Dienstag, 30. März 2010

Den Tod nicht verleugnen – Dennis Hopper

Dennis Hopper stirbt an Prostatakrebs, aber er hat es sich nicht nehmen lassen, zur Enthüllung seines »Star of Fame« in Hollywood persönlich zu erscheinen. Sichtlich freute er sich besonders, als sein Kollege Jack Nicholson sich für die Fotographen neben ihn setzte.

Screenshot von CNN

Wir werden wohl in den nächsten Tagen oder Wochen die Todesnachricht lesen und hören. Mancherorts wird derweil darüber gestritten, ob ein solches öffentliches Sterben angemessen wäre, es ist wohl manchen Menschen einfach unangenehm, dadurch an die eigene Sterblichkeit erinnert zu werden.

Es passt zu Dennis Hopper, sich nicht zu verstecken, sondern die fröhlichen Momente, die das Leben ihm noch schenkt, auch zu genießen. Er verleugnet weder vor sich selbst noch vor der Öffentlichkeit sein Sterben. Ein mutiger Mann, dieser große Schauspieler.

Hier: Das Video von der Star of Fame Enthüllung.

Montag, 29. März 2010

Laut gelacht…

…haben wir gestern, auf dem heimischen Sofa sitzend, als Herr Lindner Herrn Ernst lobte:

Martin Lindner: "Vor allen Dingen von Linken wie Ihnen, wo immer wieder auf der einen Seite gefordert wird, wir sollen hier bluten für die anderen, und auf der anderen Seite wird gesagt, wie schlecht es hier in Deutschland zugeht. Das ist doch nicht die Wahrheit und das wissen Sie auch, Herr Ernst, als durchschnittlich intelligenter Mensch." © NDR Fotograf: Wolfgang Borrs

Der solchermaßen Gebauchpinselte schien das Lob gar nicht zu verstehen. Vielleicht war ja »durchschnittlich« in der Bewertung doch zu hoch gegriffen?

Datenschutz ist pfui?

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Wenn die Stiftung Warentest etwas kritisiert, dann muss es ja wohl pfui sein. Laut »WELT Online« kritisiert die Stiftung Datenschutz in Online-Netzwerken. Und ich dachte immer, Datenschutz wäre gut…

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Und wann hat denn der amerikanische Häuptling den Namen gewechselt? Hieß der nicht Barack Obama? Seit wann ist aus Barack Afghanistan geworden? Und geht so eine Namensänderung überhaupt, während man Häuptling von Amerika ist?

Samstag, 27. März 2010

Gastbeitrag Jakob van Hoddis: Weltende

Weltende

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
In allen Lüften hallt es wie Geschrei.
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.

Quelle

Freitag, 26. März 2010

Wer bist du, Jessika? - Teil 2

image Wie angekündigt kommt rechtzeitig zum Wochenende die Fortsetzung. Wer Teil eins versäumt hat: Hier entlang!
Die abstimmenden Leser hatten das Wort und ich folge ihrem Votum, das mit 89,5% für eine Fortsetzung deutlich ausfiel. Knapp 24% der mit »Ja…« Stimmenden hatten sich gewünscht, dass Bernd von der Rätselhaften genasführt wird – nun ja. Die Mehrheit war anderer Meinung. Jessika selbst übrigens auch. So viel weiß ich inzwischen von ihr: Sie ist kein braves Mädchen. Wirklich kein braves Mädchen.
Heute werden wir sie ein wenig besser kennen lernen, ohne jedoch bereits durchblicken zu können.

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»Ich weiß nicht, wer du bist, aber dass du bist, ist mir klar«, meinte Bernd. »Immerhin sitzen wir hier am Tisch und nachher liegen wir voraussichtlich im Bett, um dem nächsten Tag entgegen zu schlafen.«
»Hinterher«, erklärte Jessika und kniff erst das rechte, dann das linke Auge zu.
Die erotische Komponente ihrer Liebe war so vollkommen wie das ganze Zusammenleben, das ihn zunehmend irritierte. Zu schön, zu gut, zu perfekt, um wahr zu sein. Und eigentlich für seinen Geschmack – oder besser gesagt für seine Persönlichkeit – viel zu schnell Wirklichkeit geworden.
Kennen gelernt hatte er Jessika vor rund vier Wochen, überfallartig, unversehens, aus heiterem Himmel und auf eine Weise, die er für seine literarischen Figuren als unglaubwürdig verworfen hätte. Kein Leser würde einem Autor so etwas abnehmen, zumindest kein Leser mit nennenswerter Intelligenz. Aber das Leben hatte wieder einmal bewiesen, dass er weitaus merkwürdiger sein konnte als die Fiktion.
Er hatte auf dem Weg zum dringend notwendig gewordenen Lebensmitteleinkauf wie üblich den Aufzug benutzt. Das Licht, das normalerweise das Kommen der Kabine signalisierte, flackerte kurz und erlosch wieder, er hörte jedoch das Poltern und Quietschen, das diesem altertümlichen Fahrstuhl eine fast schon persönliche Note gab. In den zwanzig Jahren, die Bernd hier wohnte, hatte er kein einziges Mal beobachtet, dass eine Wartung oder Überprüfung des Aufzuges durchgeführt worden wäre. Er hätte in jedem anderen Gebäude einen solchen Lift misstrauisch gemieden, aber die Macht der Gewohnheit, gepaart mit der Mühsal, acht Stockwerke zu Fuß zu bewältigen, überwog jegliche Bedenken, die gelegentlich bei besonders misstönendem Quietschen aufkamen. Es war zwanzig Jahre lang nichts passiert, also machte er sich wenig Sorgen, wenn er die knarzende Kabine betrat.
In Gedanken noch mit einer Idee beschäftigt, aus der gerade eine neue Kurzgeschichte werden wollte, stieg er ein und drückte auf die Taste mit dem E.
Im sechsten Stockwerk hielt der Lift, eine ihm unbekannte junge Frau stieg zu, der Fahrstuhl setzte sich wieder in Bewegung, um dann zwischen dem vierten und dritten Stockwerk mit einem Ächzen stehen zu bleiben. Das magere Licht in der Kabine verlosch. Eine Notbeleuchtung war genauso wenig vorhanden wie ein Alarmknopf oder gar ein Telefon, wie man es in moderneren Fahrstühlen fand.
Sein Mobiltelefon lag in der Wohnung auf dem Schreibtisch; zum Einkauf pflegte er es nicht mitzunehmen. Eigentlich vergaß er es so gut wie immer, wenn er das Haus verließ. Er mochte Telefone grundsätzlich nicht, das Mobilgerät hatte er nur angeschafft, um unterwegs im Notfall Hilfe anfordern zu können. Abgesehen von einer Autopanne wegen defekter Batterie vor zwei Jahren war der Notfall noch nicht eingetreten. Jetzt, im Fahrstuhl stecken geblieben, zweifellos ein geeigneter Fall für einen Notruf, war das Gerät nicht zur Hand.
»Sagen Sie«, fragte Bernd in die Finsternis hinein, »haben Sie ein Telefon bei sich?«
Seine Gedanken kamen ihm abhanden. Die junge Frau sagte nichts. Stattdessen fühlte er, wie sich eine warme Hand auf seinen Arm legte und sanft seine Haut zu streicheln begann. Er war irritiert, aber unangenehm fühlte sich das nicht an. Eine zweite Hand begann, sein Haar zu durchfurchen.
»Moment mal, bitte, was soll das?«, fragte er.
Die Antwort bestand aus weichen Lippen, die sich auf seinen Mund drückten. Verdattert, aber dann doch nicht widerwillig, gab Bernd nach. Er war sicher, die junge Dame nicht zu kennen, dennoch empfand er diesen unerwarteten Moment wie vertraut, als küssten sie sich täglich viele Male, seit Jahren, ein ganzes Leben lang... – seine Gedanken kamen ihm abhanden, während die Unbekannte sich eng in seine Arme schmiegte. Bernd war sicher, dass er träumte. Einen ziemlich angenehmen, womöglich gar feuchten Traum offensichtlich, denn die Veränderung unterhalb seiner Gürtellinie blieb weder ihm noch derjenigen verborgen, die sich nun noch enger an ihn drückte.
Er versuchte, sich zu erinnern, wie die junge Frau eigentlich aussah. Als sie den Lift betrat, hatte er sie kaum angeschaut, nur einen kurzen Blick geworfen, ob es sich um jemanden handelte, den man grüßen, mit dem man ein paar Worte wechseln musste. Aber sie war ihm fremd gewesen. Also hatte er »Guten Tag« gemurmelt und wieder weggeschaut, auf die Stockwerksanzeige, denn in einer engen Kabine jemanden anzustarren war so unhöflich wie ein Sarrazin auf Hochtouren, wenn es um kleine Kopftuchmädchen ging. Er erinnerte sich nur an dunkle Haare, glatt, schulterlang, ein unauffälliges aber durchaus hübsches schmales Gesicht. Soweit er sich ihr Bild vergegenwärtigen konnte, trug sie Jeans und eine violette Bluse. Seine Hände ertasteten Seide über warmer Haut. Verstand und Zeit standen still.
Die Unbekannte sprach noch immer kein Wort, als runde fünf Minuten später das Licht anging und der Lift sich rumpelnd wieder in Bewegung setzte. Bernd betrachtete ihr Gesicht, ihr feenhaftes Lächeln, die klitzekleinen Grübchen in ihren Wangen. Er hatte die Frau noch nie gesehen, und doch war sie so vertraut, als hätte er bereits ein halbes Leben mit ihr geteilt. Das Gefühl der Unwirklichkeit nahm zu. Vermutlich würde er gleich aufwachen, mit Bedauern. Aber noch träumte er offensichtlich.
»Wer sind Sie?«, fragte Bernd.
Der Fahrstuhl hielt im Erdgeschoß und nach einem Zwinkern, an dem erst das rechte, dann das linke Auge beteiligt war, verschwand die junge Frau leichtfüßig durch den Flur hinaus auf die Straße.
In der Tür drehte sie sich kurz um und sagte »Jessika«.
Bernd stand noch immer fassungslos in der Fahrstuhlkabine und wartete darauf, nun in seinem Bett aufzuwachen. Erst als die Türe sich schließen wollte, setzte auch er sich in Bewegung. Auf der Straße waren Menschen unterwegs, aber nach Jessika suchten seine Blicke vergeblich.
Während er dem Supermarkt zustrebte, fuhr der Lift wieder in den achten Stock hinauf. Familie Aksu, die seit zwei Jahren neben Bernd wohnte, stieg ein zur letzten Fahrt des altertümlichen Fahrstuhles. Herr Aksu wog 110 Kilogramm, seine Frau 75. Die vier Kinder hätten zusammen 160 Kilogramm auf die Wage gebracht, wenn es ihnen gelungen wäre, gemeinsam auf eine zu steigen. Auf eine solche Idee waren sie natürlich nie gekommen. Und in einer halben Minute sollte es mit allen Ideen sowieso für immer vorbei sein. Der Fahrstuhl war für drei Personen zugelassen, 280 Kilogramm stand auf dem Messingschild als Höchstbelastung. Doch die Macht der Gewohnheit, gepaart mit der auch Bernd zueigenen Bequemlichkeit, überwog seit Monaten – schließlich waren sie immer, zwar in drangvoller Enge, aber doch sicher, hinauf und hinunter gefahren.
Herr Aksu drückte auf den Knopf mit dem E, ruckelnd setzte sich die Kabine in  Bewegung. Das charakteristische Quietschen der Mechanik verlor jeden halbwegs romantisch-freundlichen Charakter, während die Verankerung der Seile nachgab und die Kabine ungebremst abstürzte.

Dreißig Minuten später bog Bernd wieder in seine Straße. Die Feuerwehr war noch dabei, die Leichen zu bergen. Zwei Polizisten wollten ihm den Zugang zum Haus verwehren, sein Personalausweis überzeugte die Beamten jedoch, dass Bernd ein Hausbewohner war. Was passiert war, wollten oder konnten sie ihm allerdings nicht sagen. Er solle zügig weitergehen und die Rettungsarbeiten nicht behindern, mahnte man ihn.
Er trug den gut gefüllten Einkaufskorb die Treppe hinauf. Im sechsten Stockwerk war Jessika zugestiegen, er setzte den Korb ab, um die Klingelschilder zu studieren. Links wohnte eine alte Dame, rechts ein zerstrittenes Ehepaar in den Vierzigern und in der größeren Wohnung in der Mitte eine Gruppe Studenten. Früher hatte man so etwas Kommune genannt und als anrüchig betrachtet, heutzutage waren studentische Wohngemeinschaften in Berlin an der Tagesordnung. Es standen keine Namen an der Tür, sondern »WG Jura«. Die mittleren Wohnungen im Haus hatten vier Zimmer, Bernd bewohnte selbst eine solche.
Er hatte nie Kontakt mit den Studenten, der Beschriftung nach wohl angehende Juristen, gehabt, sah hin und wieder junge Leute im Treppenhaus oder im Fahrstuhl, aber wer nun dort wohnte oder nur Besucher war, wusste er nicht. Er hatte auch nie besonders auf die Nachbarn geachtet. Er lebte allein und zurückgezogen, seit er mit siebzehn Jahren das Elternhaus verlassen hatte. Die kurze Episode mit Monika lag sechzehn Jahre zurück, und sie war so kurz gewesen, dass weder sie noch er überhaupt einen Gedanken an eine gemeinsame Wohnung verschwendet hatten. Kurz, aber nicht ohne Folgen.

»Guten Morgen«, grüßte eine Stimme hinter ihm, als er zwei Wochen später den Hausbriefkasten auf Post kontrollierte. Er drehte sich um und da stand sie.
Jessika.
Sie trug weiße Jeans, Sandalen und ein weißes T-Shirt. Bernd betrachtete ihre gebräunte Haut und die dunklen klaren Augen unter langen Wimpern, ihre jugendliche Frische ohne erkennbares Make-up gefiel ihm. Die dunkelblonden Haaren trug sie in der Mitte gescheitelt, zwei winzige Diamanten als Ohrstecker, um den Hals ein feingliedriges silbernes Kettchen.
»Guten Morgen, Bernd«, wiederholte sie.
»Äh, hallo Jessika. Guten – also – äh – wie  geht es Ihnen – äh dir?«, stotterte er. Er nahm an, dass nach dem Vorfall im Fahrstuhl das unpersönliche Sie nicht mehr angebracht war.
»Gehst du gerade oder kommst du?«, fragte sie statt einer Antwort.
»Ich wollte ins Café an der Ecke, frühstücken«, erklärte Bernd. »Die haben da einen Raucherraum. Darf ich Sie – dich einladen?«
»Gerne.«
Sie legte ihm den Arm um die Taille, zögernd umfasste Bernd ihre Schultern. Wie ein verliebtes Paar gingen sie die Straße hinunter. An diesem warmen Sommermorgen überlegte Bernd erneut, ob er in einem Traum gefangen sei. Er war überhaupt nicht der Typ Mann, der mit fremden Frauen flirten konnte oder wollte, nicht der Draufgänger, der keine Gelegenheit ausließ, sich zu paaren. Ganz im Gegenteil. Die letzte erotische Zweisamkeit mit einer Frau lag 16 Jahre zurück. Und Monika war keine Fremde gewesen, von der er nichts wusste außer ihren Namen.
Nun verhielt er sich mit dieser rätselhaften Jessika, als seien sie seit langem ein Paar. Und vor allem, das war das Sonderbarste, wollte dieses unerklärliche Gefühl der Vertrautheit nicht weichen. Sie konnten nur so, in engem Körperkontakt, nicht etwa einfach nebeneinander, die Straße hinuntergehen. Alles andere wäre unangebracht, fehl am Platze, gewesen. So unangebracht, wenn er nüchtern überlegte, wie die Minuten im Fahrstuhl.
»Also neulich, als der Lift stecken blieb«, sagte er zögernd, »war ich – was war das? Wieso hast du…?«
»Du schuldest mir eine Revanche«, meinte sie lächelnd.
»Was schulde ich? Ach, äh, nein nein, das Ganze ist einfach unglaublich. So etwas passiert nicht. Wer bist du überhaupt?«
»Ich bin 19 oder 26. Und du?«
Offenbar konnte sie so gut wie nie auf eine einfache Frage eine klare und eindeutige Antwort geben. Sie hätte Politikerin werden sollen, womöglich war sie es ja sogar? Nein, zu jung. Er betrachtete sie aufmerksam von der Seite, während sie das Café betraten. Sie wirkte älter als 19 und jünger als 26, aber es mochte auch eine der beiden Angaben stimmen. Im Schätzen des Alters seiner Mitmenschen war er nicht sonderlich treffsicher.
»Einundvierzig«, antwortete er, als sie an einem Tisch am Fenster Platz nahmen. »Damit bin ich mindestens 15 Jahre älter als du, höchstens 22. Findest du das nicht etwas befremdlich?«
Jessika sagte: »Wie viel dummer Unfug und schwachsinniger Aufruhr war nötig, um euch beide zusammenzubringen.« Es klang nicht wie eine Frage, sondern wie eine Feststellung.
»Was? Ich verstehe nicht.«
»Ein Zitat aus einem Buch. Amanda Cross hat es geschrieben, es heißt Eine feine Gesellschaft.«
»Ach so, ja. Ich habe es vor Jahren gelesen. Ein Krimi im Universitätsmilieu, soweit ich mich erinnere.«
Jessika griff nach der Zigarettenschachtel, nahm zwei Pall Mall heraus. Bernd gab ihr Feuer. Eine Zigarette reichte sie ihm.
»Wann erscheint dein nächster Roman?« fragte sie, nachdem sie zwei tiefe Züge inhaliert hatte.
Bernd sah seine Begleiterin erstaunt an. Kaum jemand in der Nachbarschaft wusste, dass er unter einem Pseudonym Bücher schrieb.
Hakan, Inhaber und am Vormittag einziger Mitarbeiter des kleinen Cafés, stellte ein Kännchen Kaffee, einen kleinen Milchkrug, eine große Tasse und ein Croissant vor Bernd auf den Tisch. Sein Stammgast wollte immer das Gleiche und musste schon lange nicht mehr darum bitten. Hakan lächelte Jessika fröhlich zu: »Was darf es für die junge Dame sein?«
»Kaffee, mit Milch und ein Croissant«, antwortete Jessika, »wie Bernd.«
»Kommt sofort.«
Hakan ging zur Theke und Jessika sagte: »Tut es dir denn jetzt eigentlich leid um die Familie Aksu?«
Bernd brauchte einen Augenblick, um die Frage zu verstehen. Seine Gedanken waren nicht bei dem Fahrstuhlunglück gewesen. Er entgegnete: »Natürlich tun mir diese Menschen leid. Es ist schon eine Tragödie. Die ganze Familie auf einen Schlag tot…«
Jessika runzelte wie nachdenklich die Stirn. »Ich dachte, das war in deinem Sinne…«
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Diese Bemerkung lässt ja eigentlich nur einen Schluss zu: Jessika hat etwas mit dem Absturz der Kabine zu tun gehabt. Kein braves Mädchen, wirklich nicht. Und unser Bernd? Das dürfen die Leser entscheiden:


Ich dachte, das war in deinem Sinne…
Bernd ist verliebt: Er sieht nur rosarote Blümchen.
Bernd schöpft Verdacht: Ist Jessika tödlich?
Auswertung

Donnerstag, 25. März 2010

He, Gemann! (Das ist KUNST! Basta!)

Was war denn eigentlich geschehen? Ich blickte zurück: Nachdem ich mich mit einem äußerst unerfreulichen Thema, das mich völlig runtergezogen hat, viel zu lange beschäftigt habe, traten bei mir gestern gar sehr heftige körperliche Symptome auf: Durchfall, unsägliche Kopfschmerzen und eine allgemeine Schwächeattacke.
Dabei hatte alles so harmlos begonnen. Newsweek just published its list of best albums of the decade, and Bob Dylan's "Love and Theft", released on 9/11/2001, is #2, las ich und zuckte mit den Schultern. War das wirklich eine Nachricht? Wenn Ihr zu Hause den Wasserhahn aufdreht, dann seid Ihr es vermutlich gewohnt, dass das, was Euch da entgegen sprudelt, sauberes Wasser ist. Nun will Hannelore Kraft von der SPD Langzeitarbeitslosen eine neue Freude machen. Sie sollen Senioren in Altenheimen BücherEi Ei Ei vorlesen, die Straßen kehren und sich in Sportvereinen nützlich machen. Eine Schlüsselrolle kommt dabei Pfarrern, Pastoren und den jeweiligen Leitungsgremien einer Gemeinde zu. Drehten sich meine Gedanken etwas im  Kreis? Egal. Contribute!
Dass Schriftsteller gemahnt, bedrängt und auf aufdringliche Weise behandelt werden - das ist vor allem schlechte Erziehung der Leser. Unsere Initiative soll auf eine breitere Basis gestellt werden. Dazu dienen Interessen- und Arbeitsgruppen, die sich mit verschiedenen Zielgruppen unserer Stadt und einigen Bereichen der geistlich-missionarischen Herausforderung der Großstadt befassen sollen. Ich begleitete eine Bus-Tour, und in besagter Stadt fehlte uns die Übersicht (oder der Stadt mangelte es an Übersichtlichkeit). Wir fanden unseren Weg nicht und hielten an einem kleinen Elektroladen. Eine freundliche Dame erklärte ungefragt: Die Idee, den Vorgarten zu erweitern, ist nicht neu. Das habe ich ja auch schon mal gemacht, dort, am westlichen Grundstücksrand. Aha, dachte ich. Ob nun Grundstück oder Sichtweise: Das Herz wird leicht. Hinterher fragt man sich, warum man das, was belastet hat, nicht schon früher losgelassen hat.
Es gibt 77717 registrierte Mitglieder im Ganzen, davon 760 auf diesem Board, erklärte man mir fachkundig. Seit ich vor 15 Jahren zum ersten Mal ein arabisches Land besuchte, habe ich ein Stück meines Herzens an die Menschen, die in dieser Region leben, ihre Kultur und Lebensweise verloren. Die neue Wohnung ist mördergeil. Jetzt erstmal Intenet und Telefon einrichten, Schreibtisch aufbauen und tausend Kartons auspacken.
Noch vor dem Einrichten des Telefons rief jemand an und meinte: If you’re not clear on the rules, let Jeremy Piven break things down for you. Ich blickte nachdenklich aus dem Fenster. Hier rennen einige Leute vorbei, die mitnichten hier wohnen, wohl aber arbeiten. Dachbodenausbauer. Alle mit dieser neuen Sportzeitung unter dem Arm oder in der Tasche. Einer ruft: Die erste Ausgabe habe ich schon mit Genuss verschlungen und umso gespannter bin ich nun auf die Zweite! Mir grauste es, ganz bitterlich. Ein sehr kalter Schauer überfuhr mich. Etwas ähnliches passiert, wenn man den Organisten, der meist hinten oben unsichtbar irgendwo spielte, durch eine Band vorne auf der Bühne ersetzt, die Alles richtig!(mangels anderer Symbole und Kunstwerke) auch noch den Blickfang abgeben muss, ergo auch gestylt und auf Dauerlächeln beziehungsweise andächtig-verklärte Blicke getrimmt wird. Mein Blick fiel auf einen angegrauten Zettel, der auf dem Fußboden lag: Eingeladen sind Wissenschaftler aus Archäologie, Ägyptologie, Kunstgeschichte oder Geschichtswissenschaften, Kultur-, Religions- und Sozialwissenschaften, Theologen , Ethnologen, Soziologen, Psychologen und Religionswissenschaftler.
Site Temporarily Unavailable durchfuhr es mich beim Lesen, und: Natürlich konnten sich die Kleinen am Ende auch einen tollen Gewinn abholen.
But… then I thought shit. Is radical hospitality about saying “please join us…that is if we aren’t inconvenienced and we don’t have to change anything from the way we like it”?
Die leise kleine Stimme, tief drinnen, meinte: Jetzt wird sich der geneigte Leser vielleicht so langsam fragen: Was will er uns denn nun eigentlich sagen? Ich antwortete selten auf die kleine leise tief drinnen wohnende Stimme, aber nun sagte ich laut und deutlich: There is something unearthly and mysterious deep in Ackerman's Field in rural Maine.
Ironie hat immer etwas Paradoxes. Man sagt etwas anderes, als man meint, um etwas ins Lächerliche zu ziehen.
Doch nun, da sich mittlerweile sogar der März 2010 langsam dem Ende zuneigt, wird es Zeit, meinen Rückblick auf das vergangene Jahr zu beenden. Du sollst mir mein Nutellabrot streichen! Dazu bedürfe es allerdings einer Sicht, die Veränderungen nicht als Störung und Umbrüche nicht als Gefahr sehe.
3 Tage Holland. Wind. Küste. Wellen. Kopje Koffie. Nachdenken, beten, weinen, lachen. Warum überfielen mich ständig solche Erinnerungen? Trotz aller Versuche, nicht zurückzuschauen. Eine umfassende Auswahl zu dem Werk der bekanntesten Philosophen von der Antike bis in die Neuzeit, darunter Platon, Aristoteles, Cicero, Thomas von Aquin, Blaise Pascal, Francis Bacon, René Descartes, Voltaire, Immanuel Kant, Jean Paul, Ludwig Feuerbach, Charles Darwin, Arthur Schopenhauer, Friedrich Nietzsche, Karl Marx, Max Weber. Alle hatte ich gelesen und erkannt: Ein Zwerg wird nicht größer, auch wenn er sich auf einen Berg stellt.
Letztendlich blieben nur die wirklich wichtigen Fragen. Woher stammt das Gerücht, Verona Pooth mache neuerdings für Second-Hand-Klamotten Werbung? Welche Unterwäsche tragen Bangbüxen? Wo liegt das Land Konzentrat? Und warum verkauft Oliver Pocher Eheringe? Und wer könnte schon behaupten: Wir haben die Antworten!
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Falls irgend ein Leser bis hierher durchgehalten haben sollte, will ich dieses Kunstwerk gerne noch kurz erklären: Ich habe da eine Hegemann gebaut; wenn’s Musik wäre, hätte ich dementsprechend einen Bushido gesampelt. Alles, was kursiv gesetzt ist, stammt von mir. Der Rest ist – von oben nach unten durchklickend – von den unter »Hier und Dort« verlinkten Seiten kopiert. Ohne groß auszusuchen, einfach irgend einen Satz oder zwei. Anschließend habe ich das Kursive dazwischen geschrieben.
Das sei Unfug, Unsinn und Unart, meint da jemand vorlaut? Macht ja nix.

Mittwoch, 24. März 2010

Philips: Vorbildlicher Kundendienst

Philips Dect Telefon SE5652B/38, Duo, AB mit 60 Min. mit Bedienung an der BasisIch bin kein Freund des Telefonierens, aber es ist heutzutage unumgänglich, zumal für Selbständige wie die beste aller Ehefrauen, telefonisch erreichbar zu sein und Auftraggeber oder Kunden anrufen zu können. Gelegentlich telefoniere ich sogar persönlich.

Ein Anrufbeantworter mit ordentlicher Aufzeichnungsdauer, zwei schurlose Geräte, das Ganze für 79 Euro… – unsere Wahl fiel auf eine Philips-Anlage, als wir im Dezember 2009 unser betagtes und störanfälliges Telefon ausmustern wollten.

Anfang März 2010 wollte das eine der beiden Telefone nichts mehr tun, außer mit Tasten und Bildschirm zu blinken, als sei es ein optischer Rhythmusgeber für Musikanten. Nach ein paar erfolglosen Versuchen, das Gerät wieder dienstbar zu machen (Akkus herausnehmen, zehn Minuten ohne Strom lassen…), suchte ich im Internet nach dem Philips Kundendienst, fand schnell das benötigte Formular zum Einsenden samt Paketaufkleber, der kein Porto vom Kunden verlangt. An einem Montag ging das störrische Gerät auf die Reise, ohne die Telefonanlage, denn dann wären wir ja telefonlos gewesen. Das zweite Telefon immerhin funktionierte bestens.

Am darauffolgenden Donnerstag brachte der Postbote eine nagelneue komplette Telefonanlage, Basisgerät mit Anrufbeantworter, Ladeschale und zwei Telefone. Nicht etwa nur ein Austauschgerät. »Komplettaustausch nach Vorgabe des Herstellers« stand auf dem Lieferschein. Kosten? Null Euro.

Es gibt ihn also doch noch, den Kundendienst, der dem Kunden dient. Nach meinen Erfahrungen mit dem verlogenen »armardi-shop« und dem andauernden Trauerspiel mit ASUS ein wahrer Lichtblick. Also sage ich erfreut, laut und deutlich: Danke, Philips!

P.S.: Die Computer-BILD Redaktion hat Interesse an meiner ASUS-Geschichte zu erkennen gegeben. Ich habe jedoch erst einmal an die ASUS-Pressestelle geschrieben, ob man sich dort wirklich solche Berichte (mein Blobeitrag war natürlich dabei) in der Computer-Fachpresse wünscht. Daraufhin meldete sich ein womöglich kompetenter Mensch vom Kundenservice Deutschland, der sich der Angelegenheit zügig annehmen will. Ich warte mal eine oder zwei Wochen ab…

Dienstag, 23. März 2010

Dies und das. Und jenes.

image Dies: Die Fortsetzung der Jessika-Geschichte wird noch etwas auf sich warten lassen. Vielleicht kommt sie pünktlich zum Wochenende. Es spielt ein altersschwacher Fahrstuhl eine Rolle, soviel ist klar, aber Jessika will sich meiner Idee der ersten Annäherung an Bernd nicht so recht fügen. Sie will viel mehr von ihm, als ich ihr in der Fortsetzung zugestehen möchte.

Das: Am vergangenen Sonntag waren wir in einer landeskirchlichen Gemeinschaft zum Gottesdienst. Es hat mir dort sehr gut gefallen, die Predigt über die »Seligpreisungen« hielt ein Wissenschaftler. Intelligent und alltagsrelevant. Am Schluss gab es eine angenehm kurze und aufrichtige Ankündigung zur Kollekte: »Zur Deckung unserer Kosten sind wir auch auf Ihre Mithilfe angewiesen. Wir sammeln jetzt die Kollekte ein.«

Und jenes: »Die letzten werden die ersten sein«, dachte sich unser Berliner Fußballverein, der so heißt wie eine Wurstfabrik, und besiegte den Ersten in der Bundesliga mit 5:1. Aber hallo! Na so was. War das ein Ausrutscher oder machen die jetzt so weiter? Meine Kollegen fachsimpeln fachkundig; ich verstehe nichts vom Fußball, außer: Das Runde muss ins Eckige. Schaun mer mol…

Montag, 22. März 2010

Schule geschwänzt?

Bei der Arbeit an einem Lehrwerk für den Deutschunterricht fiel mir gestern auf, welche Unterrichtseinheiten in den Klassenstufen 7 und 8 diejenigen wegen Krankheit oder Faulheit versäumt haben, die für solche Werbung verantwortlich sind:

sprachmuell1 sprachmuell2

sprachmuell3

sprachmuell4

sprachmuell5

Die Herr- und Damenschaften haben es versäumt diesen beiden Unterrichtseinheiten beizuwohnen:

frewoe

Oder haben sie mangels IQ einfach nichts begriffen? Immerhin ist der Lehrstoff ja als schwer eingestuft.

Sonntag, 21. März 2010

Nach dem Frisörtermin

Frauenversion:
Frau 1: Oh! Du hast eine neue Frisur! Du siehst so süß aus!
Frau 2: Meinst du wirklich? Als mir die Frisöse den Spiegel reichte, war ich ganz unsicher. Meinst du nicht, dass es zu flockig aussieht?
Frau 1: Oh nein, um Himmels willen! Nein, die Frisur ist perfekt. Ich würde mir gerne solch einen Haarschnitt gönnen, aber mein Gesicht ist wohl zu breit dafür. Mir bleibt wohl nicht viel übrig außer dem Haarschnitt, den ich jetzt habe.
Frau 2: Das meinst du doch nicht ernst! Dein Gesicht ist hinreißend! Du könntest ohne weiteres eine Stufenfrisur tragen - ich glaube, das würde ganz pfiffig aussehen. Eigentlich wollte ich einen Stufenschnitt, aber ich hatte Angst, dass man meinen langen Hals dadurch noch deutlicher sieht.
Frau 1: Du machst wohl Witze! Hätte ich nur einen Hals wie du! Alles, was die Aufmerksamkeit von meiner kantigen Schulterpartie ablenken würde, wäre mir willkommen.
Frau 2: Das meinst du nicht ernst? Ich kenne Frauen, die gerne deine Schultern hätten. Dir steht einfach alles perfekt. Aber schau dir meine Arme an - siehst du, wie kurz die sind? Mit deinen Schultern könnte ich Kleider kaufen, die mir wirklich richtig passen...

Männerversion:
Mann 1: Neue Frisur?
Mann 2: Ja.