Dienstag, 11. Oktober 2011

Italienische Erlebnisse /// Verkehr und Verhältnisse

The streets of Rome are filled with rubble, ancient footprints are everywhere, dichtete einst Bob Dylan, dem die Stadt seinem Lied When I Paint My Masterpiece zufolge ausnehmend gut gefallen haben muss. Was Herr Dylan in den Zeilen des Textes bezüglich der Straßen Roms nicht erwähnt, ist der Verkehr - allerdings mag der seinerzeit auch noch etwas weniger chaotisch gewesen sein als heutzutage.

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Wir fragten uns gelegentlich, inwieweit Fahrschüler Verkehrsregeln kennen lernen, ob zum Beispiel zum Unterricht eine Belehrung darüber gehört, dass eine rot leuchtende Ampel zum Anhalten auffordert oder wozu Fahrbahnmarkierungen gut sind. Es mag natürlich sein, dass der Römer und die Römerin das zur Fahrprüfung beherzigen, im Alltag jedoch hat es dann keine Bedeutung mehr.

Wir schlenderten durch eine Fußgängerzone, eine enge Gasse, links und rechts Tische und Stühle der Cafés und Restaurants, unsere Augen und Aufmerksamkeit waren auf die malerische Szenerie konzentriert, als von hinten, ziemlich dicht hinten sogar,  eine Hupe ertönte. Zwei Motorroller schlängelten sich mit nicht unerheblichem Tempo durch die Fußgängermassen. Kurz darauf kam uns ein PKW entgegen, der Herr am Steuer trug Anzug und Krawatte und bedankte sich für das Platzmachen mit freundlichem Lächeln. Nun wussten wir, dass Fußgängerbereich bedeutet, dass man es mit etwas weniger Fahrzeugen zu tun bekommt als auf anderen Straßen und ließen uns durch die pittoresken Straßenszenen die Aufmerksamkeit nicht mehr zu 100 Prozent rauben.

Weiß irgend ein Mensch oder eine Behörde, wie viele Motorroller und größere Maschinen in Rom unterwegs sind? Angesichts des chronischen und flächendeckenden Staus auf den Straßen ist so ein Zweirad wohl das einzige Fortbewegungsmittel, mit dem die römische Bevölkerung halbwegs zügig ans Ziel gelangen kann. Alle tragen Helm, aber ansonsten ... das Mobiltelefon zwischen Schulter und Kinn eingeklemmt plaudern sie beim Fahren vergnügt, die Damen tragen sommerliche Kleider, T-Shirt zu Jeans oder gepflegte Bürogarderobe, auch bei den Herren ist die Erfindung von Nierengurt oder robuster Schutzbekleidung unbekannt. Die Aktentasche oder der Einkaufskorb stehen zwischen den Füßen der Rollerfahrer, es hängen auch mal Tüten am Lenker. Kinder halten sich an ihren Müttern, Vätern oder den Griffen unter dem Sitz fest, immerhin ebenfalls behelmt. So geht es in Schlangenlinien munter durch den Stau, auch auf der Gegenfahrbahn kommt man bei Platzmangel oft recht zügig voran, und wenn man von ganz links nach ganz rechts muss, verlässt man sich darauf, dass Busse, LKWs und Autos Bremsen haben.

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Ach ja, das Stichwort Bremsen. In der Nähe des Colosseum beobachteten wir eine Ungeheuerlichkeit. Über die theoretisch dreispurige Fahrbahn, auf der vier Spuren Autos und dazwischen noch Motorroller unterwegs waren, führte ein Zebrastreifen, an dem einige Menschen warteten. Ein Autofahrer hielt an - was ein wildes Hupkonzert auslöste. Sein Fahrzeug wurde umrundet, manch böser Blick ging in seine Richtung. Wie konnte er auch einfach mitten auf der Fahrbahn anhalten, zum Verkehrshindernis zu werden! Die Fußgängergruppe blieb natürlich wo sie war, alles andere wäre lebensgefährlich gewesen. Schließlich fuhr auch das stehende Auto wieder an und alles war gut.

Zum Überqueren einer Straße benötigt man neben Mut und Entschlossenheit ein verlässliches Gespür für das eigene Tempo im Vergleich zu den herannahenden Fahrzeugen. Im Gehirn laufen blitzschnelle Berechnungen ab: Reicht die Lücke bei ungebremstem Fahrzeug? Reicht sie wenigstens, falls der Fahrer den Fuß vom Gas nimmt? Ob die Fußgängerampel, so es eine gibt, grün leuchtet oder nicht, hat mit dem Seitenwechsel nichts zu tun. Wir wussten das als deutsche Touristen nicht und betraten - blauäugig - die Fahrbahn, als das grüne Männchen dazu einlud. Ein Pulk wild hupender Mopedfahrer schoss vor und hinter uns vorbei, eine fesche Dame auf ihrem Roller streifte uns beinahe. Immerhin waren wir dann so geistesgegenwärtig, nicht etwa stehen zu bleiben, sondern fürbass zu schreiten, allerdings nun mit gebotener Eile und Augen für den trotz roter Ampel für die Fahrzeuge fließenden Verkehr.

Vom Bus aus konnten wir das bunte Verkehrsgeschehen - soweit ein Busfenster im Sichtfeld war - fasziniert beobachten. Zwar haben die Busse Fenster, große Fenster, aber die Sache mit dem Hinausschauen hängt davon ab, wo man eingequetscht wird. Ich hielt die Fülle in der Berliner S-Bahn in den vergangenen Wintern, als wegen Schnee und Eis so gut wie alle Züge ausfielen, für schlimm, bis wir nun in Rom mehrmals täglich den öffentlichen Nahverkehr als Transportmittel nutzten. Die Fahrkarte kostet nur einen Euro, erwerben kann man sie dort, wo Zigaretten verkauft werden. Das Entwerten des Fahrscheines im Bus ist dann allerdings häufig unmöglich, weil die Fahrgäste sich irgendwie noch in den Einstieg zwängen können, aber ein Durchkommen bis zum Automaten ist ausgeschlossen. Ganz vorbildliche Italiener reichen ihre Fahrkarte über die Köpfe hinweg in Richtung Entwerter und tatsächlich finden sich dann hilfsbereite Quetschgenossen, die das Wertpapier weiterreichen, entwerten und auf den Weg zurück zum zahlungswilligen Menschen bringen.

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In den Zügen dagegen kann man Fahrkarten nicht entwerten, das muss man am Bahnhof vor dem Einsteigen tun. Die Station Tiburtina, an der wir einmal die Eisenbahn bestiegen, war eine große Baustelle - weit und breit kein Automat zum Abstempeln der Billets in Sicht, weder vor, noch im Gebäude, auch auf dem Bahnsteig nicht. Wir stiegen trotzdem zu, denn bezahlte Fahrkarten hatten wir ja bei uns. Kurz vor dem Zielbahnhof erschien dann ein Herr mit amtlicher Uniform am Leib, dem die Aufgabe der Kontrolle schon von weitem anzusehen war. Er musterte stirnrunzelnd unsere ungestempelten Fahrkarten und machte dann mit Gebärdensprache, da er des Englischen nicht mächtig war, deutlich, dass er mit dem Anblick unzufrieden sei. Wir wiederum waren im Italienischen nicht bewandert, abgesehen von Floskeln des Alltags und klärten ihn in mustergültigem Englisch über die Zustände an unserem Einstiegsbahnhof auf. You can punch them now, versicherten wir ihm. Er kramte umständlich einen Zettel aus seiner Tasche, auf dem in fünf Sprachen zu lesen war, dass wir nun pro Person 50 Euro zu bezahlen hätten, weil die Fahrtausweise bei Antritt der Fahrt nicht ordnungsgemäß entwertet worden waren. Ich schüttelte den Kopf. No, Sir, we paid for the tickets, you may do the punching now, or whatever it takes to satisfy you. Er antwortete in seiner Muttersprache und wies mit strengem Zeigefinger auf den Zettel in seiner Hand. Ich widersprach erneut, die beste aller Ehefrauen erklärte ihm noch einmal das Fehlen jeder Entwertungsmöglichkeit am Bahnhof ... so ging es eine Weile hin und her. Schließlich steckte der Uniformierte frustriert seinen Zettel wieder ein und zog seines Weges, um vielleicht anderswo im Zug noch zahlungswillige Schwarzfahrer aufzutreiben, bevor wenige Minuten später der Endbahnhof erreicht war.

Wir sind es als Berliner gewöhnt, dass ein Bus das Ziel hat, das an seiner Stirnseite abzulesen ist. Es erwies sich als trügerisch, in Italien darauf zu vertrauen. Gewisse Zweifel waren uns bereits gekommen, als wir in Rom mit den Bussen unterwegs waren, aber unsere Stammlinie 60 fuhr - je nach Straßenseite der Haltestelle - in die gewünschte Richtung zum Hotel beziehungsweise ins Stadtzentrum, egal was vorne am Bus zu lesen war (falls die Anzeige nicht leer war). Mit einem Bus waren wir am letzten Reisetag vom Flughafen Leonardo da Vinci, wo wir unser Gepäck deponierten, in den am Meer gelegenen Ort Fiumicino gefahren. Von diesem Ort soll in einem späteren Bericht noch die Rede sein. Nach einem Nachmittag am Strand einschließlich Badevergnügen im angenehm temperierten Meer und dem vergeblichen Bemühen, in Fiumicino eine Mahlzeit in einem der zahlreichen Restaurants zu erwerben, wollten und mussten wir zurück zum Flughafen. Die Haltestelle auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Haltestelle, an der wir ausgestiegen waren, schien uns der geeignete Platz zu sein, auf einen Bus zu warten. Fahrpläne oder Übersichten über die hier verkehrenden Linien gab es nicht. Schließlich rollte ein Bus heran, auf dessen Stirnseite uns erfreulicherweise Aeroporte entgegen leuchtete. Die Fahrscheine, die man uns im Tabakladen verkauft hatte, gehörten allerdings zu einem anderen Busunternehmen oder waren sowieso keine Busfahrkarten - ein Entwerten am Automaten war unmöglich, da das Format falsch war. Egal, dachten wir, wir haben bezahlt und es sind ja nur zwei oder drei Stationen. Im Verneinen der Erklärungen eines Kontrolleurs waren wir ja mittlerweile geschult, falls es dazu kommen sollte. Der Bus fuhr los und weiter und weiter ... nach Rom. Ein freundlicher Fahrgast erklärte auf Nachfrage, dass der Flughafen keineswegs auf der Strecke dieser Linie lag. Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Italiener bewies sich erneut und auf der Stelle. Der Mann erkundigte sich bei anderen Fahrgästen und konnte uns dann sagen, an welcher Station wir in einen Zug zum Flughafen einsteigen konnten. Ein Tabakgeschäft war nicht in Sicht. Natürlich gab es auf dem Bahnhofsgelände keinen Schalter oder Automaten für Fahrscheine. Ich streckte den Kopf durch eine dienstlich anmutende Tür und fragte den Bahnbediensteten, der dort an einem Computerpult saß: Where can we buy train tickets, please? Er erklärte: To the right, leave the station, then turn left, there is a bar. Eine Bar statt einer Tabaccheria? Meinetwegen, dachte ich, fragte aber noch mal nach. Der Bahnhofsaufseher lächelte, stand auf und meinte follow me, worauf er uns bis zur Bar geleitete. Zwielichtige Gestalten tranken daselbst dieses oder jenes, beäugten uns, die wir als Touristen wohl leicht zu erkennen waren, interessiert. Es gab tatsächlich neben Schnaps, Wein und Bier auch Fahrkarten. Die Zeit reichte sogar noch, diese auf dem Bahnsteig ordnungsgemäß abzustempeln, bevor der Zug, der dann tatsächlich wie auf der Anzeigetafel versprochen zum Flughafen unterwegs war, mit uns an Bord abfuhr.

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Samstag, 8. Oktober 2011

Italienische Erlebnisse /// Die Freundlichkeit von Fremden

Der Flug verlief angenehm, die Ankunft am Fiumicino Flughafen gegen 8 Uhr morgens ebenso und auch der Zug in die Stadt war schnell gefunden und bestiegen. Am Zielbahnhof wollten wir einen Bus zum Hotel nehmen, für die letzten 6 Kilometer. Jedoch: Streik bei den Busfahrern und der U-Bahn.

Das schlaue Mobiltelefon gab über die Fußgängernavigation Auskunft, wie das Hotel in rund 60 Minuten zu erreichen wäre – und da wir gut zu Fuß sind und beide nur je eine Tasche als Handgepäck mithatten, beschlossen wir, in den Vormittag hinein zu wandern und auf dem Weg schon einmal Rom ein wenig kennen zu lernen. Ein leicht mulmiges Gefühl war allerdings dabei, da der Akku des Telefons halb entladen und die Navigation als Stromfresser bekannt war. Dennoch liefen wir los, in der Annahme, jederzeit ein Taxi finden zu können, falls uns der Weg zu lang werden oder der Strom ausgehen sollte.

image Rom präsentierte sich dort, wo wir unsere Wanderschaft begannen und fortführten, nicht von einer präsentablen Seite. Müll und Schmutz wohin man auch blickte, Lärm von Baustellen und dem uns noch ungewohnten Straßenverkehr, Bürgersteige, die plötzlich endeten und uns zwangen, die Fahrbahn zu begehen … aber tapfer hielten wir durch, obwohl die Hitze merklich zunahm.

Die Navigation führte uns in eine recht verlassene Gegend, eine Brücke wäre zu überqueren gewesen – jedoch erwies sich das als unmöglich. Der Zugang war Privatgelände, eingezäunt. Ein aufmerksamer Bewohner belehrte uns, dass an dieser Stelle finito sei, keinesfalls könne man an den Brückenaufgang gelangen. Noch etwas skeptisch umrundeten wir das eingezäunte Gebiet, um dann mit eigenen Augen zu sehen, dass tatsächlich alles abgesperrt war.

Mittlerweile waren wir über eine Stunde unterwegs, durstig, verschwitzt (die Temperatur hatte sich auf rund 28 Grad im Schatten eingepegelt) und nun mussten wir ein gutes Stück zurück gehen, um über eine größere Straße zu einer anderen Brücke zu gelangen. Als wir die Straße erreichten, verabschiedete sich das Mobiltelefon, da der Akku nun so leer war wie der Hundenapf nachdem Max, der in Berlin geblieben war, sich bedient hat. Immerhin wussten wir noch, in welche Richtung wir zu gehen hatten.

Straßen ohne Gehweg, Staub, Durst, das Gepäck mit jedem Schritt schwerer – nach 90 Minuten Wanderung war uns klar, dass nur noch ein Taxi helfen konnte. Jedoch: Es war keines zu sehen, nirgendwo, so lange wir auch weiter wanderten. An einer Tankstelle baten wir schließlich darum, uns ein solches zu rufen. Der Tankwart wusste zwar die Telefonnummer, aber er hatte wohl kein Telefon oder wollte es nicht benutzen. Mangels Strom im eigenen Telefon kam ein Anruf sowieso nicht in Frage, abgesehen davon, dass wir keine Ahnung hatten, wo wir uns befanden und wie wir das dem Taxifahrer erklären sollten. Ein Kunde an der Tankstelle kramte sofort sein Telefon aus der Tasche und bemühte sich längere Zeit, uns behilflich zu sein, aber er bekam keinen Anschluss über das Funknetz. Schließlich riet er uns, etwa 50 Meter weiter in einer Bar zu fragen.

Der Barkeeper war sofort und ohne Umstände hilfsbereit. Sein Festnetztelefon funktionierte, aber er bekam über mehr als 20 Minuten nur immer den Hinweis zu hören, dass es keine freien Taxis in der Region gäbe. Kein Wunder eigentlich, da ja Bus und U-Bahn streikten. Unverdrossen probierte er es weiter, unterhielt sich mit mehreren Kunden über unsere Angelegenheit und versicherte uns immer wieder: We will take care of your problem!

Soweit ich es mitbekam, gelang es schließlich einem der Barbesucher, über sein Mobiltelefon einen Freund zu erreichen, der sich in Bahnhofsnähe befand und von dort aus auf unerforschliche Weise einen Taxifahrer bewegen konnte, in der Bar anzurufen. Freudestrahlend verkündete unser freundlicher Barkeeper schließlich: Your taxi will be here in 20 minutes!

Wir bedankten uns herzlich und warteten dann, den Durst einigermaßen gestillt, vor der Bar. Nach einer Weile, die den 20 Minuten noch recht ähnlich war, fuhr tatsächlich ein leeres Taxi heran, allerdings hielt es nicht bei der Bar, sondern fuhr in die Tankstelle. War das doch nicht unser Wagen? Egal, dachten wir, es ist ein Taxi ohne Fahrgäste, also los! Der Fahrer stieg aus und kam uns entgegen – I didn’t find the bar, but this is your car.

imageDie Adresse unseres Hotels, Via Cilento, war dem Fahrer unbekannt. Er kramte seine Lesebrille aus dem Handschuhfach, um unseren Zettel mit der Anschrift des Hotels zu studieren. Er unterhielt sich anschließend mit seiner Zentrale und hatte dann wohl eine ungefähre Ahnung, wohin er fahren musste. Mit rund 60 Stundenkilometern ging es dann ab in den Verkehr, der an sich schon beunruhigend war. Als der Fahrer, ohne abzubremsen oder gar anzuhalten, seine Lesebrille aufsetzte, einen Stadtplan auf dem Lenkrad deponierte und eifrig die Via Cilento suchte, war der Moment für mich gekommen, nach dem Haltegriff über der Tür zu greifen und diesen bis zum Ziel nicht mehr loszulassen.

Wer noch nicht in Rom unterwegs war, kann sich vermutlich den Verkehr nicht vorstellen. Es gelten keine Regeln, sondern Geschicklichkeit ist Trumpf, tausende von Motorrollern schlängeln sich – gerne auch auf der Gegenfahrbahn – zwischen den Autos durch, Zebrastreifen sind lediglich Ornamente, damit der Asphalt nicht so eintönig aussieht, auch eine Ampel, die für die Fußgänger grün zeigt, hat keine Bedeutung. Es gibt kaum einmal ein Auto zu sehen, das keine Beulen und Kratzer hat, auch neue Modelle zeigen an den Kotflügeln und Stoßstangen, dass ihre Fahrer sich bereits durch Rom bewegt haben. Unser Taxi kam allerdings ohne Rempelei schließlich vier Stunden nach der Landung in der Nähe unseres Hotels an, und wir stiegen glücklich und erschöpft aus.

Die Freundlichkeit von Fremden hatte uns geholfen, als wir rat- und kraftlos schon am ersten Vormittag in Rom in einer Bar gestrandet waren. Die italienische (oder römische) Hilfsbereitschaft sollten wir in den nächsten Tagen noch mehrfach erleben.

Sonntag, 2. Oktober 2011

Pause

Der Blogger macht Urlaub, auch vom Bloggen, und sagt: Bis demnächst. Gehabt euch alle wohl!

Samstag, 1. Oktober 2011

A

Grafik via wordle.netAm Anfang ahnte Anton Aufstiegschancen. Aufgaben anderer Angestellter annektierte Anton als Arbeitsgebiet, allen Anschein artiger Anstrengung als anstehender Abteilungsleiter aufrechterhaltend.

Andrea andererseits achtete allezeit auf Ausgleich. Arbeitsam, aber auch auf Anzeichen anschwellender Anspannung achtend; aß Ananas als Aufbaukost, ausgleichende Abendgymnastik anwendend, anmutiges Aussehen anstrebend.

Als Analysen anstanden, arbeiteten alle Angestellten angestrengt. Allerseits argwöhnten aufgeregte Arbeitnehmer: Analysten? Alles abgefeimte Arschlöcher!

Aalglatt antwortete Anton auf Ausfragungen; Ausreden aufzählend arrangierte Anton Andreas Abgang. Ach Anton! Arglistiger Angeber!

Andrea ahnte Antons abgrundtiefe Arglist. Arithmetische Aufstellungen, angepasste Absatsziele, aufgestockte Anforderungen, astronomische Ansprüche an Arbeitseifer ...  Abscheu abwehrend antwortete Andrea angepasst an Abläufe, achtete Anton aber andererseits als artverwandten Angefeindeten; artikulierte Antworten also achtungsvoll, Afterreden ausweichend, angemessenen Anstand aufrechterhaltend. Ach Andrea! Anständige Außenseiterin.

Andrea atmete auf, als anderntags alle Abbruch ankündigten.

Anton atmete angestrengt, abgrundtiefen Absturz ahnend.

Am Abend, als alle Analysen abgeschlossen, angewendet, ausgewertet am Aushang angepinnt Auskunft ankündigten, annonciert Analystenmund: Anton arbeitslos, Andrea Abteilungsleiterin.

Ach, allerliebster Ausgang ahnungsschwangerer Aufregungen!

Amen

Donnerstag, 29. September 2011

Zweifel

Man hat uns – nein, das wäre verallgemeinernd – man hat mir das Zweifeln schlechtgeredet. Schon als Kind, aber auch später noch. So lange, bis Zweifel automatisch Gewissensbisse auszulösen in der Lage waren. Sich davon wieder zu lösen, das Zweifeln schätzen zu lernen, ist so einfach nicht und auch nicht überall und jederzeit angebracht.

Als kleiner Junge zweifelte ich an der Ernsthaftigkeit mütterlicher Warnungen bezüglich Kerzenflammen, bis ich mir die Finger verbrannt hatte. Ich zweifelte auch daran, dass ein »Christkind«, auf unerforschliche Weise mit Paketen beladen durch Wände oder Decken gleitend, für die weihnachtliche Bescherung zuständig war.

Die Zweifel an der Mär vom Christkind waren berechtigt, die Zweifel bezüglich der brennenden Kerzen nicht.

Mit dem Wissen wächst der Zweifel.–Goethe

Kustaktion in Berlin 2005Es gibt manches im Leben, was nicht bezweifelt werden muss, da handfeste Tatsachen den Sachverhalt belegen. Das braucht nicht selbst ausprobiert werden, da reicht der Verstand. Ich muss nicht daran zweifeln, dass ein Sprung aus mehreren Metern Höhe gesundheitliche Risiken mit sich bringt. Unzweifelhaft ist mir auch, dass die Fähigkeit, ein Fahrzeug sicher zu führen, mit zunehmendem Genuss alkoholischer Getränke abnimmt.

Jedoch: Solange ich Zweifel hege, ob das Urteil eines anderen Menschen über einen bestimmten Sachverhalt oder eine Person wirklich zutreffend ist, behalte ich die Möglichkeit, zu einem eigenen Schluss zu kommen – und dann gegebenenfalls mein eigenes Urteil wieder anzuzweifeln, sobald es Anlass dazu gibt.

Ohne Zweifel gäbe es kaum nennenswerte Entdeckungen. Wenn mich jemand, vorausgesetzt ich hätte vor mehreren Jahrhunderten gelebt, belehrt hätte, die Erde sei eine Scheibe, über deren Rand man zu fallen droht, wenn man zu weit hinaussegelt, dann wäre es nicht verkehrt gewesen, das Schiff mit gebotener Vorsicht dem Horizont entgegen zu steuern und zu überprüfen, ob es sich wirklich so verhält. Ist die Welt erst einmal umrundet, dann können andere von den Erfahrungen profitieren.

Voraussetzung für das Abenteuer ist, dass ich den Abgrund am Ende der Erdenscheibe bezweifle und Zeichen der Vernunft ist es, wenn ich die Reise mit Vorsicht unternehme.

Zweifel ist etwas anderes als Ablehnung, denn Zweifel lässt immer auch die Optionen offen, von denen man – einstweilen zumindest – noch nicht so recht überzeugt sein kann.

In den Fällen, in denen etwas verifizierbar ist, zum Beispiel die Unverträglichkeit einer Kerzenflamme mit menschlicher Haut, wird schließlich der Zweifel beseitigt.

Die Vernunft trägt dazu bei, dass ich nicht alles selbst ausprobieren muss. Einem Kind fehlt diese Vernunft noch, beim Erwachsenen sollte sie eigentlich in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen.

Dem Kind wird erzählt, dass die Babys vom Storch herbeigeflogen werden, sogar in der Mercedes-Werbung im Fernsehen ist das ja zu sehen. Doch irgendwann werden Zweifel entstehen ... da ist ein dicker Bauch gewesen, nun ist er wieder dünn und ein Baby ist da ... merkwürdige Zufälle gibt es ... – das Erlebte führt das Kind, wenn es die elterlichen Worte bezweifelt, zu neuer Erkenntnis.

Der sprichwörtlich gewordene Zweifler Thomas nahm die Berichte seiner Freunde, der hingerichtete und begrabene Meister sei auferstanden, nicht für bare Münze. Er wollte sich schon lieber selbst davon überzeugen. Als Jesus dann in den Raum trat gab es keine Vorwürfe, sondern die Aufforderung: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände … und Thomas war zufrieden. Er konnte fortan mit wirklicher, tiefer Überzeugung von der Auferstehung erzählen. Sein Zweifel hatte ihn zum Glauben geführt. Jesus lobte bei dieser Gelegenheit zwar diejenigen, die nicht sehen und dennoch glauben, aber er kam dem Zweifelnden doch persönlich entgegen, um ihn zu überzeugen.

Wer Recht erkennen will, muss zuvor in richtiger Weise gezweifelt haben.  -Aristoteles

Zweifel kann nicht nur zur Gewissheit und neuen Erkenntnissen führen. Er kann gleichzeitig vor törichten Ansichten bewahren. In unserer Gesellschaft ist der Zweifel längst von seinem mittelalterlichen Makel befreit. »Im Zweifel für den Angeklagten«, gilt in unserem Rechtssystem. Moralische Werturteile werden bezweifelt und gegebenenfalls revidiert, niemand muss heute mehr seine homosexuelle Veranlagung verheimlichen, Frauen dürfen selbstverständlich berufstätig mit gleichen Chancen wie die Männer sein … manche Zeitgenossen bedauern das, andere finden es gut. Grundlage aller Veränderung ist jedoch der Zweifel: Gehört eine Frau wirklich ausschließlich an den heimischen Herd? Ist die Erde wirklich eine Scheibe?

Dennoch ist der Zweifel, vor allem in frommen Kreisen, verpönt. Das Zweifelverbot dient häufig dem Selbstschutz der organisierten Religion, denn wenn deren Strukturen und Hierarchien zum Gegenstand des Zweifels würden, dann wäre – das wissen die Amtsinhaber – ein Ende ihrer Herrschaft über andere Menschen, ihrer hochgehobene Stellung, nicht auszuschließen. Die »normalen« Gläubigen sollen das Gepredigte glauben, ohne es zu hinterfragen. So bleiben sie abhängig von ihren »Hirten«.

Einer der größten Zweifler in der Geschichte des Christentums war Martin Luther, seine Zweifel am Wahrheitsgehalt dessen, was die Kirche verkündete, brachten ihn zu der Überzeugung, dass es gut sei, die Bibel dem Volk zugänglich zu machen, damit sich jeder selbst davon überzeugen kann, ob ihm Unsinn vorgesetzt wird oder nicht.

Dass Luther selbst auch so manchen Unsinn verbreitet hat, sei ihm – wie allen Menschen – nachgesehen, denn wer von uns wäre fehlerfrei?

Manche Zweifel bleiben übrigens bestehen, finden keine Auflösung. Gerade der Glaube gehört zu den Bereichen in unserem Leben, bei denen weder Vernunft noch Erfahrung Zweifel zu beseitigen vermögen, weil sie hierfür untauglich sind. Im deutschen Bundestag hielt der Papst kürzlich eine hochinteressante Rede, in der er auch dieses Thema streifte. Er sagte: »Was nicht verifizierbar oder falsifizierbar ist, gehört … nicht in den Bereich der Vernunft im strengen Sinn. Deshalb müssen Ethos und Religion dem Raum des Subjektiven zugewiesen werden und fallen aus dem Bereich der Vernunft im strengen Sinn des Wortes heraus.«

Nicht verifizierbar und nicht falsifizierbar ist in weiten Teilen unser Verhältnis zu Gott, welche Bezeichnungen wir auch immer für ihn wählen mögen.

Dass der Glaube ins Subjektive gehören könnte, stört naturgemäß gerade diejenigen, die im Auftrag Gottes zu handeln und zu reden meinen und ihr Selbstwertgefühl darauf gründen, wie groß oder klein ihre »Gemeinde«, ihre »Kirche«, ihr »Glaubenswerk« oder ihr »Tempel« ist.

Zweifel an dem, was die »geistliche Obrigkeit« lehrt oder tut, wird auch heute noch, vor allem in einigen charismatisch-evangelikalen und in fundamental-islamischen Kreisen, nicht gestattet, wird mit Auflehnung gegen den Allmächtigen gleichgesetzt und flugs steht der zweifelnde Mensch, wenn er nicht klein beigibt, draußen vor der Tür.

Wohlgemerkt: Das gilt nicht überall. Es gibt gottlob auch Geistliche (aller Religionen), die erstens zugeben, nicht alles zu wissen und zu kennen und zweitens dem fruchtbaren Gespräch, auch wenn es konträre Meinungen gibt, gerne Raum geben.

Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben. -André Gide

Vorsicht ist immer dann geboten, wenn jemand keinen Zweifel an seinen Worten zulassen will, sei er nun Imam oder Pastor, Politiker oder Wissenschaftler.

Wenn Zweifel mit Unglaube, mit Rebellion gegen Gott gleichgesetzt wird, wird es gefährlich, denn dann ist, falls der versprochene Erfolg nicht eintritt, sofort klar, wer die Schuld trägt: »Wenn du genug/richtig geglaubt hättest, hätte Gott deine Situation geändert. Meine/unsere Lehre ist auf jeden Fall richtig, du bist selbst Schuld an dem Unglück.«

Wie schnell wirft dann ein Mensch, der von ganzem Herzen geglaubt und vertraut hat, der alles so richtig gemacht hat wie er nur konnte, der jeden Zweifel unterdrückt hat, der dann aber trotz alledem keinen »Erfolg« erlebt hat, in seiner Enttäuschung und seinem Schmerz gleich jeden Glauben an einen Gott in den Mülleimer. Das Resultat des verbannten Zweifels ist Verzweiflung, aber das theologische Lehrgebäude bleibt unerschütterlich stehen.

Die Gefahr liegt jedoch nicht darin, wie oder wer Gott ist, sondern darin, was Menschen über Gott – oder im Auftrag Gottes – zu sagen haben.

Selbst der meist auf den Glauben ohne Beweise pochende Apostel Paulus empfahl der Gemeinde in Korinth nachdrücklich, die Worte der Propheten erst einmal zu bezweifeln und sie einer gründlichen Prüfung zu unterziehen. Dabei sollte dann zwischen »echt« und »unsinnig« sortiert werden – was noch lange keine Kritik an den Propheten an und für sich bedeutete. Paulus wusste einfach um die Tatsache, dass auch ein Mensch mit prophetischer Begabung daneben liegen kann.

Natürlich können wir uns auch beim prüfen, beim Behalten oder Verwerfen, irren. Paulus verwarf, wie wir aus dem Bericht des Lukas in der Apostelgeschichte wissen, die Warnung einer Gruppe von Propheten, die ihm im Falle der Reise nach Rom Unheil voraussagten. Das Unheil in Form von Gefangenschaft ließ dann nicht auf sich warten. Womöglich hätte der Apostel noch viele Gemeinden gründen können, wenn er die warnenden Worte angenommen hätte.

Ich habe, nicht zuletzt aufgrund bitterer Erfahrungen, gelernt, den Zweifel auch im Bereich des Glaubens, bei Dingen, die nicht verifizierbar oder falsifizierbar sind, zu schätzen. Das versetzt mich in die Lage, nicht alles wissen und verstehen zu müssen, Postulate hinterfragen zu dürfen, Dingen auf den Grund zu gehen, soweit mir das möglich ist.

Denkverbote lasse ich nicht mehr gelten, was mir vorgedacht wird, denke ich lieber nach.

Zweifel und Glauben – ich meine, dass sie einander keineswegs ausschließen müssen, sondern eine gesunde Ergänzung darstellen können. Niemand muss (oder sollte) seinen Verstand ausschalten, seine Vernunft aufgeben, wenn es um »geistliche« Dinge geht.

Im Gegenteil.

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Dienstag, 27. September 2011

to kill or to keel

Ach übrigens, vor der Lektüre: Dies ist ein Teil, vermutlich ein letzter Teil, einer Serie von Selbstsprächen, die hier anfing, hier weiterging, hier ein vermeintliches Ende fand  und hier wider Erwarten fortgesetzt wurde.  Aber das nur so nebenbei, das Ist überhaupt nicht interessant.

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Eigentlich hatte ich mich ja leergeschrieben, aber um überhaupt irgend etwas zu formulieren, griff ich natürlich nach diesem und jenem Notnagel. Die Blogbesucher hatten auch die Idee mit dem verbeulten Auto, dessen ich angesichtig wurde, für vielversprechend gehalten. Also stellte ich mir ein Fahrzeug mit Beule vor und begann zu schreiben.

Der Volkswagen hatte mehr als dreißig Jahre seinen Dienst getan. Er erfuhr ganz offensichtlich regelmäßige Pflege, sein Lack glänzte so tiefschwarz in der Nachmittagssonne, dass man hätte meinen können, das Fahrzeug sei gerade vom Band gerollt. Von Weitem betrachtet war der Käfer, der die Fahrbahn zur Hälfte blockierte, ein Schmuckstück.
Als ich an jenem 17. Juli, der alles änderte, um 16:48 Uhr die Unfallstelle erreichte, ging mir der Gedanke so schlimm kann es gar nicht sein durch den Kopf. In meiner Aufregung hatte ich das kurze Telefonat wohl missverstanden.

image»Mooooooooooment«, unterbrach ich mich, »so geht es doch nun wirklich nicht. Das hast du bereits geschrieben und veröffentlicht, das ist der Anfang von Sabrinas Geheimnis

»Und wenn schon! Im Fernsehen wird ja auch dauernd irgendwas wiederholt.«

»Nein, nein, nein.«

Missmutig musste ich mir dann doch recht geben. Ich grübelte noch ein paar Minuten, um dann festzustellen: »Ich habe mich leergeschrieben. Daran gibt es nun keinen Zweifel mehr.«

»O doch«, verbesserte ich mich, »Zweifel ist immer angebracht bei derartigen Angelegenheiten. Was ist zum Beispiel mit deinem Artikel über das Zweifeln oder den Zweifel an und für sich? Die ersten Absätze sind doch so schlecht nicht.«

Ich öffnete das Dokument und las, was ich bisher geschrieben hatte.

Man hat uns - nein, das wäre verallgemeinernd - man hat mir das Zweifeln schlechtgeredet. Schon als Kind, aber auch später noch. So lange, bis der Zweifel automatisch ein schlechtes Gewissen auszulösen in der Lage waren.
Es gibt natürlich manches im Leben, was nicht bezweifelt werden muss, da handfeste Tatsachen den Sachverhalt belegen. Ich muss nicht daran zweifeln, dass ein Sprung aus mehreren Metern Höhe gesundheitliche Risiken mit sich bringt. Unzweifelhaft ist mir auch, dass
Jedoch: Wenn ich Zweifel hege, ob ich eine Arbeit in einem zur Verfügung stehenden Zeitraum schaffen kann, dann hat das sein Gutes. Dann werde ich mich nämlich zusammenreißen und Ablenkungen abwehren, Unwichtiges beiseite lassen, Konzentration aufbringen und dann - falls alles gut geht, tatsächlich rechtzeitig fertig sein. Andernfalls habe ich es wenigstens versucht.

»Gar nicht so übel als Einstieg«, dachte ich. »Aber ...«

»Was aber? Nix aber!«

»Aber ...«

»Silence! I KEEL YOU!«

Ich zeigte mir einen Vogel. »Wer nicht bei Loriot klaut, der klaut auch nicht bei Jeff Dunham.«

»Na gut, wir streichen das Zitat von Achmed. Also was ist denn nun mit der Hymne auf den Zweifel?«

»Ja ja«, zweifelte ich vor mich hin, »was ist denn nun mit ihr, der Hymne?«

»Nix ist mit der Hymne, wenn du sie nicht schreibst.«

Kurz entschlossen öffnete ich das Dokument erneut und fuhr fort zu schreiben. Der geschätzte Blogbesucher mag nun daran zweifeln, dass aus dem Artikel tatsächlich etwas wird, aber warten wir es doch einfach ab. Einstweilen kann man sich zweifellos mit der Frage beschäftigen, ob es I kill you oder I keel you heißen muss. Die Antwort liegt in den Tiefen des Internet verborgen, zum Beispiel hier: [Achmed the dead terrorist]

Samstag, 24. September 2011

Freitag, 23. September 2011

Nix los hier.

if you are bored, count the candles.Heute feiert der Blogger, dessen virtueller Spiel-, Sport- und Arbeitsplatz gerade auf dem Bildschirm des geschätzten Blogbesuchers angezeigt wird, die Wiederkehr jenes Tages, an dem er das Licht dieser Welt, dem Vernehmen nach in Gestalt der künstlichen Beleuchtung eines Kreißsaales, erblickt hat. Bar jeglicher eigener Erinnerung an jenen Tag - oder geschah die Geburt zu eher nächtlicher Stunde? - kann ich an dieser Stelle leider keine Details über die Art der ersten Beleuchtung, derer ich gewahr wurde, berichten.

Also berichte ich gar nichts, sondern gestatte mir, heute und morgen im Familienkreis zu feiern und mich, falls es welche geben sollte, über diese und jene Geschenke zu freuen.

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Dienstag, 20. September 2011

Da kommt kein Lastwagen ins Schleudern!

Mir fiel doch noch etwas zum Thema Baum ein. Ich begann zu schreiben.

Baum trifft seinen alten Gefährten Genscher und sagt: »Wir sollten unsere Partei umbenennen in FZP. Fast zwei Prozent.« Genscher runzelt die sowieso schon gramgefurchte Stirn und nickt. »Fast drei Prozent, also FDP, geht ja nun nach der Wahl in Berlin nicht mehr. Aber vielleicht sollten wir vorsorgen und UEP, ungefähr ein Prozent, nehmen?«

Flugs unterbrach ich mich: »Nein nein nein. Keine Satire.«

image»Deine Leser würden gerne etwas - einfach nur nett übrigens - über eine lachende Familie erfahren. Nicht schaurig, nicht blutig, nicht satirisch, nicht theologisch, nicht erotisch«, rief ich mir das Abstimmungsergebnis in Erinnerung.

»Das geht ja nun schon gar nicht. Eine lachende Familie - die lachen sicher, weil Todd Bentley ihrem unsympathischen Onkel dermaßen in den Bauch geboxt hat, dass er umgefallen ist. Der Onkel, nicht der Todd Bentley. Also das ist schaurig.«

»Die wissen gar nicht, wer oder was Todd Bentley ist. Und bevor du nach anderen Gespenstern Ausschau hältst, Benny Hinn kennen sie auch nicht.«

»Dann würde es aber eine blutige Geschichte, denn noch lachen sie, aber wenn sie gleich um die Straßenecke biegen, kommt ein Lastwagen ins Schleudern und ...«

»Da kommt kein Lastwagen ins Schleudern!«

Ich grübelte, denn eigentlich wollte ich ja meinen Lesern gerne eine Freude machen und von der lachenden Familie erzählen. Schließlich hatte ich eine Idee. »Die lachende Familie besteht aus einem Jungen, einem Mädchen und zwei Männern. Der eine Mann ist als Frau verkleidet. Sie lachen alle vier, weil die blonde Vermieterin nicht bemerkt hat, dass ...«

»Damit geraten wir aber an den Rand der Satire, oder etwa nicht?«

»Es geht eben nicht. Eine einfach nur nette Geschichte über eine lachende Familie fällt mir nicht ein. Höchstens ... hmmm ... es wäre ja denkbar, dass ... also irgendwie sind sie so glücklich, weil sie Eintrittskarten für die Papstmesse im Olympiastadion bekommen haben und dann ...«

»Das droht theologisch zu werden!«

»Dann taugt das Thema wirklich nicht für mich. Mir fiele nur noch ein, dass sie sich auf weiteren Nachwuchs freuen, in dem Fall sind die Erwachsenen ein Mann und eine Frau, aber um den Bauchbewohner erzeugt zu haben, muss ein erotisches Erlebnis vorangegangen sein, das weiß der aufgeklärte Blogbesucher, selbst wenn ich den züchtigen Mantel des Schweigens darüber breite. Also tut es mir leid für die Leser, aber mit der lachenden Familie gelingt mir keine einfach nur nette Geschichte, die weder schaurig, noch blutig, noch satirisch, noch theologisch noch erotisch ist.«

Ich klickte noch mal auf das Abstimmungsergebnis, um den zweitplazierten Vorschlag zu sehen. Ein verbeultes Auto käme meinen geschätzten Blogbesuchern entgegen, erkannte ich. Entgegenkommen – Auto – verbeult … gar nicht so übel, die Idee. Mal sehen, ob was daraus wird.

 

Fortsetzung folgt vielleicht …