Donnerstag, 23. April 2015

Weltbuchtag 1–Jessika

Der Welttag des Buches und des Urheberrechts (kurz Weltbuchtag, englisch World Book and Copyright Day) am 23. April ist seit 1995 ein von der UNESCO weltweit eingerichteter Feiertag für das Lesen, für Bücher, für die Kultur des geschriebenen Wortes und auch für die Rechte ihrer Autoren.
Wikipedia

Anlässlich des Weltbuchtages fiel mir ein, dass ich aus meinen Büchern vier Texte den geschätzten Bloglesern zur Lektüre anbieten könnte.

Den Anfang macht ein Buch, das es erst im Juni oder Juli geben wird. Da die beiden ersten Kapitel eine in sich geschlossene Geschichte sind (die im Buch natürlich weitergesponnen wird), folgen hier ebendiese beiden Kapitel:

1

Eveline Müller sieht genüsslich zu, wie das spitze, frisch geschärfte Brotmesser langsam in den weichen Bauch eindringt. Sie lässt sich ganz bewusst viel Zeit, um diese jedes Mal viel zu kurzen Augenblicke auszukosten.

Zunächst kommen nur einige Blutstropfen, dann quillt es rot aus der Wunde, während die Klinge ihren Weg immer tiefer in die Eingeweide findet. Der Mann rührt sich kaum, er ist mit soliden Fesseln an das Bett gebunden und außerdem hat er ein Medikament im Blut, das die Muskeln lähmt. Nicht zu hundert Prozent offensichtlich, denn sein Kopf zuckt hin und her. Die Augäpfel scheinen aus ihren Höhlen springen zu wollen. Er gibt erstickte Laute von sich und atmet heftig. Natürlich würde er schreien, wenn der Knebel nicht so fest in seinem Mund säße.

Als das Messer bis zum Heft eingetaucht ist, zieht sie es langsam wieder heraus. Vermutlich wird ihr Opfer gleich ohnmächtig werden, das ist schade, aber nicht zu vermeiden. Die Kerle halten alle nicht viel aus, das weiß sie. Und dieser ist schon älter, es kann jederzeit sein, dass sein Herz einfach aussetzt.

Sie setzt die Klinge erneut an, etwa fünf Zentimeter unterhalb des ersten Einstiches. Langsam senkt sich der Stahl durch das Fettgewebe hinein in die Schlingen der Därme.

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Er weiß, dass er jetzt sterben wird. Er hat in Filmen Menschen ihre letzten Atemzüge röcheln sehen, aber er hat nie geahnt, dass es so wehtut. Im Kino sinken die Opfer dramatisch in sich zusammen, schauen gequält in die Kamera und sind dann einfach tot. Er wünscht, es wäre endlich auch mit ihm so weit. Aber der Höllenschmerz wühlt und wühlt in seinen Eingeweiden und lässt nicht nach.

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Buchumschlag VorderseiteEveline betrachtet das weiß gewordene, nass geschwitzte Gesicht, die verkrampften Hände, die verzweifelt an den Fesseln zerren, soweit die Muskeln das noch bewerkstelligen können. Lange wird er nicht mehr durchhalten, aber er ist erstaunlich zäh. Den dritten Einstich kann er wohl noch aushalten. Vor dem eigentlichen Höhepunkt. Sie sieht wegen des vielen Blutes kaum noch etwas von der Haut. Sie zielt sorgfältig und setzt die Messerspitze an, wieder im gleichen Abstand, noch etwas tiefer. Erst nach dem dritten Stich soll die scharfe Klinge schließlich den Penis abtrennen. Eveline geht methodisch vor, mittlerweile hat sie Übung und Erfahrung.

Das erste Opfer war jung gewesen, um zwanzig Jahre, und sie hatte viel zu impulsiv gearbeitet. Der Mann erlebte den entscheidenden Augenblick leider trotz seiner robusten Kondition nicht mehr mit. Sie hatte unkontrolliert auf ihn eingestochen. Das Blut war pulsierend aus den Wunden geschossen, hatte sie über und über besudelt. Eine riesige Schweinerei war das gewesen. Und dann war er plötzlich, zu früh für den großartigen letzten Augenblick, tot.

Sie hat inzwischen gelernt, wie sie vorgehen muss: Einstiche nur unterhalb des Bauchnabels, niemals in den Oberkörper. Und zu viel Zeit darf sie sich auch nicht lassen, früher oder später geben sie alle den Löffel ab, bildlich gesprochen natürlich. Keiner ihrer Gäste hatte je einen Löffel in der Hand.

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Warum bringt sie mich nicht endlich um? Worauf wartet sie? Was habe ich nur verbrochen, dass ich … dass mir … ich will nur noch …

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Er zittert jetzt am ganzen Leib, sie muss sich beeilen, wenn sie ihn noch teilhaben lassen will an dem herrlichen, dem krönenden Augenblick. Mit einem raschen Schnitt trennt sie das schlappe Organ ab, das vor wenigen Minuten noch stolz und prall hinauf zur Decke gewiesen hatte. Sie hält dem Mann triumphierend seinen Penis vor die Augen. Erkennt er noch, was sie ihm da zeigt, bevor er in die Ewigkeit hinüberwechselt?

Sein Herz hört auf zu schlagen.

2

Alle im Haus mochten Eveline Müller. Sie war stets fröhlich und aufmerksam. Ob nun jemandem das Salz ausgegangen war oder eine junge Mutter schnell mal einen Babysitter brauchte, die Hausmeisterin half gerne und bereitwillig. Wenn Mieter in den Urlaub reisten, versorgte sie deren Pflanzen. Das Haus war stets sauber und notwendige Reparaturen ließ sie unverzüglich ausführen. Es gab ganz und gar nichts, was irgendjemand an der Hausmeisterin aussetzen hätte können.

Die zwölfjährige Jessika wohnte im ersten Stock, genau über den Räumen der Hausmeisterwohnung. Beide Eltern arbeiteten, nach der Schule war Jessika oft bis zum Abendessen bei Freundinnen. Aber jetzt in den Ferien waren die meisten aus ihrer Klasse verreist. Ihr war stinklangweilig. Im Radio lief nur Musik, die sie bis zum Überdruss gehört hatte, zum Lesen hatte sie nach drei Stunden mit einem Buch in der Hand keine Lust mehr.

Sie ging los und versuchte, eine Karte für einen Horrorfilm, freigegeben ab 16, zu kaufen, aber die Dame an der Kasse bestand darauf, einen Ausweis zu sehen. Den Schülerausweis hatte sie nicht bei sich, und wenn sie ihn gehabt hätte, hätte das auch nichts genutzt. Sie war eben noch nicht sechzehn. Missmutig trottete sie wieder nach Hause.

Als sie das Haus betrat war Frau Müller damit beschäftigt, die Treppen zu putzen. Jessika grüßte höflich und sah einen Moment zu, wie der nasse Lappen über die steinernen Stufen glitt.

»Na, Jessika, willst du mir helfen?«

Das schien eine halbwegs gute Idee zu sein. Sie wusste sowieso nichts mit sich anzufangen, und es gab jedes Mal fünf Mark Belohnung, wenn sie ein paar Handgriffe für die Hausmeisterin tat. Manchmal sogar zehn Mark.

»Ja, gerne, was kann ich denn tun?«

Eveline Müller reichte ihr ihren ziemlich schweren Schlüsselbund. »Du könntest den Fahrstuhl saubermachen. Okay?«

Diese Aufgabe hatte sie schon ein paarmal erledigt. Sie nickte und drückte auf den Knopf. Als die Türe sich öffnete, drehte sie den kleinen Schlüssel, der den Aufzug blockierte.

»Du musst dir noch Eimer und Putzmittel aus meiner Wohnung holen, du kennst dich ja aus«, rief Frau Müller, die mit ihrem Lappen inzwischen auf den Stufen zum Keller angekommen war.

Jessika nickte, obwohl das niemand sehen konnte. Sie stieg mit den Schlüsseln in der Hand die fünf Stufen hinauf zur Hausmeisterwohnung, schloss auf und ging zielstrebig in die Kammer, in der die Putzutensilien verwahrt wurden. Ein übler Geruch hing in der Luft.

Jessika beeilte sich, Eimer, Lappen und die gelbe Flasche mit dem Reinigungsmittel an sich zu nehmen. Das Badezimmer lag gleich neben der Kammer, sie ging hinein und ließ Wasser in den Eimer strömen. Die Waschmaschine lief, das Wasser im Bullauge schwappte rotbraun hin und her.

Sie zog die Wohnungstür hinter sich zu und begann, die Fahrstuhlkabine zu säubern. Frau Müller war mittlerweile im Keller angelangt, Jessika hörte den Schrubber gegen die Holzverschläge stoßen. Das Mädchen arbeitete gründlich aber zügig. Als die Hausmeisterin heraufkam, war sie fast fertig.

»Gut gemacht, Jessi«, meinte Eveline Müller nach einem prüfenden Blick. »Sehr gut. Sogar den Aschenbecher hast du geleert.«

Sie griff in die Schürzentasche und ließ ein Fünfmarkstück in Jessikas Hand fallen.

»Danke, Frau Müller. Ach übrigens, ich glaube, die Wäsche färbt.«

»So? Da muss ich aber gleich nachsehen.«

Sie nahm die Reinigungsutensilien und den Schlüsselbund an sich und verschwand in ihrer Wohnung.

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Eveline Müller ärgerte sich über ihre Gedankenlosigkeit. Wie hatte sie das Kind in die Wohnung lassen können! An einem solchen Tag! Sie hätte selbst Eimer, Lappen und Putzmittel für die Kleine holen müssen, oder die Hilfe heute ablehnen, denn einem so aufgeweckten Mädchen entging so gut wie nichts. Natürlich färbte die Wäsche! Sie würde den Waschgang mehrmals wiederholen müssen, um alles Blut aus den Laken und Bezügen zu bekommen. Sie bewahrte die Bettwäsche nicht auf, sondern spendete sie der Kleiderkammer, aber dort konnte sie natürlich nicht mit blutigen Laken und Bezügen auftauchen.

Vor allem aber lag die Leiche noch auf der Plastikplane im Schlafzimmer. Die Tür war zwar abgeschlossen, aber ein neugieriges Kind mit dem Schlüsselbund in der Hand konnte durchaus nachforschen wollen, woher der eigentümliche Geruch, der nun einmal nicht zu vermeiden war, stammte. Doch das hatte das Mädchen wohl nicht getan, sonst wäre es nicht so ruhig geblieben.

Es war immer problematisch, die Leichen loszuwerden. Die mussten in kleine Stücke zerteilt werden, bevor Eveline sie aus der Wohnung bringen konnte. Die Einzelteile wurden im Garten vergraben oder so zerkleinert, dass sie im Müll als Metzgerfüllsel durchgehen konnten. Den Ausdruck hatte sie aus einem Buch, er gefiel ihr. Metzgerfüllsel! – wohl aus einem Roman von Stephen King. Oder Peter Straub.

Ihre Trophäen wurden selbstverständlich nicht zu Metzgerfüllseln verarbeitet. Die Penisse bewahrte die Hausmeisterin in Weckgläsern auf, die mit Spiritus gefüllt waren und ein Regal in ihrem kleinen Hobbyraum zierten. Es waren mit dem Exemplar von letzter Nacht schon vierzehn. Sie stand oft vor dem Regal und betrachtete die unterschiedlichen Formen und Größen, die der Einfallsreichtum des Schöpfers den männlichen Wurmfortsätzen, mit denen Männer so viel Unheil anzurichten vermochten, gegeben hatte. In ihren Weckgläsern sahen sie alle so harmlos und unschuldig aus.

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Jessika hörte in ihrem Zimmer, dass aus der Hausmeisterwohnung wieder das Geräusch der elektrischen Säge kam. Frau Müller reparierte vieles selbst, sie bastelte auch, hatte etliche Vogelhäuschen und Nistkästen gebaut, die im Garten an den Bäumen befestigt waren. Sie arbeitete oft in der Dunkelheit im Garten. Den neugierigen Hausbewohnern hatte sie erzählt, dass ihre Pflanzen und Blumen deshalb so gut gediehen, weil sie deren Eigenarten kannte. Und dazu gehörte eben auch, dass man manches nur in der Dunkelheit erledigte. Einige Nachbarn waren belustigt über so viel Esoterik … aber es störte niemanden, Die Hausmeisterin machte ja dabei keinen Lärm, und der Garten gedieh wirklich prächtig.

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Der Kerl war widerspenstig, selbst jetzt noch. Eveline Müller hatte Mühe, den Arm in Teile zu zerlegen, die nachher in ihren Fleischwolf passen würden. Aber sie musste fertig werden, bevor die Verwesung einsetzte, denn den Gestank hätte vielleicht doch jemand erkannt. Sie putzte das Treppenhaus nach solchen Nächten mit dem extrastarken Mittel für Industrieanlagen, da es die Luft so mit Salmiakgeruch erfüllte, dass man nichts anderes mehr riechen konnte. Solange sie der Verwesung zuvorkommen konnte, zumindest.

Die Finger und die Hand hatte sie bereits durchgedreht, nun kam Stück um Stück der rechte Arm dran.

Die Uhr musste sie wieder im Schlosspark Steglitz verlieren, die Chance, dass sie jemand irgendwo abgab, war fast gleich Null. Und wenn, dann war der Park weit genug weg von ihrem Haus. Den Ehering konnte sie am Abend beim Weg vom Einkaufen nach Hause von der Brücke in den Teltowkanal fallen lassen. Und die Metzgerfüllsel kamen später in der Nacht in die Mülltonnen der Siedlung drei Straßen weiter. Morgen früh würde die Müllabfuhr den lästigen Mann beseitigen, die Ratten und Möwen auf der Müllkippe freuten sich sicher schon auf die nahrhafte Fuhre.

Sie arbeitete konzentriert und war um 17:00 Uhr endlich fertig. Etliche stabile Mülltüten bargen die seltsame Masse aus Knochen, Haaren und Organen. Das Blut hatte sie eimerweise im Klo heruntergespült. Sie sah sich zufrieden um. Noch das Bett frisch beziehen, dann war ihr Schlafzimmer bereit für den nächsten Gast.

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Eine Woche später lud sie einen Geschäftsreisenden ein. Er mochte Mitte dreißig sein, blond, gebräunt, der typische aufwärts strebende Erfolgsmensch, der für ein paar Tage in Berlin zu tun hatte. Womöglich, nein, wahrscheinlich glücklich verheiratet irgendwo in der Provinz.

In den Restaurants und Bars am Kurfürstendamm hatte Eveline Müller schon ein paarmal erfolgreich nach Spendern weiterer Trophäen für ihr Regal Ausschau gehalten. Ihr attraktives Äußeres half ihr dabei, aber vor allem war es ihr Gespür für die richtigen Männer, das den Erfolg brachte.

Der Mann hatte sie angesprochen, als sie sich neben ihn an den Tresen lehnte. Was er wollte, konnte sie sich denken. Was sie wollte, wusste sie ganz genau.

Natürlich durfte niemand ihn das Haus oder gar ihre Wohnung betreten sehen. Bisher hatte es fast immer geklappt. Die Mieter sahen ja so gerne fern, und die Penisspender blieben der Aufforderung folgend sehr leise, wenn sie durch das Treppenhaus huschten. Die Straße war belebt, kein Mensch achtete auf den anderen. Keiner ihrer Gäste war im Haus gesehen worden, bis auf ein einziges Mal. Da hatte Herr Burkhard aus dem dritten Stock gerade in dem Augenblick das Haus verlassen, in dem sie mit ihrem Auserkorenen ankam. Das hatte dem jungen Mann, dessen Glied Trophäe Nummer Sieben hätte werden sollen, das Leben gerettet. Ein solch hohes Risiko wollte Eveline Müller nicht eingehen. Zufrieden vor sich hin summend war der Typ nach zwei Stunden aufgebrochen. Das bereitgestellte Glas war an jenem Abend leer geblieben. Solch ein Missgeschick war allerdings nur ein einziges Mal passiert.

Nummer 15 lehnte nun neben ihr am Tresen und hörte aufmerksam zu. Eveline Müller verlangte, dass er nicht direkt zu ihrer Wohnung kam, sondern sich mit ihr in einem Lokal traf. Sie beschrieb ihm den Weg vom nächstgelegenen U-Bahnhof. Sie wollte keine Autos, deren Besitzer in der Mülltonne und im Garten landeten, vor ihrem Haus. Und niemals nannte sie einem potenziellen Penisspender ihre Adresse. Man wusste ja nicht, ob er die jemandem weitersagen oder irgendwo aufschreiben mochte.

Um 21:00 Uhr ging sie zur Kneipe. Sie sah ihn schon durch das Fenster am Tisch sitzen, ungeduldig blickte er auf die Türe. Die Hausmeisterin trat ein und begrüßte ihn mit einem vielversprechenden Kuss. Sie tranken ein Glas Wein zusammen und brachen dann auf.

Buchumschlag RückseiteEveline war froh, dass es in Berlin so viele Kneipen gab, sie besuchte nie zweimal die gleiche, wenn sie sich mit einem ihrer Gäste verabredete.

Es war kurz vor Zehn, als sie das Haus betraten. Sie glaubte einen Moment, einen Schatten auf der Treppe oben gesehen zu haben, aber es war wohl eine Täuschung gewesen. Alles blieb still.

Sie schlug dem Mann, genau wie allen Vorgängern, ein Spiel vor, das sie ihm anhand eines illustrierten Buches vorstellte. Sie erklärte, dass bisher jedermann begeistert gewesen war; die Fesseln würden den Genuss erheblich steigern, da der Gast dabei endlich einmal völlig passiv genießen konnte, was mit ihn geschah.

Wie alle war auch er einverstanden, als er die Fotos in ihrem Album sah. Willig ließ er sich die Handschellen um die Knöchel der Arme und Beine legen, gegen den Knebel, der auf den Fotos nicht zu sehen war, konnte er nicht mehr protestieren, so schnell und geschickt war sie inzwischen geworden.

»Warte nur ab, es wird phantastisch!«, versprach sie der Nummer 15.

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Auch er sah wenig später als letztes in seinem Leben das abgeschnittene Organ, von dem er sich in dieser Nacht etwas ganz anderes erhofft hatte. Eveline Müller ließ den Penis vorsichtig in das Glas mit dem Spiritus gleiten, als es an der Tür klingelte.

Sie reagierte nicht. Sie war trotz aller Vorsicht mit dem Blut des Geschäftsmannes bespritzt, sie musste sich erst reinigen, bevor sie jemandem unter die Augen kommen konnte.

Sie schlich auf Zehenspitzen in den Flur und lauschte. Es klingelte wieder, und sie hörte Jessikas Stimme: »Bitte, machen Sie auf, Frau Müller. Ich bin es, Jessika.«

Das Mädchen klopfte an die Tür, laut hallte es durch das Treppenhaus. Sie würde das ganze Haus wecken, wenn nichts geschah.

»Was willst du?« fragte sie durch die geschlossene Tür. »Ich habe nichts an, ich kann nicht aufmachen.«

»Bitte. Ich muss mit Ihnen reden!«, antwortete Jessika.

»Ist etwas mit deinen Eltern passiert?«

»Nein, die sind auf einer Party. Ich bin allein. Bitte, es ist wichtig. Ich weiß, dass Sie Besuch haben. Wenn man da von Besuch reden möchte.«

Also hatte Eveline Müller sich doch nicht getäuscht, als sie meinte, etwas im Treppenhaus gesehen zu haben. Sie musste irgendwie reagieren, sonst kamen wegen des Lärms, den das Kind veranstaltete, noch weitere Nachbarn dazu.

»Wir reden morgen, Jessi. Geh schlafen.«

»Lassen Sie mich rein, sonst rufe ich die Polizei.«

Nun blieb ihr keine Wahl. Sie öffnete die Tür einen Spalt und ließ Jessika in den dunklen Flur. Das Mädchen, da konnte man nun nichts mehr ändern, würde leider die Nacht nicht überleben. Schade, sie mochte die Kleine sehr und hatte außerdem nie die Absicht gehabt, eine Geschlechtsgenossin zu töten.

Jessika knipste das Licht an. Sie stand da in ihrem Schlafanzug, völlig gelassen, als sei ihr Besuch selbstverständlich. Sie musterte die nackte, mit Blut bespritzte Hausmeisterin von Kopf bis Fuß und schwieg. Eveline erkannte, dass das Mädchen die Wahrheit wusste, ohne ins Schlafzimmer geschaut zu haben.

»Ist er da drin?«, fragte Jessika.

»Ja.«

»Ich will ihn sehen.«

Sie ging voran und stieß die Türe auf. Die Hausmeisterin folgte ihr und griff nach dem Messer, das auf der Kommode neben der Tür lag.

»Wir könnten ihn aufessen«, erklärte Jessika gelassen.

Die Hand, die eben ausholte, um das Kind zu erstechen, erstarrte. Eveline Müller staunte. Hier stand ja eine verwandte Seele vor ihr, eine Schwester! Beinahe hätte sie ihre Artgenossin ermordet.

»Was hast du gesagt?«

»Wir könnten ihn aufessen, zum Teil wenigstens. Die Leckereien eben.«

Der Gedanke war Eveline Müller noch nie gekommen. Aber das Kind hatte Recht. Ein solches Festmahl wäre in der Tat die Vollendung, die Krönung ihrer Leidenschaft.

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Und während Jessikas Eltern noch der Mitternacht entgegentanzten, bereiteten sich zwei Menschen ein Mahl mit knusprig gebackenem Gehirn und frischer Leber.

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So. Das war die Leseprobe. Der Roman folgt dann voraussichtlich irgendwann im Sommer.

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Meine Bücher bei Amazon: [Autorenseite Günter J. Matthia]

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Montag, 20. April 2015

Wann kommt der richtige Zeitpunkt zum Glücklichsein?

The seeds are planted here
But they won’t grow
We won’t have to say goodbye
If we all go
To leave all we’ve ever known
For a place we’ve never seen
Maybe things will be better in Chicago
-Tom Waits (Chicago)

Ich habe da mal eine Frage, liebe Blogbesucher. Oder auch zwei.

Meine Wenigkeit neben Tom WaitsWir bemühen uns um Glück und Zufriedenheit - aber wann haben wir sie erreicht? Oft erwarten wir irgendwann in der Zukunft eine Zeit, in der alles gut ist - eine bessere Beziehung, eine bessere Arbeitsstelle, eine schönere Wohnung, stabilere Gesundheit, ausreichende Finanzen ... und so weiter. Aber wann kommt dieser Tag? Tom Waits mutmaßt in dem oben zitierten Lied, dass ein Ortswechsel eine Verbesserung mit sich bringen könnte. Könnte.

  • Was hält uns davon ab, jetzt zufrieden zu sein?
  • Was hält uns davon ab, jetzt glücklich zu sein?

Meistens können wir ohne groß zu überlegen auf äußere Bedingungen verweisen, die unserer Zufriedenheit im Wege stehen, wegen derer wir nicht glücklich sein können. Wir nennen Dinge, die sich erst ändern müssen. Doch das, was uns wirklich davon abhält, zufrieden und glücklich zu sein, liegt überwiegend in unserem Inneren und hat weniger mit äußeren Umständen zu tun, als wir auf den ersten Blick wahrnehmen.

Gestern spazierten wir mit Freunden um einen kleinen See nahe der Ortschaft Caputh und plauderten unter anderem über Pläne für die Zukunft. Daran ist gar nichts verkehrt, sich die Zukunft zu erträumen oder auszumalen. Sei es ein Häuschen im Grünen, eine Reise zu einem Traumziel, ein geräumiges oder schnelles oder robustes oder einfach nur schönes Automobil ... die Menschen träumen von diesem und jenem. Warum nicht! Aber hängt unser Glück, und unser Wohlbefinden davon ab, ob solche Träume wahr werden?

  • Dann, wenn ich XXX und YYY habe, dann bin ich glücklich.
  • Dann, wenn ich YYY und XXX habe, dann bin ich zufrieden.

Abends in der Sendung »Weltspiegel« wünschte sich der Vater zweier behinderter Kinder in Vietnam unter Tränen nichts anderes, als dass seine Kinder gesund wären. Ein Wunsch, der nie und nimmer in Erfüllung gehen wird. Dieser Mann wünscht sich kein schickes Auto, keine Fernreise nach Europa, keine neue Kücheneinrichtung. Er wäre ohne solche Dinge rundum glücklich und zufrieden, wenn er nur gesunde Kinder hätte.

Der tragische und viel zu frühe Tod einer 54jährigen Bekannten - ganze neun Wochen nach der Diagnose »Darmkrebs« - hat mich kürzlich sehr erschüttert. Was hat sie sich wohl gewünscht, erträumt? Worauf mag ihr Lebensgefährte gehofft haben?

Sind wir nicht häufig viel zu sehr wegen uns selbst, des Verhaltens anderer Menschen, schlimmen Zuständen auf der Welt oder gar völlig nichtiger Kleinigkeiten frustriert?

  • Hält uns letztendlich unsere innerliche Fixierung auf all das Negative davon ab, jetzt zufrieden zu sein?
  • Hält uns letztendlich unsere innerliche Fixierung auf all das Negative davon ab, jetzt glücklich zu sein?

Und falls das so ist - wollen wir nicht einmal einfach loslassen?

What we need the Lord will give us
All we want we carry with us
You know where I can be found
Where the rainbow hits the ground
-Tom Waits (Chicago)

  • Könnte es sein, dass jetzt der Zeitpunkt da ist, glücklich und zufrieden zu sein?

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P.S.: Gedanken und Erfahrungen dazu, wie unser Empfinden und Denken Zufriedenheit und Glück formen können, stehen auch in diesem Buch:

    Donnerstag, 16. April 2015

    Meine Wirklichkeit muss nicht deine sein.

    I'm sick and tired of hearing things
    From uptight, short-sighted, narrow-minded hypocritics
    All I want is the truth
    Just gimme some truth
    -John Lennon / Gimme Some Truth

    Die Wirklichkeit ist die Wirklichkeit. Basta.
    Oder doch nicht?
    Es ist zwar richtig, dass die Realität für alle Menschen die gleiche ist, aber wie wir sie empfinden, wahrnehmen, wie sie uns persönlich und unser Leben beeinflusst, das ist von Mensch zu Mensch verschieden. Und weil das so ist, können wir selbst dazu beitragen, wie sie die Wirklichkeiten dieser Welt auf unser Befinden auswirken.

    Eigenes FotoDer Begriff Realität (oder Wirklichkeit) scheint zunächst etwas absolutes zu bezeichnen, etwas, das sich unserem Zugriff entzieht. Die Sonne wird an einem heißen Sommertag auf uns herniederscheinen - diese Sonne ist wirklich vorhanden, ob wir es nun glauben, wollen, ablehnen oder ignorieren. Die Sonne ist eine Realität.
    Aber unsere persönliche Wirklichkeit wird dadurch geprägt, wie wir sie empfinden. Für den einen ist die Sonne ein extrem heißes und bedrückendes Objekt, für den anderen die Quelle einer tief gebräunten Haut und für den dritten eine riesige Hautkrebserzeugungsmaschine. Wieder ein anderer liebt die Sonne, weil sie bezaubernde Farben und Formen an den Himmel malt. Manche Menschen hielten (oder halten vielleicht noch heute) die Sonne für einen Gott, den man fürchten und dem man dienen muss. Für jeden ist die Sonne etwas anderes und löst andere Empfindungen aus, obwohl sie objektiv betrachtet für jeden Menschen genau der gleiche Himmelskörper ist.

    Die Welt ist alles, was der Fall ist.
    -Ludwig Wittgenstein / Tractatus logico-philosophicus

    Genauso ist es mit vielen anderen Realitäten. Was wir darüber denken, was wir damit tun, das formt auf lange Sicht unsere ganz persönliche Wirklichkeit. Zum Beispiel gilt das auch für den Umgang mit elektronischen Medien wie dem Internet.
    Wenn du dich ständig mit Webseiten beschäftigst, die beschreiben, wie furchtbar die Welt und wie ungerecht und grausam das Leben ist, dann wird das auf Dauer deine Sicht, dein Empfinden, dein ganzes Leben beeinflussen und verändern. Wenn du bei Twitter oder auf Facebook Leuten folgst, die ständig nur nörgeln und schimpfen und sich beschweren, dann wird das unweigerlich Einfluss auf deine Persönlichkeit haben.
    Dass es auf der Welt auch grausam, ungerecht und böse zugeht, ist die Realität. Das zu leugnen wäre genauso töricht, wie sich ausschließlich mit dieser traurigen Tatsache zu beschäftigen. Die Wirklichkeit, dass Schreckliches geschieht, bleibt die gleiche. Der eine lässt sich davon mehr und mehr niederdrücken, bis er daran zugrunde geht oder der ganze Frust sich in einem Gewaltausbruch entlädt. Der andere nimmt es zur Kenntnis und schaut, wo er Not mindern und Menschen helfen kann. Der dritte bewahrt sich, ohne die Realität zu leugnen, auch den Blick für das Schöne, das Gute, das Positive.

    Soweit wir erwachsen geworden sind, sind wir für uns selbst verantwortlich; wie wir denken und handeln, können wir nicht auf andere (oder das böse Schicksal oder einen untätigen Gott) abwälzen. Wir können an den Realitäten nicht immer etwas ändern. Aber was die Realitäten mit unserem Leben anstellen, da haben wir doch oft ein Wörtchen mitzureden. Nicht immer, zugegeben. Aber wo es möglich ist, da sollten wir davon auch Gebrauch machen.

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    P.S.: Gedanken und Erfahrungen dazu, wie unser Empfinden und Denken das persönliche Leben formen, stehen auch in diesem Buch:

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    Dienstag, 14. April 2015

    Dir geht es schlecht? Liebe dich selbst!

    Immer eitel Sonnenschein - das gibt es wohl in keinem Leben und das wäre vermutlich auch gar nicht unbedingt ein Zustand, der auf Dauer förderlich sein könnte. Wir wachsen an Herausforderungen, lernen durch Fehlschläge, werden stark durch Widerstand.

    Häufig neigen wir aber dazu, Ersatzbefriedigungen zu suchen, wenn Frustrationen mit unseren Mitmenschen oder uns selbst auftreten:

    • Zerstreuung
    • Essen und jede Menge Süßigkeiten
    • Einkaufen
    • Alkohol und Drogen
    • Rauchen

    Für den Augenblick scheinen solche Ausflüchte aus der Situation sogar zu funktionieren, aber auf längere Sicht führen sie zu noch schlechteren Gefühlen. Wir werden unglücklicher und gestresster, dadurch suchen wir um so mehr nach genau solchen ungesunden Schein-Auswegen. Es entsteht ein Teufelskreis, aus dem auszubrechen immer schwieriger wird, je länger wir darin gefangen bleiben..

    Viele Menschen kennen leider keine andere Art und Weise, mit Ärger, Stress, Widerstand und schwierigen Situationen umzugehen. Mir ging es früher nicht wesentlich anders. Das Resultat war erhebliches Übergewicht, häufiges Kranksein und eine generelle Unzufriedenheit. Kurz gesagt: Ärger über mich selbst ohne Ende.

    Sei nicht schnell, dich zu ärgern; denn Ärger ruht im Herzen des Toren.
    -Die Bibel, Prediger 7, Vers 9

    Wer möchte schon ein Tor sein? Eine Möglichkeit, solchen zerstörerischen Verhaltensspiralen im Leben zu entrinnen, ist ein gesundes Mitgefühl mit sich selbst zu entwickeln.

    Wenn du, lieber Blogbesucher, gestresst, frustriert, enttäuscht, wütend, verängstigt, besorgt, von Schmerzen geplagt oder depressiv bist, versuche es mal mit dieser Methode:

    1. Aufmerksam sein: Nimm dir einen Moment Zeit, um in dich hineinzuhorchen. Bemerke bewusst den Schmerz, den Ärger, die Trauer. Versuche zu empfinden, wo das sitzt, was dich plagt und wie sich das anfühlt. Beschreibe nur für dich selbst, wie das aussieht, was dich umtreibt, gib ihm eine Farbe, eine Gestalt, eine Bewegung.
    2. Akzeptieren: Anstatt den Schmerz oder Frust zu leugnen, akzeptiere, dass er da ist. Es gibt einen Grund dafür. Oder für den Ärger, den du spürst. Es ist vollkommen akzeptabel, dass du gerade traurig, gestresst, enttäuscht bist. Du musst weder leugnen noch dich dafür entschuldigen, was du empfindest.
    3. Trösten: Nun wende dich dem, was dich umtreibt und plagt, voller Mitgefühl zu, so wie du einen Freund, eine Freundin, deinen Partner, dein Kind ermutigen würdest. Sei sanft, freundlich, liebevoll zu dir selbst. Als würdest du jemanden trösten, dessen bester Freund gerade gestorben ist.
    4. Lächeln: Schließlich versuchst du, dir ein Lächeln zu schenken. Wünsche dir alles erdenklich Gute, Glück, Zufriedenheit. Schenk dir Liebe. Lächle deinem Schmerz voller Mitgefühl zu. Er hat allen Grund, vorhanden zu sein, aber du wünschst ihm von Herzen Besserung. Du beschenkst liebevoll dich selbst mit guten Wünschen und Gedanken.

    Diese Methode braucht sehr viel Praxis, zweifellos. Ich lerne noch immer daran, bin bei weitem kein Experte im gesunden Mitgefühl für mich selbst. Aber ich habe festgestellt, dass die Ergebnisse wirklich erstaunlich sind, so unvollkommen mir das Verfahren auch manchmal gelingen mag.

    Es fällt uns leichter, andere zu trösten, zu ermutigen, zu unterstützen, als mit uns selbst liebevoll umzugehen. In der Praxis wird das biblische »liebe deinen Nächsten wie dich selbst« oft ad absurdum geführt, denn wer sich selbst nicht lieben kann, will er wirklich auch den Nächsten so lieblos behandeln wie sich selbst? Womöglich ist genau das oft der Grund für ungebührliches Benehmen anderen Menschen gegenüber?

    Stete Übung macht den Meister aus - auch was die Liebe zu sich selbst betrifft. Und je mehr Liebe wir zu uns selbst entwickeln können, desto weniger werden wir zu den oben aufgeführten oder anderen Ersatzbefriedigungen greifen. Weil sie uns Schaden zufügen. Und wer will denjenigen, den er liebt, absichtlich schädigen?

    Diese Methode verwandelt nach und nach unseren Umgang mit Schmerz, Enttäuschung, Trauer, Stress oder Frust. Wenn wir solchen Empfindungen mitfühlend und achtsam begegnen, brauchen wir sie weder leugnen noch uns selbst zu verurteilen, weil sie vorhanden sind. Und so brechen wir aus dem Teufelskreis von immer mehr schlechten Gefühlen durch immer mehr Ersatzbefriedigungen aus.

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    P.S.: Viel weitere Gedanken zum Thema gesünderes und glücklicheres Leben stehen in diesem Buch:

      Dienstag, 31. März 2015

      Jessika ist kaum noch aufzuhalten

      Meine Facebook-Freunde und –Bekannten wissen es bereits: Jessika kommt. Im Sommer 2015. Der Buchumschlag ist so gut wie fertig, der Roman auch.

      Meinen treuen Blogbesuchern ist Jessika keine Unbekannte. Ein großer Teil des Manuskriptes wurde hier auf dem Blog in Fortsetzungen veröffentlicht, jeweils abgeschlossen mit einer Abstimmung, deren Ausgang darüber entschied, wie die Geschichte weiter gehen sollte. So zu schreiben waren Experimente für mich, die mir Spaß gemacht haben, den Lesern seinerzeit ganz offensichtlich auch, denn die Beteiligung war rege.

      Im Sommer 2012, als ich durch die Chemotherapie ziemlich ans Haus gefesselt war, habe ich dann einen ersten Entwurf des Romans »Jessika« aus vielen Einzelteilen und neu geschriebenen Ergänzungen zusammengesetzt. Die vierzehnjährige Jessika aus dem ersten Kapitel wurde verjüngt, sie ist erst zwölf Jahre alt. Manche anderen Änderungen habe ich durchgeführt … dann bekamen andere Projekte Vorrang, ich musste erneut operiert werden … Jessika war fast vergessen.

      Aber nun ist es soweit, dass das Buch über dieses unheimliche und undurchschaubare Wesen Gestalt annimmt. Wäre ich ein Freund von Anglizismen, würde ich jetzt schreiben, dass ein Sneak Preview folgt. Statt dessen formuliere ich lieber so: Hier folgt eine Leseprobe als Appetit- und Neugieranreger:

      Ich ließ mir das Rührei mit Schinken schmecken und schaute dabei meinen Mail-Eingang auf dem schlauen Mobiltelefon durch. Hier unten im Restaurant war das hoteleigene W-LAN stark genug für einen zügigen Datenverkehr. Es waren keine persönlichen Mails eingegangen, lediglich ein paar Werbesendungen. Ich schaute bei Facebook nach, was meine virtuellen und wirklichen Freunde zu vermelden hatten. Einer von ihnen hatte gerade sein Buch Entschleunigung und Achtsamkeit … im ganz normalen Alltag veröffentlicht. Ich kannte einige seiner Blogartikel, auf deren Grundlage er das Buch zusammengestellt hatte. Da die gedruckte Ausgabe für nur 7,27 Euro zu haben war, klickte ich mich durch zur Amazon-Seite.

      Als ich die Bestellung abschickte, setzte sich Jessika an meinen Tisch. Sie drückte mir einen Kuss auf die Wange und strahlte mich an: »Guten Morgen, Johannes.«

      »Moin! So gut gelaunt und schon ausgeschlafen?«

      »Allerdings. Warum auch nicht.«

      Ich fragte: »Soll ich dir einen Kaffee mitbringen? Oder sonst was vom Buffet?«

      »Gerne. Essen will ich nichts, aber ein Schuss Koffein kann nichts schaden.«

      Ich stand auf und brachte zuerst zwei Tassen Kaffee zu unserem Tisch, dann ging ich für mich noch Rohlíky, Butter und Käse holen.

      Während ich meinen Teller leerte, überflog Jessika in einer tschechischen Zeitung die neuesten Nachrichten. Es sei nichts sonderlich Aufregendes passiert, erklärte sie mir, Hamburg habe bei der Olympiabewerbung Berlin abgehängt, die deutsche Regierung habe Ärger mit der griechischen, in den üblichen Krisengebieten herrschten die üblichen Krisen. Sie legte die Zeitung beiseite, füllte unsere Kaffeetassen nach und brachte mir einen Teller mit zwei Tomaten.

      »Gerade Männer sollten auf Tomaten nicht verzichten«, erklärte sie mir.

      »Ich weiß. Wegen des Krebses.«

      Aus ihrer Handtasche kramte sie Zigaretten und Feuerzeug hervor und meinte: »Schön, dass du konsequent den Genitiv benutzt. Ich mag sprachschlampige Menschen nicht sonderlich gerne leiden.«

      Sie wartete, bis ich die Tomaten verspeist hatte und steckte dann zwei Zigaretten an, eine reichte sie mir.

      »Danke«, sagte ich, »das kompensiert dann die Tomaten.«

      »Umgekehrt.«

      Wir rauchten genüsslich. Kaum hatten wir die Zigaretten ausgedrückt, war die Kellnerin mit einem frischen Aschenbecher zur Stelle.

      Jessika trank den letzten Schluck aus ihrer Tasse und fragte: »Hast du Lust auf einen Altstadtbummel?«

      »Gerne.«

      »Gehen wir so ungefähr in zehn Minuten los? Ich hole meine Kamera, ich will ein paar Aufnahmen machen.«

      »Und vorher noch mal aufs Klo gehen, prophylaktisch.«

      »Wogegen ja nichts spricht, oder?«

      »Natürlich nicht. Hier besteht ja hoffentlich nicht die Gefahr, dass du statt zu pinkeln zwei Männer erschießt.«

      »Was sein muss, muss sein«, grinste sie und stand auf. »Also in zehn Minuten vor dem Hotel.«

      Ob sie das Erschießen von Männern oder das Pinkeln gemeint hatte, blieb mir verborgen.

      So. Das war’s für heute.

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      P.S.: Wer spannende Lektüre zu schätzen weiß, dem könnte vielleicht auch dieses Buch aus meiner Feder gefallen: Sabrinas Geheimnis

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      Montag, 30. März 2015

      Ein wenig »Hunger« aufbewahren

      Wir neigen vermutlich alle dazu, so viel wie möglich zu schaffen. Aber könnte weniger manchmal (oder öfter) besser und gesünder sein?

      Lasagne ... lecker!Kürzlich waren wir bei einem Fest zu Gast. Dort gab es ein Buffet mit diversen Speisen. Vor uns in der Schlange war ein Mann, der sich seinen Teller dermaßen vollschaufelte, dass er Mühe hatte, das Essen zum Tisch zu tragen, ohne etwas zu verschütten. Die beste aller Ehefrauen und ich schüttelten stumm den Kopf angesichts dieses Gierhalses ... denn einerseits warteten noch viele weitere Menschen darauf, an das schon deutlich dezimierte Speisenangebot auf dem Buffet zu kommen und andererseits wirkte der Mann alles andere als unterernährt. Der Bauch schwabbelte mit enormem Überhang über den tiefgeschnallten Gürtel. Offenbar einer der Zeitgenossen, die nie genug bekommen können.

      Das Phänomen kann man an vielen Stellen beobachten.

      • Beim Sport zum Beispiel. Es gibt Menschen, die laufen so schnell und so lange wie nur irgend möglich, man sieht ihnen schon am verbissenen Gesichtsausdruck an, dass es eher eine Qual als eine wohltuende sportliche Aktivität ist - und natürlich haben sie hinterher, wenn sie völlig entkräftet sind, keine Lust auf den nächsten Lauf. Zu dem müssen sie sich dann regelrecht zwingen und es wird genauso eine Qual daraus.
      • Oder auf Reisen: Da hetzen manche Touristen von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit, von Aktivität zu Aktivität und machen noch die halbe Nacht durch, weil ja die Hotelbar oder die Diskothek oder Freigetränke im Pauschalpreis inbegriffen waren ... und sind nach ihrem Urlaub erholungsbedürftiger als vorher.
      • Manch einer liest auch eine spannende Lektüre (was ich gut nachvollziehen kann), bis ihm die Augen zufallen und von der Nacht nicht mehr allzu viele Stunden übrig sind. Am Morgen ist dann der Jammer gewaltig.
      • Jemand kann vielleicht den Ausschaltknopf am Fernsehgerät oder Computer nicht finden, mit dem gleichen Effekt wie beim unermüdliche Leser.

      Welcher Bereich im Leben auch immer es sein mag ... wir neigen dazu, erst aufzuhören, wenn wir so viel wie möglich geschafft und erledigt haben, wobei wir oft weit mehr schaffen und erledigen, als gesund wäre.

      Kann man gegen diese Tendenz im Leben etwas tun? Na klar: Immer ein wenig »Hunger« aufbewahren.

      • Beim Laufen neulich mit meinem Freund Jens hätten wir noch zwei oder drei Kilometer dranhängen können, so viel Kraft wäre noch übrig geblieben. Aber wir haben nach 75 Minuten wie vorher verabredet den Lauf beendet und freuen uns auf die nächste gemeinsame sportliche Verabredung.
      • Wenn das Mittagessen besonders gut schmeckt und reichliche Portionen vorhanden sind, könnte ich den Teller durchaus ein zweites Mal füllen und leeren. Aber ich genieße lieber die normal bemessene Portion ausgiebig und freue mich über mein stabiles Gewicht und darauf, dass ich am nächsten Tag die immer noch genauso leckere Restportion verspeisen werde.
      • Auf Reisen besuchen wir gerne ausgewiesene Sehenswürdigkeiten und nutzen besondere Angebote, wenn es welche gibt. Aber nicht um jeden Preis. Als wir vor ein paar Jahren in Rom den Vatikan besichtigen wollten und die Schlange vor dem Eingang sahen, haben wir frohen Herzens darauf verzichtet, uns fünf Stunden in der prallen Sonne auf dem Petersplatz anzustellen. Es wurde auch ohne Vatikan (oder gerade deshalb) ein wunderschöner und erholsamer Urlaubstag.
      • Beim Bummel über den Kurfürstendamm oder auf der Schlossstraße kann ich Geschäfte durchstreifen, ohne etwas zu kaufen und ohne deswegen meine gute Laune einzubüßen. Vielleicht sehe ich ein dekoratives Objekt, wie neulich zwei musikalische Figuren für das Regal über dem Plattenspieler, und ich merke das Gesehene gedanklich für einen späteren Zeitpunkt vor. Ich hätte sie mir leisten können, den Trompeter und den Saxophonisten, aber ich musste sie nicht mitnehmen. Vielleicht beim nächsten Besuch des COEO-Ladens.

      Liebe Blogbesucher, probiert es doch einfach mal aus: Etwas weniger tun und schaffen und dafür etwas für die Zukunft in Reserve behalten. Ich kann mir vorstellen, dass auch bei euch der Genuss deutlich größer wird und der Katzenjammer über das »zu viel« abnimmt.

      Es lohnt sich!

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      Mehr zum Thema gesünderes und glücklicheres Leben steht in diesem Buch:
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      Freitag, 27. März 2015

      Fail Faster–was wir von Henry Ford lernen können

      Ich höre immer wieder von zwei hauptsächlichen Hindernissen, sobald ich mich mit Menschen über den Wechsel zu einer gesünderen und glücklicheren Lebensweise unterhalte. Wenn jemand mit guten Vorsätzen Abschied von schlechten Gewohnheiten nehmen möchte, sind diese beiden Hindernisse offensichtlich die am häufigsten auftretenden:

      1. Der Versuch geht schief - man lässt es bleiben.
      2. Man fängt gar nicht erst an, weil die Herausforderung eine zu große zu sein scheint.

      Kennst du diese beiden Erfahrungen? Dann bist du in bester Gesellschaft, denn so gut wie jedem geht es irgendwann im Leben so. Aber gegen beide Hindernisse ist ein gutes, ein ganz hervorragendes Kraut gewachsen:

      Tu es einfach. Und zwar so lange, bis es dir gelingt. Du musst gar nicht von Anfang an perfekt sein.

      Der Kern der beiden Hindernisse ist unsere Angst vor dem Versagen, vor jeglichem Fehlschlag. Und genau an diesem Punkt lohnt es sich, umzudenken. Wir sollten handeln, wie Softwareentwickler es heutzutage tun. Das Prinzip nennt sich Iterate Philosophy - manche nennen es auch Fail Faster Philosophy.

      Das funktioniert, um ein historisches Beispiel statt moderne Softwareentwicklung zu wählen, so:

      Henry Ford und sein Partner hatten ein Automobil entwickelt, das Modell A. Dieses erste Fahrzeug war voller Mängel und Unzulänglichkeiten. Sie schickten jedoch ihre Mechaniker damit hinaus in die Welt, in die Wirklichkeit, auf die Straßen. So gewannen sie verlässliche Informationen darüber, was nicht funktionierte, was fehlte, was zu Bruch ging. Mit diesen Informationen bauten sie das Modell B. Und schickten es hinaus in die Wirklichkeit. Dann folgte Modell C. Und so weiter. Serienreife hatte dann schließlich das Modell S, aber es war noch immer mit Mängeln behaftet. Und dann kam schließlich der Nachfolger, das zur Legende gewordene Model T. 15 Millionen Fahrzeuge wurden verkauft. Bis zum Jahr 1972 war es das meistverkaufte Automobil der Welt.

      Ob wohl ohne die Erfahrungen beim tatsächlichen Einsatz der fehlerbehafteten Modelle A bis S ein solch erfolgreiches Fahrzeug zustande gekommen wäre?

      Wir werden gute und nützliche Vorsätze nur durch echte Erfahrungen in der wirklichen Welt, in der Praxis, verwirklichen und die Gewohnheit zum festen Bestandteil unseres Lebens machen können. Sei es Sport, gesundes Essen, Meditation, Lektüre guter Bücher, kreative Betätigung, strukturiertes Arbeiten ohne Multitasking, Yoga oder sonst etwas - wir müssen es tun! Tun und wieder tun.

      Nehmen wir an, du willst täglich wenigstens fünfzehn Minuten zur Ruhe kommen und meditieren. Ein guter Vorsatz. Am ersten Tag klappt das auch, am zweiten wieder. Am dritten klingelt dauernd das Telefon, sind besonders viele Emails zu beantworten, du hast noch dieses und jenes vor ...

      Bist du nun ein Versager? Taugt heilsames zur Ruhe kommen nicht für dich? Nein. Ein Versagen wird nur daraus, wenn du die Idee jetzt aufgibst. Ein Fortschritt wird aus dem Experiment, wenn du am nächsten Tag daran denkst, vor deiner Meditation das Telefon auszuschalten. Oder die Viertelstunde auf einen anderen Platz in deinem Tagesablauf verlegst.

      Foto von WikiCommonsAm einfachsten ist jeder gute Vorsatz umzusetzen, indem du es wie Henry Ford mit seinem Automobil machst und die Fail-Faster-Methode anwendest. Sie besteht aus Planen (ich will ein serienreifes Automobil verkaufen), tun (raus auf die Straßen mit dem Vehikel!), auswerten und justieren (nach vierzig Kilometern fällt die Heckbeleuchtung von der Karosserie. Also brauchen wir eine andere Befestigung). Fail faster könnte man übersetzen mit schneller misslingen - und das ist genau der Schlüssel. Nur wenn etwas misslingt, kann man es künftig anders - und letztendlich irgendwann erfolgreich - tun.

      • Planen: Schreibe dir ganz kurz das Ziel auf. Zum Beispiel »Jeden Tag um 17:00 Uhr 20 Minuten Dauerlauf im Stadtpark.«
      • Tun: Du ziehst um 16:50 Shorts, T-Shirt und Turnschuhe an und läufst zum Stadtpark.
      • Auswerten: »Ich war noch so satt vom Kuchen um 16:00 Uhr, dass die Bewegung fast zur Qual wurde.«
      • Justieren: »Jeden Tag um 18:00 Uhr 20 Minuten Dauerlauf im Stadtpark.«
      • Tun: Du ziehst um 17:50 Shorts, T-Shirt und Turnschuhe an und läufst zum Stadtpark.
      • Auswerten: »Ich war zu spät zurück zu Hause, um die Kinder ohne Hektik zu ihrem Musikunterricht zu bringen.«
      • Justieren: »Jeden Tag um 17:00 Uhr 20 Minuten Dauerlauf im Stadtpark. Das Stück Kuchen gönne ich mir hinterher zur Belohnung.«
      • ... und so weiter.

      Dies ist nur ein fiktives Beispiel, aber das Prinzip kannst du überall anwenden. In der Praxis bewähren sich solche überschaubaren Zyklen hervorragend. So verbucht unser Gehirn nämlich, statt ein Versagen zu speichern, einen Lernerfolg. Selbst dann, wenn der Plan noch nicht verwirklicht ist, wird schon ein positives Erlebnis daraus. Weil wir etwas tun, statt nur darüber nachzudenken, dass wir etwas ändern könnten oder müssten.

      Probier es aus. In überschaubaren Zyklen: Planen, drei Tage tun, auswerten und justieren. Dann wieder drei Tage  tun, auswerten, justieren. Oder eine Woche. Aber du solltest unbedingt einen überschaubaren, kurzen Zeitraum wählen.

      Und damit ist auch das Hindernis Nummer 2 von oben erledigt. Die Herausforderung ist gar nicht mehr riesig, weil du nicht von heute auf morgen das perfekte »Model T« zusammenbasteln musst.

      In ziemlich kurzer Zeit wirst du feststellen, dass dein guter Vorsatz zur festen Lebensgewohnheit geworden ist.

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      Donnerstag, 26. März 2015

      Joggathon 2015 in Berlin–die Details

      Auf meine wahrscheinliche Teilnahme hatte ich im vorigen Beitrag auf diesem Blog hingewiesen und bereits kundgetan, dass ich mich über Sponsoren und weitere Teilnehmer freuen würde.

      Hier folgen nun die versprochenen allgemeinen Informationen und Details zur Veranstaltung:

      1. Grundsätzliche Informationen

      Joggathon 2014Der Joggathon ist ein Sponsorenlauf, bei dem man als Sponsor und/oder Läufer teilnehmen kann. (Das gilt für Menschen beider Geschlechter, man sehe mir nach, dass ich das hässliche Läufer/innen und ähnliche Konstruktionen nicht benutze). Jeder Läufer sucht sich Sponsoren, die einen Geldbetrag pro gelaufener Runde (ca. 1 km) spenden. Die verfügbare Laufzeit beträgt eine Stunde.

      Wer mitlaufen möchte, kann sich entweder per Anmeldeliste über die beteiligten Berliner Gemeinden der Kirche des Nazareners oder per Email (joggathon@johannesgemeinde-berlin.de) anmelden.

      Läuferinnen und Läufer können sich demnächst unter www.johannesgemeinde-berlin.de Listen für ihre Sponsoren zum Ausdrucken herunterladen. Es genügt aber auch, per Email die Namen, Adressen und den jeweiligen Betrag pro Runde der Sponsoren mitzuteilen.
      Wichtig: Bitte bis zum 17. Mai anmelden!

      Die Sponsoren erhalten nach dem Lauf vom Veranstalter eine »Sponsorenrechnung«. Auf dieser ist der zu überweisende Betrag ausgewiesen, den ihre Läufer erzielt haben. Diesen Betrag bitte zeitnah überweisen, die Bankverbindung ist auf der Sponsorenrechnung ersichtlich. Die Läufer nehmen kein Geld entgegen.

      Steuerlich absetzbare Zuwendungsbestätigungen werden Anfang 2016 ausgestellt. Dafür sind unbedingt die vollständigen Kontaktangaben (Name und Adresse) auf der Sponsorenliste notwendig.

      Und wo wird gelaufen? Hier [Klick auf das Bild führt zu Google Maps]:image

      2. Das Programm am Sonntag, dem 31. Mai 2015

      Open-Air-Gottesdienst 2010Der Lauf am Lolopfuhl in Berlin Rudow ist der zentrale Bestandteil des Joggathon-Festes.

      Der Tag hat aber noch mehr zu bieten:

      • 10:15 Uhr: Open-Air-Gottesdienst auf dem Grundstück der Lydia Gemeinde, Ursulinenstraße 35, 12355 Berlin-Rudow. Jedermann ist herzlich willkommen, zur Teilnahme ist aber natürlich niemand verpflichtet.
      • 11:45 Uhr: Zeit zum Umkleiden und Ausgabe der Startnummern.
      • 12:30 Uhr: Start des Joggathon am Lolopfuhl.
      • 13:30 Uhr: Die letzte angefangene Runde darf zu Ende gelaufen werden.
      • Anschließend: Zeit zum Duschen (voraussichtlich stehen aber leider nur wenige mobile Duschen bereit) und Umkleiden. Handtücher und Kleidung zum Wechseln hat natürlich jeder Läufer bei sich.
      • 13:45 Uhr: Joggathon-Fest auf dem Gemeindegrundstück mit Fleisch und Wurst vom Grill, Spielen (Volleyball, Streetball, Gartenschach), Kaffee und Kuchen. Getränke und Kuchen werden kostenlos angeboten, Gegrilltes kann zu angemessenen Preisen erworben werden. Salate werden von den Besuchern und Teilnehmern mitgebracht und gerne am jeweiligen Tisch mit anderen Gästen geteilt.
      • 16:30 Uhr: Siegerehrung und Verteilung der Urkunden an die Läufer.
      • 17:00 Uhr: Ende.

      3. Spezielle Hinweise für Läufer:

      • Das Warten hat ein Ende. Es geht los!Zeit zum Umkleiden vor dem und nach dem Lauf ist ausreichend vorhanden (siehe Programm).
      • Während des Laufs wird am Startpunkt durchgehend Mineralwasser an die Läuferinnen und Läufer ausgegeben. Man kann also bei jeder Runde zugreifen.
      • Die letzte innerhalb der Stunde nach dem Start begonnene Runde darf zu Ende gelaufen werden und zählt zum Ergebnis.
      • Es ist geplant, einige mobile Duschen bereitzustellen. Sportkleidung, Schuhe, Handtücher, Deospray und was immer man sonst so brauchen könnte) bringt jeder selbst mit.
      • Die Teilnahme erfolgt auf eigene Verantwortung. Versicherung ist Sache der Teilnehmer.

      4. Der gute Zweck 2015

      Der Joggathon wird von der evangelischen Freikirche »Kirche des Nazareners« in Berlin veranstaltet. Er findet 2015 bereits zum 17. Mal statt. Jedes Jahr werden durch die erlaufenen Spenden jeweils eigens ausgesuchte wohltätige Projekte unterstützt. Die Organisation der Hilfen wird von Helping Hands e.V., einem Hilfswerk der Kirche des Nazareners, übernommen.

      Im letzten Jahr nahmen 105 Läuferinnen und Läufer unterstützt von über 330 Sponsoren teil und sammelten 14.000 Euro für Projekte in Albanien, Syrien und in den USA. Weitere Infos zu der Verwendung der Spendengelder aus vorangegangenen Jahren sind unter www.helpinghandsev.org/kirche/spendenjogg.html zu finden.

      Dieses Jahr gibt es wieder drei Projekte, die mit den erlaufenen Geldern unterstützt werden:

      1. Sanierungsarbeiten im Sozialwerk in Mahlow
      Das Sozialwerk ICHTHYS (www.ichthysmahlow.de), betreut Suchtkranke, Haftentlassene und obdachlose Menschen. Einen wesentlichen Aspekt der Betreuung stellt die Arbeits- und Beschäftigungstherapie in verschiedenen Bereichen dar. ICHTHYS bietet mittels eines differenzierten, resourcenorientierten Systems von Bausteinen den Zielgruppen verschiedene ambulante bis stationäre Hilfsangebote auf gesetzlicher Grundlage.

      Da muss was saniert werden!Zu der Einrichtung gehören mehrere Gebäude und Nebengelasse, unter anderem auch das Gebäude, in dem unter anderem die Fahrzeuge und Werkstätten untergebracht sind. Dieses Gebäude ist stark sanierungsbedürftig. Die Dachrinne muss erneuert, die Stahlkonstruktion muss dringend mit neuem Rostschutz versehen und die Garagentore müssen saniert werden. Sie sind inzwischen zu einer Unfallgefahr geworden. Mit der Hälfte der Joggathon-Spenden sollen diese Sanierungsarbeiten unterstützt werden, so dass die wertvolle Arbeit ohne Einschränkungen weitergeführt werden kann.

      2. Hilfe zur Selbsthilfe in Armenien
      Schafzucht - Hilfe zur Selbsthilfe.Noch immer leben infolge eines Erdbebens 1988 tausende Familien in extremer Armut. Da die Industrieanlagen zerstört und bisher nicht wieder aufgebaut wurde, ist die Arbeitslosigkeit sehr hoch. In Maralik und Akhuryan, zwei kleinen Städten in der Provinz Shirak mit insgesamt 20.000 Einwohnern, haben örtliche Kirchen vor zwei Jahren ein Projekt begonnen, das den ärmsten Familien hilft, sich durch Schaf- bzw. Hühnerzucht eine Existenz aufzubauen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern und die stark gestiegene Landflucht aufzuhalten. Mindestens 60 Familien sollen von diesem Projekt profitieren, das sind in etwa 550 Menschen, die meisten davon Frauen und Kinder.

      Mit den Joggathon-Geldern sollen Hühnerställe, Inkubatoren und Viehställe finanziert werden - echte Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort.

      3. Flüchtlingsfamilien in Sizilien
      Das zentrum der Hilfe in Catania.Früher war der Platz in Catania eine Müllkippe, heute steht dort eine Kirche,von der aus mehrmals im Monat an Obdachlosen und notleidende Familien aus der Stadt Nächstenliebe praktiziert wird: Sie bekommen Essen, Medizin und Wertschätzung geschenkt.

      Leider hat in den letzten Jahren die Anzahl von Flüchtlingen aus Afrika deutlich zugenommen, die meisten Boote erreichen die dem Ort Cantania vorgelagterte Insel Lampedusa.

      Die Kirche versucht auch diese armen Familien und Einzelpersonen materiell und seelisch zu unterstützen. Damit diese wertvolle Arbeit auch für die Kinder weiter ausgebaut werden kann, soll mit den Joggathon-Erlösen unter anderem der Kinderspielplatz von Catania saniert werden.

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      Mittwoch, 25. März 2015

      Joggathon 2015 in Berlin–Gutes tun mit den Beinmuskeln oder dem Geldbeutel. Oder sowohl als auch.

      Als ich 2013 zum ersten Mal als Läufer an dieser jährlichen Benefizveranstaltung teilnahm, war das für mich auch ein Schritt und Etappensieg im Kampf gegen den Krebs. Die an die Operation anschließende Chemotherapie war Ende 2012 beendet und ich kam langsam wieder zu Kräften. Dass ich dann im Frühjahr 2013 in der Stunde, die so ein Joggathon-Lauf dauert, bei widrigsten Witterungsbedingungen neun Runden schaffte, war für mich schon etwas Besonderes.

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      2014 war das Wetter deutlich angenehmer - fast schon zu heiß - aber wiederum wurde mein Lauf ein ähnlicher Etappensieg, denn die Folgen der zweiten Krebs-Operation im Oktober 2013 spürte ich noch deutlich. Trotzdem wolle ich laufen. Und ich lief. Und siehe da: Ich schaffte zehn Runden.

      Nun steht am 31. Mai 2015 meine dritte Teilnahme am Joggathon bevor, vorausgesetzt bei der Krebs-Nachsorgeuntersuchung Anfang Mai heißt es wieder: Alles in Ordnung. Wenn das so eintrifft und ich meine heutige Leistungsfähigkeit als Maßstab nehmen darf, sollten dieses Mal elf Runden drin sein.

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      Dabei können meine geschätzten Blogbesucher mich wiederum anfeuern:

      Sponsor werden!

      Der Joggathon ist ein Sponsorenlauf, bei dem sich jeder Läufer Menschen sucht, die einen Geldbetrag pro gelaufener Runde (ca. 1 km) für einen guten Zweck spenden. Wer mein Sponsor wird, sollte also 10 mal oder 11 mal den Beitrag kalkulieren. 12 Runden werden es mit größer Wahrscheinlichkeit nicht – da müsste schon alles, vom Wetter bis zur Kondition, ganz besonders gut zusammentreffen.

      Die Sponsoren erhalten nach dem Lauf vom Veranstalter eine Sponsorenrechnung mit Angabe der Bankverbindung. Auf dieser Rechnung ist der zu überweisende Betrag ausgewiesen, den der jeweilige Läufer (oder natürlich mehrere) insgesamt erlaufen hat. Dieser Betrag soll dann zeitnah auf das angegebene Konto überwiesen werden. Zuwendungsbestätigungen (für das Finanzamt) werden Anfang 2016 ausgestellt. Dafür sind unbedingt Name und Adresse notwendig.

      Wer also mein Sponsor werden möchte, schickt mir am einfachsten eine E-Mail. Betrag pro Runde sowie Name und Anschrift - mehr brauche ich nicht. Geld nehme ich nicht entgegen. Ich laufe nur.

      Anmelden als Läufer kann sich jeder, der seine Beinmuskulatur für die gute Sache einsetzen will, per E-Mail an joggathon@johannesgemeinde-berlin.de. 2014 waren 105 Läufer dabei! Jung und alt, dick und dünn, Mädchen, Frau, Junge, Mann, Spaziergänger oder Marathonläufer … alle dürfen mitmachen. Sponsoren sucht man sich selbst. Die Anmeldung und Sponsorenliste sollten bis zum 17. Mai beim Veranstalter sein.

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      Weitere Informationen zum Ablauf des Tages und zum guten Zweck, der 2015 mit den erlaufenen Geldern unterstützt wird, folgen demnächst auch an dieser Stelle. Aber wer von meinen geschätzten Blogbesuchern schon weiß, dass er zu meinen Sponsoren zählen möchte, darf mir das gerne bereits jetzt mitteilen. E-Mail: gjmatthia@gmail.com
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      Samstag, 21. März 2015

      Don’t Try To Tell Me

      imageAnlässlich der Neuauflage meines Romans »Es gibt kein Unmöglich« gibt es heute etwas zu lesen und zu hören.

      Und zwar das Lied, dessen Entstehung im zwölften Kapitel geschildert wird. Zunächst ein Ausschnitt aus dem Kapitel:

      Sie hatten eine Gitarre mitgenommen, und Johnny spielte ihm eine neue Komposition mit einem la-la-la–Text vor.

      »Na los«, meinte Frank, »wir sitzen über zehn Stunden in diesem Zug. Schreib einen Text dazu.

      »Mir fällt nichts ein.«

      »Ein Liebeslied«, schlug er vor.

      »Was zum Teufel soll Liebe sein? Kenne ich nicht.«

      »Ich dachte, du hättest Eleftheria geliebt?«, fragte seine Mutter, ohne zu ahnen, was sie damit anrichtete.

      […]

      »Zurück zu unserem Lied«, meinte Frank. »Versuch mal, dir vorzustellen, es gäbe einen Gott. Stell dir vor, du glaubst an ihn, und willst jemandem davon erzählen.« Er nahm die Gitarre in die Hand und spielte die Akkorde. »Na, fällt dir was ein?«

      Johnny summte die Melodie, beim zweiten Wiederholen hatte er eine Idee.

      Don’t try to tell me that God is dead, he woke me up this morning.

      Don’t try to tell me that God is dead, he lives in my heart.

      Johnny hatte die Augen geschlossen. Die Worte kamen wie von selbst.

      He waits for you with open arms to welcome you back home. So don’t try to tell me, that God is dead, he lives in my heart.

      Die erste Strophe war fertig, in der nächsten halben Stunde wurde ein Song mit vier Versen daraus.

      ♫♪♪♫

      Der Zug rollte durch die Nacht, und Johnny tastete nach Ediths Fahrkarte in seiner Brusttasche. Er hatte Ediths Eltern gesagt, er würde sie mit nach Hause bringen. Er spürte, dass das Mädchen auf der Rückfahrt neben ihm sitzen würde, obwohl die Wahrscheinlichkeit eher gering war.

      Und hier nun der Link zum Lied in einer Studio-Version:

      Don't Try To Tell Me

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