Montag, 14. August 2017

Gastbeitrag Leo Babauta: Loslassen. Kapitel 14

Ich habe, regelmäßige Blogbesucher wissen das bereits, kürzlich ein weiteres Buch aus der Feder des Leo Babauta übersetzt. Das Buch kann man als Taschenbuch oder als E-Book für den Kindle erwerben. Um die Druck-, Vertriebs und Distributionskosten kommen wir nicht herum – daher kostet das Taschenbuch nun einmal fünf Euro und neun Cent und das E-Book zwei Euro und neunundneunzig Cent.

Das Taschenbuch: http://amzn.to/2van3Ar
Das Kindle-Buch: http://amzn.to/2uGrf7C

Loslassen._Eine_einz_Cover_for_KindleDa Leo Babauta sein Buch genau wie die Beiträge auf seinem Blog vom Copyright ausdrücklich ausgenommen hat und zur unentgeltlichen Weiterverbreitung auffordert, stelle ich die einzelnen Kapitel meiner deutschen Übersetzung hier auf dem Blog zur Verfügung.

Wer lieber ein »richtiges« Buch in der Hand hat beim Lesen oder gerne seinen Kindle benutzt, der kann die entsprechende Ausgabe bestellen. Wer kein Geld ausgeben kann oder will, der möge hier auf dem Blog lesen, was Leo Babauta zum Thema Loslassen eingefallen ist.

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Kapitel 14

Der dritte Schritt: Den Schaden erkennen

Sie können nun also die Signale bemerken und sind in der Lage, auslösende Vorstellungen zu identifizieren. Vielleicht fragen Sie sich jetzt: Aber was ist eigentlich falsch an Wut oder Trauer oder Eifersucht oder verletzten Gefühlen? Ist das alles nicht Teil des Menschseins?

Ja, sie gehören absolut zur menschlichen Erfahrung und es gibt nichts Falsches an Gefühlen. Das hatte ich schon mehrfach angemerkt. Das Handeln aufgrund dieser Gefühle jedoch und das Festhalten an ihnen macht uns unglücklich, verlängert und verstärkt unseren Stress, bis sich die Emotionen auf ein ungesundes Niveau steigern und unsere Beziehungen darunter leiden und zerbrechen. Wir nehmen Schaden, weil wir auf uns selbst wütend werden, wenn wir es nicht schaffen, unsere Ideale zur Realität zu machen.

Gefühle sind also nicht schlecht. Auch Idealvorstellungen nicht – sie sind ein natürlicher Teil unserer menschlichen Erfahrung und Entwicklung. Aber sobald diese Vorstellungen uns und den Menschen um uns herum Schmerzen verursachen, sobald sie andere oder uns beeinträchtigen, sollten wir sie unbedingt loslassen.

Wenn unsere Wunschbilder uns veranlassen, Gutes in der Welt zu tun, dann brauchen wir nichts loslassen. Im Gegenteil. Ideale können dafür sorgen, dass wir mitfühlend und großherzig sind. Es gibt nichts an solchen Werten auszusetzen – ich glaube nicht, dass wir überhaupt ohne sie auskommen.

Aber es gibt eben nicht nur die fruchtbaren, wohltuenden Ideale und Werte, die uns voranbringen. So, wie Sie feststellen, dass ein Signal vorliegt und das Wunschbild identifizieren, das es verursacht, fragen Sie sich nun im dritten Schritt, ob es Ihnen oder anderen schadet. Bei Verbitterung oder Niedergeschlagenheit ist es so gut wie sicher, dass das der Fall ist.

Wenn Sie herausgefunden haben, was den Schaden verursacht, dann ist das Loslassen doch eine barmherzige Handlung. Es ist ein Akt, der Leiden beendet. Das Loslassen kann durchaus eine schmerzhafte Sache sein – schließlich sind diese Idealvorstellungen oft ein bedeutender Bestandteil unserer Persönlichkeit und unserer Weltsicht. Aber der Schmerz des Loslassens wiegt sehr gering im Vergleich zu den Vorteilen der Trennung von dem, was uns oder Menschen um uns herum Leid verursacht.

Üben Sie, den Schaden zu erkennen, wenn Sie Signale und Wunschträume feststellen. Es wird Ihnen in kürzester Zeit sehr gut gelingen.

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Fortsetzung folgt.

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Sonntag, 13. August 2017

Gastbeitrag Leo Babauta: Loslassen. Kapitel 13

Ich habe, regelmäßige Blogbesucher wissen das bereits, kürzlich ein weiteres Buch aus der Feder des Leo Babauta übersetzt. Das Buch kann man als Taschenbuch oder als E-Book für den Kindle erwerben. Um die Druck-, Vertriebs und Distributionskosten kommen wir nicht herum – daher kostet das Taschenbuch nun einmal fünf Euro und neun Cent und das E-Book zwei Euro und neunundneunzig Cent.

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Loslassen._Eine_einz_Cover_for_KindleDa Leo Babauta sein Buch genau wie die Beiträge auf seinem Blog vom Copyright ausdrücklich ausgenommen hat und zur unentgeltlichen Weiterverbreitung auffordert, stelle ich die einzelnen Kapitel meiner deutschen Übersetzung hier auf dem Blog zur Verfügung.

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Kapitel 13

Der zweite Schritt: Die Wunschträume erkennen

Wenn Sie sich darin geübt haben, solche Signale zu bemerken, folgt der nächste Teil des Prozesses: Innehalten und herausfinden, wodurch das Signal, das Symptom verursacht wurde.

Emotionen entstehen nicht zufällig – es gibt Auslöser. Wenn Sie wütend sind, liegt das nicht nur an fremdem Verschulden. Vermutlich hat Ihnen jemand etwas angetan, aber das ist nur ein Ereignis in der Außenwelt um Sie herum, so wie ein Blatt fällt oder der Wind weht oder ein Stein von einer Klippe losbricht. Es passiert einfach. Ihre Wut erwächst nicht aus dem Vorkommnis, sondern weil Sie nicht wollen, das so etwas geschieht.

Es ist also Ihre Abwehr der Geschehnisse, die den Ärger oder Frust verursacht. Weil Sie die Situation nicht so haben wollen, wie sie ist, werden Sie wütend.

Stellen Sie sich vor, Sie wären eine Kamera. Sie machen Aufnahmen von dem, was vor sich geht, neutral und ohne irgendwelche Wünsche, wie die Umstände sein oder die Menschen sich verhalten sollten. In diesem Fall wären Sie über das gleiche Ereignis nicht verärgert, weil Sie ja ein neutrales Werkzeug der Beobachtung wären, ohne irgendwelche Wünsche, was in der Welt passieren oder nicht passieren sollte.

In Wirklichkeit sind Sie natürlich keine Kamera. Sie haben Erwartungen an andere Menschen, Ideale für sich selbst, Wünsche bezüglich Ihrer Umgebung. Und genau diese Wunschvorstellungen sind es, die Wut und Enttäuschung verursachen.

Ihre Wünsche und Erwartungen entsprechen nicht der Realität – andernfalls wären Sie ja nicht wütend. Auslöser sind also Ihre Vorstellungen darüber, wie die Realität aussehen sollte. Wunschtraum und Wirklichkeit weichen voneinander ab. Das verursacht den Ärger.

Also gehen Sie kurz in sich: Welche Vorstellung, die der Wirklichkeit nicht entspricht, halte ich fest? Wodurch wurde das Signal ausgelöst?

Es kann manchmal schwer zu erkennen sein, an welchen Wunschträumen man sich festklammert, aber wenn Sie das eine Weile üben, gelingt es immer besser.

Vielleicht sind es solche Wunschbilder:

1. Menschen sollten rücksichtsvoll sein.

2. Menschen sollten fair handeln.

3. Menschen sollten mich respektieren und nicht beleidigen.

4. Menschen sollten positiv gestimmt sein und sich nicht beschweren oder launisch reagieren.

5. Ich werde erfolgreich sein, egal was ich tue.

6. Ich werde bequem und einfach meine Ziele erreichen.

7. Mein Leben wird voller Freude und Vergnügen und ohne Schmerzen verlaufen.

8. Ich werde ganz leicht gute Gewohnheiten entwickeln.

9. Menschen auf der Straße oder im Berufsalltag werden mir nicht in die Quere kommen.

10. Utensilien werden dort liegen, wo ich sie brauche.

11. Mein Haushalt wird aufgeräumt sein und Menschen, mit denen ich lebe und arbeite, sind immer ordentlich.

12. Meine Kinder tun genau, was ich sage.

13. Mein Ehepartner oder Freunde werden begeistert auf alle meine Ideen reagieren und mich unterstützten.

14. Potentielle Arbeitgeber werden sofort meine Brillanz erkennen und mir Jobs anbieten.

15. Angehörige werden nicht wegziehen oder sterben.

16. Menschen, die ich liebe, werden immer auch mich lieben.

17. …

Dies ist nur ein Anfang – gibt es Hunderte, vielleicht Tausende von Wunschträumen, die wir zu verschiedenen Zeiten haben. Wir können sie identifizieren, wenn jemand gegen sie verstößt oder das Leben sie nicht erfüllt. Dann sind wir nicht glücklich. Unsere Vorstellung sieht anders aus als das, was geschehen ist.

Nachdem wir zuerst eine Weile geübt haben, Signale zu bemerken, beginnen wir also nun festzustellen, welche Wunschvorstellung das Signal ausgelöst hat. Üben Sie, bis es Ihnen leicht fällt, die Ursache Ihrer Enttäuschung oder Wut oder Trauer oder Antriebslosigkeit und so weiter auszumachen und zu benennen.

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Fortsetzung folgt.

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Samstag, 12. August 2017

Gastbeitrag Leo Babauta: Loslassen. Kapitel 12

Ich habe, regelmäßige Blogbesucher wissen das bereits, kürzlich ein weiteres Buch aus der Feder des Leo Babauta übersetzt. Das Buch kann man als Taschenbuch oder als E-Book für den Kindle erwerben. Um die Druck-, Vertriebs und Distributionskosten kommen wir nicht herum – daher kostet das Taschenbuch nun einmal fünf Euro und neun Cent und das E-Book zwei Euro und neunundneunzig Cent.

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Kapitel 12

Der erste Schritt: Die Signale erkennen

Die erste Fähigkeit besteht darin, überhaupt zu bemerken, dass Sie etwas Schädliches festhalten. Wenn das der Fall ist, erscheint eine Art Signal, ein Zeichen, dass Sie leiden und sich Schaden zufügen.

Hier sind einige Signale dafür, dass Loslassen dran wäre:

• Verdruss

• Verärgerung

• Frust

• Sorge und Angst

• Depression

• Eifersucht

• Das Gefühl, verletzt zu sein

• Recht haben wollen

• Handgreiflich werden

• Aufschieben von Aufgaben

• Ach wäre doch … Ach hätte doch nicht …

• Beleidigt sein

• Vergeltungswunsch

• Aggressives Verhalten

• …

Es ist absolut nicht falsch, derartige Gefühle auf ein bestimmtes Ereignis hin zu erleben. Das hatten wir bereits festgestellt, aber es ist so wichtig, dass ich es wiederhole. Wenn wir derartige Emotionen unterdrücken, verlängern und verschlimmern wir womöglich noch das Leiden. Zuerst gilt es also festzuhalten, dass es in Ordnung ist, Zorn, Enttäuschung, Trauer, Ärger und so weiter zu fühlen. Wir erleben es und lassen es zu.

Allerdings sind dies auch Signale, dass etwas Signifikantes vor sich geht. Nach der ersten, gesunden emotionalen Reaktion können wir uns bewusst eine Pause verordnen und den Prozess des Loslassens beginnen, damit wir unser Leiden nicht in die Länge ziehen.

Wie üben wir diese erste Fähigkeit, Signale festzustellen? Es ist ein Lernprozess, der damit beginnt, dass wir uns vornehmen, solche Signale überhaupt zu bemerken. Es könnte dann eine Überraschung für Sie werden, wie oft Sie Ärger oder Verbitterung oder Frust empfinden, besonders wenn es um den Umgang mit anderen Menschen geht.

Fangen Sie einfach damit an, aufmerksam zu sein. Die weiteren Schritte lassen Sie erst einmal beiseite. Üben Sie ein paar Tage lediglich, auf Ihre Empfindungen zu achten und sich bewusst zu machen: Ich war ziemlich wütend … das hat mich traurig gemacht … na warte, Rache ist süß! … das hat ja alles doch keinen Sinn … und so weiter.

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Fortsetzung folgt.

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Freitag, 11. August 2017

Gastbeitrag Leo Babauta: Loslassen. Kapitel 11

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Kapitel 11

Die Kunst des Loslassens einüben

Nun können wir bereits einige der Vorteile des Loslassens erkennen und ahnen schon, wie es funktionieren könnte. Das mag alles toll klingen, denken Sie vielleicht, aber wie entwickeln wir diese einzigartige Fähigkeit eigentlich, wenn sie uns fehlt?

Das geht nicht von heute auf morgen. Wir müssen die Kunst des Loslassens einüben, sie fliegt uns nicht zu.

Um eine Fertigkeit zu trainieren hilft es oft, sie in kleine Bestandteile aufzubrechen und diese jeweils einzeln zu untersuchen und einzuüben. Später fügen wir die Teile dann zu einer großen Kunst zusammen.

Ein Tänzer würde beispielsweise ein komplexes Ballett in einzelne Schrittfolgen zerlegen, diese einüben und dann zum Tanz zusammenfügen. Ein Orchester übt die einzelnen Sätze, um dann später die Symphonie aufzuführen. Es geht auch mit dem Loslassen so am besten: in Stücke teilen und jedes Stück, jede Mini-Fertigkeit üben. Erst dann setzen wir alles zusammen zu einem Ganzen.

Hier sind die Stücke:

1. Die Signale erkennen: Wenn Sie an etwas festhalten, was ihnen Schaden zufügt, dann macht sich das in Form von Signalen bemerkbar. Solche Symptome können Zorn, Wut oder auch Antriebslosigkeit sein. Solche Signale zu erkennen, wenn sie auftauchen, ist die erste Mini-Fähigkeit.

2. Die Wunschträume erkennen: Welches Wunschbild halten Sie fest und lösen damit die Signale aus?

3. Den Schaden erkennen: Sorgt das Festklammern am Wunschbild für Seelenschmerz, schädigt es Ihre Beziehungen, hindert es Sie, glücklich zu sein oder im Leben voran zu kommen?

4. Die Liebe erkennen: Wenn die Wunschvorstellung Ihnen Schaden zufügt, dann ist es ein Akt der Liebe und des Wohlwollens gegenüber der eigenen Person, dass Sie sie loslassen.

5. Die Wirklichkeit erkennen: Nachdem Sie nun Ihren Wunschtraum losgelassen haben, können Sie die Realität so erkennen, wie sie ist. Die gilt es zu akzeptieren und entsprechend darauf zu reagieren.

Diese fünf Schritte zusammen bilden die Fähigkeit des Loslassens. Das ist allerdings noch nicht alles ... wir müssen auch noch verstehen, wie es dann nach dem Loslassen weitergeht. Das besprechen wir etwas später.

Aber zunächst betrachten wir die fünf kleineren Fähigkeiten genauer und dann reden wir darüber, wie man sie einüben und die heilsame Kunst des Loslassens entwickeln und anwenden kann.

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Fortsetzung folgt.

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Donnerstag, 10. August 2017

Gastbeitrag Leo Babauta: Loslassen. Kapitel 10

Ich habe, regelmäßige Blogbesucher wissen das bereits, kürzlich ein weiteres Buch aus der Feder des Leo Babauta übersetzt. Das Buch kann man als Taschenbuch oder als E-Book für den Kindle erwerben. Um die Druck-, Vertriebs und Distributionskosten kommen wir nicht herum – daher kostet das Taschenbuch nun einmal fünf Euro und neun Cent und das E-Book zwei Euro und neunundneunzig Cent.

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Kapitel 10

Schicksalsschläge und Verlust

Mit einem Schicksalsschlag umzugehen, ist keine leichte Sache. Den Arbeitsplatz oder die Wohnung zu verlieren, ist ein herber Schlag. Der Verlust eines lieben Menschen, der gestorben ist oder im Sterben liegt, kann uns aus der Bahn werfen. Es gibt auch »geringe« Verluste, die wir erleiden, zum Beispiel der Verlust unserer Gesundheit, wenn wir eine Erkältung bekommen oder der Verlust unseres Selbstwertgefühls, wenn wir uns fürchterlich blamieren und mit einem Vorhaben scheitern.

Diese Verluste, große und kleine, führen zu Leid. Das Leiden an Verlusten ist Teil unseres Lebens – es muss jedoch nicht unbedingt so schmerzhaft sein, wie wir es oft erleben. Wir verlängern häufig das Leiden aus Gewohnheit (ohne das natürlich zu beabsichtigen).

Lassen Sie uns ein paar Beispiele betrachten:

Meine liebste Kaffeetasse zerbricht. Ich bin natürlich traurig oder verärgert, wenn es klirrt und die Scherben am Boden liegen. Aber dann könnte ich loslassen und weiterziehen, mein Leid wäre nicht so schlimm.
Oder ich könnte wütend und nachtragend sein und mit demjenigen, der die Tasse zerbrochen hat, eine Weile nicht mehr reden. Wenn sie mir selbst heruntergefallen ist, könnte ich jammern: »Warum ist ausgerechnet mir das passiert? Ausgerechnet meine Lieblingstasse!« Ich würde unter dem Verlust leiden und wünschen, die Tasse wäre wieder ganz und das Universum nicht so ungerecht zu mir. So verlängert sich das Leiden – verursacht durch mich selbst, nicht durch das Zerbrechen der Tasse. Ich halte krampfhaft fest, wie das Leben aussehen sollte (mit meiner intakten Tasse), anstatt zu akzeptieren, wie die Wirklichkeit nun eben aussieht.

Amir verliert seinen Job. Das ist natürlich ein großer Rückschlag, und sein Leben ist jetzt objektiv schwieriger als zuvor. Der Verlust des Arbeitsplatzes ist ein gewaltiger Schlag gegen das Ego, darunter leidet Amir verständlicherweise.
Wiederum könnte er an dieser Stelle entweder den Verlust loslassen, seine neue Realität (er ist arbeitslos) akzeptieren und nun herausfinden, was zu tun ist. Auf Jobs bewerben, eine preiswertere Unterkunft suchen, zur Not sein Auto verkaufen und ein Fahrrad benutzen und so weiter.
Oder aber er reagiert ratlos, wütend, verärgert und verletzt und hält daran fest. So wird sein Leid verlängert, das wirkt sich wiederum auf Bewerbungsgespräche aus … es kann ihn unter Umständen sogar daran hindern, überhaupt geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um einen neuen Job zu finden. Er könnte darüber mit seiner Freundin in Streit geraten, weil er so nachtragend ist. Dieses verlängerte und verschlimmerte Leiden wird durch Amir, nicht durch den Verlust des Arbeitsplatzes, verursacht.

Petras Mann verlässt sie und reicht die Scheidung ein. Petra ist natürlich verletzt und wütend über diesen Vertrauensbruch. Das Scheitern ihrer Ehe, der Verlust des einst besten Freundes und Gefährten schmerzt selbstverständlich. Das ist völlig normal und es ist nichts falsch daran, verletzt oder wütend zu sein. Viele Menschen versuchen, ihre Gefühle zu unterdrücken, anstatt sie zu akzeptieren, und das macht fast immer alles noch schlimmer.
Aber nach der ersten Reaktion könnte Petra loslassen, was sie war (eine verheiratete Frau mit einem Partner in ihrem Leben) und ihre neue Wirklichkeit (eine alleinstehende Frau geht durch eine Scheidung) akzeptieren, um dann entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, ihr Leben und sich selbst neu zu erfinden. Diese Gelegenheit zur Neuerfindung kann befreiend sein.
Alternativ könnte sie den Verlust, den Verrat und die Schmerzen festhalten. Sich monatelang und jahrelang wünschen, es wäre anders. Sich fragen, warum er sie nicht mehr liebt. Ihm hinterherspionieren und seine neue Freundin hassen. Monatelang in Selbstmitleid versinken, übermäßig essen, um sich zu trösten, Übergewicht bekommen und krank werden. Nie wieder ausgehen, weil sie immer noch auf ihren ehemaligen Mann fixiert ist und sich selbst nicht leiden kann, weil sie inzwischen ihren Körper hässlich findet. Dieses negative Szenario kommt leider in unserer Welt häufig in verschiedenen Ausprägungen vor. Petra verletzt sich selbst, indem sie nicht loslassen will oder kann.

Justins Vater ist unheilbar an Krebs erkrankt. Dies ist schon deshalb extrem schmerzhaft für Justin, weil er den Verlust seines Vaters in weniger als einem Jahr bereits jetzt vorausempfindet. Seine Qualen erschweren es ihm, dem Vater durch diese schwere Zeit zu helfen, weil er statt der Suche nach Möglichkeiten, seinem Vater die Lage zu erleichtern, auf sein eigenes Leiden fixiert ist. Anstatt die Zeit zu genießen, die er mit seinem Vater noch hat und seinen Vater gerade jetzt zu ehren und zu achten, ist Justin damit beschäftigt, was geschehen wird. Er kann diese Angst vor der Zukunft nicht überwinden.
Stattdessen könnte er die drohende Zukunft und das, was er wollte, dass es stattdessen wahr wäre, loslassen. Natürlich wünscht er sich, sein Vater wäre nicht unheilbar krank. Alles andere wäre unmenschlich. Aber er könnte die Situation und sein eigenes Leiden darunter annehmen. Er könnte seinen sterbenden Vater als den einzigen Vater akzeptieren, den er hat (er hat keinen gesunden Vater mehr), und nun diesen neuen Vater lieben. Er könnte das Leid sehen, das sein Vater ertragen muss, dieses Leid akzeptieren und Mitgefühl für seinen Vater beweisen, so gut er kann. Er könnte dankbar für jeden Moment mit seinem Vater sein, dankbar für seine eigene Gesundheit, dankbar für all das was sein Vater ihm im Laufe der Jahre gegeben hat.

Obwohl Schicksalsschläge extrem schwierig und schmerzhaft sein können, große wie kleine, liegt es in unserer Hand, das aus ihnen resultierende Leiden zu verlängern oder zu verkürzen. Je nachdem, ob wir die Kunst des Loslassens verstanden haben und beherrschen oder nicht.

Wie können wir nach einem Verlust loslassen? Zunächst geht es darum, unsere Gefühle bezüglich des Verlustes zu akzeptieren. Nichts an Wut und Trauer ist falsch.

Nach der Trauer jedoch kommt die Zeit, in der wir erkennen können, dass wir krampfhaft an etwas festhalten, was bereits in der Vergangenheit liegt. Wir klammern uns an eine Vorstellung darüber, wie unser Leben unserer Meinung nach immer noch aussehen sollte, anstatt zu akzeptieren, dass das Leben jetzt anders ist. Und dieses Festhalten an unserer Vorstellung vom wünschenswerten Leben verletzt uns.

Sobald wir erkennen, dass wir uns damit nur selbst schaden, wird das Loslassen möglich. Weil wir dann nämlich die Wahl haben: an der vergangenen Wirklichkeit festhalten und uns selbst weiter verletzen oder das Gewesene loslassen und die Realität akzeptieren, wie sie ist, um weniger zu leiden. Wir richten unsere Aufmerksamkeit auf die Wirklichkeit und beginnen, das Gute in ihr zu erkennen.

Schätzen Sie, was vor Ihnen liegt. Erkennen Sie die Möglichkeit zur Neuerfindung. Entwickeln Sie Mitgefühl für sich selbst und Mitmenschen, die auch an diesem oder sonstigen Verlusten leiden. Nehmen Sie das neue Leben an, das Sie nun haben, denn es ist alles, was Ihnen jetzt zur Verfügung steht.

Dieses Annehmen ist die Kunst des Loslassens. Sie hilft enorm beim Umgang mit jeder Art von Verlust.

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Fortsetzung folgt.

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Mittwoch, 9. August 2017

Gastbeitrag Leo Babauta: Loslassen. Kapitel 9

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Kapitel 9

Ungeliebte Veränderungen

Alles – jede Person, jede Situation, jedes Objekt, jedes Wesen – ist unbeständig. Diese Wahrheit musste ich erst lernen.

Wir sind keine unveränderlichen Wesen. Selbst unsere Persönlichkeit, die wir als Erwachsene für gefestigt und ausgereift halten, verändert sich. Es gibt zweifellos eine gewisse Kontinuität in den meisten Lebensläufen, aber kein Mensch bleibt stets derselbe. Das geht jedem so. Auch Dinge, die gleich zu bleiben scheinen, sind nicht ewig. Sie verfallen, altern, werden zu Fossilien, verwittern, vermodern. Diese Unbeständigkeit ist auf den ersten Blick beängstigend, aber sie kann auch befreien.

Wenn wir den ständigen Wandel um uns herum, in uns selbst und in unserem Leben erkennen, dann sehen wir, dass wir nach einem Nichts greifen. Als wollten wir mit unseren Händen den Wind festhalten. Und dieses Greifen, unser Versuch, etwas festzuhalten, das nie das gleiche bleibt, nie stillsteht, ist der Grund, warum wir leiden. Darum fürchten wir uns, zögern etwas hinaus, suchen Ablenkung und Zerstreuung. Darum sind wir gestresst und verärgert und frustriert.

Die unablässige Veränderung, diese Unbeständigkeit und der Verlust, der dazugehört (ständig verlieren wir das Leben, das wir kennen) ... das wirkt beängstigend. Wir wollen, dass alles gleich bleibt, doch das ist nicht der Fall. Daran leiden wir. Wie können wir mit unserer Angst vor der ständigen Veränderung und Vergänglichkeit, dem andauernden Verlust umgehen?

Zunächst bleibt uns nur als erster Schritt, die Tatsache zu akzeptieren. So sieht die Realität des Lebens nun einmal aus. Die Vergänglichkeit des Lebens oder unserer Persönlichkeit können wir nicht ändern. Wir können vergeblich dagegen kämpfen und darunter leiden, oder wir können die Wirklichkeit akzeptieren.

Dann erkennen wir im zweiten Schritt die Freiheit: Wenn wir nie Stillstand erleben, dann verlieren wir zwar die gefestigte Vorstellung von uns selbst, wir haben damit aber auch die Möglichkeit, uns immer wieder neu zu erfinden. Jederzeit! Dieses neue Ich ist nicht an die Vergangenheit gefesselt.

Ein Beispiel. Vor ein paar Minuten war ich noch jemand, der die Arbeit an diesem Buch vor sich her schob. Ich könnte nun daraus schließen: Oh, was für ein schrecklicher Autor ich doch bin, welch ein Zauderer! Und ich würde mich schrecklich fühlen. Ich kann aber auch dieses Bild von mir loslassen und mich stattdessen neu als jemand erfinden, der weiterschreibt. Und zwar, indem ich mit dem Schreiben anfange und den Zauderer von eben loslasse.

Wenn Sie also feststellen, dass Sie einen guten Vorsatz nicht umsetzen, lassen Sie die Vergangenheit los, weil sie vorbei ist. Starten Sie mit neuem Selbstbewusstsein. Und dann immer wieder.

Wenn Ihre Liebsten wütend auf Sie sind, fühlt sich das schlecht an. Aber deren Wut entsteht durch Leiden, und Leiden kann abgeholfen, Schmerzen können gelindert werden. Auch Ihr Leiden als derjenige, der womöglich Unrecht getan hat. Sie werden stattdessen zu einer mitfühlenden, einfühlsamen Person. Sie können die Version von sich, die Unrecht tut, loslassen und die ruhige, mitfühlende Version von sich werden. Ihre Beziehung wird geheilt, weil sie ständig neu erfunden werden kann.

Das soll nicht heißen, dass die Vergangenheit keine Rolle spielt. Sie beeinflusst natürlich unsere Gegenwart und Zukunft. Aber wir sind nicht ohnmächtig an die Vergangenheit gefesselt – wenn sich alles ändert, dann schließt das Verletzungen und Leid der Vergangenheit ein.

Das mag wie starker Tobak klingen, und es ist auch keine Kleinigkeit. Wir werden uns gleich konkrete Beispiele ansehen, aber es ist zunächst wichtig zu begreifen, womit wir es zu tun haben: Die Kunst des Loslassens hilft uns, mit der Realität umzugehen, anstatt mit dem, was wir gerne hätten. Dann können wir mit der sich ständig verändernden Wirklichkeit viel geschickter umgehen.

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Fortsetzung folgt.

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Dienstag, 8. August 2017

Gastbeitrag Leo Babauta: Loslassen. Kapitel 8

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Kapitel 8

Widerstand von anderen

Oft wollen wir andere Menschen ändern, oder wir wollen selbst anders sein und leben, aber unsere Mitmenschen oder unser Ego widerstehen diesem Wandel. Warum können andere sich nicht einfach fügen und Veränderungen zulassen?

Weil wir keinem Menschen etwas aufzwingen können – wir herrschen nicht über andere. Die Annahme, wir könnten jemandem unsere Vorstellung aufzwingen, müssen wir loslassen. Dieses Loslassen ist ein Prozess des Begreifens, dass wir andere Menschen nicht lenken, dass wir überhaupt wenig Einfluss auf die Welt um uns herum haben. Das Leben lässt sich nicht kontrollieren und beherrschen, egal wie sehr wir es versuchen. Unsere Illusion, herrschen zu können, müssen wir vor allem loslassen.

Ein gutes Beispiel dafür ist Elternschaft. Zuerst scheinen Sie das Leben Ihres Kindes zu beherrschen, weil Sie über Wohnung und Kleidung und Nahrung und Spielzeug bestimmen. Sie sind überzeugt, dass Sie dieses Kind so prägen können, wie Sie es sich vorstellen.

Wenn Kinder älter werden, wirkt sich diese Einstellung sehr frustrierend auf die Eltern aus. Kinder verhalten sich häufig nicht so, wie sie sich unserer Überzeugung nach verhalten sollen. Sie haben kein Interesse an den Hobbys, die wir aussuchen. Sie teilen nicht immer die Werte, die wir ihnen vermitteln wollen. Sie haben in vielen Punkten eine andere Meinung.

Wir wollen unsere Kinder prägen, aber sie widerstehen. Es stellt sich heraus, dass sie ganz eigenständige Menschen sind. Sie sind unabhängig und einzigartig, und sie werden sich so entwickeln, wie sie selbst es bestimmen. Wir haben Einfluss darauf, natürlich, aber wir herrschen nicht über den Prozess.

Letztendlich hatten wir unsere Kinder nie wirklich völlig unter Kontrolle. Als sie Babys und Kleinkinder waren, haben wir zwar über ihre Umgebung bestimmt, aber sie konnten selbst entscheiden, wie sie das verinnerlichen. Verschiedene Babys reagieren sehr unterschiedlich auf identische Umstände. Und wir reagieren wiederum auf die Reaktionen unserer Kinder. Sie prägen uns, während wir sie prägen.

Dies gilt genauso für alle Menschen in unserem Leben. Wir beherrschen sie nicht, das können wir gar nicht. Wir werden sie jedoch (so oder so) beeinflussen. Und sie beeinflussen uns.

Die Vorstellung loszulassen, dass wir jemanden ändern oder über sein Verhalten bestimmen könnten, befreit uns selbst. Wir konzentrieren uns dann auf unser eigenes Verhalten und können so zum leuchtenden Beispiel für andere werden, zu einem sensiblen und geachteten Bezugspunkt im Leben der Mitmenschen.

Versuchen Sie einfach, anderen Menschen eine spürbare Hilfe zu sein.

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Fortsetzung folgt.

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Montag, 7. August 2017

Gastbeitrag Leo Babauta: Loslassen. Kapitel 7

Ich habe, regelmäßige Blogbesucher wissen das bereits, kürzlich ein weiteres Buch aus der Feder des Leo Babauta übersetzt. Das Buch kann man als Taschenbuch oder als E-Book für den Kindle erwerben. Um die Druck-, Vertriebs und Distributionskosten kommen wir nicht herum – daher kostet das Taschenbuch nun einmal fünf Euro und neun Cent und das E-Book zwei Euro und neunundneunzig Cent.

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Kapitel 7

Das Leben entrümpeln

Eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe, war und ist die Entrümpelung meines Lebens. Eine Menge Müll und unnötigen Besitz loszuwerden – von Möbeln über Kleidung, Geräte, Werkzeuge, Bücher, Geschirr bis zu Erinnerungsstücken – war ein gewaltiger Gewinn.

Das aufgeräumte Zuhause ist mir eine reine Schönheit und Freude. Aber noch wichtiger war, was ich über mich selbst durch den Prozess des Loslassens all der Gegenständen gelernt habe.

Warum hatte ich überhaupt so viele Besitztümer angesammelt?

Ich erkannte beim näheren Hinsehen, dass meine Familie (mich eingeschlossen) einen Hang sowohl zu Impulskäufen als auch zum Einkauf aus Gewohnheit hatte. Wir erwarben häufig neue Alltagsutensilien, ohne vorhandene loszuwerden. Wir stopfen Speicher und Keller voll, um Platz für neue Einkäufe zu machen, und dann gerieten die angesammelten Besitztümer in Vergessenheit.

Aber warum hielt ich an ihnen fest? Viele der Gegenstände waren überraschend einfach loswerden. Von manchen konnte ich mich aber nur sehr schwer trennen. Ich bemerkte psychische Bindungen an diese Dinge. Sie erfüllten emotionale Bedürfnisse: sie gaben mir ein Gefühl der Sicherheit, Trost, Erinnerungen (und Liebe). Sie waren auch Ausdruck von Hoffnungen, die ich auf die Zukunft hegte (ungelesene Bücher, Ausrüstung für Sport und Training). Tatsächlich brauchte ich aber diese vielen Artikel gar nicht für mein emotionales Wohlbefinden – ich konnte ebenso auf andere Weise, ohne angehäufte Besitztümer, ein gesundes und positives Gefühlsleben genießen.

Das Loslassen von Besitz bedeutete für mich eine Abkehr von der Bedeutung, die ich in die Gegenstände hineininterpretiert hatte. Es bedeutete, die Persönlichkeit loszulassen, die ich war, als ich an diesem Besitz festklebte. Es bedeutete, das Leben loszulassen, das ich gewohnt war, als diese Besitztümer zu meinem Leben gehörten.

Es war nicht immer leicht, aber ein wundervoller Prozess, loszulassen. Ich habe gelernt, dass ich in der Lage bin, sehr glücklich ohne Dinge zu leben, von denen ich einst angenommen hatte, sie seien unverzichtbar.

Ich entdeckte, dass Loslassen gleichzeitig schmerzhaft und wohltuend sein kann. Einerseits Verlust, andererseits Befreiung.

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Fortsetzung folgt.

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Sonntag, 6. August 2017

Gastbeitrag Leo Babauta: Loslassen. Kapitel 6

Ich habe, regelmäßige Blogbesucher wissen das bereits, kürzlich ein weiteres Buch aus der Feder des Leo Babauta übersetzt. Das Buch kann man als Taschenbuch oder als E-Book für den Kindle erwerben. Um die Druck-, Vertriebs und Distributionskosten kommen wir nicht herum – daher kostet das Taschenbuch nun einmal fünf Euro und neun Cent und das E-Book zwei Euro und neunundneunzig Cent.

Das Taschenbuch: http://amzn.to/2van3Ar
Das Kindle-Buch: http://amzn.to/2uGrf7C

Loslassen._Eine_einz_Cover_for_KindleDa Leo Babauta sein Buch genau wie die Beiträge auf seinem Blog vom Copyright ausdrücklich ausgenommen hat und zur unentgeltlichen Weiterverbreitung auffordert, stelle ich die einzelnen Kapitel meiner deutschen Übersetzung hier auf dem Blog zur Verfügung.

Wer lieber ein »richtiges« Buch in der Hand hat beim Lesen oder gerne seinen Kindle benutzt, der kann die entsprechende Ausgabe bestellen. Wer kein Geld ausgeben kann oder will, der möge hier auf dem Blog lesen, was Leo Babauta zum Thema Loslassen eingefallen ist.

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Kapitel 6

Alte Gewohnheiten ablegen

Das Einüben einer neuen Gewohnheit ist ziemlich einfach: Sie tun das Gewünschte (zum Beispiel Sport treiben) direkt nach einem Auslöseimpuls (der Kaffee am Morgen) und wiederholen das oft genug, bis es automatisch läuft. Nach einer Weile entsteht der Drang zur neuen Gewohnheit auf den auslösenden Impuls hin ohne Ihr Zutun.

Warum haben wir trotzdem solche Schwierigkeiten, gute Gewohnheiten aufzubauen? Weil einiges diesem recht simplen Verfahren in die Quere kommt:

Angst vor der neuen Gepflogenheit. Sport und Meditation sind zwei typische Beispiele – viele Menschen haben diesbezüglich allerlei Befürchtungen: Das ist anstrengend, unbequem, verwirrend … also fängt man gar nicht erst damit an. Man lässt sich bereitwillig ablenken (siehe voriges Kapitel).

Müdigkeit und Dinge, die dazwischen kommen. Es gibt zweifellos manchmal zutreffende Gründe, von einem Vorsatz abzuweichen. Aber wenn wir uns etwas Gutes antrainieren wollen, sollten wir Lösungen für solche Hindernisse finden. Früheres Schlafengehen oder bessere Planung von anderen Aktivitäten, eine andere Tageszeit für die neue Gewohnheit, wenn ihr zur vorgesehenen Zeit dauernd etwas in die Quere kommt. Es ist ein Lernprozess. Was aber wirklich alles zunichtemachen kann, ist unser Aufgeben, sobald wir scheitern. Wir haben eine tückische Idealvorstellung: dass wir sofort Erfolg haben werden.

Alte Gewohnheiten sind nun einmal schwer abzulegen. Wenn wir etwas Neues beginnen, ersetzen wir oft eine alte Gewohnheit. Sport am Morgen statt Facebook und Blogs beispielsweise. Das Einüben der neuen Gewohnheit erfordert jedes Mal bewusstes Loslassen der alten Gewohnheit. Wir müssen die neue Gepflogenheit achtsam trainieren, bis sie zur ganz natürlichen und leichten Routine geworden ist.

Das sind keine unüberwindbaren Hindernisse, aber wir müssen jeweils etwas loslassen:

1. Eine Idealvorstellung, die Angst auslöst. Sicher ist Sport anstrengend – genau das ist ja der Sinn der Sache und führt zum gewünschten Erfolg.

2. Die Illusion, dass wir sofort Erfolg haben. Stattdessen akzeptieren Sie Scheitern als Teil des Lernprozesses und finden bewusst und beständig Wege, um sich zu verbessern.

3. Die alte Gewohnheit, die abgelöst wird. Lassen Sie Ihr altes Tun los und praktizieren Sie stattdessen achtsam, was Sie sich angewöhnen wollen.

So kann die Fähigkeit des Loslassens uns helfen, neue und gute Gewohnheiten in unser Leben zu bringen.

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Fortsetzung folgt.

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Samstag, 5. August 2017

Gastbeitrag Leo Babauta: Loslassen. Kapitel 5

Ich habe, regelmäßige Blogbesucher wissen das bereits, kürzlich ein weiteres Buch aus der Feder des Leo Babauta übersetzt. Das Buch kann man als Taschenbuch oder als E-Book für den Kindle erwerben. Um die Druck-, Vertriebs und Distributionskosten kommen wir nicht herum – daher kostet das Taschenbuch nun einmal fünf Euro und neun Cent und das E-Book zwei Euro und neunundneunzig Cent.

Das Taschenbuch: http://amzn.to/2van3Ar
Das Kindle-Buch: http://amzn.to/2uGrf7C

Loslassen._Eine_einz_Cover_for_KindleDa Leo Babauta sein Buch genau wie die Beiträge auf seinem Blog vom Copyright ausdrücklich ausgenommen hat und zur unentgeltlichen Weiterverbreitung auffordert, stelle ich die einzelnen Kapitel meiner deutschen Übersetzung hier auf dem Blog zur Verfügung.

Wer lieber ein »richtiges« Buch in der Hand hat beim Lesen oder gerne seinen Kindle benutzt, der kann die entsprechende Ausgabe bestellen. Wer kein Geld ausgeben kann oder will, der möge hier auf dem Blog lesen, was Leo Babauta zum Thema Loslassen eingefallen ist.

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Kapitel 5

Jede Menge Ablenkungen

Unser Hang zu Ablenkungen (heutzutage überwiegend elektronischer Art) ist eine Begleiterscheinung des Zögerns und Zauderns. Wir wollen uns (unbewusst) nicht auf eine Aufgabe konzentrieren, weil sie unbequem oder schwer ist, also lassen wir uns ablenken.

Solch ein Zeitvertreib ist komfortabel und einfach. Das Spiel auf dem PC oder dem Smartphone gelingt uns tadellos. Zerstreuung müssen wir nicht fürchten, da gibt es keine Angst vor Versagen oder Unsicherheit bezüglich der Vorgehensweise. Von Videospielen über soziale Medien bis zum Fernsehen stehen Ablenkungen bereit. Das Fatale ist, dass daraus schnell eine Sucht werden kann.

Wie gehen wir mit dem Hang zur elektronischen Unterhaltung (oder anderen Fluchten vor dem eigentlich Bevorstehenden) um? Es ist keine Überraschung: Wir können uns darin üben, solche Zerstreuungen loszulassen. Versuchen Sie diese kleine Loslassen-Praxis:

1. Machen Sie sich klar, welche Ablenkung Sie ansteuern und was eigentlich so verlockend daran ist. Vielleicht finden Sie darin Selbstbestätigung oder es handelt sich um etwas Interessantes, Unterhaltsames und Spannendes. Die Aussicht ist natürlich verführerisch. Genau danach ist Ihnen zumute.

2. Dann betrachten Sie die Nachteile des Zeitvertreibes. Inwiefern schadet er Ihnen? Werden Sie beispielsweise hinterher in Zeitnot sein? Oder tut die Ablenkung Ihrer Psyche nicht gut?

3. Erkennen Sie die Unbeständigkeit der Ablenkung – zwar wird sie Ihnen vorübergehend Spaß machen, aber kein dauerhaftes Glück schenken. Sie erhalten eine kleine Dosis Vergnügen, danach brauchen Sie jedoch bald eine weitere Dosis … und so weiter, ohne Ende.

4. Versuchen Sie, diese Zerstreuung nur für eine kleine Weile loszulassen. Stattdessen üben Sie sich darin, mit Ihrem Leben ohne die Ablenkung zufrieden zu sein, indem Sie sich fragen: Wofür in meinem Leben kann ich (ohne diesen Zeitvertreib) dankbar sein?

5. Falls Sie Anzeichen der Spiel- oder Fernsehsucht bemerken, überlegen Sie: Welche anderen Quellen des Glücks können Sie finden, die in Ihnen selbst und nicht außerhalb (wie die Unterhaltung durch elektronische Medien) liegen? Können Sie mit sich selbst zufrieden sein? Können Sie Aktivitäten ohne Mobiltelefon oder Fernsehgerät planen und genießen, beispielsweise einen Roman lesen oder Texte verfassen oder ein paar Stunden in der Natur verbringen?

6. Erkennen Sie die Freiheit, die das Loslassen der Ablenkung durch elektronische Medien Ihnen ermöglicht. Gönnen Sie sich Zeiten ohne die Geräte. Das ist etwas Wertvolles.

Diese Übung, in kleinen Häppchen, ist nicht schwierig. Probieren Sie es jetzt, für ein paar Minuten. Dann noch einmal, eine Weile später. Es gelingt Ihnen immer besser, je häufiger Sie sich darin üben.

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Fortsetzung folgt.

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