Mittwoch, 18. Juni 2008

Hausaufgaben erledigt, Lösungen verraten

Nein nein, es geht nicht um die Mathematik-Klausuren für das Abitur. Das sind ja keine Hausaufgaben, ob die Schüler nun die Lösung vorher kennen oder nicht.

Es geht hier heute, bevor morgen an dieser Stelle vom Wein die Rede sein wird, vielmehr darum, dass unser Hausbibelkreisleiter uns letzte Woche Hausaufgaben mitgegeben hat: Er schrieb sechs Verweise auf Bibelstellen auf und wir sollten uns
  • Gedanken darüber machen, was der jeweilige Vers für uns persönlich bedeutet und
  • den Zusammenhang betrachten, in dem der Vers steht,
»weil«, fuhr er fort, »Günter meint, es sei gefährlich, einen Vers ohne seinen Kontext zu betrachten.«
Das meine ich tatsächlich. Immerhin steht in der Bibel auch: »Es ist kein Gott!«

Ich habe meine Hausaufgaben brav erledigt, und auch auf die Gefahr hin, dass der eine oder die andere aus unserem Hausbibelkreis heute vor 19:30 Uhr diesen Blog besucht, folgt hier nun das, was mir dabei eingefallen ist. Das Gute ist ja, dass es bei dieser Art Hausaufgaben kein »falsch« oder »richtig« gibt, und wer jetzt bei mir abschreibt... - ich werde niemanden verpetzen.
Johannes 15, 9-11: Wie der Vater mich geliebt hat, habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, so werdet ihr in meiner Liebe bleiben, wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich zu euch geredet, damit meine Freude in euch sei und eure Freude völlig werde.
Bedeutet mir: Wenn ich Jesus nachfolgen möchte, ist die Verbindung mit ihm die einzige Voraussetzung für das Gelingen.
Zusammenhang: Johannes berichtet sehr ausführlich, von Kapitel 13, 30 bis 16, 33 darüber, was Jesus mit seinen Jüngern anlässlich der letzten gemeinsamen Mahlzeit besprochen hat. Dieser Bericht beginnt damit, dass Judas verschwindet und die Jünger völlig verunsichert sind. Petrus fragt, wohin Jesus denn gehen würde, Thomas beschwert sich darüber, dass man ja schließlich nicht nachfolgen könne, wenn man den Weg nicht weiß, Philippus will jetzt endlich mal den Vater kennen lernen, von dem dauernd geredet wird und Jesus merkt, dass die Jünger wohl so gut wie nichts begriffen haben.
Darauf folgt der lange Bericht über die Gespräche dieser Nacht und er schließt mit den Worten: »Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden.«
Die hier herausgegriffenen Verse 9-11 stehen in dem Zusammenhang, den Jesus mit dem Bild des Weinstocks illustriert. Nur die Reben, die mit der Pflanze verbunden sind, können Frucht hervorbringen, um die Frucht geht es unmittelbar vor und nach dem Zitat. Die Gebote, von denen hier die Rede ist, fasst Jesus im Satz danach zu einem einzigen zusammen: »Dies ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, wie ich euch geliebt habe.« Damit macht er klar, dass es nicht mehr darum geht, das Gesetz und die Vorschriften des Alten Bundes einzuhalten, wenn jemand Gott wohlgefällig sein will, sondern nur noch darum, mit Jesus verbunden zu bleiben, wie er mit dem Vater verbunden ist.

Johannes 16, 22: Auch ihr nun habt jetzt zwar Traurigkeit; aber ich werde euch wiedersehen, und euer Herz wird sich freuen, und eure Freude nimmt niemand von euch.
Bedeutet mir: Diese Passage zeigt mir, dass Jesus immer am Befinden des Einzelnen auch in katastrophalen Situationen Anteil nimmt. Die Jünger werden um die Zeit der Traurigkeit nicht herum kommen, auf gar keinen Fall, aber danach wartet wieder Freude.
Zusammenhang: Es ist der gleiche Zusammenhang wie in der vorigen Betrachtung. Inzwischen hat Jesus den Jüngern erklärt, dass Verfolgung auf sie wartet. Er sagt ihnen das ganz unverblümt, und erklärt dann auch, warum: »Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr euch nicht ärgert.« Das griechische Wort, das in dieser Übersetzung mit »ärgern« wiedergegeben wird, bedeutet auch: »Anstoß nehmen, zu Fall kommen, sich zur Sünde verleiten lassen.« Nachdem Jesus Verfolgung angekündigt hat, spricht er vom Heiligen Geist, der kommen wird, um den Jüngern das zu erklären, was sie jetzt noch nicht begreifen können, auch das, was Jesus ihnen aus Rücksicht auf ihren Zustand jetzt nicht sagen will: »Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen.«
Unmittelbar vor dem oben zitierten Vers 22 diskutieren die Jünger, nun endgültig verunsichert, darüber, wovon Jesus eigentlich redet. Sie haben immer noch nicht begriffen, dass er sterben wird, und zwar durch einen gewaltsamen Tod. Er klärt sie noch einmal darüber auf und meint dann: »Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, dass ihr weinen und wehklagen werdet, aber die Welt wird sich freuen.«
Der oben zitierte Satz nun soll den Jüngern Mut machen, die vor ihnen liegenden Tage durchzustehen. Interessanterweise schließt Jesus unmittelbar daran die Verheißung an, dass dann, nach jenem frohen Wiedersehen, eine ganz neue Vollmacht im Gebet da sein wird, die jetzt noch fehlt: »Und an jenem Tag werdet ihr mich nichts fragen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Was ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, wird er euch geben. Bis jetzt habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude völlig sei.«

Römer 8, 28: Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach seinem Vorsatz berufen sind.
Bedeutet mir: Ich versuche, mich immer wieder daran zu erinnern, dass es nur darauf ankommt, ob ich Gott liebe, nicht auf die Umstände, die mich womöglich davon abbringen wollen.
Zusammenhang: Paulus schreibt diesen Brief an eine christliche Gemeinde mitten im heidnischen und überwiegend feindlich gesinnten Rom. Die Gemeinde leidet, wird verfolgt, das Christsein kostet eine ganze Menge, einschließlich des irdischen Lebens. Die Situation ist sehr ernst und Paulus verspricht den Gläubigen keine baldige Befreiung aus der Verfolgung, sondern er macht ihnen Mut, von den schrecklichen Umständen ihres irdischen Lebens den Blick auf das Ziel, die Belohnung, die auf diejenigen wartet, die ausharren werden, zu richten. Er gebraucht das Bild der Geburtswehen: Die sind zwar schmerzhaft und fast unerträglich, aber notwendig, damit ein Kind zur Welt kommt. Paulus will die Qualen nicht schönreden, sondern auf das Ziel hinweisen, zu dem die Verfolgung führen wird.
So gesehen wirken selbst Hunger, Not, Folter und Tod zum Guten mit, wie er in dem hier zitierten Satz sagt. Nicht unbedingt hier auf der Erde für das persönliche Wohlergehen, darum geht es an dieser Stelle ja nun überhaupt nicht. Sondern für das Reich Gottes und die Ewigkeit.

Römer 8, 31: Was sollen wir nun hierzu sagen? Wenn Gott für uns ist, wer gegen uns?
Bedeutet mir: Ob Jesus mich liebt darf ich niemals daran messen, wie meine Lebensumstände aussehen. Gott ist für mich, weil ich sein Kind geworden bin, selbst wenn der Rest der Welt gegen mich aufsteht.
Zusammenhang: Der gleiche Zusammenhang wie beim vorigen Zitat. Paulus erinnert daran, dass den Gläubigen etwas zustößt, was bereits in den prophetischen Psalmen vorausgesagt wurde: »Wer wird uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Angst oder Verfolgung oder Hungersnot oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? Wie geschrieben steht: Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wie Schlachtschafe sind wir gerechnet worden.« Dennoch, und das drückt dieser Vers 31 aus, kann uns all das nicht von der Liebe Christi scheiden. Die ganze Welt mag auf uns losgehen, das ändert nichts daran, dass Jesus uns liebt. Not oder Verfolgung sind keinesfalls ein Indiz dafür, dass diese Liebe etwa unterbrochen oder gestört wäre.
Paulus fasst dann zusammen: »Denn ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Mächte, weder Höhe noch Tiefe, noch irgendein anderes Geschöpf uns wird scheiden können von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.«

Jesaja 43, 4-5a: Weil du teuer bist in meinen Augen und wertvoll bist und ich dich liebhabe, so gebe ich Menschen hin an deiner Stelle und Völkerschaften anstelle deines Lebens. Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir!
Bedeutet mir: Wenig. Ich erkenne keinen persönlichen Bezug, vor allem möchte ich nicht, auf gar keinen Fall, dass andere Menschen leiden und umkommen müssen, damit es mir gut geht. Dass ich mich nicht fürchten brauche, ist allerdings etwas, was auch mir gilt.
Zusammenhang: In den Kapiteln zuvor beschreibt Jesaja den jämmerlichen Zustand Israels, redet von der »Glut des Zorns«, mit der Gott Krieg über Israel ausgegossen hat, dass er »Jakob der Plünderung« durch die Heiden preisgegeben hat.
Interessant ist, dass auch hier das Bild der Geburtswehen gebraucht wird. Gott spricht durch Jesaja: »Seit ewigen Zeiten habe ich geschwiegen, war still, habe an mich gehalten. Wie eine Gebärende will ich nun stöhnen, schnauben und nach Luft schnappen zugleich. Ich will Berge und Hügel ausdörren und all ihr Kraut vertrocknen lassen. Und ich will Ströme zu Inseln machen und Teiche trockenlegen.«
Doch das ist nur die Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes. Ab Kapitel 43 folgt dann die Verheißung, dass Gott seinen Bund keineswegs vergessen oder zerrissen hat, sondern Israel aus Gefangenschaft und Sklaverei herausholen will und wird. Und zwar ausschließlich aus Gnade, eine andere Grundlage wird es nicht geben. »Denke daran, Jakob und Israel, denn du bist mein Knecht. Ich habe dich gebildet, du bist mein Knecht. Israel, du wirst nicht von mir vergessen. Ich habe deine Verbrechen ausgelöscht wie einen Nebel und wie eine Wolke deine Sünden. Kehre um zu mir, denn ich habe dich erlöst!« Außer Umkehr ist nichts notwendig, denn die Erlösung ist bereits eine Tatsache.

Jeremia 31, 3: Der HERR ist ihm von ferne erschienen: Ja, mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt; darum habe ich dir meine Güte bewahrt.
Bedeutet mir: Kaum ein persönlicher Bezug, aber es erinnert mich daran, dass Gott, wenn er »ewig« sagt, auch »ewig« meint. Selbst wenn ich untreu bin, bleibt er treu. Und wegen seiner Liebe wird er immer einen Weg öffnen, wenn ich aus einer selbst verursachten Trennung zu ihm zurückkehren möchte.
Zusammenhang: Die Situation gleicht der, die beim Jesaja-Zitat vorliegt. Israel ist in alle Winder verstreut. »Siehe, ein Sturmwind des HERRN, sein Grimm ist hervorgebrochen, ein wirbelnder Sturmwind; auf den Kopf der Gottlosen wirbelt er herab. Nicht wendet sich die Glut des Zornes des HERRN, bis er getan und bis er ausgeführt hat die Pläne seines Herzens. Am Ende der Tage werdet ihr das verstehen.« Ab Kapitel 31 geht es dann um die Rückkehr Israels in das verheißene Land und um die Gnade, mit der Gott trotzdem an seiner ewigen Liebe zu seinem Volk festhält. »Und sie werden kommen und jubeln auf der Höhe Zions und herbeiströmen zu all dem Guten des HERRN: zum Korn, zum Most, zum Öl und zu den jungen Schafen und Rindern. Und ihre Seele wird sein wie ein bewässerter Garten, und sie werden nicht mehr länger verschmachten.«
Ab Jeremia 31, 13 geht es schließlich um den »neuen Bund«, um die Zeit, in der wir leben. Heute gilt, was Jeremia dort aufgeschrieben hat: »Denn sie alle werden mich erkennen von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Größten, spricht der HERR. Denn ich werde ihre Schuld vergeben und an ihre Sünde nicht mehr denken.«
Übrigens habe ich mit voller Absicht nicht angegeben, wo die in meinen Antworten zum jeweiligen Zusammenhang zitierten Sätze genau zu finden sind. Denn: Selber forschen, »ob es sich so verhält«, ist immer noch die beste Methode.
Zuerst war mir eine Verbindung der sechs Bibelstellen, die unser Hauskreisleiter da zusammengestellt hatte, überhaupt nicht ersichtlich. Jetzt, nach Erledigung der Hausaufgaben, sehe ich: Alle haben mit Not, Verfolgung und scheinbarer Abwesenheit Gottes zu tun. Ob das der Sinn der Übung war?

P.S.: Das auf dem Foto bin nicht ich bei der Erledigung der Hausaufgaben.
P.P.S.: Falls jemand meint, ich würde Nachhilfe benötigen, darf er gerne einen Kommentar hinterlassen. Ich bin durchaus lernfähig und korrekturbereit.
P.P.P.S.: Wer mit zum Hausbibelkreis möchte, sollte sich bei mir privat erkundigen. Los geht es jeden Mittwoch um 19:30 im südlichen Berliner Raum, »hin und her in den Häusern«. Gäste sind willkommen.

Dienstag, 17. Juni 2008

Meerchen voller Abenteuer

Kürzlich plauderte ich mit einer Autorin, so unter Kollegen, über dies und das. Sie fragte mich im Gespräch: »Glaubst Du, dass Gott ein Spurensucher ist?«
Vielleicht kommen nur wir Schriftsteller auf solche Fragen, bei mir jedenfalls entstand spontan eine Idee, wie diesem Gedanken literarisch nachgegangen werden könnte. Falls etwas Lesenswertes aus der Idee wird, werden meine Blogbesucher selbstverständlich Kenntnis davon erhalten. Da ich meinen neuen Roman nun wirklich letzmalig überarbeitet habe (es sei denn, der Verlag hat dann noch Wünsche), ist - Zeit vorausgesetzt - Raum für neue erzählerische Unternehmungen...

Was aber hat es nun mit der Spurensucherei auf sich? »Spurensucher« nennt Nicole Bernard, das ist die Autorin mit der ich mich unterhielt, eine sonntägliche Radiosendung, die sie seit einiger Zeit für »103.3 Radio FDZ« produziert. Bei diesem Sender handelt es sich um ein Regionalprogramm aus Mecklenburg Vorpommern, in Berlin nicht über Antenne, aber weltweit über das Internet zu empfangen. Die Sendung »Spurensucher« gibt es jeden Sonntag von 8:00 bis 9:00 Uhr.
Dieser Sender strahlt auch jeden Abend für die jüngsten Zuhörer eine Gute-Nacht-Geschichte mit Nicole Bernard aus, in der es um »Esther, die kleine Seenadel« geht: Die Kinderzeit auf Radio FDZ
Nicht genug damit. Nicole Bernard ist auch noch mit »Die Lesezeit« im Programm vertreten, da stellt sie den Zuhörern Bücher aus der Region (des Senders) vor, vom Krimi bis zur Biographie.

Eine vielseitige und aktive Frau, diese Nicole Bernard. Sie ist Mutter von fünf Kindern, reiste als Tänzerin viel umher, leitet eine Flamenco-Tanzschule, 1998 begann sie ihre schriftstellerische Tätigkeit: »Es gibt fast nichts schöneres für mich, als bei einer heißen Tasse Tee im Ferienhaus an der Ostsee am Computer zu sitzen, vor mir ein leeres Blatt Papier, während draußen der Nord-Ost Wind stürmt.«
Das leere Blatt Papier ist natürlich ein virtuelles, wenn man am Computer schreibt, und den Tee würde ich mir nicht hinstellen wollen, aber ansonsten pflegt Nicole Bernard die gleiche Leidenschaft wie ich. Und das mit dem Tee mag durchaus schriftstellerische Freiheit sein, denn neulich tranken wir, wenn ich mich recht erinnere, Kaffee miteinander. Ich definitiv, sie mit ziemlicher Sicherheit. Aber das war ja auch nicht im Ferienhaus an der Ostsee, sondern im Foyer nach einem Gottesdienst. Da unterhielten wir uns unter anderem über die bösen Fehler, die ein Verlag in fehlerlose Manuskripte hineinbringen kann, wenn der Begriff »Sorgfalt« dem Verleger relativ unbekannt ist. Fachsimpeln macht Spaß, Kaffee hin, Tee her.

Nicole Bernard hat sich in letzter Zeit hauptsächlich ihren Kinderbüchern gewidmet, »Meerchen voller Abenteuer für grosse und kleine Menschen« nennt sie die Geschichten von Esther. Wer beim »Meerchen« einen Tippfehler wittert, ist natürlich auf dem Holzweg.
Während wir uns unterhielten, kam mein Enkel Niclas dazu und machte ganz große Augen, als er erfuhr, dass diese nette Dame die tollen Geschichten geschrieben hat, die er sich abends so gerne vorlesen lässt.

Wer sie auch einmal persönlich treffen möchte und Berlin nicht meidet, hat es leicht: Jeden Monat lädt sie zum »Frühstück um zehn« ein, inzwischen in zwei Berliner Bezirken. Da liest sie vor, von Musik umrahmt, und plaudert mit den Zuhörern. Zum Beispiel heute.

Mehr über meine nette Schreibkollegin: Eine Webseite / Ein Buch für Erwachsene / Ein Meerchen-Buch

Montag, 16. Juni 2008

Lakeland - messbare Folgen?

Wenn Menschen in großer Zahl wirklich von Gott berührt werden, muss das messbare Auswirkungen haben. Es wird sich in verschiedenen Bereichen ihres Lebensraumes niederschlagen, einer davon ist sicherlich die Kriminalitätsrate, denn je mehr Menschen Jesus Christus nachfolgen, desto weniger Verbrechen wird es geben.

Ein Teil der Menschen, die Abend für Abend zu den Versammlungen, die als »Florida Outpooring« inzwischen so gut wie überall Schlagzeilen machen, strömen, um sich vom Feuer Gottes anstecken zu lassen, kommt aus allen Teilen der Welt angereist. Aber die Bewohner von Lakeland und Umgebung dürften doch nach wie vor in der Mehrheit sein. Also sollte, dachte ich mir, etwas in der lokalen Polizeistatistik zu finden sein, was Aufschluss darüber gibt, ob da Menschen verändert oder nur Showveranstaltungen durchgeführt werden. Und siehe da: Die Kriminalitätsstatistik von Lakeland, Florida, zeigt bereits jetzt eine Tendenz, die darauf schließen lässt, dass in der Stadt echte Veränderung vor sich geht.

Der Vergleich der letzten bisher ausgewerteten Woche (26.5.-1.6.) mit den Vorjahreswerten der entsprechenden Woche dokumentiert einen Rückgang der Straftaten insgesamt um 10,5%. Der Monatsvergleich Mai 2008 mit Mai 2007 ist noch deutlicher: Ein Rückgang von 22,4% wird festgestellt. Schaut man die Zeit vom 1. Januar bis 1. Juni an, ist die Kriminalität seit Jahresbeginn um 9,1% gesunken.

Allen Unkenrufen zum Trotz geschieht in Lakeland offenbar Veränderung von Menschen, was direkte - messbare - Auswirkungen auf die Gesellschaft hat. Etwas Gutes. Etwas Segensreiches.

Das ist natürlich nur eine kleine Facette, aber angesichts der ansonsten in den USA ansteigenden Kriminalitätsrate ist eine solche Tendenz, die kein Ausreißer ist, sondern sich seit dem Beginn der erwecklichen Versammlungen fortsetzt, doch ein nicht zu unterschätzendes Indiz.

Die ausführlichen Statistiken und Polizeiberichte (die obige Grafik stammt aus dieser Quelle) sind hier zu finden: Lakeland Police Department

Sonntag, 15. Juni 2008

Noch ein fußballfreier Abend

Gestern (Samstag) gastierte Matt Redman mit der Hillsong London Band in Berlin. Wir waren dabei, neben rund 2000 weiteren Menschen, die den Saal der »Gemeinde auf dem Weg« zwar nicht ganz füllten, aber doch für eine gute Stimmung sorgen konnten.
Ich war musikalisch angenehm überrascht, denn das Konzert kam wesentlich härter und rockiger daher als die oft recht weichgespülten Studioaufnahmen. Es gab zwar auch die schmalzigeren Passagen, aber es überwog die Sorte Musik, die mir gefällt.
Redman bedient sich manchmal gekonnt aus dem großen Topf hervorragender Rockmusik, das Intro war beispielsweise eine Mischung aus »Money« von Pink Floyd und »Zoo TV« von U2. Geschickt neu zusammengesetzt. So was halte ich für zulässig, wenn es gut gemacht ist. Pink Floyd und U2 klangen immer wieder (stilistisch) in den dargebotenen Songs an.


Redman warb in einer kurzen Ansprache für Compassion, eine Organisation, die jetzt auch in Deutschland gestartet ist. Er wies darauf hin, dass quer durch die Bibel Gott immer die Armen und Notleidenden besonders am Herzen lagen und dass sich das auch heute nicht geändert hat. Ein wirklicher Gottesdienst, so Redman, ist nach wie vor das, was in Jakobus 1, 27 zu finden ist, und nicht das, was viele heute darunter verstehen. Selbst seine Musik, seine Anbetung sei zweitrangig im Vergleich mit der Hinwendung zu den Armen.

Die Bloggerszene war natürlich nicht weit. Am Rande traf ich mal wieder den Mystery Man und Hasos beste aller Ehefrauen nebst einer seiner Töchter; Haso selbst hatte sich nach Remscheid verdrückt, um einer Storchengemeinde zu dienen.

Ein schöner fußballfreier Abend, ein tolles Erlebnis. Wenn Matt Redman in Eure Nähe kommt, mein Tipp: Hingehen.

Pablik Wjuhing?

Am Freitag zogen es die beste aller Ehefrauen und ich vor, ein Lichtspieltheater aufzusuchen, statt im heimischen Ambiente 22 Menschen beim Streit um einen Ball zuzuschauen.
Wir haben uns köstlich amüsiert und wurden gut unterhalten von Herrn Harrison Ford, der als Indiana Jones verkleidet haarsträubende Abenteuer zu bestehen hatte. Da wir englischsprachige Spielfilme grundsätzlich nur in der Originalversion und nicht in der oft genug haarsträubenden Synchronfassung sehen (es reicht ja, wenn die Handlung die Haare sträubt), führte uns der Weg in ein Lichtspieltheater zum Potsdamer Platz.

Nach dem Filmgenuss kamen wir nicht umhin, einige Minuten der Fußballübertragung auf Großbildleinwände zu verfolgen, denn überall am Potsdamer Platz scharten sich begeisterte oder stinksaure Zuschauer vor selbigen. So gesehen habe ich also einige Minuten, umgeben von Italienern, gepublicviewt. Oder public geviewt. Oder so.

Welchem Dödel ist es eigentlich eingefallen, anlässlich der Fußballweltmeisterschaft 2006 die Übertragung der Spiele auf Großbildprojektoren mit dem Begriff »Public Viewing« zu bezeichnen? War der Dösbaddel ein Prophet, der das Scheitern der deutschen Mannschaft voraussah? Denn »public viewing«, das weiß jeder Schüler, der im Englischunterricht aufgepasst hat, heißt in der deutschen Übersetzung »öffentliche Leichenschau«.

Vielleicht hat ja die Berliner Verwaltung genau aus dem Grund die »öffentliche Leichenschau« bei der EM 2008 auf der sogenannten Fanmeile in der Vorrunde untersagt? Wo es keine Leichenschau gibt, kann auch keine Leiche vorhanden sein. Das hieße letztendlich, dass die deutsche Mannschaft, die sich beim Spiel gegen Portugal ja wie eine Schülerhorde beim Schulhofkicken gebärdet hat, doch irgendwie überleben wird. Na, schaun mer mal, wie Kaiser Franz zu sagen pflegte.

P.S.: Das Bild ist nicht von mir, denn ich war nicht dort, sondern hier. Es stammt von der Euro2008 Seite.

P.P.S.: Heute gilt, was neulich galt: Hier nachzulesen. Man möge nur »Schweiz« sinngemäß durch «Türkei« ersetzen.

Samstag, 14. Juni 2008

Ein hundsmiserables Wochenendgedicht

Das Wochenende steht nun an,
wofür ich wirklich gar nichts kann.
Der eine lässt die Beine baumeln,
den and'ren sieht man trunken taumeln,
vom Fußball und vom Bier beschwipst.
Warum trägt der denn keinen Schlips?

Weil Wochenende ist, vielleicht?
Womöglich hat's auch nicht gereicht,
was ihm die Eltern beigebracht,
am Tage und in kühler Nacht,
bezüglich angemess'ner Kleidung.
Daher die schlipslose Erscheinung.

Der Blog darf etwas Ruhe haben,
so wie die Bienen in den Waben,
denn mir fällt nichts Gescheites ein,
drum gibt es diesen dummen Reim,
der sich in Paaren messen lässt.
Für Kritiker ein wahres Fest!

Denn noch viel scharlataniger
zu reimen, als hier der Günter,
das dürfte kaum jemand vollbringen.
Vielleicht sollte ich lieber singen?
Genug. Es reicht. Ich komm' zum Ende.
Und reibe mir vergnügt die Hände.

P.S.: Es gibt auch richtige und gute Gedichte
P.P.S.: Den pinkelnden Mann habe ich in Prag fotografiert.

Donnerstag, 12. Juni 2008

Aber das steht doch in der Bibel...

Gestern im Hausbibelkreis kam es zu einer sehr lebhaften Diskussion über das Thema, das ich im vorigen Beitrag hier angesprochen hatte.

Jemand behauptete, der »Zehnte« gehöre, das sei göttliches Gesetz, in die Gemeinde. Mit dem dann noch verbliebenen Geld könne man »Almosen« geben. Ich fragte ihn, ob er denn auch alle übrigen über 600 Vorschriften des Gesetzes einhalten würde. Er gestand ein, das sei nicht der Fall. Das habe aber gar nichts mit der Weitergeltung des »Zehnten« zu tun.

Ich hatte bisher Apostelgeschichte 15, 1 bis 21 so verstanden, dass wir »Heidenchristen« aus dem Gesetz und den Vorschriften des Alten Testamentes nur folgendes zu beachten haben:
...daß sie sich enthalten von den Verunreinigungen der Götzen und von der Unzucht und vom Erstickten und vom Blut. (Vers 21)
Nun ist es unstrittig, dass eine Gemeinde oder Kirche als Organisation Kosten zu decken hat. Sei es die Miete für den Versammlungsraum oder ein eigenes Gebäude, seien es die Ausgaben für Angestellte, Material, Werbung... - zweifellos entsteht Bedarf an Geld, wenn es eine lokale »Versammlung der Gläubigen« gibt. Je nach Größe mehr oder weniger.

Man kann diesen Bedarf mit freiwilligen Zuwendungen der Mitglieder und Freunde decken, mit Kirchensteuern wie die Großkirchen oder, wie es einige wenige Gemeinden tun, mit Mitgliedsbeiträgen, gestaffelt nach dem Einkommen der Mitglieder. Man kann sich als Gemeindeleitung entscheiden, nur das Geld auszugeben, was tatsächlich vorhanden ist, oder man kann sich entscheiden, »im Glauben« Projekte zu beginnen, bevor die Gelder auf dem Bankkonto liegen. Man kann (und darf) die Mitglieder und Freunde auffordern, zum Gelingen der gemeindlichen Arbeit beizutragen.

Aber man darf nicht, auch wenn die Finanznot eine ganz erhebliche sein sollte, etwas zum göttlichen Gesetz erklären, was keines mehr ist, seit Jesus gekommen ist, um »das Gesetz zu erfüllen«, wie er in der Bergpredigt erklärte.

Natürlich argumentieren manche so: Statt des Tempels haben wir heute das Kirchen- / Gemeindegebäude. Statt der Leviten haben wir Pastoren und andere Mitarbeiter, die Gehalt bekommen. Also gilt das mosaische Gesetz vom »Zehnten« in diesem Sinne auch heute und für uns. Allerdings entbehrt diese »Übertragung« jeglicher Grundlage in der Bibel, so oft sie auch von »bibeltreuen Christen« wiederholt wird.

Ich bin überzeugt, dass das von Jesus und seinen Jüngern gelebte und gepredigte Prinzip vom »Geben und Segen empfangen« gültig und richtig ist. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass großzügiges Geben tatsächlich nicht ohne göttliche Antwort bleibt. Ich bin, damit niemand das falsch interpretiert, für das Geben, Austeilen, Spenden. Ich bin auch dafür, dass die Menschen, die Nutznießer eines Gebäudes, eines Pastors und all der gemeindlichen Angebote sind, dafür in die Tasche greifen. Das ist bezüglich Gemeinde / Kirche so normal wie die Tatsache, dass man für einen Sportverein oder eine politische Partei Beiträge entrichtet, wenn man dazu gehört. Das gebietet einfach schon der Anstand.

Aber ich bin absolut dagegen, daraus ein Gesetz zu machen oder zu predigen, um die Gemeindefinanzen zu sichern. Und noch verkehrter ist es, damit Wohlstandsversprechen zu verbinden.

Denn wer einen Teil des Gesetzes als Voraussetzung für die Gerechtigkeit vor Gott betrachtet, ist nun mal verpflichtet, das ganze Gesetz zu halten. Andernfalls »fällt er aus der Gnade« und ist wieder für die eigene Gerechtigkeit zuständig. Darüber, wie es einem dann ergeht, schreibt heute der Storch einen ganz hervorragenden Beitrag: Galater 5, 1-2

Mittwoch, 11. Juni 2008

Verschwiegene Wahrheiten

Es gibt so manches Zitat aus der Bibel, das vielerorts zweckentfremdet wird. Zum Beispiel dieser Satz:
Jeder gebe, wie er sich in seinem Herzen vorgenommen hat: nicht mit Verdruß oder aus Zwang, denn einen fröhlichen Geber liebt Gott. (2. Korinther 9, 7)
Das eignet sich wunderbar zur Motivation der im Gottesdienst versammelten Gemeinde, die Brieftasche bei der »Opfer«sammlung noch ein wenig weiter zu öffnen, dazu noch kann man unterschwellig mitklingen lassen, dass ja doch wohl jeder von Gott geliebt werden möchte. Daher wäre es keine gute Idee, nichts zu geben. Oder gar mit saurer Mine.

Aber Paulus schreibt an die Gemeinde in Korinth überhaupt nicht darüber, wie man sich angesichts des Klingelbeutels oder Eimers oder was auch immer durch die Reihen gereicht wird, verhalten sollte. Es geht ihm vielmehr darum, dass notleidende Menschen etwas zu Essen auf den Teller und ein paar Klamotten an den Leib bekommen.

Aus dem gleichen Kapitel des Briefes an die Korinther wird auch ein zweiter Satz ganz gerne zitiert, wenn das Geld der Gläubigen eingesammelt wird:
Gott aber vermag euch jede Gnade überreichlich zu geben, damit ihr in allem allezeit alle Genüge habt und überreich seid zu jedem guten Werk; (Vers 8)
Oft wird das dann mit blumigen oder salbungsvollen Worten noch erläutert: »Wer jetzt großzügig in die Tasche greift, dem blüht in Bälde materieller Überfluss aus himmlischer Quelle. Also lasst die Münzen stecken, die Scheine garantieren viel größere Belohnung.«

Das hatte Paulus gar nicht im Sinn. Er fährt nämlich fort, indem er denjenigen beschreibt, der da »alle Genüge« haben wird:
...wie geschrieben steht: Er hat ausgestreut, er hat den Armen gegeben; seine Gerechtigkeit bleibt in Ewigkeit. (Vers 9)
Geschrieben steht das wiederum in Psalm 112. In dem Psalm geht es um einen wohlhabenden Menschen, der gerne und reichlich gibt. Den Menschen nämlich, denen es nicht so gut geht wie ihm.

Neulich erzählte mir jemand aus unserem Hausbibelkreis, dass er seinen »Zehnten«
nicht in die Gemeinde, sondern dorthin geben würde, wo das Geld seinem Emfinden nach dringender gebraucht würde - weil echte Not zu lindern sei. Dadurch ist er, eigenem Empfinden gemäß, ein echter »fröhlicher Geber«.
Wir haben uns vorgestern spontan entschieden, unseren »Zehnten« einer Frau in großer finanzieller Bedrängnis zu geben. Das hat uns (nicht zum ersten Mal) zu »fröhlichen Gebern« gemacht.

Es ist eine gern verschwiegene Wahrheit, dass es abgesehen von Steuern wie dem »Tempelgroschen« und den alttestamentlichen Abgaben für die (an Grund und Boden besitzlosen) Leviten in der Regel darum geht, Armut zu lindern, notleidenden Menschen beizustehen, wenn in der Bibel vom Geben die Rede ist. Das gilt auch und vor allem für Paulus, der sich nicht zu schade war, mit seiner Hände Arbeit einen »weltlichen« Beruf auszuüben, damit er niemandem auf der Tasche liegen muss. Statt Häuschen am Stadtrand und Mittelklassewagen galt für den großen Apostel:
Bis auf diese Stunde leiden wir Hunger, Durst und Blöße, werden geschlagen und haben keine Bleibe und arbeiten mühsam mit unsern eigenen Händen. (1. Korinther 4, 11-12)
Es ist nichts verkehrt daran, reich zu sein. Die Bibel portraitiert eine ganze Menge wohlhabender Menschen unter den Gläubigen. Es ist auch nichts verkehrt daran, die Gemeinde um finanzielle Unterstützung für all die notwendigen Ausgaben zu bitten. Aber es ist verkehrt, den Christen mit verfälschten Zitaten und zusammenhanglosen Schlussfolgerungen, womöglich gar noch Wohlstandsverheißungen und Heilsversprechungen, das Geld aus der Tasche zu locken.

Das hat allerdings Tradition:
Sobald der Gülden im Becken klingt / im huy die Seel im Himmel springt.
P.S.: Das Portrait zeigt den Urheber des letzten Zitates, einen Dominikanermönch.

Dienstag, 10. Juni 2008

2:0 auf dem Balkon

Schön, dass der Kleine eine so gute W-LAN-Reichweite hat, ich kann nämlich mit ihm auf unserem Balkon ohne weiteres online sein. Gestern Abend fiel mir ein, ich könnte ja mal trotz des Minibildschirms einen Life-Stream in Sachen Fußball ausprobieren. Nun ja. Zum Fernsehen in großer Runde ist der Asus Eee sicher untauglich, aber für einen solchen Spaß ist er ganz prima geeignet.

Ich habe mir dann die ganze erste Halbzeit gegönnt, gemütlich in der abendlichen leichten Brise sitzend, ein Glas Roséwein zur Hand, Zigarillos bereitgelegt, fröhlich vor mich hin kichernd, wenn die Mannschaft in der blauen Spielkleidung mal wieder von den Herren mit dem erfrischenden Orange am Leib genasführt wurde.


Die Heiterkeit blieb auch bei der zweiten Halbzeit meine Gefährtin, nach dem Umzug ins Wohnzimmer mit größerem Fernsehbild - das 3:0 wirkte natürlich imposanter als auf dem Subnotebook-Bildschirm. Ob das wohl Schadenfeude war, die mich da so fröhlich stimmte? Dabei ist doch 2006 schon so lange vorbei...

Frauen!

Die beste aller Ehefrauen hat mir neulich Einblick gewährt. In Frauengeheimnisse. Oder zumindest eines davon: Worüber Frauen sich per E-Mail-Austausch amüsieren. Da ich ja auch Blogbesucherinnen habe, möchte ich der weiblichen Leserschaft diesen Spaß auf Kosten von uns Männern nicht vorenthalten.

Beispiel 1:
Drei Zwerge sitzen abends gemütlich am Feuer zusammen. Einer der Zwerge schaut andächtig auf seine Hände und sagt: »Ich habe so kleine Hände, die hat sonst niemand. Das lasse ich mir ins Guiness-Buch der Rekorde eintragen.«
Der zweite Zwerg schaut auf seine Füsse und meint: »Also ich habe so kleine Füsse, sowas hat sonst niemand. Die lasse ich mir auch eintragen.«
Daraufhin der dritte Zwerg: »Und ich habe einen so kleinen Schniedel, den hat sonst niemand auf der Welt. Damit komme ich garantiert in das Buch.«
Am nächsten Tag rennen die drei los, um die Rekorde eintragen zu lassen. Der erste Zwerg geht ins Büro und kommt nach drei Minuten wieder raus: »Alles klar ich habe den Rekord!«
Nun geht der zweite rein, kommt ebenfalls drei Minuten später raus und erzählt stolz: »Haha, auch ich habe den Rekord!«
Schließlich geht der dritte Zwerg durch die Türe. Er kommt bereits nach einer Minute wieder raus und sagt: »Wer zum Teufel ist Dieter Bohlen?«
Wer Dieter Bohlen ist, da kann ich auch nicht so recht weiterhelfen. Mir ist so, als sei das die Hälfte eines Gesangsduos aus grauer Vorzeit, dessen Platten man zu Folterzwecken einzusetzen pflegte. Wenn ein Delinquent nicht seine Verbrechen gestehen wollte, musste er so lange diese Platten hören, bis er entweder an den Qualen verstarb oder endlich ein Geständnis ablegte.

Beispiel 2:
Frauen sagen immer, mit einem Mann könne man nicht reden. Vielleicht liegt es daran, dass Frauen sich nicht klar genug ausdrücken?
Die Frau sagt: »Hör mal zu! Das hier ist ein einziges Durcheinander! Du und ich, wir machen jetzt sauber. Dein ganzes Zeug liegt auf dem Fußboden und wenn wir nicht bald waschen, läufst du demnächst ohne Klamotten herum. Du hilfst mir jetzt, und zwar sofort!«
Der Mann versteht: »Hör mal zu Blablablabla du und ich Blablablabla auf dem Fußboden Blablablabla ohne Klamotten Blablablabla und zwar sofort.«
Diesen Witz habe ich nicht recht begriffen. Da steht doch zweimal das Gleiche, oder? Nämlich: »Hör mal, du und ich auf dem Fußboden, ohne Klamotten, und zwar sofort.« Oder ist mir da was entgangen?

Wenn ja, dann liegt des Rätsels Lösung vermutlich im Beispiel 3 verborgen:
Eine kleine graue Zelle kommt zufällig in das Gehirn eines Mannes. Alles ist dunkel, leer und ohne Leben. »Huhuu«, ruft die Zelle. Keine Antwort.
Sie ruft ein zweites mal »Huhuu.«
Wieder bleibt alles ruhig.
Da erscheint plötzlich eine andere graue Zelle und fragt: »Was machst du denn hier so einsam? Komm doch mit, wir sind alle unten.«
So. Nun aber genug mit solchen unflätigen Zitaten aus weiblichem Amüsement. Ich stelle fest, dass Loriot wohl irgendwie recht hatte: »Männer sind, und Frauen auch, überleg dir das mal!«