Mittwoch, 25. Februar 2015

Joggathon: 31. Mai 2015

Meine geschätzten regelmäßigen Blogbesucher werden sich lebhaft erinnern, was ein Joggathon ist und was es mit meiner Beteiligung und der Beteiligung meiner Leser an meiner Beteiligung auf sich hat. Wer das nicht weiß, kann die Einzelheiten der Veranstaltung 2014 hier nachlesen: [Joggathon 2014].

jogg2013 war der Joggathon eine nasskalte Angelegenheit, 2014 konnte man bei 30 Grad Celsius in praller Sonne über Kälte nicht klagen.

Und 2015?

Was das Wetter angeht, ist so gut wie alles außer Schneetreiben möglich, Schön wären natürlich mittlere Temperaturen, sagen wir so 20 Grad, leicht bedeckter Himmel und trockene Pfade für den Lauf, der wieder an der gleichen Stelle in Berlin Rudow stattfinden wird.

Der Veranstalter hat noch nichts außer den Termin bekannt gegeben – es gibt also noch keine Anmeldeformulare, keine Sponsorenlisten, keine Einladungskarten oder Prospekte und es ist auch noch nicht bekannt, welche gemeinnützige Organisation oder welches gemeinnützige Projekt die erlaufenen Gelder bekommen soll.

Aber ich dachte mir, ich kann ja meine geschätzten Blogbesucher schon einmal darauf vorbereiten, dass ich auch 2015 – vorausgesetzt, bei der nächsten Krebsnachsorgeuntersuchung Anfang Mai gibt es keine bösen Überraschungen – mitlaufen und wiederum Sponsoren suchen werde, die den guten Zweck der Veranstaltung über meine Teilnahme unterstützen. Oder selbst mitlaufen. Darüber freue ich mich ebenso!

Also: Termin vormerken – Laufschuhe aus dem Keller holen – Geldreserven in Augenschein nehmen – ich freue mich schon auf den 31. Mai und die Beteiligung meiner Blogbesucher.

Details und weitere Beiträge zum Thema folgen an dieser Stelle.

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Montag, 23. Februar 2015

Wer liest gerne, zügig und mit einem geschulten Auge für Tippfehler?

Nachtrag 24.2.: Ich lasse den Text unten als Blogbeitrag stehen – es hat sich ein kompetenter Lektor gefunden, der die Aufgabe gerne übernimmt. Weitere Zuschriften sind also entbehrlich.

In Kürze erscheint mein Roman »Es gibt kein Unmöglich« in einer überarbeiteten neuen Ausgabe bei Create Space, dem Verlag von Amazon.

BookCoverImageGibt es unter meinen Blogbesuchern Menschen, die nicht nur gerne, sondern auch zügig lesen, einen guten Blick für Tippfehler haben und noch dazu im Moment die notwendige Zeit aufbringen können und möchten, das soweit druckfertige Manuskript mit gezücktem (virtuellen) Rotstift in der Hand zu lesen? Es handelt sich um 240 Buchseiten als PDF-Dokument.

So könnte dann auch noch der letzte Tippfehler aufgespürt werden, der sich bisher so erfolgreich zu verstecken weiß. Womöglich findet jemand sogar noch einen Bruch in der Handlung oder eine Passage, die nicht ausreichend verständlich ist?

Als Lohn für die Mühe kann ich leider kein Honorar anbieten, aber ein gedrucktes Exemplar mit persönlicher Widmung geht auf jeden Fall sofort nach Erscheinen auf die Reise zu dem- oder derjenigen fleißigen Fehleraufspürundausmerzperson.

Falls jemand Interesse an dieser Aufgabe hat, freue ich mich über eine Email, die Details des Prozedere können wir dann unter vier Augen klären. Bitte als potentieller Lektor nicht per Kommentar oder via Facebook melden. Meine Emailadresse ist für ein geschultes Auge auf diesem Blog sehr leicht zu finden.

Bitte keine Zuschriften mehr – das Projekt liegt jetzt in guten Händen.

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Montag, 16. Februar 2015

Du bist kostbar!

Es gibt eine Initiative der Stiftung Deutsche Krebsgesellschaft, auf die ich meine geschätzten Blogbesucher gerne aufmerksam mache:

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(Auf das Bild klicken)

Und auf eine geheilte Krebspatientin, die ich persönlich kennen und schätzen gelernt habe, mache ich bei dieser Gelegenheit genauso gerne aufmerksam. Mandy kann Mut machen (und tut das auch ausdauernd und gerne!):

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(Wieder auf das Bild klicken)

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Donnerstag, 12. Februar 2015

Weiter sehr viel Grund für Dankbarkeit

Meinen geschätzten Blogbesuchern, die nicht auf Facebook mit mir verbunden sind, will ich die gute Nachricht des heutigen Krebsnachsorgeuntersuchungstages nicht vorenthalten, die man sicher auch von unseren Gesichtern kurz nach der Untersuchung ablesen kann:

Alles in Ordnung.

happy

Es folgt in den nächsten Wochen noch eine Darmspiegelung, da die letzte zwei Jahre her ist, aber weder Sonografie noch Laborwerte noch Lymphgefäße geben irgendwelche Hinweise auf Krebszellen oder neue Tumore.

Das sind nun schon 17 Monate ohne neue Metastasen und mit den aktuellen Blutwerten gab es auch eine historische Nachricht: Der kritische Gamma_GT-Wert ist zum ersten Mal seit September 2013 wieder im Normalbereich gelandet.

gamma

Das alles ist nicht selbstverständlich. Zwar tue ich dazu, was ich kann (Sport, Ernährung, positive Lebenseinstellung …), aber letztendlich kann ich mir Gesundheit weder erarbeiten noch verdienen. Daher haben wir wieder einmal Gott zu danken und all unseren Freunden, Verwandten und Bekannten, die uns so treu begleiten und mittragen.

Danke!

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Mittwoch, 11. Februar 2015

Julias Erkenntnis

Julia war in ihre Arbeit vertieft. Am Rande hörte sie, dass ein Kollege sich in einem Telefonat sehr erniedrigend über ihre Arbeitsweise äußerte. Sofort war sie aufgebracht, schaltete innerlich auf Abwehrhaltung und ihre Gedanken kreisten den restlichen Bürotag über nur darum, wie falsch der Kollege mit seiner Einschätzung lag und wie sie ihn wohl von der Wahrheit, nämlich gute Arbeit zu leisten, überzeugen könnte.

Zu Hause angekommen trat sie in die Küche, wo sich das benutzte Geschirr türmte. Der Mülleimer war übervoll. Julia ärgerte sich, dass ihr Lebensgefährte so rücksichtslos war und alles stehen und liegen ließ. Warum konnte er nicht einmal solche kleinen Dinge wie den Abwasch oder das Leeren des Mülleimers erledigen?

Den ganzen Abend brodelte der Ärger in ihr ... warum behandelten der Kollege und der Lebensgefährte sie so unangemessen? Was hatte sie denn verbrochen, dass immer sie wegen solcher Gehässigkeiten und Gedankenlosigkeit so frustriert, wütend und genervt sein musste? Warum durfte sie nicht ihr Leben genießen?

Am nächsten Tag fiel Julia auf, dass auch andere Menschen zeitweise frustriert, gestresst und wütend waren. Sogar von den Gesichtern fremder Passanten auf der Straße konnte sie das ablesen. Kolleginnen maulten nur herum, als sie in der Mittagspause zu Tisch saßen. Im Sportstudio nach dem Feierabend gab es zuhauf missmutige Gesichter zu sehen. Was war bloß los?

ofjLseoUnd dann, so wie ein Sonnenstrahl manchmal durch eine dichte Wolkendecke bricht,  sah Julia plötzlich etwas Sonderbares: Jeder Mensch trug einen Schatz bei sich, den es zu beschützen galt. Einen wunderschönen Edelstein, den niemand sonst sehen konnte, der aber gleichwohl äußerst wertvoll war und unbedingt beschützt werden musste. Ein innerlicher Edelstein.

Sobald es zwei Menschen miteinander zu tun hatten, waren beide gleichermaßen besorgt, dass der andere ihren Schatz angreifen würde - selbst wenn das Gespräch sich um völlig andere Dinge drehte und vom Edelstein überhaupt nicht die Rede war. Letztendlich ging es immer und überall nur darum, den eigenen inneren Schatz zu verteidigen.

Julia wusste, dass diese Edelsteine in Wirklichkeit nicht existierten, dass alle Menschen sich lediglich einbilden, sie trügen eine derartige Kostbarkeit mit sich herum ... ohne die Täuschung überhaupt zu begreifen oder zu bemerken.

Julia begriff, dass das Ganze eine große Illusion war. Und dass diese Illusion die Menschen unglücklich machte.

Von diesem Tag an hörte sie auf, den inneren Edelstein zu beschützen. Sie hörte auf, stets im Recht sein zu wollen, gut und kompetent und perfekt erscheinen zu müssen. Sie musste sich auch selbst nicht mehr als unfehlbare Person begreifen. Dadurch konnte sie nun aufhören, sich ständig angegriffen zu fühlen durch Worte oder Handlungen ihrer Mitmenschen, denn das hatte jetzt nichts mehr mit ihrem Selbstwertgefühl und ihrer Selbstachtung zu tun. Sie musste ihre Position und ihr Image nicht mehr verteidigen.

Und während sie sich sanft von diesen Illusionen verabschiedete, wurde sie immer glücklicher. Wenn jemand in ihrer Umgebung anfing, seinen eingebildeten Edelstein zu beschützen, konnte Julia darüber lächeln. Sie hatte begriffen, dass deren Aggression und Unhöflichkeit gar nichts mit ihr selbst zu tun hatten. Es ging solchen Rüpeln und achtlosen Menschen nur darum, den eingebildeten Schatz gegen einen eingebildeten Angriff zu verteidigen.

Julia lächelte, ging ihrem Tagewerk nach, wurde von Tag zu Tag zufriedener und versuchte, ihren Teil zu einer besseren Welt beizusteuern.

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(Nach einer Idee von Leo Babauta)
Foto:
rgbstock
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Freitag, 6. Februar 2015

Vom Auf und vom Ab und vom Akzeptieren

Vom Fernsehsender Arte wurde am Welt-Krebs-Tag der faszinierende Film »Heute bin ich blond« ausgestrahlt. Er erzählt die wahre Geschichte einer 21jäghrigen, die aus heiterem Himmel erfährt, dass sie an Krebs erkrankt ist - mit einer 15prozentigen Überlebenschance. Der Kampf gegen die Krankheit, den die junge Frau aufnimmt, führt auf etliche Höhen und in manche Tiefen, die in eindringlichen Bildern gezeigt werden. Der Film endet mit der guten Nachricht, dass der Tumor restlos verschwunden ist.

Dass damit die Geschichte für Sophie van der Stap, so heißt die junge Frau im wirklichen Leben, nicht zu Ende ist, wird zwar nicht erzählt, aber es ist zu vermuten. Derart aggressive Chemotherapien und Bestrahlungen hinterlassen Schäden, sicher auch in einem so jungen Körper. Vielleicht berichtet Frau van der Strap in ihrem Buch darüber mehr, das habe ich nicht gelesen.

Der Arm zwei Stunden nach dem ChemieunfallMir geht es mit den Spät- und Dauerfolgen nicht immer gleich. Ich beobachte ein Auf und Ab, das keinem regelmäßigen Rhythmus folgt und auch keine Ursachen erkennen lässt.
Zum Beispiel der bei der Chemotherapie geschädigte rechte Arm:

Als es vor ein paar Wochen kalt wurde in Berlin, nahmen die Schmerzen deutlich zu, es ging so weit, dass ich den Arm kaum noch zu benutzen wagte und beispielsweise Notizen während der Arbeit mit der linken Hand anfertigte. Haushaltstätigkeiten wie Staubsaugen musste ich gänzlich einstellen oder eben »mit Links« bewältigen. Nachts wachte ich öfter auf, weil die Schmerzen durch eine ungünstige Lage des Arms überhand nahmen. Meine Vermutung war, dass die kalte Witterung dieses Ab verursachte - obwohl ich mich nicht an etwas derartiges im letzten Winter erinnern konnte. Heute ist es draußen immer noch kalt, aber das Schmerzniveau im Arm ist wieder auf das übliche Maß, das ich im Alltag kaum wahrnehme, zurückgegangen.

So ist es auch mit anderen Phänomenen, von der Verdauung über die erektile Dysfunktion und Fatigue bis zum Taubheitsgefühl in Fingern und Zehen: Auf und Ab, ohne für mich erkennbare Ursachen oder Zusammenhänge.

Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende. ~Demokrit

Ich will meinen Lesern, die selbst an Krebs erkrankt sind oder erkrankte Verwandte haben, und solche Leser gibt es wie ich weiß eine Menge, Mut machen: Seit ich vor längerem beschlossen habe, anstatt mit dem Schicksal oder Gott zu hadern und mich zu bemitleiden, werde ich damit besser fertig. Das heiß nicht, dass so etwas schön wäre oder leicht fällt. Das heißt nicht, dass ich mich zurückziehe und den Kampf auch gegen solche Symptome aufgebe. Nein, das heißt es nicht. Aber es liegt eine Menge Kraft im Akzeptieren von Tatsachen.

Der Arm drei Tage nach dem UnfallDas sieht bei mir, um auf das erste Beispiel zurückzukommen, so aus: Anstatt zu sagen: ich wünschte, mein rechter Arm wäre nicht beschädigt worden; anstatt zu jammern: warum musste eine so seltene Katastrope ausgerechnet mich treffen; anstatt Schuldige zu suchen: warum haben die Ärzte bei der Infusion nicht besser aufgepasst, warum hat Gott kein Auge auf die Situation geworfen ...

... sage ich mir: Das Gewebe ist zum Teil zerstört, die Nerven sind zum Teil irreparabel beschädigt. Das ist jetzt so. Der gesunde Arm ist Vergangenheit und kommt nicht wieder. Das ist die Situation, und nun schaue ich, wie ich aus den Tatsachen das Beste mache. Kann ich durch Vermeidung bestimmter Bewegungen Schmerzen vermeiden? Was kann ich alles auf die linke Hand übertragen? Kann ich durch Massage oder bestimmte Haltungen für eine Kräftigung der verbliebenen Muskeln sorgen? Ich probiere manches einfach aus, weil es hinreichende medizinische Erkenntnisse und ärztlichen Rat bei solch seltenen Fällen nicht gibt.

Manches hilft. Manches geht mal, dann wieder nicht. Was nicht funktioniert, funktioniert eben nicht. Damit finde ich mich ab und prüfe, ob es und wie es vielleicht auf andere Weise Besserung und Abhilfe gibt.

So ist es eben. Einiges gelingt. Anderes misslingt. Mal wird etwas deutlich besser, dann plötzlich wieder schlechter. Auch das kann ich akzeptieren, anstatt darüber zu jammern. Mein Glas ist nämlich immer noch halb voll, selbst wenn die Hälfte der Inhaltes verschüttet wurde und nicht wieder aufgefangen werden kann

Und manchmal, das hat die Geschichte von Sophie van der Stap mir wieder vor Augen geführt, reichen sogar 15 Prozent.

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Montag, 2. Februar 2015

Was sind schon ein paar hundert Meter

Wenn man, so wie ich, Ausdauersport nicht nur der Vermeidung von Dickleibigkeit samt allen daraus folgenden Malaisen zuliebe betreibt, sondern auch um das körpereigene Immunsystem für den Kampf gegen Krebszellen fit zu halten, ist das Notieren von absolvierten Trainingseinheiten eine gute Motivationshilfe.

Statt Bleistift und Tagebuch oder Notizblock benutzt man dafür heutzutage natürlich bevorzugt elektronische Hilfsmittel, in meinem Fall ist das ein mobiles Telefon mit einer entsprechenden Applikation. Seit April 2013, das sind inzwischen also 10 Monate, habe ich »Runtastic« verwendet und bin eigentlich (trotz der aufdringlichen Werbung in der kostenlosen Version) recht zufrieden, da ich auf der zugehörigen Internetseite auch die Trainingseinheiten aus dem Sportstudio eintragen und übersichtliche Statistiken abrufen kann. So weiß ich, dass ich in den zehn Monaten 922,09 Kilometer gelaufen bin und dafür 97 Stunden, 22 Minuten und 53 Sekunden gebraucht habe.

Wie genau oder ungenau solch ein Mobiltelefon mit seinem GPS-Empfänger und die Software den zurückgelegten Weg aufzeichnen, ist allerdings auch offensichtlich, wenn ich mir die Grafiken anschaue:

runkeeper

Das Bild spricht für sich … denn ich bin ja von zu Hause losgelaufen und habe dort auch das Jogging beendet, also liegen Start- und Endpunkt nicht nebeneinander, sondern sind identisch. Und ich habe zwei Runden am Ufer des Kanals entlang absolviert, nördlich hin, südlich zurück, ohne durch das Wasser zu rennen oder über Gebäude und Zäune und Privatgelände zu klettern und zu laufen.

Die Runtastic-Applikation scheint mir etwas zuverlässiger aufzuzeichnen als der »RunKeeper«, mit dem das obige Bild entstanden ist. Der ist aber andererseits etwas motivierender, weil er nicht nach zwei Kilometern die Ansagen einstellt wie »Runtastic« (damit man endlich zur kostenpflichtigen Version wechselt).

Ob ich also nun tatsächlich ein paar hundert Meter mehr oder weniger zurückgelegt habe als das Gerät mir am Ende anzeigt, sei dahingestellt. Motivierend ist das trotz solcher Ungenauigkeiten allemal.

Und besonders gefreut habe ich mich über den gestrigen Lauf, bei dem ich zum ersten Mal über 15 Kilometer gelaufen bin, in weniger als eineinhalb Stunden. Davon hätte ich nicht einmal zu träumen gewagt, als ich mir nach beiden Krebsoperationen gesagt habe: Auf geht’s! Nicht aufgeben, nicht resignieren, sondern dran bleiben.

Es gibt viel Grund zur Dankbarkeit in meinem Leben. Solche Leistungsfähigkeit ist einer dieser Gründe.