Samstag, 4. Juli 2009

Brönnen?


Kunst kommt von Können.
Gunst kommt von Gönnen.
Brunst* kommt von



*Was ist denn eigentlich Brunst?

Freitag, 3. Juli 2009

Sieben

Seit fast einer Woche gibt es bei uns zu Hause auch einen PC, der »Sieben« heißt. Nicht etwa, weil es der siebte Computer wäre, sondern wegen seines Betriebssystems habe ich ihn so getauft.

Windows 7, das im Oktober 2009 erscheinen wird, wurde von den Vorabtestern so hoch gelobt und gebenedeit, dass ich mir nun - nicht zuletzt angesichts der unzähligen Ärgerlichkeiten in Windows Vista - ein Bild machen wollte. Daher wurde ein relativ neues Notebook (4 GB Arbeitsspeicher, schneller Prozessor) mit Windows 7 in der 64-Bit Version beglückt. Das Notebook scheint wirklich glücklich zu sein, denn es arbeitet, so weit man das in den paar Tagen sagen kann, schneller und vor allem stabiler als irgend ein anderer unserer PCs.

Da ich wegen der Übersetzungs-Monster-Aufgabe (regelmäßige Blogleser wissen, was ich meine) wenig Zeit habe, ist manche Software (Buchhaltung, Banking, FTP, Adobe CS4 und so weiter) noch nicht installiert, aber Office 2007 (32-Bit-Version) läuft problemlos und blitzschnell, der Firefox 3.5 hat nun wirklich einen Düsenantrieb im Hintern und auch weitere bisher installierte Software läuft rund und stabil.

Und der Virenschutz? Da habe ich mir erlaubt, nach gewissen Umwegen durch das Internet die amerikanische Version der Microsoft Security Essentials zu nehmen, die es voraussichtlich ebenfalls im Oktober oder November geben soll. Es wurde ja auch Zeit, dass Microsoft ein kostenloses Schutzpaket für seine Kunden anbietet, angekündigt war es schon für Juni 2009. Inwiefern das allerdings Arbeitsplätze bei Avira & Co gefährden wird, bleibt abzuwarten.

Nach 6 Tagen kann man noch nicht viel sagen, aber der erste Eindruck von Windows 7 und Security Essentials ist sehr positiv. Stabil, schnell, bedienfreundlich. Mir scheint, Microsoft hat was dazugelernt.

Mittwoch, 1. Juli 2009

Der Zehnte - Quelle der Armut?


Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr verzehntet die Minze, Dill und Kümmel, und laßt dahinten das Schwerste im Gesetz, nämlich das Gericht, die Barmherzigkeit und den Glauben! Dies soll man tun und jenes nicht lassen. (Matthäus 23, 23)
»Dies soll man tun und jenes nicht lassen« wird oft als Beleg dafür angeführt, dass Jesus die Praxis des Alten Testamentes, den Zehnten in das Heiligtum zu bringen, auch für seine Nachfolger als gültig erklärt habe. Wenn man so argumentiert, muss man allerdings folgendes beachten:
Da redete Jesus zu dem Volk und zu seinen Jüngern und sprach: Auf dem Stuhl des Mose sitzen die Schriftgelehrten und Pharisäer. Alles nun, was sie euch sagen, das tut und haltet; aber nach ihren Werken sollt ihr nicht handeln; denn sie sagen's zwar, tun's aber nicht. (Matthäus 23, 1-3)
So beginnt der Absatz, aus dem der eingangs zitierte Satz stammt. Aha. Wir sollen also alles tun und halten, was uns die Schriftgelehrten und Pharisäer sagen. Na prima. Und wo sind sie nun, die Schriftgelehrten und Pharisäer unserer Zeit? Sind es die Pastoren und Ältesten, die Bischöfe und Pfarrer? Vermutlich würden diese Herren (und gelegentlich Damen) es nicht so gerne hören, wenn man sie als Pharisäer bezeichnet.
Man muss wohl schon den gesamten Abschnitt betrachten, statt ein paar Verse herauszureißen. Matthäus 22 und 23 haben damit zu tun, dass die Pharisäer und Schriftgelehrten »Rat hielten, wie sie ihn (Jesus) in seinen Worten fangen könnten.« Dem Bericht des Matthäus zufolge hatte Jesus eine ganze Menge über die und zu den Pharisäern, Sadduzäern und anderen Anklägern zu sagen: »Ihr Schlangen, ihr Otternbrut!« »Ihr Heuchler.« »Ihr Narren und Blinden!« »Ihr verblendeten Führer, die ihr Mücken aussiebt, aber Kamele verschluckt!«
Dennoch sollten die Jünger Jesu das tun, was diese Leute sagten. Nämlich das Gesetz halten. Zum Gesetz gehört der Zehnte:
Alle Zehnten im Lande von Samen des Landes und von Früchten der Bäume sind des HERRN und sollen dem HERRN heilig sein. Will aber jemand seinen Zehnten lösen, der soll den Fünften darübergeben. Und alle Zehnten von Rindern und Schafen, von allem, was unter dem Hirtenstabe geht, das ist ein heiliger Zehnt dem HERRN. Man soll nicht fragen, ob's gut oder böse sei; man soll's auch nicht wechseln. Wird's aber jemand wechseln, so soll's beides heilig sein und nicht gelöst werden. (3. Mose 27, 30-33)
Zum gleichen Gesetz gehört auch diese Anweisung:
Wer des HERRN Namen lästert, der soll des Todes sterben; die ganze Gemeinde soll ihn steinigen. Ob Fremdling oder Einheimischer, wer den Namen lästert, soll sterben. Wer irgendeinen Menschen erschlägt, der soll des Todes sterben. Wer aber ein Stück Vieh erschlägt, der soll's ersetzen, Leben um Leben. Und wer seinen Nächsten verletzt, dem soll man tun, wie er getan hat, Schaden um Schaden, Auge um Auge, Zahn um Zahn; wie er einen Menschen verletzt hat, so soll man ihm auch tun. ... Es soll ein und dasselbe Recht unter euch sein für den Fremdling wie für den Einheimischen; ich bin der HERR, euer Gott. (3. Mose 24, 16-22)
Bitte nicht vergessen, unsere Anweisung lautet: »Alles nun, was sie euch sagen, das tut und haltet.« Das Töten eines Lästerers gehört zweifellos dazu, denn es ist genau wie der Zehnte Teil des Gesetzes. Oder auch diese Anweisungen:
Wenn ein Mann bei einer Frau liegt zur Zeit ihrer Tage und mit ihr Umgang hat und so den Brunnen ihres Blutes aufdeckt und sie den Brunnen ihres Blutes aufdeckt, so sollen beide aus ihrem Volk ausgerottet werden. ... Wenn jemand die Ehe bricht mit der Frau seines Nächsten, so sollen beide des Todes sterben, Ehebrecher und Ehebrecherin, weil er mit der Frau seines Nächsten die Ehe gebrochen hat.
Ich meine, dass diese paar Ausschnitte aus dem Gesetz reichen sollten, um uns vor Augen zu führen: Wir tun nicht, was die Pharisäer und Schriftgelehrten sagen. Und das ist auch, mit Verlaub, gut so.

Paulus äußerte ganz andere Vorstellungen. Es verwarf den Zehnten und schrieb:
Ein jeglicher gebe nach seiner Willkür, nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. (2. Korinther 9, 7)
Die Gemeinde Jesu Christi hatte sich schon zuvor darauf geeinigt, inwieweit das Gesetz des Alten Bundes für die Christen des Neuen Bundes gelten sollte:
Denn es gefällt dem Heiligen Geist und uns, euch weiter keine Last aufzuerlegen als nur diese notwendigen Dinge: dass ihr euch enthaltet vom Götzenopfer und vom Blut und vom Erstickten und von Unzucht. Wenn ihr euch davor bewahrt, tut ihr recht. Lebt wohl! (Apostelgeschichte 15, 28)
Daran hielt sich die Gemeinde Jahrhunderte lang. Der Zehnte wurde tatsächlich erst viel später wieder eingeführt. Im Alten Testament diente er dazu, die Leviten (die als Priester keinen Landbesitz hatten) zu versorgen und den Armen zu helfen. Als Papst Gregor im Jahr 722 den Zehnten wieder aufgriff, hatte er die gleiche Idee:
Aus den Einkünften der Kirche und den Opfergaben der Gläubigen soll er [Bonifatius] vier Teile machen: Einen davon soll er für sich behalten, den zweiten unter den Geistlichen verteilen, entsprechend ihrem Eifer in der Erfüllung ihrer Pflichten, den dritten Teil soll er an die Armen und Fremden geben, den vierten soll er aber für den Kirchenbau zurücklegen. (Bonifatiusbriefe)
Papst Zacharias sah das 748 ähnlich:
Was aber die Zehnten der Gläubigen betrifft, die in den Kirchen dargebracht werden, so soll es nicht im Belieben des Gebers liegen, sie zu verteilen. Denn die Satzungen der heiligen Väter bestimmen, dass daraus vom Bischof vier Teile gemacht werden sollen. ... Daraus müssen nämlich die Almosen bereitgestellt werden, daraus muss der Kirchenbau und die Altarausstattung bezahlt werden ... (Bonifaziusbriefe)
Nach der Reformation wurde der Zehnte dann zunächst in protestantischen Gebieten wieder abgeschafft, weil der Staat die Versorgung der Kirchen übernahm, inzwischen versorgt der Staat auch die katholischen Gemeinden.

Und da liegt nun der Hase im Pfeffer. Freikirchen und unabhängige Gemeinden werden vom Staat nur insofern unterstützt, als ihnen (meist) die Gemeinnützigkeit gewisse steuerliche Vorteile bringt, auch Spenden an sie sind steuerlich absetzbar. Also bleibt den freien Gemeinden und Kirchen ja gar nichts anderes übrig, als von den Gaben ihrer Mitglieder und Freunde zu leben. Das ist logisch, das kann jeder verstehen.
Es wäre daher ganz und gar richtig und nachvollziehbar, wenn die Verantwortlichen, genau wie in jedem anderen eingetragenen Verein oder Club oder was auch immer ihren Mitgliedern und Freunden sagen würden: »Wir haben diese und jene Kosten. Um sie zu decken, brauchen wir so und so viel Geld. Wenn Euch also unser Fortbestehen am Herzen liegt, dann entrichtet einen Mitgliedsbeitrag.«
Statt dessen wird vielerorts gepredigt, dass selbstverständlich der Zehnte gültiges göttliches Gesetz wäre. Es wird gar unterschwellig mit göttlicher Strafe in Form von Mangelerscheinungen, Armut und Misserfolg gedroht, falls der Gläubige es wagen sollte, nicht mindestens 10 Prozent seines Einkommens abzuliefern. Ausgerechnet der Halbsatz der Verneinung des Zehnten durch Paulus, dass Gott einen fröhlichen Geber lieb hat, wird bei der Opfersammlung zitiert: Wenn du jetzt nicht reichlich was in die Sammlung schüttest, dann mag Gott dich nicht. Ätsch!
Ich weiß nicht, ob die Finanzmisere mancher Gemeinden und Kirchen nicht etwas damit zu tun hat, dass auf die Gläubigen solch ein religiöser Druck, der oft genug in Manipulation und Angstmache ausartet, ausgeübt wird. Kann Gott eine Gruppe segnen, deren Führer sich solcher Mittel bedienen, um den Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen? Vielleicht wäre es Gott angenehmer, ehrlich zu sagen: »Der Mitgliedsbeitrag beträgt 250 Euro im Monat, für Schüler, Studenten und Erwerbslose 80 Euro.« Oder was auch immer dem Bedarf angemessen sein mag. Vielleicht wäre dann die Geldnot mancher Gemeinde in Windeseile Vergangenheit? Wenn dem so wäre, dann könnte der Zehnte beziehungsweise die entsprechende Lehre mit Fug und Recht als Quelle der Armut gelten.

Ich höre schon beim Schreiben das häufige Argument mit Melchisedek und Abram.
Und Abram gab ihm den Zehnten von allem. (1. Mose 14, 18)
Zweifellos geschah dies, bevor es das Gesetz gab. Diese Geschichte belegt aber lediglich, dass Abram ein einziges Mal in seinem Leben den Zehnten gab. Das ist nicht sonderlich viel. Und Melchisedek gab ihm sofort einen Teil zurück, weil er sowieso schon reich genug war. Also taugt das Beispiel absolut nicht als Argument für die Beibehaltung des Zehnten.

Nun meine ganz persönliche Erfahrung: Seit wir reichlich von unserem Einkommen austeilen, an Gemeinde, christliche Werke, in Not geratene Menschen jeglichen Glaubens oder Unglaubens, und zwar nicht zehn Prozent, sondern gelegentlich bis zu 50 Prozent, fließt uns durch unsere Arbeit und darüber hinaus mehr Geld zu, als jemals zuvor.
Das klingt völlig unlogisch und unvernünftig, aber so ist es nun mal. Wir haben vor einigen Jahren nicht angefangen, »Almosen« und Spenden zu geben, um dadurch zu Geld zu kommen, so wie es in manchen Gemeinden leider auch versprochen wird. Sondern weil wir Gott einfach dankbar waren und sind für das, was er uns alles geschenkt hat. Was wir austeilen, geben wir gerne, freiwillig, mit Freude und aus Dankbarkeit. Und Gottes Taschen sind offenbar voll genug, um uns weiter und immer mehr zu beschenken. Dadurch sind wir wiederum in der Lage, noch mehr auszuteilen. Das macht einfach Spaß, ehrlich!

Es leite aber bitte niemand daraus ein Rezept oder eine Regel ab. Das sei ferne! Wer nichts oder nicht viel hat, der wird von Gott nicht weniger geliebt als jemand, der finanziell gut versorgt ist. Segen Gottes ist nie und nimmer gleichbedeutend mit Überfluss und Wohlstand.
So etwas zu behaupten, wäre eine dreiste Lüge. Es hieße ja, dass Paulus von Gott nicht geliebt wurde, nicht gesegnet wurde, denn Paulus litt Hunger, fror, er arbeitete hart und oft reichte das Geld trotzdem nicht für das Lebensnotwendige. Auch die Gemeinde in Jerusalem, für die der Apostel landauf landab Geld sammelte, weil die Mitglieder verhungerten, wäre demnach außerhalb des göttlichen Segens gewesen. Welch ein Unsinn!
Zweifellos gibt es Menschen in den biblischen Berichten und auch heute, die von Gott reichlich mit Wohlstand gesegnet werden. Das ist wunderbar und hoffentlich dient dieser Finanzsegen dazu, denen zu helfen, die nichts oder wenig haben. Aber das Einkommen zum Maßstab des göttlichen Segens oder seiner Liebe zu machen, wäre ein fürchterliches Verbrechen an den Seelen derer, denen es wirtschaftlich nicht gut geht.
Daher darf es nicht ohne Widerspruch bleiben, wenn jemand behauptet, der Zehnte wäre obligatorisch für Christen und wer reichlich Geld in die Gemeindesammlung gibt, würde zu materiellem Wohlstand gelangen.
Der Zehnte ist womöglich notwendig, um Gebäude und Gehälter zu finanzieren, aber da wäre doch ein Mitgliedsbeitrag ohne religiösen Druck die ehrlichere Alternative - finde ich zumindest.

Quellen: Der Zehnt (Wikipedia) und Die Bibel (Allgemeingut)
Anstoß zu dieser Streitschrift: Cooles Argument
Illustration: sxc.hu

P.S.: Ebenfalls zum Thema: Bento - Den Zehnten geben oder was?

Dienstag, 30. Juni 2009

Tipps für den Urlaubskoffer

In diesem Blogbeitrag gibt es heute kostenlos einen Tipp, damit die Urlaubsreise, sollte der geschätzte Blogbesucher eine solche planen, unbeschwert vonstatten geht.
Lesen Sie die Seite 100 des Romans und dann die Seite 200. Wenn Sie noch unentschieden sind, dann legen Sie das Buch weg und greifen zu ihm nach zwanzig Jahren.
Nein, das war noch nicht der Tipp. Dies riet Marcel Reich-Ranicki in der F.A.Z. einem Leser, der die Frage stellte, ob es sich lohne, ein bestimmtes Buch zu lesen.
Nun ist ein Roman womöglich für das Urlaubsgepäck zu schwer und zu sperrig. Man will ja auch die Strandbar besuchen, auf den Gipfel steigen, durch die Wüste schlendern oder sich im Wald verirren, anstatt Romane zu lesen, wenn man irgendwo hinfährt. Da empfiehlt es sich, eher handliche Lektüre mitzunehmen.

Meine Autorenkollegin Kerstin Hack bietet in ihrem Verlag Down to Earth mit dem Quadro-Format und den Impulsheften genau das Richtige für die schlanke Reisetasche und den leichten Koffer. Manches Produkt habe ich hier schon rezensiert, was mir als Lektor des Verlages natürlich realtiv leicht fällt. (Lektoren und Übersetzer kennen ein Buch besser als der Autor, sagt man gelegentlich in Fachkreisen.)
Hier nun als kostenloser Urlaubskoffer-Packtipp meine persönliche »Best of Down to Earth« Liste, was die Impulshefte und Quadros betrifft:
  • Platz 10: Marcus Splitt: Entscheiden - Das Heft verspricht keine Patentrezepte. Statt dessen gibt es Impulse, wie jeder mit seinen individuellen Fähigkeiten und Begabungen die richtigen Entscheidungen finden könnte - und was mit falschen Entscheidungen zu tun ist.
  • Platz 9: Kerstin Hack: Glaubensfragen - Keine leicht bekömmliche Kost, diese Glaubensfragen. Sondern Wachmacher und Aufreger, Nadelstiche und Ruhestörungen für den frommen Dornröschenschlaf. Wer weiterschlafen will: Bitte nicht lesen! [Meine Rezension]
  • Platz 8: Roland Allen / Kerstin Hack: Gemeinden gründen - Kein Gehalt für den Pastor? Na so was! Keine Aufsicht durch die Mutterkirche? Unerhört! Kein Glaubenskurs vor der Taufe? Aber hallo! Wo gibt es denn so was? Bei Paulus!
  • Platz 7: Kerstin Hack: Swing-Quadro - Leben oder gelebt werden, Alltagstrott oder Ausbruch, Langeweile oder Abenteuer? Wer wissen möchte, ob es womöglich jenseits der grauen Routine noch etwas anderes gibt, wird hier fündig.
  • Platz 6: Kerstin Hack: Spurensuche - Ein herrlich unfrommer Text über ein frommes Thema: Gott. Gott selbst ist ja überhaupt nicht fromm. Er lässt sich auch ganz woanders finden, als in Kirchen und Gemeinden. Vorzugsweise sogar.
  • Platz 5: Thorsten Huith: Kreativ leben - Manche Zeitgenossen bilden sich ein, nicht kreativ sein zu können und verkommen dann vor der Mattscheibe mit RTL und Pro7 und Sat1. Vermutlich lesen sie nicht. Wenn doch: Zugreifen und anders leben lernen!
  • Platz 4: Kerstin Hack: Krisen - Jede Krise bietet auch die Chance, Dinge anders, neu und besser zu machen. Man muss nur erst mal begreifen, dass Krise nicht Katastrophe heißt. Hierbei kan dieses Heft hilfreich unterstützen. [Meine Rezension]
  • Platz 3: Kerstin Hack: Natürlich wachsen - Mancher Mitmensch scheint zu glauben, er sei schon reif geboren und könne nun so bleiben, wie er ist. Für solche Personen ist das Heft denkbar ungeeignet. Allen anderen nimmt die Lektüre den falschen Leistungsdruck. [Meine Rezension]
  • Platz 2: Damaris Graf: Gut kommunizieren - Es gelingt der Autorin, die sich übrigens durch einen ausgesprochen lebendigen und daher gut lesbaren Stil auszeichnet, das Sachthema geradezu unterhaltsam zu machen, ohne dass es dabei verflachen würde.[Meine Rezension]
  • Platz 1: Harald Sommerfeld: No More Blues - Eine Lektüre für Christen, damit sie weniger frömmeln und muffeln und für Nichtchristen, damit sie muffelnde und frömmelnde Christen nicht für exemplarische Vertreter ihrer Gattung halten. Das Quadro aller Quadros. [Meine Rezension]
P.S.: Das ist übrigens keine Schleichwerbung. Oder schleicht hier irgend was?
P.P.S.: Nein, ich verdiene kein Geld, wenn jemand diese Quadros und Impulshefte bestellt. Ich finde sie wirklich einfach gut.
P.P.P.S.: Den obigen Rat von Herrn Reich-Ranicki kann man übrigens bei diesen Produkten nicht anwenden. Keines hat 100 Seiten. Dafür passen sie in die Jeans- und Jackentasche.

Montag, 29. Juni 2009

Na also, geht doch ...

... voran mit meinem derzeitigen großen Projekt, regelmäßige Blogbesucher wissen, wovon die Rede ist.

Die 710 Seiten Manuskript sind übersetzt und inzwischen bin ich auf Seite 88 beim zweiten Durchgang.
Der wird zwar nun mühsamer, als vorher angenommen, weil der Autor noch allerlei Änderungen und Ergänzungen und Streichungen am »fertigen, freigegebenen und endgültigen« Text vorgenommen hat, aber na ja. Erstens darf ein Autor (bin ja selbst einer) grundsätzlich so gut wie alles, außer den Leser langweilen, und zweitens ist dies kein »normaler Autor«, da sind der Agent des Verlages und ich uns einig. Also darf er auch nach der Freigabe im von mir bereits übersetzten Manuskript noch ändern, streichen und ergänzen. Das neue Kapitel 1 gefällt mir schon mal besser als der »endgültige, freigegebene und fertige« Anfang vorher.

Soweit der Bericht zur Lage der Nation des Übersetzers.

Samstag, 27. Juni 2009

Lieschen Müller kauft sich einen Ehemann

Berlin ist ja schon immer dafür bekannt, die Nase vorne zu haben. Wenn es etwas Neues auf der Welt gibt, dann zuerst in Berlin. Da muss der Rest der Welt schauen, wie er damit zurecht kommt.

Nun hat vor einigen Wochen ein neues Kaufhaus seine Pforten geöffnet. Es nennt sich »Männerkaufhaus«. Auf sechs Etagen werden Ehemänner verkauft - der richtige Ort für heiratsfähige und -willige Damen also. Seit der Eröffnung ist das Kaufhaus ständig überfüllt.

Am Eingang muss sich jede Frau zunächst mit den Geschäftsbedingungen vertraut machen und einverstanden erklären, die in diesem Kaufhaus gelten:
  1. Sie dürfen dieses Geschäft nur ein einziges Mal betreten.
  2. Es gibt sechs Stockwerke, die Eigenschaften der jeweils angebotenen Männer steigen mit jeder höheren Etage, die Sie betreten.
  3. Sie können in jedem beliebigen Stockwerk einen Mann auswählen oder sich entscheiden, statt dessen ein Stockwerk weiter nach oben zu gehen. Eine Rückkehr zu einem bereits besuchten Stockwerk ist jedoch ausgeschlossen - Sie gelangen abwärts nur um Ausgang, um das Haus zu verlassen und - siehe Punkt 1 - dürfen es nicht noch einmal betreten.
Wir begleiten nun - ach, nennen wir sie einfach Lieschen Müller - wir begleiten nun Lieschen Müller beim Einkaufsbummel. Einen Ehemann wünscht sie sich schon lange, und das Geld auf dem Girokonto muss ja ausgegeben werden, bevor die Wirtschaftskrise alles vernichtet.
Lieschen betritt das Kaufhaus und unterschreibt am Eingang nach der Registrierung ihres Ausweises die Geschäftsbedingungen. Dann darf sie in die Geschäftsräume.
  1. An der ersten Tür steht: »Diese Männer haben Arbeit und sind zuverlässig.« Nun ja, nicht schlecht, aber Lieschen geht zur Treppe nach oben. Laut Geschäftsbedingungen wartet dort ja ein besseres Angebot.
  2. In der zweiten Etage liest sie: »Diese Männer haben Arbeit, sind zuverlässig und lieben Kinder.«Kurzentschlossen steigt Lieschen weiter empor.
  3. Die dritte Etage hat wiederum - versprochen ist versprochen - ein erweitertes Angebot: »Diese Männer haben Arbeit, sind zuverlässig, lieben Kinder und sehen außerordentlich gut aus.« »Knorke«, denkt Lieschen (sie ist nun mal Berlinerin, sonst hätte sie vielleicht »toll« oder »super« gedacht). Dennoch fühlt sie sich bemüßigt, ein weiteres Stockwerk nach oben zu steigen.
  4. Die vierte Etage begrüßt Lieschen mit diesem Schild: »Diese Männer haben Arbeit, sind zuverlässig, lieben Kinder, sehen außerordentlich gut aus und helfen bei der Hausarbeit.« »Ach du kriegst die Tür nicht zu!«, ruft sie begeistert. »Das ist ja kaum zu glauben! Ich sollte wohl hier zugreifen...« Sie zögert, doch dann geht sie weiter in die nächste Etage.
  5. Hier im fünften Stockwerk liest sie mit begeistert aufgerissenen Augen: »Diese Männer haben Arbeit, sind zuverlässig, lieben Kinder, sehen außerordentlich gut aus, helfen bei der Hausarbeit und haben einen starken Hang zu romantischen Gefühlen.« Nun ist Lieschen wirklich ernsthaft versucht, hier ihre Wahl zu treffen. Dennoch ersteigt sie auch die letzte Treppe und landet in der obersten Etage.
  6. Dort liest sie folgende Beschriftung, die sogar mit einem elektronischen Zähler versehen ist: »Etage 6 - Sie sind Besucherin Nummer 4.626.012 auf diesem Stockwerk. Hier gibt es keine Männer. Diese Etage existiert lediglich als Beweis, dass es unmöglich ist, Frauen zufriedenzustellen. Vielen Dank, dass Sie das Männerkaufhaus besucht haben - wir wünschen Ihnen noch einen schönen Tag.«
P.S.: Foto von Dekoplus aus der Schweiz. Geschichte (in ähnlicher Form in Englisch) aufgeschnappt via beste aller Ehefrauen und neu erzählt von mir.

Freitag, 26. Juni 2009

Ding Emit

Mein Duden-Korrekturprogramm ist ja recht schlau, nicht nur, was das Aufspüren von Tippfehlern betrifft, aber das eben auch. Gelegentlich sind meine Finger beim Übersetzen einfach zu flink für den Computer und dann weiß hinterher auch der Duden keinen vernünftigen Rat:


»Ding emit«, was soll das denn wohl sein? Ein Name, so wie »Bing Crosby«, also »Ding Emit«? Vielleicht hilft ein Leser mit phantasievollen Kreationen dem armen Computer auf die Sprünge?

Donnerstag, 25. Juni 2009

Bob war in Berlin

Kürzlich war er in Berlin, der Bob. Nicht der Dylan, sondern der Geldof. Es ging auch nicht um Musik, sondern um Afrika. Und das ist auch gut so.

Hier (Klick auf das Foto) der Bericht:





P.S.: Wir von ONE freuen uns auch jederzeit über neue Unterstützer. Einfach im ONE-Blog auf »Mitmachen« klicken ...

Mittwoch, 24. Juni 2009

Der Iran

Kein Zweifel: Ahmadinedschad ist schlecht für das Land. Wer die Meinungsfreiheit unterdrückt, Wahlergebnisse fälscht und Opposition verbietet, auf unbewafnete Demonstranten schießen lässt und die Welt mit Schimpf- und Drohreden bedenkt und noch dazu vom blinden Hass auf die Juden getrieben ist, steht Hitler nicht fern.

Zweifel: Wäre Mussawi besser für das Land? Er will das gleiche Staatssystem, lässt nirgends erkennen, dass seine Außenpolitik wesentlich anders wäre als die des Amtsinhabers. Womöglich wäre ein weniger brutales Vorgehen im Inland denkbar, aber eine Demokratie will auch er mit ziemlicher Sicherheit nicht. Immerhin stellte er öffentlich klar, dass er den Völkermord an den Juden in Nazi-Deutschland verurteilt.

Es bleibt zu hoffen, dass möglichst viele Menschen im Iran, die Zuflucht suchen, in die internationalen Botschaften heineingelassen werden und das Land verlassen können, solange dort die Freiheit mit Füßen getreten und mit Waffen beschossen wird. Und dass sich der Zustand irgendwann ändert. Einstweilen meine ich, dass unser Land Vertriebene und Flüchtlinge aus dem Iran gerne aufnehmen sollte.

P.S.: Foto von der Protestdemo in Berlin via Nics Bloghaus

Dienstag, 23. Juni 2009

Lauter behütete Herren

Einer der behüteten Herren, die hier abgebildet sind, wird im Juli in Berlin gastieren und ein anderer der behüteten Herren, die hier abgebildet sind, wird zusammen mit der besten aller Ehefrauen, die hier ebenfalls abgebildet ist, wenngleich auch nicht im wörtlichen Sinne behütet, bei jenem Anlass dabei sein.




Nun wäre es mir ein leichtes, zu verraten, um wen es sich bei dem behüteten Herrn handelt, der demnächst in Berlin aufzutreten sich anschickt, da die Eintrittskarten gleich neben dem Schreibtisch an der Pinnwand bereithängen, im Juli mit zum Veranstaltungsort genommen zu werden.




Tatsächlich ist es einigen der hier abgebildeten behüteten Herren ja gar nicht möglich, derjenige zu sein, um den es hier geht, einer zum Beispiel weilt nicht mehr unter den Lebenden, da die Lebensspanne des Menschen nicht unbegrenzt auszudehnen ist. Ein anderer hat viel zu tun, da er ein Land zu regieren hat.




Falls jemand nicht genau weiß, wen das eine oder andere Bild zeigt, hier eine kleine Namensliste. Zu sehen sind in diesem Blogbeitrag die folgenden Herren (in alphabetischer Reihenfolge):





  • Herr Bono mit guter Laune
  • Herr Cohen mit Blick zum Himmel
  • Herr Depp mit gar nichts
  • Herr Kafka mit Schatten
  • Herr Lindenberg mit Zigarre
  • Herr Matthia mit Gattin
  • Herr Morrison mit Mikrophon
  • Herr Naidoo mit Fingerzeigen
  • Herr Obama mit Publikum
  • Herr Waits mit Begleitmusiker
  • Herr Zimmermann wie Herr Waits





So. Na ja. Das wars. Nicht sehr bedeutsam, vielsagend oder sonst was, aber überwiegend schön bunt, dieser Beitrag.




P.S.: Erstaunlich viele Brillenträger.