worte alleine durchgeführt werden soll, sondern dass Kraft aus der Höhe das Zeugnis der Heiligen begleitet.
Die Gläubigen, erklärt Johnson, Senior-Pastor der Kirche, brauchen nur auf Jesus schauen. "Er wurde gesandt, um die Werke des Teufels zu zerstören, und dann wendete er sich an uns und sagte: "Wie der Vater mich sendete, sende ich euch." Es ist also überhaupt nicht kompliziert."

Vor zwei Jahren ging Chad Dedmon in ein Lebensmittelgeschäft in Redding, um Donuts zu kaufen. Er entschied sich, an der Kasse für eine Dame mit Hörgeräten zu beten. Sie wurde sofort geheilt. "Sie war auf einem Ohr 90 Prozent taub und ungefähr 85 Prozent auf dem anderen", berichtet Dedmon. "Ihre Hörfähigkeit wurde total wiederhergestellt. Sie fing an, zu weinen… die Kassiererin fing an zu weinen..."
Dann gab Dedmon auf Anregung der Kassiererin über die Lautsprecheranlage des Supermarktes bekannt: "Achtung, an alle Kunden! Gott ist hier und er möchte seine Gegenwart und seine Heilung manifestieren." Eine verkrüppelte Dame fuhr mit ihrem Rollstuhl zu Chad, damit er für sie betete. Sie wurde sofort geheilt.
"Sie steht auf", erinnert sich Dedmon. "und fängt an, durch die Gänge zu laufen und zu schreien: Jesus, hat mich gerade geheilt, Jesus hat mich gerade geheilt!"
Immer noch dort im Laden, betete Dedmon anschließend für einen Mann mit schrecklichen Schmerzen in seinen Handgelenken. Dedmon erzählt: "Auch er fängt an zu schreien, dass sie brennen wie Feuer. Ich sage, dass dies eine gute Hitze ist, …es ist gut. Und er ist völlig entgeistert und fängt plötzlich an zu rufen, dass die Schmerzen total verschwunden sind."
Dedmon fährt fort: "Er gab dem Herrn sein Herz, und da verstand ich, dass einfach das Königreich sichtbar geworden war und dachte, dass es vermutlich eine gute Idee wäre, nun den König vorzustellen."
Chad führte im Lebensmittelgeschäft sieben Leute zum Herrn. Er sagt: "Ich war tatsächlich so aufgeregt, dass ich erst zu Hause bemerkte, dass ich die Donuts im Laden vergessen hatte."

Chris Overstreet arbeitet häufig mit anderen Kirchemitgliedern unter Reddings Armen und Obdachlosen, den Aussenseitern der Stadt. Er gibt ihnen Essen, Freundschaft und betet für sie. Eines Tages im letzten Oktober ging er unter Pamela Mullikins Motelzimmer im zweiten Stock vorbei. Sie war sechsmal wegen schrecklicher Blutungen im Hospital gewesen, die Ärzte befürchteten, dass Krebs die Ursache sei. Pamela Mullikin erinnert sich: "Es war inzwischen einfach nur noch beängstigend."
Krebs ist ein besonderes Ziel von Pastors Johnson und der Kirche, weil er so weitverbreitet und tödlich ist.
"Es ist ein Goliath, der die Armeen des lebendigen Gottes verhöhnt. Und wir brauchen Davids, die Steine aufheben, das Ding verfolgen und aufhören, respektvoll von Krebs zu reden, wie er so mächtig sei. Krebs ist ein minderwertiger Name im Vergleich zum Namen Jesus", sagt Johnson.
Chris streckte einfach eine Hand empor, um zu beten, als er unter Pamelas Zimmer vorbei ging - und die Blutungen verschwanden. Sie berichtet: "Es hörte auf - kein Krebs mehr."

Bob Perry meint dazu: "Wir sehen täglich solche Dinge geschehen, dies ist wirklich das, was Gott tun möchte. Und es steht allen Christen zur Verfügung."
Pastor Johnson fügt an: "Das Königreich Gottes ist in dir, der Geist Gottes ist in dir, und er möchte sich zeigen."
Die Gemeindemitglieder schauen im Alltag nach Krücken, Rollstühlen, Hörgeräten aus - nach jedem möglichen Zeichen, dass Gott sie zu einer Person geführt hat, für die sie beten können.

Im Januar benutzte Gott diesen Instinkt in Heidi Propst, Mitarbeiterin der School of Ministry der Bethel-Gemeinde, um den einen Jogging-Pfad entlang humpelnden Jerry Thomas zu retten, statt ihn zu heilen.
Thomas berichtet: "Sie schaute rüber und schenkte mir ein wundervolles Lächeln. Ich vergesse nie das Lächeln, das ich bekam."
Heidi war anfänglich zu schüchtern um zu fragen, ob sie für Jerrys Bein beten könnte. "Ich war ziemlich ängstlich, aber ich entschied mich dann doch, dass ich es versuchen wollte", sagt sie. Thomas erinnerte sich: "Sie fragte: Kann ich für Sie beten?"
Gott heilte Thomas an dem Tag nicht, aber er fing an, in seinem Herzen zu wirken. Der 71jährige landete anschließend in Café der Kirche, wo Heidi ihn zur Errettung führte. Jetzt ist Jerry getauft und besucht die School of Ministry.

Eine der wirksamsten Lektionen von Kirchen wie Bethel ist, dass der professionelle Klerus in seiner Wirksamkeit begrenzt ist. Wenn das Königreich Gottes die Straßen erobert, die Geschäfte, die Häuser der Welt, wird der gesamte Leib Christi für die Tatsache erweckt, dass Gott jeden einzelnen als Diener haben möchte, jeder ist sein Zeuge, seine verlängerte Hand.


P.S.: Nicht nur in Amerika, auch hierzulande heilt Gott. Ein aktueller Bericht von Familie Koch als PDF.

Love is all you need

Also was soll ich dann mit einer Waffenrüstung?

Waffen sind für manchen Zeitgenossen anrüchig. Es gibt sie, aber selbst möchte man keine haben und fände es besser, wenn auch andere nichts besäßen, womit sie Menschen töten können. Ich gehöre zu denen, die keinen Revolver in der Schublade und kein Messer am Gürtel bereithalten. Anstatt zur Bundeswehr bin ich zum Zivildienst gegangen.

Und doch bin ich mit Kriegsgerät ausgerüstet: Ein Schwert, ein Schild, geeignetes Schuhwerk, Gürtel und Schutzkleidung für den Oberkörper. Sogar ein Helm ist dabei, trotz Vermummungsverbot.

Bevor nun jemand das BKA auf mich aufmerksam macht, sei angemerkt, dass es sich um eine Ausrüstung handelt, mit der ich gegen Menschen nicht vorzugehen beabsichtige.

Ich habe kürzlich einen kleinen Impuls geschrieben, der den Titel „Der Scheinlöwe“ trägt. Er war als Ermutigung für Menschen gedacht, und wurde auch, wie mir Zuschriften zeigten, so verstanden. Ich wurde aber gleichzeitig von Lesern missverstanden, die meinten, ich schriebe über dämonische Belastung, Befreiungsdienste und geistlichen Kampf. Nein, das war nicht der Inhalt beim „Scheinlöwen“. Vermutlich habe ich nicht deutlich genug eine Abgrenzung der Themen vorgenommen.

Hier geht es nun um die viel zitierte Waffenrüstung, die Paulus den Ephesern beschreibt. Es geht wiederum nicht um Befreiungsdienste und die damit zusammenhängenden Fragen.

Ich möchte gerne die Leserinnen und Leser, die es wünschen, an die Hand nehmen und anhand des Epheserbriefes erforschen, was es mit der Waffenrüstung eigentlich auf sich hat. Geistlicher Kampf - wann, gegen wen, mit welchen Zielen? Dabei beantworten sich dann einige Fragen von selbst. Zum Beispiel: „Warum erlebe ich keinen Sieg?“

Der Beitrag ist für den Blog viel zu lang, daher mögen sich interessierte Leser bitte auf diese Webseite begeben: [Geistlicher Kampf oder geistlicher Krampf?]

Montag, 16. Juli 2007

Computer sind doof!

Das behauptete in einem genialen Lied vor vielen Jahren die Band Spliff. Der Pro-Blog bringt heute zwei Nachrichten, die das bestätigen:

1. Mann wirft Computer aus dem Fenster
2. Ehepaar ist computersüchtig - Kinder vernachlässigt

Stimmt wohl irgendwie, was Spliff gesungen hat.

Feuertaufe / Peter Hoover: (Ver)störend - lieber nicht lesen!

Nach 43 Wochen Haft im Rathaus von Oetenbach gelang ihm die Flucht. Die reformierte Obrigkeit schäumte vor Wut. Speziell eingesetzte Täuferjäger führten Razzien in verdächtigen Häusern durch und machten den Gläubigen das Leben schwer. Schließlich fanden die Täuferjäger heraus, wo die Meylis lebten und stürmten mit dreißig Mann das Haus. Schwer bewaffnet brachen sie durch die Türen. Als sie feststellten, dass Meyli ihnen wieder entkommen war, verwüsteten sie die Räume. Dann nahmen sie seine beiden Söhne, Hans und Martin, gefangen. Martin war schon verheiratet und so ergriffen die Täuferjäger auch seine Frau Anna und legten sie in Fesseln. Ihr vierzehn Wochen altes Kind nahmen sie ihr weg und gaben es an »rechtgläubige« reformierte Christen.
Die Gefangenen wurden nach Zürich gebracht, dort verurteilt und inhaftiert. Den Männern nahm man die Kleider weg und kettete sie zwanzig Wochen am Steinboden fest. Man folterte sie mit Raupen und Spinnen. Sie bekamen gerade so viel zu essen und zu trinken, dass sie am Leben blieben. Doch die Gefangenen widerriefen ihren Glauben nicht.
Ich habe dieses Buch aus dem Englischen übersetzt und dabei manches Mal Tränen in den Augen gehabt. Ich musste mehrfach den Schreibtisch verlassen, zu erschüttert, um weiter zu arbeiten. Aus der Schulzeit wusste ich noch ganz vage etwas von der Geschichte von 1500 bis 1600, aber dass in unserem Land Menschen gefoltert und getötet wurden, aus solchen Gründen, von rechtgläubigen Protestanten und Katholiken, die plötzlich einen gemeinsamen Feind hatten, war mir unbekannt gewesen. Und was die Täufer wirklich wollten, wer sie wirklich waren, das hatte mir sowieso niemand beigebracht.
Das Buch hat ein katholisches und ein evangelisches Vorwort. Der katholische Theologe schreibt unter anderem:
Die katholische Kirche des 16. Jahrhunderts hat diese Täuferbewegung blutig verfolgt, im Zusammenspiel mit den Obrigkeiten fast vernichtet und schwere Blutschuld auf sich geladen. Die katholische Kirche des beginnenden 21. Jahrhunderts hat endlich die Begegnung gesucht, mit den Nachfahren dieser Täuferbewegung. Sie beginnt langsam zu entdecken, welche Erinnerungen noch zu heilen sind, welche Schuld abzutragen und welcher ökumenische Schatz noch zu heben ist.
Der evangelische Theologe erklärt in seinem Beitrag:
Als Christ in landeskirchlicher Tradition kann man diese Geschichte nur mit Entsetzen und voller Scham lesen. Besonders fassungslos hat mich gemacht, in diesem Erzählen zugleich die Stimme derer, die damals so grausam mundtot gemacht wurden, vielfältig und leicht verständlich vernehmen zu können: Warum hat man sie damals nicht gehört? Gewiss, ihre Stimme stiftet auch Unruhe, aber es ist eine heilsame Unruhe (Psalm 139, 21f).
Dies ist kein Buch für Menschen, die seichte Lektüre lieben. Es ist kein Buch für jemanden, der angenehm unterhalten werden will. Es ist auch kein Buch für Christen, die nicht bereit sind, ihrem eigenen Leben einen Spiegel vorzuhalten.

Wer aber bereit ist, sich verstören und in der Gemütlichkeit der frommen Nischen stören zu lassen, dem sei das Buch nachdrücklich empfohlen. Es hat das Potential, die Gemeinde Jesu Christi, evangelisch, katholisch, freikirchlich und freischwebend, zu entzünden. Der dabei entstehende Brand wäre ausserordentlich gefährlich für den Stauts Quo der Christenheit.

Mehr zum Buch, Leseproben sowie Bestellmöglichkeiten: Feuertaufe: Das radikale Leben der Täufer - eine Provokation

Sonntag, 15. Juli 2007

Samstag, 14. Juli 2007

5 Things I dig About Jesus


Ein Meme wird in der deutschen Bloggerwelt häufig als Stöckchen bezeichnet. Nun hat es auch mich erwischt: Ich bekam zuammen mit Don Ralfo dieses Thema zugeworfen, und zwar von Haso. Ich soll aufzählen: 5 Things I dig About Jesus.
Da das Original bei SmuloSpace in Englisch entstanden ist und der Urheber einen Link in seinen Kommentaren wünscht, antworte ich in selbiger Sprache mit deutscher Übersetzung.

1. Jesus did not come to call the righteous, but sinners to repentance - that's why I can be included in salvation / Jesus ist nicht gekommen, Gerechte zu rufen, dann hätte ich keine Chance gehabt, sondern Sünder, was mich einschließt.
2. Jesus is meek and lowly in heart: and I find rest unto my soul - I need that a lot / Jesus ist sanftmütig und von Herzen demütig, und ich werde Ruhe finden für meine Seele, die oft genug betrübt ist.
3. Jesus is with me alway, even unto the end of the world or my last day, whatever comes first / Jesus ist bei mir alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters oder meines Lebens, je nachdem,. was zuerst kommt.
4. Jesus is the bread of life: because I come to him daily, I never hunger; and because I believe in him, I never thirst / Jesus ist das Brot des Lebens. Da ich regelmäßig zu ihm komme, brauche ich nicht hungern, und da ich an ihn glaube, brauche ich nie Durst leiden.
5. Jesus is the light of the world: I follow him, therefore I shall not walk in darkness, but I shall have the light of life any given time / Jesus ist das Licht der Welt; da ich ihm nachfolge, brauche ich nicht in der Finsternis herumirren, sondern habe das Licht des Lebens jederzeit bei mir.

1: Mt 9,13 // 2: Mt 11, 29 // Mt 28, 20 // 4: Joh. 6, 35 // 5: Joh 8, 12

Anschließend soll der Blogger, das ist so Usus, Meme oder Stöckchen weiterreichen oder weiterwerfen. SmuloSpace ordnete an, dass man fünf andere Blogger bewirft oder beschenkt. Da ich als Neuling in der Bloggerparallelwelt allerdings noch wenig Kontakte habe, schließe ich mich gerne Hasos Ungehorsam an und beglücke nur zwei Menschen: Den Storch und Kerstin.

Freitag, 13. Juli 2007

Outing: Ich bin ein Fundamentalist

Ich habe nämlich ein Fundament.

Mancher Begriff verkommt im Laufe der Zeit und dank der Medien zum Schimpfwort. In seiner ursprünglichen Bedeutung geht der Begriff Fundamentalismus auf eine konservative
Reformbewegung gegen modernistische Tendenzen innerhalb des US-amerikanischen Protestantismus zurück.
Zwischen 1910 und 1915 verfasste eine Gruppe Geistlicher am Princeton Theological Seminary und dem Westminster Theological Seminary eine weit verbreitete Reihe von Traktaten (Auflage drei Millionen) unter dem Titel The Fundamentals: A Testimony to the Truth.
Als 1920 ein
sympathisierender Journalist, Curtis Lee Laws, die Verfechter der Reformbewegung fundamentalists nannte, bekam die Bewegung damit einen bleibenden Namen.

Die vier Fundamente der Bewegung waren:

1) Die buchstäbliche Unfehlbarkeit der Heiligen Schrift und die Gewissheit, dass diese keinen Irrtum enthalten könne

2) die Nichtigkeit moderner Theologie und Wissenschaft, soweit sie dem Bibelglauben widersprechen

3) die Überzeugung, dass niemand, der vom fundamentalistischen Standpunkt abweicht, ein wahrer Christ sein könne

4) die Überzeugung, dass die moderne Trennung von Kirche und Staat immer dann zugunsten einer religiösen Bestimmung des Politischen aufgehoben werden muss, wenn politische Regelungen mit fundamentalen religiösen Überzeugungen kollidieren.

Meine vier Fundamente sehen so aus:

1) Die Heilige Schrift enthält keinen Irrtum.

2) Moderner Theologie und Wissenschaft widersprechen zum Teil der Bibel. Das dürfen sie, und müssen sie, soweit sie den Glauben ausklammern, aber ich schließe mich ihren Schlussfolgerungen nicht an.

3) Ich bin überzeugt, dass auch jemand, der vom fundamentalistischen Standpunkt abweicht, Christ sein kann, denn niemand, mich eingeschlossen, ist unfehlbar, unsere Erkenntnis ist Stückwerk. Errettet ist, wer das Evangelium - nämlich dass Gott in Menschwerdung, Tod und Auferstehung von Jesus Christus zum Heil der Welt gehandelt hat - hört und glaubt.

4) Ich bin überzeugt, dass die moderne Trennung von Kirche und Staat nicht aufgehoben werden muss, denn das Reich Gottes ist kein politisches Reich. Wenn das Reich Gottes sich ausbreitet, ändern sich „automatisch“ auch politische Dinge.

Ich stelle mich auf ein Fundament, das Bestand hat: Ich bin versöhnt, heilig und tadellos und unsträflich vor Gott, weil ich im Glauben gegründet und fest bleibe und mich nicht abbringen lasse von der Hoffnung des Evangeliums (siehe Kolosser 1, 22-23).

Wer kein Fundament hat, muss zusehen, dass er nicht jenem gleicht, der die Worte Jesu hört und sie nicht tut. Der wird mit einem törichten Mann zu vergleichen sein, der sein Haus auf den Sand baute; und der Platzregen fiel herab, und die Ströme kamen, und die Winde wehten und stießen an jenes Haus; und es fiel, und sein Fall war groß (siehe Matthäus 7, 26).

Fazit: Ich bin lieber ein Mann mit Fundament als ein törichter Mann.

(Fundamentalismus Ursprünge und vier Fundamente von Wikipedia)

Donnerstag, 12. Juli 2007

Nobody told me...

Im Jahr 1984 beschwerte sich John Lennon posthum mittels einer Single, die ich für eine seiner besten halte:

Everybody's talking and no one says a word
Everybody's making love and no one really cares
There's nazis in the bathroom just below the stairs.

So weit, so schlecht. Wer mag schon Nazis im Klo gleich ein Stockwerk tiefer ertragen. Der Frust ging aber noch weiter.

Always something happening and nothing going on
There's always something cooking and nothing in the pot
They're starving back in China so finish what you got.

Das hatte mir meine Oma sinngemäß auch oft erzählt, nämlich dass in Afrika Kinder hungern würden und ich deshalb gefälligst meinen Spinat essen solle. Meine Bitte, doch den Spinat nach Afrika zu schicken, verhallte ungehört.

Nobody told me there'd be days like these
Strange days indeed!

Es gibt Tage, die mag ich nicht. Ich fühle mich nicht etwa krank, sondern einfach erschöpft, lebensunlustig, traurig, ohne dass es einen erkennbaren Grund gibt. Selbst wenn ich den Auslöser der trüben Stimmung kenne, hilft das in der konkreten Situation nicht weiter.

Was weiter hilft, kommt nicht aus mir heraus, sondern in mich hinein. Die Psalmen in der Bibel beispielsweise haben mich schon häufig aus days like these hinausbegleitet. Auch der König David hatte seine depressiven Phasen:

Meine Worte nimm zu Ohren, HERR, merke auf mein Seufzen! Sei mir gnädig, HERR, denn ich bin welk; heile mich, HERR, denn meine Gebeine sind bestürzt. Meine Seele ist tief bestürzt. Aber du, HERR, bis wann -? Müde bin ich durch mein Seufzen; die ganze Nacht schwemme ich mein Bett, mache mit meinen Tränen mein Lager zerfließen. Warum, HERR, stehst du fern, verbirgst dich in Zeiten der Drangsal? Bis wann soll ich Sorgen hegen in meiner Seele, Kummer in meinem Herzen bei Tage?


Vielleicht sind kreative Menschen besonders anfällig, auch David war ja kein staubbehafteter Beamter sondern Dichter und Komponist, Baumeister und ausgelassener Tänzer. Viele großartige Kunstwerke sind von traurigen Menschen erschaffen worden, sei es in der Malerei, Literatur oder Musik. Man kann den Traurigkeiten, die ich hier meine, nicht den Weg verstellen. Aber wenn sie da sind, hat man die Wahl:

Will ich sie bewusst pflegen und nähren, bis aus grauen Schatten tiefes Schwarz wird? Sie kultivieren, bis sie mir über den Kopf gewachsen sind?

Oder will ich mich darum bemühen, dass aus dem dämmerigen Zwielicht ein Morgen wird statt einer Nacht. An den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen funktioniert nicht, aber die Hand ausstrecken wie David und sich hochheben lassen, das geht:

Woher wird meine Hilfe kommen? Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird nicht zulassen, dass dein Fuß wanke. Dein Hüter schlummert nicht. Der HERR ist dein Hüter, der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand. Am Tag wird die Sonne dich nicht stechen, der Mond nicht bei Nacht. Der HERR wird dich behüten vor allem Unheil, er wird dein Leben behüten. Der HERR wird deinen Ausgang und deinen Eingang behüten von nun an bis in Ewigkeit.

Wenn ich mir solche Worte vorlese – also etwas ausspreche, was meinen Gefühlen im jeweiligen Augenblick überhaupt nicht entsprechen mag – dann erlebe ich, wie sich die Schleier wieder heben. Nicht sofort, aber in absehbarer Zeit. Mit Sicherheit.

Zur Nachahmung bei Bedarf empfohlen.

Foto: www.johnlennon.com