Freitag, 2. November 2007

Dreams, Themes and Schemes

Diese Woche gab es ja keine neue Theme Time Radio Hour, sondern eine Wiederholung aus der ersten Staffel (Halloween - nicht sonderlich witzig, abgesehen vom Boo! am Schluß). Muss ich nicht noch mal hören...

Daher habe ich mir in den letzten Tagen ein paar ältere Sendungen angehört, die ich in guter Erinnerung hatte, Water / Coffee / Countdown und - nach wie vor eine der besten Sendungen bisher:


Man hört bei jeder Moderation und an der Auswahl der Songs, dass Bob Dylan da ein Thema hatte, von dem er nicht nur was versteht, sondern dass sein Herz ganz besonders bei der Sache war.
You can go to your college
You can go to your school
But if you don't have Jesus
You're an educated fool
zitiert er aus dem Denomination Blues. Und meint das so.

Neben den Moderationen gibt es natürlich ganz hervorragende Musik:
  • Are You Bound For Heaven Or Hell - Rev. J.M. Gates (1926)
  • Bottle and a Bible - The Yayhoos (2001)
  • Samson And Delilah - Rev. Gary Davis (1956)
  • He Will Set Your Fields on Fire - Kitty Wells (1959)
  • Adam Come And Get Your Rib - Wynonie Harris (1952)
  • The Old Ark’s A’Moving – A.A. Gray and Seven-Foot Dilly (1930)
  • Denomination Blues - Washington Phillips (1929)
  • I’m Using My Bible For A Road Map - The Four Internes (1953)
  • Elijah Rock - Ollabelle with Amy Helm (2004)
  • The Rivers Of Babylon - The Melodians (1972)
  • John The Revelator - Blind Willie Johnson (1930)
  • Boogie Woogie Preaching Man - Jess Willard (1952)
  • Oh Mary Don’t You Weep - The Swan Silvertones (1959)
  • That’s What The Good Book Says - The Robins (1950)
Wem also das Warten auf nächste Woche (From Head to Toe) zu lange wird, dem kann ich obigen Download (thanks to Croz!) empfehlen. Oder eben sonst was aus dem Archiv. Bloß nicht unbedingt Halloween...

Donnerstag, 1. November 2007

Petrus und Johannes

Petrus und Johannes - radiert vom guten alten RemmiWie versprochen die Auflösung zum gestrigen Quiz: Trotz der Unkenrufe von vier Bloglesern (nie und nimmer!) und der Bedenken von zwei Bloglesern (mit Ach und Krach...) war ich mit 18,5 Minuten in meinem Zeitlimit. Herzlichen Glückwunsch an die fünf Blogleser, die das prophetisch richtig (schaffst Du locker) angeklickt haben.

Wer möchte, kann anhand des Manuskriptes ausprobieren (laut und deutlich
vorlesen!), ob er es auch geschafft hätte:

Simon Petrus

Dieser Mann war schon ein besonderer Charakter im Kreis der Zwölf. Ein Fischer wie andere Jünger, aber mit außerordentlich wachem Geist. Nur von ihm überliefern die Evangelien ein ausdrückliches Bekenntnis zu Jesu Messiaswürde schon vor dessen Auferstehung (Markus 8,29): „Du bist der Christus!“
Doch gleich darauf, nachdem Jesus den Jüngern erstmals seinen Leidensweg ankündigte, nahm Petrus ihn beiseite und „fing an, ihm zu wehren.“ (V. 32). Daraufhin wies Jesus ihn schroff zurecht: „Weiche von mir, Satan! Denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist.“ (V. 33)
Das klingt hart für unsere Ohren, wenn man nicht weiß, dass „Satan“ im Hebräischen „Gegner“ oder „Widersacher“ bedeutet. Petrus wird hier mit dem Widersacher in der Wüste verglichen, der Jesus vor seinem öffentlichen Wirken ebenfalls vom Leidensweg abhalten wollte (Matthäus 4, 1-11).
Wer war nun dieser Mann, den Jesus mal Fels und mal Widersacher nannte?

Der Widerspruch zwischen Reden und Handeln zeigte sich bei Petrus schon in Galiläa: Einerseits vertraute er dem Ruf Jesu „Komm her!“ und stieg mitten auf dem See aus dem Boot, andererseits schwand sein Glaube beim Blick auf die Wellen, so dass Jesus ihn vor dem Versinken retten und ihn „Kleingläubiger“ nennen musste (Matthäus 14,29 ff). Diese Begebenheit zeigt typische Merkmale: Petrus war impulsiv und begeisterungsfähig, das Denken, in diesem Fall die Erkenntnis, dass ein Mensch auf dem Wasser nicht laufen kann, setzte oft mit Verzögerung ein.

Petrus widersprach Jesu Ansinnen, ihm die Füße zu waschen. Diese Handlung war damals ein typischer Sklavendienst, der keinesfalls vom Hausherrn verrichtet wurde. Petrus wehrte sich dagegen, sich von seinem Meister derart bedienen zu lassen. Als Jesus ihm aber erklärte, dass er dies später verstehen würde und dass es notwendig sei, verlangte er: „Herr, nicht meine Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt!“ (Johannes 13, 6-9)

Alle vier Evangelien berichten vom Versagen des ersten Christusbekenners. Jesus kündigte Petrus bei der letzten gemeinsamen Mahlzeit an, er werde ihn noch in derselben Nacht dreimal verleugnen. Dies wies er, wie alle übrigen Jünger, weit von sich: „Wenn ich auch mit dir sterben müsste, so wollte ich dich doch nicht verleugnen. Ebenso sprachen sie alle.“ (Markus 14, 27-31)
Schon kurz darauf schlief er ein, als Jesus in Gethsemane den Beistand der Jünger besonders nötig brauchte und ausdrücklich darum bat (Matthäus 26, 40ff). Gleich anschließend versuchte er mit Waffengewalt die Verhaftung Jesu zu verhindern. Er trennte mit seinem Schwert einem Soldaten der Tempelwache ein Ohr ab (Markus 14, 47).
Sein Versagen gipfelte in der Verleugnung Jesu, während dieser sein Todesurteil empfing (Markus 14, 62). Als das Krähen eines Hahnes im Morgengrauen Petrus an Jesu Vorhersage erinnerte, weinte er bitterlich (Markus 14, 66-72).

Diese Episoden aus seinem Leben zeigen beispielhaft: Petrus fehlte wiederholt die Kraft, seinem Glauben gemäß zu handeln, als es darauf angekommen wäre. Dennoch erhielt gerade er von Jesus den Namen „Fels“ und die Zusage der Gemeindegründung (Matthäus 16, 16-23).
Er war und blieb ein impulsiver Mann, der oft redete, bevor er nachdachte. Von ihm stammte auch die Idee, einen Ersatz für Judas zu wählen (Apostelgeschichte 1, 15ff), wir lesen nirgends, dass es einen Auftrag Jesu gegeben hätte, den durch Selbstmord aus dem Leben geschiedenen Apostel zu ersetzen.

Nun mag jemand angesichts all der Schwankungen sagen, dass Jesus ihn bereits im Vorgriff auf die Zeit nach der Erfüllung mit dem Heiligen Geist Fels genannt habe. Die Apostelgeschichte zeigt Petrus nach Pfingsten tatsächlich als todesmutigen Bekenner vor dem Hohen Rat, der die Sendung des Heiligen Geistes als Missionar und Leiter der Urgemeinde vorbildlich erfüllte (Apostelgeschichte 5, 29).

Allerdings war er, wenn man weiter liest, auch nach Pfingsten keineswegs seine charakterlichen Eigenarten los. Paulus erlebte ihn Jahre später als Heuchler und Feigling, die betreffende Begebenheit wollen wir genauer betrachten. Der Apostel Paulus bezog klar Stellung, als Petrus, immerhin der ältere Bruder im Glauben, der Fels, derjenige, der Jesus gekannt hatte, wieder einmal wankelmütig wurde:
„Als aber Kephas nach Antiochia kam, widerstand ich ihm ins Angesicht, weil er durch sein Verhalten verurteilt war. Denn bevor einige von Jakobus kamen, hatte er mit denen aus den Nationen gegessen; als sie aber kamen, zog er sich zurück und sonderte sich ab, da er sich vor denen aus der Beschneidung fürchtete. Und mit ihm heuchelten auch die übrigen Juden, so dass selbst Barnabas durch ihre Heuchelei mit fortgerissen wurde. Als ich aber sah, dass sie nicht den geraden Weg nach der Wahrheit des Evangeliums wandelten, sprach ich zu Kephas vor allen: „Wenn du, der du ein Jude bist, wie die Nationen lebst und nicht wie die Juden, wie zwingst du denn die Nationen, jüdisch zu leben?“ (Galater 2, 11-14)
Ausgerechnet Petrus, der durch eine Vision – durch ein übernatürliches Ereignis also - vor seinem Besuch im Haus des Kornelius belehrt worden war, dass Gott keinen Unterschied zwischen Juden und Heiden macht, hatte sich von den Heidenchristen zurückgezogen, als er Probleme witterte.

Diese Episode führte jedoch zu einem guten Ausgang. Ausgerechnet Petrus nämlich stand beim Apostelkonzil, das wenig später in Jerusalem stattfand, auf und erinnerte die Versammlung: „Ihr Brüder, ihr wisst, dass Gott mich vor langer Zeit unter euch auserwählt hat, dass die Nationen durch meinen Mund das Wort des Evangeliums hören und glauben sollten. Und Gott, der Herzenskenner, gab ihnen Zeugnis, indem er ihnen den Heiligen Geist gab wie auch uns; und er machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen, da er durch den Glauben ihre Herzen reinigte. Nun denn, was versucht ihr Gott, ein Joch auf den Hals der Jünger zu legen, das weder unsere Väter noch wir zu tragen vermochten?“ (Apostelgeschichte 15, 7-10).
Erneut zeigte sich, dass Simon Petrus in der Lage und bereit war, seine Fehler einzusehen und zu korrigieren. Deshalb – und nicht etwa, weil er keine Fehler gemacht hätte - war er tatsächlich der Fels, auf den Jesus seine Gemeinde gründen konnte.

Johannes

Johannes gehörte zusammen mit Simon Petrus und Jakobus zum engsten Kreis der Jünger, der auch in der jungen Kirche weiter eine besondere Rolle spielte. Erwähnung fand Johannes beispielsweise im Galaterbrief (ca. 50 nach Christus), als Paulus auf das Ansehen hinwies, das Johannes als eine der drei Säulen der jungen Kirche genoss (Galater 2, 9).
Johannes war, wie sein Bruder Jakobus, von Beruf Fischer. Die beiden Brüder bekamen von Jesus den Beinamen Boanerges (aramäisch, meist als „Donnersöhne“ übersetzt).
Im Johannesevangelium wird von einem namentlich nicht genannten Jünger stets mit der Wendung „der, den Jesus liebte“ gesprochen (Johannes 13, 23; Johannes 19, 26; Johannes 21, 7; Johannes 21, 20). Gemäß dem Schlusswort des Evangeliums (Johannes 21, 24) handelt es sich dabei um den Evangelisten selbst. Man möchte daraus auf Bescheidenheit schließen. Allerdings schien dieser Charakterzug dem Lieblingsjünger an anderen Stellen völlig zu fehlen, wie wir sehen werden.

Johannes wird in den Evangelien häufig erwähnt, wenn Jesus aus dem Kreis der Jünger nur ganz wenige mitnahm. „Und er erlaubte niemand, ihn zu begleiten, außer Petrus und Jakobus und Johannes, dem Bruder des Jakobus“, und zwar in das Haus der gerade verstorbenen Zwölfjährigern, um sie aufzuerwecken (Markus 5, 37). Johannes gehörte auch zu den drei Jüngern, die Jesus mit auf den Berg nahm, auf dem es dann zu einer Begegnung mit Elia und Mose kam (Matthäus 17, 1).
Johannes gilt vor allem deshalb als großes Vorbild, weil er bei der Kreuzigung Jesu nicht fortlief wie die anderen Jünger, sondern selbst dort noch zu Jesus stand - im Gegensatz zu Petrus, der große Versprechen gemacht und dann versagt hatte (Johannes 19, 26-27).

War Johannes nun wirklich so bescheiden, wie es seine Scheu, den eigenen Namen zu nennen, vermuten lässt? War er der perfekte Jünger, dem alles gelang?

Zumindest nicht immer. Johannes kam mit seinem Bruder Jakobus – unterstützt durch die Mutter – mit der Bitte zu Jesus, die beiden Ehrenplätze links und rechts vom Thron Jesu im kommenden Königreich einnehmen zu dürfen. Sie waren dabei außerordentlich selbstbewusst, denn sie versicherten, den gleichen Kelch wie Jesus trinken zu können (Matthäus 20, 20ff, Markus 10, 35ff). Die anderen zehn Jünger waren ziemlich empört und Jesus meinte, er wisse nicht, was er da rede.

Johannes konnte auch petzen: „Lehrer, wir sahen jemand Dämonen austreiben in deinem Namen; und wir wehrten ihm, weil er uns nicht nachfolgt.“ (Markus 9, 38) Jesus wies ihn zurecht.

Johannes fand bald darauf eine neue Gelegenheit, den künftigen Vizeregierungschef zu spielen. Jesus wurde auf dem Weg nach Jerusalem in einem Dorf nicht aufgenommen. „Als aber seine Jünger Jakobus und Johannes (wir erinnern uns, die beiden, die nach den Ehrenplätzen links und rechts gefragt hatten) das sahen, sprachen sie: Herr, willst du, dass wir sagen, dass Feuer vom Himmel herabfallen und sie verzehren soll?“ (Lukas 9, 54) Auch dafür gab es einen Verweis von Jesus.

Johannes war alles andere als feige. Er brachte den Mut auf, Jesus zu fragen, wer ihn verraten würde, und zwar angestiftet von Petrus, der sich selbst nicht traute: „Einer von seinen Jüngern, den Jesus liebte, lag zu Tisch an der Brust Jesu. Diesem nun winkt Simon Petrus zu erfragen, wer es wohl sei, von dem er rede. Jener lehnt sich an die Brust Jesu und spricht zu ihm: Herr, wer ist es?“ (Johannes 13, 23ff).

Jesus nahm später auch Johannes mit, als er in Gethsemane betrübt und geängstigt ins Gebet ging (Matthäus 26, 36 ff). Wir wissen allerdings, dass keiner, auch Johannes nicht, mit Jesus wachen und beten konnte. Auch er schlief ein.

Johannes war andererseits ein verantwortungsbewusster Mann, denn er übernahm die Versorgung der Mutter Jesu: „Als nun Jesus die Mutter sah und den Jünger, den er liebte, dabeistehen, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann spricht er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm der Jünger sie zu sich“ (Johannes 19, 26-27). Man kann daraus schließen, dass Joseph aus uns unbekannten Gründen für Maria nicht mehr als Versorger zur Verfügung stand.

Johannes rannte schneller als Petrus zum leeren Grab: „Die beiden aber liefen zusammen, und der andere Jünger lief voraus, schneller als Petrus, und kam zuerst zu der Gruft. Petrus wiederum ging hinein, während Johannes sich nicht traute: Als er (Johannes) sich vornüberbückt, sieht er die Leinentücher daliegen; doch ging er nicht hinein. Da kommt Simon Petrus, der ihm folgte, und ging hinein in die Gruft und sieht die Leinentücher daliegen...“
Erst als Petrus kein Unheil geschah, traute sich auch Johannes in das Grab und glaubte, dass es wirklich leer war (Johannes 20, 2-10).

Johannes erkannte Jesus nach der Auferstehung am Ufer, als sie nach einem nicht unerheblichen Fischzug noch im Boot saßen: „Da sagt jener Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Simon Petrus nun, als er hörte, dass es der Herr sei, gürtete das Oberkleid um - denn er war nackt - und warf sich in den See.“ (Johannes 21, 7)

Die beiden Freunde Petrus und Johannes blieben auch in der Apostelgeschichte ein Gespann, zum Beispiel waren es diese beiden, die den gelähmten Bettler auf dem Weg zum Tempel heilten: „Als dieser Petrus und Johannes sah, wie sie in den Tempel eintreten wollten, bat er, dass er ein Almosen empfinge. Petrus aber mit Johannes blickte fest auf ihn hin und sprach: Sieh uns an! Er aber gab acht auf sie, in der Erwartung, etwas von ihnen zu empfangen. Petrus aber sprach: Silber und Gold besitze ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers: Geh umher!“ (Apostelgeschichte 3, 3-6)

Die beiden wurden später nach Samaria geschickt, als dort die ersten Bekehrungen stattfanden (Apostelgeschichte 8, 14ff). Sie blieben ihrer Berufung treu – aber sie waren, das haben die Beispiele gezeigt, Menschen mit Schwächen und Stärken.

Ermutigend

Ich finde es ermutigend, dass die Bibel uns keine Superhelden und makellosen Heilsgestalten vorstellt, sondern solche ganz normalen Menschen mit ganz normalen Fehlern und Eigenarten, die sich vom Heiligen Geist nach und nach verändern und von Gott dabei gebrauchen ließen. Sie fingen einfach an, dem Herrn nachzufolgen, bevor sie perfekt waren. Andernfalls wären sie nie losgegangen, hätten bis zum Lebensende darauf gewartet, endlich heilig genug zu sein.
Wie beim Erwachsenwerden im natürlichen Bereich dauert die Heiligung, um einmal dieses alte Wort zu gebrauchen; ein Leben lang lernen wir hinzu, wenn wir aktiv sind und bleiben. Petrus war und blieb trotz aller Peinlichkeiten und Pannen der Fels, auf den Jesus seine Gemeinde gründen konnte. Johannes war und blieb trotz seiner Eigenarten bereit, für Jesus buchstäblich alles zu erleiden und ihm konnte die Offenbarung über die letzten Dinge anvertraut werden.

Die Petrusse und Johannesse, die Petras und Johannas von heute sitzen hier zusammen. Nur wer nichts tut, macht keine Fehler, und das ist der größte Fehler, der denkbar ist. In diesem Sinne lade ich uns ein, den beiden vorgestellten Jüngern nachzueifern.

Wir sollten uns nicht scheuen, wie Petrus zu einem Kranken zu sagen: „Was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers: Geh umher!“ Wir sollten den Mut haben, wie Johannes unter dem Kreuz bei Jesus zu bleiben, auch wenn es für uns brenzlig wird.

Wenn wir nicht gehen, wer denn dann?


P.S.: Die Grafik zum Artikel hat Herr van Rijn beigesteuert. Danke, Remmi!

Mittwoch, 31. Oktober 2007

In der Kürze...

...liegt die Würze.

Man hat mich gebeten, heute Abend im kleinen Kreis (10 - 15 Teilnehmer) über Petrus und Johannes zu sprechen. Dazu kondensiere ich den 50-Minuten-Vortrag Einheit in der Vielfalt auf 20 Minuten, damit genug Zeit für Gespräche bleibt. Jedenfalls ist das mein selbstgesetztes Zeitlimit.

Was meinen die geschätzten Blogbesucher? Klappt das?

Abstimmung beendet. Die Resultate stehen fest.Die Auflösung gibt es morgen. Die beste aller Ehefrauen wird sehr genau die Wanderung des Zeigers auf dem Ziffernblatt beobachten, hat sie mich doch gestern schon gefragt:
Will wou make it short?

Dienstag, 30. Oktober 2007

Eine große Lücke

Als ich gestern vormittag las, dass Evelyn Hamann gestorben ist, war ich bestürzt. Bin es noch immer.

Sie hatte, was den heutigen sogenannten Comedy-Stars samt und sonders zu fehlen scheint: Humor mit Stil, Kultur und Feingefühl. Charakter eben. "Ich kann nur spielen, was ich verstehe", hat sie einmal als Erklärung, warum sie etliche lukrative Rollen abgelehnt habe, gesagt.

Ich habe Evelyn Hamann auch abseits der Loriotsketche sehr geschätzt; ob Spielfilm oder Serie, sie konnte mit ihrer Kunst sogar eine inhaltlich eher flache Geschichte zu einem Erlebnis machen, das mir, dem Zusachuer, wohl tat. Das hat sie einmal als Geschenk, als Gabe bezeichnet: Dass sie mit ihrem Leben und Werk anderen Menschen Freude machen, anderen Menschen etwas Gutes tun kann, bedeute ihr ungeheuer viel und mache sie sehr dankbar.

Bundespräsident Horst Köhler hat den Angehörigen sein Beileid bekundet. "Viele Menschen in unserem Land teilen Ihre Trauer“, schrieb der Präsident. Hamann habe einen trockenen, unnachahmlichen Humor besessen und auf "liebenswerteste Weise, mit Herzlichkeit und hintersinnigem Witz“ auf menschliche Schwächen und Stärken hingewiesen. "Evelyn Hamann wird uns allen als eine großartige Darstellerin und als ein ganz besonderer Mensch in Erinnerung bleiben“, schrieb Köhler weiter.

Dem schließe ich mich an, dankbar für die vielen wunderbaren Stunden, die mir Evelyn Hamanns Kunst geschenkt hat. Es ist niemand in Sicht, der die Lücke füllen könnte.

Montag, 29. Oktober 2007

Poster / Movie / Exhibition

Kann man ein Poster in einen Kurzfilm verwandeln? Ja. Vor allem für regelmäßige Hörer der Theme Time Radio Hour ein Höchstvergnügen, aber auch für andere Kunstgenießer sicher interessant:

Das Poster

Der Film

Ellen Barkins brüchige Stimme, die Details aus dem Bild von Jamie Hernandez - fertig ist das Vergnügen.

Wer in und um Chemnitz wohnt, sollte sich wohl diese Ausstellung nicht entgehen lassen, auch wenn er Bob Dylan als Musiker nicht kennt oder mag (soll es geben, hört man*):

Stimmen der Stille


*Es soll auch Ausserirdische geben. Behaupten immer wieder irgend welche Wissenschaftler.

Samstag, 27. Oktober 2007

Vatican City


In den nächsten Tagen werde ich etwas sparsamer, wenn überhaupt, schreiben, da eine Menge Arbeit (zum Broterwerb) meine Zeit beansprucht. Zum Beispiel Übersetzungen wie diese:

For almost 1000 years (324-1309) the Popes lived at the Lateran Palace on the Caelian Hill in the east of Rome. Only because the Lateran building was out of repair on their return from 68 years in Avignon have they since 1377 lived in the Vatican or, for a while, at the Quirinal, now the residence of the president of Italy.

Ich bin also nicht faul, entrückt, verreist, oder sonst was. Nur beschäftigt. Gedanklich unter anderem in Vatican City und Botsuana (schrieb man früher Botswana, aber heute mit dem u statt dem w):

An expansion of British central authority and the evolution of tribal government resulted in the 1920 establishment of two advisory councils representing Africans and Europeans. Proclamations in 1934 regularized tribal rule and powers. A European-African advisory council was formed in 1951, and the 1961 constitution established a consultative legislative council.

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Verschwörung des Guten

...dafür entscheiden, etwas zu tun, das anderen außerhalb der Gruppe dient - um auf irgendeine Weise das Reich Gottes auszudrücken.Damit wärt Ihr praktisch das Gegenteil einer Terrorzelle. Was immer Ihr tut - tut es kreativ und freudig - dann schenkt Ihr den Menschen mit Eurer Freundlichkeit einen Hauch des Reiches Gottes.

In 22 Fortsetzungen hat sich der Sämann alias DoSi mit dem Buch von Brian McLaren über die "geheime Botschaft Jesu" beschäftigt. Ein etwas reißerischer Titel, denn das Geheimnis ist gar keines. Es geht um die Botschaft, die uns und den Generationen vor uns längst vorlag - aber haben wir sie verstanden?

Es ist keine Übertreibung zu sagen, daß für unsere Generation dasselbe gilt wie für die Zeitgenossen Jesu: Je nach dem, wie wir auf Jesu geheime Botschaft vom Reich Gottes reagieren, werden wir zwei verschiedene Welten schaffen: Eine höllische oder eine himmlische.

Man braucht Zeit, um die 22 Beiträge zu lesen - zweifellos. Aber es lohnt sich. Unbedingt. Hier geht es lang: Brian McLaren - The Secret Message of Jesus

Mittwoch, 24. Oktober 2007

IMF: Keep Your Promise to Liberia

Today we can take action on a critical international situation ripped from the headlines.

As the Financial Times reports:

The International Monetary Fund faced harsh criticism on Thursday for failing to meet its commitment to write off $800m in debt owed by Liberia, as Ellen Johnson-Sirleaf, the country's leader, met US president George W. Bush in Washington.

And from the BBC:

Forgiveness of the old debt would allow the IMF to issue new development loans.

Correspondents say it is widely agreed that Liberia's arrears should be paid off, but there is still some wrangling about the financial details.

This broken promise of debt relief threatens the future of Liberia, a country struggling to make democracy work after a bloody civil war, and lift its people out of poverty. Send an email to the International Monetary Fund today and tell them to keep their promise and forgive the debt.

Founded by freed American slaves, Liberia was the first republic in modern Africa. Tragically, in the last 30 years the people of Liberia have suffered through a military dictatorship and two civil wars that killed more than 270,000 people.

Today, Liberia is on the right path. In 2006, Ellen Johnson-Sirleaf became the first African woman to be elected a head of state. She is an expert on development—she worked for the World Bank and UN Development Program—and on Liberia's recent troubled history, having been jailed twice and driven into exile for opposing a repressive government.

It is an outrage that 18 months have passed since the IMF committed to writing off Liberia's debt. Send a message to the IMF and let them know that as a citizen of the fund's largest donor country—you know that the time for action is now.

Much of that $800 million in debt was accumulated by Dictator Samuel Kanyon Doe, whose repressive regime tore the nation apart. Now, President Johnson-Sirleaf and the Liberian government are working hard to revive the Liberian economy and meet the tough benchmarks demanded by the IMF.

Liberia has kept its promise. Tell the IMF to act in good faith, end the unfair 18 month wait and make good on its promise of debt relief now.

Over the last two weeks, almost 50,000 ONE members sent letters and made over 4,000 phone calls to Congress in support of a major piece of debt relief legislation, the Jubilee Act. We're working to pass the Jubilee Act and end this impasse at the IMF—all at the same time—because debt relief works. Mozambique used its savings from debt relief to vaccinate half a million children against tetanus, whooping cough and diphtheria, and to build and wire schools for electricity.

These are the success stories that inspire us to push forward and demand better from our own leaders and international bodies like the IMF. Take action now and then take a moment to imagine what Liberia will accomplish with the weight of this crushing and undeserved debt lifted off its shoulders.

Thank you for your voice,

Josh Peck, ONE.org

Dienstag, 23. Oktober 2007

Noel im November

Noel heißt ja bekanntlich Weihnachten.

Dieses Jahr kommt Noel schon am 17. November nach Berlin. Weniger als Baum mit Geschenken und Kerzenschein, sondern mehr mit E-Gitarren, Keyboard, Schlagzeug und Bass:

Noel Richards & Band, Christoph Bonnen - klangvolle Namen, weil sie für gute Musik mehr oder weniger bekannt sind.
  • Falls sie dem werten Blogbesucher weniger bekannt sind: Am 17. November 2007 kann man sich ein eigenes Hörbild machen.
  • Falls sie dem werten Blogbesucher mehr bekannt sind: Nicht einfach nur kommen, sondern beachten:
Der Eintritt ist frei, aber es wird dringend um Anmeldung gebeten. Hier geht es zu weiteren Informationen und Anmeldungsmöglichkeiten: 17. November 2007

Sonntag, 21. Oktober 2007

Kirche am Ende - Teil 1

Wir müssen uns von dem Gedanken verabschieden, dass es bei der Frage nach Strukturen und Formen der christlichen Gemeinde / Kirche falsch und richtig gäbe. Weder ein Kirchturm ist notwendig, noch Abendmahlskelche, noch ein Pfarrer oder Pastor. Es ist auch keine Voraussetzung, dass gesungen wird, ob nun zu Orgelmusik oder begleitet von einer Rock-, Blues-, Jazz- oder Schlagerband. All diese Dinge sind nicht falsch, sie sind aber auch nicht richtig. Sie sind einfach möglich.

Immer wieder gab es Aufbrüche und Ausbrüche aus verkrusteten Formen in der Kirchengeschichte. Etliche führten zur Entstehung von Sekten, etliche schufen bald nach dem Entstehen neue Strukturen und Regeln, die zügig die gewonnene Freiheit in neue Gesetzlichkeiten verwandelten. Nur ein Beispiel von unglaublich vielen: Wer heute in Amerika Menschen aus einer hutterischen Gemeinschaft sieht, wird meist mitleidig kopfschüttelnd den exotischen Anblick von Pferdekutschen zwischen all den Chevrolets, Cadillacs und anderen Autos photographieren, die Frauen in ihren Hauben, die hosenträgertragenden Männer… - kaum einer weiß, was am Anfang stand:
Die Täufer wollten Jesus im Alltag nachfolgen, ihr Leben miteinander teilen, Menschen zum Glauben an Jesus einladen und den Frieden Gottes gewaltfrei leben. Als Zeichen der Entscheidung tauften sie Erwachsene, auch wenn diese bereits als Kinder getauft waren. Auf diese „Vergehen“ stand im 16. Jahrhundert die Todesstrafe. Tausende wurden verhaftet, gefoltert und hingerichtet, weil sie ihrem Glauben treu bleiben wollten. Das (unbedingt lesenswerte) Buch Feuertaufe erzählt die erschütternde Geschichte einer faszinierenden Bewegung von Christen, die bereit waren, alles für ihren Glauben aufs Spiel zu setzen.
Und heute? Belächelt oder verspottet, kaum ernst genommen und in sich gekehrt, von der „bösen Welt“ umgeben und deutlich von ihr abgegrenzt. Man darf keine Autos haben, Frauen müssen sich so und so kleiden…

Soll das nun heißen, dass ich der Gesetzlosigkeit das Wort reden würde? Nein, das sei ferne. Ich will nur darauf hinweisen, dass es gewaltige Unterschiede zwischen den Regeln für das Leben, die wir in der Bibel finden, und den Regeln, die das organisatorische Drumherum betreffen, gibt. Ich glaube, der häufigste Fehler in der Vergangenheit war der, dass die Anhänger eines Ausbruches oder Aufbruches meinten, nun im Besitz der Wahrheit, der endgültigen Antwort auf alle Fragen zu sein.
Meine bestimmt nicht repräsentative Mini-Umfrage über die Gemeindegröße zeigt ein breit gestreutes Ergebnis. Vom Solochristen, der keine regelmäßige Gemeinschaft mit anderen Gläubigen pflegt, bis zur Großgemeinde ist alles vertreten, wobei im Augenblick die Hauskirche die Nase vorne hat.

Es wäre fatal wenn jemand „sein“ Modell der Gemeindegröße für richtig und die anderen für fehlerbehaftet halten würde. Allesamt haben sie Nachteile und Vorzüge, und allesamt werden sie so lange gebraucht, wie es Christen gibt, die sich in ihnen zu Hause fühlen. Das gilt nicht nur für die Größe, sondern auch für allerlei Konventionen und Traditionen. Der eine mag es feierlich, der andere locker. Der eine hebt gern die Hände beim Singen, der andere sitzt lieber in seiner Bank. Das ist so menschlich und so normal, wie die Tatsache, dass der eine gerne romantische Liebeskomödien sieht und der andere keinen Actionthriller auslässt. Einer mag Bob Dylan, ein anderer Hansi Hinterseer.

Wie ging es eigentlich los mit der Gemeinde und ihren Problemen?

Ein Augenzeuge berichtet:
Die allerersten Christen hingen jeden Tag zusammen, hörten den Predigten von den Aposteln zu und lebten in einer großen WG. Sie aßen zusammen, so wie sie es mit Jesus, kurz bevor er starb, auch getan hatten (das nannte man ab jetzt das Abendmahl), und beteten auch viel miteinander. Alle hatten großen Respekt vor Gott. Der wiederum bestätigte die Apostel durch heftige Wunder, damit alle sehen konnten, dass sie die Wahrheit erzählten.
Die Jesus-Leute hielten ganz fest zusammen, jeder teilte alles, was er hatte, mit den anderen. Wenn jemand der Besitzer von einem Stück Land war, dann verkaufte er das Teil und gab die Kohle den Jesus-Leuten, denen es dreckig ging.
Jeden Tag hingen sie im Tempel ab und feierten auf ihren Buden zusammen das Abendmahl. Oft trafen sie sich, um zusammen zu essen, was immer superfröhlich und mit einer guten Einstellung abging. Alle waren begeistert von Gott, was wohl auch ein Grund dafür war, dass man in der ganzen Stadt gut über sie redete. Die Gemeinde, so wie man die Jesus-Familie jetzt nannte, wurde immer größer, vor allem weil Gott jeden Tag viele Menschen dazurettete.

Durch die Apostel passierten heftige Wunder bei den Menschen, die dort lebten. Die ganze Gemeinde hing oft im Tempel in der Halle von Salomo rum, sie hielten ganz fest zusammen durch ihren gemeinsamen Glauben an Jesus. Einige hatten Schiss, sich ihnen anzuschließen, aber alle hatten großen Respekt vor den Jesus-Leuten.
Immer mehr Leute fingen an mit Jesus zu leben, Männer wie auch Frauen. Da gab es so Szenen, da schleppte man die Betten und Isomatten mit Menschen auf die Straße, damit wenigstens der Schatten von Petrus über die Kranken streifen würde.
Selbst aus den Dörfern um Jerusalem herum kamen die Leute angelaufen. Sie brachten die kranken Menschen vorbei und die Leute, die fiese Geister in sich hatten, und wirklich alle wurden gesund!
Zusammenfassen lässt sich sagen: Die Gläubigen trafen sich als große Versammlung, nämlich im Tempel, und in kleinen Gruppen in der Häusern. Die Großversammlungen waren allerdings nur möglich, weil diese erste Gemeinde aus Juden bestand. Heiden, und das waren alle, die keine jüdische Abstammung hatten, hätten den Tempel nicht betreten dürfen. Und die junge Gemeinde machte auch keinerlei Anstalten, überhaupt Heiden anzusprechen, mit ihrem Messias bekannt zu machen.

Die Gemeinde wuchs und wuchs und bekam bald kapazitätsbedingte Probleme:
Die Gemeinschaft wuchs in dieser Zeit wahnsinnig schnell. Irgendwann gab es mal Probleme zwischen den Gemeindemitgliedern, die Aramäisch sprachen, und denen, die aus Griechenland kamen. Die griechischen Juden beschwerten sich darüber, dass die alleinstehenden Frauen bei der Essensausgabe, die jeden Tag organisiert wurde, zu kurz kamen.
Darum machten die Apostel erstmal ein Meeting und sagten: „Es ist nicht okay, wenn wir das ganze Essenszeug auch noch verteilen sollen, anstatt zu predigen und von Gott zu erzählen, was ja unsere eigentliche Aufgabe ist. Wir haben da eine Idee: Lasst uns aus der Gemeinde sieben Leute aussuchen, die sich nur für diese Aufgabe zur Verfügung stellen, Männer, denen ihr vertraut und die ihren Lebensjoystick voll in die Hände des heiligen Geistes gegeben haben. Die sollen das dann regeln. Wir wollen uns voll weiter auf das Gebet stürzen und predigen.“
Alle fanden diese Idee sehr geil. Zuerst wählten sie den Stephanus, einen Mann, der einen Glauben wie eine Eiche hatte und total abgefüllt war mit dem heiligen Geist. Dann kamen noch Philippus, Prochorus, Nikanor, Timon, Parmenas und Nikolaus aus Antiochien dazu (der war erst zum jüdischen Glauben gewechselt und danach Christ geworden).
Doch dann änderte sich das Szenario ganz erheblich. Stephanus, einer dieser sieben Sozialarbeiter, wurde umgebracht und damit begann die Jagd auf die Gemeinde in der Stadt:
Saulus verfolgte diesen Mord an Stephanus und war mit allem einverstanden. Am gleichen Tag begann die große Jagd in Jerusalem auf alle, die sich zu den Christen zählten. Die ganze Gemeinde floh in das Umland in die Dörfer in der Gegend von Judäa und Samarien. Nur die Apostel blieben in der Stadt. Stephanus wurde von ein paar der ganz gläubigen Männer beerdigt. Alle waren total traurig über seinen Tod.
Saulus war weiter sehr aggromäßig unterwegs, er wollte um jeden Preis die Christen vernichten. Er überfiel ganze Familien, ließ die Frauen und Männer verhaften und in den Knast werfen.
Die Christen, die aus Jerusalem abgehauen waren, erzählten aber überall von der guten neuen Nachricht, die es über Jesus zu erzählen gab. Einer von denen war ein Typ, der Philippus hieß. Der hing in der Stadt Samaria rum und erzählte dort allen von Jesus.
Die Leute, die da wohnten, waren total offen für das, was er zu sagen hatte. Sie hörten ihm zu und konnten sehen, was für fette Wunder er tat. Viele, die Probleme mit dreckigen Dämonen hatten, wurden davon befreit. Die Dämonen verschwanden mit einem Schrei aus den Leuten, wenn er für sie betete. Auf dieselbe Art wurden auch viele Behinderte total gesund.
In der Stadt freuten sich alle da drüber.
Es musste also erst Mord und Todschlag an Christen geben, damit sich die Gemeinde ausbreitete. Vorher blieben sie in ihrer Hauptstadt und freuten sich über die wachsende Gemeindegröße. Die Völker ringsherum waren ihnen egal. Man hatte sicherlich viel zu tun mit dem Kümmern um die eigenen Angelegenheiten und dem Freuen über die warme fromme Kuschelecke.

Was hatte Jesus den elf überlebenden Aposteln aufgetragen? Ein anderer Augenzeuge erinnert sich:
„Ihr müsst jetzt losgehen, überallhin, in die ganze Welt, und allen Menschen diese neuen guten Nachrichten weitererzählen. Alle, die ihr Vertrauen auf Gott setzen und sich taufen lassen, werden gerettet! Wer das nicht tut, wird das Ziel verpassen und verloren sein. Es gibt noch ein paar Merkmale, an denen man meine Leute erkennen kann: Dadurch, dass sie mit meiner Vollmacht abgehen, werden fiese Geister, Dämonen und so, gehorchen müssen. Sie müssen die Leute verlassen, in denen sie wohnen. Und sie werden durch die Kraft von Gott, durch seinen Geist, neue Sprachen sprechen können. Dann werden sie in der Lage sein, mit Giftschlangen zu spielen, sie werden sogar Gift trinken können, ohne dabei zu sterben. Und wenn sie für kranke Menschen beten, dann werden sie geheilt.“
Den ersten Satz hatten sie vergessen vor lauter Begeisterung über den Rest. Sie hatten noch mehr vergessen, darüber mehr demnächst in der Fortsetzung.

--- --- --- --- --- ---

P.S.: Die Augenzeugenberichte sind der Volxbibel entnommen. Auf einmal liest man einen Text ganz aufmerksam, den man eigentlich längst kennt. Erstaunlich, nicht war?

P.P.S.: Ich hatte diesen Artikel längst fertig, als ich die gestrige Nachricht mit den 100.000 Volxbibeln las und hier weitergab. Das Zusammentreffen von 100.000 und diesem heutigen Beitrag ist also reiner Zufall. Falls es den gibt...