
P.P.S..: Hilfreiches zum Thema steht auch in diesen beiden Büchern:
Entschleunigung und Achtsamkeit (Günter J. Matthia)
Das kleine Buch über die Zufriedenheit (Leo Babauta)
Es war ein Joggathon unter erschwerten Bedingungen – und dennoch (oder gerade deshalb?) ein Erfolg. Was so ganz leicht von der Hand geht ist ja nicht unbedingt eine Leistung, an die man sich später erinnern wird.
Schwüle Hitze (28 Grad Celsius im Schatten, so gut wie keine Luftbewegung), ein fast die ganze Zeit wolkenloser Himmel und dann eine Verzögerung des Starts um 45 Minuten, in denen die Läufer ohne mit Wasser versorgt zu werden in der prallen Sonne warteten … nicht gerade die idealen Bedingungen für die Stunde Laufen auf dem Rundkurs ohne Schatten. Wir waren wohl so gut wie alle schon vor dem Start ziemlich erschöpft. Nun kann natürlich niemand etwas für das Wetter, aber solche Dinge wie rechtzeitig am Start einen Tisch mit Wasser für die Teilnehmer aufstellen oder für einen pünktlichen Beginn sorgen, das wäre vorteilhaft gewesen. Doch will ich nicht meckern – es hat mich ja niemand zur Teilnahme gezwungen und letztendlich überwiegen die positiven Ergebnisse und Erlebnisse an solch einem Tag dann doch trotz der Strapazen.
Geschafft habe ich in der Stunde (plus Auslaufzeit von drei Minuten) lediglich 10 Runden (9.300 Meter), was deutlich hinter meinen aktuellen Leistungen zurückbleibt (mit zwölf Runden hatte ich gerechnet), aber andererseits ist das für einen 60jährigen nach zwei schweren Krebsoperationen und Chemotherapie in den letzten vier Jahren eine respektable Leistung, für die ich dankbar bin wie überhaupt für die mir verliehene Gesundheit und Kraft. Und nach einer solchen Anstrengung um so dankbarer, denn das Durchhalten fiel manch einem gesunden und jungen Menschen deutlich schwerer als mir. Mein Freund Jens lief wieder, zum vierten Mal, an meiner Seite, denn geteilte Anstrengung ist mehr oder weniger halbe Anstrengung. Zumindest fühlt es sich so an. Danke, Jens!
Durch die Zusagen meiner Sponsoren, denen ich hier gerne und ausdrücklich und herzlich danken will, konnte ich mit meinem Lauf immerhin 106,10 Euro zum guten Zweck der Veranstaltung beitragen. Liebe Sponsoren, danke, dass ihr meinen Lauf und meinen Durchhaltewillen in der Hitzehölle durch eure Spendenzusagen angespornt habt.
Insgesamt waren, so der Veranstalter, 125 Läufer am Start und der Spendenerlös beträgt dank der 310 Sponsoren erfreuliche 13.401,96 Euro! Na wenn das kein Erfolg ist angesichts der widrigen Umstände, unter denen ja alle Läufer zu leiden hatten! Der älteste Teilnehmer übrigens war 80 Jahre alt und schaffte, falls ich mich recht erinnere, immerhin acht Runden. Hut ab!
Und nicht zuletzt ein herzliches Dankeschön an die vielen freiwilligen und ehrenamtlichen Helfer … vom Kuchenbacken bis zur Wasserausgabe, vom Rundenzählen bis zum Druck der Urkunden und viele weitere Tätigkeiten – das habt ihr großartig gemacht!
Das Foto oben zeigt uns vor dem Start, als wir noch glaubten, es ginge pünktlich los. Das Foto rechts erklärt sich selbst, hoffe ich: Jeder Tropfen Wasser unterwegs war ein Segen! Und unten (dann wieder halbwegs erholt) der Moment nach der Urkundenverleihung.
Wenn mir weiterhin Gesundheit verliehen wird, werde ich (hoffentlich unter besseren äußeren Bedingungen) wieder dabei sein, wenn es am 28. Mai 2017 heißt: Start frei für den Joggathon Berlin!
Dies ist meine zweite und für dieses Jahr auch letzte Einladung, mich beim Joggathon 2016 wieder als Sponsorin oder Sponsor anzufeuern oder sich selbst das Vergnügen zu gönnen, mitzulaufen. Ich will ja nicht rumnerven … wer mein Sponsor werden mag, ist hiermit erneut eingeladen und damit ist es dann auch gut. Das Geld kommt wie immer nicht mir (oder anderen Läufern), sondern drei guten Zwecken zugute. Die wichtigsten Informationen hatte ich bereits kürzlich auf diesem Blog zusammengestellt: [Sonntag, 29. Mai 2016: Joggathon]
Inzwischen sind auch die begünstigten Projekte des diesjährigen Spendenlaufes bekannt, die kann man in der Broschüre nachlesen, die leider vom Veranstalter »Flyer« genannt wird, aber trotzdem in deutscher Sprache informativ ist: [Joggathon 2016 – alle Informationen]
Wer selbst mitlaufen möchte, kann sich die Anmeldeliste herunterladen und dann per Email (joggathon@johannesgemeinde-berlin.de) einsenden – auf der Liste steht zwar etwas von »online übertragen«, aber die Funktion ist nirgends zu finden. Hier das Formular: [Anmeldeliste]
Soviel dazu – und nun bin ich gespannt, wer mich als Sponsor anfeuert und/oder wen ich vor Ort beim Laufen sehen werde.
Wer mein Sponsor oder meine Sponsorin werden möchte, melde sich bitte per Email gjmatthia ät gmail punkt com (oder Facebook-Nachricht). Danke!
Ich freue mich auf das Ereignis!
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Als Übersetzer hat man es mit allerlei Arten von Texten zu tun, soweit man die entsprechenden Aufträge annimmt. In den letzten Jahren habe ich von technischen Produktinformationen für industrielle Anlagen über Tipps zum Liebesleben für langjährig verheiratete Damen, theologische (manchmal recht schräge) Abhandlungen für solchen Texten zugeneigte Leser und anwaltliches Kauderwelsch für juristische Fachtagungen und Verlautbarungen zu Finanzierungsfragen für Fachkongresse der Filmbranche bis zu spannenden Biografien für den interessierte Leser wie mich selbst eine große Bandbreite von Sach- bis Unterhaltungsliteratur aus der einen in die andere Sprache transportiert. Selten hatte ich dabei so viel Freude am Übersetzen und persönlichen Gewinn wie bei diesem schmalen, nur 74 Seiten umfassenden, aber nichtsdestotrotz inhaltlich sehr gehaltvollen Alltagsratgeber: »Das kleine Buch über die Zufriedenheit« von Leo Babauta.
Ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand aus diesem Buch keinen Vorteil für sein Leben mitnehmen würde. Was der Autor vorschlägt, ist nah am Alltag, erprobt und bewährt, und es hat weder mit religiösen Überzeugungen noch fernöstlicher Mystik zu tun.
»Das kleine Buch über die Zufriedenheit« ist genau das, was der Untertitel beschreibt: Ein Leitfaden für Menschen, die glücklich mit dem Leben und sich selbst werden möchten, während sie weiter im Alltag ihre Aufgaben erledigen.
Hier eine Leseprobe:
Nun zu einer der häufigsten Ursachen für Unzufriedenheit: sich mit anderen Menschen vergleichen. Das eigene Leben an dem messen, was andere tun und lassen. Was wir erreicht haben mit dem in Beziehung setzen, was andere schaffen.
Es gibt Menschen, die sich ständig mit mir vergleichen. Sie wollen genauso erfolgreich sein, oder genauso glücklich mit ihren Familien oder auch so eine Glatze haben wie ich. (Na gut, das letzte ist nicht wahr.)
Natürlich vergleichen sich diese Menschen mit einer Fantasie. Im wirklichen Leben bin ich nicht der, den sie sich vorstellen.
Tatsächlich ist niemand, den Sie beobachten, wirklich so, wie Sie es sich ausmalen – nur bestimmte Bereiche des Lebens sind zu sehen, normalerweise die guten. Nur selten erblickt man eine Person, die mit Zweifel, Angst und Unzufriedenheit zu kämpfen hat. Die Menschen zeigen ihre Warzen und Hämorrhoiden meist nicht vor, sondern nur die schönen Bilder ihrer Mahlzeiten, vom Urlaub und von ihren fröhlich strahlenden Kindern.
Daher vergleichen Sie sich mit einer Fantasie, einer Illusion, und natürlich sieht die Realität Ihres Lebens (und Ihrer Persönlichkeit) dann eher dürftig aus. Diese Haltung ist schlimmer als nutzlos – sie schadet Ihnen tatsächlich, weil das Vergleichen Sie noch unzufriedener macht.
Jedes Mal, wenn Sie sich selbst dabei ertappen, die guten Teile im Leben eines anderen Menschen mit den schlechten Teilen Ihres eigenen Lebens zu vergleichen oder wenn Sie darüber nachdenken, was Sie statt Ihres wirklichen Lebens alles erleben könnten, halten Sie inne. Hören Sie einfach auf. Sie sind in diesem Augenblick damit beschäftigt, sich selbst zu verletzen, und das tut Ihnen nicht gut!
Stattdessen schauen Sie sich an, was Sie gerade tun, und seien Sie damit glücklich. Was Sie gerade tun, könnte erstaunlich sein (und ist es wahrscheinlich auch). Schätzen Sie das Geschenk, diesen Moment zu erleben. Es ist ein Wunder.Werden Sie aktiv: Denken Sie darüber nach, wie oft Sie sich mit anderen verglichen haben und mit dem, was andere tun, vor allem in letzter Zeit. Woher stammte das Bild von anderen, mit dem Sie sich verglichen haben? Aus sozialen Netzwerken oder Apps, Nachrichten, Blogs, Filmen, Zeitschriften?
Soweit der Textauszug.
Das Buch kostet nicht die Welt, sondern nur 5,09 Euro als Taschenbuch und 2,19 Euro als elektronische Version für den Kindle, kann aber die persönliche Welt, das eigene Leben, ein wertvolles Stück verbessern helfen. Prima!
Meine Empfehlung: Zugreifen!
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Nach der heutigen Krebsnachsorgeuntersuchung können wir beide wieder aufatmen und das bevorstehende Osterfest unbeschwerter genießen und feiern: Wiederum wurden keine Metastasen oder sonstigen Auffälligkeiten festgestellt. Die Ergebnisse aus dem Labor bekomme ich zwar erst am 6. April, aber diesbezüglich bin ich recht gelassen.
Zweieinhalb Jahre – das bedeutet Halbzeit. Nach fünf Jahren gilt man medizinisch als geheilt. Das heißt natürlich nicht, dass man nie wieder Krebs bekommen kann, aber die Wahrscheinlichkeit liegt dann wieder auf dem gleichen Niveau wie vor der Diagnose.
Bis dahin, bis zum Herbst 2018, habe ich nach wie vor eine Überlebenschance von 50 Prozent. Das zu wissen steigert die Dankbarkeit für die bis hierher verliehene Gesundheit und die Entschlossenheit, auch künftig alles in meiner Macht stehende zu tun, einer erneuten Tumorbildung entgegenzuwirken. Bekanntlich gibt es da zwei Gebiete: Ausdauersport mindestens dreimal wöchentlich für mindestens 45 Minuten und eine Ernährung, die soweit wie möglich frei von chemischen Zusatzstoffen ist und industriell beziehungsweise maschinell verarbeitete Lebensmittel ausschließt, wo immer das geht.
Meinen Blogbesuchern, die mich immer wieder ermutigen und Anteil nehmen, will ich an dieser Stelle wieder einmal ausdrücklich danke sagen! Und allen, die ebenfalls gegen den Krebs kämpfen (oder in deren Familie das der Fall ist) kann diese Halbzeitnachricht hoffentlich Mut machen.
Foto: Oktober 2013 auf der Intensivstation und heute nach der Untersuchung
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