Montag, 6. Dezember 2010

Ja ja. Ach ja.

Foto der fraglichen Waffe via WikipediaDas kommt davon, wenn man die Blogbesucher fragt, wie es weitergehen soll. Nun bin ich etwas ratlos - aber vor Mittwoch komme ich sowieso nicht dazu, weiter zu schreiben. Also darf und soll noch weiter abgestimmt werden (siehe voriger Beitrag).

Die Bertetta Beretta ist noch immer geladen und könnte dem Herrn den Garaus machen. Aber gut - die Leser dürfen entscheiden.

Sonntag, 5. Dezember 2010

Jessika – ein Verhängnis /// Teil 1

Wer gackert wie ein Huhn, muss schließlich auch Eier legen. (Meine amerikanischen Freunde würden so formulieren: Shit or get off the pot!) Da ich hier oft genug über eine neue Erzählung mit der berüchtigten Jessika gegackert habe, folgt nun endlich der erste Teil.

Dankbar habe ich beim Schreiben Googles Streetview in Anspruch genommen, denn ich hatte keine Zeit und kein Geld, nach Parma zu reisen, um die Straßen und Schauplätze zu erkunden. Schön: Nichts ist verpixelt, die Italiener sind offenbar nicht so neurotisch wie manche Deutschen. Wer Muße hat, kann sich ja Jessikas nächtlichen Weg via Streetview im Tageslicht anschauen. Vielleicht sollte ich anmerken: Personen und Ereignisse sind frei erfunden, falls also eine Leiche in einem Hotelzimmer aufgefunden wird, wasche ich meine Hände in Unschuld und zeige mit dem ausgestreckten Finger auf Jessika.

Falls jemand fließend Italienisch kann und feststellt, dass ich mich diesbezüglich vertan habe, bin ich für entsprechende Kommentare dankbar.

So. Genug der Vorrede.

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Jessika – ein Verhängnis

Wanna be young the rest of my life
Never say no, try anything twice
Til the angels come and ask me to fly
gonna be 18 til I die, 18 til I die
-Bryan Adams

------ ------ ------ Damals im April ------ ------ ------

Jessika schlenderte über den Kurfürstendamm. Sie dachte an Bernd. Er war ihr schwerster Fall gewesen, denn sie hatte zum ersten Mal erlebt, was wahre Liebe sein konnte. Sie lächelte wehmütig.

»Vielleicht bist du nicht tot, Bernd. Vielleicht denkt sich jemand uns beide aus und holt uns irgendwann wieder hervor für ein neues Leben.«

Ihr Gesicht wurde drohend und hart. Sie blickte mich finster an. »Und wage es ja nicht, nur Bernd zurückzuholen! Wage es nicht!«

Ich speicherte am Freitag, dem 23. April, das letzte Kapitel der Geschichte und stellte die Publizierung im Blog auf Montag, 26. April, 01:01 Uhr ein. Ich las noch einmal die ersten Teile, dann das blutige Ende. Das bestärkte mich in meinem Beschluss, den Namen Jessika aus meinem Wortschatz zu streichen. Sie hatte mir Angst gemacht, echte Angst. Sie hatte mich gleichzeitig fasziniert. Elvis fiel mir ein: You look like an angel, talk like an angel … but I got wise: You’re the devil in disguise.

Die Geschichte hatte sich selbst geschrieben, fast ohne mein Zutun, gelenkt auch von den Leserabstimmungen, aber auf jeden Fall ohne Mühe. Jetzt hatte ich jedoch die Nase voll von Jessika und ihrem Treiben. Und von Bernd, den die Leser zwar knapp, aber immerhin mehrheitlich tot sehen wollten. Mir war es recht.

Am folgenden Samstag fand ich eine Postkarte im Briefkasten. Eine sonnendurchflutete italienische Landschaft auf der einen Seite, auf der anderen meine Adresse in sauberen, wohlgeformten Buchstaben. Eine schöne Schrift, sehr angenehm für das Auge, weiblich, formvollendet. Der Poststempel war aus Parma – welch seltsamer Zufall, denn wir dachten gerade über einen Sommerurlaub dort nach. Eine Absenderadresse gab es nicht.

Neben meine Anschrift war nur ein rotes Herz gemalt; unter dem Herz standen drei Worte: Liebe Grüße, Jessika

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Giuseppe grinste und lehnte sich zu ihr hinüber, um ihr all das ins Ohr zu flüstern, was er sich für die nächsten beiden gemeinsamen Tage vorstellen konnte. Sie lächelte, sie lachte, sie gab ihm einen Klaps auf die Schulter, sie lachte wieder, sie kicherte und schließlich küsste sie ihn leidenschaftlich. Er war ein netter, ein amüsanter Kerl, von etwas schlichtem Gemüt und Verstand, aber das hatte sie ja gewusst, bevor sie ihn angesprochen hatte.

»Signore Di Stefano«, ermahnte sie ihn nach dem langen Kuss, »ritenzione per favore!«

Er murmelte: »Chi la fa l'aspetti.«

Ach ja, dachte sie, was ihr Männer doch immer so für Ideen im Kopf habt. Keiner ist wie mein Bernd, ich hätte ihn vielleicht doch am Leben lassen sollen.

Jessika dachte oft und meist mit Wehmut an Bernd zurück. Schon das fand sie verwunderlich. Wie konnte sie Wehmut empfinden, überhaupt Gefühle haben? Wenn es für ihresgleichen so etwas wie Liebe geben konnte, was sie an und für sich bezweifelte, dann war Bernd derjenige gewesen, der das Wunder bewirken konnte. Sie war sich sicher, dass Bernd sie aus tiefstem Herzen und aufrichtig geliebt hatte. Sie war genauso sicher gewesen, dass für sie Sentimentalitäten wie Sehnsucht, Liebe, Wehmut nicht in Frage kamen. Bis sie ihm die Kehle durchgeschnitten hatte. Der Schmerz in ihrem Herzen hatte sie überrascht und verunsichert. Sie war nach Italien geflohen, vor sich selbst.

Hier waren die Männer leidenschaftlich, sie gefielen sich in der Rolle des feurigen Liebhabers, aber sie liebten nicht, waren nicht so hingegeben wie Bernd. Giuseppe Di Stefano fand Gefallen am Sex mit ihr, gab sich zuvorkommend und großzügig, aber er achtete, verehrte und liebte Jessika nicht. Dass er seine Frau, seine vier Kinder liebte, wie er gerne behauptete, bezweifelte Jessika. Hätte er sich denn auf diese Affäre eingelassen, wenn das zuträfe?

Jessika empfand nichts für Giuseppe, aber das spürte er natürlich nicht. Sie hatte einen Auftrag, und den erfüllte sie, wie unzählige Male zuvor. Seine Zeit auf dieser Erde war abgelaufen, eine schlichte Tatsache. Er wusste davon nichts, und das war auch gut so. Jessika hielt nichts davon, den Menschen in ihren letzten Augenblicken Angst zu machen, und wenn es den Menschen das Verlassen ihres Körpers erleichterte, in einem Moment des Glücks zu gehen, dann war sie gerne bereit, auch Liebe vorzuspielen.

Sie schlang ihre Beine fest um seinen Leib, als er schon so außer Atem war, dass sie vermuten musste, sein Herz würde aussetzen, bevor er zum Höhepunkt kam. Hatte sie zu viele von den kreislaufanregenden Tropfen in sein Weinglas geträufelt? »Mamma mia«, stöhnte er und als sein Orgasmus kam, hielt ihm Jessika Mund und Nase zu. Fest. Unerbittlich. Seine Zuckungen, waren sie noch Lust oder schon Todeskampf? Sie hielt seinen Leib fest mit ihren Beinen umklammert und flüsterte in sein Ohr: »buonanotte ai suonatori«.

Jessika ließ den bei nunmehr offenem Fenster langsam erkaltenden Leichnam im Hotelbett des Palace Hotel Maria Luigia liegen, die italienischen Behörden würden wohl am nächsten Tag die Familie des Verstorbenen informieren, nachdem die Putzfrauen den Toten gefunden hatten. Sie hatte Giuseppes Frau nur auf einem Foto gesehen, das er in seiner Brieftasche bei sich trug. Angelas Zeit war noch nicht gekommen, sie würde noch eine ganze Weile leben und sich um ihre Kinder kümmern können.

Frisch geduscht und unternehmungslustig verließ Jessika gegen 2 Uhr das Hotel, der Portier schlummerte hinter seinem Tresen. Niemand hatte sie kommen sehen, niemand sah sie gehen. In ihrer Pension lagen drei Reisepässe bereit, sie würde auf jeden Fall nicht als die gleiche Person ausreisen, die vor zwei Wochen nach Parma gekommen war.

Foto Copyright G.J.Matthia Sie nahm kein Taxi, obwohl man sie mehrfach davor gewarnt hatte, zu nächtlicher Stunde durch die Straßen von Parma zu wandern. Es gäbe Jugendliche, denen Ungutes zuzutrauen sei, wenn sie als Gruppe eine einsame Frau anträfen. Und da wären auch die Banden, die Touristen entführten, um Lösegelder zu erpressen. Erst vor acht Wochen sei eine amerikanische junge Dame spurlos verschwunden, hatte die Pensionswirtin Jessika erzählt, und aufgetaucht sei sie oder ihre Leiche bis heute nicht.

Ein offensichtlich angetrunkener Mann kam Jessika in der Via Giambattista Borghesi entgegen, kurz bevor sie die Kreuzung Via Giuseppe Verdi erreicht hatte. Seine schwankenden Schritte wurden langsamer, als er Jessika sah. Abgesehen davon, dass Jessika keinen Grund hatte, sich vor Menschen zu fürchten, wollte sie doch möglichst Aufsehen vermeiden, das durch eine Konfrontation mit dem nächtlichen Passanten entstehen mochte. Niemand hatte sie das Hotel betreten und verlassen sehen, nun galt es, auch noch ungesehen oder zumindest unauffällig zu ihrer Pension zu kommen. Die Straße war gesäumt von mehrstöckigen Häusern, hinter den dunklen Scheiben schlummerten womöglich Menschen mit guten Ohren und leichtem Schlaf. Jessika wechselte die Straßenseite.

Der Angetrunkene brabbelte etwas vor sich hin und betrat ebenfalls die Fahrbahn, offensichtlich hatte er andere Pläne als Jessika, was die nächtliche Begegnung betraf. Sie blieb mitten auf der Fahrbahn stehen und sah ihm entgegen. Er trat dicht an sie heran und sagte leise: »Meglio tardi che mai.«

Jessika sah ihm in die Augen, die gar nicht so alkoholisiert wirkten, wie der Mann ihr von weitem erschienen war. Was meinte er mit besser spät als nie? Kannte er sie? Sie ihn? Wohl kaum, sie hatte eigentlich ein gutes Gedächtnis.

»Wer sind Sie?«, fragte sie auf Deutsch.

»Per favore, darf ich Sie in die Pension begleiten? Wir müssen uns spassarsi, unterhalten.«

Vielleicht war er Gast in der gleichen Pension, schloss sie aus seinen Worten, oder er hatte sie dort gesehen. Jessika schüttelte energisch den Kopf und erklärte: »No, Sir. You go your way and I go mine.«

Aller Anschein von Trunkenheit wich von ihm, als er mit einer geschickten Drehung neben Jessika zu stehen kam und sich gleichzeitig bei ihr unterhakte als seien sie ein Paar beim Bummel über einen Boulevard. »Wir wollen doch kein Aufsehen erregen«, flüsterte er in perfektem Deutsch in ihr Ohr, »sonst könnte ja jemand auf unangenehme Gedanken kommen, sobald das Zimmer 103 im Maria Luigia geöffnet wird.«

Mit sanftem Druck deutete er an, dass es Zeit war, loszugehen. Jessika zögerte kaum zwei Sekunden, dann nickte sie und setzte sich in Bewegung. Sie konnte sich des merkwürdigen Begleiters später entledigen, hier mitten auf der Fahrbahn war nicht unbedingt der richtige Ort, zumal sie unvorbereitet war. Sie hatte keine Waffe bei sich, denn für Signore Di Stefano hatten die Herztropfen und ihre Körperkräfte ausgereicht. Sie war darüber hinaus neugierig, wer dieser Mann sein mochte, was er von ihr wollte, und vor allem, woher er ihre Geheimnisse wissen konnte. Sie war so vorsichtig wie immer gewesen, hatte Spuren vermieden oder verwischt, nicht bemerkt, dass sie beobachtet worden war – und dennoch wusste der Scheinbetrunkene um die Leiche im Hotel. Dass er vollkommen nüchtern war, daran gab es keinen Zweifel. Seite an Seite gingen sie schweigend die Via Giuseppe Verdi entlang dem Bahnhof entgegen. Durch eine kleine Grünanlage kamen sie direkt zu Jessikas Quartier, dem Albergo Century. Niemand war weit und breit zu sehen. Jessika schloss die Türe zu ihrem Zimmer auf und ließ dem Fremden den Vortritt. Er ging schnurstracks zur Sitzecke und legte seinen Mantel samt Hut auf das Bett daneben.

Jessika hängte ihren Mantel an die Garderobe. »Nehmen Sie Platz, Herr – wie auch immer Sie heißen mögen – ich komme gleich«, sagte sie und verschwand im Badezimmer. Sie stieg auf den Toilettensitz und öffnete die Abdeckung der Entlüftung mithilfe einer Nagelfeile. Im Schacht lag eine Beretta 950 Jetfire bereit, ein Meisterwerk der renommierten italienischen Waffenschmiede, klein, präzise und wie geschaffen für Frauenhände. Das Magazin war voll, Jessika hatte die Pistole gleich nach ihrer Ankunft in Italien erworben, aber bisher nicht eingesetzt.

Sie nahm die Waffe in die Hand und ließ die Toilettenspülung laufen, bevor sie in ihr Zimmer trat. Der Mann saß entspannt in einem der beiden Sessel und lächelte, als er die Mündung auf sich gerichtet sah. »Die hättest du auch hinter der Lüftungsklappe lassen können«, sagte er, »ich habe ausschließlich friedliche Absichten.«

Wäre Jessika nicht neugierig gewesen, wie der Fremde ihr auf die Schliche gekommen sein mochte, dann hätte sie sofort abgedrückt. Sie behielt die Beretta in der Hand und setzte sich in den zweiten Sessel.

Die Pistole auf ihn gerichtet, den Blick auf seine Augen fixiert, fragte sie mir ruhiger Stimme: »Wer sind Sie, was wollen Sie von mir?«

 

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Nun, denn dies wird wieder eine Mitmach-Geschichte und die Fortsetzung ist noch nicht geschrieben, meine Frage an die Leser: Brauchen wir den Kerl noch? Ist er ein Freund? Ist er ein Feind?

Der Mann wird...
...erschossen. Weg mit ihm!
...noch gebraucht, er ist ein Freund für Jessika.
...noch gebraucht, er ist ein Feind für Jessika.
Auswertung

Fortsetzung? Folgt, sobald sie geschrieben ist.

Samstag, 4. Dezember 2010

Von der fortschreitenden Evolution des Weihnachtsbaumes

Der Weihnachtsbaumersatz in Berlin In Berlin hat sich so mancher ereifert, weil an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in diesem Jahr kein Weihnachtsbaum herkömmlicher Art, sondern ein eher amüsantes kegelförmiges, aufblasbares Plastikgebilde aufgestellt wurde, das sich tagsüber in keuschem Weiß präsentiert und bei Einbruch der Dunkelheit zu psychedelischen Farbspielen erwacht.

Ich finde das so tragisch nicht, denn der Weihnachtsbaum ist ja an und für sich – wenn man in geschichtlichen Zeiträumen denkt – eine ziemlich junge Erfindung und darf sich daher durchaus noch weiter entwickeln - meinetwegen auch zum Kunststoffkegel.

Die Entwicklung des Brauches, einen Weihnachtsbaum aufzustellen, hat keinen eindeutigen Anfang, sondern setzt sich aus Traditionen verschiedener Kulturen zusammen. In immergrünen Pflanzen steckt Lebenskraft, darum glaubte man, Gesundheit ins Haus zu holen, wenn man sein Zuhause damit schmückte. Bereits die Römer bekränzten zum Jahreswechsel ihre Häuser mit Lorbeerzweigen. Einen Baum zur Wintersonnenwende zu schmücken, ehrte im Mithras-Kult den Sonnengott. Auch in nördlichen Gegenden wurden im Winter schon früh Tannenzweige ins Haus gehängt, um bösen Geistern das Eindringen und Einnisten zu erschweren.

So etwa um das Jahr 1550 herum soll dann der Brauch des »christlichen« Weihnachtsbaumes aus diesen Vorläufern entstanden sein. Allerdings zunächst noch gegen den Widerstand der Kirche. In einer um 1650 verfassten Schrift ereiferte sich der Prediger Johann Conrad Dannhauer: »Unter anderen Lappalien, damit man die alte Weihnachtszeit oft mehr als mit Gottes Wort begehet, ist auch der Weihnachts- oder Tannenbaum, den man zu Hause aufrichtet, denselben mit Puppen und Zucker behängt, und ihn hernach abschüttelt und abblühen (abräumen) lässt. Wo die Gewohnheit herkommt, weiß ich nicht; ist ein Kinderspiel.«

Die Kirche, der große Waldgebiete gehörten, schritt seinerzeit gegen das Plündern des Waldes zur Weihnachtszeit ein und billigte diesen »heidnischen Brauch« nicht. Nach und nach aber gab sie den Widerstand auf. Als in evangelischen Kreisen der Baum zum festen Weihnachtssymbol wurde, womit man sich ursprünglich von der katholischen Sitte des Krippen-Aufstellens unterschied, trat der Christbaum seinen Siegeszug auch in der katholischen Kirche an. Man wollte wohl nicht altmodisch wirken; außerdem nahmen in evangelischen Gegenden die Krippenaufstellungen zu. Womöglich sehen wir hier erste ökumenische Strömungen am Werk?

Es war übrigens Goethe, der den Weihnachtsbaum in »Die Leiden des jungen Werther« 1774 erstmals in die deutsche Literatur einführte. Werther kommt am Sonntag vor Weihnachten zu Lotte und spricht von den Zeiten, da einen die unerwartete Öffnung der Türe und die Erscheinung eines »aufgeputzten Baumes« mit Wachslichtern, Zuckerwerk und Äpfeln in paradiesisches Entzücken versetzte.

Hätte Herrn Werther beziehungsweise Herrn Goethe das Wunderwerk am Breitscheidtplatz in ähnlich paradiesisches Entzücken versetzen können? Kaum. Aber warum soll sich ein Brauch, der mit römischen Loorbeerkränzen und einem Baum zu Ehren des Sonnengottes begonnen hat, nicht weiterentwickeln? Zur Abwehr böser Geister wird die Tanne oder Fichte ja sowieso nicht mehr aufgestellt; und zu all den Karussells und Kirmesvergnügungen auf den sogenannten Weihnachtsmärkten und den geschmacklosen quietschbunten Flackerbeleuchtungen in zahlreichen Fenstern passt doch letztendlich das Gebilde an der Gedächtniskirche viel besser als ein altmodisches Gehölz aus dem Wald…

P.S.: Historische Entwicklung des Weihnachtsbaumbrauches zum Teil übernommen aus Wikipedia

Freitag, 3. Dezember 2010

Gute Laune, schlechte Laune

Zwei Fotos, die so frisch nicht mehr sind:

Günter J. Matthia

Das war der Gastgeber dieses Blogs, eher schlecht gelaunt oder traurig, vor vielen Jahren. Kann auch sein, dass meine Wenigkeit tatsächlich froh und munter war und einfach nur für das Foto genau so aussehen wollte. Das Bild ist nicht datiert, keine Ahnung, wie alt der junge Künstler da gewesen sein mag.

Pastor Erwin Matthia & Gattin

Eher gut gelaunt schaut mein Großvater neben seiner Gattin in die Kamera. Dieses Bild wurde mir kürzlich von einer Leserin zugeschickt, worüber ich mich sehr gefreut habe, da ich mich zwar an das Foto auf dem Sideboard meiner Mutter erinnern konnte, es aber nicht besaß. Das Bild stammt laut Signatur, wenn ich sie richtig entziffere, aus dem Juni 1971.

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Ja, sie kommt. Jessika. Demnächst.

Dieser Beitrag ist eine Nachricht, um mich mal des Wortschatzes bildungsferner Schichten zu bedienen, für die, wo auf die Story warten. (Ende der Wortschatzbedienung aus dem Bildungsfernetopf.)

Wer ist denn dieser nächtliche Scheinbetrunkene?

Wie man leicht sieht, gibt es bereits mehr Text als die neulich hier vorgestellten ersten beiden Absätze. Aber noch nicht genug, um die Leserschaft hier auf dem Blog damit zu beglücken. Also fasse man sich in Geduld, und die fünf Menschen, die mit »Nie und nimmer! Pfui!« abgestimmt haben, dürfen noch mal aufatmen.

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Im Hause von Amazon gibt es viele Wohnungen…

…und wenn es nicht so wäre, dann – äh – also nein, anders herum gesagt, also es gibt noch mehr Welten, als nur diese, und – äh – na ja, also, ach ja, was ich eigentlich vermelden wollte: Meine Wenigkeit hat jetzt eine Wohnung Autorenseite in einer anderen Welt in der Autorenwelt von Amazon.de bezogen, gleich neben Herrn McCourt.

autorenwelt

Da fühlt sich das Autorenego wieder mal angemessen gestreichelt.

Dienstag, 30. November 2010

Georg Friedrich Haendel at the Mall

Well, of course this is not really a flash mob, else there wouldn’t be several cameras, exquisite sound & light equipment and even a playback to sing along to. These singers know each other, they are a choir and they have been booked for this. But it’s still a nice marketing idea by AlphabetPhotography.

Natürlich ist das kein echter Flash Mob, sonst wären da nicht so viele Kameras gewesen, es gäbe nicht diesen perfekten Sound, hervorragende Ausleuchtung und das passende Playback zum Mitsingen – und vor allem kennen sich die Sänger und haben zusammen geübt. Sie sind eben ein bestellter Chor, kein Flash Mob. Aber es ist trotzdem eine nette Werbeidee der Firma AlphabetPhotogragy.

Samstag, 27. November 2010

Have you read these books?

Have you read these books?  The BBC believes that people will have read only 6 of the 100 books listed here.

Instructions: Copy this into your notepad or other editor. Bold those books you’ve read in their entirety. Italicize the ones you started but didn’t finish or read only an excerpt.

Here are my results:

  1. Pride and Prejudice – Jane Austen
  2. The Lord of the Rings - JRR Tolkien
  3. Jane Eyre – Charlotte Bronte
  4. Harry Potter series – JK Rowling
  5. To Kill a Mockingbird - Harper Lee
  6. The Bible
  7. Wuthering Heights – Emily Bronte
  8. Nineteen Eighty Four - George Orwell
  9. His Dark Materials – Philip Pullman
  10. Great Expectations - Charles Dickens
  11. Little Women – Louisa M Alcott
  12. Tess of the D’Urbervilles - Thomas Hardy
  13. Catch 22 - Joseph Heller
  14. Complete Works of Shakespeare
  15. Rebecca – Daphne Du Maurier
  16. The Hobbit - JRR Tolkien
  17. Birdsong – Sebastian Faulk
  18. Catcher in the Rye - JD Salinger
  19. The Time Traveller’s Wife – Audrey Niffenegger
  20. Middlemarch – George Eliot
  21. Gone With The Wind – Margaret Mitchell
  22. The Great Gatsby - F Scott Fitzgerald
  23. Bleak House – Charles Dickens
  24. War and Peace – Leo Tolstoy
  25. The Hitch Hiker’s Guide to the Galaxy - Douglas Adams
  26. Brideshead Revisited – Evelyn Waugh
  27. Crime and Punishment – Fyodor Dostoyevsky
  28. Grapes of Wrath – John Steinbeck
  29. Alice in Wonderland - Lewis Carroll
  30. The Wind in the Willows – Kenneth Grahame
  31. Anna Karenina – Leo Tolstoy
  32. David Copperfield - Charles Dickens
  33. Chronicles of Narnia – CS Lewis
  34. Emma – Jane Austen
  35. Persuasion – Jane Austen
  36. The Lion, The Witch and The Wardrobe - CS Lewis
  37. The Kite Runner – Khaled Hosseini
  38. Captain Corelli’s Mandolin – Louis De Bernieres
  39. Memoirs of a Geisha - Arthur Golden
  40. Winnie the Pooh - AA Milne
  41. Animal Farm - George Orwell
  42. The Da Vinci Code – Dan Brown
  43. One Hundred Years of Solitude - Gabriel Garcia Marquez
  44. A Prayer for Owen Meaney – John Irving
  45. The Woman in White – Wilkie Collins
  46. Anne of Green Gables – LM Montgomery
  47. Far From The Madding Crowd – Thomas Hardy
  48. The Handmaid’s Tale - Margaret Atwood
  49. Lord of the Flies original cover (1954)Lord of the Flies - William Golding
  50. Atonement – Ian McEwan
  51. Life of Pi - Yann Martel
  52. Dune - Frank Herbert
  53. Cold Comfort Farm – Stella Gibbons
  54. Sense and Sensibility – Jane Austen
  55. A Suitable Boy – Vikram Seth
  56. The Shadow of the Wind – Carlos Ruiz Zafon
  57. A Tale Of Two Cities - Charles Dickens
  58. Brave New World - Aldous Huxley
  59. The Curious Incident of the Dog in the Night-time – Mark Haddon
  60. Love In The Time Of Cholera - Gabriel Garcia Marquez
  61. Of Mice and Men - John Steinbeck
  62. Lolita - Vladimir Nabokov
  63. The Secret History – Donna Tartt
  64. The Lovely Bones – Alice Sebold
  65. Count of Monte Cristo – Alexandre Dumas
  66. On The Road - Jack Kerouac
  67. Jude the Obscure - Thomas Hardy
  68. Bridget Jones’s Diary – Helen Fielding
  69. Midnight’s Children – Salman Rushdie
  70. Moby Dick - Herman Melville
  71. Oliver Twist - Charles Dickens
  72. Dracula - Bram Stoker
  73. The Secret Garden – Frances Hodgson Burnett
  74. Notes From A Small Island – Bill Bryson
  75. Ulysses – James Joyce
  76. The Bell Jar – Sylvia Plath
  77. Swallows and Amazons – Arthur Ransome
  78. Germinal – Emile Zola
  79. Vanity Fair – William Makepeace Thackeray
  80. Possession - AS Byatt
  81. A Christmas Carol - Charles Dickens
  82. Cloud Atlas – David Mitchell
  83. The Color Purple – Alice Walker
  84. The Remains of the Day – Kazu Ishiguro
  85. Madame Bovary – Gustave Flaubert
  86. A Fine Balance – Rohinton Mistry
  87. Charlotte’s Web – EB White
  88. The Five People You Meet In Heaven – Mitch Albom
  89. Adventures of Sherlock Holmes - Sir Arthur Conan Doyle
  90. The Faraway Tree Collection – Enid Blyton
  91. Heart of Darkness – Joseph Conrad
  92. The Little Prince – Antoine De Saint-Exupery
  93. The Wasp Factory – Iain Banks
  94. Watership Down - Richard Adams
  95. A Confederacy of Dunces - John Kennedy Toole
  96. A Town Like Alice – Nevil Shute
  97. The Three Musketeers - Alexandre Dumas
  98. Hamlet – William Shakespeare
  99. Charlie and the Chocolate Factory – Roald Dahl
  100. Les Miserables – Victor Hugo

Well – I guess that the BBC is wrong.  Or I am not “people”?

P.S.: I found this on Heart of Berlin and on Library Thing

Freitag, 26. November 2010

Ein exquisites Adventskonzert

Was ich gar nicht mag, sind Advents-und-Weihnachtslieder-Mitsing-Veranstaltungen. Andere mögen so etwas, daher ist es gut, dass auch deren Geschmack und Gemüt entsprechende Angebote finden wird – aber sicher nicht bei dem Konzert, von dem hier die Rede ist.

Am 5. Dezember 2010 werden Katrin Glenz und Thomas Wahl in Berlin musikalisch fragen: Wie soll ich dich empfangen?

  • Die Frankfurterin »KAT«, mit bürgerlichem Namen Katrin Glenz, legte mit ihrem Debütalbum Polaroid of Truth zwölf Songs im Rock-Pop-Sound hin, das zweite Album hieß Sehnsucht. Die junge Künstlerin ist in der Musikszene alles andere als ein Neuling und erstaunlich vielseitig. Reiste sie doch schon mit Musical-Produktionen um die ganze Welt von Deutschland über Südafrika bis hin nach Spanien und Dubai; sie sang im Background bei Xavier Naidoo und Johnny Logan. 2004 spielte »KAT« im Vorprogramm von »Pink« und »Laith al Deen«. Sie erntete verdiente Begeisterung. 
  • In Hanau aufgewachsen, begann Thomas Wahl schon sehr früh mit dem Klavierspiel und war von Anfang an mehr autodidaktischer Klangerzeuger als reproduzierender Klavierschüler. Er erarbeitete sich im Lauf der Jahre ein umfangreiches Repertoire aus Pop, Jazz und Gospel – letzteres auch zum allsonntäglichen Genuss seiner Kirchengemeinde – ohne wirklich Noten lesen zu können. Inzwischen hat er auch die Klassik für sich erschlossen. Bei allem, was er spielt, wird dem Zuhörer klar, was es bedeutet, sich ein Stück »zu eigen« zu machen. Neben vielen Live-Projekten ist er auch an einigen CD-Produktionen beteiligt und studiert derzeit an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg.

Adventskonzert in Berlin Steglitz

Diese beiden Künstler werden Advents- und Weihnachtsieder in zum Teil neuen und ungewohnten Interpretationen vortragen, einige kurze Hörbeispiele aus der CD finden sich auf der Webseite wiesollichdichempfangen.de – da können sich Schmalzliederphobiker wie ich davon überzeugen, dass es keine der grausigen ZuckergussundSchlagsahneveranstaltungen wird, die sonst im Advent oft angeboten werden.

Also, liebe Blogbesucher, sehen wir uns am 5. Dezember um 15:30 Uhr zum Kaffee und anschließenden Adventskonzert in der Wrangelstraße 6/7 in 12165 Berlin? Ich werde da sein und genießen.