Freitag, 17. Juli 2009

Schönes Wochenende schon mal!

Man will ja nicht klagen über Arbeit, nein, das sei in Zeiten wie diesen ferne. Obwohl ich lieber Bücher lesen und Eigenes schreiben würde, das ist allerdings auch wahr. Jedoch: bis Ende Juli sind noch zwei CD-Programmierungen fertig zu stellen, also beschäftige ich mich wieder mal mit solchen netten Texten:


Noch dazu muss vor Montag früh das Arbeitszimmer komplett leergeräumt sein, weil dann die Handwerker in Sachen Renovierung und Möbeleinbau kommen. Leerräumen heißt in diesem Fall etwa 1.200 Bücher aus den Regalen nehmen, in Kartons packen oder an der Wohnzimmerwand hoch stapeln, dazu jede Menge Aktenordner und was sich sonst so im Lauf der Jahre ansammelt, vom Tonervorrat bis zum Glas mit Büroklammern. Ganz zu schweigen von all der Technik und Verkabelung: 2 PCs, Netzwerkswitch, 2 Drucker, diverse externe Festplatten...

Und dann hinterher alles wieder zurück ins neue Arbeitszimmer. Na ja. Man gönnt sich ja sonst nichts...

P.S.: Morgen gibt es an dieser Stelle eine Rezension über ein Buch, das in gewisser Weise zum Auftritt von U2 in Berlin passt. Ich hätte kostenlos ins Konzert gekonnt, aber die Arbeit lässt es leider nicht zu...

Donnerstag, 16. Juli 2009

Amazon ist mies drauf...

Wenn ich beim Kaufland, Obi, Penny oder sonstwo meinen Einkaufswagen fülle und zur Kasse schiebe, und dort nimmt man mir Waren wieder weg, die bereits drin liegen - wäre das Diebstahl? Kaum, da ich ja noch nichts bezahlt habe. Aber es wäre unverschämt und geschäftsschädigend, oder etwa nicht? Und wenn mir dann der Ladeninhaber die gleiche Ware zum verdoppelten Preis zurück in den Wagen legt - was ist das dann?

Nun gehöre ich zu den Tausenden, die gestern früh gegen 9:00 Uhr Windows 7 zum Sonderpreis bei Amazon kaufen wollten. Es gelang mir um 9:02 Uhr auch tatsächlich, den Artikel in den Einkaufswagen zu legen und »zur Kasse« zu gehen. Beim letzten Klick, der den Bestellvorgang abschließt, erschien dann eine 404-Fehler Seite. Nach mehrmaligem hin- und zurückklicken war um 9:04 dann plötzlich Windows 7 weg. Aus meinem Warenkorb geklaut. Und siehe da- runde 10 Minuten später lag die Software wieder in meinem Einkaufskorb - zum mehr als doppelt so hohen Preis. 119 Euro statt 49 Euro.

Ich sehe es ein, dass bei begrenztem Vorrat ein Artikel ausverkauft sein kann. Dann hat man eben Pech gehabt, falls man zu spät kommt. Aber ich kam nicht zu spät, der Artikel lag im Einkaufswagen und plötzlich verdoppelt sich der Preis - so etwas geht nun wirklich nicht bei seriösen Händlern. Ich schrieb also eine sehr sachliche und freundliche Mail an den Kundenservice. Zurück kam ein Standard-Schreiben mit Rechtschreibfehler (Kunden schreibt man groß), das vermutlich Tausende von Kunden bekommen haben:
Guten Tag,
vielen Dank für Ihr Schreiben an Amazon.de.
Wir möchten Ihnen einen effizienten und zufrieden stellenden Service bieten. Bitte entschuldigen Sie, dass wir in diesem Fall Ihre Erwartungen nicht erfüllen konnten.
Wir bedaueren sehr, dass Sie nicht in den Genuss der Vorbestell-Aktion "Windows 7 Home Premium für 49,97 EUR" gekommen sind. Aufgrund der sehr hohen Nachfrage war die vorbestellbare Menge zum Aktionspreis sehr schnell ausverkauft. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Wie ich sehe, ist der gewünschte Titel "Windows 7 Home Premium" nun auf unserer Website zum Preis EUR 119,97 gelistet. Wenn Sie weiterhin an dem Artikel interessiert sind, bitten wir Sie, diese über unsere Website zu bestellen.
Sicherlich haben Sie Verständnis dafür, dass aufgrund der Menge an kunden, die gleichzeitig versucht haben den Artikel zu bestellen, kam es teilweise zu Fehlermeldungen. Für diesen unglücklichen Vorfall entschuldige ich mich aufrichtig und bitte um Ihr Verständnis.
Wir hoffen dennoch Sie weiterhin durch unser reichhaltiges Angebot überzeugen zu können.
Es ist uns bewußt, dass diese Lösung nicht zufriedenstellend ist, aber möglicherweise konnten wir Ihnen einen kleinen Einblick in die Hintergründe geben.
Freundliche Grüße
Piyush Chandra Jha
Unser Ziel: das kundenfreundlichste Unternehmen der Welt zu sein
Ach ja? Das kundenfreundlichste Unternehmen der Welt hätte zumindest bei denjenigen Kunden, die den Artikel im Warenkorb hatten, auf eigene Kosten die Differenz zum teureren Preis übernommen und den Kunden beliefert.

Ich schrieb zurück:
Ein Standard-Erklärungs- und Entschuldigungsbrief ist keine Hilfe.
Sie schreiben: »Sicherlich haben Sie Verständnis dafür, dass aufgrund der Menge an kunden, die gleichzeitig versucht haben den Artikel zu bestellen, kam es teilweise zu Fehlermeldungen. Für diesen unglücklichen Vorfall entschuldige ich mich aufrichtig und bitte um Ihr Verständnis.«
Ich hatte den Artikel bereits im Einkaufswagen! Und dass er mir dort von Ihnen oder Ihrer mangelhaften Technik wieder heraus»gestohlen« wurde, das ärgert mich. So etwas ist unseriös und unfair, da können Sie sich nicht mit einem begrenzten Kontingent herausreden.
Wenn ich (als Dienstleister) einem Kunden eine Leistung zusage die ich nicht schaffen kann, er sie bestellt und ich dann nach dem April-April-Verfahren reagiere, dann bin ich meine Kunden bald los. Aber Amazon darf so etwas?
Vom Buch über DVD und Musik bis zum Laserdrucker, Bürobedarf und vieles mehr bin ich seit vielen Jahren zufriedener Amazon-Kunde gewesen ...
Es geht mir nicht um die 50 oder 60 Euro, sondern um die Unverschämtheit, mit der Amazon die Grundregeln des geschäftlichen Miteinander ignoriert. Vermutlich ist der Handelsriese zu riesig geworden?
Mein Einkaufswagen bei Amazon ist zur Zeit leer. Bücher, CDs, DVDs, Elektronik und Zubehör - so was gibt es doch auch andernorts?

P.S.: Update 17. Juli: Amazon ist gut drauf!

Mittwoch, 15. Juli 2009

Hartgekochte Eier

Gestern Eiswasser, heute hartgekochte Eier. Mich deucht, ich bin etwas restaurantlastig. Aber diese Geschichte wollte ich schon seit 1997 erzählen, ich bin bloß bisher nie dazu gekommen. Jetzt endlich, nachdem die lange Übersetzungsarbeit erledigt ist, berichte ich von jenem Mittag irgendwo, weißnichtmehrwo:

Es ist Mittag, ich bin in einer fremden Stadt, kenne mich nicht aus und kehre deshalb ein. Ich weiß zwar nicht, worauf ich Appetit habe, aber vielleicht weiß ich es doch, bin mir nur nicht ganz sicher. Die Kellnerin kommt mir entgegen, außer uns beiden ist niemand im Lokal. Ob heute ein Feiertag ist? Warum geht denn hier zu mittäglicher Stunde kein Mensch essen? Die Kellnerin betrachtet mich sehr genau, als ich mich hinsetze. Ein hübsches Gesicht hat sie, und sehr lange, schimmernde, hellhäutige Beine. Bei all dem dunklen Holz, das Wände verkleidet und aus dem die Möbel bestehen, schimmern sie um so heller. Wie mag sie heißen? Sie trägt kein Namensschild, wie man es sonst gelegentlich sieht.
Ich bitte sie: »Sagen Sie mir, was ich möchte.«
Sie meint: »Vermutlich wollen Sie hartgekochte Eier.«
Ein guter Vorschlag, bestätigt mein Magen. Oder ist es mein Gehirn? Egal. Jedenfalls stimme ich zu: »Prima Idee, richtig! Bringen Sie mir welche.«
Etwas huscht über ihr Gesicht, ein Lächeln wie ein vergänglicher Hauch Parfüm, wenn man auf der Straße an jemandem vorüber geht. Sie lächelt ganz kurz und sehr schüchtern: »Wir haben aber keine, Sie sind zur falschen Zeit gekommen.«
Dann ist das Lächeln wieder verflogen und sie fügt hinzu: »Ich weiß, dass Sie ein Künstler sind. Machen Sie eine Zeichnung von mir?«
Nun gut. Einstweilen kein Essen für mich. Vielleicht habe ich ja auch gar keinen Hunger. Da ich von Natur aus ein höflicher Mensch bin, sage ich freundlich: »Wenn ich könnte, würde ich das gerne tun. Aber ich zeichne nicht aus dem Gedächtnis.«
Etwas irritiert gibt sie zurück: »Aber ich stehe doch hier vor Ihnen! Haben Sie keine Augen im Kopf?«
»Das stimmt schon, aber ich habe meinen Zeichenblock nicht zur Hand.«
Da ist er wieder, der Hauch eines Lächelns. Wie kostbar ein solcher Moment ist, in einer fremden Stadt, eingekehrt in ein fremdes Gasthaus, die Freundlichkeit einer Fremden. »Ach so. Dann nehmen sie die hier«, sagt sie, und reicht mir eine Papierserviette, »darauf können Sie mich zeichnen.«
Ob ich dieses Lächeln noch einmal hervorzaubern kann? »Das würde ich tun, wenn ich könnte, aber ich weiß nicht, wo mein Bleistift geblieben ist.«
Sie zieht einen hinter dem Ohr hervor. Klingt sie etwas ungeduldig? »Nun aber los, zeichnen Sie mich. Ich bleibe ganz ruhig hier stehen.«
Ihr Mine bleibt ernst, fast konzentriert. Als müsste sie das Kunstwerk anfertigen. Ich male ein paar Striche auf die Serviette. Dann zeige ich ihr das Ergebnis.
Ein Lächeln? Nein. Im Gegenteil. Sie nimmt die Serviette und wirft sie zurück auf den Tisch. Die hübsche Stirn ist gerunzelt. »Das sieht überhaupt nicht aus wie ich!«
Ich sage: »Oh liebes Fräulein, ganz bestimmt sieht das aus wie Sie!«
»Sie machen wohl Witze?«
»Ich wünschte, das wäre so.«
Bin ich jetzt eigentlich unhöflich? Meines Charmes verlustig gegangen? Immerhin, rechtfertige ich mich vor mir selbst, hat sie mir nichts zum Essen gebracht und noch dazu eine Zeichnung verlangt. Seit wann bin ich denn Zeichner? Wenn ich überhaupt Kunst zustande bringen sollte, dann doch eher mit Worten ...
Unvermittelt fragt sie mich: »Sie lesen keine Literatur von weiblichen Autoren, oder?« Zumindest glaube ich, dass sie das gesagt hat. Falls ich mich nicht völlig verhört habe. Sie scheint gerne das Thema zu wechseln, ohne dass ich einen Anlass erkennen kann. Von den hartgekochten Eiern über das Zeichnen zum Bücherlesen.
»Hören Sie«, gebe ich zurück, »woher wollen Sie denn das wissen? Und überhaupt, welche Rolle könnte es spielen?«
»Sie machen nicht den Eindruck, das meine ich.«
Nun ja. Das kann ich nicht beeinflussen, welchen Eindruck ich auf sie mache. Aber immerhin kann ich den Irrtum aufklären. »Ganz falsch, völlig falsch!«, erkläre ich energisch.
Neugierig will sie wissen: »Und welche haben Sie gelesen?«
»Erica Jong.«
Sie geht einen Moment aus dem Raum in die Küche, ich schlüpfe vom Stuhl und trete wieder auf die belebte Straße hinaus. Doch niemand geht irgendwo hin.

P.S.: Kenner haben es längst erkannt: Diese kleine Geschichte wurde inspiriert von einer Passage im Song »Highlands«.
P.P.S.: Diese Erzählung ist auch in dem E-Book »Doch niemand geht irgendwo hin.« enthalten. Kostenlos für Kindle, Sony Reader und andere Geräte, auch als PDF. Hier klicken: Doch niemand geht irgendwo hin.

Dienstag, 14. Juli 2009

Eiswasser

Manches kann man noch nicht einmal schriftlich so übersetzen, dass es funktioniert. Man muss es im Original belassen und aussprechen. Also empfehle ich den geneigten Blogbesuchern, sich diese kleine Geschichte laut vorzulesen.

Letztes Jahr in Amerika bestellte ich in einem netten Restaurant zum Essen kein Getränk, da es ja dort sowieso immer Eiswasser kostenlos und so viel man möchte gibt. Die Kellnerin hatte sichtlich gute Laune und ein verschmitzes Lächeln auf dem Gesicht. War sie etwa 25 Jahre alt? Ich weiß es nicht, und das hat auch gar nichts mit dieser Geschichte zu tun. Hieß sie Sandy? Keine Ahnung, aber auch das hat nichts zu bedeuten, ausser dass ich einen Namen brauche, um weiter zu erzählen. Also nennen wir sie Sandy, okay? Sie steht am Tisch und lächelt.
Auf ihre Frage nach dem Getränkewunsch meinte ich: »Thanks, just some ice water.«
Sandy: »Alright, I'll bring you an onion.«
Vermutlich schaute ich etwas belämmert drein. »An onion?«
Sandy: »Yeah, you just bite into the onion. That will make your eyes water.«

Montag, 13. Juli 2009

Andrae, Sandra und Michael

Vielleicht sind einigen meiner Blogleser Andrae und Sandra Crouch ja ein Begriff. Sie gehören zu den etabliertesten Musikern aus dem christlich-charismatischen Lager. Die beiden Geschwister hatten über viele Jahre eine freundschaftliche Beziehung mit Michael Jackson.
Er habe kein »Übergabegebet« mit ihnen gesprochen, berichten Andrae und Sandra Crouch. Aber:
During our meeting, not unlike many other creative/music meetings we've had with him in the past, we sang together, prayed together and had a wonderful time.
(Wir sangen miteinander, beteten zusammen und genossen eine wunderbare Zeit bei unserem letzten Treffen, wie bei vielen vorangegangenen kreativ-musikalischen Zusammenkünften.)
Ich habe Michael Jackson häufig bedauert, wenn er wieder einmal zum Opfer der Gehässigkeit in den Medien wurde. Meist war es wohl der Neid, die Missgunst, die zu einschlägigen Berichten geführt hat. Sicher: Er führte kein vorbildlich frommes Leben, stürzte in allerlei Exzesse und stellte manches an, was ganz und gar nicht gut war. Er hat sehr viel Mist fabriziert. Wer unter uns ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein hinter ihm her, nachdem er selbst eine Meile in den Schuhen Michael Jacksons unterwegs gewesen ist.

Ich finde übrigens in meiner Bibel, egal welche Übersetzung ich zur Hand nehme, kein einziges »Übergabegebet«. Es sei denn, man will die Worte des neben Jesus gekreuzigten Verbrechers als solches bezeichnen.
Andrae and Sandra did in fact visit with MJ 2 times, once at the recording studio, and once at his home in the last 2 months, as recently as 3 weeks ago, asking for prayer concerning the anointing of the Holy Spirit, and how he could make his music more ‘spiritual’.
(Andrae und Sandra besuchten Michael Jackson in den letzten zwei Monaten zwei Mal, einmal im Studio und einmal zu Hause, drei Wochen vor seinem Tod. Er bat um Gebet bezüglich der Salbung des Heiligen Geistes und dafür, wie er seine Musik 'geistlicher' machen konnte.)
Soweit ich meinen Herrn und Erlöser Jesus Christus verstehe, entscheidet er anhand des Herzens eines Menschen. Und ein Herz, das sich nach der Salbung des Heiligen Geistes sehnt, ein Musiker, der seine Lieder mit geistlicher Tiefe ausstatten will, dürfte bei ihm in der Ewigkeit Trost, Frieden und endlich sehr viel Liebe finden.

Die Zitate stammen aus diesem Bericht: Gospel Artists Say They Did Not Lead Michael Jackson To Christ
Bild von ASBO Jesus

Sonntag, 12. Juli 2009

Kurz gesagt: Schön war’s.

Die Besucher – Waldbühne ausverkauft – warten geduldig auf Herrn Naidoo. Die Stimmung: Heiter, freundlich, familiär. Herr Naidoo lässt erst einen gewissen »Daniel Soundso« 40 Minuten singen, bevor seine Roadies noch mal gemütlich die Instrumente überprüfen und Wasserfläschen nebst Handtüchern verteilen. Die Berliner (und angereisten Gäste) sind wieder mal geduldig…

IMGP0966 Um 21 Uhr geht es dann endlich los. 22.000 Besucher bekommen 120 großartige Minuten Musik, einschließlich Liebeslieder, Anbetung, Gerichtsankündigungen und Trostreiches. Gänsehaut entsteht, als aus wohl so gut wie allen Kehlen der Ruf zum Himmel schallt: »Leg den Himmel über Deutschland!«

IMGP0979Erst nach Mitternacht waren wir zu Hause, aber es hat sich gelohnt. Ein beeindruckendes und bereicherndes Konzert. Danke, Xavier!

P.S.: Heute früh habe ich immer noch einen Ohrwurm im Kopf. Some things will change for the better, some things may change for the worse. So I'm writing you this letter, may you not be touched by the curse...

P.P.S.: Hier ein netter Bericht der Berliner Morgenpost: Wie Xavier Naidoo vor 22.000 Fans predigte

Voll auf Speed

DSL ist ja, so sagen die Experten, nicht gleich DSL. Abhängig von allerlei Einflussgrößen soll es mal schneller und mal langsamer funktionieren.

Nun war ich neugierig und habe einen Speedtest gemacht. Das Ergebnis mit dem Internet-Explorer 8:

speedtest-ie

Und mit dem Firefox 3.5 kam, eine Minute später, dieses Ergebnis zustande:

speedtest-ff

Und nun frage ich mich als Laie, was es wohl mit dem PING-Ergebnis auf sich haben mag.

Samstag, 11. Juli 2009

Denn Babylon verliert.

Aus meinem und aus jedem Leben,
das wir in Deine Hände geben,
hält sich der Tod für immer raus,
denn er hat nichts verloren in Deinem Haus.
Herr, Du bist der Einzige für mich
und jetzt kommt die Wahrheit auf den Tisch,
diese Welt wird vergehen, doch Du wirkst ewiglich.
Du birgst ewig Licht, doch sie seh'n es nicht.
Das gestrige Konzert der Söhne Mannheims haben wir wegen meiner Monsterübersetzungsdeadline nicht besucht, aber am heutigen Abend sind wir in der Waldbühne, um zu sehen und zu hören, was Herr Naidoo für Berlin bereit hält.
Leg den Himmel über Deutschland,
und auf das Glück, das ich erneut fand,
was du verbargst in deiner Hand.
Den Himmel über Deutschland.
Du legst Feuer an den Goldrand,
die ganze Welt steht bald in Brand.
Ich geb mein Herz in deine Hand.
Leg den Himmel über Deutschland.
Amen, Bruder Naidoo! Amen!

Freitag, 10. Juli 2009

Land in Sicht

Es schaut gut aus. Hoffnungsvoll. Heute abend noch einige Stunden und morgen, Samstag, circa fünf oder sechs weitere, dann ist das Übersetzungsprojekt, das ich am 6. Mai 2009 begonnen habe, fertig und beim Verlag abgeliefert.

Es fehlen »nur« noch 5 Kapitel, einige davon sind relativ lang, aber mich deucht, morgen Nachmittag kann ich singen: Lass dir sagen es ist Land an Sicht!

Somit kann ich voraussichtlich (heute ist ja erst Freitag) die Todeslinie (neudeutsch Deadline) von acht Wochen einhalten und mich dann zwei weniger riesigen Projekten widmen, die bis Ende Juli fertig und beim entsprechenden (anderen) Verlag sein müssen.

Am Samstagabend jedoch singe ich dann noch mehr, viel mehr, zum Beispiel:

Was willst du sehen? Feuer vom Himmel?
Noch vor hundert Jahren war der Himmel nicht feuerrot.
Was willst du sehen? Jesus auf einem Schimmel?
Er ist für unser Leben gestorben und am Kreuz hängt der Tod!

Das intoniere ich dann an geeigneter Stelle unter freiem Himmel mit rund 22.000 anderen Menschen zusammen.

Der Papst und die »Weltautorität«

Es ist wieder mal so typisch, dass man sich gar nicht mehr wundern sollte. Das Muster: Jemand sagt oder schreibt etwas in einem bestimmten Zusammenhang, und irgend ein Journalist pflückt sich einen Satz heraus, um eine Sensationsmeldung, wenn irgend möglich einen Skandal, künstlich zu erschaffen. Anschließend plappern viele gedankenlos nach, was dieser Galgenstrick fabriziert hat.
Das haben wir vor etlichen Monaten am Beispiel Eva Herman erlebt, und nun haben sich einige Blätter auf den Papst eingeschossen. Er fordere angeblich einen »Weltherrscher«, der alle Fäden in der Hand hält - und prompt tönt es schon aus allerlei frommen Nischen, dass es ja dem Papst wohl nur um den Antichrist gehen könne.

Nun bin ich nicht katholisch, halte den Papst auch nicht für unfehlbar in seinen Lehrmeinungen. Da ich Benedikt aus Bayern aber für einen aufrichtigen Christen halte, war ich neugierig, was er tatsächlich geschrieben hat. Hier gilt, wie so oft, das Motto: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

In Wirklichkeit hat der Papst lediglich gefordert, dass die bereits bestehende Organisation der »Vereinten Nationen« von einem bedeutungslosen Debattierclub zu einem Vökerbund werden müsste, der seine Beschlüsse auch um- und durchsetzen kann:
67.Gegenüber der unaufhaltsamen Zunahme weltweiter gegenseitiger Abhängigkeit wird gerade auch bei einer ebenso weltweit anzutreffenden Rezession stark die Dringlichkeit einer Reform sowohl der Organisation der Vereinten Nationen als auch der internationalen Wirtschafts- und Finanzgestaltung empfunden, damit dem Konzept einer Familie der Nationen reale und konkrete Form gegeben werden kann. Desgleichen wird als dinglich gesehen, innovative Formen zu finden, um das Prinzip der Schutzverantwortung anzuwenden und um auch den ärmeren Nationen eine wirksame Stimme in den gemeinschaftlichen Entscheidungen zuzuerkennen. ... Um die Weltwirtschaft zu steuern, die von der Krise betroffenen Wirtschaften zu sanieren, einer Verschlimmerung der Krise und sich daraus ergebenden Ungleichgewichten vorzubeugen, um eine geeignete vollstän-dige Abrüstung zu verwirklichen, die Sicherheit und den Frieden zu nähren, den Umweltschutz zu gewährleisten und die Migrationsströme zu regulieren, ist das Vorhandensein einer echten politischen Weltautorität, wie sie schon von meinem Vorgänger, dem seligen Papst Johannes XXIII., angesprochen wurde, dringend nötig. ... Die ganzheitliche Entwicklung der Völker und die internationale Zusammenarbeit erfordern, daß eine übergeordnete Stufe internationaler Ordnung von subsidiärer Art für die Steuerung der Globalisierung errichtet wird und daß eine der moralischen Ordnung entsprechende Sozialordnung sowie jene Verbindung zwischen moralischem und sozialem Bereich, zwischen Politik und wirtschaftlichem und zivilem Bereich, die schon in den Statuten der Vereinten Nationen dargelegt wurde, endlich verwirklicht werden.
Das klingt mir nun gar nicht nach der Forderung, einen Antichristen zu etablieren. Weiter unten in seinem Text schreibt der Papst:
78.Ohne Gott weiß der Mensch nicht, wohin er gehen soll, und vermag nicht einmal zu begreifen, wer er ist. Angesichts der enormen Probleme der Entwicklung der Völker, die uns fast zur Mutlosigkeit und zum Aufgeben drängen, kommt uns das Wort des Herrn Jesus Christus zu Hilfe, der uns wissen läßt: »Getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen« (Joh 15, 5) und uns ermutigt: »Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt« (Mt 28, 20).
Und auch diese Sätze stehen in der Enzyklika:
79.Die Entwicklung braucht Christen, die die Arme zu Gott erheben in der Geste des Gebets, Christen, die von dem Bewußtsein getragen sind, daß die von Wahrheit erfüllte Liebe, caritas in veritate, von der die echte Entwicklung ausgeht, nicht unser Werk ist, sondern uns geschenkt wird. Darum müssen wir auch in den schwierigsten und kompliziertesten Angelegenheiten nicht nur bewußt reagieren, sondern uns vor allem auf seine Liebe beziehen.
Na, wo steckt er nun, der Bumann? Im Vatikan oder in den Pressebüros gewisser Medien?

Den kompletten Text der Enzyklika gibt es hier: Caritas in veritatae
Foto ebenfalls von Welt Online