Freitag, 1. Januar 2016

Und noch ein Blick zurück - Musik!

Im gerade vergangenen Jahr 2015 gab es für mich neben den hier bereits genannten gelesenen Büchern auch viel neue Musik zu entdecken. Dabei handelte es sich nicht immer um Neuerscheinungen, sondern manche Alben waren nur für mich neu, obwohl sie zu Teil schon sehr lange auf dem Markt sind. Anders als bei den Büchern will ich hier aber nur die Musik aufzählen, die mich ganz besonders beeindruckt hat - es würde sonst ein zu langer Artikel entstehen.

Natürlich sind die Geschmäcker verschieden, das ist bei Büchern und Musik und überhaupt im Bereich der Kunst nun einmal so. Dem einen sein Antonio Salieri ist dem anderen sein Freddy Mercury. Und das ist auch gut so, sonst wäre es ziemlich langweilig.

Hier nun meine Favoriten 2015:
  • Van Morrison - live at Cyprus Avenue 2015. Nicht lange nach seinem Konzert in Berlin, das wir genossen haben, obwohl es von den Tontechnikern viel zu leise ausgesteuert wurde, trat Van Morrison anlässlich seines 70sten Geburtstages in der Cyprus Avenue auf, die einem seiner ersten Alben den Namen gegeben hatte. Die BBC übertrug das Konzert in ganz hervorragender HiFi-Qualität - und ich habe mitgeschnitten. Es ist eins der schönsten Konzerte des Künstlers. Inzwischen habe ich die Aufnahme rund zehn mal gehört - es wird einfach nicht langweilig, sondern ist bei jedem Anhören wieder ein großartiger Genuss.
  • Nina Simone - at Carnegie Hall. Ebenfalls ein Live-Album, die Aufnahmen stammen aus dem Jahr 1963. Ich habe in einem Plattenladen das limitierte und numerierte Doppelalbum entdeckt (ja, richtige Langspielplatten aus Vinyl!) und zu einem für eine solche Rarität unglaublich günstigen Preis (17 Euro!) gekauft. Natürlich hört man den technisch bedingten Unterschied zu heutigen Aufnahmen - aber der Mitschnitt ist für seine Zeit qualitativ hervorragend. Und Nina Simone präsentiert ihre gesamte musikalische Bandbreite, vom Jazz über den Blues bis zum Folksong. Von hauchzart bis energisch. Großartige Musik.
  • The Beatles - 1+ - limited DVD edition.  Es ist natürlich keine (für mich) neue Musik dabei. Die Beatles haben mein Leben seit der Kindheit mit ihrer Musik bereichert. Unentdeckte Lieder wird es nicht mehr geben, es sei denn, die Herren Starkey oder McCartney haben da noch was im Keller zu liegen ... aber das ist unwahrscheinlich. Was in akribischer Hand-Restaurationsarbeit aus den alten Filmen und Videos gemacht wurde, überrascht aber mit dieser Edition selbst mich. Eine solch hervorragendes Bild- und Tonqualität hätte ich nicht erwartet. Man sieht die Beatles tatsächlich so, wie sie noch nie zu sehen waren.
    Franz Xaver (rechts) - Bild von Wikipedia

  • Franz Xaver Wolfgang Mozart - Violinsonaten, Große Sonate. Wir haben im Theater eine Aufführung des Stückes »Amadeus« genossen. Zurück zu Hause habe ich mich auf die Suche nach Musik von den Kindern des Wolfgang Amadeus Mozart begeben ... und dank moderner Technik wird man heute ja schneller fündig als damals, als man noch in den Plattenladen oder die Amerika-Gedenk-Bibliothek ging, wenn man bestimmte Aufnahmen finden wollte. Der Franz Xaver Wolfgang hat einige Stücke geschrieben, die sich hinter den Kompositionen des Vaters nicht verstecken müssen, darunter die Sonaten. Die werde ich mir auch zukünftig öfter mal auflegen.
  • Keith Richards - Crosseyed Heart. Es gibt nur alle paar Jahre mal ein Album, das nur allerbeste Stücke enthält und noch dazu aus einem Guss - in sich komplett und rundum beeindruckend - ist. Keith Richards ist mit Crosseyed Heart solch ein Meilenstein gelungen. Wenn ich mein Lieblingslied nennen sollte, wüsste ich mich nicht zu entscheiden, denn es sind nur Lieblingslieder vorhanden. Höchstens ein Stück fällt ein klein wenig zurück - aber nur unwesentlich. Und Crosseyed Heart gehört zu den Platten, die bei jedem Anhören (ich habe inzwischen sicher mehr als 15 mal das Album genossen) interessanter, faszinierender und mitreißender werden. Mein Lieblingsalbum 2015.
Daneben habe ich wie bereits gesagt viele andere neue Werke kennengelernt, viele davon höre ich öfter und mit großem Genuss. Aber diese fünf sollen genügen für den Rückblick auf das vergangene Jahr.
 
Musikalische Höhepunkte gab es noch zahlreiche andere, nämlich Konzerte, die wir besucht haben. Da waren die Herren Van Morrison und Lang Lang dabei, auch Klaus Doldinger und Andrej Hermlin, vom Gospelchor über die 60ger-Jahre-Rock-n-Roll_Band bis zum Symphonieorchester und Solo-Klavierkonzert reichte die Bandbreite. Auch weniger prominente Künstler haben uns viele schöne Stunden beschert - es müssen nicht immer die Stars sein, wenn man gute Musik genießen will.
 
Nun freue ich mich schon auf das, was das neue Jahr an musikalischen erlebnissen bringen wird - heute geht es los mit einem klassischen Konzert zum Jahresauftakt. Auch meinen geschätzten Blogbesuchern wünsche ich viele wunderbare musikalische Stunden!
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Donnerstag, 31. Dezember 2015

Ein sportlicher Rückblick

Im Jahr 2015 durfte ich mich wie bereits 2014 durchgehender Gesundheit erfreuen. Keine Metastasen, keine sonstigen Krankheiten traten auf. Die mir verliehene Gesundheit stimmt mich Tag für Tag dankbar und ich tue weiterhin alles, was in meiner Macht steht, dazu, damit es auch so bleibt. Die Worte meines Arztes im Frühjahr 2014 werde ich nicht vergessen: »Wenn Sie unbedingt gesund bleiben wollen, dann machen Sie so weiter!«

Zum Erhalt der Gesundheit (grundsätzlich für jedermann und vor allem für Krebspatienten) gehört Ausdauersport. Ich habe das Joggen gewählt. Meine elektronischen Aufzeichnungen liefern mir diese Zahlen für 2015:
  • Aktivitäten: 126 - also bin ich pro Woche 2,42 mal gelaufen
  • Distanz: 1.137.85 km - das sind durchschnittlich pro Lauf 9,03 Kilometer
  • Dauer: 124:18:05 - also knapp unter einer Stunde pro Lauf im Durchschnitt.
  • Kalorien: 93.951 kcal - na da kann man doch beruhigt ein paar Chips zum Tatort knabbern.


Im Vorjahr 2014, als ich mit den regelmäßigen Aufzeichnungen anfing, waren es insgesamt 798,23 Kilometer - also habe ich mich deutlich gesteigert. Und das ist auch gut so. Mit der Ausdauer kommt ohne zusätzliche Anstrengung ganz von selbst eine immer höhere Leistungsfähigkeit. Dass das auch mit 60 Lebensjahren noch so ist, führen mir die Statistiken deutlich vor Augen.

Ich wünsche meinen Bloglesern ein rundum frohes Jahr 2015 und bedanke mich für die zahlreichen Besuche (9145 Besuche im Jahr 2015, das sind monatlich im Durchschnitt 762, also pro Tag rund 25 Gäste) auf diesem Blog. Der andere Blog mit den längeren Texten hat ähnliche Zugriffsstatistiken. Auch für die Zuschriften und Kommentare ein Dankeschön - oft ist es eine Ermutigung für mich, wenn mir Leser berichten, dass ich sie mit meinen Berichten und Beiträgen ermutigen konnte. Ich hoffe, dass ich immer alles beantwortet habe - falls nicht, dann war das keine böse Absicht, sondern es ist mir etwas »durch die Lappen gegangen«.

Na denn: Auf Wiederlesen im Jahr 2016!
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Dienstag, 29. Dezember 2015

Gelesene Bücher 2015


Wie jedes Jahr kurz vor Sylvester werfe ich einen Blick zurück auf die gelesenen Bücher. Es sind deutlich weniger als in den Vorjahren, nämlich nur 20 Bücher. 2014 waren es 34, 2013 waren es ebenfalls 34, 2012 sogar 49 Bücher und 2011 - Potzblitz! - 55 und 2010, als ich mit dem Aufschreiben begann, 54.
Dass es so wenige sind, mag daran liegen, dass ich 2015 drei eigene Bücher veröffentlicht habe. Die Neuausgabe von »Es gibt kein Unmöglich«, das Sachbuch »Entschleunigung und Achtsamkeit im ganz normalen Alltag« und »Jessika«. Da steckt jeweils sehr viel Arbeit und Liebe und Zeitaufwand drin ...

So. Hier nun die Liste aus dem Jahr 2015, wie immer sortiert nach Autoren, dann folgt der Titel, dann eine kurze Anmerkung von mir und die Bewertung (+ für gut, 0 für Duchschnitt, - für schlechtes Buch), dann die Sprache Deutsch oder Englisch und schließlich P für ein Buch aus Papier oder K für ein Kindle-Buch. Grün notiert, damit man auf einen Blick Bescheid weiß, sind die guten, rot das schlechte Buch. Der Rest ist Mittelmaß, was nicht abwertend gemeint ist.

  • Achilles, Achim :: Achilles' Verse :: Amüsante Lektüre über das Laufen mit viel Selbstironie. :: + :: D :: P
  • Amelie, Nora :: Insel der Nachtigallen :: Sprachlich angenehm, unterhaltsame Geschichte, aber nicht außergewöhnlich. :: 0 :: D :: K
  • Babauta, Leo :: The Letting Go Book :: A nice overview with helpful hints - but nothing sensational. :: 0 :: E :: K
  • Babauta, Leo :: The Book of Contentment :: Helpful ideas and practical steps. Good. :: + :: E :: K
  • Bassner, Simon :: Racheschwur. Sylt-Thriller :: Unterhaltsam erzählt, originelle Idee, überwiegend spannend :: + :: D :: K
  • Falkenberg, Hendrik :: Die Zeit heilt keine Wunden :: Gelegentlich etwas ausufernd, langatmig, aber im Ganzen nicht übel. :: 0 :: D :: K
  • Fitzek, Sebastian :: Passagier 23 :: Spannend vom Anfang bis zum Ende.  Gut so. :: + :: D :: P
  • Gessner, Martina :: Menschenkenntnis :: Eine ziemlich öde Aneinanderreihung von Platitüden und alten Hüten. :: - :: D :: K
  • Grass, Günter :: Vonne Endlichkait :: Literarische Miniaturen und passende Zeichnungen … ein Buch für viele Jahre. :: + :: D :: P
  • Grisham, John Sycamore Row :: thrillig … wonderfully written … some surprises included. Very good. :: + :: E :: P
  • Kerkeling, Hape :: Der Junge muss an die frische Luft :: Unterhaltsam, beeindruckend und rundum gelungen. Hervorragendes Buch. :: + :: D :: P
  • King, Stephen :: Finders Keepers :: Great book - thrilling until the end, fascinating story. Maybe this year's best :: + :: E :: P
  • King, Stephen :: The Bazaar of Bad Dreams :: A very fascinating mix of stories, old and new. :: + :: E :: P
  • Klein, Angela :: Die strahlende Ratte: Fangen Sie bloß nich' Yoga an :: Unterhaltsam erzählt von einer Yoga-Jüngerin. Zum Teil informativ. :: 0 :: D :: K
  • Lake, Kery :: Ricochet :: Well written, but often long-winded and tedious. Should have been shortened. :: 0 :: E :: K
  • Mcfadyen, Cody :: Der Menschenmacher :: Zwiespältig … spannende Geschichte, aber oft zu langatmig erzählt. :: 0 :: D :: K
  • Meyer, Deon :: 13 Stunden :: Spannender Krimi im ungewohnten Umfeld Südafrika. Hervorragende Übersetzung. :: + :: D :: K
  • Noll, Ingrid :: Ehrenwort Sehr unterhaltsam - leichte Lektüre für Mußestunden. :: + :: D :: P
  • Various Authors :: Ellery Queen's Mystery Magazine January 1984 :: Suspense reading for the vacations - entertaining and thrilling. :: + :: E :: P
  • Vera, Beate :: Wo der Hund begraben liegt :: Gut geschrieben, interessant und viel Kiez-Charm garniert. Schön. :: +  :: D :: P
Mein Lieblingsbuch dieses Jahr: Finders Keepers von Stephen King, dicht gefolgt von Der Junge muss an die frische Luft von Hape Kerkeling.
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Mittwoch, 23. Dezember 2015

Frohe Weihnachten!


Meinen geschätzten Blogbesuchern wünsche ich von Herzen frohe Weihnachten, gute Erholung und einen angenehmen Start in das Jahr 2016.



An dieser Stelle will ich auch gerne und freudig berichten, dass es bei der letzten Krebsnachsorgeuntersuchung keine bösen Überraschungen sondern nur gute Nachrichten gab: Keine Hinweise auf neue Tumore, die Blutwerte, so mein Arzt, »langweilig wie beim letzten Mal«. So können wir mit frohem Herzen und großer Dankbarkeit das Weihnachtsfest 2015 feiern.

Gleiches wünsche ich auch meinen Blogbesuchern. Bis demnächst an dieser Stelle!
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Mittwoch, 2. Dezember 2015

Ein Weihnachtsgeschenk auch für sich selbst

NeulandEs gibt noch Zeitgenossen, die Bücher lesen. Denen kann man mit 256 Seiten voller Erzählungen aus dieser und aus jenen Welten eine Freude machen. Oder sich selbst – warum auch nicht!

In »Neuland« gibt es viel zu entdecken. Von der vergnügten Humoreske über bedrohliche Zukunftsvisionen, der Bibel entsprungene Geschichten und Miniaturen über die Liebe bis zum atemberaubenden Kurzkrimi reicht die Bandbreite der insgesamt 23 Erzählungen.

Zwei von ihnen hatte ich zum Weltbuchtag 2015 hier auf dem Blog angeboten – wer reinlesen möchte, kann das immer noch tun: [Leseprobe – zwei Geschichten aus Neuland].

Käuflich erwerben kann man das Buch (und natürlich etliche andere Werke aus meiner Feder) hier: [Autorenseite Günter J. Matthia]

Mittwoch, 25. November 2015

Weg sind sie, die Rundherde

Als Darmkrebspatient ist man besonders auf der Hut, wenn es um Leber und Lunge geht, denn das Auftreten von Metastasen ist statistisch gesehen in diesen beiden Organen am häufigsten zu beobachten. Nachdem bei mir, passend zur Statistik, im Herbst 2013 Lebermetastasen gefunden und operiert wurden, ist es sicher verständlich, dass ich über zwei »Rundherde« in der Lunge durchaus beunruhigt war. Diese Rundherde wurden beim Röntgen im März 2012 anlässlich der Darmkrebsbehandlung entdeckt, also begleiteten sie mich gedanklich schon eine ganze Weile.

Für solche Lungenrundherde gibt es zahlreiche Ursachen, zu den häufigsten zählen:

  • Tumore wie Bronchialkarzinom oder Metastasen
  • Infektionen wie Tuberkulose
  • Granulome wie Sarkoidose oder Granulomatose mit Polyangiitis

Bei Krebspatienten sind Tumore das, worauf man zunächst kommt. Im Januar 2014 wurde daher meine Lunge erneut durchleuchtet. Die beiden Rundherde waren unverändert vorhanden.

rundherde2014-01-08

Immerhin war es ein kleiner Lichtblick, dass sie nicht größer geworden waren, aber als Entwarnung konnte ich (genau wie mein Arzt) das nicht werten. Sechs Monate später, im Juli 2014, wurde erneut eine Röntgenaufnahme gemacht, bei der sich wiederum keine Veränderung zeigte.

rundherde2014-07-16

Etwas über zwei Jahre seit der ersten Aufnahme und kein Wachstum der Rundherde – das deutete auf eine harmlose Ursache hin. Jede Röntgenuntersuchung ist, genau wie die zahlreichen CT-Diagnosen, die ich seit 2012 erlebt habe, mit einer Strahlenbelastung für den Organismus verbunden. Die Strahlung wiederum ist als Risikofaktor für das Auftreten von Tumoren hinreichend bekannt, also muss man das Maß auf das wirklich Notwendige beschränken, ohne jedoch andererseits zu riskieren, dass Metastasen nicht sehr frühzeitig entdeckt werden. Es ist von Fall zu Fall eine Entscheidung, die mein Arzt und ich gemeinsam treffen, ein Abwägen von Vorteilen gegen Nachteile.

Nun wurde kürzlich, mit rund 15 Monaten Abstand, die nächste Kontrolluntersuchung der Lunge durchgeführt. Und siehe da, was ich überhaupt nicht erwartet hatte, las ich gestern schlicht und kurzgefasst im frisch eingetroffenen Befund:

rundherde2015-09-29

Keine Rundherde. Womöglich, das werde ich bei der nächsten Gelegenheit meinen Arzt fragen, hat der regelmäßige Ausdauersport, bei dem ja auch die Lunge reichlich zu tun bekommt, etwas damit zu tun?

Wie auch immer. Wir beide, die beste aller Ehefrauen und ich, sind außerordentlich erleichtert, überrascht und dankbar.

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Freitag, 20. November 2015

Ist Religion die Wurzel allen Übels?

Unbestritten sind nicht alle Mohammedaner Terroristen. Aber genauso unstrittig ist es, dass Terrorakte in unserer Zeit so gut wie ausschließlich von Menschen verübt werden, die den Islam als Religion haben. Das war einmal anders, da waren es diejenigen, die sich als Christen bezeichneten, die mit Mord und Raub und Zerstörung fremde Länder heimsuchten, während sie in ihrer eigenen Heimat sogenannte Hexen verbrannte, sogenannte Teufel austrieben und das Volk im Namen Gottes knechteten und ausquetschten bis zum letzten Blutstropfen. Genau so, wie der Islam sich heute präsentiert, als Eroberungsreligion die über Leichen geht, hat sich über Jahrhunderte das Christentum aufgeführt.

Aufklärung und Reformation haben nicht unwesentlich dazu beigetragen, dass sich diese Zustände geändert haben. Es gibt auch unter Mohammedanern aufgeklärte Köpfe und Reformer, das ist unstrittig, aber bisher hat eine Reformation nicht stattgefunden. Der Koran, ich habe ihn auszugsweise gelesen, ist eine recht sperrige Lektüre. Also wird er überwiegend von »Schriftgelehrten« ausgelegt und gepredigt. Das normale Volk liest sein heiliges Buch nicht, schon gar nicht mit kritischem und aufgeklärtem Blick. Es gibt immer noch viel zu viele, die den Koran wörtlich nehmen, wobei sie sich natürlich nur die jeweils passenden Verse - Pardon, Suren - herauspicken. Genauso, wie es unter Christen noch immer hier und da solche gibt, die jede auch noch so abstruse Idee und Lehre mit ein paar Sätzen aus der Bibel untermauern können: Das steht so geschrieben, also ist es das, was Gott/Allah will und befiehlt.

COEXIST-FinalIch verstehe alle, die angesichts des Zustandes unserer Welt Religionen für die Wurzel allen Übels halten, sehr gut. Vielleicht ist Religion nicht die Wurzel allen Übels, da gibt es schließlich auch noch Habsucht, Machtstreben, Neid, Missgunst und allerlei andere Wurzeln, aber das Leid und Unrecht, das im Namen dieses oder jenes Gottes angerichtet wird, schreit wahrlich zum Himmel. Aus dem ist allerdings in der Regel keine Antwort zu erwarten. Die Antworten müssen schon wir selbst finden und geben. Ich habe keineswegs alle Antworten parat, aber ich bin sicher, dass sie nicht im Hass liegen, nicht in politischen Extremen und wüsten Beschimpfungen von Menschen, die anders denken und empfinden als man selbst. Man sollte als zivilisierter Mensch schon in der Lage sein, eine andere Meinung stehen zu lassen, und die Person, die sie hat, dennoch zu akzeptieren und zu achten.

Im Gegensatz zu manchen meiner (auch sehr guten!) Freunde bin ich Christ aus Überzeugung. Ich habe Menschen kennen gelernt und schätze sie, die Nachfolger Allahs sind oder an einen Gott, wie man ihn auch nennt, überhaupt nicht glauben können. Wäre ich nun einer von jenen, die ihre Bibel (beziehungsweise die jeweils zum Anlass passend herausgepickten Passagen) wörtlich nehmen, dann dürfte ich mit solchen Menschen gar keine freundschaftliche Gemeinschaft genießen. Ich müsste sie missionieren, bis sie endlich ihre Meinung ändern beziehungsweise meinen Glauben annehmen, weil ich sonst Schuld daran trüge, dass sie auf ewig in einem feurigen Pfuhl gequält werden. Diese Schuld würde selbstverständlich ausreichen, um auch mich in den feurigen Pfuhl zu bringen.

Daher, aus der Angst vor göttlicher Strafe, wenn man nicht die eigene Religion – koste es was es wolle – verbreitet, rührt die verbiesterte Penetranz mancher Zeitgenossen, die ihre Mitmenschen unbedingt bekehren wollen – zum Christentum, zum Islam, zum Hinduismus … der Buddhismus scheint mir noch die friedlichste Religion zu sein, vielleicht aus dem Grund, dass man als Buddhist an jeden oder auch gar keinen Gott glauben darf.

Ich bin Christ. Wenn es den gnädigen und guten Schöpfer gibt, an den ich glaube, dann ist es für mich undenkbar, dass er Milliarden seiner Geschöpfe, nur weil sie in nicht christianisierten Gegenden (oder bereits vor Christus) gelebt haben, einer ewigen Qual ausliefert. Da halte ich mich lieber, um hier ausnahmsweise einmal die Bibel zu zitieren, an das, was der Überlieferung zufolge Jesus von Nazareth auf die Frage eines Theologen geantwortet hat.

Eines Tages kam ein Schriftgelehrter auf Jesus zu und fragte: »Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu bekommen?«
Jesus antwortete mit einer Gegenfrage: »Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du da?«
»Du sollst Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt lieben und deinen Nächsten wie dich selbst.«
Jesus bestätigte den Mann: »Du hast richtig geantwortet; tu das, so wirst du ewig leben.«

Anschließend wird im Lukasevangelium noch eine illustrierende Geschichte eingeflochten, die weithin bekannt ist. Ich habe sie einmal unter dem Titel [Herr K. reist nach Greifswald] in die heutige Zeit transportiert. Darin geht es darum, dass einer von mehreren Passanten über alle religiösen und gesellschaftlichen Barrieren hinwegsieht und einem in Not geratenen Menschen ganz praktisch hilft.

Zum Schluss der Erzählung fragt dann Jesus den Theologen:

»Was meinst du, welcher von diesen drei Passanten dem Opfer des Überfalls der Nächste war?«
Der Mann antwortete: »Der ihm geholfen hat.«
Da sagte Jesus zu ihm: »Dann geh hin und handle genau so.«

Ich glaube, wenn wir uns als Atheisten, Christen, Buddhisten, Mohammedaner oder was auch immer dazu durchringen könnten, religiöse und gesellschaftliche Barrieren aus dem Weg zu räumen, dann wäre die Menschheit einem friedlichen Miteinander deutlich näher. Es blieben immer noch Habsucht, Machtstreben, Neid, Missgunst als Wurzeln des Übels übrig, aber ein riesiges Problem wäre beseitigt.

You may say I’m a dreamer
but I’m not the only one.
-John Lennon

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P.S.: Das Bild stammt von [Openclipart] /// Die Textpassagen aus dem Lukasevangelium stammen aus einer bisher unveröffentlichten Fassung aus meiner eigenen Feder /// Der aus der Mode gekommene Begriff Mohammedaner wird hier erklärt: [Wikipedia – Mohammedaner]

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Montag, 9. November 2015

Es gibt wichtigeres im Leben als Politik

wwEin sichtlich vom Kampf gegen den Krebs gezeichneter Guido Westerwelle war gestern in der Gesprächsrunde bei Günther Jauch zu Gast, zusammen mit der jungen Leukämiepatientin Eva Fidler, die wie Westerwelle zuerst einmal aufatmen kann. Geheilt sind sie noch lange nicht, aber immerhin haben sie Stammzellentransplantation und Chemotherapie überstanden. Der »alte« Westerwelle, der auf mich oft etwas überheblich gewirkt hatte, war so gut wie gar nicht mehr erkenntlich.

Er hat, genau wie ich, Tagebuch geführt, um mit der Diagnose Krebs innerlich irgendwie zurecht zu kommen. Bei einem prominenten Menschen wie ihm war natürlich der Journalist nicht weit, der daraus ein Buch gemacht hat und es wird auch kein Problem gewesen sein, einen Verleger zu finden. Ich möchte, soweit mir weiterhin Gesundheit verliehen wird, zusammen mit der besten aller Ehefrauen ebenfalls meine und ihre Erinnerungen und Aufzeichnungen in ein Manuskript umarbeiten - allerdings wird das noch eine ganze Weile dauern, da ich weder prominent noch vermögend bin. Der Broterwerb macht es einstweilen unumgänglich, meiner Arbeit in einem Industriebetrieb nachzugehen.

Aber anderes haben Herr Westerwelle, Frau Fidler und ich doch gemeinsam: Einen anderen, dankbareren und viel aufmerksameren Blick auf das Leben, auf jeden neuen Tag. Die Gewichtungen haben sich durch die Diagnose Krebs deutlich verschoben. Was mich einst aufregen konnte, was mir ungeheuer wichtig erschien, ist erheblich geschrumpft. Wo ich früher geradezu verbiestert gestritten hätte, mische ich mich überhaupt nicht ein, zum Beispiel bei den manchmal erschreckend aggressiven Diskussionen in sozialen Netzwerken über die sogenannte Flüchtlingskrise, wo es nur noch zwei Extreme, Gutmenschen oder Nazis, zu geben scheint und jegliches vernunftbasiertes Austauschen von Argumenten fehlt.

Der Focus schreibt zum gestrigen Auftritt von Guido Westerwelle:

Kein Wort zur Politik? Zum großen Flüchtlingswillkommenheißen der Kanzlerin, zu kleinen und großen Regierungsverwerfungen. Günther Jauch, der auf den letzten Metern noch so etwas wie eine politische Sendung machen will, geht in Vorleistung: „Wir gehen davon aus, dass wir kein Wort dazu hören.“ Sagt Westerwelle nur „genau“. Und dann ist es aus. Es gibt Wichtigeres im Leben als die Politik. Spätestens dann, wenn es ums Überleben geht.
Quelle: [Focus Online]

So ist es bei Herrn Westerwelle und so ist es bei mir. Und das ist auch gut so.

Ich wünsche ihm, der Frau Fidler und allen Prominenten und Unbekannten, die gegen den Krebs ankämpfen, aus tiefstem Herzen viel Kraft, Mut und Gottes Segen dazu.

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P.S.: Die Bücher, die ich schon geschrieben habe, und über deren Verkauf an interessierte Leser ich mich sehr freue, findet man hier: [Günter J. Matthia bei Amazon]

P.P.S: Mein »Tagebuch«, so wie es entstanden ist und entsteht, findet man, bis irgendwann ein Buch daraus wird, auf meinem anderen Blog: [Aufzeichnungen seit der Krebsdiagnose]

P.P.P.S.: Foto: REUTERS via Süddeutsche Zeitung

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Mittwoch, 28. Oktober 2015

Vom Fleisch, von der Wurst und von der WHO

Kaum hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) medienwirksam eine längst bekannte Tatsache ins Rampenlicht gestellt, nämlich dass »processed meat«, industriell verarbeitete Fleisch- und Wurstwaren, das Krebsrisiko deutlich erhöhen, schon konnte man vielerorts Argumente lesen und hören, warum die Fleisch- und Wurstliebhaber von ihren Gewohnheiten nicht lassen werden. Diese Argumente sind so sinnvoll wie wenn jemand sagen würde: »Es kommen auch angeschnallte Passagiere im Auto zu Schaden, also benutze ich keinen Sicherheitsgurt.« Oder: »Helmuth Schmidt hat sein Leben lang geraucht und ist alt geworden, also kann ich auch ungefährdet meine Zigaretten rauchen.«

Da kann man nichts machen, denn allein die nicht vorhandene Kenntnis der Rechtschreibung und Zeichensetzung lassen bei solchen Kommentaren darauf schließen, dass der Bildungsgrad ein sehr geringer sein muss. Ein Beispiel (gefunden bei tagesschau.de):

alles was man gerne möchte ,ist entweder ungesund , zu teuer, unmoralisch oder macht dick !

Natürlich kommt durch die eine Bratwurst auf dem Weihnachtsmarkt niemand zu Tode. Es wird auch niemand deshalb an Krebs erkranken, weil er am Sonntag ein Schnitzel isst. So etwas hat auch die WHO in ihrer Einstufung von bearbeiteten Wurst- und Fleischwaren als »krebserregend« und von rotem Fleisch als »wahrscheinlich krebserregend« nicht behauptet.

Sondern: Verarbeitete Fleischprodukte sind nun (endlich) in der gleichen Kategorie wie Tabakrauch und Asbest zu finden. Und das mit gutem Grund, denn das, was die Industrie dem Fleisch bei der Verarbeitung hinzufügt und das, was durch Massentierhaltung (die nur durch massiven Pharmaeinsatz überhaupt funktioniert) bereits im Fleisch an Giftstoffen zu finden ist, stellt die eigentliche Gefahr dar – hinzu kommt die Art der Verarbeitung. Und das ist wie gesagt nichts Neues. Die Deutsche Krebshilfe beispielsweise fasst seit vielen Jahren in ihren Broschüren, in diesem Fall zum Thema Darmkrebs, zusammen:

Die Lebensweise spielt eine Rolle: Eine ballaststoffarme, fett- und fleischreiche Ernährung, regelmäßiger Alkoholkonsum, wenig Bewegung und Übergewicht erhöhen das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.

Die Kombination, die in dem Zitat angesprochen wird, ist die wirkliche Gefahr. Das eine Risiko sind die Fleischmengen, die viele Menschen hierzulande aus möglichst billigen Quellen konsumieren. Dazu kommen der mittlerweile sogar im Berufsleben übliche regelmäßige Alkoholkonsum (hier und dort auf einen Erfolg anstoßen oder zum Umtrunk anlässlich Jubiläum oder Geburtstag treffen ...), Bewegungsmangel (ich stelle fest, dass sogar einige Azubis (Anfang 20!) nicht in der Lage sind, zwei Stockwerke über das Treppenhaus emporzusteigen - es muss der Fahrstuhl benutzt werden), es werden regelmäßig sogenannte Softdrinks (Cola, Fanta, Sprite und ähnliches) konsumiert ... und so kommt ein an und für sich noch nicht bedrohlicher Faktor zu anderen Faktoren hinzu, und noch einer, und noch einer … und die Krebsraten in unseren zivilisierten Ländern steigen und steigen.

Leider muss man wohl davon ausgehen, dass auch solche Warnungen wie die kürzlich von der WHO veröffentlichte wenig Wirkung zeigen, weil der Genuss ja so billig und das Nachdenken so schwierig ist.

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P.S.: Zum Thema krebsfeindliche Ernährung habe ich bereits zuvor geschrieben: [Teil 1] [Teil 2]

P.P.S.: Bild von rgbstock

Freitag, 9. Oktober 2015

So geht das mit meinen Bilderbüchern

Dass die Fotografie zu meinen Hobbys gehört, ist nicht neu. Seit Kindheitstagen bin ich gerne mit der Kamera unterwegs, um den Alltag gleichermaßen wie besondere Momente einzufangen. Früher auf Zelluloid in Form von Roll- und dann Kleinbildfilm, inzwischen digital.

Wie beim Schreiben ist es auch beim Fotografieren (und seinerzeit beim Musizieren) so, dass ich nicht gerne nur für die Schublade arbeite. Man kann unter der Dusche singen und höchstens in Kauf nehmen, dass die Nachbarn mehr oder weniger freiwillig Zeugen des Vortrages werden. Oder man präsentiert die Früchte der Kreativität der Öffentlichkeit. Dann muss dann auch mit deren Reaktion rechnen. Mir war schon immer letzteres lieber, weil ich von sachlich-kritischen Stimmen eine Menge lernen kann und konnte.

Langer Rede kurzes Ziel: Fotoalben mit jeweils zehn Bildern zeige ich seit Januar 2014 via Tumblr. Da einige treue Blogleser nicht so recht mit Tumlr beziehungsweise meiner Seite dort umzugehen wussten, will ich das gerne kurz erklären.

  1. Unter der Adresse [http://gjm-berlin.tumblr.com/] findet man meinen Fotoblog.
    a
    Man kann nun entweder den Bildschirm wie bei allen Blogs herunterwandern (neudeutsch scrollen) und so Album nach Album in der Vorschau betrachten, oder man klickt auf »Archive«
  2. Dort findet man die Übersicht mit allen Alben seit Januar 2014; inzwischen sind es 89 Stück, falls ich mich nicht verzählt habe.
    b
  3. Jedes einzelne Album wird durch den Klick auf das Vorschaubild aufgerufen. Man klickt also auf eines der Bilder ….
    c
  4. … und gelangt zum entsprechenden Album, in diesem Fall Berlin-Mitte:
    d
    Nun klickt man wiederum auf eines der Fotos, das dann in der je nach Bildschirm möglichen größten Ansicht dargestellt wird.
  5. Nun kann man mit Klick auf das Bild zum jeweils nächsten Bild wechseln, mit Klick außerhalb des Bildes kommt man zurück zur Übersicht.
    e

Soweit die kurze Anleitung – ich wünsche, soweit meine geschätzten Blogbesucher gerne Bilderbücher betrachten, viel Spaß beim Entdecken. Noch mal (nur für Vergessliche) der Link:[http://gjm-berlin.tumblr.com/]

Die Fotos sind nicht gegen das Kopieren geschützt und dürfen gerne (mit Hinweis auf die Quelle) verwendet und geteilt werden. Lediglich bei gewerblicher Nutzung hätte ich schon gerne vorher mein Einverständnis erklärt.

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