Donnerstag, 26. Juni 2008

Lukas Storch Podolski Haso Merkel

Gestern habe ich auf dem Weg zur Arbeit und auf dem Weg zurück nach Hause zwei Predigten gehört, die ich heute gerne empfehlen möchte.

Beide haben die passende Länge für meinen Arbeitsweg, im Gegensatz zu den meisten Predigten, die ich Sonntags in unserer Gemeinde zu hören bekomme. Bei uns sind sie meist etwa 60 Minuten lang... - man kann geteilter Meinung sein, ob das sinnvoll ist.

Bei den Jesus Freaks in Remscheid dagegen predigt man runde 30 Minuten, und das passt sehr gut zum täglichen Weg vom grünen Lichterfelde ins industrielle Neukölln.

Hier die beiden Empfehlungen. Rechte Maustaste: Download. Linke Maustaste: Anhören.
  • Auf dem Weg zur Arbeit erfuhr ich in 29:32 Minuten, was Haso und sein Bauch mit mir zu tun haben, warum es manchmal besser ist, wenn etwas eine Weile dauert und wie Haso sich einst beim Holzhacken die Fingerkuppe abgeschnitten hat: Aus dem Bauch heraus.

  • Auf dem Weg nach Hause hat mich Storch in 31:17 Minuten überzeugt, dass er wirklich keine Ahnung vom Fußball hat und ich habe mit Interesse verfolgt, wie er von Lukas Podolski über Angela Merkel zu einem Leprakranken gelangt: Sind wir nicht auch oft wie Martha?
Ganz hervorragend finde ich übrigens, dass die Predigten aus Remscheid samt und sonders kostenlos sind, im Gegensatz zu denen aus manch anderer Gemeinde, für die man viel Geld ausgeben muss, wenn man sie herunterladen will.

Vielen Dank an die Jesus Freaks, ich höre oft und gerne aus der Ferne zu.

Mittwoch, 25. Juni 2008

Vor dem Finale...

...für eine der beiden Mannschaften noch zwei Hinweise.

1. Fußball ist unappetitlich. Da scheißt jemand die Mannschaft ins Spiel:


2. Bei der Wohnungswahl sollte man eine gewisse Vorsicht walten lassen:


Quelle: Die Bilder sind mir per E-Mail zugeflogen. Keine Ahnung, wo die herkommen...

Es empfiehlt sich...

...heute die abendliche Mahlzeit vor 20:45 Uhr einzunehmen.



Hier noch was für alle Freunde von Umfragen oder sonstigen Dingen, auf denen man was klicken darf:






Wer nach dem Spiel noch abstimmt, ist übrigens doof. Und dass da »tuerkische« statt »türkische« steht, liegt daran, dass FlashGearCom keine Umlaute verarbeiten kann.

Foto gefunden bei Google mit Verweis auf Flickr als Quelle. Sehr aussagekräftig.

Dienstag, 24. Juni 2008

wie eyns eynhorns

Wenn ein Juniorpastor von der Kanzel sagt, er habe während der Anbetungszeit ein weißes Einhorn mit Flügeln gesehen, und dieses Einhon repräsentiere Jesus, dann reagieren manche Zuhörer leicht bis schwer irritiert. So auch ich am Sonntag. Ein Einhorn? Im Gottesdienst in Berlin? Da hört sich doch alles auf!

Die Sache hat mich zu Recherchen angestachelt. Was mir noch bekannt war aus längst vergangenen Schultagen, ist die mythologisch-literarische Seite. Rainer Maria Rilkes »Die Dame mit dem Einhorn«, »Das tapfere Schneiderlein« der Gebrüder Grimm, die griechische Mythologie um Zeus, der aus einer Ziege mit ziemlicher Gewaltanwendung ein Einhorn machte, die indischen Ursprünge des Fabeltiers...

Allerdings ist das nicht alles. Bei meinen Recherchen stieß ich darauf, dass auch in der Lutherbibel einst das Einhorn Gastrecht genossen hat.
Aber meyn horn wird erhöhet werden wie eyns eynhorns
Und werde begossen mit frisschem öle
hießt es in Psalm 92. Und in Psalm 29 konnte man damals lesen:
Und macht sie lecken wie eyn kalb
Libanon und Sirion wie eyn iungs eynhorn
Im Buch Hiob fragte in der ursprünglichen Übersetzung Gott:
Weynstu das eynhorn werde dyr dienen, und werde bleyben an deyner krippen?
kanstu yhm das ioch an knupffen ynn deynen furchen, das er hynder dyr pfluge ynn grunden
Im Buch Numeri, Kapitel 24, übersetzte Luther:
Gott hat in aus Egypten gefüret, Seine freidigkeit ist wie eins Einhorns. Er wird die Heiden, seine Verfolger, fressen, und ire gebeine zumalmen, und mit seinen pfeylen zu schmettern.
Es gibt zahlreiche weitere solche Fundstellen in der Lutherbibel. Der Reformator hatte kein theologisches Problem mit diesem Wesen.
Heutzutage allerdings wurde das Einhorn durch andere Tiere ersetzt, in modernen Übersetzungen taucht es nicht mehr auf. Zu finden ist es aber dennoch allerorten. So halten Löwe und Einhorn das britische Staatswappen, es gibt etliche Einhorn-Apotheken und im Juni 2008 fand und fotografierte man in der Toskana gar ein lebendes Exemplar. Das allerdings entpuppt sich als Rehbock mit ungewöhnlichem Stirnschmuck. Hieronymus Bosch hat sowohl im »Garten Eden« als auch im »Garten der Lüste«, nach neueren Deutungen eher als »Garten der Liebe« zu verstehen, seines berühmten Triptychon das Einhorn angesiedelt.

Wenn also ein Pastor ein Einhorn sieht, braucht man nicht gleich nach der Glaubenspolizei rufen. Selbst dann nicht, wenn es Flügel hat. Und auch dann noch nicht, wenn der Pastor sagt, dieses Mischwesen aus Pegasus und Einhorn repräsentiere Jesus.
Bildersprache ist nichts ungewöhnliches bei geistlichen Eindrücken und was für den einen keine Bedeutung hat, kann einem anderen eine ganze Menge zu sagen haben. In der Bibel wimmelt es von allerlei merkwürdigen Wesen, mit allerlei Köpfen und Flügeln und Kronen und Klauen. Die Bibel ist kein Biologiebuch und unsere Phantasie wird nicht dadurch ausgeschaltet, dass wir gläubig werden. Wenn jemand eine geistliche Bewandnis dadurch begreift, dass er ein Senfkorn oder einen Feigenbaum als Bild nimmt, warum dann nicht ein anderer mal ein Einhorn?

  • Mehr über das scheue Wesen bei Wikipedia: Einhorn
  • Mehr über die alte Lutherbibel und das inzwischen ausgemerzte Tier: Einhörner in der Bibel
  • Gedanken über den Leviathan, ein anderes schwer zu identifizierendes Wesen, macht sich gerade die Bloggergemeinde bei einem anderen Pastor: Storch und das Meeresungeheuer

Montag, 23. Juni 2008

Fußballrätsel

Die Frage ist, gegen wen die türkische Mannschaft am Mittwoch eigentlich verlieren soll. Eine rot-schwarz-gelbe Landesflagge ist weltweit nicht zu finden, unter den verbliebenen Teilnehmern der Fußball-EM schon gar nicht. Demnach würde dann, folgt man der Tagesthemen-Logik, nur eine Mannschaft auf den Platz gehen. Ob das den FIFA-Regeln entspricht? Ob gemeint war, dass die gesamte gegnerische Mannschaft vom Glaskasten aus zuschaut, statt nur ein Trainer? Ob gar das Spiel ausfällt, weil kein zur Flagge passender Gegner gefunden wird?

Ein Gruß aus Balkonien

Berlin ist eine laute Stadt,
in der man Ruhe nötig hat.
Wohl dem, der deshalb dann und wann
Balkonien genießen kann.

Es grünt so grün an allen Ecken,
es harmoniert Polster mit Decken.
Ein Vogel, fein von Künstlerhand
gestaltet, steht am Rand.

Hier kann man in den Sommertagen,
statt sich mit Hitze abzuplagen
in Ruhe sitzen, lesen, denken
und sich gar schöne Stunden schenken.

Am Abend dann im Freundesgarten
genießt man Speisen aller Arten.
Frisch gegrillt und knusprig lecker,
mit Brot vom Zehlendorfer Bäcker.



So kam der Dichter, liebe Leute,
nicht recht zum Schreiben für die Meute,
die diesen Blog besuchen will.
Berlin ist grün. Ich bin jetzt still.

Sonntag, 22. Juni 2008

Einfache Gemeinde

Jetzt schon an den 6. September denken? Warum eigentlich nicht. Was man früh genug einplant, braucht man nicht kurzfristig überlegen.

Ich habe jedenfalls vor, am 6. September einen Informationstag zu besuchen, der unter dem Motte »Einfache Gemeinde« steht. Von 10 bis 18 Uhr Zeit zum Kennenlernen, Austauschen, Essen... klingt auch ohne differenzierte Programmpunkte auf der Einladung, die mich gestern erreichte, ganz interessant. Die Sache mit den Hauskirchen ist mir sympathisch, und Christen in ihren ganz verschiedenartigen Frömmigkeitsstilen zu treffen, ist immer wieder eine Bereicherung.

Allerdings hat mich die Einladung auch verwirrt: »KEIN EINTRITT!« steht da in Großbuchstaben. Das heißt ja, dass man nicht hineinkommt, trotz Anmeldung, Interesse und guten Willens. Darüber ist vermerkt, dass eine Sammlung erhoben würde, um die Kosten zu decken. Nun ja, ich interpretiere aufgrund dieser Tatsache das »Eintrittsverbot« so, dass »FREIER EINTRITT« gemeint sein dürfte. Notfalls muss ich halt dann wieder nach Hause fahren, falls die Warnung doch so gemeint ist, wie sie da steht.

Der Informationstag »Einfache Gemeinde« wird von verschiedenen Hauskirchen und Gruppen organisiert, weitere Informationen gibt es hier: Hauskirchentag 2008

Ich bin gespannt, wen ich da alles treffen und kennenlernen werde.

Samstag, 21. Juni 2008

Freitag, 20. Juni 2008

Georg Breinschmid: Wien bleibt Krk

»Fußball-Aversions-Wienerlied«, »I pee a hedgehog with long-lasting waves«, »An uns zwaa kummt kana foabei«... - merkwürdige Titel. »Mussorgsky, mei oida Freind« oder »For the lost daughters and sons of Vienna« - ebenfalls recht ungewöhnliche Bezeichnungen für Musikstücke. Allerdings nicht für Georg Breinschmid, den ich bis vor kurzem nicht einmal dem Namen nach kannte.
Eine Blogleserin schenkte mir diese CD, die ihr ausnehmend gut gefiel und von der sie annahm, dass sie auch meinen Ohren gut bekäme. Was in der Tat der Fall ist.
»Wien bleibt Krk« nennt sich die heiße Scheibe voller Überraschungen. Der Künstler, der dieses einmalige Wiener Mischmasch aus »Klassik, Gipsy, Polka, Wienerliedern, Walzern und Schnörtzenbrekker«, was immer letzteres auch sein mag, mit einigen Freunden aufgenommen hat, ist ein Multitalent.

Georg Breinschmid studierte klassischen Kontrabass an der Wiener Musikhochschule und war während des Studiums als Substitut in verschiedenen Wiener Orchestern (Wiener Philharmoniker, Wiener Symphoniker u.a.) sowie auch kammermusikalisch tätig. Von 1994 bis 1996 war er im Niederösterreichischen Tonkünstlerorchester engagiert, von 1996 bis 1998 bei den Wiener Philharmonikern. Ein Mann, der mit seinem Instrument umzugehen weiß und - »Wien bleibt Krk« zeigt es mir - ein Mann mit sehr viel Humor und Talent für weit mehr als die Klassik.

Die CD enthält überwiegend instrumentale Stücke, aber die haben es auch ohne Texte faustdick hinter den Ohren, falls Stücke Ohren haben. Was ganz harmlos als Caféhausmusik daherkommt, überrascht plötzlich mit schrägen Tönen oder dem Wechsel in ein völlig anderes Genre. Da ist keine Tradition heilig, selbst des Wieners liebstes Kind Mozart bekommt sein Fett weg. Breinschmid hat wohl auch mit dem »Fußball-Aversions-Wienerlied« den Erfolg der österreichischen Mannschaft bei der EM 2008 vorausgeahnt:
Schauts eich den Deppn an, der wos ned kickn kann / Wiara am Rasn steht / Sogoa zum Schlatzn is er z'bled.
»Schlatzn« soll wohl Spucken heißen, wie man dem unmissverständlichen O-Ton nach dieser Zeile entnehmen kann. Besonders angetan hat es mir auch »Komisches Wienerlied«, weil man da endlich erfährt, warum ein G erst mit einem Gis zusammen etwas Hörenswertes darstellt.

Irgendwie haben sich einige Wiener schon seit vielen Jahren in mein musikalisches Herz »einigschlichn«, von Wolfang Ambros über Georg Danzer bis zu DÖF (was für Deutsch-Österreischisches-Feingefühl steht). Georg Breinschmid hat sich nun dazugesellt.

Fazit: Unbedingt empfehlenswert für Menschen, die sich gerne überraschen und aufs musikalische Glatteis führen lassen, jenseits aller Genregrenzen. Und für Fußballverächter sowieso Pflicht.

Donnerstag, 19. Juni 2008

War denn schon vom Wein die Rede?

Die Frage in der Überschrift zu diesem Beitrag steht auf dem Titel des Literarischen Kalenders 2008, der auch mich durch das Jahr begleitet. »War denn schon vom Wein die Rede? Nein? Dann laßt mich von ihm singen«, sagt der Dichter Robert Gernhardt. Und damit sind wir beim Thema: Wein und Gesang gehören untrennbar zusammen.

Wissenschaftler sind ja immer für wichtige Erkenntnisse gut. Eine Untersuchung in Großbritannien (versteht jenes Inselvolk überhaupt was vom Wein?) ergab kürzlich:
Rotwein schmeckt besser mit Jimi Hendrix oder den Rolling Stones, Weißwein hingegen mit Kylie Minogue oder Tina Turner.
Die Heriot-Watt-Universität in Edinburgh hatte mit 250 Studenten diese Studie durchgeführt, bei der sich zeigte, dass
der Geschmack von Cabernet Sauvignon durch die Weintrinker stärker mit „mächtiger und schwerer Musik“ empfunden wurde. Chardonnay hingegen habe bei „schwungvollen und erfrischenden“ Melodien deutlich besser gemundet.
Es gab auch ganz konkrete Empfehlungen von diesen ernsthaften Wissenschaftlern:
Im Ergebnis ihrer Studie empfehlen die schottischen Psychologen zu Cabernet Sauvignon unter anderem „All Along The Watchtower“ (Jimi Hendrix), „Honky Tonk Woman“ (Rolling Stones), „Live And Let Die“ (Paul McCartney and Wings) sowie „Won´t Get Fooled Again“ (The Who).
Chardonnay entfalte sich bestens zu „Atomic“ (Blondie), „Rock DJ“ (Robbie Williams), „What´s Love Got To Do With It“ (Tina Turner) oder „Spinning Around“ (Kylie Minogue).
Wein der Sorte Syrah habe die beste Wirkung unter anderem bei der Arie „Nessun Dorma“ (Puccini) entfaltet.
Und der Merlot sei besonders süffig bei „Sitting On The Dock Of The Bay“ (Otis Redding).
Gut, dass wir solche Wissenschaftler haben. Wenn der Wein mal nicht so recht schmeckt, liegt das einfach daran, dass man die falsche Musik aufgelegt hat. Es empfiehlt sich also, zunächst auf das Etikett der Weinflasche zu blicken und dann gezielt ins CD-Regal zu greifen.

Was noch nicht untersucht wurde, mich aber brennend interessiert: Welcher Wein ist zu empfehlen, wenn statt Musik ein Fußballspiel, beispielsweise Deutschland versus Portugal, auf dem Programm steht? Ein »Porta dos Cavaleiros Tinto, Dao, Caves Sao Joao 2005« oder ein »Iphöfer Kronsberg Silvaner QbA trocken«? Vielleicht kann mir ein Blogbesucher vor 20:45 Uhr Auskunft geben?

Zitate aus »Rotwein schmeckt besser mit Rock« von Focus Online.