Dienstag, 16. Februar 2010

Grausige Zeiten - sogar in Berlin

Es ist ein Graus. Oder ein Segen. Je nachdem, welche Seite der Medaille man betrachten möchte.

Ein Graus ist mir der Fasching, der Karneval oder wie immer man dieses tumbe Treiben auch nennen mag. Erwachsene Menschen, die sich aufführen wie hirnamputierte Zombies auf allen doch eigentlich für seriös gehaltenen Fernsehkanälen zur besten Sendezeit.
»Leider erreiche ich die Firmenleitung wegen Fasnacht bei uns erst wieder am Dienstag«, schrieb mir der Kundendienst einer Firma, die fehlerhafte Ware geliefert hat. Na toll. Der Kunde muss sich gedulden, weil die Herren oder Damen aus der oberen Etage womöglich volltrunken auf den Straßen einher torkeln.
Selbst in Berlin lässt man inzwischen für die Narretei ganze Straßenzüge sperren. Früher war man hier wenigstens sicher vor dem Fasching, allenfalls in abseitigen Kneipen wurden maskierte Besäufnisse von ein paar Exilkölnern und Artverwandten geduldet.

Ein Segen ist das ganze Inferno insofern, als man das Fernsehgerät nach den Nachrichten sehr gerne ausschaltet und statt dessen ein Buch zur Hand nimmt, eintaucht in literarische Welten, in denen niemand mit roter Pappnase und aufgesetzter Scheinfröhlichkeit strohdumme Verse von sich gibt.

Soweit ich weiß, ist der Unfug am Mittwoch vorbei. Und das ist auch gut so.

Foto: WikiCommons

Montag, 15. Februar 2010

What's the buzz, tell me what's happening...

...singen die verschlafenen Jünger in »Jesus Christ Superstar«. Wenn sie ihre mobilen Telefone oder Netbook-PCs dabei gehabt hätten, wäre die Antwort leichter gefallen. Sie hätten eben mal bei Google-Buzz nachschauen können.
Jesus fragt in der Rock-Oper zurück: »Why should you want to know? Don't you know that it's all over...«

Soweit der Ausflug in die Musikgeschichte und mein Experiment mit Buzz. Ich habe festgestellt: Will ich nicht, brauch ich nicht. Aus die Maus - äh - das Buzz.

Fritz, der freundliche Bankier

Es scheint lange her zu sein, dass Deutschland nicht von Schnee und Eis bedeckt war. Doch gab es wirklich einmal eine Zeit, in der grünes Gras wuchs, die Klimaanlage im Auto meinem Bekannten, Bankier von Beruf, eine kühle Brise fächelte und die Menschen draußen unter der Hitze stöhnten. Mein Bekannter, nennen wir ihn ruhig Fritz, obwohl er nicht wirklich diesen Namen trägt, ließ sich gerade nach getaner Arbeit nach Hause chauffieren. Am Straßenrand wurde er zweier Männer gewahr, die - Fritz traute seinen Augen kaum - Gras an der spärlich bewachsenen Böschung ausrupften und aßen.
Fritz wies seinen Fahrer an, den Wagen anzuhalten. Er stieg aus und begann, das Vorkommnis zu untersuchen.
»Warum essen Sie Gras?«, fragte er den einen Mann.
Der schaute Fritz misstrauisch an und erklärte: »Weil wir kein Geld haben, um Essen zu kaufen. Mit irgendwas müssen wir den Magen füllen.«
Kurzentschlossen sagte Fritz: »Steigen Sie in meinen Wagen, ich nehme Sie mit nach Hause. Dort können Sie sich sattessen.«
»Aber«, meinte der Eingeladene unsicher, »ich habe meine Frau und zwei Kinder bei mir. Die sitzen da hinten unter dem Baum im Schatten.«
»Holen Sie Ihre Familie, die kann mitkommen.«
Dann wandte sich Fritz dem anderen Mann zu und lud ihn ein: »Sie kommen natürlich auch mit.«
Der Mann erklärte mit weinerlicher Stimme: »Das wird nicht gehen, denn ich habe meine Frau und sechs Kinder bei mir.«
Fritz hatte Zweifel angesichts der vielen Fahrgäste, aber der Weg war nicht mehr allzu weit, die Enge also vorübergehend und wohl ausnahmsweise zu ertragen. Er entgegnete: »Doch doch, das passt schon irgendwie. Alle einsteigen!«
Es war nicht einfach, aber schließlich hatten sich tatsächlich alle in die Limousine gequetscht. Die Kinder waren allesamt recht klein, das älteste mochte um die neun Jahre alt sein, so dass sie sich in den Fußraum und zwischen die Erwachsenen quetschen konnten. Der Chauffeur schaltete die Klimaanlage auf stärkere Durchlüftung, da die Temperatur im Wagen merklich anstieg. Bald wurde es wieder angenehm kühl.
Unterwegs sagte der eine Fremde: »Sie sind wirklich sehr nett! Vielen Dank, dass Sie uns alle mitgenommen haben.«
Fritz lächelte: »Gerne geschehen. Es wird Ihnen bei mir gefallen. Das Gras ist fast einen halben Meter hoch.«

Sonntag, 14. Februar 2010

Der Farbwandler

Unlängst führten mir meine beiden Enkel, Niclas und Vico, ihre Farbwandler-Modellautos vor. Wenn man sie erwärmt, beispielsweise in den Handflächen oder gar unter dem Wasserhahn, wechseln sie die Farbe. Sobald sie wieder abkühlen, gewinnen sie ihr vorheriges Aussehen zurück.
Inzwischen habe ich festgestellt, dass mein fahrbarer Untersatz, obwohl dieses Extra gar nicht in der Gebrauchsanweisung erwähnt oder erklärt ist, das gleiche kann. Wenn ich morgens aus dem Fenster schaue, nach kühler Nacht, begrüßt er mich in schwarz-weißem Gewandt.
farbwandler
Auch der Vorbesitzer hatte mir nichts von dieser erstaunlichen Fähigkeit berichtet. Wenn das wie bei den Farbwandler-Autos meiner Enkel funktioniert, dann ist diese putzige Variante seine normale – nämlich kühle – Lackierung. Nach einigen Kilometern Fahrt, wenn ich an meiner Arbeitsstelle ankomme, ist er jedenfalls immer ganz schwarz, ohne weiße Flächen und Ornamente. Das müsste dann die Erwärmung-Variante seines Aussehens sein.
Mir scheint das ein ganz famoses heimliches Extra des Herstellers zu sein, dem ich unumwunden meinen Beifall für solch possierliche Farbspiele der Lackierung zolle.

Samstag, 13. Februar 2010

Bob Dylan: Come senators, congressmen...

Normalerweise sieht man ihn auf der Bühne nur behütet. Im Weißen Haus dagegen zeigte er ausnahmsweise mal  seine Lockenpracht.

Auf Youtube wurde das Lied wieder entfernt, das Video ist exklusiv bei PBS zu sehen. Einfach auf das Foto klicken:






Älter werden wir alle. Bob Dylan altert in Würde und bleibt dabei forever young. Mir gefällt die frische Interpretation dieses alten Liedes.

Freitag, 12. Februar 2010

Doch niemand geht irgendwo hin.

Hier geht es zu den E-Books Ganz und gar ohne Werbung, noch nicht einmal einen Hinweis auf diesem Blog gab es, steigt die Leserzahl bei meinem E-Buch »Die Entblößung« von Tag zu Tag. Gestern kam ein weiteres kurzes Büchlein mit drei Kurzgeschichten zum Feedbooks-Katalog hinzu, die alle von Bob Dylans Musik inspiriert wurden: »Doch niemand geht irgendwo hin.«
Downloadkönig ist »Zurück nach Korinth?«, übrigens jetzt um ein paar Tippfehler ärmer und ein paar Formatierungen reicher dank der detaillierten Hinweise eines Lesers.
Das ist auch ein Vorteil gegenüber gedruckten Büchern. Tippfehler, Textänderungen… – ganz schnell möglich, ohne eine Restauflage in den Müll werfen zu müssen.
Voraussichtlich Anfang der nächsten Woche erscheint bei Amazon.com exklusiv für den Kindle ein neuer Roman aus meiner Feder, »Wenn die Nacht vom Himmel fällt«. Mehr dazu, wenn es so weit ist.
expectingrainP.S. am 13. Februar:
Gestern hat Expecting Rain über diese kleine Veröffentlichung berichtet – da ist der Autor, in diesem Falle meine Wenigkeit,  erfreut und gerührt und dankbar.
Das ist nämlich so mit den Autoren: Die freuen sich, wenn ihre Werke gelesen werden. So wie Musiker sich freuen, wenn ihre Werke Zuhörer finden und Maler, wenn die Gemälde betrachtet werden.

Donnerstag, 11. Februar 2010

Buzz




Probieren geht bekanntlich über studieren.
Ich probiere Buzz.
Und finde Interessantes:
Warum auch nicht...

ONE sagt Danke.

Dank der mehr als 400.000 Menschen aus der ganzen Welt, die unsere Petition unterzeichnet haben, ist der Erlass von Haitis Schulden vielleicht nur noch eine Formalität.

4337213373_f18e74c3e7_o[1] Am Samstagnachmittag Ortszeit übergaben vier ONE-Unterstützer in der kleinen arktischen Stadt Iqaluit im Norden Kanadas eine lange Liste mit Unterschriften.

Mehr als 200.000 Unterstützerinnen und Unterstützer von ONE hatten sich für den vollständigen Schuldenerlass für Haiti eingesetzt. Dazu kamen noch einmal so viele Unterschriften von Partnerorganisationen, darunter auch Avaaz.

Die Petition wurde von Michèle Bertol, einer haitianischen Kanadierin, übergeben. Michèle ist – wie es der Zufall will – nicht nur Unterstützerin von ONE, sondern lebt auch schon seit 20 Jahren in der Stadt und ist Stadtplanerin für Iqaluit.

Nur wenige Minuten vor der Übergabe sagte der kanadische Finanzminister James Flaherty im Namen der G7:

Das Erdbeben hat unvorstellbare Schäden verursacht, die außergewöhnliche Maßnahmen erfordern. Wir sind uns einig, dass die Schulden keine Last sein sollten, die auf dem Wiederaufbau des Landes liegt. Die G7 hat sich dem Schuldenerlass verpflichtet. Tatsächlich wurden sämtliche bilaterale Schulden, die Haiti gegenüber den G7-Staaten hatte, bereits erlassen.
Die Schulden bei multilateralen Institutionen sollten ebenfalls erlassen werden. Wir werden mit diesen Institutionen und anderen Partnern zusammenarbeiten, damit dies so schnell wiemöglich geschieht. Wir haben über die langfristige Hilfe gesprochen, die Haiti benötigen wird, um sich von seiner derzeitigen Situation nach dem Erdbeben zu erholen.

Auch wenn der Schuldenerlass für die verbleibende $1 Mrd. genau genommen noch nicht umgesetzt ist, haben die G7-Staaten – Deutschland, die USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Japan und Italien – großen Einfluss auf die internationalen Geber, die schlussendlich und offiziell den Schuldenerlass beschließen müssen. Wir bei ONE sind uns sicher, dass der Erlass sämtlicher Schulden Haitis nun näher als je zuvor ist – und hoffen, dass auch die Details bald beschlossen werden.

Das alles war auch möglich durch hunderttausende Menschen aus aller Welt, die sich für die Menschen Haitis eingesetzt haben. Vielen Dank!

Einige meiner Blogbesucher sind an diesem Ergebnis durch ihre Stimme mit beteiligt – das macht mir Freude. Dieser Erfolg zeigt, dass die Stimmen vieler Menschen, wenn sie sich zusammenschließen, durchaus Veränderungen zum Guten bewirken können.

Foto und Fakten: Via ONE-Blog

Mittwoch, 10. Februar 2010

Neu gegen alt? Oder alt gegen neu?

Ich bin ratlos. Mit der Post kam eine Ergänzungslieferung für die »Tarifmappe«. Die muss immer aktualisiert werden, wenn sich Tarifverträge der Metallindustrie ändern.
So weit, so gut. Es war auch eine Anleitung dabei:


Nach der Lektüre der Anleitung beschlichen mich Zweifel. Das vergessene Komma nach dem Wort Sie mag ja noch durchgehen, aber: Ich kann den gelieferten neuen Text hinter dem weißen Registerblatt gegen den alten Text gar nicht austauschen. In der Tarifmappe befindet sich nämlich zur Zeit der alte Text. Und überhaupt, warum sollte ich einen neuen Text entfernen und den alten behalten? Beraubt das die ganze Lieferung nicht ihres Sinnes?
Ich würde ja auch nicht mein neues Auto gegen das alte austauschen, abgesehen davon, dass es auf dem Schrottplatz gelandet sein dürfte.

Vielleicht sollte ich es wagen, einfach der Gebrauchsanweisung ungehorsam zu sein und den alten Text gegen den neuen austauschen?

Dienstag, 9. Februar 2010

Literatur oder Literatortur

six booksDas eine oder andere Buch fange ich an und lege es dann - größtenteils ungelesen - beiseite. Entweder, weil der Inhalt mich nicht anspricht, oder weil der Stil, soweit einer erkennbar ist, mir nicht zusagt. Manches Buch nehme ich auch gar nicht erst in die Hand, weil die Leseprobe mich bereits überzeugt.
Beiseite gelegte oder nicht aufgenommene Bücher solcher Art sind nicht unbedingt schlechte Bücher. Es kann ja sein - nein, es muss ja sein, dass unterschiedliche Menschen unterschiedlich empfinden. Was mir nicht gefällt, mag anderen Lesern viel Freude bereiten – ein Blick auf die Bestsellerlisten beweist dies immer wieder.

In diesen Tagen hat sich herausgestellt, dass das neue Wunderkind der Berliner Literaturszene Helene Hegemann sich zumindest teilweise eher im copy&paste geübt hat, als ihr Buch selbst zu schreiben. Der Spiegel fragt gar: Droht ein Literaturskandal?
Neugierig geworden habe ich mir ein paar Textausschnitte des Buches von Airen und des Buches von Hegemann angeschaut und festgestellt: Für mich sind beide Werke eher Literatortur als Literatur.
Hegemann:
Ja, das tut mir jetzt natürlich auch total leid dass wir euch stören hier, aber das ist echt scheiße ohne Playstation an so einem Scheißtag. … Als Lars, unser Nachbar, Graphikdesign in London studiert hat, fotographierte er im Rahmen des Projekts Intimacy Muscheln von innen und begründete diese zugegebenermaßen beschissene Idee damit, dass der Innenraum einer Muschel viel mit der Anatomie und dem Muskelaufbau des Menschen zu tun habe und so. … Ich weiß auch nicht so genau, die Struktur vom Inneren einer Muschel hat was total Intimes. … Das ist wirklich ziemlich große Scheiße! … Der Typ hat auch gedacht, ich hätte ihn verarscht, krass oder?
Quelle: http://www.berlinerliteraturkritik.de/detailseite/artikel/knallhartes-debuet.html
Airen:
... Wir danceten dann wieder etwas abseits und dann und wann nahm sie mich und schrie mir Sachen ins Ohr. ... Zu Hause will ich mir dann wirklich einen wichsen. ... Natuerlich kommt dann der Stromausfall genau in dem Moment, in dem Dillan Lauren ihre Muschi von innen gegen den Flatscreen drueckt. Drei Minuten spaeter betrachte ich teilnahmslos die Samenstrahlen, die sich auf meinen Bauch ergiessen. ...
Schnauze, Maul und Klappe zu. Alle koennen aufstehen, sich auf drei nen Fressenschalg abholen und in Reih und Glied wieder hinsetzen. ...
Quelle: http://airen.wordpress.com
Nun ja. Man mag argumentieren, dass dies die authentische Sprache der jungen Generation abbildet, was wohl zumindest auf einen Teil der Jugendlichen zutrifft. Man kann auch sagen, dass es nicht verkehrt sein kann, wenn die Literatur »dem Volk aufs Maul« schaut. Und es ist zweifellos richtig, dass Kunst oft provoziert, provozieren muss. Ich habe selbst so manche Texte verfasst, bei denen der eine oder die andere unter den Lesern deutlich die Auswirkungen geglückter Provokation erkennen ließen. Ich würde auch keineswegs die unsinnige Forderung aufstellen, dass einem Schriftsteller das Wort Scheiße ein Tabu sein muss. Nein, bestimmt nicht.

Jedoch: Muss es wirklich sein, dass die Sprache dermaßen jegliches Niveau verliert? Wenn der Autor »einen wichsen« will, dann habe ich daran nichts auszusetzen, und dass er »teilnahmslos die Samenstrahlen auf dem Bauch betrachtet«, ist sogar ein ganz hervorragender literarischer Kunstgriff. Die empfundene Ernüchterung und Langeweile nach der Ejakulation hat er so mit knappen Worten treffend ausgedrückt.
Allerdings meine ich, dass ich weder lesen will, dass jemand »dancete«, noch muss ich erfahren, dass ein »Fressenschlag« abzuholen ist oder miterleben, dass spätestens in jedem zweiten Satz »Scheiße«, »verarscht«, oder »ficken« vorkommt.
Den Leseproben nach zeichnet sich das vielgepriesene Buch von Helene Hegemann durch eine ähnliche oder gleiche Wortwahl aus wie das Werk von Airen, aus dem sie (unter anderem) abgeschrieben hat. Gelesen habe ich beide Bücher nicht und werde es auch nicht tun. Ich habe auch »Feuchtgebiete« von Charlotte Roche nicht gelesen, die verfügbare Leseprobe des Buches war ebenfalls abschreckend genug. Da heißt es beispielsweise:
Außerdem habe ich schon viele Jahre, von fünfzehn bis heute, mit achtzehn, trotz eines wuchernden Blumenkohls sehr erfolgreich Analverkehr. Sehr erfolgreich heißt für mich: kommen, obwohl der Schwanz nur in meinem Arsch steckt und sonst nix berührt wird. Ja, da bin ich stolz drauf.
Quelle: http://www.brigitte.de/liebe-sex/sex-flirten/feuchtgebiete-leseprobe-566936/
Nun möge man das nicht falsch verstehen, als sei ich prüde. Erotische Szenen oder Geschichten schätze ich durchaus; kürzlich las ich Invisible von Paul Auster, das diesbezüglich reichhaltig ausgestattet ist, demnächst schreibe ich vielleicht noch eine Rezension dazu. Auch Siegfried Lenz gelingen Szenen, die Bewegung unter der Gürtellinie anregen, und vielen anderen Autorinnen und Autoren der Weltliteratur. Oder der sogenannten Populärliteratur, wie Brenda Jackson mit ihrem Bestseller Irresistible Force.

Auch Helene Hegemann hat einen Bestseller geschrieben, und die Aufregung um die kopierten Passagen mag sogar die nächste Auflage noch steigern helfen. Eine richtige Handlung scheint das Buch nicht zu haben, nicht zu brauchen, es reicht wohl, Sex und Drogenexzesse in allen Variationen mit ausgesucht vulgären Ausdrücken zu schildern, um die Bestsellerlisten zu stürmen. Charlotte Roche hat es vorgemacht, andere ziehen nach.

Nun gut. Auch die BILD findet ja Leser, massenhaft. Ich halte mich aber auch zukünftig lieber an Literatur, die mir in einer Sprache begegnet, bei der mir nicht ständig die Haare zu Berge stehen. Es gibt ja bereits genügend Käufer für Arsch-Scheiße-danceten-Kacke-Bücher.