Dienstag, 27. Januar 2009

Meine Hochachtung ...


... gebührt einer Nachbarin in unserem Haus. Sie hat in wirtschaftlich unsicheren Zeiten ihre Arbeitsstelle aufgegeben.

Sie war Mitarbeiterin einer Apotheke in Berlin Lichterfelde und wurde Zeugin eines empörenden Vorganges: Eine Kundin, wegen des Kopftuches vermutlich Muslima, wurde in der Apotheke von einer deutschen Angestellten ignoriert statt bedient. Diese Musterdeutsche kam in den Verkaufsraum, sah, dass eine Frau mit Kopftuch hereingekommen war und auf Bedienung wartete und ging demonstrativ wieder zurück in ihr Hinterzimmer.

Unsere Nachbarin, die gerade mit der Bedienung von anderen Kunden zu tun hatte, fragte später den Apotheker, ob ein solches Verhalten wohl angemessen wäre. Sie war (und ist) der Überzeugung, dass jeder Kunde, ob schwarz, weiß, Moslem oder Atheist bedient werden sollte. Mit gleicher Freundlichkeit und Kompetenz.
Die aufrechte Deutsche, die sich nicht um die Frau mit Kopftuch kümmern wollte, war unserer Nachbarin bereits mehrfach durch gehässige und verächtliche Kommentare über ausländisch aussehende Passanten aufgefallen.
Der Inhaber der Apotheke nahm nun jedoch ausgerechnet diese Angestellte in Schutz und war wütend auf unsere Nachbarin, dass sie derartigen Unfrieden ins Kollegium bringen würde.

Daraufhin beendete unsere Nachbarin die Mitarbeit in der Apotheke. Und - es gibt noch Gerechtigkeit auf dieser Welt - sie fand sehr schnell eine neue Anstellung in einer anderen Apotheke.

Schön, dass es solche Menschen wie unsere Nachbarin gibt. Menschen mit Rückgrat und Werten. Und ich weiß, in welcher Apotheke ich künftig nicht mehr einkaufen werde.

1 Kommentar:

Barbara hat gesagt…

vor so einer mutigen Entscheidung habe ich auch Hochachtung!