Donnerstag, 18. Oktober 2007

Devil hates sex?

Der Spiegelredakteur Christian Aust führte kürzlich ein Gespräch mit der Schauspielerin Rose McGowan. Am Schluss kam er auf ein Thema zu sprechen, das mich an eigene Erlebnisse erinnert hat:
SPIEGEL ONLINE: Sie sind in einer bizarren religiösen Sekte, den „Kindern Gottes“ aufgewachsen. Wie haben Sie diese Zeit unbeschadet überlebt?

McGowan: Ich habe sie gar nicht unbeschadet überlebt. Äußerlich wirke ich beinahe normal. Aber eigentlich bin ich vollkommen durchgedreht... (lacht). Ich erinnere mich, dass ich als Neunjährige mal in einem Flugzeug saß und die Dame neben mir meinte nach einer Stunde, in der ich mit ihr geredet hatte, ich solle ein Buch schreiben. Meine Jugend war wohl etwas ungewöhnlich. ... Es war nicht einfach. Aber ich habe mich durchgebissen. Mit dreizehn Jahren bin ich ausgerissen.

SPIEGEL ONLINE: Woran haben die „Kinder Gottes“ eigentlich geglaubt?

McGowan: Wissen Sie was? Das habe ich bis heute nicht begriffen. Ich glaube, sie waren in erster Linie ein Haufen Durchgeknallter. Sie nannten sich „Hippies für Jesus“. Das ganze fing wohl mal mit den besten Vorsätzen an. Irgendwann geriet es dann außer Kontrolle - wie alle Sekten mit einer Hierarchie der Macht. Später wurde es dann wirklich schlimm. Es passierten sehr bizarre Dinge, über die ich hier nicht näher reden möchte. Aber wegen dieser Dinge sind wir dann mitten in der Nacht geflüchtet. Glücklicherweise habe ich eher die idyllischen Sektenzeiten erlebt und nicht die verrückten.
Als ich vor rund 35 Jahren, Hippie unter Hippies, in Amsterdam lebte, gab es mehrere Anlaufstellen für kostenlose Mahlzeiten. Eine davon war der Hare-Krishna-Tempel, bei dem es eine Predigt aus der Bhagavat Gita und dann eine warme Mahlzeit gab; eine andere die Children of God, die ein Love-In betrieben. Dort erwarteten uns jeden Samstag belegte Brötchen, Tee und „flirty fishing“, wie der Vorgang intern genannt wurde. Im Klartext war das – wenn der Besucher oder die Besucherin es wünschte - nichts anderes als kostenlose Prostitution, um Menschen für die Gemeinschaft zu gewinnen. Junge Männer und Frauen, oft genug minderjährig, boten ihre Liebesdienste an.
Aus den Children of God, als Erweckungsbewegung in den USA entstanden, wurde seinerzeit unter der Leitung ihres Führers, der sich Mose David nannte, gerade eine Sekte, die Inzest innerhalb der „Familie Gottes“ genauso für richtig hielt wie das Menschenfischen mit dem Angelhaken Geschlechtsverkehr.
Ich hatte lediglich Interesse an den Mahlzeiten und lehnte die erotischen Angebote ab. Gerne unterhielt ich mich jedoch mit den Jugendlichen, die sich als Nachfolger Christi verstanden und den Kern des Evangeliums, die Errettung durch Tod und Auerstehung Jesu, unverfälscht verkündeten. Allerdings war dieser Kern eben nicht alles, was es in der Gruppe zu hören und zu erleben gab.
So absonderlich es klingt: Die ersten Denkanstöße, dass Jesus mich nach wie vor liebte und erretten wollte, drangen im Love-In in Amsterdam zu meiner Seele durch. Durch eines der Mädchen dort erhielt ich darüber hinaus eine Prophetie, die sich als geistlich sauber erwies und später erfüllte.

Wer kann eigentlich verhindern, dass Entwicklungen wie bei den Children of God stattfinden? Wer ist verantwortlich für die Qualität der geistlichen Speise, die gereicht wird? Wo sind die Väter, die Mütter im Glauben? Wo sind die Apostel, die einen Überblick haben und auf mögliche Irrtümer und Abwege hinweisen? Wo sind die Hirten, die bemerken, dass ein Schaf verletzt ist, womöglich eines fehlt?
„Und die einen hat Gott in der Gemeinde eingesetzt erstens als Apostel, zweitens andere als Propheten, drittens als Lehrer, sodann Wunder-Kräfte, sodann Gnadengaben der Heilungen, Hilfeleistungen, Leitungen, Arten von Sprachen. Sind etwa alle Apostel? Alle Propheten? Alle Lehrer? Haben alle Wunder-Kräfte? Haben alle Gnadengaben der Heilungen? Reden alle in Sprachen? Legen alle aus?“
Paulus schrieb diese Sätze in einem Zusammenhang, der oft genug nicht beachtet wird. Er hätte sie durchaus an die Children of God der Hippiezeit richten können.

Der Brief an die Christen in Korinth spricht in eine sehr konkrete Situation hinein: Es herrschte kein Mangel an Gnadengaben (1, 7), während die Gläubigen noch sehr ungefestigt waren (1, 8). Es gab Streit und Spaltungen (1, 10-11), die einen hingen Paulus an, die anderen Apollos, wieder andere Petrus (1, 12). Manch einer war auf Einfluss und Macht versessen (1, 26). Die Christen waren nicht im Glauben gewachsen; sie hätten längst feste Speise zu sich nehmen sollen, statt noch Babymilch zu benötigen (3, 2). Es gab Inzest unter den Gläubigen (5, 1), auch Götzendienst, Räuberei und Alkoholismus waren in der Gemeinde zu finden (5, 11). Offenbar waren auch außereheliche Eskapaden aufgrund eines mangelhaften Sexlebens in der Ehe nichts Ungewöhnliches, denn Paulus musste ausdrücklich daran erinnern, dass die Eheleute das Ehebett nicht nur zum Schlafen, sondern auch zum Sex benutzen sollten (7, 5)...

Die Aufzählung ließe sich fortsetzen, aber vielleicht genügt dies, um festzustellen: Diese Gemeinde würde uns als Vorbild kaum taugen. Diesen Christen schrieb Paulus, um den chaotischen Haufen daran zu erinnern, dass die Gemeinde der Leib Jesu Christi und der eigene Körper der Tempel des Heiligen Geistes ist. Er gab ihnen Regeln für die Zusammenkünfte und das Verhalten im Alltag.
Diese Regeln sind richtig und gut. Weder Inzest noch Raub haben in der Gemeinde etwas zu suchen, und es ist auch nach wie vor keine gute Idee, im Gottesdienst ausschließlich in Zungen zu reden.

Nach wie vor brauchen wir erstens Apostel, zweitens Propheten, drittens Lehrer, sodann Wunder-Kräfte, sodann Gnadengaben der Heilungen, Hilfeleistungen, Leitungen, Arten von Sprachen.

Ich meine, dass diese Dienste nicht mehr an eine Organisation, Kirche, Gemeinde oder ein Werk gebunden werden dürfen – und sich nicht mehr binden lassen werden.

Ich kenne Menschen mit apostolischem Dienst, die ganz bewusst kein Mitglied einer bestimmten Organisation im Leib Christi sind. Ich kenne andere mit dem gleichen Auftrag, die einer lokalen Kirche angehören – allerdings ihre Tätigkeit nicht auf diese beschränken.
Ich kenne Hirten, die sich liebevoll um Schafe kümmern, deren Mitgliedsausweis eine Konfession nennt, der die Hirten selbst nicht angehören.
Geistliche Lehrer stellen immer häufiger ihre Lehre unabhängig von irgendwelchen Zugehörigkeiten dem gesamten Leib Christi zur Verfügung. Das Internet trägt dazu erheblich bei, und das ist auch gut so.
Propheten sprechen vermehrt Situationen und Regionen an, anstatt sich auf die eigene Heimatgemeinde zu beschränken.
Gemeindeleiter fangen an, über den geistlichen Tellerrand hinaus zu blicken.
Sprachengebet und Zungenrede finden bei Menschen statt, deren kirchliche Organisation lehrt, dass es diese nicht mehr gebe.

Ich habe damals in Amsterdam etliche Traktate der Children of God gelesen, auch die oben abgebildete Publikation The devil hates sex - but Got loves it. Typisch für die Schriften der Children of God war ein Merkmal: Ein halber Bibelvers hier, ein oder zwei Sätze aus der Heiligen Schrift dort, dazu eine persönliche Offenbarung des Leiters, und fertig war die (biblisch begründete, da ja Bibelverse enthaltende) Lehre.
Zweifellos hatte Gott gesagt: Seid fruchtbahr und vermehrt euch. Zweifellos ist dazu Sex das beste Mittel. Zweifellos hatte König Salomo einen erheblichen Harem. Und wer dann noch eine Prise „eigene Offenbarung" hinzufügt, hat schnell diejenigen überzeugt, die ihm so zuhören, als sei er das einzig verlässliche auserwählte Sprachrohr Gottes.

Ein „gesalbter Gottesmann“ kann dir Orientierung geben, Impulse Gottes vermitteln, kann Sprachrohr des Heiligen Geistes sein, kann dir mit Vollmacht dienen; aber verlass dich nicht darauf, dass er nicht irren oder fallen kann.

Die Children of God hätten von einer Jugenderweckung zu einer tragfähigen Säule im Reich Gottes werden können, wenn ihr Leiter Einsicht gewonnen hätte. Ich weiß nicht, ob irgend jemand sich damals geistlich (wie Paulus um den Chaotenverein in Korinth) um den Anführer Mose David gekümmert hat, oder ob er nur verurteilt wurde. Paulus hat die Korinther auch gescholten, unverblümt, aber er tat dies aus Liebe zu Jesus Christus und den Menschen, die da auf abwegige Pfade geraten waren. Mit dem besten Gewissen vermutlich, selbst Paulus spricht sie ja als die Gemeinde Gottes, die in Korinth ist, Geheiligte in Christus Jesus, berufene Heilige, samt allen, die an jedem Ort den Namen unseres Herrn Jesus Christus anrufen an.

Ich rate dir, immer ein hinterfragendes Ohr zu behalten und nur das für unumstößlich zu halten, was du in der Bibel wiederfindest. Dazu musst du sie natürlich lesen, und zwar, wie ich nicht müde werde zu betonen, im Zusammenhang.

Schau nicht zwei oder drei Sätze an, sondern interessiere dich dafür, zu wem in welcher Situation etwas gesagt beziehungsweise geschrieben wurde. In der Bibel steht der Satz: „Es ist kein Gott.“ Nimm ihn aus seinem Zusammenhang heraus, und du hast ein wunderbares biblisches Fundament für deine neue Irrlehre.

Dienstag, 16. Oktober 2007

Herzlichen Glückwunsch zum 80. Geburtstag

All den prominenten Glückwünschen schließe ich mich gerne an. Es ist schön, dass Sie bei guter Gesundheit sind, Günter Grass. Danke für die vielen Stunden großartiger Lektüre, die ich Ihnen verdanke. Bleiben Sie gesund und produktiv. Oder, wie es Marcel Reich-Ranicki ausgedrückt hat:
Ich wünsche Grass ruhige Wochen, Monate und Jahre vor allem.

Stephen Mansfield: Derek Prince

Biographien stehen im Ruf, eine Person und ihr Leben objektiver darzustellen als Autobiographien. Daran mag viel Wahres sein, wenngleich ich hinzufügen möchte: Wenn der Autor objektiv sein kann oder will.

Stephen Mansfield ist ein bewährter Biograph. Aus seiner Feder stammen Bücher über Papst Benedikt XVI, George Bush, George Whitefield, Winston Churchill und – darum geht es hier - über Derek Prince, jenen internationalen Bibellehrer, der so gar nicht in konfessionelle oder sonstige Schubladen passte.

In dem Buch werden selbstverständlich die nüchternen Fakten und Stationen genannt, von der Geburt 1915 bis zum Tod 2003. Doch ist das Werk mehr als eine Auflistung von Daten, Personen und Orten; es macht Derek Prince als Person erkennbar – auch die Schwächen, Fehlentscheidungen und Irrwege werden nicht verschwiegen. Dabei ist die Sympathie des Autors für Derek Prince unübersehbar. Es scheint sich eine Freundschaft entwickelt zu haben, während Mansfield den Bibellehrer in dessen letzter Lebensphase interviewte und ihm so manche Anekdoten und Einsichten sowie Ansichten entlockte.

Erheiternd fand ich beispielsweise die Episode mit den mehrfach gesungenen Liedern. Derek Prince ist zum ersten Mal im Leben in einem freikirchlichen Gottesdienst:
Then the singing began. Taking their red hymnbooks in hand, the congregation opened to the announced page and sang to the encouragement of an amazingly energetig song leader. To Derek's bewildered amusement, the congregation sang the first song trough and then sang it a second time. When the second song was announced, it too was sung through twice.
Es gibt allerlei solche Anekdoten in diesem Buch. Gelegentlich wird aber auch deutlich, dass der Autor andere Überzeugungen hat als sie Derek Prince zu eigen waren. Und damit sind die Grenzen der Objektivität gekennzeichnet. Zwangsläufig. Es geht gar nicht anders, denn jede Schilderung eines Weges, die diesen als „richtig“ oder „falsch“ oder auch nur als „zweifelhaft“ qualifiziert, basiert auf den persönlichen Überzeugungen des Autors.

Beispielsweise hält Stephen Mansfield die Lehren von Derek Prince über Israel unverkennbar für richtig, teilt seine Befürchtungen, dass der „dämonisch gesteuerte Islam“ Großbritannien vereinnahmen wird, während er andererseits seine Beteiligung am Shepherding Movement deutlich ablehnt. Derek Prince scheint sich eher aufgrund des Verbotes der Leiterschaft, eine geschiedene Frau zu heiraten, von der Bewegung getrennt zu haben. Falls er auch andere Gründe hatte, werden sie in der Biographie nicht genannt.

Darf ein Biograph so bewerten? Oder geht er damit zu weit? Das ist, meine ich, genauso subjektiv. Mich haben solche Stellen ein wenig irritiert, aber andererseits mein Interesse und meinen Gewinn durch die Lektüre nicht schmälern können.

Mansfield versucht, die biographischen Daten in einen gesellschaftlichen Kontext zu stellen, dabei ist er gelegentlich für meinen Geschmack vor allem in der zweiten Hälfte des Buches etwas zu "typisch amerikanisch", es liegt sicher in der weit verbreiteten Mentalität in den USA, Amerika als Nabel der Welt zu verstehen, alles aus der Perspektive von „God’s own country“ zu betrachten.
Aber wenn dann eine Tournee der Beatles (zu der Derek Prince sich meines Wissens nie geäußert hat) als satanischer Angriff auf die Gesellschaft, die „guten“ amerikanischen Jugendlichen, dargestellt wird; oder wenn die Ermordung John F. Kennedys in einen geistlichen Zusammenhang mit der Einwanderung von Derek Prince gebracht wird, kann ich dem Autor nicht so recht folgen.
The Kennedy assassination was part of an attempt of the devil to disillusion Americans and move the country toward a destructive, immoral counterculture.
Dennoch: Im Ganzen ein gutes Buch, das die Person Derek Prince und die Rolle seiner (von vielen Zeitgenossen vehement kritisierten) Frauen in seinem Wirken anschaulich schildert, seinen Dienst und wie er sich entwickelt hat vorstellt und die Predigten von Derek Prince für nachwachsende Generationen interessant macht. Die Biographie zeigt sehr treffend, dass ein Intellektueller nicht seine Bildung an der Garderobe abgeben muss, wenn er Christ wird. Derek Prince gehörte in Cambridge zu einer Vereinigung (The Secret Society Of The Cambridge Apostles), welche die 12 begabtesten Studenten der Elite-Universität miteinander vernetzen sollte.
Schon in seinen Studienjahren, bevor er Jesus Christus begegnete, war Derek Prince ein Einzelgänger, der zwar Mitglied in diesem Geheimbund war, sich aber kaum am sozialen und philosophischen Leben der Gruppe beteiligte. Mansfield meint:
By the 1930s the society as a hotbed for homosexuality had dimmed, and it became more a hotbed for radical ideas. ... The grater likelihood is that Derek enjoyed the friendship but remained as much on the fringe as possible. Throughout his life he would exhibit a tremendous capacity for detatchment. He could be part of a group and never truly connect to its core.
Er war und blieb einer, der in dem in Konfessionen und Gemeindeverbände organisierten Christentum immer wieder aneckte, der irgendwie nicht kompatibel sein wollte und konnte. Kaum wurde er Mitglied in einer Gruppe, Kirche oder Gemeinschaft, schon begannen die Probleme. Derek Prince hatte eine Berufung, und die war ihm wichtig, nicht Gremien, Regeln oder Konventionen. Sein Augenmerk galt dem einzelnen Menschen, dem er als dienen wollte, egal, in welcher Kirche jemand zu Hause war. Sein Motto war:
Reaching the unreached and teaching the untaught.
Das ist ihm in seinem Leben gelungen und es gelingt ihm noch heute durch seine über 400 erhaltenen Audio-Predigtimpulse und zahlreiche Bücher. Schön, dass ihn Stephen Mansfield mit dieser Biographie vor dem Vergessen bewahren hilft.

P.S.: Ich habe (an den Zitaten leicht zu erkennen) die Originalausgabe gelesen, inwieweit die deutsche Übersetzung den gekonnten Schreibstil des Autors wiedergeben kann, vermag ich nicht zu beurteilen.

Samstag, 13. Oktober 2007

Mega-Kirchen - Hausgemeinden - Solochristen

Neulich habe ich in einem Artikel angemerkt, dass ich Hauskirchen / Hausgemeinden für das Zukuftsmodell halte. Ich bin aber in einer Gemeinde Mitglied, die in kein Wohnzimmer passen würde. Trotzdem treffe ich mich (siehe Foto) wöchentlich mit anderen in einem Wohnzimmer, aber das nennt sich dann Hauskreis, nicht Hauskirche oder -gemeinde und ist eine Ergänzung zum Gottesdienst in der großen, unpersönlichen und unüberschaubaren Gruppe am Sonntag.

Ob nun der Begriff "Kirche" oder "Gemeinde" gewählt wird, es gibt sehr unterschiedliche Größen. Ich meine mit der Frage unten natürlich die lokale Gemeinschaft, es ist klar, dass jeder Katholik in einer Megakirche ist, wenn man die weltweiten Katholiken zählt. Er kann in der Realität aber genauso gut Solochrist wie kein Christ sein, denn als Baby mit ein paar Tropfen Wasser besprenkelt zu sein heiß ja nicht, dass man irgend was glaubt...

Mich interessiert (in Vorbereitung eines Artikels oder mehrerer) die Größe der Gruppe, falls vorhanden, in der Ihr Gemeinschaft mit anderen Christen pflegt. (Bitte die Kirchen- beziehungsweise Gemeindegröße ankreuzen, auch wenn es ergänzend Kleingruppen innerhalb der Stuktur gibt.)

Freitag, 12. Oktober 2007

Gleichgeschaltet! Autobahnen! Entartet!


Ein gewisser Herr Kerner (ich kenne seine Sendung nicht, habe sie nie gesehen und werde sie nie sehen; meine Informationen stammen aus der gestrigen Ausgabe der Tageszeitung Die Welt) hat die Nation im Allgmemeinen und Eva Herman im Besonderen belehrt:
Kerner: Du hast dich beschwert über die gleichgeschaltete Presse.
Herman: Ja.
Kerner: Das ist keine glückliche Wortwahl. Auch das Wort stammt aus dem Dritten Reich.
Aha. Man darf demnach Presse nicht mehr öffentlich sagen. Oder ist gleichgeschaltet gemeint? Herr Kerner wusste jedoch noch weitere Weisheiten zu verkünden. Eva Herman antwortete auf seine Belehrung, keinesfalls jemals wieder Presse oder gleichgeschaltet zu sagen, dass ja auch der Spiegel das Wort in verschiedenen Zusammenhängen gebraucht habe. Dann sagte sie:
Herman: Und es sind auch Autobahnen damals gebaut worden, und wir fahren heute drauf.
Kerner: Es gibt so'n paar Sachen, die sind einfach problematisch. Was heißt problematisch. Die gehen nicht. Und Autobahnen gehen auch nicht.
Nun weiß es die Nation im Allgemeinen und Eva Herman im Besonderen. Sogar ich habe es begriffen: Wir dürfen das Wort Autobahnen nicht öffentlich aussprechen, wenn wir nicht öffentlich hingerichtet werden wollen.

Es wäre eine Geschichte zum Lachen, wenn das Gespräch von einem phantasievollen Hirn für eine Komödie ersonnen worden wäre. Aber leider hat es im öffentlich rechtlichen Fernsehen stattgefunden und war auch noch ernst gemeint, wie inzwischen wohl die meisten wissen, auch wenn sie sich, wie ich, von solchen dämlichen Talkshows nicht die Lebenszeit stehlen lassen. Unmittelbar nach dem Verbot, Autobahnen zu sagen, warf der Gastgeber dann den Gast aus der Sendung.

Der Grund: Eva Herman verteidigt meine Schwiegertochter öffentlich gegen eine Heerschar von selbsternannten Frauenfürsprechern, männlichen, weiblichen und unbestimmten Geschlechtes. Meine Schwiegertochter ist nämlich nur Hausfrau und Mutter! Sie hat ihre beiden Kinder nicht abgetrieben sondern zur Welt gebracht! Und die betreut und erzieht sie nun, während ihr Mann, mein Sohn also, das Geld verdient! Skandalös!
Das geht genauso wenig wie Autobahnen gehen. Da muss Herr Kerner samt Verstärkung gegen vorgehen. Vermutlich wird in absehbaer Zeit das Wort Mutter verboten - oder ist das schon geschehen und ich habe es nicht bemerkt?

Öffentlich, vor laufenden Kameras wird Frau Herman vorgeführt und angespuckt und angepinkelt und ausgestoßen. Ist das Fernsehen entartet?
Halt! Zurück! O weh! Das Wort ist ja auch verboten, wie ein Bischof unlängst von einer gleichgeschalteten Medienmeute zu hören bekam. Es gibt keine entartete Kunst, haben sie ihm eingeprügelt, und wenn doch, dann heißt sie nicht so. Ich habe vergessen, ob die entartete - pardon, ich meinte gleichgeschaltete - Medienkampagne auch ein Ersatzwort angeboten hatte.

Nun bin ich verunsichert. Offenbar gibt es Sprachregeln, die mir unbekannt sind. Bisher habe ich zum Beispiel schon mal Autobahnen gesagt, wenn es passte. Frage an meine Leser: Dürfte man, vorausgesetzt man wollte es, heute noch sagen:
Talkshowgast: Herr Kerner, Sie sind ein Arschloch?
Oder:
Talkshowgast: Herr Kerner, Sie sind ein Schlappschwanz?
Oder sind das inzwischen auch verbotene Worte?

Keine Zeit mehr, darüber nachzudenken. Ich muss jetzt, weil noch nicht Wochenende ist, ins Büro. Auf dem Weg zur Arbeit benutze ich normalerweise zwei Autobahnen. Die Fahrzeuge rollen wie gleichgeschaltet auf drei Spuren in eine Richtung, statt kreuz und quer zu fahren. Man liest gelegentlich, dass ein entarteter Fahrer sich nicht daran gehalten und schweren Schaden verursacht hat. Gott sei Dank bin ich noch nie in einen solchen Unfall verwickelt worden.

Äh - hmmm - weissnichtsorecht - darf man eigentlich noch öffentlich Gott sagen?


P.S.: Foto aus der Weltdebatte.

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Praktizierter Artenschutz

Behutsam nahm Irene das Kleinod aus der Schatulle. Sie wusste um den ungeheuren Wert, daher war ihr stets etwas blümerant, wenn sie es in die Hand nahm.
Als sie noch ein Dreikäsehoch war, hatte ihr Vater ihr öfter gesagt, sie hätte Maurerhände. Sie brachte es als kleines Mädchen fertig, Dinge zu zerbrechen, die stabil genug für starke Männerhände waren.
Nun war sie längst kein Kind mehr, aber eine gewisse Tollpatschigkeit hatte sie nie ablegen können.
Doch bei aller Furcht vor möglicher Beschädigung war es ihrer Seele stets ein Labsal, das kostbare Stück zu berühren. Zärtlich strich sie mit den Fingerspitzen darüber.
Hatte Jonathan es ihr geschenkt, um Punkte zu machen? Wollte er sie bauchpinseln, um ihre Sympathie nach jenem dummen und völlig überflüssigen Streit wieder zu gewinnen? Möglich, durchaus möglich. Doch unabhängig von seinen Beweggründen: Sie hatte sich gefreut. Und freute sich noch heute an ihrem Kleinod.
Er war von der Arbeit gekommen, das verpackte Geschenk in der Hand, und hatte gesagt: "Mein Augenstern, darf ich mich bitte entschuldigen? Du hast es nicht verdient, dass ich Dich gestern so behandelt habe."
"Aber Du hast dich doch schon entschuldigt, mein Schatz."
Er hatte ihr Stunden zuvor fernmündlich aus dem Büro bereits versichert, dass seine Liebe ihn drängen würde, die Zwietracht unverzüglich aus der Welt zu schaffen.
Irene vergab ihm gerne, der ganze Streit war sowieso aus nichtigem Anlass entstanden.
Vor dem Lichtspielhaus hatten sie sich nicht einigen können, welchen Film sie besuchen würden. Sie wollte in den Action-Thriller, er in die romantische Komödie. Sie waren schließlich ohne einen Film zu sehen mürrisch nach Hause gegangen, hatten kein Wort mehr mit einander gewechselt. Nicht einmal eine gute Nacht hatten sie einander gewünscht.
Jonathan fiel es schon immer schwer, im Falle einer Stimmungstrübung die richtigen oder überhaupt Worte zu finden. So hold ihm seine geliebte Irene war, er konnte das Schweigen einfach nicht brechen. Irene wartete und wartete, schweigend - und er schwieg auch. Er wartete, bis sie die ersten Worte fand.
Doch an jenem Tag, warum auch immer, hatte er sie schon mittags angerufen und sich dann, das Kleinod in der Hand, bei seiner Heimkehr erneut entschuldigt. Vielleicht gab das dem Geschenk eine solchen Bedeutung? Der materielle Wert war zwar nicht gerade gering, aber auch nicht übertrieben.
Der Kinostreit lag nun schon so viele Jahre zurück, und dennoch konnte sie sich so genau erinnern. Wie schnell man doch vergisst, was man sich merken will, wie schwer man zu vergessen in der Lage ist, was längst nicht mehr als Erinnerung erwünscht ist.
Irene legte das kostbare Stück zurück und schloss sorgsam die Vitrine. Sie atmete auf. Nichts war passiert, nichts war beschädigt.
Auch ihre Liebe nicht. Jonathan würde in dreißig Minuten nach Hause kommen und sie konnte es kaum mehr erwarten. Irene zog den baumwollenen Schlüpfer aus und fand in der Wäscheschublade das schimmernde seidene Nichts, das er an ihr so sehr liebte, dass sie es nie lange am Leib behielt.

-- -- -- -- -- --

Nun fragt sich der geneigte Leser vielleicht, was die Überschrift mit Irene und Jonathan zu tun hat. Ganz einfach: Der Text enthält die zehn am meisten bedrohten Wörter unserer Sprache:

  • Platz 1: Kleinod
  • Platz 2: blümerant
  • Platz 3: Dreikäsehoch
  • Platz 4: Labsal
  • Platz 5: bauchpinseln
  • Platz 6: Augenstern
  • Platz 7: fernmündlich
  • Platz 8: Lichtspielhaus
  • Platz 9: hold
  • Platz 10: Schlüpfer

Durch ihre Verwendung, sogar der Reihe nach, habe ich mich überzeugt, dass ich anhand von vorgegebenen Stichwörtern zu erzählen vermag und ganz praktisch zum Artenschutz beigetragen. Mehr zur roten Liste der deutschen Sprache gibt es hier: Bedrohte Wörter

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Versöhnung Europa - Afrika

Im Jahr 2005 war ich an der ersten internationalen Versöhnungkonzerenz zwischen Afrika und Europa (Foto rechts) beteiligt, mein Bericht von damals ist unter anderem bei Touch the Nations zu finden. In dem Bericht werden auch die Gründe erläutert, warum es zu dem Versöhnungsprozess gekommen ist.

Seither gibt es allerlei Erfreuliches - in diesen Tagen aus Gabun:
Als Fortsetzung der Konferenzen in Berlin (2005) und in Simbabwe (2006) fand vom 19. bis 21. Juli in Libreville, Gabun (französisch sprechender Teil Afrikas) die dritte Versöhnungskonferenz statt.
Es gab eine überaus starke Offenheit der afrikanischen Regierung: Einige Leiter des Versöhnungsprozesses konnten in einer Audienz beim Präsidenten von Gabun die Initiative vorstellen. Der Vize-Präsident war als offizieller Stellvertreter des Präsidenten von Gabun während der Konferenz anwesend und gab für Gabun und für ganz Afrika (da Gabun den dienstältesten Präsidenten von Afrika hat) eine außergewöhnliche Erklärung von Vergebung und Entschuldigung gegenüber Europa ab!
Die (zumindest für mich) sehr bewegenden Worte des Vizepräsidenten sind in diesem PDF-Dokument nachzulesen. Er sagte unter anderem:
Das alles, um zu sagen, dass das Gabun, das Sie jetzt willkommen heißt, eine Nation ist, die von Gott geliebt und gesegnet ist und sich an seiner Gnade und Gunst erfreut.
Darüber hinaus hat in Antwort auf die Einladung von Pfingstgemeinden, charismatischen Gemeinden und erweckten Gemeinden, die sich im November 2005 im Rahmen eines „Nationalen Gebetstages“ vereint hatten, das Staatsoberhaupt als erster Bürger und Diener Gottes dieser Nation den gewichtigen und heiligen Schritt unternommen die gabunische Nation in die Hand Gottes zu geben. Dies geschah im Rahmen einer feierlichen Erklärung, zu der er immer noch völlig steht.
Wie wünscht man sich bei solcher Lektüre, dass Politiker in unserem Land einmal die Nation öffentlich in die Hand Gottes geben würden...

Dienstag, 9. Oktober 2007

Reich Gottes zu verkaufen?

Wie oft haben wir in Gemeinden und Kirchen, die von den Spenden ihrer Mitglieder und Sympathisanten leben, schon vernommen, dass wir unbedingt gehorsam sein und den Geldbeutel weit aufmachen müssen, weil dies ja ein biblisches Gebot sei. Häufig wird dabei, um das Spenden etwas schmackhafter zu machen, Verheißungsvolles aus dem Matthäusevangelium zitiert:

Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit! Und dies alles wird euch hinzugefügt werden. (Matthäus 6, 33)

Das impliziert, dass die Gemeinde mit ihrem Finanzbedarf das „Reich Gottes“ sei. Gebäude und Gehälter, Drucksachen und Nebenkosten – es gibt zweifellos viele Ausgaben, die eine Gemeinde oder Kirche zu decken hat. Je größer, desto teurer. Aber sind diese Kosten das Reich Gottes? Bei Haso las ich gestern über Matthäus 6, 33:

Kaum ein Satz wurde so missverstanden wie dieser. Die landläufige Interpretation sieht so aus:

Wenn wir unsere Pflicht gegenüber dem Reich Gottes erfüllen, wird Gott uns versorgen.

Aber hier ist nicht von Pflichterfüllung und Investition ins Reich Gottes die Rede, und schon gar nicht in dem Sinne, das Reich Gottes mit Gemeindediensten gleichzusetzen, die stets Priorität haben müssten. Hier ist davon die Rede, dass wir zuerst das Reich Gottes empfangen und anschließend unsere Versorgung. Wir geben nicht, um zu empfangen, sondern wir empfangen zweimal.

Mutige Worte. Richtige Worte. Treffende Worte für alle professionellen Bibelverbieger, die um Gehälter und Gebäude besorgt sind. Die Schäfchen der meisten bundesdeutschen Freikirchenherden bekommen, wenn es um Matthäus 6, 33 geht, eher was von Tauschhandel (Geld gegen Segen) zu hören. Allerdings nicht überall.

Vor etlichen Jahren war ich in einer kleinen Gemeinde geistlich zu Hause, etwa 40 bis 50 Besucher kamen zum sonntäglichen Gottesdienst. Der Pastor bekam ein halbes Gehalt, die Räume waren angemietet, eine Fabriketage in einem Hinterhof in Kreuzberg. Dieser Pastor hatte eine klare Definition vom Geben:

Eine Gemeinde, die nicht von Steuergeldern zehren kann, muss als Dienstleistung verstanden werden. Wenn jemand ins Kino geht, bezahlt er Eintritt, wenn jemand eine Fortbildung besucht, muss er Gebühren entrichten. Wer einen Gottesdienst in geheizten Räumen mit ansprechender Ausstattung besucht, eine Predigt hört, gute Musik über eine gute Anlage erwartet und darüber hinaus ein abgerundetes Gemeindeangebot an Aktivitäten genießen will, muss wissen, dass das Geld kostet. Wer also die „Dienstleistung Gemeinde“ bezahlt, tut das Angemessene, das völlig Normale. Aber das hat absolut nichts mit dem Reich Gottes zu tun. Mit den Spenden finanzieren wir das irdische Gemeindeleben. Wer in unsere Gemeinde spenden will, um dadurch finanziellen oder geistlichen Segen zu bekommen, soll lieber sein Geld für CDs und Bücher oder Kino und Konzerte ausgeben. Da hat er wenigstens was davon.

Ich weiß von Pastoren, die es nicht dulden, dass in den Versammlungen Geld eingesammelt wird. Gottesdienst und Kollekte halten sie für unvereinbar. Ihre Gemeinden leiden nicht unter Mangel, soweit man das von außen beurteilen kann.

Ich weiß von Pastoren, die keine Gelegenheit auslassen, ihren Schäfchen ins Geber-Gewissen zu reden. Kollekten gehören zum unverzichtbaren Ablauf aller Versammlungen. Ihre Gemeinden zeichnen sich nicht unbedingt durch überfließende Geldschränke aus, soweit man das von außen beurteilen kann.

Die Hauskirchen, die ich nebenbei bemerkt für das Zukunftsmodell christlicher Gemeinschaft halte, haben es da leichter. Man trifft sich, wie in der Bibel, hin und her in den Häusern, teilt miteinander was man hat und muss weder kleine noch riesige Gebäude finanzieren oder Gehälter und Sozialversicherungsbeiträge samt Lohnsteuer bezahlen. Jeder dient jedem mit Wort, Gebet, irdischen Gütern, zusammen betet man Gott an und feiert irdische wie himmlische Anlässe. Das ist ein biblisches Gemeindemodell, das keine nennenswerten Kosten verursacht und neben dem Synagogen- beziehungsweise Tempelbesuch der Gläubigen im Neuen Testament, nicht zuletzt durch wachsende Verfolgung in den jüdischen Gotteshäusern, das ursprüngliche Bild der christlichen Gemeinde darstellte. Doch es mag noch etwas dauern, bis die Hauskirchen wieder die gegenwärtigen Formen und Begriffe abgelöst haben werden. In absehbarer Zeit werde ich mich dem Thema Hauskirchen etwas ausführlicher widmen. Zur Zeit sind ja noch die traditionellen Stukturen vorherrschend: Eine Gemeinde hat einen Versammlungsraum und Nebenräume, bezahlt einen Pastor oder mehrere und so weiter.

Ich bin froh, dass ich kein Pastor und nicht Mitglied irgend eines Leitungsgremiums bin, das sich mit Budgets auseinandersetzen muss. Ich gebe gerne Geld in die Gemeinde, in der ich mein geistliches Zuhause habe. Ich unterstütze gerne Werke und Dienste, die das Reich Gottes bauen. Ich habe überhaupt kein Problem damit, zu verstehen, dass Kosten anfallen und dass man die Mitglieder und Freunde über den Finanzbedarf informiert; ob und wo Lücken im Budget klaffen. Wenn die Menschen nicht wissen, dass irgendwo Geld fehlt, kommen sie nicht auf die Idee, etwas beizutragen. Die Bitte um Unterstützung ist legitim und notwendig.

Es ist auch wahr, dass Gott denjenigen, der viel gibt, reichlichere Güter anvertraut als denen, die knauserig sind. Viele Gleichnisse Jesu haben mit dem Zusammenhang von Saat und Ernte zu tun und ich kann aus dem eigenen Leben bezeugen, dass das keine leeren Versprechungen Gottes sind.

Ich bin aber nicht einverstanden, dieses an und für sich völlig richtige Geben mit dem Trachten nach dem Reich Gottes gleichzusetzen. Nach dem Reich Gottes trachten kann auch derjenige, der pleite ist und nichts an Finanzen zu geben vermag. Das ist nämlich, sagt der Chef des Reiches, etwas ganz anderes: Ein Sauerteig, der sich ausbreitet:

Wem soll ich das Reich Gottes vergleichen? Es gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Maß Mehl mengte, bis es ganz durchsäuert war. (Lukas 13, 21)

Die Sicht für das Reich Gottes wird durch einen übernatürlichen Vorgang möglich:
Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen. (Johannes 3, 3)
Es zeigt sich beispielsweise durch solche Auswirkungen:
Wenn ich aber durch den Finger Gottes die Dämonen austreibe, so ist also das Reich Gottes zu euch gekommen. (Lukas 11, 20)
...und heilt die Kranken darin und sprecht zu ihnen: Das Reich Gottes ist nahe zu euch gekommen. (Lukas 10, 9)
Mein Tipp, falls Dir mal wieder jemand von der Kanzel erzählt, dass Du nach dem Reich Gottes trechtest, indem Du spendabel bist: Schau in Deine Bibel, ob das so stimmt.

Sonntag, 7. Oktober 2007

Gerfingerpoken

Zur Pflichtlektüre gehört der Zwiebelfisch, das sollte eigentlich jeder beherzigen, der öffentlich schreibt, und sei es nur ein Blog, auf dem er sich äußert.
Auch dem Rest der Welt würde ein wenig Nachhilfe vielfach nicht schaden, wie die Einsendungen an Bastian Sick zeigen, die er hilfesuchend dem Publikum präsentiert: Nichts für Gerfingerpoken und Mittengrabben

P.S.: Foto vom Zwiebelfisch kopiert, wie man leicht am Wasserzeichen sieht.

Samstag, 6. Oktober 2007

Keine Ahnung: Bundesliga

Man wirft wieder Stöckchen von Blog zu Blog. Haso will wissen, wie ich in Sachen Bundesliga denke. Als ob ich irgend eine Ahnung vom Fußball hätte.

Nun gut, den Gesetzen der Bloggergemeinschaft gehorchend, offenbare ich hiermit der Welt meine Ahnungslosigkeit:

1. Mein Verein ist und bleibt …

Hertha BSC - obwohl ich noch nie im Leben ein Fußballspiel im Stadion besucht habe. Reiner Lokalpatriotismus.

2. Ein (ehemaliger) Bundesligaspieler, den ich als Persönlichkeit achte, ist …

Günter ohne h Netzer - den mochte mein Freund Lemmi, und der verstand was von Fußball. Allerdings weiß ich nichts über die Persönlichkeit des Herrn Netzer. Ich weiß nur, dass alle Günters ohne h nette Kerle sind.

3. Mein Lieblingsspruch eines Spielers lautet:

Die gibt es ohne Ende, weil sie, was den Bildungsstandard im Fußball betrifft, so herrlich entlarvend sind: "Mein Problem ist, daß ich immer sehr selbstkritisch bin, auch mir selbst gegenüber." - "Zwei Chancen, ein Tor - das nenne ich hundertprozentige Chancenauswertung." - "Wir dürfen jetzt nur nicht den Sand in den Kopf stecken!" ... Fußballersprüche

4. Lieblingsspruch eines Trainers:

Die können genauso gut rechnen wie ihre Spieler. Kunststück, meistens waren sie ja vorher Spieler: Wenn man ein 0:2 kassiert, dann ist ein 1:1 nicht mehr möglich... Trainersprüche

5. Falls die Bayern diese Saison nicht Meister werden, dann wird es …

...wohl noch so weit kommen, dass in China ein Sack Reis umfällt.

6. Als Traditionsclub würde ich gerne wieder in der ersten Liga sehen …

Den HSV, Lemmi zuliebe. Oder ist der in der ersten Liga?

7. Die Bundesliga verfolge ich am liebsten via …

Hasos Tafel.

8. Ein denkwürdiges Bundesligaspiel, das ich besonders in Erinnerung habe, ist …

...äh. Ja. Also. Nun. Hmmm.

9. Eine Regel, die ich am liebsten sofort abschaffen würde, wäre …

...Abseits. Kapiere ich nämlich nicht. Macht aber nix, da ich nur bei einer WM oder EM mal zwischendurch Fußballspiele anschaue. Und dann, alle zwei Jahre, muss ich die Regeln nicht verstehen.

10. Sportschau oder Sportstudio?

Häh? Also ich gehe im Freien Joggen, nicht im Sportstudio. Und ob mir dabei jemand zuschaut, ist mir recht schnurzpiepegal...

Ach ja, weiterwerfen soll ich das Stöckchen auch noch. Nun gut, ich möchte gern wissen, ob Frauen so bewandert sind im Fußball wie ich. Also, TrüLo, nun aber los!