Donnerstag, 31. Januar 2008

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der Kreativste im ganzen Land?

Wie jetzt? Nur 80 Prozent? Das ist ja erschütternd...

80%
P.S.: Ich hoffe, dass andere wenigstens noch schlechter abschneiden.

P.P.S.: Wer hat meine 20 fehlenden Prozente Kreativitätsverkabelung geklaut?

Mittwoch, 30. Januar 2008

Wird - wurde - ward geworden

Die Sprachkünstler bei ZDF-Online haben mal wieder ein Meisterwerk abgeliefert. In diesem Sinne: Vor einem viertel Jahr wird bald Advent sein. Oder so...

P.S.: Zu spät- ich habe es dem Bastian Sick schon zugeschickt. Also sucht euch selbst ein Zwiebelfischchen...
P.P.S.: Richtig wäre die Schlagzeile gewesen: »Vor 75 Jahren: Hitler wird Reichskanzler«

Es muss nicht immer Starbucks sein

Wer Gottes Liebe erfahren hat, kann sich mit Gebet, Zeugnis und praktischem Einsatz in seine Umgebung investieren. So trägt er dazu bei, dass Menschen, Umstände und auch gesellschaftliche Bereiche einer Stadt verändert werden. Das schließt solch »ungeistliche« Bereiche wie Cafés ein.
Cafés gelten in Deutschland als Orte des Austausches und der Gemütlichkeit. In Berlin entsteht derzeit auch eine von Christen gestaltete Café-Szene, die stetig wächst und unterschiedliche Gesellschaftsgruppen anspricht. Dort können Menschen mit Mitarbeitern über den Glauben sprechen, wenn sie möchten.

Einige Beispiele: In Pankow gibt es das Kiezcafé »Impuls« des Marburger Kreises, in Mitte das CVJM-Restaurant »mittendrin« und das Stadtteilcafé »Miteinander« der Berliner Stadtmission. Unweit des Kurfürstendammes die missionarisch-diakonische »City-Station«. In den multikulturell geprägten Bezirken Neukölln und Kreuzberg »Luthers Café« als Kirchencafé sowie das »Breakout« als Anlaufpunkt für arabische und türkische Kinder und Jugendliche. Erst letztes Jahr starteten ein Bibliothekscafé und das »Johannes 3,16« in Schöneberg. Ein ähnliches Projekt wie das schon erwähnte Café von Teen Challenge ist vom Verein Neustart am Drogenstrich in der Kurfürstenstraße geplant. Ende Januar eröffnete das »Café Contact« in Zusammenhang mit einem Kinder- und Familienzentrum in Moabit.
(Zitat aus der aktuellen Ausgabe Gebet für Berlin)
Dass und warum und wie das nicht nur in Berlin geht, darüber gibt es beim Transforum demnächst mehr zu hören, zu diskutieren und zu lernen. Noch kann man sich anmelden.

Dienstag, 29. Januar 2008

Leuchtturm 1

Ein Psalm kann ein Leuchtturm sein. Es gibt Zeiten, in denen nichts ist, wie es sein sollte. Im Gegenteil. Die Probleme türmen sich auf, von Tag zu Tag mehr. Enttäuschungen kommen dazu, selbst liebe Menschen tragen zum Schwinden jeglicher Hoffnung bei. Die Orientierung geht verloren, das Leben verliert an Sinn... - da kann ein Leuchtturm helfen, Standort und Kurs wieder zu finden.
Glücklich der Mann, der nicht folgt dem Rat der Gottlosen, den Weg der Sünder nicht betritt und nicht im Kreis der Spötter sitzt, sondern seine Lust hat am Gesetz des Herrn und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht!
Glück gehabt - das klingt sehr nach Zufall, nach Lotterie. Glücklich sein, kann man das irgendwie hinbekommen? Oder hängt das zu sehr von Unwägbarkeiten ab, anderen Menschen womöglich, der wirtschaftlichen Lage, dem Umfeld, in das man geboren wurde?
Vor ein paar Wochen unterhielten wir uns im Hauskreis über das Thema Glück. Einer aus unserer Runde hat längere Zeit in Spanien gearbeitet, dort bot er einem verdienten und fleißigen Angestellten eine Ausweitung der Arbeitszeit an, die auch eine entsprechend höhere Entlohnung mit sich gebracht hätte. Der Spanier lehnte ab: »Dann hätte ich ja keine Zeit mehr, an den Strand zu gehen und mit meiner Familie die Freizeit zu genießen.« Mehr Geld hätte ihn eher unglücklich gemacht. Er arbeitet, um zu leben und lebt nicht, um zu arbeiten.

Der erste Psalm lädt uns ein, glücklich zu sein, indem wir gewisse Entscheidungen treffen. Das heißt nicht, dass uns Reichtum erwarten muss, dass wir keine Probleme mehr haben werden, dass unsere Ehe ohne jeglichen Zwist verlaufen wird...
Hier ist von jenem anderen Glück die Rede. Glücklich sind der Mann und die Frau, die nicht jedem Ratgeber ihr Gehör schenken, nicht jeden Weg ausprobieren und sich Gedanken darüber machen, mit wem sie im Café sitzen möchten. Sie sind glücklich, weil sie etwas besitzen, dem mancher Mensch sein Leben lang vergeblich nachjagt.
Es geht hier gar nicht um Verbote: »Wehe, du setzt dich mit irgendwelchen Zeitgenossen, die ständig was zu maulen oder zu lästern haben, in die Kneipe!« Es geht auch nicht um Vorschriften: »Du musst täglich mindestens eine Stunde das Gesetz Gottes studieren, sonst geht es dir ganz schlecht.«
Psalm 1 ist vielmehr eine Einladung, etwas auszuprobieren: Versuche einmal, darauf zu achten, von wem du dich beeinflussen lässt und wo du dich nach gutem Rat umsiehst. Das Ergebnis wird sein, dass du glücklich bist.
Er ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und dessen Laub nicht verwelkt; alles was er tut, gelingt ihm.
Beim Jogging auf unserer Lieblingsstrecke, dem ehemaligen Todesstreifen um Berlin, kann ich beide Varianten betrachten: Die Bäume, die an einem Wasserlauf stehen und die Bäume, die davon abhängig sind, dass und ob es regnet. Im Sommer, nach einer längeren Hitzewelle, ist der Unterschied sehr deutlich, aber auch zu anderen Jahreszeiten sind die einen deutlich kräftiger und gesünder als die anderen. Es macht sich bezahlt, die Wurzeln dort in die Erde zu senken, wo Wasser zu finden ist.
Nicht so die Gottlosen; sondern sie sind wie Spreu, die der Wind verweht. Darum bestehen Gottlose nicht im Gericht, noch Sünder in der Gemeinde der Gerechten.
Wenn in der Bibel »darum« steht, ist es nie verkehrt, sich die Sätze und Worte davor anzuschauen. Auch hier lohnt sich der Blick: Es hat einen Grund, dass der eine im Gericht - in schwierigen Zeiten, bei außerordentlichen Herausforderungen - aufrecht bleibt und der andere stürzt. Wenn die Wurzeln einen Baum mit Nahrung versorgen können weil genügend Wasser zur Verfügung steht, wird das Gewächs widerstandsfähig. Es mag ein Ast abbrechen, womöglich werden auch gesunde Blätter vom Sturm abgerissen, aber der Baum steht und erholt sich nach dem Unwetter zügig. Eine ausgetrocknete Pflanze dagegen geht schon ohne Wind an Entkräftung zugrunde, wieviel mehr wird sie einem Sturm zum Opfer fallen.
Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten; aber der Gottlosen Weg vergeht.
Auch bei einem »denn« in der Bibel ist Aufmerksamkeit nicht schädlich. Es weist immer auf einen Zusammenhang hin.
Den »Weg der Gerechten« kennt der Herr deshalb, weil er ihn selbst empfohlen hat. Da hat jemand eben nicht dem »Rat der Gottlosen« vertraut und sich vom »Weg der Sünder« ferngehalten, sich durch das Gelächter aus dem »Kreis der Spötter« nicht beirren lassen. Statt dessen hat er sich angeschaut, was Gott für gut und richtig hält und danach seine Schritte ausgerichtet.
Das Resultat: Er ist da, wo sein Herr ist. Er befindet sich auf einem Weg, der zum Ziel führt. Durch Stürme zwar, über Höhen und durch Tiefen, mitunter in der Dunkelheit und gelegentlich in der Sonnenglut, aber nie von Gott verlassen.
Jener andere Pfad, der auf der Wegweisung derer beruht, die selbst keine Wurzeln am Wasser haben, vergeht. Er endet einfach irgendwo im Nichts. Er mag leichter ausgesehen haben, womöglich auch leichter beschritten worden sein, aber wenn es darauf ankommt, an ein Ziel zu gelangen, dann taugt er nichts.

Das allerdings stellt man erst fest, wenn man ihn beschritten hat. Wie gut, wenn man das dann als Chance begreift, durch Buße und Umkehr den Reset-Knopf zu drücken. Gottes Gnade macht das möglich, solange wir leben.

Montag, 28. Januar 2008

Robert Löhr: Das Erlkönig-Manöver

»Schlag mir ein paar Eier in die Pfanne und Speck dazu. Ich bin hungriger als Schwager Kronos. - Wo ist mein Sohn?«
»August ist im Garten und baut einen Mann aus Schnee.«
»Schick ihn zu Schillern. Er soll augenblicklich kommen, und wenn ihn darob die Inspiration verlässt!«
»Die Inspiration für einen Schneemann?«
»Nicht doch August, du Schaf! Ich rede von Schillern.«
»Das Erlkönig-Manöver« mit dem Untertitel »Historischer Roman« ist ein verschmitztes Stück erstklassiger Literatur. Die Handlung ist so hanebüchen, dass schon die Idee an und für sich Vergnügen verheißt: Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Achim von Arnim, Bettine Brentano, Heinrich von Kleist und Alexander von Humboldt brechen im Februar 1805 auf, um einen prominenten Gefangenen aus dem Kerker im französisch besetzten Mainz zu befreien. Nun kann man eine solche famose Idee natürlich so oder so umsetzen...
Robert Löhr, der Autor dieser haarsträubenden Geschichte, erweist sich glücklicherweise als Meister der Sprache, dem es souverän gelingt, sprachliche Wendungen und Eigenheiten aus der Zeit um 1800 mit Zitaten aus den Werken der Helden seiner Erzählung zu einem so vergnüglichen, fesselnden und immer wieder mit unerwarteten Wendungen in der Handlung überraschenden Buch zu verweben, wie ich selten eins gelesen habe. Es wäre fatal für potentielle Leser, hier nun die Handlung zu umreißen - ich möchte niemanden um die Spannung bringen, die ihn erwartet, wenn er sich der Reisegruppe anschließt und mit ihr durch dick und dünn, Gefechte und Gelage, Erotisches und Idiotisches geht. Nur so viel: Meist geschieht keineswegs das, was der Leser erwarten (oder befürchten) würde...
Vor allem die Dialoge (mit Stückzitaten versetzt und von aberwitzigem Pathos durchzogen) sind es, die mir ob meines Kicherns während der Lektüre einige amüsiert-irritierte Blicke von der besten aller Ehefrauen (die in Ruhe ein wohl weniger mit Humor gewürztes Buch lesen wollte) eingebracht haben.
Die beiden liefen hinunter bis zum Fluss, aber Schiller setzte keinen Fuß aufs Eis.
»Tod und Verdammnis!«, schimpfte er. »Die Ilm.«
»Wohlan, überqueren wir sie.«
»Von Herzen Dank, aber ich übergebe mich lieber dem Lumpenpack als den Fischen.«
»Es ist Februar. Gehen Sie nur, das Eis wird uns tragen.«
»Ihr Wort darauf?«
»Gehen Sie nur, ich gebe Ihnen mein Wort«, erwiderte Goethe.
»Der Himmel bewahre mich vor Ihrer Narrheit. - Alter vor Schönheit.«
Ohne zu zögern, setzte Goethe seinen Stiefel aufs Eis, und wiewohl es hohl unter seiner Sohle knackte, hielt die verschneite Eisfläche seinem Gewicht stand. Schiller säumte bis zuletzt, aber als die Jäger auf keine zehn Schritte herangekommen waren, folgte er Goethe.
...
Er zeterte wie ein Besenbinder, bis ihn Goethe vom Eise befreit hatte.
»Sie gaben mir Ihr Ehrenwort, dass ich nicht einbreche!«
»Ich habe mich offensichtlich geirrt. Aber wir sind in Sicherheit.«
Nach 360 Seiten herrlichen Lesevergnügens habe ich das Buch zufrieden schmunzelnd aus der Hand gelegt. Robert Löhr hat mich auf keiner einzigen Seite gelangweilt, und ich freue mich auf hoffentlich viele weitere Bücher von diesem Autor.
Nebenbei habe ich gelernt, wie ich als Autor angemessen mit Kritikern umzugehen habe. Goethe erklärt Kleist, dass er dessen Lustspiel »Der zerbrochene Krug« nicht zu inszenieren gedenkt. Und daraufhin:
»Sie wollen ihn am Weimarer Theater nicht geben?«
»Eher nicht. Es tut mir leid, aber der erste Undank ist besser als der letzte, nicht wahr?«
»Nur wird dieser erste auch ihr letzter sein«, sagte Kleist und spannte den Hahn.
»Du willst ihn doch nicht ermorden?«, fragte Schiller.
»In der Tat, das bin ich sehr gesonnen.«
Goethe schüttelte verständnislos den Kopf. »Heinrich, mir graut's vor dir.«
»Die Welt hat nicht Raum genug für mich und Sie«, sagte Kleist, und warf die zweite Waffe Goethe in den Schoß. Der Griff war rot vom Blut des Kaninchens. »Da, nehmen Sie diese Pistole.«
»Weshalb?«
»Wir klären im Duell, wer von uns beiden nicht länger verdient, auf dieser Erde Rund zu wandeln.«
»Sie sind gefühlsverwirrt.«
»Nehmen Sie diese Pistole, sag ich!«
»Herrje, nun seien Sie doch nicht so tassohaft-sensibel, wenn man Ihre Argumente nicht gelten lässt.«
»Soll ich's Ihnen zehnmal und wieder zehnmal wiederkauen? Nehmen Sie die Pistole, Sie Brandstifter!«
»Wenn ich ein Leid habe, mache ich ein Gedicht daraus. Sackerlot, wenn ich auf jeden schösse, der mich kritisiert, Weimar hätte bald keine Bürger mehr.«
Ein weiteres Mal hob Kleist die Pistole an, so dass Goethe direkt in den Lauf sehen konnte.
Nun stellt sich mir die Frage: Woher bekomme ich eine Pistole? Nein, zwei Pistolen, denn wie Kleist möchte ich ja potentiellen Kritikern meiner Werke durchaus Gelegenheit geben, sich im fairen Duell zu verteidigen...

Mein Fazit: Unbedingt lesen! Ein intelligentes, spannendes und dabei noch so amüsantes Buch darf sich kein Freund der Literatur entgehen lassen.

Sonntag, 27. Januar 2008

Anonym wird warten müssen

Da sich die zu löschenden Merkwürdigkeiten zur Zeit etwas häufen, liest der (anonyme) Kommentator nunmehr:

Die Prüfung von Kommentaren wurde aktiviert. Alle Kommentare müssen durch den Blog-Autor genehmigt werden.

Vielleicht schalte ich das irgendwann wieder aus, aber momentan geht es nicht anders. Narreteien wie die folgende können ja gerne stehen bleiben, da entlarven sich die Urheber so wunderschön selbst bezüglich ihres IQ-Wertes:

Haben solche Spießer wie Herr Matthia in ihrer Freizeit eigentlich nichts anderes zu tun als das Netz mit ihren wletfremden Problemen vollzumüllen?
Bleiben sie doch zu Hause und schließen sich ein, dann wird ihr zartes Gemüt nicht mit der bösen, bösen Realität belastet.


Aber was ich nicht hier sehen möchte, sind Verlinkungen zu rechtsradikalen Seiten, Penisverlängerunspillen, Pornofilmchen und ähnliches.

Übrigens: So dumm kann doch eigentlich keiner sein, dass er nicht weiß, dass auch bei »anonymen« Kommentaren die IP und somit der PC, von dem aus kommentiert wurde, auf ein oder zwei Mausklicks hin jederzeit erkennbar ist. Oder doch? Vielleicht schreiben ja nur Dumme »anonym« oder mit erfundenem Aliasnamen...

Samstag, 26. Januar 2008

Evolution des Unterrichts


Mathematikunterricht 1950:

Ein Holzfäller verkauft eine Wagenladung Schnittholz für 100 Mark. Seine Herstellungskosten betragen 4/5 des Preises. Wie hoch ist sein Gewinn?

Mathematikunterricht 1960:

Ein Holzfäller verkauft eine Wagenladung Schnittholz für 100 Mark. Seine Herstellungskosten betragen 4/5 des Preises, oder 80 Mark. Wie hoch ist sein Gewinn?

Mathematikunterricht 1980:

Ein Holzfäller verkauft eine Wagenladung Schnittholz für 100 Mark. Seine Herstellungskosten betragen 80 Mark und sein Gewinn 20 Mark. Deine Aufgabe: Unterstreiche die Zahl 20.

Mathematikunterricht 1990:

Indem er wunderschöne Bäume im Wald niederreißt, verdient ein Holzfäller 20 Mark. Was hälst Du von seiner Art und Weise, Geld zu verdienen?
Wenn Du die Antwort gegeben hast, diskutiere mit der Klasse: Wie haben sich die Vögel und Eichhörnchen gefühlt, als der Holzfäller die Bäume abgesägt hat?

Mathematikunterricht 2008:

Ein Holzfäller wird dabei angetroffen, wie er Umweltschäden im Wald verursacht. Das beschlagnahmte Holz hätte einen Verkaufswert von 250 Euro.
Die Höchststrafe liegt bei 2.500 Euro, die Mindeststrafe bei 500 Euro. Wie soll der Richter urteilen, wenn der Täter fünf gesunde Bäume getötet und dabei einer seltenen Mottenart den Brutplatz geraubt hat?

Freitag, 25. Januar 2008

Die Geschäftsleitung...

...meines Arbeitgebers hat heute daran erinnert, dass auch diejenigen, die wie ich wegen ihrer Arbeitszeiten nicht die Bürgerämter aufsuchen können, eine Chance haben, ihre Stimme für den Erhalt des Tempelhofer Flughafens abzugeben:


Liebe Mitarbeiterinnen,
liebe Mitarbeiter,

die geplante Schließung des Flughafens Tempelhof bedeutet nicht nur für Privatpersonen eine Einschränkung ihrer Mobilität, sondern sie wird auch die Wirtschaft der Stadt deutlich belasten. Die PUK-Gruppe nutzt Tempelhof sowohl für bestimmte (preisgünstige) Flugverbindungen in andere deutsche oder auch europäische Städte als auch im Rahmen des Luftfrachtverkehrs. Die Schließung des Flughafens würde diese Nutzungsmöglichkeiten durch uns oder unsere Tochtergesellschaften endgültig und unwiederbringlich beenden, mindestens jedoch durch Verlagerung auf andere Flughäfen erheblich verteuern und damit zu vermeidbaren zusätzlichen Kosten führen.

Wir bitten Sie daher, soweit Sie als Berlinerinnen oder Berliner stimmberechtigt sind, die Unterschriftensammlung zur Durchführung eines Volksbegehrens zu unterstützen. Da die Bürgerämter aufgrund ihrer beschränkten Öffnungszeiten für uns alle nur schwer erreichbar sind, empfehlen wir die Nutzung des Briefwahlverfahrens. Sie können den Antrag im Internet unter www.wahlen-berlin.de direkt ausfüllen und absenden. Sie erhalten dann per Post Ihre Unterlagen, die Sie unterzeichnet an das Bürgeramt zurücksenden müssen.

Für Ihre Unterstützung wären wir Ihnen sehr dankbar.

Dr. Ulrich Schühle / Dr. Stefan Romberg

Meine Unterlagen sind angefordert. Allen Berlinern unter meinen Lesern gilt meine Bitte, sich ebenfalls zu beteiligen. Denn so, Herr Wowereit, geht es ja nun wirklich nicht.

Geek = Bezeichnung für eine Person, die sich durch großes Interesse an wissenschaftlichen oder fiktiven Themen auszeichnet

57% Geek

Donnerstag, 24. Januar 2008

Denken dürfen

Die beste aller Ehefrauen meinte kürzlich, ich könne ja ruhig mal die Bücher auf den Markt bringen, die so gut wie fertig sind. Daraufhin habe ich in der virtuellen Schublade gekramt und festgestellt, dass ein paar Monate konzentrierter Arbeit reichen würden, um ein oder zwei Bücher fertig zu stellen.
Beim virtuellen Schubladenstöbern habe ich unter anderem in ein Fragment mit großem Interesse hinein gelesen, das (laut Dateiinfo) am 15. Juni 1995 um 8:21 Uhr letztmalig von mir bearbeitet wurde. Die Geschichte einer 15jährigen, die ihre totgeglaubte Mutter in der U-Bahn vorbeifahren sieht und dann in den nächsten Wochen und Monaten...
Im 5. Kapitel schreibt diese Schülerin, einstweilen heißt sie Sophia, oder Hilde, aber doch eher Sophia, einen Aufsatz:
Sophia schrieb den Titel Dürfen wir denken? und verharrte nur einen Augenblick, dann begann der Text aus ihrer Hand auf das Papier zu fließen.
Sie kennen das Lied von den Gedanken, die frei sind, so daß niemand sie ermessen kann. Eventuell kennen Sie auch Paul Simon’s »Maybe I think too much«? Die Gedanken sind nicht frei genug. Sie sind gefesselt durch unsere Prägung, durch das, was wir ungeprüft als Wahrheit akzeptieren. Wir denken nicht zu viel, lieber Paul Simon, sondern viel zu wenig.
In unserem Biologieunterricht waren wir auf ein sachfremdes Thema gekommen, um am Ende doch bei der Biologie, speziell bei der Evolution, zu landen. Eigentlich begann unsere Diskussion durch eine hingeworfene Bemerkung eines Mitschülers: »Ich habe so viel Arbeit, ich kann nicht noch ein Referat bis übermorgen anfertigen.« Unser Lehrer bezweifelte, daß Markus tatsächlich »arbeitete«. Wir beschlossen, der Sache unverzüglich auf den Grund zu gehen, so kamen wir zum Thema: Die Philosophie der Arbeit
Bevor Sophia fortfuhr, fragte sie sich ernsthaft, ob Philosophie nicht ein zu großes Wort sei. Aber der Begriff war in der Diskussion mehrfach gefallen, und sie beschloß, ihn zu verwenden, da auch Gert Werder daran nicht Anstoß genommen hatte.
Die Frage, die Sie berechtigterweise zunächst stellen, ist: »Wozu brauchen wir eine Philosophie der Arbeit?« Die Antwort, die Sie von mir erhalten, ist ein wenig länger, als die Frage. Die Entwicklung meiner Gedanken, die Sie hier mitverfolgen können, birgt die Beantwortung des »wozu« in sich.
Ich fordere Sie heraus, sich durchaus kritisch mit den Vorstellungen, die Ihnen hier begegnen werden, auseinanderzusetzen. Dies ist nicht die absolute Wahrheit (gibt es die?), sondern ein Modell, das darauf wartet, ausgestaltet und mit Leben erfüllt zu werden. Dem Modell darf und soll widersprochen werden, Sie können es ergänzen, gar verwerfen und verreißen, wenn Sie meinen. Solange Sie sich damit auseinandersetzen, werden Sie meiner Meinung nach auch Gewinn für sich persönlich, für Ihre Zukunft, und auch (wie vermessen!) für die ganze Gesellschaft haben. Denn automatisch befassen Sie sich mit Ihrer eigenen Situation und Ihrer möglichen weiteren Entwicklung.
Möglicherweise werden Sie Ihr Leben ein wenig ändern. Erwarten Sie jedoch keine Rezepte nach dem Verständnis einer ärztlichen Verordnung. »Drei Mal täglich zwei Seiten und Ihr Leben blüht.« Das geht nicht gut, und wer immer Ihnen so etwas verspricht (ja, es gibt viele, die das tun), wird von mir wegen fehlender Seriosität öffentlich und hier gescholten.
Erwarten Sie des weiteren bitte keine Wissenschaft. Dazu sind andere berufen, ich bin kein Wissenschaftler. Ich bin einfach jemand, der sich fragt, ob wir uns damit zufriedengeben müssen, was wir vorfinden, oder ob wir nicht eine Verantwortung haben, im Rahmen unserer Möglichkeiten tätig zu werden. Ich bin eine 15jährige Schülerin, die nicht bereit ist, das, was man ihr vorsetzt, ungefragt als Wahrheit zu akzeptieren.
Erwarten Sie zum dritten auf keinen Fall eine neue politische Richtung oder gar die »Sekte der Religion der Arbeit«. Ich werde politische und religiöse Themen ansprechen, aber wie Sie sehen werden, bleibt es Ihre ganz private Entscheidung, was Sie glauben und vertreten wollen und was nicht.
Erwarten Sie jedoch, daß Ihre Vorstellungen in Frage gestellt werden. Ich will Sie nicht von etwas überzeugen, sondern ich möchte, daß Sie sich selbst überzeugen, ob entweder Ihr bisheriges Bild von der Arbeit und damit vom Leben richtig war, oder ob es möglicherweise von Ihnen selbst korrigiert werden sollte.
Wer arbeitet? »Was für eine merkwürdige, dämliche Frage«, wird manch einer, je nach Temperament, sagen. Vielleicht etwas vorschnell, werter Zwischenrufer! Oder können Sie aus dem Stehgreif definieren, ob die Ameise dort hinter dem Tannenzapfen arbeitet? Arbeitet der Mönch im Kloster, wenn er die heiligen Schriften seiner Religion studiert? Arbeitet der Beton, der die Autobahnbrücke zum Einsturz bringt? Fragen Sie mal den Arbeiter am Fließband in der stickigen Werkshalle, ob er der Meinung ist, daß der Inhaber des Unternehmens weiß, was Arbeit ist. Und dann fragen Sie eben diesen Unternehmer, ob der seit acht Wochen krankgeschriebene Kraftfahrer, wegen dessen Fehlens zwei Aushilfskräfte eingestellt werden mußten, arbeitet.
Welche Antworten werden Sie wohl erhalten? Ist die junge Frau, die ihr Baby wickelt und zum Kinderarzt trägt, arbeitslos, nur weil sie alle 14 Tage Geld von der entsprechenden Bundesanstalt auf ihrem Bankkonto vorfindet? Wenn der Popstar vor die Kameras tritt, um seinen Grammy abzuholen, dann verdient er in wenigen Minuten einen beachtlichen Haufen Geld - aber ist das wirklich Arbeit, was da entlohnt wird?
Sie sehen schon, ganz so leicht fällt die Antwort auf die »blöde Frage« nicht, wenn wir unseren persönlichen, subjektiven Blickwinkel verlassen, so gut das eben geht.
Adam und Eva schlendern durch den Garten Eden und benennen Tiere. Dabei pflücken sie Bananen (erlaubt!) für das Abendbrot. Wir schauen ihnen über die unbekleideten Schultern und stellen fest, daß bereits vorher eine ganze Menge an Arbeit erledigt worden ist: Die Physik lehrt uns, daß in der Natur keine Ordnung entstehen kann, ohne daß Energie - Arbeit - von außen in das System eingespeist worden ist. Also hat jemand - der Schöpfer dieses Gartens und seiner Bewohner - bereits sein Pensum geleistet. Wenn wir beim Modell der Schöpfung bleiben (wobei Sie natürlich das unbestrittene Recht haben, einer anderen Theorie anzuhängen), dann haben wir jetzt den gefunden, der die erste Arbeit verrichtet hat: Gott.
Macht sich ja ganz schön tiefschürfende Gedanken, die Sophia. Für eine 15jährige recht erstaunlich. Irgendwie mag ich das Mädchen...

Dienstag, 22. Januar 2008

Blogstöckchen: Fasten

Haso hat mir ein Stöckchen zugeworfen - nach längerem Stöckchenfasten mache ich gerne mit.
  • 1. Hast Du schon einmal bewusst gefastet?
Ja. Das längste Fasten dauerte 6 Tage (und Nächte) anlässlich einer Fasten- und Gebetswoche mit John Mulinde. Gelegentlich habe ich zwei oder drei Tage gefastet, häufiger einen (24 Stunden). Fasten heißt für mich: Nur Flüssigkeit zu mir nehmen.
Mit dem sogenannten Teilfasten - keine Genussmittel etc. - habe ich keine Erfahrung, weil ich das nicht für Fasten halte.
  • 2. Was ist der Sinn von Fasten Deiner Meinung nach?
Ich halte das Fasten nicht für ein »magisches« Mittel, um irgend etwas geistlich zu erreichen oder zu erzwingen, wohl aber für ein Zeichen meiner Ernsthaftigkeit, mich ganz und gar auf Gott auszurichten und zu konzentrieren. Die Erfahrungen mit dem Fasten zeigen mir, dass Gott solche Ernsthaftigkeit durchaus bemerkt und belohnt.
  • 3. Wirst Du in diesem Jahr in der Fastenzeit fasten?
Nein. Ich halte wenig davon, Fastenzeiten »anzuordnen«, das riecht mir zu sehr nach Islam. Fasten ist eine sehr persönliche Entscheidung, die natürlich (siehe Antwort 1) nicht ausschließt, mit anderen zusammen zu fasten und zu beten.
  • 4. Ist Fasten ein Thema in der Gemeinschaft, in der Du lebst?
Ja. Es gibt immer wieder »Fastentage« im Gemeindekalender, an denen ich mich aber, siehe Antwort 3, selten mit eigenem Fasten beteiligt habe.

So. Ich werfe weiter: Don Ralfo, wie schaut es aus?

Kann man verstehen?

Ich habe diesen kurzen Text mehrmals gelesen und begreife nicht, was der Urheber damit sagen will.

»Das Training hin zu der Entwicklung unserer neuen Person nach stattgehabter Wiedergeburt, und es geht darum zu lernen, dass wir danach neu denken und neu wollen können und sollen, und dass wir unsere übernatürliche Ausstattung wahrnehmen, was uns starke Wachstumsimpulse für die Entwicklung unseres inneren Menschen, des Geistes, vermitteln wird. Wer das verstanden und ergriffen hat, hat eigentlich fast alles. Er weiß«


Vielleicht kann mir jemand von meinen Lesern erklären, was da steht? (Der Text soll zum Kauf eines Buches anregen.)

Montag, 21. Januar 2008

Bill Gates' Seven-Dollar-Haircut

...a guy who just doesn't believe in paying more than seven dollars for a haircut.

Selten hat sich ein Top-Manager so witzig aus seinem Job veranbschiedet wie Bill Gates. Der Vorgang ist ja überhaupt eine Seltenheit, denn wer verlässt schon freiwillig solch eine Position, um sich fortan ganz denen zu widmen, die sich selbst nicht helfen können? Solche Manager sucht man auch mit der Lupe wohl eher vergeblich.

Wahrscheinlich kennt diesen vergnüglichen Abschied ja schon jeder, aber falls es jemand noch nicht gesehen hat: Das ist ein must-see wie er im U-Tube steht. Mit dabei sind Bono, der zu erklären versucht, dass seine Band (U2) bereits voll besetzt ist, Steven Spielberg, der partout keinen Darsteller finden kann, der Bill Gates spielen würde, Hillary Clinton, die im Wahlkampfteam nicht so recht einen Job freizuhaben scheint und viele andere...


Warum die deutsche Journaille übrigens über die neue Aufgabe von Bill und Melinda Gates überwiegend mit ironischen oder gar sarkastischen Untertönen (Gutmensch, Weltverbesserer...) berichten musste, bleibt mir rätselhaft. Darf man in den Augen deutscher Journalisten nicht erfolgreich sein und dann die Früchte des Erfolges den Armen und Ärmsten zuzgute kommen lassen? Ich jedenfalls habe Hochachtung vor Bill und Melinda Gates (und bin ein kleines bisschen stolz, dass wir alle drei (neben Tausenden anderer Menschen allerdings) der gleichen Organisation angehören: ONE).

Sonntag, 20. Januar 2008

80 Seiten lohnende Lektüre

Wann hast du das letzte mal in einer Predigt diese Bortschaft gehört, dass Jesus der Richter der Lebenden und der Toten ist? ... Wenn ich mir den ganzen Berg von stinkender Sünde und Lauheit gerade auch in unseren sogenannten charismatischen Gemeinden betrachte, (und ich habe festgestellt, dass charismatisches Fleisch genauso eklig und dreckig ist wieevangelikales Fleisch) dann habe ich den Eindruck, dass wir Jesus als Richter wieder ganz neu erkennen müssen.

Das schreibt einer, der eine charismatische Freikirche in Hannover gegründet hat und viele Jahre als Prediger, Ältester und Bibellehrer an einer Bibelschule tätig war. Einer, dessen Biographie der meinen häufig ähnelt, wie ich beim Lesen dieses Buches festgestellt habe. Einer, dessen Blog zu den von mir abonnierten RSS Feeds gehört.

Ralf Förthmann alias Don Ralfo plaudert in diesem Buch auf angenehm entspannte Art über allerlei Facetten des Lebens, bei denen die Gabe der Geisterunterscheidung eine Rolle spielen kann. Seine persönlichen Erlebnisse machen die Lektüre interessanter als ein sachlich-theologisches Manuskript sein könnte. Der Leser »begegnet« dem Alltag des Autors und findet sich, so ging es mir zumnindest, häufig darin wieder.

Meine eigene Biographie spiegelte sich zum Beispiel in solchen Zeilen:

Horst, Harald und ich saßen gemütlich beisammen. Wir hatten Gebetsgemeinschaft. In der letzten Zeit passierte das häufiger. Nachdem meine christlichen Freunde alles versucht hatten, mich zum Glauben zu bekehren, und alle ihre Argumente aufgebraucht waren, und ich auf alle ihre Beweise und Erfahrungen mit Gegenbeweisen und Gegenargumenten geantwortet hatte, blieb das immer als ihr letzter Ausweg: Wollen wir nicht zusammen beten? Ich hatte nichts dagegen. Schließlich wollte ich Gott auch immer besser kennen lernen und stärker erfahren. Zwar hatte ich ein völlig anderes Verständnis und Bild von Gott als sie (mein Gottesbild war von Esoterik, indischer Meditation und Okkultismus geprägt), aber das war für mich kein Problem. Wenn sie mit Jesus sprachen, schloß ich einfach meine Augen und meditierte. Ich dachte an das Mantra, das ich von meinem Guru bekommen hatte, und öffnete mein Herz für Gott.

Das habe ich ähnlich auch erlebt, und so waren die 80 Seiten dieses Buches schnell gelesen und die Lektüre hat mir unter anderem deshalb gefallen, weil Ralf Förthmann nichts schildert, was mir gänzlich fremd wäre. Manches Mal schreibt er eine Sicht der Dinge nieder, die ich nicht unbedingt zu meiner mache, aber nie bin ich über etwas gestolpert, was mich »gestört« hätte. Abgesehen von - nun ja, mir ist so etwas eben nicht völlig unwichtig - der »handwerklichen« Qualität des Buches. Aber darüber will ich gerne (angesichts der Tatsache, dass das Buch im Selbstverlag des Autors und zu einem Preis von nur 7,95 Euro erschienen ist) den Mantel der Liebe ausbreiten.

Fazit: Ein lesenswertes kleines Buch, das »geistliche« Fragen mit dem Alltag so anschaulich verknüpft, dass der Leser zahleiche Aha-Erlebnisse haben wird und manches, was die Bibel zum Thema Geister und Geist sagt, womöglich zum ersten Mal versteht.

Freitag, 18. Januar 2008

Pink Floyd - die B-Seiten

Die guten alten Langspielplatten hatten eine A- und eine B-Seite. Das nur zur Erklärung für Zeitgenossen, die lediglich CDs kennen.

Heute habe ich einen Urlaubstag und gehe (unter anderem) in die Sauna. Ob Pink Floyd auch kommt? Mal sehen. Vielleicht kann ich dann die A-Seiten fotografieren?


Pink Floyd von links nach rechts: Atom Heart Mother - Relics - Dark Side Of The Moon - Wish You Were Here - The Wall - Animals.

Ach nee: Sauna ist zu heiß für meine Kamera.

Ach so: Meine Lieblingsalben: Wish You Were Here und The Wall.


Foto gefunden bei Poster de

Donnerstag, 17. Januar 2008

Leuchtturm 118

Ein Psalm kann ein Leuchtturm sein. Es gibt Zeiten, in denen nichts ist, wie es sein sollte. Im Gegenteil. Die Probleme türmen sich auf, von Tag zu Tag mehr. Enttäuschungen kommen dazu, selbst liebe Menschen tragen zum Schwinden jeglicher Hoffnung bei. Die Orientierung geht verloren, das Leben verliert an Sinn... - da kann ein Leuchtturm helfen, Standort und Kurs wieder zu finden.

König David ist jemand, der in seinem Leben schlimme Umstände erleben musste, depressiv war, lebensmüde wurde, und der dennoch - oder gerade aus dieser Erfahrung heraus - an seinem Gott festhielt. Er hat Leuchttürme hinterlassen, eine ganze Menge Psalmen. Die helfen mir, wenn wieder mal kein Land in Sicht ist. Beispielsweise Psalm 118:
Preist den HERRN, denn er ist gut, denn seine Gnade/Güte währt ewig! Es sage Israel: Ja, seine Gnade/Güte währt ewig! Es sage das Haus Aaron: Ja, seine Gnade/Güte währt ewig! Es sagen, die den HERRN fürchten: Ja, seine Gnade/Güte währt ewig! (Das hebräische Wort bedeutet gleichermaßen Gnade und Güte)
Man könnte annehmen, dass der Autor solcher Zeilen ein behütetes Leben in den besten Umständen verbracht haben muss. Aber:

Aus der Bedrängnis rief ich zu Jah. Jah antwortete mir in der Weite (schuf mir Raum).
David hatte Todfeinde. Er musste sich verstecken, mittellos als Flüchtling in fremden Ländern leben, kannte Hunger, Durst, Schmerzen, Trauer, Verrat und Verleumdung. Aber er schrieb weiter:

Der HERR ist für mich, ich werde mich nicht fürchten. Was könnte ein Mensch mir tun? Der HERR ist für mich unter denen, die mir helfen. Ich werde herabsehen auf meine Hasser.
Solche Zuversicht kann nur jemand haben, der unerschütterlich um die Gnade und Güte Gottes weiß, egal, wie die Umstände aussehen. Menschen, denen im Leben nichts Schlechtes widerfahren ist, können sich kaum in solche Situationen hineinversetzen.

Wir neigen wohl alle dazu, uns erst einmal an den Haaren aus dem Sumpf ziehen zu wollen. Ich jedenfalls weiß um meinen Hang zur Selbsthilfe - und ich kenne viele, die ähnlich auf Not reagieren. Wenn beispielsweise die Schulden wachsen, dann leisten wir noch mehr Überstunden, rackern uns mit noch mehr Nebenjobs ab, suchen Hilfe bei Kreditinstituten, bei Freunden...

David gibt eine andere Empfehlung:

Es ist besser, sich bei dem HERRN zu bergen, als sich auf Menschen zu verlassen. Es ist besser, sich bei dem HERRN zu bergen, als sich auf Edle zu verlassen.
Es fällt schwer, das normale Muster zu durchbrechen. Meistens reagieren wir doch so: Es existiert eine Not. Wir nehmen sie zur Kenntnis. Wir bitten Gott um sein Eingreifen. Dann werden wir selbst tätig. Dazu stacheln uns liebe, wohlmeinende Mitmenschen oft noch an: »Tu doch endlich was...«

Aber ist das ein »sich beim Herrn bergen«, wie David es ausdrückt? Der König machte folgende Erfahrung:

Alle Nationen hatten mich umringt. Im Namen des HERRN - ja, ich wehrte sie ab. Sie hatten mich umringt, ja, mich eingeschlossen. Im Namen des HERRN - ja, ich wehrte sie ab. Sie hatten mich umringt wie Bienen. Sie sind erloschen wie Dornenfeuer. Im Namen des HERRN - ja, ich wehrte sie ab. Hart hat man mich gestoßen, um mich zu Fall zu bringen. Aber der HERR hat mir geholfen.
Wie sah die Stärke Davids aus? Waren es Soldaten, Verbündete, Waffen? Keineswegs. Auf solche Hilfe und Stärke vertraute er nicht, denn er war überzeugt von der Gnade und Güte Gottes:

Meine Stärke und mein Gesang ist Jah. Er ist mir zur Rettung geworden.
Die Weigerung, sich selbst zu helfen, führt dazu, dass wir uns auch nicht selbst rühmen können, wenn eine Not gewendet ist. Statt dessen bekommt Gott die Ehre:

Klang von Jubel und Heil ist in den Zelten der Gerechten. Die Rechte des HERRN tut Gewaltiges. Die Rechte des HERRN ist erhoben, die Rechte des HERRN tut Gewaltiges. Ich werde nicht sterben, sondern leben und die Taten Jahs erzählen.
Im nächsten Vers kommt David darauf zurück, dass ihm Schwierigkeiten und Not nicht von vorne herein erspart geblieben sind. Er sagt:

Hart hat mich Jah gezüchtigt, aber dem Tod hat er mich nicht übergeben.
Hier stutzen viele Christen. Straft Gott also doch? Züchtigt er mit Unglück und Not seine Kinder? Ist es doch Gott, der Krankheit, Leid und Not verursacht?
Nein, denn dann würde er sich selbst widersprechen. Allein die Aufforderung Jesu an uns als seine Nachfolger, die Kranken zu heilen, wäre unsinnig, wenn Gott Krankheiten als Erziehungsmaßnahmen anwenden würde.

Gott kann und wird allerdings Sünde nicht gutheißen, schönreden oder tolerieren. Das geht einfach nicht. Der Mensch verlor das Paradies, als die Sünde auftrat. Dass wir sterben müssen ist eine Konsequenz daraus. Das ewige Leben ist wiederum eine Konsequenz des Glaubens.

Gott ist unveränderlich gnädig und gütig. Er ist die Liebe selbst. Er ist daran interessiert, dass seine Kinder durch die Not hindurchkommen und triumphieren. Und hier sind wir gefragt: Ohne unsere Mitwirkung wird sich nichts ändern. Allerdings ist nicht die Selbsthilfe gefragt, sondern die Besinnung auf den, der helfen will und kann. Die Band U2 bringt es in dem Song Vertigo auf den Punkt:

I’m at a place called vertigo. It’s everything I wish I didn’t know ... but your love is teaching me how to kneel.
Wer nicht Gott um Hilfe bittet, sondern menschlichen Hilfsmitteln vertraut, kann und wird den Sieg nicht erleben, den David beschreibt. Wenn David hier also sagt, dass der Herr ihn »hart gezüchtigt« hat, dann kann uns das nicht als Argument gegen die Güte und Gnade Gottes dienen. David hatte gesündigt - einen Mord begangen um einen Ehebruch zu vertuschen - und er erntete die Frucht dieser Saat. Aber er erlebte, dass Gottes Gnade selbst in dieser Situation triumphierte, als er die Sünde bereute und bekannte.

Aus notvollen Situationen dürfen wir nicht schließen, dass Gottes Güte und Gnade Pause machen würden. (Und in den seltensten Fällen hat unsere persönliche Not irgend etwas mit Züchtigung - Folge von Sünde - zu tun.)

David hat klar erkannt, was aus den Schwierigkeiten erwachsen wird, nämlich Lobpreis und Anbetung:

Öffnet mir die Tore der Gerechtigkeit! Ich will durch sie eingehen, Jah will ich preisen. Dies ist das Tor des HERRN. Gerechte ziehen hier ein. Ich will dich preisen, denn du hast mich erhört und bist mir zur Rettung geworden.
Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. Vom HERRN ist dies geschehen, es ist ein Wunder vor unseren Augen. Dies ist der Tag, den der HERR gemacht hat! Seien wir fröhlich und freuen wir uns in ihm!
Dies ist der Blick in die Zukunft. Denn noch steht David den Problemen gegenüber, und er nimmt sie im nächsten Vers noch einmal zur Kenntnis:

Ach, HERR, hilf doch! Ach, HERR, gib doch Gelingen!
David sieht die Not, in der er im Augenblick noch steckt, aber er bekennt mit seinem Mund bereits den Sieg:

Gesegnet sei, der kommt im Namen des HERRN. Vom Haus des HERRN aus haben wir euch gesegnet. Der HERR ist Gott. Er hat uns Licht gegeben. Bindet das Festopfer mit Stricken bis an die Hörner des Altars! Du bist mein Gott, ich will dich preisen! Mein Gott, ich will dich erheben.
Am Schluss kommt er noch einmal auf die bereits in den ersten Versen mehrfach festgestellte Güte Gottes zurück, an der es trotz der Schwierigkeiten keinen Zweifel geben kann:

Preist den HERRN, denn er ist gut! Ja, seine Gnade währt ewig!

Mittwoch, 16. Januar 2008

Mein lieber Mann...

«Mein lieber Mann», sagte Sibylla, «hör mir mal zu.»
Paul wusste, dass ihn eine Ermahnung, Belehrung, gar ein Verweis erwartete, denn wenn seine Frau ihn so anredete, war das nicht der Auftakt zu vergnüglicher Zweisamkeit.
«Mein lieber Mann», wiederholte sie, «ich bin letztendlich wohl auch noch Schuld an der Klimakatastrophe?»
«Wieso denn das?»
«Na ganz einfach, die Regierung zahlt mir ja nach wie vor keine Herdprämie. Also kann ich nicht zu Hause bleiben, sondern muss arbeiten gehen. Zur Arbeit fahren, genauer gesagt.»
«Schon, ja, mein Verdienst reicht ja leider nicht...» brummelte Paul leicht irritiert.
Sibylla fuhr fort: «Und während ich nach der Arbeit zum Einkaufen und heimwärts hetze, um eine Mahlzeit auf den Tisch zu bringen, sitzt Du in der Raucherkneipe und trinkst ein Feierabendbier. Ich halte stundenlang das Essen warm, so eine Energieverschwendung!»
Paul zuckte die Schultern und erinnerte seine Frau: «Aber Sibbylein, das gehört doch einfach zum Tagesablauf. Seit wir uns kennen. Das habe ich schon so gehalten, bevor wir uns kannten. Das ist sozusagen Bestandteil meiner Arbeit, als Vorarbeiter muss ich das so machen.»
«Wir werden noch arm durch Arbeit, wenn das Deine Arbeit ist», fuhr sie ungerührt fort, «bloß weil Du mit den Kumpels...»
«Nein, nicht Kumpels. Mitarbeiter sind das. Ich muss sie bei Laune halten.»
«Mit Alkohol?»
«Das ist so eine Art Mitarbeiterdoping. Und was soll man denn in der Kneipe sonst...»
Sie unterbrach ihn: «Wie wäre es denn gleich mit einer umfassenden Dopingbeichte? Wie viel trinkst Du denn da so?»
«Na ja, zwei Bierchen. Und für die Betriebsratsmitglieder bezahle ich ab und zu die Rechnung mit, das ist immer noch besser, als wenn ich ihnen Lustreisen spendieren müsste.»
Sibylla grinste anzüglich. «Wir könnten ja selbst mal eine machen, aber vermutlich wird das nie was. Das Geld landet ja im Benzintank, beim Stromversorger und in der Kneipe.»
«Verreisen? Nee, also wenn mir nach Abwechslung ist, dann habe ich ja Second Life...»
«Und ich?», fragte sie. «Was mache ich? Wo kann ich mich mal abwechseln?»
Jetzt grinste Paul. Er erinnerte seine Frau: «Na ja, also wenn ich daran denke, welche besuchten Seiten Du neulich vergessen hast, im Verlauf zu löschen...»
Sie wurde rot. «Ja, ja. Spionier mir nur nach. Am besten besorgst Du Dir einen persönlichen Bundestrojaner.»
Er schloss sie liebevoll in die Arme. «Ach nee, Sibbylein, lass mal. Ich hatte ja versprochen, nicht mehr darüber zu reden.»
Sibylla war schnell beruhigt und schmiegte sich an Paul. «Okay, also pass auf. Unser Bankkonto ist leer. Heute ist erst der 16. Januar. Was nun?»
«Vielleicht sollten wir doch ein kleineres Auto kaufen. Der Wagen ist ja nun wirklich etwas spritdurstig...»
«Ach, Paulchen, nee, ich mag doch die alte Kiste so.»
Sie hielten sich in den Armen und dachten nach. Ihre Lippen fanden sich. Dann hatte Paul eine Idee: «Ich schreibe einen Bestseller über diesen Eisbären da im Zoo und die Eisbärin in - wo war das noch - Nürnberg?»
«Au ja!», rief Sibylla, «das ist die Lösung. Mein Paulchen, ich wusste es ja, Du hast immer gute Ideen. Du schreibst eine Liebesschnulze mit zwei Eisbären und alles wird Knut!»

Ende

Was das soll, fragt sich der eine oder der andere Leser vielleicht. Ganz einfach: Gestern wurde das Ergebnis der Wahl zum «Wort des Jahres» präsentiert. Und da ist mir diese kleine Geschichte so aus den Fingern geflossen. Mehr nicht.

Hier die offizielle Rangliste der Gesellschaft für deutsche Sprache:
  • Platz 1: Klimakatastrophe
  • Platz 2: Herdprämie
  • Platz 3: Raucherkneipe
  • Platz 4: arm durch Arbeit
  • Platz 5: Dopingbeichte
  • Platz 6: Lustreisen
  • Platz 7: Second Life
  • Platz 8: Bundestrojaner
  • Platz 9: spritdurstig
  • Platz 10: Alles wird Knut
Witzig dieses Jahr: Die hier zweitplazierte Herdprämie hat es auf Platz 1 beim «Unwort des Jahres» geschafft. Auf den zweiten Platz wählte die Jury den Begriff «klimaneutral», auf Platz drei «entartet».

Dienstag, 15. Januar 2008

Steine, Kiesel, Sand

Ein Professor lehrte über Effektives Zeitmanagement. »Wir werden«, kündigte er an, »ein Experiment durchführen.«
Er stellte ein großes Glasgefäß auf den Tisch und füllte es sorgfältig mit Steinen, die er aus einem Karton entnahm. Schließlich war das Glas bis oben mit Steinen gefüllt. Er fragte seine Studenten: »Ist das Glas voll?«
Die einhellige Antwort war natürlich: »Ja.«
Er machte eine Pause und fragte: »Wirklich voll?«

Er holte einen Beutel mit Kies unter dem Tisch hervor und goss den Inhalt in das Glas, wobei er es leicht schüttelte. Die Kiesel bewegten sich zwischen den größeren Steinen hindurch nach unten und füllten nach und nach die Zwischenräume.
Schließlich fragte der Professor: »Ist das Gefäß voll?«
Wiederum antworteten die Studenten: »Ja.«

Nun brachte der Professor einen Beutel Sand aus seiner Aktentasche zum Vorschein und ließ die feinen Körner in das Gefäß rieseln. Der Sand füllte die verbliebenen Lücken zwischen Kieseln und Steinen.
Wieder seine Frage: »Ist das Glas voll?«
Nun war wirklich kein Platz mehr in dem Gefäß. Also war die Antwort: »Ja.«

Der Professor fragte, welche Lektion man aus dem Experiment lernen könne. Einer der Studenten meinte: »Egal, wie viel wir zu tun haben, es gibt immer noch Zeit für weitere Dinge.«
Der Professor lächelte. »Nein, das ist nicht richtig. Stellen Sie sich vor, die Steine wären die wichtigsten Dinge in Ihrem Leben: Liebe, Gesundheit, Familie, Freunde... - und die Kiesel wären ebenfalls wichtig, aber nicht so bedeutend wie die Steine. Der Sand, das sind die unwichtigen, nebensächlichen Dinge.«
Er machte eine Pause und fuhr fort: »Wenn Sie nun zuerst den Sand in das Gefäß füllen, bleibt nie und nimmer Platz für die wichtigen Dinge. Also stellen Sie fest, was in Ihrem Leben die Steine und die Kiesel sind und füllen Sie die zuerst in den Krug. Der Rest ist nur Sand.«

Nach dem Unterricht gingen die Studenten mit dem Glasgefäß in eine Kneipe und füllten ein Glas Bier in den Krug. Jetzt war er wirklich voll.

Quelle: Dem Volksmund abgelauscht und neu erzählt.

Montag, 14. Januar 2008

Der Sommer kommt...

...hoffentlich bald. Mir ist nämlich kalt. (Reimt sich sogar. Ganz wunderbar.)

Einstweilen kann man ja schon mal darüber nachdenken, ob die Herren im Pool wohl vergessen haben, den Strom einzuschalten? Der Grill scheint nicht heiß zu werden...


P.S.: Foto gefunden in der English Lounge.

Sonntag, 13. Januar 2008

Keinohrhasen Nachschlag 2

Die Diskussionen meines Artikels vom 1. Januar gehen noch munter weiter (in dieser Minute sind es 45 Kommentare), und auch Harald Martenstein bekommt auf seinen Beitrag in der ZEIT allerlei zu lesen (obwohl das Kommentieren dort durch Anmeldepflicht sehr erschwert wird). Selbst Fußballfreunde äußern sich recht eindeutig zu Til Schweigers niveaulosem Streifen.

Ich habe inzwischen eine Antwort von der FSK bekommen, die Argumentation legt teilweise den Gedanken nahe, dass diejenigen, die für die Freigabe ab sechs Jahren verantwortlich sind, einen anderen / gar keinen Film gesehen haben:

Die Ausschussmitglieder charakterisierten „Keinohrhasen“ als romantische Liebeskomödie, die gekonnt das Thema Liebe mit überzeugenden Darstellern wie Nora Tschirner und Till Schweiger umsetzt. In der Figurenzeichnung wird klischeehaft die Protagonistin Anna als „hässliches Entlein“ (riesige Brille, zu große Katzenstrickjacke) dargestellt, deren Charakterstärke und Beharrlichkeit es zu verdanken ist, dass Ludo sein oberflächliches und sexuell ausschweifendes Leben zu Gunsten einer „wahren“ Liebe beendet. Die filmischen Figuren bleiben in ihrer Zeichnung plakativ und klischeehaft, was die Zuordnung in Gut und Böse für zuschauende Kinder verständlich und einordenbar macht.


Ah ja. Ein richtig süßer Kinderfilm. „Hässliches Entlein“ bringt den Böseewicht auf gute Wege. Gut und Böse für Kinder verständlich dargestellt. - Welcher Film war das noch mal?

Als Orientierungsfiguren gerade für jüngere Zuschauer bieten sich die beiden Kindergärtnerinnen an, die während des ganzen Films liebevoll und entschlossen mit den Kids in Kindergarten und Hort leben. Und im Fokus der Aufmerksamkeit von zusehenden Kindern dürften vornehmlich die Kindergartenkids stehen, die gut gelaunt, selbstbewusst und stark in ihrer überzeugend kindgerecht gestalteten Spielewelt leben. In Sonnenlicht getaucht und mit aufwendig phantasievoll gestalteter Ausstattung wird diese mit Respekt dargestellte Welt der Kinder inszeniert, was für jüngere Zuschauer ein schönes Seherlebnis darstellen dürfte.


Eine in Sonnenlicht getauchte heile Kinderwelt voller lieber und entschlossener Erzieherinnen, ein schönes Seherlebnis für die kleinen Zuschauer im Kino. Na wenn das nicht ein Familienfilm ist...

Als prägend für die Rezeption erachteten die Ausschussmitglieder die ansprechend inszenierte Welt der Kinder, - sie leben authentisch in kindgerecht gestalteten Räumen und in der Natur und werden von liebevoll und humorvoll betreuendem Personal begeleitet. Inhaltlich transportiert die Komödie auch in für Kinder verständlicher und nachvollziehbarer Weise das Thema „wahre Liebe“ und grenzt dies deutlich zu groben, rüden, unpersönlichen und auf Sexualität reduzierten Beziehungen ab, wie sie eingangs von Ludo ausgelebt werden. Diese oberflächliche, sexfixierte Haltung Ludos stellt der Film sowohl szenisch als auch in der Sprache dar: Diese Filmanteile waren Grund für eine kontroverse Wirkungsdiskussion im Ausschuss.


Das Thema „wahre Liebe“ wird kindgerecht und verständlich zu den Kindern im Kino transportiert. Ach so. Und die „oberflächliche sexfixierte Haltung“ wird, was ja nicht weiter schlimm ist, szenisch und in der Sprache dargestellt. Immerhin hat ein kleiner Teil des Ausschusses bei der FSK wohl nicht geschlafen, als der Film vorgeführt wurde, sondern eine Diskussion entfacht:

Während die Ausschussminderheit die sexualisierte Sprache im Film als desorientierend und entwicklungsstörend für Kinder unter 12 Jahren beurteilte, vertrat die Ausschussmehrheit die Meinung, dass die derben Aussprüche keine nachhaltig belastenden Wirkungen nach sich ziehen, da sie zum einen gar nicht verstanden werden und zum anderen in der filmischen Erzählung und der Message des Films keine positive Entsprechung finden. Die für kleine Kinder tragfähigen Vorbildfiguren wie die Kindergärtnerinnen wenden derartige Sprachbilder nicht an und der Film arbeitet spür- und verstehbar die Haltung heraus, dass eine romantische Liebesbeziehung, wie Anna sie sucht und zum Ende des Films auch verwirklichen kann, die einzig Sinngebende ist


Eine Ausschussminderheit hatte also Ohren und Augen offen, als der Streifen lief. Der Rest scheint von einem anderen Film geträumt zu haben oder aus anderen Gründen abgelenkt gewesen zu sein. Die „derben Aussprüche ziehen keine nachhaltend belastende Wirkungen nach sich“, behauptet die FSK. Oralsex in Wort und Bild, Erbrechen beim Geschlechtsverkehr, die mehrfache wiederholte Frage an zahlreiche Taxifahrer nach dem „Blasen“ wohl auch nicht. Sagt die FSK. Die Kinder verstehen es ja nicht, reden sich die Ausschussmitglieder wohl ein, um ihr Gewissen, falls eins vorhanden ist, zu beruhigen.

Als nachhaltig prägend für die Rezeption wird somit die inhaltlich positive Orientierung des Films und nicht einzelne, derb sexualisierte Sprüche erachtet. Nach einer ausführlichen, kontrovers geführten Wirkungsdiskussion votierte die Ausschussmehrheit für eine Freigabe ab 6 Jahren.


Am Schluss des Antwortscheibens, aus dem ich hier Auszüge zitiert habe, bekam ich noch einen Tipp, den ich meinen Lesern nicht vorenthalten möchte:
Selbstverständlich haben Sie die Möglichkeit, sich an Ihr zuständiges Jugendministerium zu wenden, um evtl. eine nochmalige Prüfung des Films im Appellationsverfahren zu veranlassen.


Vielleicht bewirkan ja viele Zuschriften von vielen Menschen auf lange Sicht doch etwas? Zum Beispiel dass bei zukünftigen Entscheidungen der FSK die Ausschussmitglieder anwesend sind, wenn ihnen der Film vorgeführt wird. Man erreicht die FSK über fsk at spio-fsk punkt de, die jeweiligen Jugendministerien für die Bundesländer sind im Internet leicht zu finden.

Freitag, 11. Januar 2008

Kleine Schritte, große Wirkung

Heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit begleitete mich wieder mal Bob Dylan als Moderator der Theme Time Radio Hour - die Walking-Edition von gestern. Herr Dylan plaudert darin auch über Arthur Blessitt, den Mann, der in den 80ern begann, das Kreuz um die Welt zu tragen.

Ich lernte Arthur damals kennen, war mit ihm auf dem Ku'Damm (seinerzeit das Herz Berlins) und auch dabei, als er im Olympiastadion das Kreuz quer über das Spielfeld trug und es dort aufrichtete, wo Hitlers Flamme gebrannt hatte. Es war einer der unvergesslichen Momente in meinem Leben. Tausende im Olympiastadion brachen in Jubel und Lobpreis aus. Ich auch.

Heute ist die Mauer längst verschwunden, niemand wird mehr erschossen oder von Minen zerfetzt, weil er von Deutschland nach Deutschland will. Vielleicht war die Handlung von Arthur Blessitt damals ein kleiner Schritt von vielen, ein prophetischer Akt, dessen Bedeutung niemand, auch Blessitt nicht, abschätzen konnte? (Ich habe jedenfalls in den 80ern nicht damit gerechnet, dass es zu meinen Lebzeiten eine Wiedervereinigung geben könnte.) Viele solcher kleinen Schritte haben unser Land vorangebracht.

Es gibt noch viel zu tun, also will ich lieber kleine, unbedeutend scheinende Schritte gehen, als entmutigt auf der Stelle verharren.

Dick und Dünn

Dieter Pfaff - Foto vom WDRDas Stuttgarter Institut für rationelle Psychologie befragte, wie der Spiegel berichtet, rund 20.000 Männer und Frauen zwischen 18 und 79 Jahren. Erstmals war der Bauchumfang Grundlage der Studie: Experten messen ihm eine höhere Bedeutung zu als dem bisher gültigen Body-Mass-Index (BMI). Bei mehr als 93 Zentimetern steigt das Risiko von Infarkten und Diabetes, 102 Zentimeter und mehr gelten als lebensgefährlich.

Männer und Frauen in Hamburg sind die schlanksten Deutschen, dort ist der Weg einmal um die Leibemitte im Durchschnitt bei Männern 94,81 Zentimeter und bei Frauen 83,63 Zentimeter lang. Auf den weiteren Plätzen folgen Bremen und Berlin.
Am dicksten sind die Ostdeutschen – Männer wie Frauen. Die Männer in Thüringen bringen es im Durchschnitt auf einen Bauchumfang von 98,27 Zentimeter. Auf Platz zwei und drei der Rangliste stehen Mecklenburg-Vorpommern mit 98,10 und Sachsen-Anhalt mit 97,95 Zentimetern Bauchumfang.

Meine Schlussfolgerung: Wer zu dick ist, sollte schleunigst nach Hamburg ziehen. Wer an Magersucht leidet, sucht sich eine Wohnung in Thüringen. Und alles wird gut.

P.S.: Komisch: Mich hat keiner ausgemessen.
P.P.S.: Wo ist denn bloß mein Zentimertermaß geblieben?
P.P.P.S.: Wo wohnt eigentlich Dieter Pfaff?

Donnerstag, 10. Januar 2008

Keinohrhasen Nachschlag 1

Selten hat einer meiner Einträge zu solch umfangreichen Diskussionen geführt wie der letzte Woche über die Hasen, die keine Ohren besitzen.
Heute machte mich ein aufmerksamerLeser per Kommentar darauf aufmerksam, dass DIE ZEIT einen Kommentar zum Film gebracht hat, der mir gut gefallen hat: Frei ab Sechs

Heute ist Pfingsten

Lesenswert ist der (ungewohnt kurze) Beitrag von Storch über Markus 9, 1 - eine (mir neue, aber völlig nachvollziehbare) Erklärung zum scheinbaren Irrtum mit dem Kommen des Reiches Gottes zu Lebzeiten einiger der Jünger.
So gesehen ist heute Pfingsten. Und so gesehen sollten wir eigentlich das Reich Gottes in seiner ganzen Macht unter uns erleben. Einschließlich Zeichen und Wundern, natürlichen und übernatürlichen Bestandteilen.

Erfahrungen mit Gottes Kraft

Was hat ein Evangelist eigentlich in einer Disco zu suchen? Mancher meint: Nichts. Und das ist schade, denn im gepflegten Gotteshaus wird man einen großen Teil der jüngeren Generation kaum antreffen.

Reinhard Bonnke berichtet in diesem Buch unter anderem von einem Disco-Besuch und den Folgen. Er erzählt zwölf Geschichten von Erfahrungen mit einem Gott, der von seiner Kraft nichts eingebüßt hat. Dieser Gott ist in der Lage, einen zum Tode verurteilten Mann aus dem Gefängnis zu holen, einer unfruchtbaren Frau eine Schwangerschaft zu ermöglichen, einen Lastzug mit der Riesenaufschrift JESUS unbehelligt durch ein moslemisches Land mitten im religiösen Aufruhr zu bringen. Dieser Gott schert sich auch nicht um die Theologie, sondern er kümmert sich um den Einzelnen, den kleinen Niemand in der Masse.

Der Evangelist ist manchmal störrisch:
Ich sagte: "Gut, ich werde jetzt für Sie beten und dann werden Sie aufstehen." Doch John fragte: "Was meinen Sie damit: Aufstehen? Meine Frau kann nicht stehen..." Ich antwortete, zu ihr gewandt: "Ich werde jetzt für Sie beten und dann werden Sie aufstehen."

Bei vielen der geschilderten Begebenheiten war er gar nicht dabei oder beteiligt - ich finde es sehr sympathisch, dass er gerade solche Episoden berichtet. Vor allem ist es aber auch ein ehrliches Buch, in dem nicht überall nur eitel Sonnenschein herrscht:
An dieser Stelle würde ich nun am liebsten die Geschichte beenden. Doch ... die weitere Geschichte Davids enthält eine Lektion ... die wichtiger ist als ein oberflächliches Happy-End. ... Er pflegt auch keine Gemeinschaft mehr mit anderen Christen, sondern verließ seine Heimat ... und verlor sich irgendwo in den Slums von Soweto. Welch eine Tragik!
Das Buch liest sich flüssig und die Lektüre wird an keiner Stelle langweilig. Die Einzelschicksale und Begebenheiten öffnen dem Leser den Blick für die Möglichkeiten Gottes im eigenen Leben - und wer erst einmal verstanden hat, dass dieser Jesus, den Reinhard Bonnke verkündet, nicht nur eine historische Figur, sondern heute und hier aktiv ist, hat einen wichtigen Schritt zur eigenen Erfahrung mit Gottes Kraft getan. Eine Lektüre, die sich lohnt, auch für Zweifler, Atheisten und sogar für langjährig Gläubige.

"Dieses Buch wird Sie fesseln!", verspricht der Herausgeber. Was mich betrifft, hatte er Recht.

Bestellen kann man am einfachsten direkt bei E-R: Erfahrungen mit Gottes Kraft

Mittwoch, 9. Januar 2008

Wir müssen was bewegen...

...sonst bewegt sich nichts" dichtete Xavier Naidoo vor einer geraumen Weile. Mancher fragt sich vielleicht, wie man denn was bewegen könnte.

Vielleicht ist ja Berlin Missional genau das richtige Wochenende, um das herauszufinden?

How I became Bobby Brown

Angesichts des Bowling-Berichtes und der Auflösung des darin enthaltenen Namensrätsels frug ein Leser, wieso ich als Bobby Brown den dritten Platz errungen habe. Und ob ich der Bobby Brown sei, von dem Frank Zappa sang. Ich zierte mich, stellte die Bedingung, dass noch eine zweite Perrson zu fragen habe. Weil nun auch noch eine Leserin neugierig war, kommt wie versprochen hier die ganze (wahre) Geschichte, wie ich Bobby Brown wurde.

Es begab sich aber vor einigen Wochen, dass ich mich einer (übersprudelnd kreativen, humorvollen, internationalen, mit Wortwitz überreich gesegneten) englischsprachigen Gruppe wie folgt vorstellte:
Hey there, people, I'm Bobby Brown... - That's how I would introduce myself if I was Frank Zappa. But I'm not.
I am the masked tortilla... - Sounds nice, but I'm not Bob Neuwirth.
I'm a poet and I know it. Hope I don't blow it. - That's how Bob Dylan would put it, but I'm not him, either.

So here is the naked truth: I'm another guy with a German Umlaut in the name: Günter J. Matthia from Berlin.
I couldn't resist joining this group any longer. I have been reading a lot and had a lot of fun here already - my wife pointed me to several threads in the past few weeks. By the way: She is the most beautiful member in this group, just in case you're wondering who my wife might be.
So here I am, looking forward to some very serious discussions about grave matters, that's what the lounge is there for, right?
Greetings, Günter
Das schien mir ein angemessenerer Einstieg zu sein als die simple Aufzählung von Name, Herkunft und womöglich Hobbies. Denn schließlich schloss ich mich der Gruppe wegen der ausgeprägten Lust am Spiel mit Worten und Gedankenfetzen an, die ich dort schon ohne Mitglied zu sein beobachtet hatte. Prompt bekam ich zu lesen:
Lisa?
Moin Bobby Brown-- you can call yourself whatever you like here.
Welcome!
Biscuit
Biscuit hatte zwar unrecht, was Lisa betraf (einige Tage später las ich in anderem Zusammenhang den Nebensatz von Lisa "...since we were married by Cookie..." - Biscuits sind gelegentlich auch Coockies), aber es dauerte nur wenige Minütchen, bis sie (Biscuits sind weiblich, alle und grundsätzlich!) diesen Aufschrei in die Tasten hämmerte:
EVA!!!!!!!!! I found her!!!
...woraufhin bald eine andere Dame schrieb:
ooooh!
stunning wife :)
Nice job Gunter
Angesichts der englischsprachigen Umgebung kann ich auf die ü-Punkte verzichten (solange man mir kein h in den Namen mogelt), und der weibliche Keks erklärte kurz darauf:
new names:
bobby brown- our poet tortilla dude
and,
mrs. milla
So kam ich also zu einem weiteren Namen (und die Bowlingqueen-Namensgebung vom Sonntag ist auch gleich erklärt). In den Wochen seither finde ich neben Gunter und Günter immer wieder Bobby Brown oder nur Bobby, wenn ich daselbst angesprochen werde...

Namen sind was feines. Meine Kollektion ist ja schon recht beachtlich:
  • Günter J. Matthia
  • Johannes Matthäus
  • Johnny
  • Günter Jott
  • Günter Eberhard Götz Johannes von Matthiewski m.d.K. (oder so ähnlich)
  • John Matthews
  • Herr Professor
  • Bobby Brown
...hab ich einen vergessen?

P.S.: Falls jemand Lust bekommt, sich diese ausgelassene, humorvolle, sprudelnde und internationale englischsprachige Community mal anzuschauen, braucht er nur Xing-Mitglied werden / sein und dann die English Lounge in den Gruppen suchen. An und für sich ist Xing für ernsthafte Geschäfte und Austausch von Fachleuten da - prima, dass es da auch eine Insel wie die English Lounge gibt...

Dienstag, 8. Januar 2008

Hillary kann's!

Bisher konnte man mit den Tränen kämpfen oder um Fassung ringen. Bei Hillary fügen sich beide Tätigkeiten zusammen, wie die Süddeutsche Zeitung heute berichtet:

Die Frage, ob sie gleichzeitig um Fassung kämpft, bleibt einstweilen offen. Und wer die Wahlen gewinnt, wird sowieso bei Haso entschieden.

Das Prinzip Großzügigkeit

Kürzlich bekam ich neben einem leckeren Abendessen auch ein Buch geschenkt: Das Prinzip Großzügigkeit, geschrieben von Kenneth Blanchard und S. Truett Cathy. Es ist kein neues Buch, sondern bereits 2003 erschienen, aber in gewisser Weise zeitlos. Ich kann und will es gerne weiterempfehlen.

Eine Einschränkung vorneweg: Die Übersetzung ist leider an vielen Stellen unbeholfen, bei der Lektüre kam ich nicht umhin, zwischen Schmunzeln und Kopfschütteln immer wieder zu überlegen, warum der Verlag kein Lektorat durchgeführt haben mag, obwohl doch im Impressum die Rede davon ist. Lag es am Geld? Vielleicht musste ja Gerth Medien seinerzeit mit den Ausgaben knausern. Manches war auch so amüsant übersetzt, dass ich vor mich hin kicherte...
Sein Vater war bei einem fehlgelaufenen Drogendeal getötet worden, als der Chauffeur erst zwölf Jahre alt gewesen war.
Einen "fehlgelaufenen Dorgendeal" findet man in deutschen Büchern wohl sonst kaum, das riecht förmlich nach deal gone wrong oder deal gone down.
Der Broker stimmte ohne Zögen zu: "Das würde ich sehr gerne tun."
Reagiert jemand mit solchem Satz auf eine Einladung zum Essen, ohne ein "aber..." anzuschließen? Wohl kaum, der im Amerikanischen übliche Konjunktiv lacht den Leser an: I'd love to do that.
Doch genug davon. Abgesehen vom sprachlichen Aspekt der deutschen Fassung - oder trotz dessen - habe ich das Buch mit Freude und Gewinn gelesen. Im Übrigen hat auch die Originalausgabe von Kritikern Schelte wegen der arg hölzernen Dialoge bekommen.

Ken Blanchard ist eben kein Romanautor, sondern Motivationstrainer. Er hat Hand in Hand mit dem Gründer und Inhaber von Chick-fil-A, S. Truett Cathy, eine Allegorie über die Bedeutung des Gebens, der Großzügigkeit geschrieben. Dem Leser werden nach und nach einige Personen vorgestellt: Ein egoistischer Broker, sein Chauffeur, ein Manager, der ganz anders lebt als der Broker und einige weitere Menschen, alle gekonnt verwoben zu einer einzigen Geschichte. Der Broker ist fasziniert von der Ausstrahlung und dem Erfolg des Firmenchefs und kommt schließlich hinter dessen Geheimnis. Auch die "Tüten-Pennerin" (was habe ich bei dem Ausdruck gekichert und an so manche bag lady gedacht) ist am Ende nicht, was sie zu sein scheint...

Auf den letzten Seiten erfährt der Leser dann, was er bereits geahnt hat: Die Figuren sind anhand tatsächlicher Personen entwickelt worden, so gut wie jeder Protagonist ist Abbild eines Menschen.

Dies ist kein Buch, das sich ausschließlich an Menschen in der Wirtschaft wendet, im Gegenteil, es zeigt in vielen Facetten, wie man - viel oder wenig Geld in der Tasche - zu einem Lebensstil findet, bei dem Glücklichsein nicht mehr von äußeren Umständen abhängig ist.

Das Buch lässt sich schnell und flüssig lesen, langweilt nicht und stellt ein Lebensprinzip samt seinen Folgen auf unterhaltsame Weise vor, lädt den Leser ein, selbst auszuprobieren, inwieweit das eigene Leben durch ein Umdenken beeinflussbar ist.
  • Wer Englisch kann, dem empfehle ich nachdrücklich das Original (obwohl ich es nicht gelesen habe): The Generosity Factor
  • Alle anderen werden sich möglicherweise über die holpernde Übersetzung genauso amüsieren wie ich und trotzdem mit Gewinn für das eigene Leben lesen: Das Prinzip Großzügigkeit

Montag, 7. Januar 2008

Gestern abend...

...waren die beste aller Ehefrauen und ich im Norden Berlins in uns ungewohnter Umgebung. Wir saßen, geliehenes Schuhwerk an den Füßen, manchmal nur so da,...


... waren aber auch regelmäßig damit beschäftigt, relativ schwere Kugeln durch die Gegend zu werfen. Die kamen immer wieder unterirdisch zurückgekullert, so oft man sie auch wegwarf. Um niemanden zu verletzen, warf man nur entlang einer bestimmten eingegrenzten Bahn...


...und am Ende des vergnüglichen Abends in frohem Geburtstagsfeierkreis (da waren nämlich nicht nur die beste aller Ehefrauen und meine Wenigkeit geladen, sondern zahlreiche weitere Gäste) bewunderte man auf elektronischer Anzeige die Ergebnisse der vergeblichen Ballwegwerfversuche.

Nun dürfen sich Leser mit detektivischen Begabungen überlegen, hinter welchem der angezeigten Namen sich meine Wenigkeit verbergen mag. Zur Auswahl stehen: Bobby Brown / Miss Milla / Dr. Mouse / Dr. Sam / Miss Trees / Numba Won.

P.S.: Weitere Gebeurtstagsgäste versuchten sich auf der benachbarten Bahn ebenso vergeblich im Wegwerfen von Kugeln, aber die Namen lasse ich weg, um es nicht zu schwer zu machen.

Freitag, 4. Januar 2008

Kill Jesus!

Steve Hill über die Schwemme von "prophetischen Worten", die Erweckung für 2008 ankündigen:
There is a major problem with all these prophecies about revival to come. It is a religious problem which Jesus also encountered. Religion will get all excited about the Messiah to come but try to kill Him when He is standing in their midst (Luke 4:16-30).
Why?
The Messiah in the future does not demand faith and obedience now. The revival to come does not demand obedience now. We can feel all warm and fuzzy about the wonderful word and clap at what God will do while conveniently forgetting that where ever people are simply obeying Jesus they are seeing the Kingdom multiply now.
So isses.

Donnerstag, 3. Januar 2008

Was für Schurken?

Gestern abend war ich eingeladen zum Abendessen; ein leibhaftiger Pfarrer, ein leibhaftiger Pastor, eine leibhaftige Verlegerin und eine leibhaftige Lehrerin saßen und aßen mit meiner Wenigkeit in einem Lokal mit dem hübschen Namen König Fischer und andere Schurken.

Wir fünf sind in den vergangenen Jahren gute Freunde geworden, haben zusammen gearbeitet, gebetet, gefeiert und gestern abend herzlich gelacht, als sich beim Geplänkel über die Politik herausstellte, dass einer der Anwesenden vor vielen Jahren F. J. Strauß gewählt hat, während ich damals Wahlkampfhelfer an der Seite von Willy Brandt (auf dem Foto mit John F. Kennedy) war. Das war seinerzeit ein recht giftiger Wahlkampf, "Freiheit statt Strauß", "Rote Gefahr"... Und heute? Da ist mir der Berliner Politiker, der seine Litfaßsäule beharrlich "Blog" nennt, lieber als jener, der "es auch gut so" findet.

Gestern also saßen wir, dem gleichen König nachfolgend, der uns zu Fischern berufen hat, als erlöste Schurken beim Abendessen und amüsierten uns (unter anderem und neben ernsthafteren Themen) über unsere wechselnden politischen Ansichten im Lauf der Jahrzehnte. Das Leben macht Spaß. Nicht nur in Lokalitäten, die Fischer König und andere Schurken heißen.

Mittwoch, 2. Januar 2008

613 Vorschriften - Freiwilige vor!

Joyce Meyer erzählte einmal, wie Gott ihr einen Schlüssel zur Veränderung ihres Lebens zeigte: "Joyce, wenn du aufhörst, negativ zu sein, werde ich dein Leben segnen."

Sie war unter sehr schlimmen Umständen aufgewachsen, die sie zu einer durch und durch pessimistischen Frau gemacht hatten, was sich auch in ihrem Reden widerspiegelte. Während der nächsten Monate gab sie sich große Mühe und arbeitete hart daran, lieber den Mund zu halten als etwas Negatives zu äußern. Aber es änderte sich trotzdem nichts an den Umständen.

Daher sagte sie eines Tages im Gebet: "Herr, ich habe aufgehört, negativ zu reden. Es hat sich aber nichts geändert, mir widerfährt nichts Gutes."

Die Antwort, die sie erhielt, ist ein Schlüssel, den auch ich mir zueigen gemacht habe: "Ja, du hast aufgehört, die falschen Dinge auszusprechen. Aber du hast noch nicht angefangen, die richtigen Dinge auszusprechen."

Wenn wir Gott wirklich glauben, dass er gut ist, dass seine Gnade und Güte nicht schwächer werden oder aufhören, dann wird sich das in unserem Reden wiederfinden. Wir werden die Wahrheit Gottes über unserem Leben, über den Umständen aussprechen, und nicht das, was die Umstände uns nahe legen möchten.

Anstatt darauf zu warten, dass wir endlich gut genug / reif genug / heilig genug sind, um Gottes Willen zu tun und zu erleben, werden wir beim Tun des Willens Gottes das Schrumpfen unserer Mängel erleben.

So ganz fehlerlos, perfekt und rundum makellos dürften allerdings die wenigsten von uns werden. Macht nix, ist sogar gut so. Sonst wären wir nicht aus Gnade, sondern aus Werken gerettet und müssten die 613 Regeln und Gebote des mosaischen Gesetzes einhalten...

Dienstag, 1. Januar 2008

Til Schweiger, Kinder, Pornographie

Vor ein paar Tagen waren wir im Kino. Angekündigt war eine romantische Komödie, freigegeben für Zuschauer ab 6 Jahren.
Im Lichtspielhaus waren auch zahlreiche Familien mit vielen Kindern. Der niedliche Titel "Keinohrhasen" und die Ausschnitte, die kürzlich bei einer Familien-TV-Sendung anlässlich des Werbebesuches von Herrn Til Schweiger zu sehen waren, ließen einen vergnüglichen Film, eine nette Romanze erwarten.

Was wir zu sehen bekamen, war geschmacklos. Ich bin sicher nicht prüde, meine auch nicht, dass eine Liebesgeschichte ohne Sex auskommen muss, aber in diesem Film hat der Darsteller und Regisseur Til Schweiger sehr bewusst Kinder im Publikum der ordinärsten Pornoographie ausgesetzt und seine Kinderschauspieler als Lockmittel für einen üblen Pornofilm missbraucht. Und das ganze garniert mit einer Gossensprache, die vielleicht im deutschen Film zu Hause sein mag. Wenn das so sein sollte, dann bin ich im Nachhinein froh, deutsche Filme seit Jahren weitgehend gemieden zu haben, von hervorragenden Werken wie beispielsweise "Das Leben der Anderen" einmal angesehen.
  • Ficken, gefickt, fick dich, Fotze, Möse, Schwanz, Arschloch... der normale Umgangston in Deutschland?
  • Sex mit täglich wechselnden Frauen, die ausprobiert und dann verworfen werden... der normale Alltag eines Journalisten in Deutschland?
  • Gespräche, in denen die verschienenen Möglichkeiten beim Oralsex erörtert werden, nachdem vorher ausführlich zu sehen war, wie das vor sich geht... das normale Unterhaltungsprogramm für Kinder ab sechs Jahren in Deutschland?
Sorry, aber da fehlt mir jegliches Verständnis für die Altersfreigabe dieses Films. Und für die Werbung, die das Machwerk in Familiensendungen wie der von Herrn Gottschalk erfahren hat. Und, vor allem, hätte ich von Til Schweiger einen solchen Müll nicht erwartet, engegiert er sich doch öffentlich für Dunkelziffer e.V.:
Dunkelziffer e.V. engagiert sich gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern und Kinderpornographie. Der Verein möchte das Thema in die Öffentlichkeit tragen und enttabuisieren sowie Opfern rechtlich und psychologisch zur Seite stehen. Seit 1993 bietet Dunkelziffer e.V. Opfern präventive und therapeutische Hilfe.
Aber Engagement für eine gute Sache heißt halt nicht, dass jemand Geschmack, Anstand oder auch nur einen Hauch von kulturellem Anspruch haben muss.

Man kann solche Filme drehen und auf den Markt bringen, von mir aus, aber doch bitte mit dem deutlichen Hinweis: Hier erwartet Sie eine gschmacklose Abfolge von Sexszenen, vulgärem Wortschatz, unglaubwürdigen Dialogen und jede Menge nackte Körper, Streit und lächerlichen Drehbuchfehlern, garniert mit ein paar wenigen komischen Szenen und zusammengehalten durch eine dürftig konstruierte unglaubhafte Geschichte. Geeignet für geschmacklose Menschen ab 18 Jahren.

Wer also in den nächsten Tagen oder später mitels DVD eine romantische Komödie sehen möchte, ist gut beraten, diesen Film nicht in Erwägung zu ziehen.