Freitag, 16. Mai 2008

Die sind ja besoffen...

...kommentierten die Touristen das, was sie miterlebten: Eine Gruppe von Menschen, die alle Anzeichen eines Rausches zeigten. Es hatte ziemlichen Radau gegeben, daher war man zusammengeströmt. Man betrachtete das Spektakel und gab distanzierte und abwertende Beurteilungen zum Besten.
Sehr viele Leute aus der Stadt kriegten das irgendwie mit, von überall kamen sie angerannt. Was keiner von den Ausländern auf die Reihe kriegen konnte, war, wie die Apostel in ihrer eigenen Sprache reden konnten! „Das geht ja gar nicht!“, riefen die total fertig. „Das sind doch alles Leute aus Galiläa, das kann doch gar nicht angehen, dass die unsere Muttersprache auf einmal draufhaben? Egal ob wir aus Persien stammen, Meder sind oder Elamiter. ... Völlig verdattert konnten sie überhaupt nicht kapieren, was da gerade los war: „Was hat das zu bedeuten?“ Ein paar Leute verarschten sie aber auch und meinten: „Die sind doch alle völlig bekifft!“ (Apostelgeschichte 2, 6-13 aus der Volxbibel)
Auch heute geschieht gelegentlich etwas, was aussieht wie »völlig bekifft«, etwas, was der Verstand erst mal nicht so recht begreifen kann.
Zur Zeit in Lakeland, einer Stadt in Florida. Man kann sich die Übertragungen anschauen, mit dem Kopf schütteln und seine abfälligen Urteile fällen. Man kann aber auch fragen: »Was hat das zu bedeuten?«
Könnte es sein, dass Gott seinen Geist nicht nur vor rund 2000 Jahren ausgegossen hat, sondern dass er es auch heute tut? Sein Werkzeug wäre dann in diesem Fall kein distinguierter Herr in dunklem Anzug, sondern ein über und über mit Tätowierungen verzierter Rabauke, ein Harley-Davidson-Fan, Starbucks-Stammgast und CSI-Bewunderer, den ich vor ein paar Jahren selbst einmal getroffen habe: Todd Bentley.
Wir haben damals einen Nachmittag zusammen verbracht. Er wirkte natürlich, aufgeschlossen, voller Liebe zu den Menschen und frei von Allüren wie sonst kaum jemand, den ich kenne. Nicky Cruz hatte ich seinerzeit ähnlich erlebt...
Gott hat nicht immer jemanden ausgesucht, der in das Bild passt, das wir Menschen uns gerne von einem »Diener Gottes« machen. Ob nun Johannes der Täufer, den man für völlig durchgedreht hielt, oder Mose den Stotterer, ob nun einen ruppigen Fischer wie Simon Petrus oder einen betrügerischen Steuereintreiber wie Matthäus.

Gott schaut sich das Herz an, und wenn er eins findet, das für ihn brennt, genauso für die Verlorenen brennt, dann ist alles möglich, ob es nun unserem gesitteten Geschmack entspricht oder nicht. So wie jetzt vielleicht in Lakeland. Es bleibt abzuwarten, ob dies ein Strohfeuer ist oder nicht...

Ist Gott ein Mafia-Boss?

Im Hausbibelkreis sprachen wir am Mittwoch unter anderem über die Geschäftemacherei, die flugs rings um die Ausgießung des Heiligen Geistes in einer Kleinstadt in Florida entstanden ist. Darüber kamen wir auch ins Gespräch über das Geldsammeln an und für sich. Den Auftritt eines nicht ganz unbekannten Evangelisten vor ein paar Monaten in unserer Stadt charakterisierte eine Teilnehmerin des Hausbibelkreises, die dabei gewesen war, mit den Worten »das war, als würden Ablassbriefe verkauft«.

Dabei fiel mir ein Zitat ein, das ich kürzlich bei Kerstin fand:
Manche Pastoren lehren den Zehnten so, als ob Gott ein Mafia-Boss wäre, dem man Schutzgelder zahlen muss, damit einem im Leben nichts Schlimmes passiert. Und wenn man im Leben ein Unglück erlebt, wird gleich gefragt, ob man den Zehnten gezahlt hat. Und der Pastor fährt Porsche.
Auch wenn der Pastor nicht Porsche fährt, sondern VW oder gar kein Auto... - Der Apostel Paulus zog es vor, zu arbeiten, statt den Menschen auf der Tasche zu liegen, denen er das Wort Gottes brachte. Andererseits nahm er von den Mazedoniern gerne Unterstützung entgegen, um eben diesen Dienst für andere kostenlos tun zu können (siehe 2. Korintherbrief).

Häufig wird im Rahmen der »Opfer«sammlung in einer Reihe von Gemeinden aus diesem Schreiben zitiert:
Jeder gebe, wie er sich in seinem Herzen vorgenommen hat: nicht mit Verdruß oder aus Zwang, denn einen fröhlichen Geber liebt Gott. (2. Korinther 9, 7)
Natürlich zitiert man ihn ohne seinen Zusammenhang. Da müsste man ja dann auch jene Passagen vorlesen, in denen der Apostel auf wunderbar satirische Weise über das Geldeinnehmen schreibt.

Ist es nicht merkwürdig, dass die Gemeinde Jesu Christi häufig dort besonders stark wächst und sich ausbreitet, wo man wegen der Umstände weder Gemeindezentren, noch Kirchengebäude errichten kann, wo der Prediger auch kein Gehalt als Pastor bezieht. In China beispielsweise. Dort, wo man Gefängnis und Verfolgung zu fürchten hat, wenn man Christus nachfolgt.

Zweifellos: Auch ein Pastor, Evangelist, Apostel, Prophet oder sonst für die Gemeinde tätiger Mensch muss leben. Darf Geld haben. Muss nicht hungern müssen. Jeder Komfort, den er womöglich genießt, sei ihm gegönnt.
Zweifellos auch: Gott gibt gerne, wenn wir geben, das ist eine auch von mir erlebte Tatsache. Wer knausert, beraubt sich selbst. Ich bin zu 100 Prozent für das Geben. Ob 5 Prozent, 10 Prozent, 40 Prozent oder - mangels ausreichendem Einkommen - 0 Prozent und statt dessen Liebe, Zuneigung, Hausaufgabenhilfe für das türkische Nachbarskind... - was auch immer.

Aber Gott ist nicht der Mafiaboss, dessen Gewogenheit man mit Schutzgeldern erlangen kann. Er ist auch kein Automat, in den man oben den Zehnten oder mehr hineinsteckt und unten reiche Ernte herauszieht. Wer dir einen solchen Gott verkündigt, ist vornehmlich hinter deinem Geld her.

Donnerstag, 15. Mai 2008

Über das Schreiben 7: Ohne Fleiß kein Preis

In einem literarischen Zirkel plauderten wir kürzlich über die Entstehungs- und Überarbeitungszeiten, die manches Stück Literatur verlangt. Einige Stimmen zeigten sich außerordentlich überrascht, dass ich allein in die letzte Bearbeitung meines Romanes »Sabrinas Geheimnis«, der elf Jahre reifen durfte, bisher runde 80 Stunden inverstiert habe und noch nicht fertig bin.

Nun ja. Das liegt eben an den Details. Zwar hat die beste aller Ehefrauen schon mit geschultem Auge Zeile für Zeile inspiziert und eine ganze Menge Fehler gefunden, guten Rat gegeben und Mangelhaftes bemängelt, aber dennoch fallen mir ein paar Verbesserungen erst jetzt ein. Zum Beispiel:
Ich wollte nicht wieder in ungebremsten Alkoholkonsum und bodenlose Depressionen hinein rutschen wie nach Esthers Tod. Man kann den Kummer verdrängen, indem man sich in die Arbeit stürzt, dachte ich, doch ich stellte bald fest, dass man ihm auch so nicht entrinnt. Er kam immer wieder an die Oberfläche wie der Zigarettenstummel im Toilettenbecken.
Daraus wurde jetzt:
Ich wollte nicht wieder in ungebremsten Alkoholkonsum und bodenlose Depressionen hinein rutschen wie nach Esthers Tod. Man kann den Kummer, statt ihn vergeblich ertränken zu wollen, vielleicht verdrängen, indem man sich in die Arbeit stürzt, dachte ich. Doch ich stellte bald fest, dass man ihm auch so nicht entrinnt. Er kommt immer wieder an die Oberfläche wie der Zigarettenstummel im Toilettenbecken.
Details nur, aber mir als Autor sind sie wichtig. Denn der Text muss sich für mich »richtig anfühlen«.

Außerdem habe ich, das verzögert die Fertigstellung auch, ein ganzes Kapitel aus dem Roman entfernt, denn es war ein Fremdkörper, der da nichts zu suchen hatte. Das wusste ich schon vorher, aber ich wollte doch sehen, ob ich es an Eva »vorbeimogeln« kann. Sie hat es natürlich sofort bemängelt. Mit Recht. Daher musste ich die Operationsstelle vernähen, damit kein Loch in der Handlung bleibt und ergänze nun hier und dort ein paar Zeilen, um wieder auf eine Länge zu kommen, die den Titel »Roman« rechtfertigt. Zum Beispiel so:
In der Boutique brachte mich Sabrina in Verlegenheit, indem sie mich fragte, welche der drei Seidenblusen, die in die engere Auswahl gekommen waren, ihr am besten stehen würde. Ich muss zugeben, dass mein Geschmack, was Kleidung betrifft, nicht gerade treffsicher ist. Ich bringe es fertig, zu einem blauen Hemd eine Krawatte mit Grüntönen und eine braune Hose zu tragen, ohne dass ich selbst mich daran stören würde. Wenn ich jemanden sehe, der gut gekleidet ist, nehme ich dies zwar zur Kenntnis, es gelingt mir jedoch selten, mir selbst bei der Kombination von Kleidungsstücken das zueinander Passende auszusuchen.
Auch kann ich nie mit Bestimmtheit sagen, warum ich jemanden als gut gekleidet bezeichnen würde, welche Details dazu beitragen. Ich könnte auch nie sagen, welcher Farbton nun besser mit jemandes Haaren, Teint, Augenfarbe oder Make-up harmoniert. Entweder ich finde mein Gegenüber gut aussehend oder eher durchschnittlich, mit allen erdenklichen Abstufungen.
Sabrina sah entzückend aus, und zwar in jeder der drei Blusen. Ich hätte sie in allen anderen, die schon bei der Vorauswahl beiseite gelegt worden waren, genauso bezaubernd gefunden. Aber offensichtlich erwartete sie von mir eine Antwort, also sagte ich kurz entschlossen: »Diese hier, das leichte Orange steht Ihnen sehr gut.«
Sie lachte und erklärte: »Lachs, nicht Orange. Ich hätte sogar passende Ohrringe dazu.«
»Gut, dann nehmen wir den Lachs«, grinste ich, nahm die Bluse und strebte der Kasse zu. Sabrina blieb zurück und stöberte noch durch eine für mich erdrückende Vielfalt von Pullovern.
Daraus wurde:
In der Boutique brachte mich Sabrina in Verlegenheit, indem sie mich fragte, welche der drei Seidenblusen, die in die engere Auswahl gekommen waren, ihr am besten stehen würde. Ich muss zugeben, dass mein Geschmack, was Kleidung betrifft, nicht gerade treffsicher ist. Nie treffsicher war. Ich bringe es fertig, zu einem blauen Hemd eine Krawatte mit Grüntönen und eine braune Hose zu tragen, ohne dass ich selbst mich daran stören würde.
Auch kann ich nie mit Bestimmtheit sagen, warum ich jemanden als gut gekleidet bezeichnen würde, welche Details dazu beitragen. Ich könnte auch kein Urteil fällen, welcher Farbton nun besser mit jemandes Haaren, Teint, Augenfarbe oder Make-up harmoniert. Entweder ich finde mein Gegenüber gut aussehend oder eher durchschnittlich, mit allen erdenklichen Abstufungen.
Wenn ich jemanden sehe, der gut gekleidet ist, nehme ich dies zwar zur Kenntnis, es gelingt mir jedoch selten, jedenfalls meinten das sowohl Esther als auch Sabrina mit gewisser Regelmäßigkeit, mir selbst bei der Kombination von Kleidungsstücken das zueinander Passende auszusuchen.
»Mon Chéri, so gehst du nie!«, hielt mich Esther dann und wann auf, wenn ich die Wohnung verlassen wollte.
»Was ist verkehrt?«
»Du kannst doch nicht diese Krawatte zu diesem Jackett tragen. Du siehst ja aus wie ein Clown.«
»Ein Clown hat eine rote runde Nase und ist weiß geschminkt.«
»Oder er sieht aus wie mon amour, wenn mon amour sich aus dem Kleiderschrank bedient.«
Diese Gespräche endeten regelmäßig damit, dass sie mich erstens liebevoll küsste und zweitens entweder eine alternative Krawatte oder ein anderes Jackett, bei Bedarf auch ein passenderes Hemd, mit erstaunlicher Treffsicherheit aus dem Schrank fischte.
Und nun sollte ich Sabrina sagen, welche der drei Blusen ihr am besten stand. Sie sah entzückend aus, und zwar in jeder der drei Blusen. Ich hätte sie in allen anderen, die schon bei der Vorauswahl beiseite gelegt worden waren, genauso bezaubernd gefunden. Aber offensichtlich erwartete sie von mir eine Antwort, also sagte ich kurz entschlossen: »Diese hier, das leichte Orange steht Ihnen sehr gut.«
Sie lachte und erklärte: »Lachs, nicht Orange. Ich hätte sogar passende Ohrringe dazu...«
»Gut, dann nehmen wir den Lachs«, grinste ich, nahm die Bluse und strebte der Kasse entgegen. Sabrina blieb zurück und stöberte noch durch eine für mich erdrückende Vielfalt von Pullovern.
Nebenbei bemerkt: Die beste aller Ehefrauen nennt mich zwar nicht französisch »mon amour«, aber die Situation, die mit dem kurzen Dialog oben geschildert wird, ist uns nicht fremd. Eva meint dann: »You aren't going like this, are you?«

Ich halte es, was das Schreiben betrifft, mit Ror Wolf: »Das allerhübscheste Talent nützt nichts, wenn der Autor nicht in der Lage ist, sich an den Tisch zu setzen und sehr entschlossen dort sitzenzubleiben.«

Mein Schreibtipp Nummer 7: So lange am Schreibtisch sitzen bleiben und die Details in Augenschein nehmen, bis »das Gefühl« für den Text «stimmt«. Ohne Fleiß kein Preis. Oder nur ab und zu, aber der wäre dann nicht wirklich verdient...

Mittwoch, 14. Mai 2008

Moderne Psalmen 4: Van Morrison


Einer der bekanntesten Psalmen Davids versichert dem Zuhörer: »Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.« Es ist die Rede vom »finsteren Tal« und vom Trost, der auch dort erreichbar sein wird.

Van Morrison greift diesen Gedanken auf und erweitert ihn in seinem Psalm um das Neue Testament, nämlich um die Vollmacht, die Jesus seinen Nachfolgern anvertraut hat:
Immer, wenn Gott sein Licht auf mich scheinen lässt, öffne ich die Augen, damit ich sehen kann.
Wenn ich in tiefster Nacht emporblicke, weiß ich, dass alles ein gutes Ende finden wird.

In tiefer Verwirrung, in großer Verzweiflung - wenn ich mich nach ihm ausstrecke, ist er da.
Wenn ich völlig einsam bin, weiß ich, dass Gott sein Licht auf mich scheinen lässt.

Streck dich nach ihm aus, er wird da sein. Ihm kannst du deine Sorgen mitteilen.
Wenn du so lebst, wie du es liebst, bekommst du den Segen von oben dazu.

Er heilt die Kranken, er heilt die Lahmen, er sagt: Das kannst du auch, im Namen Jesu.
Er wird dich emporheben, dich um 180 Grad wenden, deine Füße zurück auf den festen und höher gelegenen Boden stellen.

Sela

Streck dich nach ihm aus, er wird da sein. Ihm kannst du deine Sorgen mitteilen.
Wenn du so lebst, wie du es liebst, bekommst du den Segen von oben dazu.

Er heilt die Kranken, er heilt die Lahmen, er sagt: Das kannst du auch, im Namen Jesu.
Er wird dich emporheben, dich um 180 Grad wenden, deine Füße zurück auf den festen und höher gelegenen Boden stellen. Wenn er sein Licht auf dich scheinen läßt.

Er ist der Weg, er ist die Wahrheit, er ist das Licht.
Stellt deine Füße wieder auf höheren Grund.
Auch dieses Lied gehörte, als ich noch öffentlich musizierte, zum festen Repertoire meiner Band. Allerdings gibt es keine brauchbare Aufnahmen von uns mit diesem Lied, und Van the Man singt es (im Duett mit Sir Cliff Richard) sowieso viel schöner als ich.
Das Video auf Youtube (hat irgend ein User dort ganz stolz zusammengebastelt) ist zwar mit Filmbildern bestückt, die ich nun überhaupt nicht mit dem Inhalt des Liedes in Verbindung zu bringen in der Lage bin, aber man muss ja nicht hinschauen.

Also Augen zu, Ohren auf: Whenever God Shines His Light
Hier geht es zur Van Morrison Website

Nachtrag: Croz, der alte Music Lover, hat einen Download im Angebot, den ich noch nicht gehört habe (lädt noch), aber der vielversprechend ist: Van Morrison in der BBC, ein Mitschnitt vom Februar 2008. Kurze Interviews und viel Musik. Im großen und Ganzen entspricht das, was auf den 2 CDs ist, dem Berlin-Konzert. Und was Croz postet, ist normalerweise von exzellenter Klangqualität. Hier geht's lang: Keeping It Simple at the BBC

Der Originaltext:
Whenever God shines His light on me
Opens up my eyes so I can see
When I look up in the darkest night
I know everything's going to be alright

In deep confusion, in great despair
When I reach out for Him he is there
When I am lonely as I can be
I know that God shines His light on me

Reach out for Him, He'll be there
With him your troubles you can share
If you live the life you love
You get the blessing from above

He heals the sick and heals the lame
Says you can do it too in Jesus name
He'll lift you up and turn you around
And put your feet back on higher ground

Reach out for Him. He'll be there
With him your troubles you can share
You can use His higher power
In every day and any hour

He heals the sick and heals the lame
And He says you can heal it too in Jesus name
He lifts you up and turns you around
And put your feet back on higher ground

Where He shines His light, whenever God shines His light, on you, on you

He is the way, He is the truth, He is the light
Put your feet back, put your feet back on higher ground

Dienstag, 13. Mai 2008

Fußball ohne Trikotwerbung!

Ist doch einfach hässlich, dieser Nike-Haken, und das DB erst! Und unsere Hertha muss mit so was spielen, obwohl kein einziger der Balltreter wohl jemals die Bahn für irgend eine Fahrt besteigen oder auch nur in Erwägung ziehen würde. Kein Wunder, dass man mit so viel Heuchelei so häufig verliert und es gerade mal mit Ach und Krach in die erste Hälfte der Tabelle schafft...

Am Pfingstsonntag wurde in Wien die Lösung gegen die drohende Werbeüberfrachtung der Hemdchen und Höschen bei allen fußballspielenden Damen und Herren, egal welcher Herkunft oder Mannschaftszugehörigkeit, vorgestellt:


Es bleibt nur noch zu klären, woran die Mannschaftszugehörigkeit erkennbar gemacht werden kann. Mein Vorschlag: Jeweils eine Mannschaft bekommt die Haare (oder Glatze, je nachdem) grün gefärbt, die andere Rot. Oder so. Kann man ja vorher auslosen.

In der F.A.Z. konnte man übrigens lesen, wie es sich für eine teilnehmende Journalistin anfühlte, an einem ungewöhnlichen Ort mit rund 2000 anderen Menschen alle Hüllen fallen zu lassen: Ich friere so, dass ich wehrlos bin.

P.S.: Foto 1 von Hertha BSC, Foto 2 von der F.A.Z.

Montag, 12. Mai 2008

Til Schweiger, Jürgen Vogel, Teresa und der Namenlose


Zum Mittagsmahl nach dem Pfingstgottesdienst waren wir schon wieder am Schlachtensee. Na ja, ist ja auch nicht weit von uns entfernt. Alles war, wie erwartet, sehr lecker, wenngleich der Salat dem Vernehmen nach - ich selbst aß lieber was vom Grill - etwas »flach« geschmeckt haben soll. Unsere Teresa (15) freute sich riesig, dass die unweit von uns speisenden, oben abgebildeten, Herren sich beim Mahl für ein Minütchen stören ließen, damit sie (Teresa) neben den abgebildeten Herren für einen Schnappschuss, eben den obigen, Platz nehmen konnte.

Herr Schweiger hat nicht durchgehend so kritisch dreingeblickt, sondern nur just im Moment des Auslösens der Kamera. Herr Vogel war ebenfalls gut gelaunt. Den fröhlichen stehenden Herrn kennen wir auch, aus verschiedenen Filmen, mir ist so, als hätte er in der Auto-Kaputtfahr-Serie »Cobra 11« eine Rolle gespielt, - allerdings will uns der Name partout nicht einfallen. Vielleicht füllt ein Blogleser die Lücke?

Sonntag, 11. Mai 2008

Girl with crimson nails

Was hat denn ein Mädchen mit farbenfroh lackierten Fingernägeln mit dem heutigen Sonntag zu tun?
Vor zwei Jahren habe ich einen Text zum Pfingstfest geschrieben, der unter anderem auch diese Frage beantwortet: Pfingsten ist, was wir daraus machen.

Ich wünsche allen Blogbesuchern ein frohes Pfingstfest!

Samstag, 10. Mai 2008

Ausgesprochen gut gelaunt

Heute waren wir im


und haben 90 Minuten


und seiner phantastischen Band zugehört. Ein ganz und gar einzigartiges Konzert, mein - glaube ich - viertes mit diesem Künstler. Jedes Mal bisher war ein Van-Morrison-Auftritt ein Gesamtkunstwerk aus einem Guss. So auch heute.

Uralte Lieder, Songs von der neuen CD... und alles harmonierte auf geradezu wundersame Weise. So fröhlich, gelegentlich sogar ausgelassen, hatte ich Van, den man auch den alten Griesgram nennt, noch nie erlebt. Er brach gar angesichts der eigenen (früheren) Gesangskünste beim Parodieren seiner selbst in schallendes Gelächter aus. Na so was. War das wirklich der echte Van Morrison?
Er war es. Ob es wohl an der Berliner Luft lag, die er diesmal zwei Tage lang eingeatmet hat? Jedenfalls: Have I Told You Lately habe ich nie zuvor so beschwingt-fröhlich gehört wie heute, das Lied wurde zum (vom Publikum begeistert gefeierten) Lobpreis-Erlebnis. At the end of the day we shall give thanks and pray to the One, to the One. Und auch sonst war die Stimmung auf der Bühne und bei den Zuschauern für ein Morrison-Konzert überraschend und fast beängstigend heiter. Van klimperte, nachdem er den Pianisten spielerisch von der Bank geschubst hatte, auf dem Klavier, spielte T-Sax und Alt-Sax, Mundharmonika und Mandoline Ukulele und war so guter Dinge, dass er den Text eines wohlbekannten Songs von too late to stop now in too good to stop now änderte.
Etliche Lieder erfuhren Ergänzungen und Änderungen im Text, und keines - das ist ja das schöne an seinen Konzerten - klang so wie auf der CD oder beim vorigen Konzert. Ob nun irischer Gassenhauer aus den 80er Jahren (From Bantry Bay up to Derry Quay and from Galway to Dublin Town, no maid I've seen like the brown Colleen that I met in the County Down) oder gewohnt Philospohierendes vom aktuellen Album (Illusions and pipe dreams on the one hand, and straight reality is always cold. Saying something hard edged is off the wall and it just might be too bold), jedes einzelne Stück war dem Berliner Abend angepasst.

Den Schlusspunkt setzte Herr Morriosn mit einer ausufernden (etwa 18 Minuten!) Improvisation rund um Behind the ritual, behind the ritual, you find the spiritual, you find the spiritual.
Ob es eine Anspielung auf das Pfingstfest war? Wer weiß. Jedenfalls bin ich wieder dabei, wenn Van The Man das nächste Mal nach Berlin kommt. So alle vier, fünf Jahre lässt er sich ja hier blicken.

Nachtrag: Croz, der alte Music Lover, hat einen Download im Angebot, den ich noch nicht gehört habe (lädt noch), aber der vielversprechend ist: Van Morrison in der BBC, ein Mitschnitt vom Februar 2008. Kurze Interviews und viel Musik. Im großen und Ganzen entspricht das, was auf den 2 CDs ist, dem Berlin-Konzert. Und was Croz postet, ist normalerweise von exzellenter Klangqualität. Hier geht's lang: Keeping It Simple at the BBC

Lachen oder Weinen?

Aus erster Hand habe ich diese Fragen bekommen, die an eine Tourismus-Organisation in Kenia gerichtet wurden. Man möchte so viel geballte Ignoranz oder Dummheit kaum glauben, aber sie sind (leider) samt humorvoller Antworten durch einen Mitarbeiter der Organisation (welch ein Lichtbilck!) authentisch. In Klammern ist jeweils die Nation angegeben, aus der die Frage kam.

Die Übersetzung ins Deutsche spare ich mir. Morgen gibt es hier ja wieder einen deutschsprachigen Text.

Ist das nun zum Lachen oder zum Weinen? Bitte sehr:
Q: Does it ever get windy in Kenya? I have never seen it rain on TV, so how do the plants grow? (UK)
A: We import all plants fully grown and then just sit around watching them die.

Q: Will I be able to see elephants in the street? (USA)
A: Depends how much you've been drinking.

Q: I want to walk from Mombasa to Nakuru - can I follow the railroad tracks? (Sweden)
A: Sure, it's only two thousand kilometres....take lots of water.

Q: Is it safe to run around in the bushes in Kenya? (Sweden).
A: So it's true what they say about Swedes!

Q: Are there any ATMs (cash machines) in Kenya? Can you send me a list of them in Nairobi and Mombasa? (UK)
A: What did your last slave die of?

Q: Can you give me some information about Koala Bear racing in Kenya? (USA)
A: Aus-tra-lia is that big island in the middle of the Pacific. A-fri-ca is the big triangle shaped continent south of Europe which does not...oh forget it. Sure, the Koala Bear racing is every Tuesday night in Koinange Street. Come naked.

Q: Which direction is north in Kenya? (USA)
A: Face south and then turn 90 degrees. Contact us when you get here and we'll send the rest of the directions.

Q: Can I bring cutlery into Kenya? (UK)
A: Why? Just use your fingers like we do.

Q: Do you have perfume in Kenya? (France)
A: No. We don't stink.

Q: I have developed a new product that is the fountain of youth. Can you tell me where I can sell it in Kenya? (USA)
A: Anywhere where a significant number of Americans gather.

Q: Can you tell me the regions in Kenya where the female population is smaller than the male population? (Italy)
A: Yes, gay nightclubs.

Q: Do you celebrate Christmas in Kenya? (France)
A: Only at Christmas.

Q: Are there killer bees in Kenya? (Germany)
A: Not yet, but for you, we'll import them.

Q: Are there supermarkets in Nairobi and is milk available all year round? (Holland)
A: No, we are a peaceful civilisation of vegan hunter-gatherers. Milk is illegal.

Q: Please send a list of all doctors in Kenya who can dispense rattlesnake serum. (USA)
A: Rattlesnakes live in A-meri-ca, which is where YOU come from. All Kenyan snakes are perfectly harmless, can be safely handled and make good pets.

Q: Will I be able to speak English most places I go? (USA)
A: Yes, but you'll have to learn it first.



P.S.: Das Foto zeigt Nairobi. Ob es da wohl wirklich ATMs gibt?

Freitag, 9. Mai 2008

sänk juh werrie matsch!

Die F.A.Z. hat die abenteuerliche Idee, ihr Literaturforum ausgerechnet »Reading Room« zu nennen, reumütig aufgegeben. Nunmehr heißt es Lesesaal. Die Leserinnen und Leser sind erleichtert und applaudieren lauthals, soweit das schriftlich möglich ist. Dem Jubel schließe ich mich gerne an.

Hier geht es zur frohen Botschaft: Reading Room heißt jetzt Lesesaal

P.S.: Bei der Nominierung für den Grimme Online Award ist noch die Rede vom Reading Room. Beweis: Getwittertes