Mittwoch, 20. Februar 2008

Transforumöse Pause

In den nächsten Tagen werde ich kaum dazu kommen, den Blog mit neuen Beiträgen zu bestücken.

Heute steht kurz nach Feierabend mittwochsbedingt der Hausbibelkreis auf dem Programm, und morgen geht der Büroschluss gleich ins Transforum 2008 über, selbiges dauert bis Samstag abend.

Vielleicht sieht man sich? Ich freue mich jedenfalls auf die Tagung. Und der Blog darf voraussichtlich ein wenig schlummern.

P.S.: Auch auf E-Mails oder Kommentare werde ich in den nächsten Tagen kaum beziehungsweise mit erheblicher Verzögerung reagieren...

Dienstag, 19. Februar 2008

Werden's halt wieder Moslem...

Am Freitagabend der letzten Woche folgte ich einer Einladung trotz gewisser innerlicher Vorbehalte. Mich stieß das Motto der Veranstaltung ab: »Christen wider den Zeitgeist«. Manche Christen sind dauernd gegen dieses und jenes, die Öffentlichkeit muss oft genug den Eindruck bekommen, es ginge beim Christsein hauptsächlich darum, gegen vielerlei zu predigen und zu wettern. Ich würde es eher begrüßen, wenn wir, die wir Christen sind, unsere Gesellschaft positiv beeinflussen, indem wir sie aktiv mitgestalten.
Die Veranstaltung wurde von einem Verein durchgeführt, der - dem Namen nach zumindest - aus Publizisten besteht, allerdings hatte ich nicht den Eindruck, dass im Publikum allzu viele Menschen saßen, die irgendetwas publizieren. Immerhin - es waren auch ein paar Medienvertreter anwesend, darunter ein stellvertretender Chefredakteur des ZDF.
Trotz des negativistischen Mottos war ich neugierig, was Jörg Schönbohm, Innenminister des Bundeslandes Brandenburg und Sabatina James, zum Tode verurteilte Autorin, zum Thema Zeitgeist und Christsein sagen würden. Es hat sich gelohnt, dass ich meine Vorbehalte beiseite gelegt und die Veranstaltung besucht habe.

Jörg Schönbohm hielt einen eloquenten und humorvollen Vortrag über den Niedergang der deutschen Sprache. Niedergang nicht aus Faulheit und Mangel an Bildung (was es zweifellos auch gibt), sondern aus lauter Rücksicht auf Gender Mainstreaming und Political Correctness. Er nannte zahlreiche Beispiele aus der Praxis und forderte die Anwesenden heraus, den Mut aufzubringen, sich dieser Verwahrlosung nicht anzuschließen. Bei mir rannte er offene Türen ein...
Schönbohms Aufruf: Beim Schreiben und Sprechen das Gehirn nicht ausschalten, sondern zivilen Ungehorsam gegen Politiker und Medienmacher üben, die zuerst die Sprache und dann das Denken unter die Kontrolle der Obrigkeit bringen wollen. Bereits im Kindesalter beginne diese Indoktrinierung, natürlich alles unter dem Vorwand der Gleichbehandlung und des Kampfes gegen Diskriminierung. Auch die »Bibel in gerechter Sprache« sei ein Versuch, Wahrheit durch Beliebigkeit zu ersetzen.
Mutig stellte Jörg Schönbohm die Parallelen zu den beiden Diktaturen in der jüngeren deutschen Geschichte her. Wir seien Zeugen, wie erneut Menschen öffentlich hingerichtet werden, weil sie es wagen, eine dem Zeitgeist nicht konforme Meinung zu äußern, ob nun Eva Herman, Philipp Jenninger oder andere. Schönbohm nannte Kerners Bemerkung »…du hast Autobahn gesagt. Autobahn geht nicht…« den Gipfel des Schwachsinns. Recht hat er, der Innenminister aus Brandenburg.
Am Schluss zitierte Jörg Schönbohm einen Satz von Voltaire, der sehr treffend ausdrückt, worum es uns Publizisten (und hoffentlich vielen anderen Menschen) gehen sollte: »Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug dafür kämpfen, dass Sie Ihre Meinung frei äußern dürfen.«

Sabatina James verdeutlichte anhand ihrer Kindheit und Jugend, was viele Politiker und Publizisten in ihrem eifrigen Bemühen um die sogenannte Integration von Zuwanderern nicht wahrhaben wollen: Ein Mädchen, eine Frau ist im Islam nichts anderes als ein willenloses Objekt. Wagt es das Objekt, dagegen aufzubegehren, darf der Mohammedaner mit allen Mitteln von Gewaltausübung über Freiheitsberaubung bis zum Mord darauf reagieren. Der Koran erlaubt das nicht nur, sondern ordnet ein solches Verhalten an. Nach außen darf gelogen und betrogen werden, denn die »Ungläubigen« zu täuschen, um dem Islam zu nutzen, sei selbstverständlich ebenfalls zulässig.
Sabatina James lebt an einem nicht genannten Ort. Am 2. Juni 2001 wurde über sie das Todesurteil verhängt. Seitdem hält sie sich versteckt. Ihr Verbrechen: Sie war in einer Koran-Schule, wurde geschlagen, misshandelt und zu ihrem 17. Geburtstag gegen ihren Willen mit einem Cousin verheiratet und fand das alles gar nicht in Ordnung. Sie hörte von Jesus Christus, begann in der Bibel zu lesen und glaubte ihm schließlich nach einigen beeindruckenden Wundern, dass er derjenige ist, der er zu sein behauptet: Der einzige Weg, die einzige Wahrheit und das einzige Leben, keineswegs tot und begraben, sondern lebendig. Als sie Christ wurde, verurteilte ihre Familie sie zum Tode.
Symptomatisch für das Denken, das die Folge der von Jörg Schönbohm zuvor so treffend beschriebenen Tendenzen in Politik und Gesellschaft ist, war die Bemerkung eines österreichischen Polizisten, als Sabatina James geflohen war und bei der Polizei um Schutz nachsuchte: »Na Fräulein, dann werden’s halt wieder Moslem, und alles wird gut.«
Sabatina James appellierte nachdrücklich an die Zuhörer, nicht wegzuschauen, sondern die Augen und Ohren offen zu halten. Die sogenannten Ehrenmorde in Deutschland sind keine Einzelfälle, was die Recht- und Wertlosigkeit der Frau im Islam betrifft. Das darf man nicht laut sagen. Deshalb lebt Sabatina James versteckt mit neuem Namen und kann nur unter entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen öffentlich auftreten.
Es gibt, führte sie eindringlich aus, in unseren Städten Hunderte und Tausende Frauen und Mädchen, die dringend Hilfe bräuchten und statt dessen sinngemäß belehrt werden: »Na Fräulein, dann werden’s halt wieder Moslem, und alles wird gut.« Schließlich muss man ja tolerant sein, was die kulturellen und religiösen Eigenarten der Zugewanderten betrifft.

Ein beeindruckender Abend war es für mich, trotz des missratenen Mottos. Zwei sehr verschiedene Redner mit zwei sehr verschiedenen Beiträgen und doch dem gleichen Fazit: Es ist dringend an der Zeit, dass mehr Christen aktiv ihre Gesellschaft mitgestalten, anstatt sich in fromme Ecken vor der bösen Welt da draußen zurückzuziehen.

Montag, 18. Februar 2008

Der die das Infocounter

Wohlan, laßt uns herabfahren und dort ihre Sprache verwirren, daß sie einer des anderen Sprache nicht mehr verstehen! (1. Mose 11, 7)
Das muss kürzlich wieder passiert sein. Nicht wie damals zu Babel, sondern in Berlin. Die Zeichen, dass Gott erneut herabgefahren ist, um die Sprache seines Volkes zu verwirren, sind eindeutig:

Zum Beispiel gab es in der Gemeinde, die ich besuche, früher mal »Einladungen«, wenn eine Veranstaltung kundgetan werden sollte. Heute gibt es statt dessen »Flyer«.
Wir hatten auch mal eine »Theke«, an der Besucher sich Ìnformationen abholen konnten, heute haben wir einen »Info-Counter«.
Beim Glaubensgrundkurs wurde früher Material zum Studium ausgehändigt, im aktuellen Grundlagenseminar gibt es nur noch »Handouts«.
In der Freizeit konnte man einst zusammen mit anderen aus der Gemeinde Fahrradausflüge unternehmen, im letzten Jahr dagegen »Family-Bike-Tours«.
Manche Kirche und Gemeinde mag noch Bücher oder gar CDs im Angebot haben, bei uns gibt es statt dessen »books, music and more«.
Ein Arbeitszweig der Gemeinde lädt ein zu einer Veranstaltungsreihe mit dem Motto »tell us ...!« - einschließlich Leerschritt zwischen Wort und Pünktchen und Ausrufezeichen nach den Pünktchen; im Verlauf des Abends wird jeweils auch eine »Pause mit Snack« angekündigt.
Pflegte man einst die Anbetung, um Gott zu loben, veranstaltet man heute eine »worship night«.
Merkwürdig, dass eine Taufe noch eine Taufe ist und ein Gottesdienst noch ein Gotesdienst. Obwohl... immer häufiger ist vom »Godi« die Rede.

Aus anderen Gemeinden und Kirchen berichten mir aufmerksame Zeitgenossen ähnliche Sprachverwirrung. Die eine bietet eine Gruppe namens »Dancing Girls« an, die andere öffnet mit falschem Apostroph zu bestimmten Zeiten die »Türen des Foyer's« für ein Frühstück. Eine Kirche bietet eine »After Church Time« an, in einer anderen »darf gebruncht werden«.

Die Zeichen sind also untrüglich. Die Geschichte hat sich wiederholt:
Wohlan, laßt uns herabfahren und dort ihre Sprache verwirren, daß sie einer des anderen Sprache nicht mehr verstehen! (1. Mose 11, 7)

Samstag, 16. Februar 2008

Der Elberfelder Petrus und der Hausbibelkreis

Am letzten Mittwoch war ich wie üblich beim Hausbibelkreis dabei. Der Abend hat einen Artikel ausgelöst, der länger geworden ist, als ich zuerst annahm. Deshalb steht er auf meinem anderen Blog. Ein Ausschnitt:
...schrieben wir uns lange, sehr lange Briefe. Acht Seiten waren keine Seltenheit. Ich wäre nie und nimmer auf die Idee gekommen, von Seite 3 den untersten Absatz zu lesen, in der Hoffnung, dass ich verstehen würde, was meine zukünftige Frau mir in diesem Brief mitteilen wollte...
Wer lesen möchte, was die Elberfelder Bibelübersetzung, der Apostel Petrus, ein Berliner Hausbibelkreis und die beste aller Ehefrauen miteinander zu tun haben, klickt hier: Wie bitte, Herr Petrus?

P.S.: Kommentare nur dort, nicht hier. iss ja wohl logisch, wa?

Freitag, 15. Februar 2008

8. März 2008: Lesung

Der heiße Wind peitschte mir den Sand ins Gesicht. Ich versuchte, so schnell wie irgend möglich zu gehen, rannte, so lange ich genug Atem schöpfen konnte, die Angst trieb mich voran. Hannah konnte jeden Augenblick sterben. Sie konnte schon tot sein. Ihre flackernden Augen in dem bleichen Gesicht für immer erloschen…

Was ich außer den oben zitierten fünf Sätzen vortragen werde, wird nicht verraten.

Veranstalter ist Lightbound in Zwickau, Beginn 19 Uhr in der Rudolph-Breitscheidt-Str. 11, 08112 Wilkau-Hasslau. Der Ort liegt südlich von Zwickau, über die E441 gut zu erreichen. Ich bin gespannt und freue mich auf die Lesung.

Es gibt eine Übersetzung in Gebärdensprache für Gehörlose, Musik und Bilder umrahmen meine Texte.

Wer zum Zuhören und Plaudern kommen möchte, tut dem Veranstalter mit einer Voranmeldung einen großen Gefallen. Bitte nicht an mich, sondern einfach per Mail an den Veranstalter die Personenzahl nennen: Voranmeldung

Glaubensfragen

Fragen bewegen. Es wäre falsch zu vermuten, dass der Sinn aller Fragen darin besteht, Antworten zu erhalten. Häufig besteht er vor allem darin, uns innerlich in Bewegung zu bringen und Dinge aus neuer Perspektive zu sehen.
Kluge Sätze, die den einleitenden Gedanken eines neuen Impulsheftes aus dem Down-to-Earth-Verlag entnommen sind. Es geht in diesem Heft nicht um Antworten, sondern um Fragen. Um Fragen, die sich jeder von uns schon gestellt haben mag, aber auch um solche, auf die man nicht so leicht kommt.

Die Serie der Impulshefte ist inzwischen zu einer ansehnlichen Sammlung gewachsen, diese Neuerscheinung trägt die Nummer 19 und den Titel »Glaubensfragen - Impulse, Jesus neu zu entdecken«.

Manche Fragen, die ich in diesem Heft gefunden habe, sind sehr persönlicher Natur:
  • Was war dein albernster Versuch, Jesus zu beeindrucken?
  • Welche ausgebliebene Gebetserhörung war für dich am schwersten zu verkraften? Was hat sich dadurch für dich verändert?
Manche Fragen kann ich nicht beantworten:
  • Wenn du deine Beziehung zu Jesus mit einem Tanz vergleichen würdest – welcher Tanz wäre es?
  • Wenn du Gottes Liebe mit einer Pflanze vergleichen würdest – welche wäre das?
Manche Fragen lösen umfangreiche Denkprozesse bei mir aus:
  • Wenn du eine Passage aus der Bibel streichen könntest – welche würdest du wählen?
  • Was könnte Jesus bei christlichen Treffen langweilen?
Das Heft ist, wie die gesamte Impulsreihe übrigens, mit passenden Fotos und Graphikelementen sowie klugen Zitaten liebevoll und professionell gestaltet, Inhalt und Optik machen gleichermaßen deutlich, dass die 2 Euro, die das Heft kostet, eine gute Investition in das persönliche Glaubensleben sind. Auch für Gespräche im Hausbibel- oder sonst einem Gesprächskreis finden sich reichlich Denkanstöße.

Mein Fazit: Es lohnt sich auf jeden Fall, sich als Gruppe oder Einzelner immer wieder mit den Fragen zu beschäftigen, die Kerstin Hack in diesem Heft gesammelt hat. Auch, wenn manche Frage ohne Antwort bleiben mag. Oder gerade deshalb?

Kerstin Hack: Glaubensfragen - Impulse, Jesus neu zu entdecken
32 Seiten, 2 Euro.
Verlag Down to Earth, Berlin
Erhältlich direkt bei Down to Earth im Shop oder im Buchhandel (ISBN 978-3-935992-45-9)


P.S.: Wie immer gibt es eine Leseprobe (PDF). Man beachte auf Seite 2 derselben, wer mal wieder das Lektorat durchgeführt hat.
:-)

P.P.S.: Nein, ich habe diese Rezension nicht bei Kerstin Hack abgeschrieben, sondern ihr diese Rezension zugeschickt, bevor das Impulsheft erschienen ist. Daher die unübersehbare Ähnlichkeiten zwischen meiner Rezension und ihrem Werbetext...

Donnerstag, 14. Februar 2008

Wundersames Amazonien

Wer bei Amazon.de die Bibelausgaben nach Verkaufsrang soriert, entdeckt Erfreuliches und Wundersames.

Erfreulich: Auf Platz 4 liegt heute die Volxbibel Neues Testament 2.0


Wundersam: Auf Platz 9 findet sich ein Koran.

Da hat wohl jemand bei Amazon nicht so ganz den Durchblick gehabt, was den Inhalt der jeweiligen Bücher betrifft. Oder die Brille verlegt?

Wie dem auch sei: Die Volxbibel Altes Testament wird, wie künftig auch die Ausgabe des Neuen Testamentes, in einem renommierten Verlag erscheinen, der - Originalton Martin Dreyer - »jeden kleinen Pupsbuchladen, inklusive Bahnhofsbuchläden und Kioske in ganz Deutschland« beliefert.

Das freut auch mich ganz ungemein. Nicht, weil ich am Alten Testament bei den alten Verträgen mitmache, sondern weil es ganz famose Nebenwirkungen haben kann, wenn jemand die Volxbibel liest: 70 Jahre alt + Volxbibel-Leserin = Schmerzlinderung

Kunst kommt von Können, nicht von Wollen. Sonst müsste es ja Wunst heißen.

Zum heutigen Valentinstag fiel mir Karl Valentin ein. Nicht sehr einfallsreich, vielleicht, aber doch auch nicht einfältig? Auf jeden Fall war Valentin, also der Karl, nicht der von Terni, ein Meister der Sprachverwirrung Sprachentwirrung. Die Überschrift zu diesem Beitrag stammt ürigens vom Valentin. Nein, nicht von von Terni! Von Karl, ohne von!

Eigentlich sollte jetzt Musik für alle Liebenden erklingen, aber das geht nicht. Karl Valentin erklärt, warum:
Kapellmeister: Da brauch' ich Sie nicht dazu. Das seh' ich selbst, daß der (Paukist) nicht da ist.
Musiker: Nein, der ist nicht da!
Kapellmeister: Ja, ist schon recht. Das seh' ich ja, daß er nicht da ist!
Musiker: Wenn er nicht da ist? Der ist nicht da heut'!
Kapellmeister: Ja, hör'n denn Sie schlecht! Ich sag doch eben, das seh' ich selbst, daß er nicht da ist.
Musiker: Ja, wie kann man denn einen seh'n, wenn er nicht da ist?
Kapellmeister: Ja, wer sieht ihn denn eigentlich?
Musiker: Sie!
Kapellmeister: Ich hab' ausdrücklich gesagt, ich seh', daß er nicht da ist. Ich kann ihn doch nicht seh'n, wenn er nicht da ist!
Musiker: Das mein' doch ich!
Allen, die diesen durch US-Soldaten nach dem Zweiten Weltkrieg nach Deutschland importierten Tag der Blumen- und Geschänkeläden feiern, wünsche ich einen frohen Valentinstag, mit oder ohne Paukist.

Allen anderen habe ich auf meinem anderen Blog eine Glosse über ein ganz langes und ganz gesundes Leben anzubieten. Man beachte vor dem Klick jedoch den Warnhinweis auf dem nebenstehend abgebildeten Schild. Hier gehts lang: Rezepte für ein langes Leben.

P.S.: Auch wer heute Blumen für den Liebsten oder die Liebste kauft, darf die Rezeptsammlung lesen.
P.P.S.: Für Risiken und Nebenwirkungen übernehme ich keine Verantwortung.
P.P.P.S.: Risiken und Nebenwirkungen bezieht sich auf die Rezeptesammlung, nicht auf die Blumen. Obwohl... eigentlich... könnte durchaus für beides gelten...

Mittwoch, 13. Februar 2008

Über das Schreiben 4

Wenn jemand »Feuer gefangen hat«, »den Hafen der Ehe ansteuert« oder sich »in die Nesseln setzt«, schalten wir als Autoren im Kopf unserer Leser den Projektor ein und lassen unsere Texte lebendiger werden. Je nach der Herkunft einer Metapher kann Kraft entfaltet, wahlweise farbenfrohe oder triste Stimmung erzeugt oder ein eher langweilig klingender Sachverhalt für den Leser interessant gemacht werden.

Metaphern gestatten dem Leser den Blick durch eine Brille. Wenn wir »zu neuen Ufern aufbrechen«, »auf Kurs bleiben« oder etwas »aus dem Ruder laufen« lassen, bieten wir die Brille der Seefahrt an. Wenn etwas »Hand und Fuß« hat, ist es die Brille der Anatomie. Wenn unser Held wieder einmal »aus dem letzten Loch pfeift«, betrachten wir mangelnde Leistungsfähigkeit durch die Brille der Musik, genauso wie es der Fall ist, wenn jemand »Misstöne verbreitet«.

Metaphern sind ein spannendes und kreatives Werkzeug. Man besitzt mit ihnen ein Mittel, das durch die richtige Wahl des Bildes bewusst machen kann, was sonst umständlich beschrieben werden muss. Metaphern helfen auch, durch vertraute Bilder Fremdes und Unbekanntes leichter erfassbar zu schildern. Manche Metapher ist übrigens schon so tief in unserem Wortschatz verwurzelt, dass wir sie gar nicht mehr als Bildersprache erkennen. Vom »Handschuh« über den »Lebensabend« bis zum königlichen »Schloß« (letzteres ist ursprünglich eine Burg gewesen, die ein Tal »abschließt«.)

Man darf allerdings einen Text weder überfrachten, noch gar zur falschen Metapher greifen. Vieles, was man in den Zeitungen oder auch in Büchern liest, ist unfreiwillig komisch oder gar peinlich. Der Zusammenhang, aus dem eine Metapher stammt, muss schon zu dem passen, was geschildert – bebildert - werden soll.

Wenn wir Begriffswelten nutzen, geben sie ein Oberthema vor und vermitteln ein griffiges Bild, das im Gehirn des Lesers die Richtung vorgibt. Oft ist die bildhafte Sprache ein wichtiges Mittel, um die Aufmerksamkeit eines Lesers schnell zu »fesseln«. Schon der »Einstieg« mit einem gelungenen Bild kann Neugier »wecken« und zum Weiterlesen anregen.

Stimmt jedoch die Begriffswelt nicht mit dem Sachverhalt überein, sieht der Leser falsche oder schiefe Bilder. Der Lesefluss gerät »ins Stocken«.

Metaphern »auf Biegen und Brechen« in jedem zweiten Satz unterbringen zu wollen wirkt so gut wie immer lächerlich, übertrieben, fehl am Platze. Es mag Literaturgattungen geben, denen eine »Überfrachtung« gut tut, aber die sind nicht meine Welt. Zuggegeben: In früheren Zeiten war es manchem Autor verwehrt, sich klar auszudrücken, weil das dermaßen gegen Sitte und Moral verstoßen hätte, dass es schlicht undenkbar war, Sachverhalte anders niederzuschreiben als in kaum durchdringbaren Bilderwelten so gut versteckt, dass die verborgene Botschaft fast schon unkenntlich wurde. Das biblische »Hohelied« gehört zweifellos zu dieser Gattung, und Sprachwissenschaftler rätseln noch heute daran herum, welche Spielarten der Sexualität an welchen Stellen in welchen Bildern geschildert wurden.

Wahrheit klopfte an die Tür der Menschen
und niemand machte auf
da sie zu nackt war.

Parabel fand Wahrheit allein und frierend
und nahm sie mit nach Hause.
Dort zog sie Wahrheit eine Geschichte an.

Als Wahrheit wieder bei den Leuten klopfte
öffneten sie die Türen
und saßen abends noch am Feuer zusammen.

(Volksmund)

Manchmal ist es sinnvoll, bei einer Begriffswelt zu bleiben. Will ich Weite, Frische, Dynamik ausdrücken, dann mag die Seefahrt gut geeignet sein: Man kann den „Anker lichten“, die „Segel hissen“, „alle Mann an Bord haben“ und „zu neuen Ufern aufbrechen“, aber Vorsicht: Lieber nicht übertreiben. Die Theaterwelt eignet sich wieder für andere Bilder, wenn sich »der Vorhang hebt« oder jemand »ins Scheinwerferlicht tritt«, dann ist der Leser hoffentlich gespannt, erwartet Neues, Unterhaltsames. Bilder aus der Natur sind für die Vermittlung von Empfindungen recht hilfreich, vom »drohenden Gewitter« bis zum »Säuseln« eines Windes. Die Tierwelt bietet vielerlei, von der »Spürnase« über die »leichte Beute« bis zum Personifizierung von Tieren. Wird eine Figur als »Chamäleon« bezeichnet, ist dem Leser klar, dass er es mit einer Person zu tun hat, die nicht unbedingt ist, was sie zu sein vorgibt.

Manchmal ist aber das Verweilen in einer Begriffswelt öde, oder die Bildersprache wird zu sehr strapaziert. Dann kann der Autor dafür sorgen, dass sein Text »Fahrt aufnimmt« oder »Rückenwind bekommt«, indem er sich die jeweils passende Metapher aus beliebigen Begriffswelten heraussucht.

Mein Tipp Nummer 4 zum Schreiben also: Metaphern, wohl dosiert und gut gewählt, eignen sich für fast jede Textgattung, um den Leser zu »ködern« und zu »fesseln«.

Einmal »geködert« und »gefesselt« ist der Leser unserem sträflichen Tun ausgeliefert. Wir Autoren sind ja bekanntlich »Branstifter«. Wir wollen nämlich, dass unser Leser »Feuer fängt«.

Dienstag, 12. Februar 2008

Aus dem Hotline-Alltag

Hotline: Was für einen Computer haben Sie?
Kundin: Einen weißen...

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Kundin: Hallo, hier spricht Claudia Scheibe. Ich krieg' meine Diskette nicht mehr raus...
Hotline: Haben Sie den Auswurfknopf gedrückt?
Kundin: Ja, klar. Aber es passiert gar nichts.
Hotline: Das klingt nicht gut. Ich schreib's mal auf...
Kundin: Äh, Moment kurz... Tut mir leid, grade seh’ ich, dass die Diskette ja noch auf meinem Schreibtisch liegt. Ich hab' sie noch gar nicht rein... Sorry!

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Hotline: Klicken Sie mal bitte auf »Mein Computer« links auf Ihrem Bildschirm.
Kunde: Links bei Ihnen oder links bei mir?

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Hotline: Guten Tag, wie kann ich Ihnen helfen?
Kunde: Hallo... ich kann nicht drucken.
Hotline: Klicken Sie bitte mal auf »Start« und...
Kunde: Fangen Sie jetzt bitte nicht mit diesem ganzen technischen Scheiß an! Ich bin nicht Bill Gates!

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Nachricht auf dem Anrufbeantworter: Hallo hier ist Martina Jansen. Ich kann nicht drucken. Jedes Mal wenn ich einen Druckbefehl losschicke, kommt eine Meldung »Drucker nicht vorhanden«. Das gibt's gar nicht. Der Drucker steht direkt bei mir am Schreibtisch, ich meine, ich kann ihn doch sehen und der PC sagt, dass er nicht vorhanden ist...

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Kunde: Ich kann nicht in roter Schrift drucken...
Hotline: Haben Sie einen Farbdrucker?
Kunde: Aha! Danke.

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Hotline: Und was sehen Sie auf Ihrem Bildschirm?
Kundin: Einen kleinen Teddy, den mir mein Freund geschenkt hat

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Hotline: Jetzt drücken Sie F8.
Kunde: Passiert nichts...
Hotline: Was haben Sie jetzt genau getan?
Kunde: Ich habe achtmal die Taste »F« gedrückt und es passiert rein gar nichts...

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Kunde: Meine Tastatur funktioniert nicht mehr.
Hotline: Sind Sie sicher, dass sie eingesteckt ist?
Kunde: Nein, weil ich nicht hinter den Computer komme.
Hotline: Nehmen Sie Ihre Tastatur und gehen Sie ein paar Schritte vom Schreibtisch weg.
Kunde: Okay!
Hotline: Konnten Sie die Tastatur mitnehmen?
Kunde: Ja!
Hotline: Das heißt, dass die Tastatur nicht eingesteckt ist. Liegt vielleicht noch eine andere Tastatur auf Ihrem Tisch?
Kunde: Ja, da liegt noch eine. Aha! Die funktioniert auch!

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Hotline: Ihr Passwort lautet kleines a, großes V und die Zahl 7.
Kunde: Sieben groß oder klein?

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Kunde: Ich komme nicht ins Internet.
Hotline: Sind Sie sicher, dass Sie das richtige Passwort benutzen?
Kunde: Ja natürlich, ich habe doch beim Kollegen zugeschaut.

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Hotline: Würden Sie mir bitte sagen, welches Passwort Sie benutzen?
Kunde: Fünf Sterne.

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Hotline: Welches Antivirenprogramm benutzen Sie?
Kunde: Firefox.
Hotline: Das ist kein Antivirenprogramm.
Kunde: Natürlich, Entschuldigung.... ich meinte Internet Explorer.

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Kunde: Ich hoffe Sie können mir helfen. Ein Freund hat mir einen tollen Bildschirmschoner aufgespielt, aber jedes Mal wenn ich die Maus bewege ist er weg.

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Hotline: Wie kann ich Ihnen helfen?
Ältere Kundin: Ich warte jetzt seit vier Stunden auf Sie. Wie lange dauert es denn noch?
Hotline: Äh... tut mir leid, aber ich verstehe nicht, wie ich Ihnen helfen kann?
Ältere Kundin: Ich habe in Word etwas geschrieben und dann auf Hilfe gedrückt. Das war vor vier Stunden! Wann werden Sie mir denn endlich helfen?

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Hotline: Wie kann ich Ihnen helfen?
Kunde: Ich schreibe zum ersten Mal eine E-Mail.
Hotline: Okay, und wo kommen Sie nicht weiter?
Kunde: Bei der Adresse von meinem Freund. Ich finde zwar das a, aber ich weiß nicht wie ich diesen Kringel da rum malen soll.

Quelle: Ist mir schon 2006 per E-Mail zugeflogen. Kursiert wohl bereits länger, mag aber noch immer passen...