Dienstag, 15. April 2008

Blonde Polizeiarbeit

Eine Blondine bewirbt sich bei der Polizei um einen Job. Der diensthabende Beamte stellt ihr ein paar Fragen:
Polizist: »Wieviel ist 2 plus 2?«
Blondine: »Ääääääh... 4!«
Polizist: »Richtig. Was ist die Wurzel aus 100?«
Blondine: »Ääääääh... hmmmmmmm... 10!«
Polizist: »Sehr gut! Nächste Frage: Wer hat versucht, Adolf Hitler in die Luft zu sprengen?«
Blondine: »Hmmmmmmmm... Äääääääääh... Hmmmmmmm... weiß ich nicht.«
Polizist: »Na ja, dann gehen Sie mal nach Hause und denken darüber nach. Kommen Sie morgen wieder.«
Die Blondine geht nach Hause und ruft eine Freundin an. Die fragt im Gespräch danach, ob sie den Job bekommen hätte.
Die Blondine berichtet aufgeregt: »Nicht nur das, ich bin schon mitten in der Aufklärung eines Mordversuches!«

P.S.: Diese entzückende Geschichte hat mir die beste aller Ehefrauen kürzlich erzählt...

Moderne Psalmen 1 - Nick Cave

Der prominenteste Psalmdichter, König David, fragte in seinen Dichtungen sehr häufig nach dem »warum« und ließ seinen Frust über schlimme Umstände und ausbleibende Antworten vom Himmel auf vielfältige Weise in die Zeilen fließen. Sehr häufig forderte er Erklärungen beim Schöpfer ein (mit mehr oder weniger uns überliefertem Erfolg).

Das geht auch heutzutage noch. Da ich mich manchmal (gestern zum Beispiel) ganz genau so fühle, wie in dem folgenden modernen Psalm besungen, habe ich ihn kürzlich ins Deutsche übertragen. Gar nicht so einfach, denn Nick Cave verlangt schon in einigen Liedern eine ganze Menge Bildung oder Recherche bei Wikipedia von seinen Zuhörern - falls sie ihm durch den Text zu folgen wünschen: »Our myxomatoid kids spraddle the streets ... And a cabal of angels with finger cymbals chanted his name in code ... everything is banal and jejune ... in this idiot constituency of the moon« - nicht unbedingt umgangssprachliches Alltagsenglisch. Daher hier die Übersetzung, bei der man natürlich auch noch - Interesse und Internet oder Enzyklopädie vorausgesetzt - recherchieren kann, was denn eine »Kabale« eigentlich ist, wieso die Engel den Namen des uns unbekannten Menschen im zweiten Abschnitt »codiert« singen und wieso die »Myxomatose« so gefährlich ist.

Ein Psalm Nicks, zu singen bei unaufhaltsam treibendem Schlagzeug, brodelndem Bass, schneidendem Orgelklang und eisenharten Gitarrenakkorden.

Was wir zu besitzen glaubten, hatten wir nicht; und was uns jetzt noch gehört, wird nie wieder so sein, wie es einmal war. Also fordern wir den Schöpfer auf, uns eine Erklärung zu geben.

Unsere von Myxomatose infizierten Kinder staksen auf den Straßen herum, wir haben ihnen in ihrem Leben jegliche schweißtreibende Anstrengung erspart. Die armen kleinen Dinger, sie sehen so traurig und alt aus, wenn sie uns von hinten auf den Rücken klettern. Ich bitte sie, das nicht zu tun, ordne an, es zu unterlassen; und dann fordern wir den Schöpfer auf, uns eine Erklärung zu geben.

Sela.

Er starb mit einem Rosenkranz in der verkrampften Hand, Schläuchen in der Nase, eine Kabale von Engeln mit Fingerzimbeln sang seinen in Zahlencodes verschlüsselten Namen. Und wir bedrohten den strafenden Regen mit unseren Fäusten. Und wir forderten den Schöpfer auf, uns eine Erklärung zu geben.

Er sagte, alles hier sei total verhunzt, alles banal und strohig, es gebe eine weltweite Konspiration gegen Menschen wie du und ich in diesem idiotischen Wahlkreis des Mondes. Er wusste also ganz genau, wer Schuld hatte. Und wir forderten den Schöpfer auf, uns eine Erklärung zu geben.

Weitschweifigkeit! Ausuferung! Nichts, was man mit einer Schere nicht in Ordnung bringen könnte.
Weitschweifigkeit! Ausuferung! Nichts, was man mit einer Schere nicht in Ordnung bringen könnte.

Sela.

Ich gehe wie ein Guru die Straße entlang, junge Menschen versammeln sich zu meinen Füßen, stellen mir Fragen, aber ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Sie entfachen den Kraftstrom, der direkt in das Herz meines Vaters reicht. Und wieder fordere ich den Schöpfer auf, mir eine Erklärung zu geben.

Wir fordern den Schöpfer auf, uns eine Erklärung zu geben.

Sela.

Wer ist dieser niederdrückende, sabbernde Schweinehund in mir, der jedem meiner Gedanken jegliches Niveau raubt? Ich komme mir vor wie ein Müllschlucker, ein totaler Trottel, alles ist Scheiße und er ist ein Arschloch - doch welch ein enormes und enzyklopädisches Gehirn dieses Monstrum doch besitzt! Ich fordere den Schöpfer auf, mir eine Erklärung zu geben.

Ungezügelte Diskriminierung, Massenarmut, Schulden der dritten Welt, ansteckende Seuchen, weltweite Ungerechtigkeit, wachsende sozioökonomische Kluft. Das wirkt in deinem Gehirn. Und wir forderten den Schöpfer auf, uns eine Erklärung zu geben.

Sela.

Einen Augenblick bitte. Mein Freund Doug klopft ans Fenster... (Hallo Doug, wie geht's dir?)
Er hat mir ein Buch zurückgebracht, über Holocaust-Dichtung, durch Bilder ergänzt. Dann sagt er, ich sollte mich auf den Regen vorbereiten. Und wir forderten den Schöpfer auf, uns eine Erklärung zu geben.

Ich nenne das Weitschweifigkeit! Ausuferung! Nichts, was man mit einer Schere nicht in Ordnung bringen könnte.

Sela.

Bukowski war ein Narr! Berryman war spitze! Er schrieb wie feuchtes Pappmaché, folgte dem Heming-Way, auf übernatürlichen Schwingen, mit einem Höchstmaß des Schmerzes. Wir forderten den Schöpfer auf, uns eine Erklärung zu geben.

Unten in meiner Zuflucht erkenne ich, dass ich erneut eine Portion von erzkonservativem Bockmist veröffentlicht habe. »Die Wellen, die Wellen, wo sich Soldaten bewegen.« Na Dankeschön. Dankeschön. Dankeschön. Und erneut fordere ich den Schöpfer auf, mir eine Erklärung zu geben.

Genau, wir forderten den Schöpfer auf, uns eine Erklärung zu geben.

Weitschweifigkeit! Ausuferung! Nichts, was man mit einer Schere nicht in Ordnung bringen könnte.


P.S.: Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber ich habe Referenzen zu Bob Dylan und Leonard Cohen in diesem Text gefunden. Eindeutige. Das macht es mir um so interessanter...

Der Originaltext: We Call Upon The Author To Explain
Eine live Version bei YouTube: We Call Upon The Author To Explain

Sonntag, 13. April 2008

Ist Todd Merlaight!

In einer virtuellen Autorenrunde las ich diese kleine wahre Begebenheit, die ich meinen geschätzten Bloglesern einfach nicht vorenthalten kann. In einem Finanzinstitut ging ein Fernschreiben ein...
Ist Todd Merlaight... fing es an, danach weitere ziemlich unverständliche Sätze.
Also klärten wir mal ab:
»Kennt jemand einen Todd Merlaight? Ist wohl Mitarbeiter bei einer anderen Bank, mit der wir zusammenarbeiten.«
»Nein.« Einstimmige Antwort.
»Etwa ein Kunde mit diesem Namen?«
»Nein.«
»Hmmh...«
Ich überflog die Zeilen, wieder und wieder. Wer nur konnte das sein?
Ist Todd Merlaight?
Ist Todd Mer Laight?
und dann plötzlich:
Is Todd Mer Laight?

ES TUT MIR LEID!

Wir krümmten uns vor Lachen, ein Erlebnis, das bis heute in Erinnerung blieb. Auf diese Weise gelesen, konnten wir das ganze Fernschreiben entziffern.
Man sieht: Auch zum Lesen benötigt der Mensch gelegentlich Phantasie, nicht nur zum Schreiben. Ich wünsche einen wunderschönen Tag nach dem Sonnabend und einen wunderschönen Tag nach dem Samstag!

P.S.: Gefunden in der Gruppe Die Lust am Schreiben bei Xing.

Samstag, 12. April 2008

Samstag oder Sonnabend

Heute ist Samstag oder Sonnabend, je nach Landstrich und Gewohnheit.

Den weltweit einzigartigen Luxus, für einen Wochentag gleich zwei Bezeichnungen zu haben, verdanken wir einem Mönch, dem englischen Benediktiner Bonifazius, der von 672 bis 754 gelebt hat und im Jahr 716 als Missionar zu unseren Vorfahren, den ruppigen Germanen, kam. Er war sehr erfolgreich in seiner Arbeit.

722 ernannte ihn Papst Gregor II zum Bischof ganz Deutschlands östlich des Rheins, und Bonifazius begann 30 Jahre Missionsarbeit in Hessen und Thüringen. Mutig ging er gegen den Aberglauben an, fällte mit eigener Hand vor den Augen der heidnischen Stammesmitglieder Thors heilige Eiche in Geismar. Man erwartete natürlich, dass Thor ihn auf der Stelle strafen würde. Die Vergeltung durch Thors Hammer blieb aus und Bonifazius gründete eine blühende, lebendige Kirche.
Mit 70 Jahren, wo unsereins längst die Rente zu genießen trachtet, brach er auf, um die wilden Stämme von Friesland zu zivilisieren und auch ihnen den Glauben nahe zu bringen. Am 5. Juni 754 wurden er und seine Begleiter im Morgengrauen von einer Bande heidnischer Krieger überfallen. Bonifazius wurde mit einem Schwert erschlagen, das die Heilige Schrift durchhackte, die er zum Schutz über seinen Kopf erhoben hatte. Sein Leichnam wurde seinem Wunsch entsprechend nach Fulda zum Begräbnis gebracht.

Was hat das alles nun mit unserer Bezeichnung des Tages zwischen Freitag und Sonntag zu tun?

Bonifazius gab sich, wie es nach damaligem Verständnis opportun war, Mühe, den Begriff Samstag, der vom jüdischen Sabbat abgeleitet ist, durch ein »christliches« Wort ersetzen. Die Juden hatten, meinte man damals, jegliche Gunst bei Gott verloren, also waren solche hebräischen Begriffe natürlich nicht politisch korrekt. Der Mönch war ein sprachgebildeter Mensch, er hatte sich als Lehrer für Grammatik und Dichtung betätigt, bevor er seine Missionstätigkeit aufnahm. es fiel ihm nicht sonderlich schwer, Abhilfe zu ersinnen. Er tat dies mit dem altenglischen Wort sunnanaefen, das anfangs den Abend, bald aber schon den ganzen Tag vor dem sunnandaeg (Sonntag) bezeichnete.
Der Begriff Heiligabend stammt übrigens in gleicher Weise aus jener Zeit, in der ein Tag noch am Abend begann und am folgenden Nachmittag mit der Dämmerung endete, anstatt wie bei uns üblich um Mitternacht den Wochentag zu wechseln.

Bonifazius wurde von den Friesen ermordet aber der von ihm ersonnene Begriff Sonnabend ist im Sprachgebrauch geblieben. Und aus den Germanen samt Friesen sind Deutsche geworden, mit dem Luxus, zwei Bezeichnungen für den Tag vor dem Sonntag zu besitzen. Heute wird auch kein Missionar mehr in Friesland erschlagen - das hoffen wir jedenfalls.

Also, liebe Blogbesucher, ich wünsche einen schönen Samstag und einen schönen Sonnabend, je nach Geschmack und Gewohnheit.





P.S.: Eine nette Kolumne zum Thema hat Bastian Sick zu bieten: Samstag oder Sonnabend beim Zwiebelfisch

Freitag, 11. April 2008

Nick Hornby: Slam

Ein ernstes Thema mit Humor behandeln, ohne es der Lächerlichkeit preiszugeben - eine Kunst, die Nick Hornby beherrscht wie kaum jemand von den Autoren unserer Zeit. Er hat es mit A Long Way Down (zum Thema Suizid oder Sinn im Leben wiederfinden) geschafft und mit Slam ist ihm - meiner bescheidenen Meinung nach - sein bisher bestes Buch gelungen (gelesen habe ich alle).

Ich hatte befürchtet, es ginge um das Skaten - entweder habe ich das irgendwo gelesen, oder jemand hat es mir erzählt. Dann wäre mir das Buch vermutlich trotz der Sprachkünste des Autors langweilig geworden wie seinerzeit John Grishams Bleachers oder Stephen King mit seinem verunglückten Hearts in Atlantis.
Aber Nick Hornby schreibt über Teenagerschwangerschaft und die Entscheidung der 15jährigen Mutter, das Kind zur Welt zu bringen, trotz und in allen Problemen. Er erzählt aus der Perspektive des 16jährigen Vaters, und das gelingt ihm so authentisch, dass man wirklich glaubt, einem Jungen zuzuhören, der mit dem Leser plaudert.
Hornbys Protagonisten sind wieder so detailreich und liebevoll herausgearbeitet, dass man auf die Idee kommen könnte, Alicia und Sam, die jugendlichen Eltern, aus dem wirklichen Leben zu kennen. Oder irgend jemanden wiederzuerkennen, aus der Nachbarschaft vielleicht.

Sam, ein nicht übermäßig brillanter Junge, hat eine große Leidenschaft, das Skaten. Er lernt Alicia kennen- und auf einmal gibt es mehr im Leben als nur das Skateboard und die immer gewagteren Tricks, die man damit auf dem Beton versuchen kann. Er erzählt seinem noch etwas weniger intelligenten Freund Rabbit davon, als er ihn beim Skaten trifft.
...
'I met this girl.'
'Where?'
'Does that matter?' I could see that it was going to be a frustrating conversation.
'I'd like to try and picture the scene', said Rabbit.
'My mum's friend's party.'
'So is she like really old?'
'No. She's my age.'
'What was she doing at the party?'
'She lives there', I said, 'she...'
'She lives at a party?' Rabbit said. 'How does that work?'
'She doesn't live at a party. She lives in the house where the party was. She's my mum's friend's daughter.'
Rabbit repeated what I'd just said as if it was the most complicated sentence in the history of the world.
'Hold on... Your mum's... friend's... daughter. OK. I've got it.'
'Good. We're going out tonight. To the cinema. And I'm worried about getting my face all smashed up.'
'Why does she want to smash your face up?'
'No, no. I didn't mean I was worried about her smashing my face up. I'm worried about getting my face smashed up here. A bad slam. And then, you know, I'll look terrible.'
...
Slam - das wusste ich vor der Lektüre dieses Buches nicht (und brauchte es auch nicht zu wissen) steht neben der eigentlichen Bedeutung (heftig bremsen, zuschlagen) auch für einen bösen Sturz beim Skaten. Und dann ist natürlich das Gesicht ruiniert. Das geht nicht, wenn man gerade das bezauberndste Mädchen der Welt kennen gelernt und einen gemeinsamen Kinobesuch vor sich hat.

Nick Hornby hat mit dem Titel des Buches die Brücke vom Skaten zur ungewollten Schwangerschaft geschlagen, ein Geniestreich, der dem Leser erst nach und nach klar wird, wenn der Slam im Bett - wiederum mit Humor und Einfühlungsvermögen, ohne auch nur eine Sekunde ins Ordinäre abzurutschen - beschrieben wird, der zur Schwangerschaft führt.

Ich habe oft, neben der besten aller Ehefrauen auf dem Sofa lesend, laut gelacht bei diesem Buch - und das passiert mir eher selten. Die Dialoge vor allem sind häufig so genial geschrieben, dass ich gar nicht anders konnte als loszuprusten - fast hätte ich mich und das Möbelstück mit Rotwein bekleckert vor Lachen, als ich die weiter unten zitierte Stelle mit der verschnupften Alicia las....
Wie oft habe ich mich an meine - eigentlich längst erfolgreich vergessenen - eigenen Tollpatschigkeiten und Peinlichkeiten aus pubertären Zeiten erinnert, als ich durch die Leserbrille mit Sam in diesem Buch Alicia kennen und lieben lernte.

Das Buch erzählt eine Geschichte aus dem Leben, nicht aus einer heilen Phantasiewelt. So ist auch das Ende - die Trennung der jungen Eltern - voraussehbar. Nicht alle Beziehungen führen in den endlosen siebten Himmel der Liebe, aber dennoch: Das Kind, das Roof genannt wird (die Erklärung dieses dämlichen Namens ist so witzig und wird von Nick Hornby so spannend gemacht, dass ich sie hier nicht verraten will), darf leben, statt abgetrieben zu werden, und es wird geliebt - von Alicia und Sam.

Ich habe die englische Ausgabe gelesen, kann über Wortwitz und Authentizität der deutschen Version daher nichts sagen. Die beste aller Ehefrauen und ich haben gerätselt, wie man beispielsweise die folgende Szene ins Deutsche übertragen könnte. Sams Telefon klingelt...
...
I found my phone in my jacket pocket.
'Hello?'
'It's Bee.'
'Oh. Hello, Bee.' I wasn't sure who Bee was, but it sounded a bit like Alicia.
'Bee. Not Bee.'
'Bee not Bee? What does that mean?'
'It's Alicia. And I've got a cold. So I'm trying to say, you know, "It's Alicia", except I'm saying "It's Bee", and it comes out as "It's Bee".'
'Me.'
'Yes. Bloody hell. Have you woken up stupid?'
...
Falls jemand die deutsche Ausgabe zur Hand hat, würde ich mich über einen Kommentar mit dem entsprechenden Wortlaut freuen. 12. Kapitel, nach etwa drei oder vier Seiten (je nach Buchdruck). Wie macht das der Übersetzer mit Bee statt Me?

Mein Fazit: Unbedingt lesenswert! Nick Hornby in Bestform - ein rundum gelungenes Buch.

Das Buch:
Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Penguin (4. Oktober 2007)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 014138297X
ISBN-13: 978-0141382975
Zu finden zum Beispiel hier bei Amazon: Nick Hornby - Slam

Donnerstag, 10. April 2008

Ein Auto für Herrn Ratzinger?


Es gibt ja Gerüchte, dass der Herr Papst demnächst eventuell vielleicht unter Umständern Berlin besuchen könnte.

Angesichts der Straßen in Berlin, die sich vom Zustand »Flickenteppich« mehr und mehr in Richtung «Rübenacker mit gelegentlichen Resten von Asphalt« entwickeln, wäre statt des üblichen Papst-Mobils ein robusteres Fahrzeug zu empfehlen. Das oben abgebildete, gefunden bei Purgatorio, wäre doch genau richtig, oder?

Van statt Leo

Schade, wir hatten uns auf Leonard Cohen in Berlin gefreut, nun wurde die Veranstaltung, bisher ohne Angabe von Gründen, abgesagt. Aber wir bekommen eine Erstattung des Kaufpreises, immerhin.

Mit dem so gesparten Geld haben wir ganz spontan und in höchster Eile noch zwei Eintrittskarten für Van Morrison ergattert. Das erste Konzert ist restlos ausverkauft, das zweite, extra für Berlin wegen der viel zu schnell vergriffenen Karten von Herrn Morrison und den Veranstaltern vereinbart, so gut wie. Um so mehr freut man sich, dass man dabei sein wird.

Kochstunde mit dem Pulitzer-Preisträger

Nun hat er auch noch den Pulitzer-Preis in Form einer »Special Citation« bekommen, der Bob. Schön, es sei ihm von Herzen gegönnt.

Die zweite Staffel der Theme Time Radio Hour ging mit dem Thema Cold letzte Woche zu Ende. Oder auch nicht. Die Fans diskutieren noch, ob das angekündigte Ende nun ein Aprilscherz vom Gastgeber war oder nicht. Und Bob Dylan selbst? Er lächelt und schweigt...

Ich weiß nicht wie viele Rezepte er im Rahmen der 75 Theme Time Radio Hours zum Besten gegeben hat, aber diese hier könnte man ja mal ausprobieren:

The Perfect Meatball
  • 3 minced cloves garlic
  • ¼ cup vegetable oil (for frying)
  • 1 pound ground meat (equal parts beef, pork, veal)
  • ¼ cup grated Parmesan cheese
  • 9 Saltine crackers, finely crushed
  • ½ teaspoon salt
  • black pepper
  • oregano
  • dried basil
  • 1 tablespoon chopped fresh parsley
  • ¼ cup water
  • 1 egg
  • 1 teaspoon tomato paste
Heat the oil over a low heat in a large Dutch oven. In a big bowl, add the meat, garlic, cheese, crackers, and spices. Mix lightly with your fingers. Don’t be shy—get into it. In a small bowl, whisk the water, the egg, and the tomato paste. Add the egg mixture to the meat mixture. Mix it lightly with your fingers. Form it into drum shapes, or balls. Cook in batches, over medium high heat, until its browned on both sides. That will be about five minutes total. Serve ‘em up with some potatoes, or some spaghetti, or just make a sandwich out of them. You're gonna love 'em.
Als Nachtisch dazu:

Figgy Pudding

  • 4 oz of plain flour
  • a pinch of salt
  • 4 oz bread crumbs
  • 4 oz shredded suet
  • 1 teaspoon mixed spice
  • 1 teaspoon baking powder
  • 3 oz dark soft brown sugar
  • 8 oz chopped dried figs
  • finely grated rind & the juice of one lemon
  • 2 tablespoon milk
  • 2 beaten eggs

Sift salt and flour together, then mix with all the remaining dry ingredients. Add the figs, lemon rind and juice, milk and beaten eggs. Beat them well. The mixture should have a soft dropping consistency. Put into a greased two-pint pudding basin, cover securely, and steam for three hours. I like it served with heated golden syrup topping, and a generous pour of custard. Makes me hungry just talking about it. My engineer Tex Carbone likes vanilla ice cream on it. I don’t understand that at all.

Zum Thema Kochen fiel ihm auch noch ein:
My friend’s wife is a really bad cook. I broke a tooth on her coffee.

Es gab auch ein paar Weisheiten, die man sich merken sollte:

  • They say the earth’s warmin’ up. Be careful of that global warming, and wear your sunscreen.
  • Sticks and stones can break my bones but words can never hurt me…as opposed to when you grow up and you learn that…the pen is mightier than the sword. The world is fill of little contradictions like that.
  • I leave you with the words of Benjamin Franklin. ‘He that is of the opinion money will do everything may well be suspected of doing everything for money.’ Thank you, Ben. Peace out.
  • A lot of people who play one kind (of music) won’t play with people who play another kind, but me personally, I never understood any kind of border patrol when it comes to music.
Alle Theme Time Radio Hours kann man bei Patrick Crozley finden:


Besonders empfehlenswert für jemanden, der die Sendung nicht kennt, ist (meinem Geschmack nach) Coffee, Bible, Hello, Doctor, Classic Rock und Heat. Was nicht heißen soll, dass ich nicht alle Sendungen genossen habe und immer wieder genieße.

Und ob das mit dem Ende der zweiten Staffel ein Aprilscherz war oder nicht, wird man am Freitag wissen...

P.S.: Die beste aller Ehefrauen sagte eben, als sie den Entwurf dieses Beitrags gelesen hatte: »I liked the one about dogs.« Stimmt. Die Sendung war auch besonders ansprechend. Vor allem für Menschen, die neben guter Musik auch Hunde mögen.

Mittwoch, 9. April 2008

Matt Redman mit und ohne Slovenske Titulky

Am Samstag, dem 14. Juni 2008, könnte es wieder ziemlich voll werden im C-Campus in Berlin. Matt Redman wird mit Hillsong Church London zu Gast sein. Eine interessante Kombination, was dabei musikalisch herauskommt, wird man sehen hören.

Ich bin ja nicht unbedingt ein Fan der Worship-Only-Musikanten, da diese sich meist sehr bewusst auf die frommen Nischen beschränken und nicht selten weichgespülte Klänge zu Gehör bringen. Andere finden gerade das richtig. Wer Recht hat, ist völlig unerheblich. Und - zugegeben - die sanfteren Töne sind mitunter auch in meinen Ohren herzlich willkommen, wenn sie beispielsweise von Leonard Cohen stammen.

Jedenfalls sind Matt Redmans Lieder aus vielen Gemeinden kaum noch wegzudenken. Ein Beispiel mit slovenske titulky:

Heart of Worship

In Berlin wird er wohl ohne slovenske titulky zu sehen sein. Alle Informationen zum Konzert und auch eine Anleitung, wie man an die Eintrittskarten kommt, gibt es hier: Matt Redman 2008 im C-Campus

Wunder tun - aus Liebe!

Jesus tat, was er den Vater tun sah, lehrte, was er vom Vater hörte. Als Philippus ihn bat, dass er doch den Jüngern den Vater zeigen sollte, antwortete Jesus:
Glaubst du nicht, dass ich in dem Vater bin und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, rede ich nicht von mir selbst; der Vater aber, der in mir bleibt, tut seine Werke. (Johannes 14, 10)
Hat das irgend etwas mit uns zu tun? Vielleicht ja, denn welcher Christ wollte nicht irgendwie mehr vom Vater sehen, wie Philippus? Jesus fuhr fort:
Glaubt mir, dass ich in dem Vater bin und der Vater in mir ist; wenn aber nicht, so glaubt um der Werke selbst willen! (Johannes 14, 11)
Jesus geizte nicht mit Zeichen und Wundern. Sie waren alltäglich in seinem Leben und gehörten zu seinem Dienst. Ob er nun die Naturgewalten bedrohte oder Kranke heilte, dem Gastgeber einer Hochzeit durch Qualitätswein aus der Verlegenheit half oder einen toten Freund auferweckte; das Übernatürliche war für ihn etwas ganz Natürliches.

Nun mag mancher meinen: »Das war ja auch der Sohn Gottes, wir können uns doch kaum daran orientieren, was Jesus getan hat. Unsere menschlichen Möglichen sind eben beschränkt...«
Das würde vielleicht gelten, wenn Jesus nicht im gleichen Atemzug gesagt hätte:
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird auch die Werke tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, weil ich zum Vater gehe. (Johannes 14, 12)
Jesus stellte mit diesen drei zitierten Sätzen einen unmittelbaren Zusammenhang her: Er und der Vater waren eins, der Vater in ihm, er im Vater, und das zeigte sich anhand der Werke, die er tat – die der Vater durch ihn tat. Nun gut. Der Sohn Gottes eben. Die Ungerheuerlichkeit jedoch ist: Diejenigen, die an ihn glauben, werden zumindest die gleichen Werke tun, im Normalfall jedoch noch größere. Weil Jesus inzwischen zum Vater gegangen ist.

Tun wir das? Wenn ja – prima. Wenn nein – warum eigentlich nicht? Weil Jesus sich geirrt hat? Weil er nur die erste Generation der Jünger gemeint hat? Weil es heute nicht mehr notwendig ist, dass wir tun, was er tat? Weil unvorhergesehene Entwicklungen im Himmel zu einer Änderung des göttlichen Willens geführt haben? Weil...

Könnte es sein, dass wir nicht in ihm sind, er nicht in uns, so wie er es gemeint und vorgelebt hat? Zwar errettet, wiedergeboren, gläubig, treu, eifrig für den Glauben – allemal und unbestritten! Aber doch mit einem Manko, das uns gar nicht mehr bewusst wird, weil wir uns so daran gewöhnt haben. Möglicherweise haben wir, wie schon Generationen vor uns, etwas missverstanden, einschließlich derjenigen, die Wunder und Zeichen heute noch erwarten.

Jesus hat Wunder getan. Die ersten Christen haben Wunder getan. Es gehörte einfach dazu. Aber war das der Kern ihres Dienstes? War es der Sinn und Inhalt ihres Lebens? Waren übernatürliche Werke das Ziel ihres Glaubens?

Jesus tat, was er den Vater tun sah. Der Vater wirkte durch Jesus. Es ging Jesus aber nicht um Zuschauerzahlen. Es ging ihm nicht um Reklame für seinen Club. Es ging ihm nicht darum, populär zu sein. Es ging ihm auch nicht darum, seine theologische Überzeugung zu beweisen und die Kritiker blass aussehen zu lassen.
Er hatte keinerlei Ambitionen, durch Werke oder Worte den Beweis anzutreten, dass er wirklich der Messias war. Zwar sagte er zu Philippus, dass die Jünger wenigstens wegen seiner Werke an ihn glauben sollten, aber es ging ihm nie um die Wunder, nie um die Zeichen an und für sich. Er weigerte sich, die Wundersucht der Massen zu befriedigen. Er lehnte es ab, auf Wunsch und zum Beweis für seine Sendung als Messias irgend etwas zu tun. Zwei Beispiele:
Dann antworteten ihm einige der Schriftgelehrten und Pharisäer und sprachen: »Lehrer, wir möchten ein Zeichen von dir sehen!« Er aber antwortete und sprach zu ihnen: »Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht begehrt ein Zeichen, und kein Zeichen wird ihm gegeben werden als nur das Zeichen Jonas, des Propheten.« (Matthäus 12, 38-39)
Und die Pharisäer kamen heraus und fingen an, mit ihm zu streiten, indem sie von ihm ein Zeichen vom Himmel begehrten, um ihn zu versuchen. Und er seufzte auf in seinem Geist und spricht: »Was begehrt dieses Geschlecht ein Zeichen? Wahrlich, ich sage euch: Nimmermehr wird diesem Geschlecht ein Zeichen gegeben werden!« Und er ließ sie stehen, stieg wieder ein und fuhr an das jenseitige Ufer. (Markus 8, 11-12)
Jesus ging es nicht um die Wunder der Wunder wegen. Er wurde, zumindest von der religiösen Obrigkeit, oft genug gerade wegen der Zeichen angegriffen. Aber Jesus heilte trotzdem auch am Sabbat und antwortete auf Kritik:
Mein Vater wirkt bis jetzt, und ich wirke. (Johannes 5, 17)
Auch bei dieser Gelegenheit bestätigte er, dass er und der Vater eins waren. Dass der Vater in ihm war, dass er im Vater war. Als sich die Schriftgelehrten und Pharisäer darüber aufregten, erklärte er ihnen:
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich selbst tun, außer was er den Vater tun sieht; denn was der tut, das tut ebenso auch der Sohn. Denn der Vater hat den Sohn lieb und zeigt ihm alles, was er selbst tut; und er wird ihm größere Werke als diese zeigen, damit ihr euch wundert. (Johannes 5, 19-20)
Wie ist das bei uns? Zeigt uns Gott alles, was er selbst tut, weil er uns liebt? Zeigt uns Jesus noch größere Werke, die wir dann ausführen?

Vielleicht haben wir etwas übersehen: Die Zeichen und Wunder, die Jesus getan hat, die für seine Jünger (auch uns heute) den oben zitierten Worten gemäß der Normalfall sein sollten, geschahen aus Liebe. Gott liebt die Menschen, so sehr, dass er sein Kostbarstes geopfert hat. Gott will weder Krankheit noch Not.
Jesus stillte den Sturm, sättigte mit ein paar Broten und Fischen Tausende, verwandelte Wasser zu Wein, um jeweils einer Not abzuhelfen - aus Liebe zu den Notleidenden. Er heilte Kranke und
weckte Tote auf, aus Liebe zu den Betroffenen und Hinterbliebenen. Weil die Liebe Gottes zu den Menschen in ihm lebendig war.

Vielleicht werden wir Wunder tun, sobald wir damit weder unsere lokale Gemeinde, noch uns selbst, noch das Christentum an und für sich fördern wollen. Sobald in uns die Liebe Gottes zu den Menschen so lebendig wird wie in Jesus. Eine Liebe, die nicht verurteilt, nicht nach Schuld sucht, sondern eine Menge Sünden zudeckt und ausschließlich das Beste für den Menschen will. Für den Mitchristen genauso wie für den Moslem, für den Einflussreichen genauso wie für den Habenichts.