Montag, 3. Januar 2011

O weh - Geduld tut not!

Liebe ungeduldige Blogbesucher!
Ja, es wird weiter gehen mit Jessika und ihrem verhängnisvollen Abenteuer. Ich habe angefangen, die Fortsetzung zu schreiben, aber die schreibt sich eben nicht selbst. Da muss ich schon die Tastatur bedienen.
Versprechen will ich nichts, aber voraussichtlich folgt noch im Lauf dieser Woche die nächste Episode. Jessika bekommt Hilfe beim Entweichen us dem Tumult im Zug. Jawohl.
Also Geduld, bitteschön. Das Warten wird demnächst belohnt.

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Euro-English

The European Commission has just announced an agreement whereby English will be the official language of the European Union rather than German, which was the other possibility.
As part of the negotiations, the British Government conceded that English spelling had some room for improvement and has accepted a 5-year phase in plan that would become known as 'Euro-English'.
In the first year, 's' will replace the soft 'c'. Sertainly, this will make the sivil servants jump with joy. The hard 'c' will be dropped in favour of 'k'. This should klear up konfusion, and keyboards kan have one less letter.
There will be growing publik enthusiasm in the sekond year when the troublesome 'ph' will be replaced with 'f'. This will make words like fotograf 20% shorter.
In the 3rd year, publik akseptanse of the new spelling kan be expekted to reach the stage where more komplikated changes are possible.
Governments will enkourage the removal of double letters which have always ben a deterent to akurate speling.
Also, al wil agre that the horibl mes of the silent 'e' in the languag is disgrasful and it should go away.
By the 4th yer people wil be reseptiv to steps such as replasing 'th' with 'z' and 'w' with 'v'.
During ze fifz yer, ze unesesary 'o' kan be dropd from vords kontaining 'ou' and after ziz fifz yer, ve vil hav a reil sensibl riten styl.
Zer vil be no mor trubl or difikultis and evrivun vil find it ezi tu understand ech oza. Ze drem of a united urop vil finali kum tru.
Und efter ze fifz yer, ve vil al be speking German like zey vunted in ze forst plas.

(Quelle: wurde mir via E-Mail zugespielt. Gefunden in der English Lounge bei Xing.)

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Gelesen im Jahr 2010

Im Januar habe ich begonnen, eine Liste zu führen mit den gelesenen Büchern. Ich wusste nie so recht, wie viele Bücher pro Jahr ich lese, das sollte sich 2010 ändern. Und siehe da: Es sind eine ganze Menge.

Hier nun meine Liste, das Kürzel am Schluss ist so eine Art Schulnote: + heißt 1-2; 0 heißt 3-4, – heißt 5-6. Die beiden Bücher, die ich nicht zu Ende gelesen habe, sind in roter Schrift, die darf ich also nicht mitzählen.

Autor; Titel; Bemerkung;  +/0/-


Das beste meiner 2010-BücherAdelaja, Sunny; Heavenly Atmosphere in the Family; a mix between 'mediocre' and 'plain wrong'; -
Adelaja, Sunny; The Whole World is Waiting for You; not all bad, but very one-sided and often inconsistent; -
Auster, Paul; Invisible; splendid!; +
Auster, Paul; The Music of Change; splendid!; +
Auster, Paul; In the Country of Last Things; splendid!; +
Baranek, Dirk u. a.; twitter - Das Leben in 140 Zeichen; unterhaltsam, lustig, kurzweilig; +
Bevins, Winfield H.; Holy Spirit; nothing new, but well written; 0
Cleland, John; The Life and Adventures of Miss Fanny Hill; a very old-fashioned scandal - boring. Didn't finish reading…; -
Crichton, Michael; Pirate Latitudes; great! - very thrilling - too bad there won't be more Crichton books; +
Crichton;  Michael; A Case of Need; good book, but not very good; +
Dunsany, Lord; Fifty-One Tales; a beautyful collection of stories; +
Ehris, Wagner u. a.; Beziehungsweise leben; informativ, breitgefächert, gut lesbar; +
Goethe, Johann Wolfgang von; Die Leiden des jungen Werther; Auch beim dritten Lesen mitreißend, wunderbare Sprache; +
Gordon, Jan; Black Silk; nicely written fantasy, including tasty erotic scenes; +
Graf, Christof; Leonard Cohen: Titan der Worte; gut recherchiert, aber viele Wiederholungen, Cohen-Texte auf Deutsch ohne englisches Original; 0
Grisham, John; Ford County; splendid!; +
Grisham, John; Theodore Boone; splendid!; +
Hack, Kerstin; Die Hütte und ich; zwiespältig - locker geschrieben, aber manchmal nicht ganz nachvollziehbar; 0
Hearn, Lafcadio; Die Geisha; klassisch mittelprächtig; 0
Hemmingway, Ernest; The Complete Short Stories; mixed: good / very good / boring; +
Henoch; Das Buch Henoch; ziemlich wirres Zeug; -
Higgins Clark, Mary; Moonlight Becomes You; suspense until the last pages - very good book.; +
Hornby, Nick & others; Speaking With The Angel; very interesting mix of writers and stories. Thumbs up!; +
Hustvedt, Siri; The Blindfold; several unconnected stories or a novel? well written and entertaining; +
Jelinek, Elfriede; Lust; grauenhaft, nach 50 Seiten beiseite gelegt; -
Joyce, James; Dubliners; not bad, only sometimes too longwinding; +
Kafka, Franz; Die Verwandlung; klassisch, gut, schwacher Schluss; 0
Kafka, Franz; Das Schloß; meist gut, wenngleich gelegentlich ermüdend - kein Schluss; 0
King, Stephen; Cell; second reading was as thrilling as first. great book!; +
King, Stephen; UR; splendid!; +
King, Stephen; The Eyes of the Dragon; different - but very good, excellent entertainment; +
King, Stephen; Blockade Billy; noone else can tell a tale like this. Great!; +
King, Stephen; Full Dark, No Stars; more than splendid. excellent!; +
Lenzen, Christof; Lass dich fallen und flieg!; wohltuend anders als erwartet. Daumen hoch!; +
Löhr, Robert; Das Hamlet-Komplott; nicht so brillant wie das Erlkönig Manöver, aber unterhaltsam.; +
London, Jack; When God Laughs & Other Stories; a swell classic - entertaining and well written; +
Mankell, Henning; Der Feind im Schatten; großartiger Roman, würdiger Abschluss der Wallander-Reihe; +
Mann, Klaus; Speed - Erzählungen aus dem Exil; amüsant, nachdenklich, albern und ernsthaft. Prima Lektüre; +
Mann, Thomas; Der Tod in Venedig; klassisch und immer wieder gut; +
McDermid, Val; A Darker Domain; very british, thrilling, surprise ending; +
Patterson, James; Cross; a real thrilling thriller; +
Poe, Edgar Alan; Tales of the Grotesque and Arabesque; classic mix: good / very good / sometimes boring; +
Rath, Hans; Man tut, was man kann; unbeschwerte Ferienlektüre, gut erzählt und unterhaltsam; +
Sarrazin, Tilo; Deutschland schafft sich ab; sehr gut recherchiert, interessant geschrieben. Guter Weckruf.; +
Small Stories; Uncollected Stories; entertaining in a mediocre way, that's all; 0
Stephens, James; Irish Fairy Tales; outdated somehow. gets boring now and then, sometimes very good.; 0
Stephens, S.C.; Thoughtless; not good, not bad, just mediocre.; 0
Storm, Hans Theodor; Der Schimmelreiter; auch nach Jahrzehnten wieder eine spannende Erzählung; +
Suter, Martin; Lila, Lila; locker-leichte Lektüre mit Spaß und Spannung; +
Suter, Martin; Der Koch; unterhaltsam, überraschend und gut erzählt; +
Twain, Mark; The $30.000 Bequest & other short stories; entertaining and often funny, pleasant reading; +
Walser, Martin; Mein Jenseits; wunderbare Lektüre, beeindruckende Literatur; +
Walter, Roland; Streiflichter; interessante Einblicke in ein Leben mit Behinderung; +
Wolf, Christa; Stadt der Engel oder The overcoat of Dr. Freud; wesentlich interessanter als erwartet, großartiges Buch.; +

Demnach habe ich (ohne die beiden vor dem Ende beiseite gelegten) 52 Bücher gelesen, immerhin. Das beste Buch war für mich Full Dark, No Stars, dicht gefolgt von Stadt der Engel und Ford County. Ich bin gespannt, wie viele es 2011 werden.

Dienstag, 28. Dezember 2010

Jessika – ein Verhängnis /// Teil 4

Zunächst, die regelmäßigen Besucher dieses Blogs erwarten das bereits, der Hinweis auf die vorangegangenen Folgen dieser Erzählung: [Teil 1] /// [Teil 2] /// [Teil 3]

Die geschätzten Leser haben mal wieder mit ihrer Abstimmung für einen Fortgang gesorgt, den ich nicht beabsichtigt hatte. Ich wollte Jessika so schnell wie möglich in Berlin haben. Aber gut – Spielregeln sind nun mal Spielregeln. Und was nun im Zug passiert, damit Jessika nicht einfach so abfliegen kann, gefällt mir sogar recht gut. Bittesehr:

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Im Abteil, Jessika gegenüber, saß eine Familie, Vater, Mutter, Tochter. Das Mädchen mochte fünf Jahre alt sein. Sie war zappelig, ungeduldig, typisch Kind eben. Stillsitzen war ihr fremd und unangenehm.

Die Eltern waren bemüht, die kleine Violetta im Zaum zu halten. Das gestaltete sich jedoch ziemlich schwierig. Sie ließ sich nur wenige Minuten bändigen, sei es mit Süßigkeiten, sei es mit Comic-Heften oder Versprechungen, was sie alles bekommen und erleben würde, wenn sie nur obediente und buona wäre. »Che palle!«, rief Violetta, als ihr gutmütiger Vater ihr zum dritten mal das gleiche Mickey-Mouse-Heft vorlesen wollte. Sie forderte vehement, dass andare a passeggio eine gute Idee wäre, und zwar zur Spitze des Zuges, dann bis zum Ende und dann vielleicht auch zurück zum Abteil.

Violetta ist abenteuerlustigJessika versuchte, zu lesen. Das Buch, Therapie von Sebastian Fitzek, war spannend genug, um es nicht aus der Hand legen zu wollen Das Quengeln und Jammern jedoch machte es unmöglich, sich zu konzentrieren. Schließlich sprach sie die kleine Violetta an: »Ti va di venire a la locomotiva?«

Wie dankbar doch beide Eltern aufatmeten, dass die Mitreisende keine Beschwerden vorbrachte, sondern sogar bereit war, das Kind einige Minuten abzulenken. Sie hatten Jessika bereits mehrfach wortreich erklärt, dass der Vater kaum laufen konnte, er habe sich bei einem incidente eine Verletzung der Wirbelsäule zugezogen, die zwar heilen würde, aber das brauche seine Zeit. Sein linker Fuß sei nahezu gefühllos. Die Familie war auf dem Weg nach Rom, um dort ein Fahrzeug mit automatischem Getriebe abzuholen, damit der Verletzte wieder Auto fahren konnte. Sie lebten auf einem kleinen Dorf bei Parma, es gab dort weder Bus noch Bahn, so dass der Vater nicht zur Arbeit kommen konnte. Er hatte – grazie a Dio! – einen Bürojob, aber zur Arbeit und zurück musste er eben irgendwie fahren können.

Jessika nahm nun die begeisterte Violetta an die Hand und machte sich mit ihr auf den Weg durch den Zug nach vorne. Die Wagen waren gut besetzt, einige Fahrgäste standen im Gang an den Fenstern und genossen den Fahrtwind, der hereinströmte. Bei den modernen Zügen konnte man ja keine Fenster mehr öffnen und war auf Gedeih und Verderb der Klimaanlage ausgeliefert, aber dieser Zug bestand noch aus den guten alten Abteilwagen, die Fenster konnten herunter geschoben werden. An der Zugspitze angekommen öffnete Jessika ein Fenster und streckte den Kopf hinaus, um festzustellen, ob die Lokomotive sichtbar war. Dann nahm sie die kleine Violetta auf den Arm und ließ sie hinausschauen. Begeistert schilderte das Mädchen den Anblick, der sich ihr bot, vergnügt ließ sie sich die Haare ordentlich durchpusten. Sie lehnte sich immer weiter hinaus, schließlich zog Jessika sie wieder herein und schloss das Fenster.

Violetta protestierte, aber Jessika konnte sie davon überzeugen, dass auch der Ausblick am Ende des Zuges interessant sein musste. Man könne dort die Schienen in der Ferne verschwinden sehen, es würde sich so anfühlen, als fliege man durch die Landschaft. Sie spazierten durch die Gänge und am Ende des letzten Waggons waren ovale Fenster, durch die man eine gute Aussicht hatte. Eine Weile betrachteten sie das in der Sonne glitzernde Band der silbernen Schienen, die vorbeiflitzenden Masten der Stromleitung, die Momentaufnahmen von Dörfern und Feldern.

Zurück im Abteil erzählte das Mädchen seinen Eltern begeistert, was alles zu sehen gewesen war auf dem Ausflug. Jessika lehnte sich in ihren Sitz und schloss die Augen, um ein wenig auszuruhen. Viel Schlaf hatte sie in letzter Zeit nicht gefunden.

Als sie etwa 20 Minuten später wieder aufwachte, war es still im Abteil. Die beiden Eltern schlummerten, Violetta war nicht zu sehen. Vermutlich war sie zur Toilette gegangen. Jessika nahm ihr Buch zur Hand und wollte weiterlesen, aber es gelang ihr nicht. Das Kind ist in Gefahr. Du musst nachsehen. Du musst JETZT nachsehen.

Sie stand auf, nahm ihre Handtasche mit und öffnete die Schiebetür des Abteils. Der Gang in ihrem Waggon war leer. Jessika schloss die Türe hinter sich und ging nach vorne zur nächsten Toilette. Die war leer. Keine Spur von Violetta. Sollte sie die Eltern wecken und fragen, wo das Mädchen war? Womöglich unnötige Aufregung verursachen?

Du hast nicht mehr viel Zeit. Du kannst ein Leben retten, statt eines zu nehmen. »Das ist nicht meine Art«, murmelte Jessika, aber sie machte sich auf den Weg nach vorne zur Zugspitze. Sie wusste nicht, was sie erwartete, aber immerhin hatte sie ihre Beretta bei sich. Als sie im vordersten Wagen ankam, sah sie die untere Hälfte von Violetta. Das Kind hatte es irgendwie geschafft, sich am Fenster hochzuziehen und hing mit dem Oberkörper im Freien, die Beine baumelten ohne festen Halt in den Gang. Jessika eilte nach vorne. Eine Frau kam aus einem Abteil, sah das Mädchen und begann zu kreischen. »Mama mia! Aiuto!«

Jessika stürmte an ihr vorbei, ließ die Handtasche fallen und griff nach den Beinen des Kindes, die gerade auf dem Weg nach draußen waren. Vermutlich durch das Geschrei erschreckt hatte Violetta die prekäre Balance verloren und drohte, aus dem Fenster zu fallen. Jessika hielt die Beine fest, aber es war ihr nicht möglich, den Körper wieder in den Zug zu ziehen, der Winkel zum Fenster war zu hoch. Jessika spürte, dass ihre Hände auf der nackten Haut der Beine keinen festen Halt fanden. Das Kind rutschte ihr davon, Violettas Kopf prallte von außen gegen die Scheibe.

Zwei kräftige Männerarme erschienen neben ihr, die Hände griffen um die Hüften des Kindes und gemeinsam mit Jessikas Anstrengung zogen sie das Kind wieder in den Wagen. Die hysterische Frau schrie immer noch, der Gang hatte sich mit Menschen gefüllt. Irgend jemand kam auf die glorreiche Idee, die Notbremse zu ziehen, als das Mädchen schon wieder im Wagen war. Die Bremsen griffen, der Zug wurde abrupt abgebremst, so stark, dass Jessika, die Violetta fest in den Armen hielt, das Gleichgewicht verlor und im Gang hinfiel. Der Mann, der zu Hilfe geeilt war, stürzte ebenfalls und kam neben den beiden zum Liegen.

Es herrschte ein ziemliches Durcheinander, als der Zug zum Stehen kam. Stimmen riefen dieses oder jenes, in den Abteilen waren Gepäckstücke aus den Netzen gefallen, Jessika hielt das schluchzende Mädchen fest an sich gepresst und blieb noch einen Moment liegen. Der Mann neben ihnen rappelte sich auf und reichte Jessika die Hand, um ihr auf die Beine zu helfen.

»Bravo, bravissimo«, sagte er, »ultimo secondo!«

Jessika hatte sich wieder unter Kontrolle. Alles was sie in diesem Zug wollte, war unauffällig zu verschwinden. Nun stand sie im Mittelpunkt einer aufgeregten Menschenmenge, ein an der Stirn blutendes fremdes Mädchen schmiegte sich verängstigt an sie und der Zug stand still, was dazu führen würde, dass die Zugbegleiter und damit die Behörden sich der Sache annehmen würden.

Das hast du nun davon, dich einzumischen, du steckst ziemlich in der Scheiße, Jessilein. Aber sie hatte eigentlich keine Wahl gehabt. So wenig wie das Beenden diverser Leben war dieses Retten eines jungen Lebens etwas, was sie sich ausgesucht hatte. Fein gemacht, Jessilein. Wie kommst du jetzt raus aus der Zwickmühle?

Sie sah sich nach ihrer Handtasche um. Die war durch die Vollbremsung des Zuges einige Meter nach vorne gerutscht. Und sie war offen. Die Beretta war halb herausgerutscht, ihr deutscher Reisepass lag daneben, ein Lippenstift war noch ein Stück weiter gekullert. Gerade bückte sich der Held, der Violetta mit ihr zusammen in den Zug zurück gezogen hatte, nach der Handtasche. Er betrachtete die Waffe, zuckte mit den Schultern, schob sie in die Tasche zurück, sammelte den Lippenstift auf, ließ ihn in die Tasche fallen und behielt den Reisepass in der Hand. Er schaute Jessika an: »Gehört das Ihnen?« fragte er.

Zwei uniformierte Bahnbedienstete kamen in den Wagen und wollten wissen, wer die Notbremse gezogen hatte. Hinter ihnen erschien Violettas Mutter, bleich und mit ängstlichen Augen. Als sie ihr blutendes Kind sah, schrie sie auf und stürmte durch den Gang. Sie riss ihre Tochter an sich und der Mann fragte Jessika erneut: »Gehört das Ihnen?«

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So, liebe Leser. Was nun? Ich könnte ja jetzt verraten, wie ich mir den Fortgang wünsche, aber ich enthalte mich jeden Kommentares und ersuche die geschätzten Blogbesucher um deren Meinung. Die ABstimmung läuft bis zum 2. Januar, dann sehe ich bestimmt anhand der Ergebnisse, wie ihr euch die Fortsetzung vorstellt.

Kommt Jessika ohne Komplikationen aus dem Tumult heraus?
Ja, sie kann entwischen.
Nein, sie wird als Heldin gefeiert.
Ja, aber nur mit fremder Hilfe.
Auswertung

Montag, 27. Dezember 2010

Na gut. Dann eben...

...nicht nach Berlin. Es sieht so aus, als wollten die treuen Leser Jessika einstweilen in Italien aufhalten. Ich werde morgen noch mal nach der Abstimmung schauen, aber ich vermute, es wird dabei bleiben. Demnach muss ich mal wieder Streetview bemühen und mir ein paar mögliche Schauplätze in Rom oder andernorts anschauen.

Ich habe schon so eine Idee, was passieren könnte. Vielleicht komme ich im Laufe der Urlaubswoche dazu, weiter zu schreiben.

Samstag, 25. Dezember 2010

Freitag, 24. Dezember 2010

Ostergeschenk und Cliff+Larry

Ich weiß gar nicht mehr, vor wie vielen Jahren ich den Text verfasst habe, aber neulich wurde er bei Glaube.de wieder ausgegraben - was ich zufällig erfahren habe, da ich ja dort seitetlichen Jahren nicht mehr in der Redaktion mitarbeite. Heute würde ich ein paar Formulierungen hier und dort anders wählen, aber an und für sich gefällt mir dieser alte Artikel doch noch.

Und da ja vor lauter Weihnachtrubel niemand an Ostern denkt ... und weil Weihnachten sinnlos wäre ohne Ostern … und überhaupt … bitte schön, hier geht es lang: Das Ostergeschenk.

So, und wer nicht lesen mag, sondern eher gute Musik schätzt (oder zur Lektüre den musikalischen Genuss ergänzen möchte), darf sich an Cliff Richard und Larry Norman erfreuen, die musikalisch erklären, inwiefern Jesus nicht nur der Felsen ist, der fest und unerschütterlich ist, sondern auch den Felsen davon rollen kann, der uns in der Grabkammer einsperrt. Wenn der wegrollt, dann ist Ostern.

Aller reden derzeit von einem Säugling im Stall, aber Larry erinnert daran, dass Jesus ein U.F.O. ist, das sich bereits im Anflug befinden könnte: Cliff und Larry zusammen

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Don’t need to be a weatherman to know which way the wind blows

Bob Dylan hat via Facebook auf dieses Sony-Projekt hingewiesen. Ich habe mir ein paar Ergebnisse angeschaut/angehört und war vor allem überrascht, wie viele junge Menschen sich offenbar mit Bob Dylan und seiner Musik intensiv beschäftigen. Fein. Sehr gut so.

Don't follow leaders! Watch the parking metaws!

[The Remix Project]

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Jessika – ein Verhängnis /// Teil 3

Nun hat das Warten ein vorläufiges Ende, und das Quengeln wird belohnt. Jessika darf weiter ihr (Un)-wesen treiben. Da freut sich der eine oder die andere unter den Blogbesuchern.

Wer nicht mehr so ganz in Erinnerung hat, was bisher geschah oder die ersten Teile noch nicht gelesen hat, tut gut daran, zunächst hier zu klicken: [Teil 1] /// [Teil 2]

So. Nun aber:

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Am nächsten Morgen war sich Jessika noch unschlüssig, ob sie Parma sofort verlassen oder eine eine Gelegenheit suchen sollte, sich des nächtlichen Besuchers zu entledigen. Der verblichene Signore Di Stefano machte ihr keine Sorgen, niemand konnte, soweit Jessika wusste, eine Verbindung zu ihr herstellen, abgesehen natürlich von Johannes. Der hatte aber offensichtlich keine Intentionen, sein Wissen mit den Behörden zu teilen. Er wollte sie kennen lernen, hatte er gesagt. Und war dennoch aufgebrochen und verschwunden.

Jessika stand auf und ging ins Bad, um sich eine heiße Dusche zu gönnen. Die Beretta hatte sie nicht wieder hinter der Lüftungsklappe versteckt, sondern zu der Bibel in die Schublade des Nachttisches gelegt. Es hätte ja sein können, dass Johannes – oder falls er doch die Polizei informierte anderer ungebetener Besuch – in ihr Zimmer eindrang. Noch einmal wollte sie nicht unvorbereitet sein.

Sie betrachtete aufmerksam ihr Spiegelbild, bevor sie unter die Dusche trat. Du siehst gut aus, und du wirst einfach nicht älter. Gut so. Sie ließ ihre Hände über ihren Körper gleiten, war zufrieden, dass ihr Fleisch nicht welk werden wollte, ihre Brüste waren fest, der Bauch flach, die Schenkel schlank und nirgends fand sich auch nur ein Hauch von Cellulite. Wie kräftig ihre Muskeln waren, konnte niemand auf Anhieb ahnen, denn sie sah keineswegs aus wie manche Frauen, die sich im Bodybuilding versuchten. Signore Di Stefano hatte die Kraft zu spüren bekommen, aber vermutlich kaum zur Kenntnis genommen in seinen letzten extatischen Sekunden auf dieser Erde. Bleib, wie du bist, zwinkerte sie ihrem Spiegelbild zu. 18 til I die!

Jessikas Fuß - Bild von sxc.huJessika drehte das Wasser an und genoss die Hitze auf ihrer Haut, das Prasseln, den Dampf, der schnell das Badezimmer in eine Nebelhöhle verwandelte. Sie ließ sich Zeit, dann griff sie zum Rasierer und sorgte dafür, dass ihre Körperhaare keine Chance hatten, überhaupt als Stoppeln sichtbar zu werden. Sie dachte zurück an Bernd, der war genauso glatt rasiert wie sie und hatte oft mit einem verschmitzten Zwinkern gefragt, ob sie Lust auf einen Smoothie hatte. Dass damit kein Getränk gemeint war, wussten beide. Bernd … er fehlte ihr. Mehr und mehr kam sie zu dem Schluss, dass sein Tod ein Fehler gewesen war. Leider konnte sie diesen Fehler nicht rückgängig machen.

Sie drehte den Wasserhahn zu und fand im dichten Nebel ihr Badetuch. Während sie sich abtrocknete, ging ihr Bernd nicht aus dem Sinn. Die Erinnerung an seine liebevollen Augen, seinen offenen Blick, den er so gut wie nie von ihr abwandte, wenn sie sich liebten. Die Erinnerung an das vertraute und doch immer wieder aufregende Gefühl, wenn sie eng umschlungen Haut auf Haut spürten und genossen. Bernd …

Jessika trat in ihr Zimmer, das nach der Hitze im Bad kühl erschien, obwohl die Temperatur in der Nacht angenehm für ihre bloße Haut gewesen war, der Decke hatte sie sich im Schlaf entledigt. Sie zögerte. Sollte sie sich anziehen und zum Frühstück nach unten gehen oder sich mit den Gedanken an Bernd noch eine Zeit des Verwöhnens und der Entspannung gönnen? Keine Termine drängten, niemand wartete auf sie.

Als sie vierzig Minuten später in den Frühstücksraum trat, sah sie Johannes am Fenster sitzen, eine Tasse Latte Macchiato stand vor ihm. Er lächelte ihr entgegen als sei seine Anwesenheit hier das Natürlichste der Welt und deutete einladend auf den zweiten Stuhl am Tisch. Jessika hätte fast den Kopf geschüttelt und sich einen anderen Platz gesucht, aber die Wirtin kam gerade aus der Küche und rief freudestrahlend: »Signora Jessika, finalmente! Alla buonora! Era ora!« Sie deutete auf Johannes: »Il signore personifica la pazienza!«

Nun der Wirtin zu erklären, dass sie jenen Herrn nicht kannte und dass er nicht ausgerechnet auf sie gewartet haben konnte, war sinnlos. Jessika setzte sich und Johannes strahlte sie an: »Guten Morgen! Du siehst blendend aus. Gut erholt und entspannt?«

Seine gute Laune war ansteckend, außerdem fühlte Jessika sich ja tatsächlich rundum wohl und zufrieden. Sie lächelte ihn an und erwiderte: »Auch guten Morgen. Hast du etwa hier auf mich gewartet? Schon länger?«

»Der Kaffee ist gut und die Wirtin plaudert gerne. Die Zeit ist mir nicht lang geworden.«

»Die Wirtin ist eine chiacchierona. Wie lange sitzt du denn schon hier?«

»Etwa eine Stunde. Ich hatte dich ursprünglich früher erwartet, aber der Genuss vor dem Frühstück hat dir sichtlich gut getan. Und gesund ist ein Orgasmus bekanntlich für den ganzen Organismus, da sind sich alle Forscher einig.«

Jessika versuchte, sich ihre Verwirrung nicht anmerken zu lassen. Hatte er an ihrer Türe gelauscht? Sie konnte nicht sagen, ob ihr womöglich lustvolle Laute entschlüpft waren oder nicht. Lärm gemacht hatte sie sicher nicht, aber es mochte doch das eine oder andere Stöhnen über ihre Lippen gekommen sein. Oder hörte er womöglich ihr Zimmer elektronisch ab? Da er ihre Beretta entdeckt und entladen hatte, konnte sie davon ausgehen, dass er sich längere Zeit in ihrem Zimmer aufgehalten hatte. Da konnte er durchaus Mikrophone oder gar Kameras versteckt haben.

Die Wirtin kam mit einem großen Tablett und servierte das Frühstück für zwei Personen. Sie schnatterte fröhlich über das Wetter, »bel tempo«, rief sie begeistert und wies mit dem Finger durch das Fenster auf die sonnenbeschienene Straße, verteidigte ihre kalorienreichen Backwaren, junge Menschen könnten ruhig mit »coscienza pulita« zugreifen und beteuerte, dass es von »buona educazione« zeugen würde, wenn die beiden alles aufäßen.

Johannes schenkte der Frau ein gewinnendes Lächeln und versicherte, dass kein Krümel übrigbleiben würde. Als sie wieder in ihrer Küche verschwunden war, blickte er Jessika erwartungsvoll an.

Sie beschloss, dass Angriff in diesem Fall die beste Verteidigung sein mochte und fragte: »Überwachst du mein Zimmer?«

»Wie kommst du denn darauf? Guten Appetit, lass es dir schmecken!«

»Woher weißt du dann, wie ich den Morgen verbracht habe? Oder stocherst du im Nebel und willst mich aushorchen?«

Sein Blick wirkte völlig offen, sie konnte keinen Funken von Verstellung oder Tücke entdecken, als er antwortete: »Wir sollten – wollten uns doch besser kennen lernen. Du gibst mir Rätsel auf, die ich zu lösen versuche. Ich versuche nur, mir ein möglichst umfassendes Bild von dir zu machen.«

»Mit Kameras und Mikrophonen.«

»Nein. Weder das eine, noch das andere.«

»Sondern?«

Johannes nahm ein weiteres Gebäckstück aus dem Korb und biss herzhaft hinein. »Hmmmm … die Sorte solltest du probieren! Himmlisch!«

Jessika starrte ihn unverwandt an und wiederholte: »Sondern?«

»Ich meine, dass es zu früh ist, dir das zu erklären.« Er runzelte die Stirn und verbesserte sich: »Nein, ich hatte eigentlich vor, dir alles heute zu offenbaren. Aber die Abstimmung verlief eben nun einmal anders, und an die eigenen Spielregeln muss man sich halten.«

Sie schüttelte den Kopf. Das mochte verstehen, wer es konnte, sie jedenfalls blickte nicht durch. Abstimmung? Spielregeln? Wovon redest du eigentlich? Wer bist du, Johannes? Jessika nahm ein Stück Panettone und bestrich es mit Butter. Sie probierte und stimmte zu: »Wirklich lecker. Die Wirtin backt das alles selbst, hat sie mir erzählt.«

Er nickte und schenkte ihr Orangensaft nach. Eine Weile aßen sie schweigend, dann schlug Jessika vor: »Wir könnten nachher einen Bummel zum Bapisterium und zum Dom machen, falls du nichts anderes vor hast.«

»Ich habe Zeit.«

»Sagen wir gegen 13 Uhr? Holst du mich hier ab?«

Er blickte ihr prüfend in die Augen und antwortete dann: »Wenn du um 13 Uhr vor der Pension wartest, werde ich da sein.«

Sie schafften nicht alles, was die Wirtin ihnen aufgetischt hatte, was diese beim Abräumen mit einem Wortschwall kommentierte, in dem »insensatezza« und »sfamarsi« häufig vorkamen. Dabei lachte sie so vergnügt wie immer und strich Jessika liebevoll über den Rücken. »Buon giorno, ma bella!« wünschte sie und strahlte dann Johannes an: »Arrivederci, cavaliere!«

Jessika begleitete ihn vor die Türe und sah ihm nach, als er wie in der Nacht zuvor in der Grünanlage verschwand. Dann ging sie in ihr Zimmer, packte ihre Sachen in den Koffer und die Pistole in die Handtasche. Es war jetzt 11 Uhr, sie hatte genügend Zeit. Sie bezahlte das Zimmer und verabschiedete sich von der Wirtin. Dann ging sie zu Fuß zum Bahnhof, es war ja nicht weit. Sie wusste nicht, welche Züge in den nächsten zwei Stunden abfuhren, aber die Hauptsache war, dass sie aus der Stadt verschwand, bevor Johannes sie um 13 Uhr zu suchen begann.

Um 12:15 Uhr saß sie im Express nach Rom, um 16 Uhr würde sie dort ankommen und dann entscheiden, wohin sie wollte. Sie musste, falls sie ein Flugzeug nehmen würde, die Beretta zurücklassen, aber weit von Johannes entfernt brauchte sie einstweilen keine schussbereite Waffe. Sie war sich nicht sicher, ob sie ihn töten wollte, im Gegenteil ihre Gefühle sprachen deutlich dagegen. Sie wollte ihn kennen lernen, das Mysterium durchdringen, verstehen, wer er oder was er war. Aber im Augenblick war die Flucht die bessere Wahl, denn er hatte offensichtlich alle Trümpfe in der Hand und sie selbst noch nicht einmal einen Joker.

Aus ihrer Handtasche holte sie das Buch, in dem sie zwei Tage zuvor zu lesen begonnen hatte. Dabei fiel ihr Blick auf die Postkarte, die im Nachttisch gelegen hatte. Sie hatte sie eingesteckt, um nichts an persönlichen Gegenständen zurück zu lassen. Liebe Grüße, Jessika – in ihrer eigenen Handschrift. Adressiert an jemanden in Berlin, der nicht Johannes hieß. Vielleicht sollte sie herausfinden, wer dieser Mensch war und was er mit Johannes zu tun haben mochte? Vielleicht fand sie in Berlin den Anfang des Fadens, den sie zu einem ordentlichen Knäuel aufrollen konnte, bevor sie über Tod oder Leben des unheimlichen Johannes entschied?

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So, nun sind wieder die lieben und die bösen Leser gefragt:

Jessika...
...fliegt nach Berlin.
...fliegt woanders hin. (Bitte als Kommentar ein Ziel)
...würde fliegen, wird aber aufgehalten.
Auswertung

Ich werde mal so etwa in vier oder fünf Tagen nachschauen, was die Leser sich wünschen.

Ach ja: Falls es jemandem zu mühsam ist, die italienischen Brocken im Text via Leo.org nachzuschlagen, dann möge er/sie einfach so unverstanden stehen lassen. Es war immerhin auch mühsam für mich, sie nachzuschlagen und aufzuschreiben. Bei dieser Gelegenheit einen herzlichen Dank an eine Mitarbeiterin italienischer Abstammung aus meiner Lieblingsabteilung, die ich bei zwei mir sehr zweifelhaften Zitaten gefragt habe und die aus meinem Entwurf des Satzes »Il signore personifica la pazienza!« ein überzähliges »t« entfernt hat. :-)

Fortsetzung? Folgt.

Samstag, 18. Dezember 2010

Nö.

Liebe Kollegen und Kolleginnen in der Firma PUK, liebe regelmäßige Blogbesucher, ich habe bisher nicht weiter geschrieben, was Jessika betrifft. Geduld ist die Mutter aller Tugend, und daher empfehle ich, dass sich die Ungeduldigen in dieser Tugend üben. Wenn das nicht gelingen sollte: In die Auslegeware beißen hilft auch.