Mittwoch, 20. Juni 2018

Machen Sie aus dem Problem eine Erfahrung!

Ganz lebendig, ganz menschlich und ganz wach zu sein, bedeutet, ständig aus dem Nest geworfen zu werden. -Pema Chodron

Zum Leben gehören (zumindest für die meisten Menschen) auch schlechte Zeiten: Der Chef ist unzufrieden, das Geschäft läuft miserabel, es kommt zum Streit mit der liebsten Person, die Finanzen sind knapp, man kann nicht gut schlafen, eine schwere Krankheit oder chronische Schmerzen treten auf …

Meistens reagieren wir auf solche Situationen und Ereignisse so ähnlich:

  • Dem Problem entfliehen: Job kündigen, Trennung vom Partner, Medikamente noch und noch. Was auch immer geeignet scheint, Abstand vom Problem zu gewinnen.
  • Das Problem ignorieren: einfach nicht daran denken (zumindest versucht man das), so tun, als wäre alles in Ordnung.
  • Flucht: Trinken, Rauchen, Essen, Fernsehen, Internet, Pornos, Soziale Medien, Spiele … alles ist willkommen, um von den Schwierigkeiten abzulenken.
  • Sich beschweren: auf jemanden losgehen, schimpfen, jemandem die Ohren volljammern, nachtragend sein, die Schuld an der Situation bei anderen (oder dem Schicksal/einer höheren Macht) suchen.

Das kann alles funktionieren und je nach Lage auch sinnvoll sein. Entwickeln Sie keine Schuldgefühle wegen solcher Reaktionen auf ein Problem. Manchmal kann das beruhigen oder sogar hilfreich sein. Mit jemandem über Probleme zu sprechen, ist zum Beispiel eine gute Idee. Sich ausruhen, damit man besser und konzentrierter an einer Lösung arbeiten kann … auch keine schlechte Idee.

lichtblickAber alle Versuche, dem Problem aus dem Weg zu gehen, es zu vergessen oder sich selbst zu trösten haben eine begrenzte Wirksamkeit. Langfristig geraten wir in eine Krise, werden unglücklich, fühlen uns niedergeschlagen und dadurch geraten wir immer tiefer in den Sumpf.

Wie wäre es, wenn Sie bei der nächsten (vielleicht auch aktuellen) misslichen Lage mal etwas anderes ausprobieren: Sie sind verletzt, traurig, wütend, überlastet … und betrachten das nicht als ein Problem, sondern als eine Erfahrung.

  • Fühlen Sie den Schmerz, die Traurigkeit oder die Wut, die Sie empfinden.
  • Anstatt das Empfinden zu meiden, vor dem Problem zu fliehen, erlauben Sie sich, das Gefühl bewusst wahrzunehmen.
  • Und während Sie es fühlen, betrachten Sie Ihre Empfindungen nicht als ein Problem, das Sie lösen müssen, einen Umstand, den Sie loswerden wollen. Sondern als Erfahrung. Sie müssen jetzt kein Problem bewältigen, Sie machen gerade eine Erfahrung. Das ist alles: ein Erlebnis, ein Gefühl, Empfindungen. Kein Grund zur Panik.
  • Es sei denn, Sie sind in Panik geraten - das ist auch kein Weltuntergang. Es ist ein Zustand, den Sie gerade erleben. Es ist, auch wenn Sie panisch reagieren, traurig sind, Schmerz empfinden, im Grunde nur eine Erfahrung. Das Erlebnis fühlt sich sicherlich nicht gut an. Nicht alle Erfahrungen, die wir im Leben machen, sind erfreulich? Manchmal müssen wir Kälte, Hitze, Stürme und Schmerzen erleben. Es ist Teil der Lebenserfahrung, und wir können nicht alles ausschließen, was uns missfällt.
  • Spüren Sie Ihre Schwierigkeit voll und ganz, mit so offenem Herzen wie möglich. Lassen Sie es zu. Fällen Sie keine Urteile, geraten Sie nicht in hektische Betriebsamkeit. Es ist erst einmal nur Ihre gegenwärtige Erfahrung.

Sie können Frieden finden, was auch immer diese Erfahrung sein mag. Und dann, erst dann, kommt die Zeit zum Handeln. Aus diesem inneren Frieden heraus darüber, wer Sie sind, was Sie erleben, können Sie den nächsten Schritt tun.

Machen Sie einen kleinen Schritt, um Ihre Situation zu verbessern. Suchen Sie Rat und Hilfe dort, wo sie wirklich zu finden sind (anstatt panisch irgend etwas zu tun). Seien Sie still, damit Sie zuhören können. Was zu tun ist, hängt von der Situation ab, aber jeder dauerhafte und wirkliche Weg aus der misslichen Lager heraus beginnt mit einem Gefühl des Friedens, mit dem Wahrnehmen und Anerkennen der eigenen Erfahrung. Und wenn es gar keinen Weg heraus geben sollte – so wie ich es mit den irreversiblen Folgen der Chemotherapie erlebt habe und erlebe – dann ist es erst recht wichtig und sinnvoll, den inneren Frieden (wieder) zu finden.

Ob das immer gelingt? Mir jedenfalls nicht. Aber je länger ich praktiziere, so vorzugehen, desto öfter, leichter und besser klappt es.

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Foto: Eigene Aufnahme.

Mittwoch, 30. Mai 2018

DSGVO, ADV-Vertrag und andere Angstmacher

Für alle, die immer noch ratlos sind, ob sie ihren privaten Blog nun einstampfen, einkochen oder einfrieren sollen und ob sie einen Auftragsdatenverarbeitungsvertrag mit dem Hosting-Provider brauchen oder eine ellenlange Erklärung, die sowieso keiner liest, an alle Blogbesucher verschicken und sich vorher beim Anwalt beraten lassen müssen … kurzum, ob sie viel Geld für die Beutelschneider und virtuellen Wegelagerer ausgeben müssen, die dank DSGVO wie Pilze aus dem Sumpf schießen:

Wenn Dein Blog ein privater Blog ist (keine Werbebanner, keine Newsletter, keine Geldverdienenwollentools etc.), dann krieg dich wieder ein.

Die DSGVO wurde erfunden, um Privatpersonen besser vor der Datengier von Unternehmen zu schützen.

Bist Du mit deinem Blog ein Unternehmer? Wenn Du Geld damit verdienst (oder es zumindest krampfhaft, wenngleich erfolglos, versuchst) – dann vermutlich ja. Dann sammelst Du Besucherdaten, wertest sie aus, verarbeitest sie … und dafür brauchst Du nun einmal das ausdrückliche Einverständnis derjenigen, die auf deine Werbebanner klicken oder ähnliches. Dann hast Du Werbebanner auf dem Blog, die dich pro Klick stinkreich machen sollen … dann versuchst du, an Adressen zu kommen, denen deine Werbung zuflattern soll und so weiter.

Wenn Dein Blog aber keine derartigen Fallen und Verlockungen enthält, höchstens eine Besucherstatistik (wie bei Wordpress, Blogger und Co. in der Regel von vorne herein eingebaut), dann bist Du eine private Person, deren Leidenschaft oder Zeitvertreib das Bloggen ist. Wenn Du magst, kannst Du eine Notiz für die Blogbesucher einbauen (wie ich in der Seitenleiste). Für das Cookie-Banner sorgen Blogger, Wordpress und Co. ganz von selbst.

Dass ich auf dem Blog für meine Bücher werbe, steht dem übrigens nicht im Wege, denn verkauft werden sie über den Buchhandel und die Onlineportale wie Amazon und andere. Ob Lieschen Müller oder Fritz Mustermann meinen Roman Sabrinas Geheimnis gekauft haben, erfahre ich nicht. Der Datenschutz der Onlineshops ist nicht meine Angelegenheit.

Dazu heißt es in der Verordnung so schön:

„(18) Diese Verordnung gilt nicht für die Verarbeitung von personenbezogenen Daten, die von einer natürlichen Person zur Ausübung ausschließlich persönlicher oder familiärer Tätigkeiten und somit ohne Bezug zu einer beruflichen oder wirtschaftlichen Tätigkeit vorgenommen wird. Als persönliche oder familiäre Tätigkeiten könnte auch das Führen eines Schriftverkehrs oder von Anschriftenverzeichnissen oder die Nutzung sozialer Netze und Online-Tätigkeiten im Rahmen solcher Tätigkeiten gelten. Diese Verordnung gilt jedoch für die Verantwortlichen oder Auftragsverarbeiter, die die Instrumente für die Verarbeitung personenbezogener Daten für solche persönlichen oder familiären Tätigkeiten bereitstellen.“

Also sind Blogger, Wordpress und Co. dafür verantwortlich, was mit den Baten der Besucher deines Blogs passiert oder nicht passiert. Du kommst ja normalerweise gar nicht an solche Daten (IP-Adressen, Länderkennungen etc.) heran.

Alles klar? Fein.

Bild: Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2615952.

Sonntag, 27. Mai 2018

Herzlichen Dank!

Den Sponsoren, die mit ihren Zusagen dazu beigetragen haben, dass ich auch beim sechsten Joggathon meines Lebens wieder zum guten Zweck beitragen konnte, herzlichen Dank. Ich habe insgesamt 91,10 Euro erlaufen.

Wie viele Runden ich in der heutigen Affenhitze geschafft habe, kann man hier abzählen:


Eine Stunde Lauf in zwanzig Sekunden


So Gott will und wir leben … nächstes Jahr dann mein siebter Joggathon.

Donnerstag, 24. Mai 2018

Der sechste, nicht der fünfte.

Kürzlich hatte ich hier angekündigt, am 27. Mai 2018 meinen fünften Joggathon absolvieren zu wollen [Beweis hier].

Nun habe ich gerade meine bisherigen Urkunden in der Hand gehabt und festgestellt, dass dies eine Falschmeldung war. Es wird mein sechster Joggathon. Beweis siehe Foto:

Fünf Urkunden ...

So. Das wäre nun richtiggestellt und ich darf mich schon mal herzlich bedanken für die Sponsorenmeldungen, die ich erhalten habe. Danke! So ein Benefizlauf macht ja mehr Spaß, wenn man durch das Laufen für den Guten Zweck spürbar beitragen kann. In den letzten fünf Jahren durfte ich dank meiner Sponsoren immerhin bereits 821,49 Euro erjoggen.

Wer wenig über den Joggathon und/oder das Ziel der Benefizbemühungen weiß, aber gerne mehr darüber erfahren würde, kann hier mal reinschauen: [Die Joggathon-Broschüre 2018].

Na denn. Es soll ja am Sonntag richtig heiß werden … schaun mer mol.

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Mittwoch, 23. Mai 2018

Piano & Buch Nachlese

Dass die Veranstaltung mit dem Titel »Piano & Buch« rundum gelungen ist, hat allen Beteiligten viel Freude bereitet und Mut für mögliche ähnliche Projekte in der Zukunft gemacht.

Rund 50 Gäste, die Mehrzahl nicht aus den eigenen »frommen Reihen« der kleinen Kirchengemeinde, fanden den Weg ins schön geschmückte Gartenhaus und wurden vom Vorbereitungsteam köstlich mit ausgefallenen Cocktails, einer breiten Auswahl an anderen Getränken und bereitgestelltem »Fingerfood« bewirtet. Wir hörten bei der Verabschiedung und noch im Nachhinein viele lobende und dankbare Worte wegen der freundlichen Wohlfühlatmosphäre.

Ob die Mischung von Erzählungen aus der Feder von Günter J. Matthia und Klavierstücken von Christoph Pagel harmonieren und »funktionieren« würde, wusste niemand. Es war die erste Zusammenarbeit der Künstler und für beide auch die erste Kombination von Konzert und Lesung.

Der Applaus und die Kommentare der Besucher machten dann unmissverständlich klar: Jawohl, das Konzept ist aufgegangen, die Mischung geglückt. Es war ein wirklich abwechslungsreicher, anrührender und zum Nach- und Weiterdenken anregender Abend, der die zahlreichen Besucher, die vom christlichen Glauben kaum etwas oder gar nichts wussten, in keiner Weise abschreckte oder irritierte. Im Gegenteil. Die völlig unverkrampfte Begegnung mit spannenden, skurrilen, exotischen und vertrauten Facetten des Christseins – ob nun in den Erzählungen oder in den Musikstücken - war für Atheisten und Christen gleichermaßen angenehm und unterhaltsam.

Allen Beteiligten bei Vorbereitung und Durchführung sowie den vielen Besuchern noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön!

© Fotos: Samuel Matthia.

Freitag, 18. Mai 2018

Pfingstsonntag, 19 Uhr!

Nun ist es fast so weit. Die Texte sind ausgesucht, die Klavierstücke ausgewählt, das Programmheft ist gedruckt, ein liebes Team kümmert sich um Getränke und Leckerbissen, der Pianist und meine Wenigkeit freuen sich auf den Abend.

Was will man mehr?

Ganz einfach. Gutgelaunte Gäste. Also dich, lieber Blogbesucher und liebe Blogbesucherin.

Na dann: Herzlich Willkommen!

Piano und Buch - A5

P.S.: Der Tatort am Pfingstsonntag ist eine Wiederholung (aus dem Jahr 2013). Eine neue Folge gibt es am Pfingstmontag. Also steht auch Tatort-Fans wie mir nichts im Wege …

Montag, 23. April 2018

Noch vier Wochen …

… dann wird die Veranstaltung bereits Geschichte sein.

Das Programmheft ist fertig, Poster und Einladungszettel auch … die Presseinformationen sind schon lange lange an die entsprechenden Stellen gelangt und die Vorfreude steigt.

programmheft

Wer nicht so recht weiß, worum es geht, kann ja mal hier nachsehen: [Piano & Buch]

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Dienstag, 3. April 2018

Mein fünfter Joggathon

Eine Ablichtung meiner Person beim Joggathon 2015Der Joggathon, ein Benefizlauf in Berlin, wird am 27. Mai 2018 zwanzig Jahre alt. Ich werde zum fünften Mal mitlaufen für den guten Zweck.

Regelmäßige und langjährige Blogbesucher wissen, wie der »Joggathon« funktioniert, für alle anderen und zur Auffrischung noch mal kurz die Details:

  • Der Joggathon ist ein Benefizlauf - daher suche ich (wie alle anderen Läufer) Unterstützer(Sponsoren genannt). Diese versprechen eine Summe eigener Wahl pro Kilometer, den ich in der vorgegebenen Zeit (eine Stunde) laufen werde. Also beispielsweise 1 Euro pro Runde – wenn ich wieder zehn Runden schaffe, kostet das den Sponsor dann zehn Euro.
  • Das Geld geht weder an mich noch habe ich es überhaupt in den Händen. Die Sponsoren bekommen nach dem Lauf eine Rechnung über die Spendensumme mit Bankverbindung direkt vom Veranstalter. Die Spenden gehen ohne Abzüge an gemeinnützige Zwecke. Eine Spendenquittung für das Finanzamt stellt der Veranstalter dann Anfang 2019 aus.
  • Damit die Rechnung und die Spendenquittung verschickt werden können, brauche ich Namen, Adresse und Betrag pro Runde von meinen Sponsoren. Am einfachsten per Email an gjmatthia ätt gmail punkt com. Die Angaben übertrage ich dann auf meine Teilnehmerliste.
  • Gelaufen wird in Berlin Rudow: [Hier geht es zum Lageplan] Wer mitlaufen möchte (jung, alt, groß, klein, dick, dünn, männlich, weiblich...), kann sich entweder per Anmeldeliste über die beteiligten Berliner Gemeinden des Veranstalters (Kirche des Nazareners) oder per Email (joggathon ätt johannesgemeinde-berlin Punkt de) anmelden.

So. Nun bin ich gespannt, wie viele Sponsoren ich dieses Jahr haben werde und welcher Betrag dann für den guten Zweck durch meinen Lauf zustande kommt. Schon mal herzlichen Dank!

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Dienstag, 27. März 2018

Leo Babauta: Den Fokus finden und behalten

Neu aus meiner Übersetzerfeder: Den_Fokus_finden_und_Cover_for_KindleLeo Babautas grundlegendes Werk »Focus« gibt es jetzt auch auf Deutsch.

Den Fokus finden und behalten: Ein Rettungsring in den Fluten der Digitalisierung

Kann man trotz mobilem Internet, Chats, sozialen Medien, E-Mail, Smartphone, Messenger und all den anderen elektronischen Geräten und Medien überhaupt noch den Fokus für Kreativität und Produktivität finden und behalten? Kann man seelisches Gleichgewicht bewahren und der Reizüberflutung etwas entgegensetzen?
Leo Babauta meint: Ja. Er hat ausprobiert, wie das gelingen kann, und er gibt mit diesem Buch seinen Lesern erprobte und bewährte Methoden in die Hand. Nicht alles wird für jeden passen, aber so gut wie jeder Leser und jede Leserin dürfte nach der Lektüre wissen, wie der Widerstand gegen die Zwangsvereinnahmung erfolgreich gelingen kann.
Eine praktische Hilfe für alle, die in den Fluten der Digitalisierung und Vernetzung des Alltags zu versinken drohen.

Das Buch (überarbeitete Fassung) gibt es ab sofort als Taschenbuch (ISBN 978-1986401548) für 7 Euro und als E-Book für den Kindle (ASIN B07BCYSFSH) für 4,99 Euro bei Amazon.

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frontAllen, die aus welchen Gründen auch immer nicht bei Amazon einkaufen, empfehle ich gerne den gerade erschienenen Band mit den drei beliebtesten und wichtigsten Büchern des Autors in meiner Übersetzung. Leo Babauta: »Fokus finden. Zufriedenheit. Loslassen.«

Das Buch mit der ISBN 9783746711317 gibt es überall im Buchhandel und auf den Internetportalen der Buchhändler (Hugendubel, Thalia, Weltbild, Epubli …) für 19,99 Euro.

Es enthält ungekürzt die drei Werke »Den Fokus finden und behalten«, »Das kleine Buch von der Zufriedenheit« und »Loslassen. Eine einzigartige Fähigkeit«.

Auch als E-Book für 14,95 Euro: [Fokus finden. Zufriedenheit. Loslassen. (E-Book)]

Samstag, 24. März 2018

Lukas! (Teil 3)

Nun geht es weiter mit den Geschichten, die ein gewisser Lukas so oder so ähnlich aufgeschrieben hat.

Was bisher geschah, lesen Sie hier: [Teil 1] /// [Teil 2]

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In jenen Tagen ordnete Kaiser Augustus eine Volkszählung im ganzen römischen Reich an. Es war die erste derartige Erhebung, die unter Quirinius als Statthalter in Syrien stattfand. Jeder sollte in seinem Herkunftsort registriert werden. Alle, die nicht mehr am Geburtsort lebten, mussten daher zum Teil auch weite Wege in Kauf nehmen, um sich in die Listen eintragen zu lassen. Joseph reiste aus diesem Grund aus seinem galiläischen Wohnort Nazareth in die Stadt Bethlehem, die Stadt Davids in Judäa. Er musste sich als dessen Nachkomme mit Maria, seiner schwangeren jungen Ehefrau, dort in die Volkszählung eintragen lassen.

Während des Aufenthalts in Bethlehem begannen Marias Wehen. Sie brachte ihren ersten Sohn zur Welt, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil es nur im Stall der Herberge Platz für das junge Paar gegeben hatte.

In der Gegend hielten in jener Nacht einige Hirten Wache bei ihrer Herde. Da trat ein Engel zu ihnen. Der Lichtglanz Gottes erhellte mitten in der Nacht rings um die Gestalt die Umgebung. Die Hirten erschraken zutiefst. Der Engel versuchte, sie zu beruhigen: »Fürchtet euch nicht! Ich verkünde euch große Freude, die das ganze Volk erleben wird. Für euch ist heute in Bethlehem ein Retter geboren worden, und zwar der Messias, der Herr. Ich gebe euch ein Erkennungszeichen: Ihr werdet ein neugeborenes Kind finden, das in Windeln gewickelt in einer Krippe liegt.«

Plötzlich erschienen bei dem Engel auch noch eine Menge von weiteren himmlischen Wesen, die Gott priesen: »Ehre sei Gott in den Himmelshöhen und Friede auf Erden unter den Menschen des göttlichen Wohlgefallens!«

Als die Engel in den Himmel zurückgekehrt waren, beschlossen die Männer: »Wir wollen doch nach Bethlehem hinübergehen und uns ansehen, was sich dort der göttlichen Mitteilung zufolge abspielt.«

Also gingen sie eilig in die Stadt und fanden bald Maria und Joseph mit dem Kind, das in der Krippe lag. Als sie es gesehen hatten, erzählten sie dem Paar und den übrigen Anwesenden die Botschaft, die sie über dieses Kind gehört hatten. Alle wunderten sich über den Bericht der Hirten, aber Maria merkte sich diese Mitteilungen sehr gut. Sie dachte immer wieder darüber nach.

Die Hirten kehrten nach einer Weile zurück zu ihrer Herde. Sie lobten und dankten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, denn es war alles so gewesen, wie es die Engeln beschrieben hatten.

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Als acht Tage vergangen waren, musste man das Kind gemäß den jüdischen Gesetzen beschneiden. Maria und Joseph gaben ihm bei der Zeremonie den Namen Jesus, der schon vor seiner Empfängnis von dem Engel, der Maria besucht hatte, genannt worden war.

Als dann auch die vierzig nach dem religiösen Gesetz für die Reinigung einer Frau nach einer Geburt vorgeschriebenen Tage zu Ende waren, brachten sie das Kind nach Jerusalem in den Tempel, um es Gott zu weihen. Im Gesetz des jüdischen Volkes heißt es dazu: Jedes erstgeborene männliche Kind, das zur Welt kommt, soll als dem Herrn geheiligt gelten. Die beiden Eltern brachten auch das Opfer gemäß der Vorschrift im Gesetz dar, nämlich ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.

Simeon, ein gesetzestreuer und gottesfürchtiger alter Einwohner Jerusalems, wartete wie so viele seiner Volksgenossen auf die Errettung Israels aus der Hand der Feinde und Besatzer. Vom heiligen Geist war ihm einst mitgeteilt worden, dass er nicht sterben würde, bevor er Gottes Gesalbten, den Messias, gesehen hätte. Auf einen göttlichen Impuls hin kam er zu der Stunde in den Tempel, als die Eltern Jesus hineinbrachten. Simeon nahm den Säugling in seine Arme und pries Gott: »Herr, nun lässt du deinen Knecht, wie du ihm versprochen hast, im Frieden sterben. Ich habe dein Heil gesehen, das du vor aller Völker Augen zu uns kommen lässt: Ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zur Verherrlichung deines Volkes Israel.«

Das junge Paar wunderte sich über das, was der alte Mann über den Säugling gesagt hatte. Simeon segnete beide und gab Maria dann noch einige in diesem Moment sehr rätselhafte Worte mit auf den Weg: »Du sollst wissen, dass dein Sohn vielen in Israel zum Fallen und vielen zum Aufstehen bestimmt ist. Er wird gewaltigen Widerspruch erfahren. Auch dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen. Dadurch werden dann die heimlichen Gedanken aus vielen Herzen offenbar.«

Auch eine sehr alte Prophetin namens Hanna war anwesend. Nur sieben Jahre hatte sie nach ihrer Mädchenzeit mit ihrem Mann gelebt. Als er starb, war sie Witwe geblieben bis zum Alter von inzwischen vierundachtzig Jahren. Sie verließ den Tempel nicht und diente Gott bei Tag und Nacht, indem sie fastete und betete. Sie trat nun zu Maria, Joseph und dem Kind, pries Gott und redete zu allen Anwesenden, die auf die Erlösung Jerusalems warteten, über Jesus.

Nachdem schließlich Joseph und Maria alle Vorschriften entsprechend dem jüdischen Gesetz erfüllt hatten, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazareth zurück. Der Junge wuchs heran, wurde kräftig und mehr und mehr mit Weisheit erfüllt. Die Gnade Gottes ruhte auf ihm.

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Seine Eltern pflegten jedes Jahr zum Passahfest nach Jerusalem zu reisen. Als Jesus zwölf Jahre alt geworden war und sie wie immer zur Festzeit die Stadt besucht hatten, blieb der Junge unbemerkt zurück, als sie sich auf den Heimweg machten. In der Meinung, er befinde sich unter der Reisegesellschaft, unternahmen sie die erste Tagereise und suchten ihn dann erst am Abend bei den Verwandten und Bekannten. Als sie ihn nicht fanden, kehrten Maria und Joseph nach Jerusalem zurück und suchten ihn dort. Nach drei Tagen fanden sie ihn endlich. Er saß im Tempel mitten unter den Lehrern und hörte ihnen zu. Er richtete auch Fragen an sie und alle, die Zeugen der Gespräche waren, staunten über sein Verständnis und seine Antworten.

Als Maria und Joseph ihn dort erblickten, waren sie einerseits erleichtert, andererseits verunsichert angesichts der Situation. Seine Mutter schimpfte: »Kind, warum hast du uns das angetan? Hast du denn gar nicht an uns gedacht? Dein Vater und ich suchen dich seit Tagen, wir hatten Angst um dich!«

Jesus antwortete: »Wie habt ihr mich nur suchen können? Wusstet ihr denn nicht, dass ich im Haus meines Vaters sein muss?«

Sie verstanden nicht, was der Junge damit gemeint hatte. Er kehrte dann mit ihnen nach Nazareth zurück und war ein gehorsamer Sohn. Er nahm stetig an Weisheit und Wohlgefallen bei Gott zu, während er heranwuchs. Die Menschen mochten ihn sehr.

Seine Mutter vergaß all diese Vorkommnisse aus der Kindheit nie.

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Auch Johannes wuchs heran und entwickelte eine starke Persönlichkeit. Er hielt sich, seit er erwachsen war, zurückgezogen in der Einöde auf.

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Fortsetzung? Folgt.

P.S.: Bild (gemeinfrei) von Morguefile.

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