Samstag, 9. Mai 2009

Freistoß!



Heute werde ich - man glaubt es kaum - das erste Fußballspiel meines Lebens in einem richtigen Stadion besuchen. Hertha BSC spielt im Berliner Olympiastadion gegen eine andere Mannschaft. Aus dem Ruhrpott, wenn ich mich nicht irre.

Dieses Vergnügen wird mir zuteil, weil ein Freund mich eingeladen hat. Einer, der sich auskennt, der wird mir auch dann sicher erklären können, was es mit dem oben abgebildeten Freistoß auf sich hat und wann er denn nun endlich ausgeführt wird.

Das Ergebnis steht ja bereits fest: Unsere Hertha gewinnt. Die Leute aus dem Ruhrgebiet fahren bedrückt nach Hause. Da freut sich die Berliner Seele des GJM.

Foto: WikiCommons

Freitag, 8. Mai 2009

Gastbeitrag: Campino »Be ONE of us«


Via ONE Germany

Ich kann aus Zeitgründen dieses Mal leider nicht dabei sein: ONE informiert heute und sammelt Unterschriften für den »Artikel ONE« vor dem Velodrom (Prenzlauer Berg) in Berlin (dort findet der Parteitag Bündnis 90/Grüne statt). 16:30 Uhr bis ca. 18:30 Uhr irgendwo in der Nähe der Haupteingänge.

Donnerstag, 7. Mai 2009

Sie wollen nicht hören, was du glaubst.

Craig Groeschel, Seniorpastor der LifeChurch.tv, hat sich kürzlich Gedanken bezüglich der jungen Generation gemacht. Damit meint er die 20-30-jährigen. Ich habe bereits ein paar Überlegungen dazu unter dem Titel »Was tun gegen schrumpfende Gemeinden?« beschrieben. Hier mein zweiter Beitrag zu seinen Schlussfolgerungen. Groeschel schreibt:
Wer die nächste Generation für Christus gewinnen will, darf sie nicht auffordern, das zu glauben, was er glaubt. Er muss sie vielmehr einladen, das zu tun, was er vorlebt.

Den Glauben halten sie für billig. Diese Generation hat unzählige Ausprägungen des Glaubens gesehen, alle Variationen von Formen der Religion, die du dir vorstellen kannst - und etliche, die deine Vorstellung übersteigen. Diese Leuten sind von Menschen, die das, was sie angeblich glauben, nicht auch vorleben, extrem abgestoßen. Sie wollen nicht hören, was du glaubst, sondern sie wollen die Auswirkungen deines Glaubens in Aktion sehen. Wenn du dich allerdings traust, wie Jesus zu leben, dann hast du die größten Chancen, die junge Generation zu erreichen.
  • Wenn deine Version des Christseins sich darauf beschränkt, gegen dieses und jenes zu sein, wirst du auf taube Ohren stoßen.
  • Wenn andererseits dein Glaube so lebendig ist, dass du den Hungernden Speise geben, die Nackten bekleiden, die Kranken heilen, die Ausgegrenzten lieben musst - alles im Namen Christi - dann wirst du Interesse wecken.
So merkwürdig es klingen mag: Wenn du wirklich ein missionales und vom Heiligen Geist durchdrungenes Leben führst, dann kann es sein, dass die jungen Menschen dir nachfolgen. Und dann irgendwann später auch glauben, was du glaubst.

Um diese Generation zu erreichen, musst du sie wertschätzen und in sie investieren. Viele von uns älteren Christen glauben nicht an das Potenzial in denen, die nach uns kommen (wie unsere Väter und Mütter auch nichts von unsere wilden Ideen hielten). Einige Gedanken dazu:
  • In den meisten Fällen haben beide Elternteile dieser Menschen gearbeitet. Den Kindern und Heranwachsenden wurden viele Freiheiten gegeben, aber wenig Zeit. Die meisten sehnen sich tief innen nach Zuwendung.
  • In ihrer überwiegend aus Grautönen bestehenden Welt hungern sie nach jemandem, der Schwarz und Weiß definieren kann.
  • Viele wurden mit materiellem Segen überhäuft, sie mussten sich nicht sonderlich anstrengen, um etwas zu bekommen. Man erwartete das auch nicht von ihnen. Sie wollen gefordert werden.
Unsere Herausforderung lautet, in diese Generation zu investieren. Sie wollen von uns lernen. Und sie können übrigens uns eine ganze Menge beibringen. Bertrachte dich als Paulus, der nach einem Timotheus sucht. Selbst wenn du erst 23 bist, dann halte eben Ausschau nach jemandem, der 18 ist und sprich Leben in ihn hinein.
(Hier Quelle 1 / Quelle 2 - Übersetzung von mir.)
Ich meine, dass Craig Groeschel in vielen Punkten recht hat. In meiner Generation war es üblich, dass sich jemand aufgrund der frontal-einseitigen Verkündigung des Evangeliums - sei es nun privat oder in einer öffentlichen Veranstaltung - bekehrte (um mal dieses etwas angestaubte Wort zu benutzen). Daher lud man Freunde und Bekannte zu Evangelisationen und besonderen Gottesdiensten ein, wo es dann einen Aufruf gab, dem die Ungläubigen Folge leisten sollten (was auch recht häufig der Fall war).
Man kannte in der Regel den Redner gar nicht, wusste also nicht, ob das, was er da über seinen Glauben erzählte, irgend etwas mit seinem täglichen Leben zu tun hatte oder nicht.

Heute glauben die Menschen nicht einfach, was ihnen erzählt wird. »Wer die nächste Generation für Christus gewinnen will, darf sie nicht auffordern, das zu glauben, was er glaubt. Er muss sie vielmehr einladen, das zu tun, was er vorlebt«, schreibt Groeschel. Ein Ansatz, der vielen von uns auch deshalb fremd ist, weil es (in meiner Generation) häufig hieß: »Glaube ist Privatsache«. Anders formuliert: »Christ ist man am Sonntag beim Kirchgang und während der Woche im Kreis von Gleichgesinnten (Bibelstunde, Hauskreis, Jugendmeeting), ansonsten lebt man ein ganz normales Leben in Beruf und Freizeit, das sich (äußerlich) kaum vom Leben derer unterscheidet, die Christus nicht kennen.« Womöglich hat man noch einen Fisch auf das Auto geklebt.
Folgerichtig aus dieser Einstellung haben wir uns fromme Parallelwelten geschaffen: Christliche Bücher, christliche Musik, christliche Freizeiten, christliche Zeitschriften, christliche Blogs neuerdings, sogar bibeltreue Parteien soll es geben... - alles Dinge, von denen unsere Mitmenschen so gut wie keine Kenntnis nehmen. Da können die Texte auf der frommen CD noch so geistlich sein, unser Nachbar wird sich die Scheibe nicht in den CD-Spieler schieben, da sie im »weltlichen« Musikgeschäft nicht angeboten wird. Da kann der fromme Roman noch so gut geschrieben sein, unsere Nachbarin wird ihn nicht zur Hand nehmen, da sie nichts davon erfährt.

Ich gebe es zu: Es fällt mir persönlich sehr schwer, missional zu leben. Ich erkenne, dass Groeschels Ansatz richtig und sehr sinnvoll ist. Ich bejahe seine Schlussfolgerungen, über die junge Generation hinaus: Ich meine, dass auch Menschen meines Alters kaum noch durch klassische evangelistische Aktivitäten in Berührung mit Jesus kommen können. Ich sehe jedoch Defizite in meinem Alltag, in meinem Leben, bis hinein in die Familie.

»Walk the walk before you talk the talk« - das müsste mich eigentlich zum Schweigen bringen. Zu wenig von dem, was ich glaube und vertrete, setze ich um. Das beschämt. Das schmerzt, das ist unangenehm, da möchte ich gar nicht hinschauen. Jeder Blick auf das eigene »geistliche Leben« gleicht einem Finger, der in offener Wunde bohrt.

Also lieber abwarten und schweigen, bis die Früchte im persönlichen Leben erkennbar sind? Oder besteht dann die Gefahr, dass man sich bis zum Sankt Nimmerleinstag verkriecht und auf andere - bessere - Zeiten wartet? Was meinen denn meine geschätzten Blogbesucher?

Mittwoch, 6. Mai 2009

Isis? Nö. Houston! (Nur für Dylan-Fans)

Abweichend von der Programmvorschau gibt es heute aus gegebenem Anlass noch eine Sondermeldung.

Hardcore-Bob-Dylan-Fans haben vor dem gestrigen Abend viel spekuliert und diskutiert: Spielt er Isis oder nicht? Das Lied beginnt mit I married Isis on the fifth day of May. Jahr für Jahr wird von Fans, falls am 5. Mai ein Konzert stattfindet, gemutmaßt: Heute spielt er es! Heute spielt er es nicht!
Gestern hatte Bob Dylan in Dublin eine ganz andere Idee. Vermutlich fiel ihm in der kleinen Pause vor den Zugaben ein, dass er ja eine neue Platte auf den Markt gebracht hat, aus der man auch mal was vortragen könnte. Die Setlist:

  • Leopard-Skin Pill-Box Hat
  • Don't Think Twice, It's All Right
  • Lonesome Day Blues
  • Just Like A Woman
  • Rollin' And Tumblin'
  • John Brown
  • Stuck Inside Of Mobile With The Memphis Blues Again
  • Under The Red Sky
  • Honest With Me
  • Masters Of War
  • Highway 61 Revisited
  • Ain't Talkin'
  • Thunder On The Mountain
  • Like A Rolling Stone
  • All Along The Watchtower
  • If You Ever Go To Houston
  • Blowin' In The Wind

  • Wer was auf die Ohren will, klickt auf den entsprechenden Eintrag. Viel Spaß!

    P.S.: Dem Lied gebricht es ganz deutlich an einem Akkordeon. Bobs Zirkusorgel ist ein ziemlich unbefriedigender Ersatz. Aber na ja. Es ist und bleibt dies die historische Erstaufführung eines Songs aus dem neuen Album.
    P.P.S.: Poster von BobDylan.com
    P.P.S.: Aufnahme von Romeo. Danke!

    Google-Schlagzeilen

    Erst tot, dann auch noch ins Gefängnis? Da hört sich doch aber alles auf, finde ich.
    Gefunden in den Schlagzeilen bei Google-News und nicht angeklickt.

    -- -- --

    Koma-Patienten sollte man in Krankenhäusern behandeln, in deren Gegend häufig Gewitter auftauchen. Bei Blitzeinschlag: Ende des Komas.
    Gefunden in den Schlagzeilen bei Google-News und nicht angeklickt.

    -- -- --

    Eigentlich bringen Frauen Kinder auf die Welt. In Dänemark scheint das anders zu sein. Da gebiert das Paar den Sohn.
    Gefunden in den Schlagzeilen bei Google-News und nicht angeklickt.

    -- -- --

    Dienstag, 5. Mai 2009

    Emergenter Glühbirnenwechsel

    Frage:

    Wie viele Blogger aus dem Bereich der emergenten Konversation braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln?

    Antwort:
    • Einen, um die Glühbirne zu wechseln und darüber zu bloggen.
    • 315, die das lesen, aber keinen Kommentar abgeben.
    • Zwei, die ihre Meinung äußern, dass eine blinkende und farbige Glühbirne eher der heutigen Kultur angemessen wäre.
    • 34, die in scharfem Ton diskutieren, dass all dieses Gerede über »hell« und »dunkel« relativ sei, völlig vom kulturellen, gesellschaftlichen und persönlichen Hintergrund und Erfahrungsschatz abhängig.
    • 18, die dazu Zitate von Derrida, Baumann und McLuhan beisteuern und die grundlegende Dualität von Licht ins Gespräch bringen.
    Übersetzt aus diesem Artikel: The Circle of Inclusion

    Montag, 4. Mai 2009

    Vorschau

    Nach der Sendepause folgt oft die Vorschau auf das kommende Programm. So auch hier. Heute nacht um 1:11 Uhr geht es weiter. Also Wecker stellen! Bittesehr:

    Am 8. Mai klafft noch eine Lücke. Auch am 10. Mai ist noch alles offen. Wir werden sehen, ob dem Blogger was einfällt...

    Alle Angaben wie immer ohne Gewehr Gewähr.

    Sendepause

    Samstag, 2. Mai 2009

    Veränderung träumen - Fotoalbum

    Hier gibt es ein paar ausgewählte Aufnahmen aus den 170 Fotos, die ich gestern beim Gottesdienst »Veränderung träumen« aufgenommen habe.


    Ein Bericht wird unter anderem am Sonntag im ZDF in der Sendung »Blickpunkt« zu sehen sein.

    Freitag, 1. Mai 2009

    Feiertag. Wer feiert warum?

    Die meisten meiner Blogbesucher werden heute - genau wie ich - einen arbeitsfreien Tag genießen dürfen. Warum eigentlich?
    • Die Weimarer Nationalversammlung bestimmte am 15. April 1919 den 1. Mai zum gesetzlichen Feiertag. Allerdings nur für das damals aktuelle Jahr.
    • Gesetzlicher Feiertag wurde der 1. Mai erst ab 1933 durch die Nationalsozialisten. Das Reichsgesetz vom 10. April 1933 benannte ihn als „Feiertag der nationalen Arbeit“.
    • Im Jahr 1934 wurde der 1. Mai durch eine Gesetzesnovelle zum „Nationalen Feiertag“ erklärt.
    • Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der 1. Mai 1946 durch den Alliierten Kontrollrat bestätigt: Der 1. Mai ist in der Bundesrepublik Deutschland nach den Feiertagsgesetzen der Bundesländer ein gesetzlicher Feiertag. (Infos von Wikipedia)


    Wo ich heute Mittag bin, habe ich ja gestern verraten. Das Foto (von WikiCommons) zeigt den 1. Mai in Berlin Kreuzberg im Jahr 2007. Das Wetter 2009 soll dem Vernehmen nach ähnlich angenehm werden. Schaun mer mol.

    Na denn: Ich wünsche allerseits gutes Wetter und - je nach Brauchtum oder Gusto - einen angenehmen, fröhlichen, politischen, spartanischen, friedlichen, opulenten, familiären, nüchtenen, faulen, bierseeligen, fleißigen, weingeschwängerten, ichweißnichtwasnochigen Feiertag!