Samstag, 11. April 2009

Verschwinde, Lebensmittelvergiftung!

Darf ein Autor sein Geschriebenes gut finden? Na klar. Sonst wäre er kein Autor.
Ich finde kaum jemals etwas aus meiner Feder
sehr sehr gut, aber gut durchaus. Sonst würde ich es nicht der Öffentlichkeit zumuten.
Kürzlich schaute ich mir ein paar ältere, unvollendete Texte an. Darunter ist eine längere Erzählung mit dem Arbeitstitel »Sophia«. Eine kleine Szene daraus fand ich beim Überfliegen nicht
sehr sehr gut, aber immerhin ansehnlich.
Kurze Erklärung, weil der Zusammenhang natürlich fehlt: Hilde und Anja sind Freundinnen, so um die 15 oder 16 Jahre alt. Oder 14? Na ja. Teenager auf jeden Fall.
Hilde spielt Harfe und steht vor einem großen und wichtigen Auftritt in einer fremden Stadt. Anja hat sie begleitet, die beiden teilen sich ein Hotelzimmer. Günter Zapf ist der Mitarbeiter des Konzertveranstalters, der die angereisten Teilnehmer betreut. Ach ja: Anja ist Christ, Hilde glaubt nicht an Gott.
Das Foto zeigt die beiden beim Verlassen des Hotels in der Hamburger Innenstadt. Vermutlich hat es Herr Zapf aufgenommen. Es war wohl ein eher kalter Tag, sonst wären diese warmen Jacken ja Blödsinn. Ist auch egal, denn was hat das Wetter mit dieser Szene zu tun? Gar nichts.
So, das reicht an Randinformationen und Rumgeschwafel. Bittesehr:


Waren es die Fischbrötchen gewesen? Oder das chinesische Essen? Was auch immer, beide hatten am Samstag früh Magenschmerzen und mußten sich wiederholt übergeben. Eigentlich hatte es schon in der Nacht begonnen, ihnen war hundeelend, ständig rannte eine von ihnen zur Toilette, zum Schlafen kamen sie nach 3 Uhr kaum noch. Je näher die Morgendämmerung rückte, desto schlechter ging es ihnen und desto verzweifelter wurden sie.
Ausgerechnet heute, an ihrem großen Tag, fühlte sich Hilde als hätte sie gerade eine neue, bahnbrechende, universelle Version der Übelkeit entdeckt: Weltuntergangskotzeritis. Wenn Anja nicht auch krank geworden wäre, hätte sie es womöglich auf ihre Nervosität geschoben, aber es ging ihrer Freundin nicht besser als ihr selbst.

Günter Zapf kam um 8 Uhr, um sie abzuholen, freudestrahlend und gutgelaunt. Er warf einen Blick auf die bleichen Mädchen und sagte: »Ich rufe einen Arzt an.«
Anja wollte etwas antworten, aber statt dessen hielt sie die Hand vor den Mund und rannte zum Klo. Sie schaffte es gerade noch.
Hilde lag bleich in ihrem Bett und weinte vor Enttäuschung. Das konnte doch nicht wahr sein, ausgerechnet jetzt wurden sie krank. Um neun Uhr begann die Probe, und sie lag auf der Matratze und fragte sich, wie oft ihr Magen eigentlich noch darauf bestehen würde, daß sie etwas von sich geben mußte, was schon längst nicht mehr da war.
Anja kam zurück und wischte sich den kalten Schweiß von der Stirn. Sie wollte seit Stunden etwas vorschlagen, aber der Mut hatte ihr bisher gefehlt. Wo sie doch sonst so mutig war. Jetzt oder gar nicht mehr, das wußte sie.
Stöhnend sank sie neben Hilde auf das Bett und sagte: »Darf ich noch etwas anderes probieren, bevor Sie einen Arzt rufen?«
Keiner verstand, was sie meinte.
»Ich möchte mit Hilde beten, daß zumindest sie gesund wird. Sie muß heute spielen, ich nicht.«
Günter Zapf sah sie ernst an. »Anja, wenn das eine Lebensmittelvergiftung ist, dann müssen wir einen Arzt rufen, und zwar schnell.«
Sie nickte. »Aber vorher möchte ich beten. Bist du einverstanden, Hilde?«
»In der Not frisst der Teufel Fliegen. Was immer mir hilft, damit ich mich besser fühle, soll mir recht sein. Also mach das, Anja.«
Anja sah ihr in die Augen und sprach mit leiser Stimme.
»Herr Jesus Christus, ich bitte dich, daß Du Hilde jetzt berührst und sie heilst. Laß diesen wunderbaren Tag für sie nicht durch diese Krankheit verdorben werden, bitte. Dann kann sie außerdem noch mitkriegen, dass es dich gibt. So. Und du, blöde Übelkeit und Kotzerei, Lebensmittelvergiftung oder was auch immer: Verschwinde! Raus aus dem Körper. Danke, Jesus. Amen.«
Gespannt sah Günter Zapf seine Schützlinge an. Er gab Hilde noch eine Minute, bevor er den Arzt anrufen würde. Mehr nicht, eine Minute. Wenn sie schon die Probe nicht schaffte, dann mußte sie möglichst zum Konzert am Abend auf die Beine kommen.
Hilde lag da, in ihrem naßgeschwitzten Nachthemd, und atmete tief durch. Die Augen waren geschlossen und sie sah nicht so aus, als sei sie auf dem Weg der Besserung.
Eine halbe Minute verging, Anja hielt Hildes Hand und bewegte leise die Lippen. Sie sah der Freundin ins Gesicht und Tränen liefen ihr über die Wangen.
Als Zapf gerade das Mobiltelefon aus dem Jackett nahm, um einen Arzt anzurufen, schlug Hilde die Augen auf und sagte: »Danke Anja.«
Dann stand sie auf, noch etwas unsicher auf den Beinen und nach wie vor blaß unter der Sommerbräune, aber sie stand. Zweifellos, sie stand und konnte reden. Hilde lächelte Günter Zapf an und bat ihn freundlich: »Würden Sie bitte draußen warten, damit ich mich anziehen kann?«
Sein Mund blieb offen stehen. Das konnte doch nicht wahr sein. Hilde, die sich vor ein paar Minuten vor seinen Augen mühsam aus dem Bad zurück ins Bett geschleppt hatte, die kaum gehen konnte vor Krämpfen, bat ihn, zu warten, als habe sie nur verschlafen und deshalb noch ihr Nachthemd an. Aber da klebten ein paar unangenehm gelbgrüne Spritzer an dem Hemd. Er schüttelte den Kopf und fragte: »Wie bitte?«
»Es geht mir besser - Quatsch. Ich bin gesund und munter. Ich möchte mich anziehen, damit wir zur Probe fahen können.«
»Vielleicht sollten wir vorher duschen, ich glaube wir stinken beide.« schlug Anja vor. Auch ihre Blässe schwand zusehends.
»Na gut, ihr habt 15 Minuten.« sagte Zapf und ging kopfschüttelnd in den Frühstücksraum, um eine Tasse Kaffee zu trinken. Bei den beiden war man wirklich vor keiner Überraschung sicher.
Bevor sie zur Dusche gingen, sprach Hilde das erste Gebet ihres Lebens. Es waren nur vier Worte, aber sie drückten alles aus: »Jesus, ich danke dir.«
Anja grinste schon wieder, als sei sie nicht noch vor zehn Minuten mit einem Mund voll bitterem Schleim zum Klo gerannt, schwitzend und zitternd. »So leicht drückst du dich nicht vor dem Auftritt, meine Liebe! Von wegen Übelkeit und Kotzeritis!«

Sie brauchten fünf Minuten länger, als Zapf ihnen zugebilligt hatte, aber nach zwanzig Minuten standen sie munter und vergnügt im Frühstücksraum und kicherten über die immer noch fassungslose Mine ihres Betreuers.

Freitag, 10. April 2009

Gastbeitrag Rick Warren: Warum ist Ostern so wichtig?

Vor 2000 Jahren geschah im Nahen Osten ein Ereignis, das die Welt für immer veränderte. Auf Grund dieses Ereignisses wurde die Geschichte zweigeteilt. Jedes Mal, wenn wir ein Datum aufschreiben, benutzen wir die Auferstehung Christi als zentrale Markierung.
Was ist an Ostern so besonders, so wichtig?

Das ereignis ist wichtig, weil es bewies, dass Jesus der war, als der er sich ausgab. Er war der Messias Gottes und kam auf diese Erde, um uns zu retten.

Drei Ereignisse geschahen in einer dramatischen Abfolge am Osterwochenende: der Prozess gegen Jesus, dann der Tod Jesu und schließlich seine Auferstehung.

Der Prozess
Jesus ging durch sechs Verfahren. In einer Nacht wurde er vor Annas (den Hohepriester) gebracht, vor Kaiphas (ebenfalls Hohepriester), den Hohen Rat (den Sanhedrin, das oberste religiöse Gericht), Pilatus (den Gouverneur von Jerusalem), Herodes (den Gouverneur von Galiläa) und dann wieder zurück zu Pilatus.
Was konnten die Ankläger am Ende dieser sechs Stationen finden, um ihn zu verurteilen? Nichts. Er hatte nichts Falsches getan. Sie brachten Leute herbei, um erfundene Anklagen vorzubringen, diese waren jedoch unhaltbar. Schließlich verurteilte man ihn wegen eines einzigen Punktes: Wegen seiner Behauptung, der Sohn Gottes zu sein. Das ist der einzige Grund, warum Jesus gekreuzigt wurde.
Diese Behauptung war für seine Zeitgenossen unerträglich.

Jeder, der in seinem Leben mit Jesus auf irgend eine Weise in Berührung kam, hat bereits eine gewisse Entscheidung darüber getroffen, wer er wirklich ist. Wir glauben entweder, dass er ein geistesgestörter Lügner ist, oder wir glauben, dass er der Herr ist. Die Behauptung »ich glaube, er war ein guter Lehrer«, ist kaum durchdacht. Er konnte nicht »bloß ein guter Lehrer« sein, denn ein guter Lehrer würde nicht sagen: »Ich bin Gott und ich bin der einzige Weg zur Errettung«. Auch ein »guter Mensch« würde solche eine Behauptung nicht aufstellen, wenn sie nicht die Wahrheit wäre.
Jesus behauptete, der Retter der Welt zu sein: »Ich bin nicht gekommen, dass ich die Welt richte, sondern dass ich die Welt rette.« (Johannes 12, 47) Er ließ es zu, dass er angeklagt wurde, damit es keinen Zweifel darüber gab, wer er war. Er hätte das Gerichtsverfahren zu jedem gegebenen Moment beenden können. Er wusste, dass er für schuldig befunden und am Kreuz hingerichtet würde - aber er ließ es geschehen. Dies alles war Teil des Plans.

Der Tod
Nach dieser Nacht der Verhöre, Folterungen und Verspottungen, bei denen man ihm eine Dornenkrone aufgesetzt hatte, wurde Jesus gekreuzigt. Die Kreuzigung ist wahrscheinlich die brutalste und qualvollste Todesstrafe, die je von Menschen erfunden wurde. Seine Hände wurden weit gegen das Kreuz ausgestreckt und durch die beiden Knochen der Handgelenke genagelt. Wenn die Nägel diesen Teil des Körpbers durchdringen, treffen sie den Nerv, der weiter in den Oberarm führt und verursachen entsetzliche Schmerzen. Nach einer Weile des Hängens in dieser Stellung werden die Muskeln um den Brustkorb nach und nach gelähmt. Man kann noch ein-, aber nicht mehr ausatmen. Der Tod am Kreuz führt so schlicht zum Ersticken.
Aber die Römer wollten es den Verurteilten nicht so leicht machen. Sie nahmen die Knie der Person, winkelten sie ein wenig an und nagelten die Füße ans Kreuz. So hing ein Mensch dort in absoluter Qual, bis sein Schmerz in der Brust so stark war, dass er explodierte - er schob sich dann selber an seinen durchnagelten Füssen hoch, um nach Luft zu schnappen. Wenn sein Schmerz in den Beinen unerträglich wurde, ließ er sich wieder herabfallen - bis der Schmerz in seinen Lungen unerträglich wurde. Es war ein unglaublich qualvolles Geschehen. Schließlich brachen die Soldaten die Gebeine des Hingerichteten, um den Tod durch Ersticken zu beschleunigen.
Im Falle von Jesus mussten sie seine Beine nicht zerbrechen, weil er bereits verstorben war. Aber um sicherzugehen, stießen sie ihm einen Speer in die Seite. Wasser und Blut flossen aus dem Brustkorb - was, wie unsere Ärzte sagen - nur passiert, wenn das Herz zerrissen ist. Man kann es nennen wie man möchte; Jesus starb an einem gebrochenen Herzen.
Warum musste Jesus sterben? Weil allein er, der keine Schuld auf sich geladen hatte, in der Lage war, für unsere Sünden zu bezahlen. Wir haben die Strafe verdient, aber Jesus zahlte die Strafe für uns.

Die Auferstehung
Nachdem Jesus gestorben war, nahmen sie seinen Leichnam, legten ihn in ein Grab und wälzten einen riesigen Stein vor den Eingang. Aus Angst davor, dass Jesu Leichnam gestohlen werden könnte, baten die religiösen Führer, dass eine römische Wache vor dem Grab aufgestellt wurde. Sie wollten nicht, dass er herauskam. Aber er kam heraus.
Sie kennen vermutlich die Geschichte. Aber es ist wichtig, sich zu erinnern, dass Ostern kein Gedächtnis an einen netten religiösen Lehrer ist, der vor 2000 Jahren lebte. Es ist eine Feier der Tatsache, dass er heute lebt. Ich bin ein lebendiger Beweis - und so sind es die fast eine Milliarde Christen, die an diesem Wochenende Ostern feiern werden.

Ostern ist die gute Nachricht über den Messias, Jesus Christus, unseren Herrn, der als menschliches Baby auf die Erde kam, der in Davids königliche Linie hineingeboren wurde. Vier historische Berichte sagen aus, dass er sich 500 Menschen auf einmal zeigte. Können Sie sich vorstellen, seinen Tod mitzuerleben und ihn dann drei Tage später in Jerusalem herumspazieren zu sehen? Wie erstaunlich!
Als Jesus am Kreuz hing, spotteten die Zweifler und sagten: »Wenn du der Sohn Gottes bist, warum steigst du nicht einfach vom Kreuz herab? Warum kommst du nicht einfach herab und zeigst uns, dass du wirklich Gott bist?« Jesus hatte etwas noch Spektakuläreres geplant. Er sagte: »Ich werde euch erlauben, mich drei Tage zu begraben, dann werde ich zurückkehren und beweisen, dass ich der bin, als der ich mich ausgab.«

Was bedeutet das für uns heute?
Einerseits, Jesus Christus steht immer noch vor Gericht. Er wird im Herzen und im Verstand jedes Menschen angeklagt, der ihn noch nicht als den Sohn Gottes, den Retter der Welt, anerkannt hat.
Wie sieht Ihr Urteil aus? Sehen Sie, es läuft in der Tat auf zwei grundlegende Fragen hinaus.
Erstens: Ist Jesus der, der er behauptet hat zu sein? Ist er der von Gott verheißene Retter der Welt? Oder ist er ein Wahnsinniger oder ein Lügner?
Zweitens: Wenn er der ist, der er zu sein behauptet, wann fangen Sie dann an, dem zu folgen, was Sie nach seiner Aussage mit Ihrem Leben tun sollten?

Heute sitzen wir über Jesus zu Gericht. Wie Pilatus fragte »Was soll ich denn mit Jesus tun, der der Christus genannt wird?«, so müssen auch wir entscheiden, ob er der war, der er zu sein behauptet hat oder nicht.

Sind wir bereit, unser Leben dafür zu riskieren, dass er falsch lag?

Dieser Beitrag auf Englisch: Rick Warren - What's so important about Easter?
Bild: Chorbild von Felix Keller, Meikirch

Donnerstag, 9. April 2009

Heavy Metal?

Von wegen Heavy Metal. Einmal mit der Schublade kräftig angeschubst - hin ist er, der USB Stick. Obwohl das Gehäuse aus Stahl ist:


Na ja. Es war ein Werbegeschenk - also kein Geldverlust. Bei dieser Gelegenheit zeigt sich wieder der Vorteil täglicher Datensicherungen (auch von Wechselmedien): Was ich durch den Unfall verloren habe, ist lediglich ein fertiger Artikel für den Blog. Daher gibt es hier morgen statt des auf dem zerstörten Stick unerreichbaren Textes wieder mal einen Gastbeitrag. Ein gewisser Herr Rick Warren bekommt das Wort.

Mittwoch, 8. April 2009

Zur Belohnung...

...für die Lösung des Problems aus dem vorigen Beitrag schenke ich

dem Storch

dieses nette Haustier:


Falls er es nicht zu Hause halten möchte, kann es ja in den neuen Räumen der Jesus-Freaks in Remscheid heimisch werden. Da ist sicher noch ein Plätzchen zu finden. Übrigens ist es dressiert: Es folgt (meist) willig der Maus.

Die Storch-Lösung hat auf Anhieb funktioniert und war noch dazu kostenlos. Meinen Autoschlüssel hatte ich zur Hand.
Nagellackentferner und so weiter kostet ja alles Geld, auch der Erwerb der Taste für 2,95 Euro hätte uns in tiefe Schulden gestürzt. Die gebrauchte Tastatur hätte Portokosten verursacht. Wegen der verknoteten Finger wäre ein Arztbesuch (Eintritt 10 Euro) unumgänglich gewesen.

Trotzdem herzlichen Dank an alle gutwilligen und phantasievollen Ratgeber. Wenn's wieder mal ein Computerproblem gibt, weiß ich: Hier werden Sie geholfen.

Neue Tastatur?

Ich habe ein Problem. Beim Installieren eines Programmes forderte mich der Bildschirm auf: »Press any key«.

Nun hat meine Tastatur keine any-key-Taste. Da bin ich ganz sicher, ich habe sehr sorgfältig danach gesucht. Ich bin ratlos. Wo kann ich denn eine entsprechende Tastatur käuflich erwerben, damit die Installation des Programmes beendet werden kann?

Für sachdienliche Hinweise wird eine Belohnung ausgesetzt.

P.S.: Foto von www.medole.eu

Dienstag, 7. April 2009

Saarbrücken ist Missionsgebiet

Neulich nach dem hier bereits mehrfach erwähnten Konzert meinte die beste aller Ehefrauen auf dem Heimweg, sie hätte gerne einen Gospelsong von Bob Dylan gehört. Nun sind ja, da er »reemerged to find Jesus« ist und bleibt, viele der Lieder, die Bob Dylan vortrug, voller geistlicher Bilder und Bibelzitate, aber die »richtigen« Gospels hat er in Berlin ausgelassen.

Am Palmsonntag in Saarbrücken dagegen gab es gleich drei: Gotta Serve Somebody, Every Grain of Sand und I Believe in You. Hier die Setlist: Saarbrücken
Es gehört seit Jahren zur Tradition der endlosen Tour, dass bei Konzerten, die am Sonntag stattfinden, ein Gospel im Programm ist. Aber drei?
Vermutlich war His Bobness der Meinung, Saarbrücken müsse Missionsgebiet sein. Beim gestrigen Jogging fiel mir ein: Kein Wunder bei einer Stadt, aus der ein Oskar Lafontaine hervorgegangen ist ...

Spaß beiseite: Mitglieder bei Expecting Rain können das Konzert - wie alle anderen Mitschnitte der Tournee - herunterladen und auf diese Weise genießen, auch wenn sie nicht dabei waren.

Montag, 6. April 2009

Moderne Psalmen 7: U2

Magnificent!

Auf dem aktuellen Album »No line on the horizon« findet man diesen Psalm von U2, der mir seit dem ersten Anhören der CD im Kopf und Herzen geblieben ist. Mit »Lobpreismusik« im gängigen Sinne kann ich meist eher wenig anfangen, aber mit diesem Lied gelingt es auch mir, den Herrlichen singend zu verherrlichen.

Hier meine Übertragung des Liedes »Magnificent« in unsere Sprache:
Wunderbar, o wunderbar!

Ich wurde nur geboren, um mit Dir zusammen zu sein, in diesem Leben, dem Hier und Jetzt und dann in alle Ewigkeit.
Ich war unerfahren, unterbrach aus Unwissenheit den Reim - solche Narrheiten können ein Herz verfinstern und Trauer anrichten.

Nur die Liebe, nur die Liebe kann solch einen Eindruck hinterlassen, aber nur die Liebe kann eine solche Narbe heilen.

Ich wurde nur geboren, um für Dich zu singen, mir blieb keine Wahl, als Dich zu erheben und jedes Lied zu singen, das Du von mir haben willst.
Ich übereigne Dir erneut meine von Dir geschenkte Stimme, vom ersten Schrei im Mutterleib an waren es frohe Klänge.

Nur die Liebe, nur die Liebe kann solch einen Eindruck hinterlassen, aber nur die Liebe kann eine solche Narbe heilen.

Gerechtfertigt bis zum Tag unseres Todes werden wir den Herrlichen verherrlichen.

Nur die Liebe, nur die Liebe kann solch einen Eindruck hinterlassen, aber nur die Liebe kann unsere Herzen befreien.

Gerechtfertigt bis zum Tag unseres Todes werden wir den Herrlichen verherrlichen.

Wunderbar, o wunderbar!
Das Album gibt es derzeit für 4,89 Euro als Download im neuen Musik-Download-Portal und natürlich als »richtige« CD bei Amazon.

Hier eine Version von »Magnificent« aus dem US-Fernsehen:

Sonntag, 5. April 2009

Samstag, 4. April 2009

Gesetze im Wandel der Gesellschaft: Ehebruch

Bei Recherchen zum Thema Gesellschaftswandel ist Storch, Pastor in Remscheid, vor einiger Zeit auf ein interessantes Thema gestoßen: Sexualgesetze und deren Veränderung im Deutschland des 20. Jahrhunderts. Dabei ist er davon ausgegangen, »dass Veränderungen in der Gesellschaft sich in der Gesetzgebung niederschlagen, bzw. durch die Gesetzgebung abgeschlossen werden.«
Er hat einige Gesetze herausgegriffen, die als exemplarisch gelten können.
Ich fand den Blogbeitrag interessant und habe zunächst ein von ihm angeführtes Themenfeld mit dem biblischen Befund verglichen und einige ergänzende Recherchen unternommen. Vielleicht setze ich dies mit weiteren Themenfeldern fort, wenn es die Zeit erlaubt.

Dieser Beitrag ist als Denkanstoß zu verstehen. Er darf zum Widerspruch reizen und eine – gerne auch kontroverse – Beschäftigung mit dem Thema auslösen.
§172 StGB: Ehebruch
Heute verbietet der §172 nur noch die Doppelehe. Bis 1969 wurde allerdings in Deutschland Ehebruch mit bis zu 6 Monaten Gefängnis bestraft. Zwischen 1958 und 1966 gab es immerhin 1.365 Strafen wegen Ehebruchs. Seitdem ist Ehebruch nur noch zivilrechtlich verboten als »unerlaubte Handlung und als Verletzung der aus der Ehe folgenden Verpflichtung zur ehelichen Lebensgemeinschaft« . Auch ist seit dem Wegfall des Verschuldensprinzips zum 1. Juli 1977 Ehebruch allein kein hinreichender Scheidungsgrund mehr; vielmehr wird auf die Zerrüttung der Ehe abgestellt, die natürlich ihre Ursache auch in einem Ehebruch haben kann.
Grundsätzlich ist es nach wie vor auch durch den § 1306 BGB verboten, mehrere Ehen gleichzeitig einzugehen. Anders sieht es die Rechtsprechung bei Einwanderern, die bereits mit mehreren Ehefrauen verheiratet sind. Ein Oberverwaltungsgericht hielt es für unzumutbar, dass eine der beiden Frauen eines Irakers aus der Lebensgemeinschaft herausgelöst werden sollte.

Das biblische Verbot des Ehebruchs hat jedoch ganz andere Inhalte, als sie uns heute geläufigen. Noch während der Reformation riet Martin Luther Landgraf Philipp von Hessen, seine zweite Ehe der öffentlichen Ordnung willen geheimzuhalten, wenngleich er nichts Unbiblisches daran fand.

Luther hatte recht. Die Ehe als fundamentale gesellschaftliche Institution wird sogar in Bezug auf das Verhalten eines Ehemannes zu mehreren Ehefrauen im Alten Testament eingehend geregelt. So war die Mehrehe im biblischen Kontext nicht nur erlaubt, sondern sie wurde weithin als sichtbares Zeichen göttlichen Segens verstanden. Je mehr Frauen ein Mann hatte, desto deutlicher stand sein Leben unter dem Segen Gottes. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Salomo, der wohl die größte Anzahl von Frauen hatte, damit gegen Glaubensrichtlinien oder gar göttliche Gebote verstoßen hätte. Auch die Tatsache, dass Abraham mit seiner Magd (im Einvernehmen mit der Ehefrau und auf deren Vorschlag hin) einen Sohn zeugte, wird in der Bibel nicht getadelt, sondern lediglich der Beweggrund: Mangelnder Glaube, dass die betagte Sarah trotz göttlicher Verheißung noch schwanger werden könnte.
Es ist allerdings durchgehend so, dass ein Mann mehrere Frauen hat, der Fall, dass eine Frau mehrere Männer heiratet, ist im biblischen Befund nicht enthalten.
Auch Jesus verurteilte nie die Polygamie, sondern akzeptierte sie in seinen Auseinandersetzungen mit den Pharisäern und Sadduzäern, auch wenn sie damals wahrscheinlich in Jerusalem nicht die Regel war. Er verwies insbesondere darauf, dass sich bezüglich der Eheregeln durch seine Lehre gegenüber derjenigen von Moses (bei dem die Mehrehe geregelt und sanktioniert ist) keine Änderungen ergeben hätten. Im Neuen Testament ist es lediglich der von der Ehe nicht gerade begeisterte Junggeselle Paulus, der empfiehlt, dass zumindest die Führungspersonen in der Gemeinde »Mann einer Frau« sein sollten, statt mehrere Ehefrauen zu haben. Noch besser fände es Paulus allerdings, wenn alle ledig bleiben und sexuell enthaltsam leben könnten. Die Ehe ist für ihn ein notwendiges Übel, um Unzucht abzuwenden.

Von Ehebruch ist in der Bibel dann die Rede, wenn jemand mit jemandem schläft, der bereits verheiratet ist – also Mann oder Frau eines anderen Partners. Eines der prominentesten Beispiele ist sicher König David, der den Ehemann seiner Geliebten umbringen lässt, um seine sexuelle Beziehung vom Makel »Ehebruch« zu reinigen. Wenn die Frau Witwe ist, steht ja der Beziehung nichts mehr im Wege – meinte David. Und er hatte damit ja durchaus recht, allerdings hätte er natürlich weder den Ehemann töten lassen noch vor der Witwenschaft der hübschen jungen Frau Sex mit ihr haben dürfen.

Geschlechtsverkehr mit ledigen Menschen ist dagegen in der biblischen Begriffswelt Unzucht oder Hurerei und wird durchgehend als Sünde verstanden.
Nun wäre natürlich zu fragen, wann denn eine Ehe im biblischen Sinne geschlossen wird. Standesämter gab es genauso wenig wie kirchliche Hochzeitszeremonien. »Er nahm sie zur Frau«, lesen wir, oder dass ein Vater seine Tochter jemandem »zur Frau gibt«. Ein Ritual, einen bestimmten Moment, in dem das geschieht, kann man daraus ableiten, aber die Voraussetzungen und Umstände sind weithin offen. Auch das Alter der möglichen Eheschließung dürfte aus heutiger Sicht bei manchem Befremden auslösen: Von Volljährigkeit ist nicht die Rede.

Es gibt, zum Beispiel unter den Mormonen in den USA aber auch bei Christen in Afrika oder Indonesien, noch heute Lebensmodelle, die sich am biblischen Grundsatz der erlaubten Mehrehe orientieren. Ihr Argument unter anderem: »Gott ändert seine Meinung nicht. Es ist statthaft und ein Zeichen des Segens, noch dazu wirtschaftlich sinnvoll, wenn ein Mann, vorausgesetzt er kann für ihren Unterhalt sorgen, mehrere Ehefrauen hat.«
Die meisten Gläubigen hierzulande wären vermutlich entsetzt, wenn jemand auf die Idee käme, das Ehemodell in seiner biblischen Version einführen zu wollen. Wie sie dem Argument, dass Gott seine Meinung nicht ändert, begegnen würden, wäre spannend zu beobachten. Vermutlich würde Paulus zitiert, aber nur zur Hälfte, denn die andere Hälfte, dass am besten niemand heiraten sollte, ließe man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit beiseite.

Abschließend betrachtet: Der § 172 StGB hat in seiner Definition von »Ehebruch« mit dem biblischen Begriff kaum eine Übereinstimmung. Der Wandel in der Sexualgesetzgebung spiegelt den Wandel einer säkularisierten Gesellschaft, aber keine Abkehr von »biblischen Prinzipien«. Wir leben in dieser Gesellschaft und mit ihren Gesetzen, und es dürfte wohl eine gute Idee sein, sich daran zu halten. Ich bin also niemand, der eine Rückkehr zur Mehrehe vertreten würde. Allerdings kann ich sie auch nicht als »unbiblisch« klassifizieren.

Hat jemand von meinen männlichen Blogbesuchern mehrere Ehefrauen? Oder welche Blogbesucherin ist eine von mehreren Ehefrauen eines Mannes? Oder gibt es gar das Ehe-Modell einer Frau mit mehreren Männern?

Mehr zum Thema Polygamie: Wikipedia
Zum Bild: Jakob, Sohn des Isaak, trifft den Pastor - von johnbirch

Freitag, 3. April 2009

Eingerostet

Nach sehr langer Pause, und ich meine damit sehr sehr sehr lang, waren wir gestern im Abendsonnenschein wieder Joggen. Man macht sich ja keinen Begriff, wie schnell man einrostet ...
Ich kam mir vor wie ein Anfänger, und infolgedessen haben wir uns an einen Anfänger-Modus gehalten: 5 Minuten joggen, 3 Minuten gehen, 5 Minuten joggen, 3 Minuten gehen und so weiter. Nun ja, das war einigermaßen machbar und erträglich.
Aber dennoch: Die Waderln zwickten, das Herzerl bumperte, das rechte Knie protestierte, die Lunge meldete Bedenken an.

Dennoch lautet der Beschluss: Wer bestimmt hier eigentlich, das Knie oder ich? Die Waderln oder ich? Also wird nun wieder regelmäßig etwas für die körperliche Ertüchtigung getan. Ich bin gespannt, wie schnell oder langsam die alte Form erreichbar sein wird.