Sonntag, 16. September 2007

Buddelschütte

Heute widme ich mich, wenn neben Gottesdienst, Familie und Entspannen Zeit bleibt, dem letzten Schliff an einer männlich geprägten Buddelschütte.

Samstag, 15. September 2007

Über das Schreiben 2

Vor kurzem habe ich als Beteiligung an einer Ausschreibung einen Auszug aus einem Buch übersetzt, das ich freiwillig nicht lesen würde. Das Genre war mir fremd und meine Frau kommentierte meine Übersetzung sinngemäß so:

Du schreibst auf einem zu hohen sprachlichen Niveau. Du musst beim Übersetzen an BZ und Bild-Zeitung denken, wer solche Bücher liest, ist mit Literatur überfordert.


Eva hatte recht, wie immer, sie ist meine beste Kritikerin. Die Vorlage war ein lupenreiner Schundroman, sogenannte Frauenliteratur mit dem niedrigsten Niveau, das denkbar ist – nein, ohne jegliches Niveau. Ich wäre der falsche Übersetzer für solche Texte gewesen, das hat wohl auch der betreffende Verlag festgestellt und den Auftrag anderweitig vergeben. Ich bin überhaupt nicht böse darüber, im Gegenteil, jetzt muss ich mir nicht die übrigen 150 Seiten antun...

Damit sind wir beim zweiten Thema der Serie über das Schreiben:

Herausfinden, was man kann

Ich ernte nicht ungern Lob für meine Arbeiten und freue mich über zahlreiche Leser. Ob das Narzissmus ist, darüber schreibe ich demnächst eine Glosse, der Titel steht schon fest: Ein Narzisstenstrauß. Da geht es dann den Bloggern an den Kragen, und ich bin ein solcher. Mir schwant schon Schlimmes...
Doch zurück zum Thema dieser Zeilen. Eine angehende Autorin erklärte kürzlich zu einer misslungenen Kurzgeschichte:

Ich versuche rauszufinden, was ich überhaupt schreiben kann. Bei Krimis sollte immer eine Portion Sex drin sein, hat mal irgendwer gesagt. Ich komme aus Norddeutschland, da macht man das zwar, aber man spricht nicht drüber.


Ganz abgesehen davon, dass auch ein Krimi ohne eine Portion Sex die Leser durchaus fesseln kann, wenn er gut geschrieben ist, macht sie genau das Richtige: Sie testet sich, indem sie schreibt und das Ergebnis der kritischen Betrachtung von Fremden aussetzt. Nur so kann man besser werden und herausfinden, was man kann und was man lieber sein lassen sollte.

Ich habe viel hilfreiche Kritik in einem Kurzgeschichtenforum bekommen. Von sachlichen Hinweisen (vertauschte Namen im Lauf der Erzählung, Unmöglichkeiten auf der Zeitachse, Irrtümer geographischer Natur) bis zu der Erkenntnis, dass manche Kurzgeschichte misslungen war. Wenn ich nämlich den Lesern die Handlung hinterher erklären muss, dann taugt die Geschichte einfach nichts. Sie muss neu geschrieben oder verworfen werden.
Wer es ernsthaft mit Kurzgeschichten, ob nun Liebesgeschichte, Krimi oder sonst ein genre, versuchen möchte, dem kann ich das Forum und die zugehörige Geschichtensammlung nur empfehlen. Hier die Homepage mit Hinweisen, wie man eine Geschichte einreicht, dort das Forum, wo die Kritiker sich tummeln. Angemerkt sei lediglich, dass manche Mitglieder im Forum wirklich fundiert kritisieren, andere dagegen kaum Hilfreiches beizutragen wissen und trotzdem ihren Senf beisteuern. Wie im richtigen Leben eben.

Nach einer gewissen Probierphase kommt eigentlich jeder Autor bei sich selbst an. Das soll heißen, dass er seinen Stil und seine Inhalte findet, sich darin wohlfühlt und dann – fortgesetzte Belehrbarkeit vorausgesetzt - immer sicherer wird. Das heißt nicht, dass er sich künftig auf ein einziges Gebiet beschränkt, sondern dass er aus seinen eigenen schlechten Geschichten gelernt hat. Kreative Menschen werden immer wieder Neues ausprobieren.
Ich habe mit Science Fiction experimentiert und festgestellt, dass ich da nichts Ansehnliches zustande bringe. Auch kafkaeske Szenen liegen mir nicht. Anderes gelingt mir besser und macht mir Freude.

Mein Tipp Nummer 2 zum Schreiben: Verschiedenes Ausprobieren!

Man weiß nur, ob etwas gelingt, wenn man es ausprobiert hat. Wer nicht wagt, kann weder gewinnen noch verlieren.

Frage vornehmlich an die Leser, die selbst Autoren sind: Schon mal was ausprobiert und grandios gescheitert? Nichtautoren dürfen natürlich ebenfalls antworten, sie können ja über das grandiose Scheitern von Autoren plaudern...

Freitag, 14. September 2007

Konzert verkehrt herum


Gestern war ich im Einsatz und im Konzert, dadurch war das Konzert verkehrt herum. So was hatte ich früher öfter, um die Studentenkasse aufzufrischen, gestern war's ehrenamtlich.

Ich war ab 16 Uhr vor Ort, bekam einen schönen Ausweis der mir allerlei Türen öffnete und mich ermächtigte, ausweislosen Menschen allerlei Türen zu verbieten. Bis kurz vor 18:00 Uhr schlenderte ich prüfenden Blickes durch die zügig anwachsende Menschenmenge und wurde von jemandem angesprochen: "Sind Sie nicht Günter Matthia?" Ich war es, so weit meine Kenntnisse reichten. Er hatte mich anhand der Blogphotos erkannt. Und wollte tatsächlich, dass ich eine Widmung samt Autogramm in mein Buch für ihn schreibe. Das Buch hatte er in der Hoffnung mitgebracht, dass er mich (unter 3.500 Menschen) finden würde. Ich freute mich, dass wir uns ein paar Minuten unterhalten konnten und schrieb was ins Buch.
Ein paar Minuten später strahlte mich eine etwa 16jährige an: "Äh, Entschuldigung, ich bin xxx - wir kennen uns von Glaube.de und von deinem Blog." Nun ja, kennen ist wohl nicht ganz das richtige Wort, aber es machte Spaß, auch mit dem Mädchen ein paar Minuten zu plaudern. Und mit weiteren Besuchern, die mich nicht kannten.

Dann schlenderte ich in die Halle, während alle ausweislosen Menschen noch draußen bleiben mussten. Es war Zeit für den Soundcheck.
Der wurde so was wie ein Privatkonzert. Hillsong United in bester Spiellaune und ausser mir noch ein paar Tontechniker und meine vier Ordnerkollegen für den Abend, dazu ein paar andere Menschen, die irgend welche Gründe hatten, da zu sein. Wir bekamen vier ganze Songs und ein paar halbe, mir hat es nicht zuletzt in Erinnerung an eigene Zeiten auf Bühnen Spaß gemacht. Soundcheck ist was feines, wenn man nicht selbst aktiv sein muss.
Anschließend plauderte ich backstage ein bisschen mit einigen der Musiker, nichts Weltbewegendes, eben Fachsimpeleien über Gitarren, technische Tücken, Kaffee kurz vor dem Auftritt...

Dann, mit gehöriger Verspätung, wurden die Saaltüren geöffnet und meine Arbeit begann, die aus dem Auftritt von Hillsong United ein Konzert verkehrt herum machte. Ich stand nämlich am Bühnenrand um einerseits Besucher daran zu hindern, vor lauter Begeisterung auf die Bühne zu klettern und andererseits darauf zu achten, dass der Fluchtweg direkt vor der Bühne frei blieb. Ausserdem ständig aumerksam die Gesichter betrachten, um Schwächeanfälle rechtzeitig vorauszuahnen, bevor womöglich jemand in der Menge umkippt. Also zwei Stunden Konzert mit Blick aufs Publikum statt auf die Bühne. Verkehrt herum.
Ich konnte das Konzert trotzdem genießen. Ich bin kein Hillsong United Fan, aber mir hat die Musik gefallen. Das ausgesprochen junge Publikum war ausserordentlich diszipliniert, lieb, einfach toll, kaum Geschubse und Gedrängel, dafür viele nette Gespräche mit lauter Teenagern*, Overteenagern* und Underteenagern*.

Ein paar Sätze aus der kurzen Ansprache von Phil gefielen mir besonders, ich zitiere sinngemäß, da ich den Wortlaut nicht mitgeschrieben habe:

...and go find a church to go to. You say: "Well I've been there, it was boring." I tell you: It's up to you! You are the church, go ahead and make it interesting, exciting and fun!


Eben! Macht was aus der Kirche, wir alten und älteren Gläubigen brauchen euch!

*Ich hatte das Wort "Twentyager" erfunden, aber das stieß auf vehementen Widerspruch der besten aller Ehefrauen. Wer das Unwort "Handy" nicht benutzt, darf auch keine "Twentyager" erfinden. Nun gut, das sehe ich ein...

P.S.: Foto gegoogelt, Kameras waren tabu.

Donnerstag, 13. September 2007

Erfreuliches über Ben Becker

Ich bin erfreut, dass FOCUS-Online mit unverkennbarer Sympathie, ganz ohne Häme oder Sarkasmus, berichtet, wie Ben Becker gestern in Berlin sein Bibel-Projekt vorgestellt hat. Sogar sein zitiertes Psalmwort wird zitiert.
Zur Lektüre wärmstens empfohlen: Ben Becker wieder auf der Bühne.

Recht hat er, der M.R.R.

Marcel Reich-Ranicki über Menschen wie mich:

Die meisten Schriftsteller verstehen von der Literatur nicht mehr als die Vögel von der Ornithologie.

Über subjektives Leseempfinden:

Von 100 Büchern, die erscheinen, sind 98 schlecht. Das 99ste ist schwach. Und beim 100sten sind wir unsicher.

Über Kontaktpflege per Telefon:

Ich habe festgestellt, dass in vielerlei Hinsicht Menschen am Telefon aufrichtiger sind und manches sagen, was sie einem am Kaffeehaustisch nicht sagen würden.
Man sieht den anderen nicht, die Augen nicht, nicht, wie er reagiert. Frauen sind - und das ist ohne Vorwurf gesagt - zu intimen Bekenntnissen in der Regel am Telefon eher bereit als bei der persönlichen Begegnung. Der ist von mir patentiert, der Satz.

Über Beim Häuten der Zwiebel von Günter Grass, als die dumme Medienhetze losging:

Kein Wort!

Über den schnöden Mamon:

Geld macht nicht glücklich. Aber wenn ich traurig bin, weine ich lieber im Taxi als in der U-Bahn.

Die zehn Gebote für Literaturkritiker:


Du sollst nichts Wichtigeres haben neben dir als die Kritik.
Du sollst keinem anderen dienen als der Literatur und ihren Lesern.
Du sollst keinen Dichter anbeten und keinem gefällig sein.
Du sollst nicht langweilen.
Du sollst deiner Lust oder Unlust beim Lesen gehorchen und die Gründe für sie finden.
Du sollst Mut haben, dich deiner eigenen Urteilskraft zu bedienen,entschieden zu loben oder zu tadeln und in deiner Entscheidung zu fehlen, sollst Übertreibungen nicht meiden, Provokationen nicht scheuen und Feinde nicht fürchten.
Du sollst nicht unklares Zeugnis ablegen über ein Buch.
Du sollst das Verständnis für Literatur und das Vergnügen an ihr befördern.
Du sollst die Namen großer Dichter nicht mißbrauchen, indem du kleine mit ihnen vergleichst.
Du sollst nicht begehren, selbst zu dichten.

Ich mag ihn einfach, den M.R.R., und ich vermute, dass er beim zweiten Zitat mit dem 100sten eines von meinen gemeint hat.

P.S.: Foto von Rezensionsforum / Marcel Reich-Ranicki

Mittwoch, 12. September 2007

Ruhe

Heute schweigt der Blog. Wenn jemandem deshalb langweilig sein sollte, ein paar Tipps. Man kann, statt meinen Blog zu lesen, zum Beispiel:

Dienstag, 11. September 2007

Über das Schreiben 1

Mit diesem Beitrag starte ich eine kleine Serie über das Schreiben, in der ich häufig gestellte Fragen aufgreife. Das erste Thema:

Außen pfui, innen hui?

Am Sonntag nach dem Gottesdienst saßen meine Frau und ich so lange mit einer Autorin beim Kaffee, dass die Kinder unserer Gesprächspartnerin trotz Limonade und Süßigkeiten ungeduldig wurden. Wir waren ins Gespräch gekommen, weil ich eine Neuerscheinung aus einem Verlag auf dem Tisch liegen hatte, der permanent inhaltlich gute Bücher herausbringt, die sich durch handwerkliche Mängel auszeichnen. Das ist, mit Verlaub, leider bei frommen Publikationen häufig der Fall.

Nicole B., so heißt die Autorin, hat das an einem eigenen Werk erlebt. Daraus ein winziges Beispiel von leider sehr vielen:

Diese Lasten abzuwerfen, das ist es , was die Seele begehrt.

Dass es zwischen Wort und Satzzeichen in der deutschen Sprache unter keinen Umständen ein Leerzeichen gibt, egal ob Komma, Doppelpunkt, Semikolon, Ausrufe- oder Fragezeichen, sollte ein Verleger (oder zumindest sein Lektor) wissen. Und er sollte darauf achten, dass sich solche Schlampereien nicht in Büchern aus seinem Verlag finden lassen.

Nicole erzählte, dass sie keine Datei, sondern Papier abgeliefert habe. Sie beherrscht die deutsche Sprache. Irgendjemand, der das offenbar nicht von sich sagen kann, hat das Manuskript abgetippt und dabei den Text mit zahlreichen Fehlern garniert: Abstände zwischen Wort und Satzzeichen, Zeilenwechsel, wo keine hingehören, allerlei falsch geschriebene Worte... Sie bekam keine Gelegenheit, das Buch vor dem Druck noch einmal in Augenschein zu nehmen und war entsetzt, als sie das Ergebnis in Händen hielt.

Inzwischen publiziert sie über einen anderen Verlag und hat beachtliche Verkaufserfolge, eine eigene Radiosendung und viele künftige Projekte im Kopf.


Wir unterhielten uns über die Frage, ob guter Inhalt schlechte Form rechtfertigt beziehungsweise entschuldigt. Wir waren der gleichen Meinung: Nein. Ein gedrucktes Buch ist kein schnell mal eben hingetippter Beitrag in einem Internet-Forum oder Blog, und ein gedrucktes Buch, dessen Autor evangelistische Intentionen verfolgt, sollte erst recht ansprechend und handwerklich einwandfrei sein. Andernfalls wird ein Leser von vorne herein mit der Botschaft konfrontiert: Wir geben uns keine Mühe, ordentlich zu arbeiten, möchten aber, dass Du dich trotzdem für unseren Glauben interessierst.

Natürlich kostet mehr Qualität mehr Geld. Einen ehrenamtlichen Lektor, der Rechtschreibung und Ausdruck beherrscht, wird man mit der Lupe suchen müssen. Einen Layoutexperten, der auf Gestaltung und ansprechende Form achtet, muss man in der Regel entlohnen. Und angesichts leerer Kassen in christlichen Verlagen ist das oft nicht finanzierbar.

Also opfert man die Qualität, um überhaupt etwas publizieren zu können. Und daraus folgt der schlechte Ruf, den „fromme“ Produktionen zumindest bei denjenigen haben, denen es nicht egal ist, auf welche Weise ihnen der Inhalt präsentiert wird.

Es gibt bei aller Sparsamkeit jedoch Abhilfe. Je fehlerfreier der abgelieferte Text ist, desto entbehrlicher werden Korrekturen. (Nicole hat zwar ihr fehlerfreies Manuskript nicht geholfen, weil die Fehler alle vom Verlag stammten, aber sie hat daraus gelernt, darauf zu bestehen, dass sie persönlich vor dem Druck eines Textes die Freigabe erteilt.)

Mir unterlaufen Tippfehler, keine Frage. Ich bin dankbar, wenn Leser mich darauf hinweisen, denn ich bin daran interessiert, möglichst gute Qualität anzubieten. Manchen Fehler sieht man einfach selbst nicht, und wenn man den eigenen Text fünfmal liest. Einem Leser fällt dann sofort ins Auge, was der Aufmerksamkeit des Autors entgangen ist.

Daher mein Tipp Nummer 1 zum Schreiben: Lesen lassen!

Das beinhaltet, Kritik zu suchen und anzunehmen. Man sollte die Testleser ausdrücklich darum bitten, auf formale und inhaltliche Mängel zu achten und diese auch zu nennen, statt aus Angst, der Autor könne verletzt sein, nur Lobeshymnen anzustimmen.


Frage vornehmlich an die Leser, die selbst keine Autoren sind: Entschuldigt guter Inhalt schlechte Ausführung? Autoren dürfen natürlich ebenfalls antworten.

Montag, 10. September 2007

Eva Herman

Sie war ungeschickt, als sie die Nazizeit mit der Vorstellung ihres neuen Buches in Verbindung brachte. Kein Mensch interessiert sich dafür, dass sie seit langem mit Laut gegen Nazis unmissverständlich klar gemacht hat, dass ihre Sympathie dem braunen Sumpf nicht gehört. Eine ungeschickt formulierte Äußerung hat sie nun den Job beim NDR gekostet. Ich frage mich: Ist das Ursache oder Wirkung?

Eva Herman macht kein Hehl daraus, dass sie gläubig ist. Auf ihrer Homepage nennt sie unter Was mir wichtig ist an erster Stelle:

Das Gespräch mit dem Schöpfer. Seine Liebe und sein Geleit.

Die Frage Was ist Liebe? beantwortet sie:

Das größte Geschenk Gottes.

Eva Herman bezeichnete sich im Interview mit dem Christlichen Medienmagazin pro selbst als Christin. In ihren Texten spricht sie von einer „schöpfungsgewollten Aufteilung“ der Geschlechter. Würden diese Prinzipien eingehalten, habe das „in aller Regel dauerhafte Harmonie und Frieden in den Familien zur Folge“.

Da ich ihre Bücher nicht gelesen habe, weiß ich nicht zu sagen, inwieweit ich mich Eva Hermans Gedankengängen anschließen würde. Was ich über ihre Bücher gelesen habe, scheint mir richtig: Sie verweist auf Werte, die verloren gegangen sind.
Anstatt, wie so viele gerade im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, lauthals über Gewalt an den Schulen, Jugendkriminalität, Drogen- und Alkoholmissbrauch, Leistungsunfähigkeit und Ziellosigkeit zu lamentieren, bietet Eva Herman zumindest einen Weg an, der solch verpönte Dinge wie Mutterschaft, Verantwortung für die Kinder, Familienzusammenhalt und unterschiedliche Aufgaben für Mann und Frau in der Ehe einschließt.

Das darf man/frau als Angestellte eines öffentlich-rechtlichen Senders natürlich nicht ungestraft laut sagen. Das wäre ja unerhört, wenn jemand unter den Moderatoren eine eigene, öffentlich geäusserte Meinung hätte, die vom 68er Menschenbild abweicht...

Ich werde den Verdacht nicht los, dass die angebliche Ursache für den Hinauswurf nichts anderes war als ein vorgeschobener Grund. Es bleibt zu hoffen, dass gerade durch diesen mediengemachten „Skandal“ die Bücher um so mehr Leser finden.

Bob Cohen, Leonard Dylan

Mir geht's wie dem Herrn, der hier erneut abgebildet ist, Lieder und Musik haben mich immer inspiriert.


Bei dem Fragment ohne Titel habe ich das auf die Spitze getrieben und bin gelegentlich beängstigend nah an den Liedtexten geblieben. Ein Leser bat mich, für die jüngeren Zeitgenossen aufzuzählen, wo die Inspirationen (bisher) herkamen.

Ich nehme an, dass noch weitere Lieder auf Teil 1, Teil 2 und Teil 3 abgefärbt haben, ohne dass ich es bewusst so gewollt habe; hier die Titel, die ich identifizieren kann:

Ich überlasse es dem Spürsinn des interessierten Lesers, herauszufinden, welche Zeilen aus den Texten sich wo in meiner Erzählung niedergeschlagen haben. Lediglich zum Wigwam, das ausser la la la la la la la la la keinen Text hat, sei verraten: Die Melodie scheint mir der zu gleichen, die der Klarinette entweichend Erinnerung zurückholt.

Sonntag, 9. September 2007

Mitteilungsbedürfnis



In der Kirche St. Jakobi zu Lübeck habe ich im Sommer 2007 das reichlich bunte Mitteilungsbedürfnis der Besucher fotografiert. Eigentlich sollten Gebete auf das weiße Tuch geschrieben werden, aber mancher hat wohl eher, des Lesens unkundig oder unwillig, ein Gästebuch vermutet. So mischen sich Mitteilungen an Gott (Gebete) mit allerlei anderen Verlautbarungen.

Gott mit uns
Liebe das Leben und dann liebt es auch dich.
Free speech for the dumb!
Ich war hier am 4. 7. 07. Lena Deges
Jesus was a punk!
Der Baum der Zeit lässt uns nicht vergessen.
Danke fürs Leben!
Kettu!
Ich wünsche mir, dass die Menschen, die die Kraft aus der Stille und Langsamkeit schöpfen, zahlreicher werden.
Pax omnia rerum
Ingrid Wendt ist freggle friend
Der Baum ist die Flüssigkeit die uns erhält.
Lieber Gott, beschütze und erlöse unsere Mutti und Omi.
Das Leben kann schön sein ohne Krieg
...

Das hat mich daran erinnert, dass Gott, der zahlreiche Gebete und Äußerungen und Mitteilungen gleichzeitig hört, darunter auch meine, mit dem menschlichen Verstand nicht fassbar ist. Ich habe schon Verständnisprobleme, wenn zwei Menschen gleichzeitig Verschiedenes sprechen. Gott darf ich auch ansprechen, wenn gleichzeitig 10, 100, 1000, 10000, 100000 oder noch mehr Menschen mit ihm reden. Er versteht nicht nur, sondern handelt auch.