Donnerstag, 9. Oktober 2008

Volxbibel lesen und mit dem ZEN-Player I'm Not There schauen?

Schon ulkig, was die Amazon-Maschine so alles zusammenbastelt. Da schaut man sich ein paar Artikel an und dann kommt so was dabei raus. Amüsant allemal. Wenn ich nun diesen Amazon-Empfehlungen folge, kann ich dann die Volxbibel hören und I'm Not There lesen? Oder brauche ich da erst noch den ZEN-Player, der auf meiner Wunschliste steht?

Rätsel über Rätsel. Einstweilen höre ich die erste Folge der dritten Staffel der Theme Time Radio Hour »Money« auf meinem schon recht ramponierten, gerade notdürftig reparierten (zu was Büroklammern so alles gut sind...) alten MP3-Player und weiß jetzt, warum Bob Dylan nicht unter dem Empire-State-Building spazieren gehen möchte.

P.S.: Morgen geht es hier auf dem Blog nicht um Musik.

Kleiner Tipp zu m4a

Wenn jetzt jemand fragt: »M4a? Was soll das denn sein?«, dann ist dieser Tipp für denjenigen überflüssig. 

Falls jedoch jemand ratlos ein entpacktes Verzeichnis betrachtet, in dem lauter Dateien mit der Endung .m4a stehen, die er weder auf Audio-CD brennen noch (womöglich) anhören kann, dann ist dieser Tipp sicher hilfreich.

Es mag auch sein, dass man irgendwann in der Zukunft dem Format begegnet und sich dann erinnert: Da gab es doch mal einen Tipp...

Das .m4a-Format ist eine von vielen Variante, in Nullen und Einsen verwandelte Musik zu speichern. In der PC-Welt ist allerdings eher .mp3 gebräuchlich, und auf vielen PCs fehlt vermutlich schon mal die Software, um .m4a abzuspielen, geschweige denn, Audio-CDs daraus zu brennen. Nero kann das nicht, der Windows-Mediaplayer auch nicht, DeepBurner versteht nur Bahnhof...

In solchen Fällen ist ein kleines Programm hilfreich, das nichts kostet und das bei mir seit längerer Zeit störungsfrei seinen Dienst verrichtet. Es nennt sich »Free M4a to MP3 Converter« und kann so gut wie nichts, außer das, was es können soll: Aus .m4a-Dateien .mp3-Dateien machen. Und noch ein paar andere eher exotische Konvertierungen erledigen. Hier geht es lang zum Download: Maniactools / Free M4a to MP3 Converter.

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Bob Dylan: Tell Tale Signs

Bob Dylan hatte schon immer ein Herz für die Bootleggers. Das sind die Fans, die Konzert für Konzert mitschneiden und unter die Leute bringen, kostenlos natürlich, auch nicht verwendetes Studiomaterial wird gerne genommen. Ehrenhafte Bootleggers hüten sich davor, Material zu verwenden, das als CD oder LP offiziell veröffentlicht wurde, nach dem Motto »Keep the Bob-Boots-Lake clean - don't steal music!«
Es gibt seit Jahren von der offiziellen Bob-Dylan-Seite im Internet einen Link zu »Expecting Rain« - dort sind tausende von Bob-Boots zu finden. Bob Dylan weiß, was er da verlinken lässt, und er lobt die Musikbegeisterten: »Some of these bootleggers, they make pretty good stuff. Plenty of places to hide things here, if you wanna hide them bad enough« sang er in »Sugar Baby«.
Und im Video zum aktuellen Album »Tell Tale Signs« gibt es nicht Bob Dylan zu sehen, sondern einen Bootlegger, der fleißig sammelt und zusammenstellt, was er an Bootlegs finden kann. Wenn »Sugar Baby« noch nicht deutlich genug ausdrückte, dass His Bobness die Bootlegger schätzt und ehrt, dann ist es mit diesem Video endgültig besiegelt.

Nun ist das neue Album ein Teil der offiziellen Bootleg-Serie - und einige Fische sind prompt aus dem Bob-Boot-Teich entfernt worden, weil jetzt ja offiziell veröffentlicht. Zu hören gibt es auf »Tell Tale Signs« alternative Versionen und ein paar Live-Mitschnitte sowie Lieder, die es nicht auf die letzten Alben geschafft haben. (Es gibt noch eine überhöht teure 3-CD-Version, die rund 100 Euro kostet. Von der würde ich abraten, schon um zu zeigen, dass es gewisse Grenzen gibt, auch bei Columbia Records und Bob Dylan.)
Zu bewerten, welche Version eines Songs die bessere sei, ist immer eine sehr subjektive Angelegenheit. Und bei mir zumindest ändert sich das auch je nach Stimmung und Lebenslage. Bob Dylan selbst beweist mit jedem Auftritt, dass seine Lieder leben, immer nur eine Momentaufnahme sind. Was gestern als sanfte Ballade daher kam, kann morgen zum zornigen Rock oder zum monotonen Sprechgesang mutieren. »Fertig« sind seine Songs jedenfalls nie. Das zeigen mir auch einige Eindrücke vom vorliegenden Album (in der bezahlbaren 2-CD-Version). Nicht zu allen Songs will ich mich äußern, das würde den Rahmen sprengen...

Disk: 1
1. Mississippi
Da geht es schon los mit der Subjektivität: Gefällt mir besser, viel besser sogar, als die Version, die es auf die CD »Time Out Of Mind« geschafft hat. Heute und hier zumindest, vielleicht spricht mich morgen wieder die andere mehr an?

2. Most Of The Time
Das Album »Oh Mercy« ist mir stets ein zwiespältiges gewesen, dieser Song neben »Dignity« mein Liebelingslied unter den ansonsten eher mittelmäßigen Songs. Nun höre ich eine entschlackte Version, und kann mich nicht entscheiden, ob sie mir gefällt.

4. Someday Baby
»Modern Times« ist von den drei letzten Alben mein liebstes. Es hätte noch besser sein können, wenn diese Version von »Someday Baby« darauf gelandet wäre. Die gefällt mir nun wirklich wesentlich besser.

5. Red River Shore
Warum nur hat uns Bob Dylan oder der Produzent diesen Song bisher vorenthalten? Soooo voll war doch »Modern Times« noch nicht. Ein ganz bezauberndes Liebeslied, das ein hervorragendes Album noch bereichert hätte.

8. Can't Wait
Wie bei »Someday Baby« scheint mir nach heutiger Befindlichkeit diese Version die bessere zu sein. Es klingt, als sei His Bobness innerlich mehr bei der Sache als in der Fassung, die auf dem Album erschienen ist.

10. Dreamin' Of You
Dieser Song ist sozusagen Teig, aus dem viele Brote geformt wurden. Zahlreiche Textzeilen finden sich in anderen Songs wieder, in anderen Zusammenhängen, in anderen Stimmungen. Ein Abenteuer für jeden Bob Dylan Fan, eine Schnitzeljagd. Faszinierend.

13. High Water (For Charley Patton) - Live, 2003
Nun ja. Eine Momentaufnahme. Da gab es unter den Bootlegs der letzten Jahre einige, die mir mehr zusagten. Vielleicht hätte man bei Expecting Rain stöbern sollen, als dieses Album zusammengestellt wurde?

Disk: 2
1. Mississippi
Noch eine Version, und - das macht den Reiz dieses Albums aus - wieder eine andere Stimmung beim gleichen Song. Wie viele mag es geben? Mir gefällt die von Disk 1 besser, dann folgt diese hier und dann auf Platz 3 die vom offiziellen Album. Heute zumindest.

2. 32-20 Blues
So was kann er auch, der Bob, einen kleinen Blues für zwischendurch, nicht aufregend, aber auch nicht langweilig. Die Aufnahmequalität ist allerdings nicht ganz auf der Höhe...

3. Series Of Dreams
Diese Version ähnelt der auf dem Album »Oh Mercy«, aber die abweichende Instrumentierung und die mehr im Vordergrund stehende Stimme geben im Ganzen doch eine andere Stimmung wieder. Etwas trauriger, finde ich, und das ist ja bei Dylan Songs oft gerade das, was fasziniert.

4. God Knows
»God knows« wirkt auf mich immer, auch in dieser Fasung, wie ein Song, aus dem noch was werden könnte. Rohmaterial, so wie »Dreamin' of you«, Gedanken und Bruchstücke, die zu etwas führen könnten, was wirklich herausragend wäre. Aber Bob Dylan meinte wohl, der Song sei fertig.

7. Ring Them Bells - Live, The Supper Club, 1993
Das Supper-Club-Bootleg in meiner Sammlung ist eines meiner Lieblingsalben. Das, was als »MTV-Unplugged« ungefähr zur gleichen Zeit entstanden ist, deutet nur an, was im »Supper Club« deutlich wurde: Ein ganz und gar leidenschaftlicher Bob Dylan, der mit einer selten gehörten Intensität singt. Was bin ich froh, das komplette Supper-Club-Album mit beiden Shows zu haben. »Ring Them Bells« ist ein gut gewählter Ausschnitt.

8. Cocaine Blues - Live, 1997
Dieser Song fällt vor allem durch die recht bescheidene Aufnahmequalität auf. Hat da jemand ein Diktiergerät in die Luft gehalten? Immerhin: Schöner Harmoniegesang, aber ansonsten und auf diesem Album eigentlich überflüssig.

9. Ain't Talkin'
Wenn man diese Version einmal gehört hat, möchte man »Ain't Talkin'« von »Modern Times« ausradieren. Auf einmal wird das Lied zu einem ganz und gar mitreißenden, intimen Blick in die Seele eines Mannes, der es aufgegeben hat, mit dem Publikum der Konzerte zu reden. Und der statt dessen als Moderator der »Theme Time Radio Hour« scherzt, predigt und plaudert.

11. Lonesome Day Blues - Live, 2002
Eine sehr zornige Version eines bestürzenden Liedes, dessen Veröffentlichung am 11. September 2001 so manchen Fan davon überzeugt hat, dass Bob Dylan auch ein Prophet sein kann.

14. 'Cross The Green Mountain
Das letzte Lied dieses Albums, und - ich bin immer noch ganz subjektiv - das beste. Ein Endzeitbild einschließlich der Entrückung, ein Blick in die Seele, oder einfach nur ein wunderbarer Song, das mag jeder für sich entscheiden.

Mein Fazit: Für Fans eine reich gefüllte Schatztruhe. Für Menschen, die gelegentlich Bob Dylan hören, empfehlenswert. Für Zeitgenossen, die »Blowing in the Wind« in der 60er-Jahre Version erwarten, wenn sie den Namen Dylan hören, ungenießbar. Für jemanden, der überhaupt keine Ahnung hat, was und wie Bob Dylan heute musiziert, würde ich eher zu »Modern Times« als Einstieg raten.
Zu finden ist »Tell Tale Signs« - auch in der unverschämt teuren Version - unter anderem bei Amazon: Tell Tale Signs: the Bootleg Series Vol.8


P.S.: Zeichnung bei Croz gemopst, Coverbild bei Amazon.

Dienstag, 7. Oktober 2008

»Aber die gehört doch...

...zu einer Pfingstgemeinde«, meinte die Amerikanerin, mit der ich kürzlich über die US-Wahlen sprach. Die Rede war von Sarah Palin, die gerne als Vizekandidatin mit John McCain ins Weiße Haus gewählt werden möchte.
Als sei die Zugehörigkeit zu einer Pfingstgemeinde (von Frau Palin sowieso inzwischen abgelegt) ein Garant für erfolgreiche Politik. »Und wenn Obama sagt, dass er Christ sei, dann ist er aber jedenfalls nicht wiedergeboren«, fügte besagte Gesprächspartnerin noch hinzu. Als sei eine Wiedergeburt Garant für erfolgreiche Politik.
Es scheint in manchen amerikanischen Köpfen die Vorstellung zu herrschen, als ginge es um die Wahl eines Bischofs oder Predigers, anstatt um die Wahl einer Partei, die dann ihren Präsidentschaftskandidaten nominiert und wählt.
Ob jemand Putin für den deutschen Bundespräsidenten hält (McCain) oder eine widerliche Schlammschlacht betreibt und den demokratischen Kandidaten (der seinerzeit noch ein Kind war) in die Nähe eines ehemaligen Terroristen rückt (Palin), ist offenbar weniger entscheidend als die Zugehörigkeit zu einer Konfession.

Allerdings scheint dies kein »amerikanisches« Phänomen zu sein. Wenn man die Deutschen fragt, warum sie diesen oder jenen Kandidaten wählen wollen, erfährt man in der Regel auch wenig vom Wahlprogramm oder den politischen Zielen, dafür umso mehr, dass jemand »nett aussieht« oder »gut reden kann«.
Fragt man, warum jemand nicht gewählt wird, hört man »weil er schwul ist« oder »die sieht so ungepflegt aus«.
Vermutlich hatte Rudi Assauer recht, als er über Franz Beckenbauer sagte: »Er könnte 14 Tage vor der Wahl eine Partei gründen und würde dann Kanzler.«

Mir ist jemand, der eine politische Vision hat, jedenfalls lieber als jemand, der im alten Trott weitermachen will, wenn der alte Trott gezeigt hat, dass er dem Land nicht gut tut. Ob alle Visionen sofort umsetzbar sind, mag dahingestellt sein. »I have a dream...« sagte einmal jemand, der davon träumte, dass schwarze Amerikaner an den Universitäten studieren dürfen, dass die Hautfarbe einen Menschen eines Tages nicht mehr zum Untermenschen machen wird. Dieser Traum wurde verlacht und der Träumende erschossen. Der Traum allerdings ließ sich nicht ermorden.
»Yes, we can!« sagt heute ein Kandidat in Amerika, der sich beharrlich weigert, sich auf das Schlammschlacht-Niveau seiner politischen Gegner zu begeben. Ich hoffe, dass die Leibwächter gut auf ihn aufpassen. Seine Vision mag manchem unrealistisch erscheinen. Aber wenigstens hat er eine. Und das mag für das angestrebte Amt mehr wert sein, als die Zugehörigkeit zu einer Pfingstgemeinde.

Montag, 6. Oktober 2008

Ein Krimi, der kein Krimi war

Der gestrige »Tatort« hat bei mir mehr Betroffenheit ausgelöst als irgend einer zuvor, soweit ich mich überhaupt an die Folgen erinnere. Die meisten vergesse ich nach ein paar Wochen sowieso. Diesen sicher nicht so schnell. Dazu mag beitragen, dass ich vor etlichen Jahren das Sterben eines 12jährigen Kindes an der Mukoviszidose aus familiärer Nähe miterlebt habe - doch dieser Film hätte mich wohl auch ohne diese eigene Erfahrung tief angerührt.

War das überhaupt ein Krimi? Rein sachlich betrachtet schon, aber die Krimihandlung (Mörder suchen und finden) stand irgendwie ungewohnt im Hintergrund. Auch Kopper und Odenthal, die beiden ermittelnden Kommissare, waren nicht wirklich die prägenden Figuren.

Da waren für mich vielmehr zwei Schauspielerinnen diejenigen, die diesen Film zu mehr als einem Krimi machten: Susanne Lothar, die vor rund einem Jahr ihren Mann Ulrich Mühe beim Sterben begleitet hat als Mutter und das Mädchen (Stella Kunkat), das die Sterbenskranke so unverfälscht und ohne Pathos gespielt hat, wie man es von einem Kind kaum erwarten würde.

Sterbehilfe - ja oder nein? Eine Frage, auf die es viele Antworten gibt, eine Frage, die ich nicht mit Ja oder Nein zu beantworten in der Lage bin. Der Focus:
„Sterben ist keine Idylle“, sagt der Vorsitzende von „Charontas“, „und manchmal ist es ein Verbrechen, nicht zu helfen.“ Wahrscheinlich hat er Recht. Der Anwalt dieses Vereins sagt: „Die Leute finden einen Weg, sich umzubringen.“ Wahrscheinlich hat er Recht. Der Vater des sterbenskranken Mädchens Julia sagt zu seiner Frau: „Ich entscheide nicht, wann sie zu sterben hat. Und du auch nicht. Wir haben kein Recht dazu.“ Wahrscheinlich hat er Recht. Alle haben Recht, irgendwie. Aber wer hat mehr Recht in diesem Fall? (Quelle: Focus Online)
Was würde ich tun, wenn ich mit einem solchen Schicksal als Elternteil konfrontiert wäre? Ginge es mir wie der Mutter im Film? „Wie halten Sie das aus?“, fragte die Kommissarin. Susanne Lothar mit dem (schmerzhaften) Versuch eines Lächelns: „Gar nicht.“

Foto: ARD

Längliches Wochenende

Es liegt ein wegen des Feiertages in die Länge gezogenes Wochenende zurück. Die solchermaßen länglich verformten Tage führten mich unter anderem in diese Kirche, in der mindestens zwei Särge und ein geistliches Geheimnis aufbewahrt werden:


Es stand auch ausreichend Gelegenheit zur Verfügung, am Kaminfeuer Kaffee zu trinken und frisch gebackene Torte zu genießen.


Diese beiden vierbeinigen Gesellen habe ich (vermutlich illegaler Weise) mit Zucker gefüttert, der sich, weil zum Kaffee nicht benötigt, in meiner Tasche fand.


Außerdem lernte ich einiges über die älteste bekannte Schriftstellerin in Deutschland, ihr Leben und ihre Werke.


Ich warf einen Blick aus luftiger Höhe auf die Stadt, in der jene Roswitha ihre Heimat hatte. Eine Stadt mit einem Dom, der keiner ist, weil es nie einen Bischof gab.


Von Mann zu Mann zu Mann gab es Gespräche über Schule, Schach, Fußball und Firmenpolitik, Jungsein und etwas weniger jung sein, Indien, Deutschland und andere Länder.


Ein rundum gefülltes längliches Wochenende. Vieles will noch verarbeitet und verdaut werden, denn es gab sehr ausführliche Gespräche über das Zeitgeschehen mit einer hier nicht namentlich genannten prophetischen Person. Manches bleibt einstweilen ungesagt.

Und nun ist der Alltag wieder eingekehrt, einstweilen.

Samstag, 4. Oktober 2008

Advent ist im Dezember, Gebäck ist jetzt!

Gestern habe ich vom Balkon aus das erste mit »Weihnachtsbeleuchtung« versehene Haus in der Nachbarschaft ausgemacht. Geht man Einkaufen, hat man sowieso den Eindruck, Weihnachten stehe unmittelbar bevor.
Andererseits gibt es ja mittlerweile das ganze Jahr über gefärbte Hühnereier zu kaufen. Warum also nicht Christbaumkugeln am Frühlingsstrauß und Lebkuchenherzen zur Grillparty im Sommer? Was es mit Weihnachten oder Ostern auf sich hat, weiß ja sowieso kaum noch jemand...

15. Oktober 2008: Blog Action Day!

Ich bin dabei. Du auch?

Donnerstag, 2. Oktober 2008

PPP am 3. Oktober

Ich werde am 3. Oktober nicht in Berlin weilen, möchte aber die geschätzten Blogbesucher, die vielleicht in der Stadt sind oder in die Stadt kommen, auf PPP hinweisen. Das Kürzel habe ich ersonnen, um die Überschrift kurz zu halten und die Neugier zu schüren. Es steht für das Motto People Praise & Pray.
Ich bin ja kein Freund der unnötigen Anglizismen, aber dies ist eine internationale Veranstaltung und im Himmel werden wir sowieso alle Englisch reden. Sonst würden die Engel ja Deutschel oder Franzel oder Spaniel heißen.

Anlässlich des 18. Jahrestages der deutschen Einheit werden in Berlin Christen aus Afrika, dem Nahen Osten, Deutschland und anderen europäischen Ländern interkulturell Gott loben und gemeinsam für unser Land beten.
Die Veranstaltung findet in der Lukas-Gemeinde Schöneberg, Kurfürstenstraße 133, statt und geht von 15.30 bis 21.30 Uhr. Jeweils um 15.30, 17.30 und 19 Uhr ist eine 45-minütige Lobpreiszeit mit anschließendem Gebet vorgesehen.
In den Pausen wird Kulinarisches aus verschiedenen Erdteilen gereicht. Um 20.30 Uhr gibt es eine abschließende »Jam Session« aller Musiker des Tages.

Wer noch DM-Münzen und Scheine in der Zuckerdose versteckt hat, darf diese gerne mitbringen und für das Projekt »Alte DM, neue Hoffnung« spenden.

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Evangelium auf CNN

Weil »Evangelium« für »Gute Nachricht«, »Frohe Botschaft« oder »Siegesbotschaft« steht, hat Bono am Rande der UN-Vollversammlung auf CNN Evangelium zu verkünden gewusst:
»We got good news this week. I know normally I'm on your program with bad news -- the whingeing rock star -- but it's great. There's a disease, malaria -- it's 3,000 African kids die every day of mosquito bites. Sounds mad, but it's true. And people have committed and it looks like the funds are on the table so that that disease will be no more by 2015.« (Das ganze Interview gibt es zum Nachlesen hier: Bono praises McCain, Obama and America.)
Ein kleiner Schritt auf dem Weg, aber immerhin ein echter Sieg in der Schlacht. In wenigen Jahren wird kein Kind mehr an Malaria sterben - das benötigte Geld ist zusammengekommen. Ein Grund, sich zu freuen, und eine Ermutigung, weiter zu kämpfen für eine Welt, in der die Armut etwas ist, was es in der Vergangenheit mal gab.

Bono nützt seinen Status als Rockstar auf eine wunderbar unverschämte Weise aus, um mit anderen Prominenten, aber auch ganz normalen Menschen wie Günter Jott aus Berlin, den Mächtigen der Welt so lange keine Ruhe zu lassen, wie Menschen deshalb sterben, weil sie in Armut leben. Zu denen, die sich via ONE zu diesem Kampf zusammengeschlossen haben, gehören eine ganze Menge Menschen, deren letzte Sorge das Geld sein dürfte. Bill Gates, Michael Bloomberg, Bob Geldof und einige, die nicht einmal wollen, dass ihr Name genannt wird. Es fällt den Politikern zunehmend schwer, sich aus ihren öffentlichen Versprechen hinterher herauszuwinden...
Bono: »You know, politicians. They love signing checks, but they don't like cashing them. They love the photograph. These G-8 meetings, you'll see myself and my partner Bob Geldof arm-wrestling with politicians up against the wall.«
Mittlerweile hat Emergent Village mit ONE eine Partnerschaft begonnen (daher das Logo oben rechts bei diesem Beitrag). Auch andere christliche Gruppen und Organisationen sind inzwischen dabei. Das gibt mir Hoffnung, dass es womöglich doch gelingen wird, die Gemeinde der Endzeit aus den frommen Kuschelecken heraus zu bekommen.
Kürzlich war ich nach dem Hören einer Predigt ein wenig bedrückt. Der Pastor hatte ausführlich darüber gesprochen, wie die Gemeindemitglieder finanziellen Segen erwarten sollen und dürfen, um dann einerseits den Lebensbedarf zu decken (was völlig legitim ist), und andererseits ihre Gemeinde noch tatkräftiger unterstützen zu können. Irgendwie gewann ich den Eindruck, als sei das »Trachten nach dem Reich Gottes« gleichbedeutend mit den Belangen der örtlichen Gemeinde. Vielleicht habe ich mich beim Zuhören auch geirrt...
Wie dem auch sei. Ist es denkbar, dass auch die freikirchlich orientierte die Christenheit, bevor sie sich um die eigenen Belange kümmert, das tut, was letztendlich vor dem Richterstuhl des Königs über »links« oder »rechts« entscheiden wird? Das hat Jesus recht unmissverständlich so formuliert:
Denn mich hungerte, und ihr gabt mir nicht zu essen; mich dürstete, und ihr gabt mir nicht zu trinken; ich war Fremdling, und ihr nahmt mich nicht auf; nackt, und ihr bekleidetet mich nicht; krank und im Gefängnis, und ihr besuchtet mich nicht.
Dann werden sie antworten und sagen: Herr, wann sahen wir dich hungrig oder durstig oder als Fremdling oder nackt oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht gedient?
Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr einem dieser Geringsten nicht getan habt, habt ihr auch mir nicht getan. (Matthäus 25, 42ff)
Wird das auch in Deutschland gelingen? Warum eigentlich nicht! Man muss nicht Bono oder Bill Gates sein, um etwas zu tun. 
Haso schilderte gestern seine Gedanken über das Wohlstandsevangelium. Und gibt ganz praktische, für jedermann und jedefrau umsetzbare Tipps.