Dienstag, 6. November 2007

Salz

Das Matthäusevangelium überliefert uns sehr detailliert eine Fülle der Lehren Jesu. Die Kapitel 5 bis 7 umfassen das, was meist als „Bergpredigt“ bezeichnet wird. Darin gibt es ein paar Stellen, die oft in Predigten oder anderen Betrachtungen nicht im Zusammenhang gesehen, sondern aus ihm herauslöst werden. Dabei geht leicht zumindest ein Teil dessen verloren, was Matthäus tatsächlich berichtet.

Zum Beispiel:
Ihr seid das Salz der Erde; wenn aber das Salz fade geworden ist, womit soll es gesalzen werden? Es taugt zu nichts mehr, als hinausgeworfen und von den Menschen zertreten zu werden. (Matthäus 5, 13)
Das klingt erst mal ganz gut, meist wird daraus eine Predigt darüber, dass man Zeugnis geben und sein, das Evangelium zu den Menschen bringen soll. Oder dass Salz eine konservierende, reinigende Wirkung habe und wir als Christen insofern „salzig“ sein müssten. Das ist an und für sich völlig richtig. Aber – ist das wirklich das, was Jesus hier anspricht?

Im Zusammenhang gesehen lesen wir:
Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und alles Böse lügnerisch gegen euch reden werden um meinetwillen. Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren. Ihr seid das Salz der Erde; wenn aber das Salz fade geworden ist, womit soll es gesalzen werden? Es taugt zu nichts mehr, als hinausgeworfen und von den Menschen zertreten zu werden. (Matthäus 5, 11-13)
Nun mag mancher fragen: Was hat denn Verfolgung, Schmähung und lügnerische Rede mit dem Salz zu tun? Eine ganze Menge. Salz ist nämlich in der Heiligen Schrift nicht nur ein Konservierungs- und Geschmacksmittel, sondern häufig etwas, was geopfert wird:
Alle Opfergaben deines Speisopfers sollst du mit Salz salzen und sollst das Salz des Bundes deines Gottes auf deinem Speisopfer nicht fehlen lassen; bei allen deinen Opfergaben sollst du Salz darbringen. (3. Mose 2, 13)
Salz ist auch ein Zeichen der Vernichtung:
Und Abimelech kämpfte jenen ganzen Tag gegen die Stadt. Und er nahm die Stadt ein, und das Volk, das darin war, erschlug er. Und er riß die Stadt nieder und bestreute sie mit Salz als Zeichen bleibender Verwüstung. (Richter 9, 45)
Es geht Jesus in Matthäus 5 nicht um das Evangelisieren oder das Bewahren von christlichen Werten, sondern darum, dass seine Nachfolger verfolgt, geschmäht, verlästert und ihres Lebens beraubt werden. Das wird noch deutlicher, wenn wir uns die entsprechenden Verse bei Lukas anschauen:
So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein. Das Salz nun ist gut. Wenn aber auch das Salz kraftlos geworden ist, womit soll es gewürzt werden? Es ist weder für das Land noch für den Dünger tauglich; man wirft es hinaus. Wer Ohren hat zu hören, der höre. (Lukas 14, 33-35)
Auch bei Markus finden wir das Salz im Zusammenhang mit Nachfolge um jeden Preis und Opferbereitschaft:
Und wenn dein Auge dir Anlaß zur Sünde gibt, so wirf es weg! Es ist besser für dich, einäugig in das Reich Gottes hineinzugehen, als mit zwei Augen in die Hölle geworfen zu werden, "wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt". Denn jeder wird mit Feuer gesalzen werden und jedes Schlachtopfer wird mit Salz gesalzen werden. Das Salz ist gut; wenn aber das Salz salzlos geworden ist, womit wollt ihr es würzen? Habt Salz in euch selbst, und haltet Frieden untereinander! (Markus 9, 47-50)
Wenn Jesus also im Rahmen seiner Bergpredigt sagt, wir seien das Salz der Erde, dann meint er, dass wir als seine Nachfolger Salz sind, wenn „sie uns schmähen und verfolgen und alles Böse lügnerisch gegen uns reden werden.“ Solches Salz wird nicht „hinausgeworfen und von den Menschen zertreten“, sondern es ist etwas Wertvolles. Dann dürfen wir uns „freuen und jubeln“.

Sicher ist es angenehmer, in Frieden und unbehelligt zu leben. Merkwürdig – also würdig, sich das zu merken – scheint mir dabei der Umstand, dass die Gemeinde in Jerusalem erst Verfolgung brauchte, um ihren Auftrag, „in alle Welt“ zu gehen, anzupacken.

Hier in Deutschland kommt die Welt zu uns: Asylanten, Migranten, Studenten, Spezialisten, Touristen... Und dann ist ja da auch noch unser Nachbar, der von Jesus nichts weiß.

Was darf uns eigentlich die Nachfolge Jesu und sein Auftrag an uns kosten?

Montag, 5. November 2007

Herausforderung Islam

Geht es nach der Presse, dann muss man ungefähr diesen Eindruck gewinnen:
Berlin ist eine Stadt mit rein islamischen Wohngebieten, Moscheen, Zwangsverheiratungen von minderjährigen Mädchen, islamischen Cafés mit verhängten Fenstern, kriminellen Parallelgesellschaften und Morden an aufmüpfigen Frauen sowie an den verhassten Christen*. Erst kürzlich sagte ein Angeklagter bei der Vernehmung, dass das deutsche Recht ungültig sein, lediglich der Koran sei verbindliche Richtlinie.
Es stimmt: Wer sich aus dem Islam zum Christentum bekehrt, hat laut Koran den sofortigen Tod verdient.
Berlin ist nicht die einzige Stadt in Deutschland, in der die islamischen Gruppen wachsen. Die Herausforderung des Islam für die Kirchen und die westliche Gesellschaft kann nicht mehr ignoriert werden.

Nun darf man selbstverständlich nicht alle Moslems in einen Topf mit den Gewalttätern werfen, es gibt genug Verbrechen, die nichts mit Koran und Moslems zu tun haben - und die Kirchengeschichte ist voller grausamer Verbrechen im Namen der christlichen Religion. Die Presse berichtet so gut wie nie über die stillen, fleißigen, friedlichen Moslems. Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten, gilt für Journalisten.
Doch auch die friedliche, unauffällige Mehrheit der Moslems bleibt den Deutschen fremd und unzugänglich. Es scheint auch bei den Christen eine meist unterschwellige Furcht, gewisse Gefühle der Ohnmacht und vor allem Ratlosigkeit zu geben, wenn es darum geht, ob und wie wir mit Moslems umgehen. Dies sei nicht richtig und nicht notwendig, sagt ein Experte, der am Ende dieser Woche in Berlin zum Thema reden wird:

Dr. Stuart Robinson ist ein weltweit anerkannter Islam-Experte. Er verfügt über ein fundiertes Fachwissen, nicht nur über die geschichtliche Entwicklung und die geistlichen Hintergründe des Islam, sondern auch über die aktuelle weltweite Situation. In seinen Vorträgen gibt er viele wertvolle Einblicke und Anregungen, wie wir uns dieser Herausforderung stellen können. Er ist Pastor einer der größten Gemeinden in Australien, der 'Crossway Baptist Church' in Melbourne, einer charismatischen Baptistengemeinde. Die Kirche hat ca. 4000 Mitglieder und etliche Tochtergemeinden. Robinsons Gemeinde hat 55 Missionare ausgesandt.

Durch seinen Dienst haben sich viele Moslems bekehrt. Daraus ist eine Bewegung entstanden, die auf einige tausend Christen angewachsen ist. Robinson berichtet aus der Praxis, er ist kein reiner Theoretiker sondern jemand, der Mullahs in ihren Moscheen aufgesucht hat und auf Moslems zugeht, statt ihnen auszuweichen. Von seinen vielfältigen Erfahrungen berichtet er nun auch in Berlin.

Termine: Freitag, 9. November und Samstag, 10. November 19:30 Uhr, Sonntag, 11. November 10:00 Uhr und 19:00 Uhr jeweils im C-Campus, Waidmannsluster Damm 7 C-E, 13507 Berlin. Eintritt frei.

*Wer es nicht glauben will, dass Christen für Moslems vogelfrei sind und dass mancher Unfall in unseren Städten in Wirklichkeit ein Mord ist, möge sich diesen Bericht aus der ARD ansehen: Report Mainz: Christenverfolgung in Deutschland

Samstag, 3. November 2007

Wohlstand durch Gerechtigkeit?

Der Bundeskanzler Helmut Schmidt hat einmal im Bundestag gesagt:
Jeder sucht sich aus der Bibel das heraus, was für den jeweiligen Sonntag gerade passt.
Vor ein paar Wochen diskutierte ich in einer Gruppe von etwa 15 Gläubigen über den Zehnten, der - so eine Teilnehmerin sinngemäß - unbedingt an die örtliche Gemeinde abzuführen sei, dafür erhielte man dann eine Wohlstandsgarantie von Gott, denn dann sei man gerecht vor Gott. Die Verheißung stünde ja schließlich in der Bibel. Wenn jemand den Zehnten in das Haus des Herrn gebracht habe, dürfe er auch einfordern:
Blicke herab von deiner heiligen Wohnung vom Himmel, und segne dein Volk Israel und das Land, das du uns gegeben, wie du es unseren Vätern geschworen hast, ein Land, das von Milch und Honig überfließt. (5. Mose 26, 15)
Zweifellos steht diese Bitte im fünften Buch Mose im unmittelbaren Zusammenhang mit der Treue des Volkes Israel, von jeglichen Erträgen den Zehnten abzugeben. Allerdings - und das wird schon eher ungern zitiert - sollten diese Gaben (und die Erstlingsgaben, von denen heute sowieso nicht mehr geredet wird) nicht in den Tempel, sondern:
Am Ende von drei Jahren sollst du den ganzen Zehnten deines Ertrages von jenem Jahr aussondern und ihn in deinen Toren niederlegen. Und der Levit - denn er hat keinen Anteil noch Erbe mit dir - und der Fremde und die Waise und die Witwe, die in deinen Toren wohnen, sollen kommen und essen und sich sättigen, damit der HERR, dein Gott, dich in allem Werk deiner Hand, das du tust, segnet. (5. Mose 14, 28-29)
Auf heute übertragen hieße das: Der Priester / Levit / Pastor / Pfarrer / Prediger bekommt einen Teil vom Einkommen der Gläubigen, weil er nämlich besitzlos ist. Das bedeutet: Er hat kein regelmäßiges Gehalt, keinen Grundbesitz, keine Altersvorsorge... Er lebt von dem, was die Gläubigen ihm bringen. Welcher Priester / Levit / Pastor / Pfarrer / Prediger mag da heute die Hand heben und sagen: "Das bin ja ich!" - mit gutem Gewissen? Der Rest der Gaben des Volkes geht an die Asylanten, in die Waisenhäuser, an die Witwen... Doch das nur am Rande.

Meine Frage in jener Diskussion, warum denn dann Paulus sowohl Mangel als auch Überfluss gekannt habe, und warum es in vielen Ländern heute Christen gibt, die Hunger und Durst leiden, blieb ohne Antwort.

Natürlich ist jeder froh, wenn er keine Not leiden muss. Es ist auch ganz gewiss keine Sünde, Geld und Besitz zu haben - nicht einmal für einen Priester / Levit / Pastor / Pfarrer / Prediger. Aber darf man als Rezept zum finanziellen Auskommen alttestamentarische Vorschriften predigen? Ich bin überzeugt, dass Paulus die Schriften besser kannte als wir. Und doch war er in Zeiten des Mangels so zufrieden wie in Zeiten des Überflusses. Ihm ging es nämlich um Gerechtigkeit.

Der Apostel hatte eine ganz präzise Vorstellung davon, was Gerechtigkeit vor Gott ausmacht. Das hat mit viel mehr zu tun als mit Geld und Opfern.

Wenn es heute noch nach dem Gesetz des Alten Testamentes ginge, hätte mancher von uns ein paar Probleme mehr. Zum Beispiel dieses:
Wenn ein Mann zwei Frauen hat, eine geliebte und eine gehaßte, und sie gebären ihm Söhne, die geliebte und die gehaßte, und der erstgeborene Sohn ist von der gehaßten: dann soll es geschehen an dem Tag, an dem er seine Söhne erben läßt, was ihm gehört, daß er nicht den Sohn der geliebten zum Erstgeborenen machen kann gegen den Sohn der gehaßten, der doch der Erstgeborene ist. (5. Mose 21, 15-16)
Oder, was die Erziehung der Söhne betrifft, vielleicht auch jenes:
Wenn ein Mann einen störrischen und widerspenstigen Sohn hat, der auf die Stimme seines Vaters und auf die Stimme seiner Mutter nicht hört, und sie züchtigen ihn, er aber hört weiterhin nicht auf sie, dann sollen sein Vater und seine Mutter ihn ergreifen und ihn hinausführen zu den Ältesten seiner Stadt und zum Tor seines Ortes. Und sie sollen zu den Ältesten seiner Stadt sagen: Dieser unser Sohn ist störrisch und widerspenstig, er hört nicht auf unsere Stimme, er ist ein Schlemmer und Säufer! Dann sollen ihn alle Leute seiner Stadt steinigen, daß er stirbt; so sollst du das Böse aus deiner Mitte wegschaffen. (5. Mose 21, 18-21)
Wie kommt es eigentlich, dass wir das eine und andere aus den Gesetzes- und Vorschriftensammlungen für "Wort Gottes" halten und anderes nicht?

Paulus war eindeutig: Gerecht im Sinne der Heiligen Schriften ist nur jemand, der das ganze Gesetz hält (es dürfte allerdings heute juristische Probleme geben, wenn widerspenstige Kinder künftig gesteinigt und mehrere Ehefrauen genommen werden). Wer das Gesetz einmal nicht hält, kann zur Sühne Opfer bringen, also Tauben schlachten, Böcken die Kehle durchschneiden, Geld in den Tempel tragen und ähnliches. Paulus hielt, nachdem er Christ geworden war, diesen Weg zur Gerechtigkeit allerdings, je nach Übersetzung, für Kot / Dreck (Philipper 3, 8). Heute würde mancher sagen: Scheiße.

Alternativ gibt es die Gerechtigkeit Gottes, die auch weniger mit unseren staatlichen Gesetzen (Mehrehe, Steinigung von ungezogenen Söhnen und vieles mehr) kollidiert.
...indem ich nicht meine Gerechtigkeit habe, die aus dem Gesetz ist, sondern die durch den Glauben an Christus, die Gerechtigkeit aus Gott aufgrund des Glaubens... (Philipper 3, 9)
Gerechtigkeit im biblischen Sinn hat nichts mit unserem Rechtsempfinden oder den Gesetzen des Staates zu tun. Unser Empfinden, meist vom Humanismus geprägt, betrachtet manches als gerecht oder ungerecht, was absolut nichts mit dem Begriff zu tun hat, wie ihn die Bibel verwendet: Gerecht ist, wer ohne eine einzige Sünde dasteht.

Ich ziehe es vor, durch den Glauben gerecht zu werden, denn ich habe weder Vergnügen daran, ungezogene Bengel zu steinigen, noch Schafe zu schlachten, noch einer Frau nach einer Balgerei die Hand abzuhacken. Nun gut, ich raufe nicht mit anderen Männern, aber denkbar wäre ja, dass ich angegriffen werde und eine Frau mir zu Hilfe eilt. Wenn dabei unabsichtlich ihre Hand in eine gewisse Gegend gerät, wird es brenzlig:
Wenn Männer miteinander raufen, ein Mann und sein Bruder, und die Frau des einen eilt herbei, um ihren Mann aus der Hand dessen, der ihn schlägt, zu retten, und sie streckt ihre Hand aus und greift an seine Geschlechtsteile: dann sollst du ihr die Hand abhauen; du sollst nicht schonen. (5. Mose 25, 11)
Gerecht oder ungerecht? Jeder hat die Wahl. Gesetzestreue oder Glaube? Mir ist zweiteres sympatischer. Ersteres würde ich sowieso nicht schaffen.

Freitag, 2. November 2007

Dreams, Themes and Schemes

Diese Woche gab es ja keine neue Theme Time Radio Hour, sondern eine Wiederholung aus der ersten Staffel (Halloween - nicht sonderlich witzig, abgesehen vom Boo! am Schluß). Muss ich nicht noch mal hören...

Daher habe ich mir in den letzten Tagen ein paar ältere Sendungen angehört, die ich in guter Erinnerung hatte, Water / Coffee / Countdown und - nach wie vor eine der besten Sendungen bisher:


Man hört bei jeder Moderation und an der Auswahl der Songs, dass Bob Dylan da ein Thema hatte, von dem er nicht nur was versteht, sondern dass sein Herz ganz besonders bei der Sache war.
You can go to your college
You can go to your school
But if you don't have Jesus
You're an educated fool
zitiert er aus dem Denomination Blues. Und meint das so.

Neben den Moderationen gibt es natürlich ganz hervorragende Musik:
  • Are You Bound For Heaven Or Hell - Rev. J.M. Gates (1926)
  • Bottle and a Bible - The Yayhoos (2001)
  • Samson And Delilah - Rev. Gary Davis (1956)
  • He Will Set Your Fields on Fire - Kitty Wells (1959)
  • Adam Come And Get Your Rib - Wynonie Harris (1952)
  • The Old Ark’s A’Moving – A.A. Gray and Seven-Foot Dilly (1930)
  • Denomination Blues - Washington Phillips (1929)
  • I’m Using My Bible For A Road Map - The Four Internes (1953)
  • Elijah Rock - Ollabelle with Amy Helm (2004)
  • The Rivers Of Babylon - The Melodians (1972)
  • John The Revelator - Blind Willie Johnson (1930)
  • Boogie Woogie Preaching Man - Jess Willard (1952)
  • Oh Mary Don’t You Weep - The Swan Silvertones (1959)
  • That’s What The Good Book Says - The Robins (1950)
Wem also das Warten auf nächste Woche (From Head to Toe) zu lange wird, dem kann ich obigen Download (thanks to Croz!) empfehlen. Oder eben sonst was aus dem Archiv. Bloß nicht unbedingt Halloween...

Donnerstag, 1. November 2007

Petrus und Johannes

Petrus und Johannes - radiert vom guten alten RemmiWie versprochen die Auflösung zum gestrigen Quiz: Trotz der Unkenrufe von vier Bloglesern (nie und nimmer!) und der Bedenken von zwei Bloglesern (mit Ach und Krach...) war ich mit 18,5 Minuten in meinem Zeitlimit. Herzlichen Glückwunsch an die fünf Blogleser, die das prophetisch richtig (schaffst Du locker) angeklickt haben.

Wer möchte, kann anhand des Manuskriptes ausprobieren (laut und deutlich
vorlesen!), ob er es auch geschafft hätte:

Simon Petrus

Dieser Mann war schon ein besonderer Charakter im Kreis der Zwölf. Ein Fischer wie andere Jünger, aber mit außerordentlich wachem Geist. Nur von ihm überliefern die Evangelien ein ausdrückliches Bekenntnis zu Jesu Messiaswürde schon vor dessen Auferstehung (Markus 8,29): „Du bist der Christus!“
Doch gleich darauf, nachdem Jesus den Jüngern erstmals seinen Leidensweg ankündigte, nahm Petrus ihn beiseite und „fing an, ihm zu wehren.“ (V. 32). Daraufhin wies Jesus ihn schroff zurecht: „Weiche von mir, Satan! Denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist.“ (V. 33)
Das klingt hart für unsere Ohren, wenn man nicht weiß, dass „Satan“ im Hebräischen „Gegner“ oder „Widersacher“ bedeutet. Petrus wird hier mit dem Widersacher in der Wüste verglichen, der Jesus vor seinem öffentlichen Wirken ebenfalls vom Leidensweg abhalten wollte (Matthäus 4, 1-11).
Wer war nun dieser Mann, den Jesus mal Fels und mal Widersacher nannte?

Der Widerspruch zwischen Reden und Handeln zeigte sich bei Petrus schon in Galiläa: Einerseits vertraute er dem Ruf Jesu „Komm her!“ und stieg mitten auf dem See aus dem Boot, andererseits schwand sein Glaube beim Blick auf die Wellen, so dass Jesus ihn vor dem Versinken retten und ihn „Kleingläubiger“ nennen musste (Matthäus 14,29 ff). Diese Begebenheit zeigt typische Merkmale: Petrus war impulsiv und begeisterungsfähig, das Denken, in diesem Fall die Erkenntnis, dass ein Mensch auf dem Wasser nicht laufen kann, setzte oft mit Verzögerung ein.

Petrus widersprach Jesu Ansinnen, ihm die Füße zu waschen. Diese Handlung war damals ein typischer Sklavendienst, der keinesfalls vom Hausherrn verrichtet wurde. Petrus wehrte sich dagegen, sich von seinem Meister derart bedienen zu lassen. Als Jesus ihm aber erklärte, dass er dies später verstehen würde und dass es notwendig sei, verlangte er: „Herr, nicht meine Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt!“ (Johannes 13, 6-9)

Alle vier Evangelien berichten vom Versagen des ersten Christusbekenners. Jesus kündigte Petrus bei der letzten gemeinsamen Mahlzeit an, er werde ihn noch in derselben Nacht dreimal verleugnen. Dies wies er, wie alle übrigen Jünger, weit von sich: „Wenn ich auch mit dir sterben müsste, so wollte ich dich doch nicht verleugnen. Ebenso sprachen sie alle.“ (Markus 14, 27-31)
Schon kurz darauf schlief er ein, als Jesus in Gethsemane den Beistand der Jünger besonders nötig brauchte und ausdrücklich darum bat (Matthäus 26, 40ff). Gleich anschließend versuchte er mit Waffengewalt die Verhaftung Jesu zu verhindern. Er trennte mit seinem Schwert einem Soldaten der Tempelwache ein Ohr ab (Markus 14, 47).
Sein Versagen gipfelte in der Verleugnung Jesu, während dieser sein Todesurteil empfing (Markus 14, 62). Als das Krähen eines Hahnes im Morgengrauen Petrus an Jesu Vorhersage erinnerte, weinte er bitterlich (Markus 14, 66-72).

Diese Episoden aus seinem Leben zeigen beispielhaft: Petrus fehlte wiederholt die Kraft, seinem Glauben gemäß zu handeln, als es darauf angekommen wäre. Dennoch erhielt gerade er von Jesus den Namen „Fels“ und die Zusage der Gemeindegründung (Matthäus 16, 16-23).
Er war und blieb ein impulsiver Mann, der oft redete, bevor er nachdachte. Von ihm stammte auch die Idee, einen Ersatz für Judas zu wählen (Apostelgeschichte 1, 15ff), wir lesen nirgends, dass es einen Auftrag Jesu gegeben hätte, den durch Selbstmord aus dem Leben geschiedenen Apostel zu ersetzen.

Nun mag jemand angesichts all der Schwankungen sagen, dass Jesus ihn bereits im Vorgriff auf die Zeit nach der Erfüllung mit dem Heiligen Geist Fels genannt habe. Die Apostelgeschichte zeigt Petrus nach Pfingsten tatsächlich als todesmutigen Bekenner vor dem Hohen Rat, der die Sendung des Heiligen Geistes als Missionar und Leiter der Urgemeinde vorbildlich erfüllte (Apostelgeschichte 5, 29).

Allerdings war er, wenn man weiter liest, auch nach Pfingsten keineswegs seine charakterlichen Eigenarten los. Paulus erlebte ihn Jahre später als Heuchler und Feigling, die betreffende Begebenheit wollen wir genauer betrachten. Der Apostel Paulus bezog klar Stellung, als Petrus, immerhin der ältere Bruder im Glauben, der Fels, derjenige, der Jesus gekannt hatte, wieder einmal wankelmütig wurde:
„Als aber Kephas nach Antiochia kam, widerstand ich ihm ins Angesicht, weil er durch sein Verhalten verurteilt war. Denn bevor einige von Jakobus kamen, hatte er mit denen aus den Nationen gegessen; als sie aber kamen, zog er sich zurück und sonderte sich ab, da er sich vor denen aus der Beschneidung fürchtete. Und mit ihm heuchelten auch die übrigen Juden, so dass selbst Barnabas durch ihre Heuchelei mit fortgerissen wurde. Als ich aber sah, dass sie nicht den geraden Weg nach der Wahrheit des Evangeliums wandelten, sprach ich zu Kephas vor allen: „Wenn du, der du ein Jude bist, wie die Nationen lebst und nicht wie die Juden, wie zwingst du denn die Nationen, jüdisch zu leben?“ (Galater 2, 11-14)
Ausgerechnet Petrus, der durch eine Vision – durch ein übernatürliches Ereignis also - vor seinem Besuch im Haus des Kornelius belehrt worden war, dass Gott keinen Unterschied zwischen Juden und Heiden macht, hatte sich von den Heidenchristen zurückgezogen, als er Probleme witterte.

Diese Episode führte jedoch zu einem guten Ausgang. Ausgerechnet Petrus nämlich stand beim Apostelkonzil, das wenig später in Jerusalem stattfand, auf und erinnerte die Versammlung: „Ihr Brüder, ihr wisst, dass Gott mich vor langer Zeit unter euch auserwählt hat, dass die Nationen durch meinen Mund das Wort des Evangeliums hören und glauben sollten. Und Gott, der Herzenskenner, gab ihnen Zeugnis, indem er ihnen den Heiligen Geist gab wie auch uns; und er machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen, da er durch den Glauben ihre Herzen reinigte. Nun denn, was versucht ihr Gott, ein Joch auf den Hals der Jünger zu legen, das weder unsere Väter noch wir zu tragen vermochten?“ (Apostelgeschichte 15, 7-10).
Erneut zeigte sich, dass Simon Petrus in der Lage und bereit war, seine Fehler einzusehen und zu korrigieren. Deshalb – und nicht etwa, weil er keine Fehler gemacht hätte - war er tatsächlich der Fels, auf den Jesus seine Gemeinde gründen konnte.

Johannes

Johannes gehörte zusammen mit Simon Petrus und Jakobus zum engsten Kreis der Jünger, der auch in der jungen Kirche weiter eine besondere Rolle spielte. Erwähnung fand Johannes beispielsweise im Galaterbrief (ca. 50 nach Christus), als Paulus auf das Ansehen hinwies, das Johannes als eine der drei Säulen der jungen Kirche genoss (Galater 2, 9).
Johannes war, wie sein Bruder Jakobus, von Beruf Fischer. Die beiden Brüder bekamen von Jesus den Beinamen Boanerges (aramäisch, meist als „Donnersöhne“ übersetzt).
Im Johannesevangelium wird von einem namentlich nicht genannten Jünger stets mit der Wendung „der, den Jesus liebte“ gesprochen (Johannes 13, 23; Johannes 19, 26; Johannes 21, 7; Johannes 21, 20). Gemäß dem Schlusswort des Evangeliums (Johannes 21, 24) handelt es sich dabei um den Evangelisten selbst. Man möchte daraus auf Bescheidenheit schließen. Allerdings schien dieser Charakterzug dem Lieblingsjünger an anderen Stellen völlig zu fehlen, wie wir sehen werden.

Johannes wird in den Evangelien häufig erwähnt, wenn Jesus aus dem Kreis der Jünger nur ganz wenige mitnahm. „Und er erlaubte niemand, ihn zu begleiten, außer Petrus und Jakobus und Johannes, dem Bruder des Jakobus“, und zwar in das Haus der gerade verstorbenen Zwölfjährigern, um sie aufzuerwecken (Markus 5, 37). Johannes gehörte auch zu den drei Jüngern, die Jesus mit auf den Berg nahm, auf dem es dann zu einer Begegnung mit Elia und Mose kam (Matthäus 17, 1).
Johannes gilt vor allem deshalb als großes Vorbild, weil er bei der Kreuzigung Jesu nicht fortlief wie die anderen Jünger, sondern selbst dort noch zu Jesus stand - im Gegensatz zu Petrus, der große Versprechen gemacht und dann versagt hatte (Johannes 19, 26-27).

War Johannes nun wirklich so bescheiden, wie es seine Scheu, den eigenen Namen zu nennen, vermuten lässt? War er der perfekte Jünger, dem alles gelang?

Zumindest nicht immer. Johannes kam mit seinem Bruder Jakobus – unterstützt durch die Mutter – mit der Bitte zu Jesus, die beiden Ehrenplätze links und rechts vom Thron Jesu im kommenden Königreich einnehmen zu dürfen. Sie waren dabei außerordentlich selbstbewusst, denn sie versicherten, den gleichen Kelch wie Jesus trinken zu können (Matthäus 20, 20ff, Markus 10, 35ff). Die anderen zehn Jünger waren ziemlich empört und Jesus meinte, er wisse nicht, was er da rede.

Johannes konnte auch petzen: „Lehrer, wir sahen jemand Dämonen austreiben in deinem Namen; und wir wehrten ihm, weil er uns nicht nachfolgt.“ (Markus 9, 38) Jesus wies ihn zurecht.

Johannes fand bald darauf eine neue Gelegenheit, den künftigen Vizeregierungschef zu spielen. Jesus wurde auf dem Weg nach Jerusalem in einem Dorf nicht aufgenommen. „Als aber seine Jünger Jakobus und Johannes (wir erinnern uns, die beiden, die nach den Ehrenplätzen links und rechts gefragt hatten) das sahen, sprachen sie: Herr, willst du, dass wir sagen, dass Feuer vom Himmel herabfallen und sie verzehren soll?“ (Lukas 9, 54) Auch dafür gab es einen Verweis von Jesus.

Johannes war alles andere als feige. Er brachte den Mut auf, Jesus zu fragen, wer ihn verraten würde, und zwar angestiftet von Petrus, der sich selbst nicht traute: „Einer von seinen Jüngern, den Jesus liebte, lag zu Tisch an der Brust Jesu. Diesem nun winkt Simon Petrus zu erfragen, wer es wohl sei, von dem er rede. Jener lehnt sich an die Brust Jesu und spricht zu ihm: Herr, wer ist es?“ (Johannes 13, 23ff).

Jesus nahm später auch Johannes mit, als er in Gethsemane betrübt und geängstigt ins Gebet ging (Matthäus 26, 36 ff). Wir wissen allerdings, dass keiner, auch Johannes nicht, mit Jesus wachen und beten konnte. Auch er schlief ein.

Johannes war andererseits ein verantwortungsbewusster Mann, denn er übernahm die Versorgung der Mutter Jesu: „Als nun Jesus die Mutter sah und den Jünger, den er liebte, dabeistehen, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann spricht er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm der Jünger sie zu sich“ (Johannes 19, 26-27). Man kann daraus schließen, dass Joseph aus uns unbekannten Gründen für Maria nicht mehr als Versorger zur Verfügung stand.

Johannes rannte schneller als Petrus zum leeren Grab: „Die beiden aber liefen zusammen, und der andere Jünger lief voraus, schneller als Petrus, und kam zuerst zu der Gruft. Petrus wiederum ging hinein, während Johannes sich nicht traute: Als er (Johannes) sich vornüberbückt, sieht er die Leinentücher daliegen; doch ging er nicht hinein. Da kommt Simon Petrus, der ihm folgte, und ging hinein in die Gruft und sieht die Leinentücher daliegen...“
Erst als Petrus kein Unheil geschah, traute sich auch Johannes in das Grab und glaubte, dass es wirklich leer war (Johannes 20, 2-10).

Johannes erkannte Jesus nach der Auferstehung am Ufer, als sie nach einem nicht unerheblichen Fischzug noch im Boot saßen: „Da sagt jener Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Simon Petrus nun, als er hörte, dass es der Herr sei, gürtete das Oberkleid um - denn er war nackt - und warf sich in den See.“ (Johannes 21, 7)

Die beiden Freunde Petrus und Johannes blieben auch in der Apostelgeschichte ein Gespann, zum Beispiel waren es diese beiden, die den gelähmten Bettler auf dem Weg zum Tempel heilten: „Als dieser Petrus und Johannes sah, wie sie in den Tempel eintreten wollten, bat er, dass er ein Almosen empfinge. Petrus aber mit Johannes blickte fest auf ihn hin und sprach: Sieh uns an! Er aber gab acht auf sie, in der Erwartung, etwas von ihnen zu empfangen. Petrus aber sprach: Silber und Gold besitze ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers: Geh umher!“ (Apostelgeschichte 3, 3-6)

Die beiden wurden später nach Samaria geschickt, als dort die ersten Bekehrungen stattfanden (Apostelgeschichte 8, 14ff). Sie blieben ihrer Berufung treu – aber sie waren, das haben die Beispiele gezeigt, Menschen mit Schwächen und Stärken.

Ermutigend

Ich finde es ermutigend, dass die Bibel uns keine Superhelden und makellosen Heilsgestalten vorstellt, sondern solche ganz normalen Menschen mit ganz normalen Fehlern und Eigenarten, die sich vom Heiligen Geist nach und nach verändern und von Gott dabei gebrauchen ließen. Sie fingen einfach an, dem Herrn nachzufolgen, bevor sie perfekt waren. Andernfalls wären sie nie losgegangen, hätten bis zum Lebensende darauf gewartet, endlich heilig genug zu sein.
Wie beim Erwachsenwerden im natürlichen Bereich dauert die Heiligung, um einmal dieses alte Wort zu gebrauchen; ein Leben lang lernen wir hinzu, wenn wir aktiv sind und bleiben. Petrus war und blieb trotz aller Peinlichkeiten und Pannen der Fels, auf den Jesus seine Gemeinde gründen konnte. Johannes war und blieb trotz seiner Eigenarten bereit, für Jesus buchstäblich alles zu erleiden und ihm konnte die Offenbarung über die letzten Dinge anvertraut werden.

Die Petrusse und Johannesse, die Petras und Johannas von heute sitzen hier zusammen. Nur wer nichts tut, macht keine Fehler, und das ist der größte Fehler, der denkbar ist. In diesem Sinne lade ich uns ein, den beiden vorgestellten Jüngern nachzueifern.

Wir sollten uns nicht scheuen, wie Petrus zu einem Kranken zu sagen: „Was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers: Geh umher!“ Wir sollten den Mut haben, wie Johannes unter dem Kreuz bei Jesus zu bleiben, auch wenn es für uns brenzlig wird.

Wenn wir nicht gehen, wer denn dann?


P.S.: Die Grafik zum Artikel hat Herr van Rijn beigesteuert. Danke, Remmi!

Mittwoch, 31. Oktober 2007

In der Kürze...

...liegt die Würze.

Man hat mich gebeten, heute Abend im kleinen Kreis (10 - 15 Teilnehmer) über Petrus und Johannes zu sprechen. Dazu kondensiere ich den 50-Minuten-Vortrag Einheit in der Vielfalt auf 20 Minuten, damit genug Zeit für Gespräche bleibt. Jedenfalls ist das mein selbstgesetztes Zeitlimit.

Was meinen die geschätzten Blogbesucher? Klappt das?

Abstimmung beendet. Die Resultate stehen fest.Die Auflösung gibt es morgen. Die beste aller Ehefrauen wird sehr genau die Wanderung des Zeigers auf dem Ziffernblatt beobachten, hat sie mich doch gestern schon gefragt:
Will wou make it short?

Dienstag, 30. Oktober 2007

Eine große Lücke

Als ich gestern vormittag las, dass Evelyn Hamann gestorben ist, war ich bestürzt. Bin es noch immer.

Sie hatte, was den heutigen sogenannten Comedy-Stars samt und sonders zu fehlen scheint: Humor mit Stil, Kultur und Feingefühl. Charakter eben. "Ich kann nur spielen, was ich verstehe", hat sie einmal als Erklärung, warum sie etliche lukrative Rollen abgelehnt habe, gesagt.

Ich habe Evelyn Hamann auch abseits der Loriotsketche sehr geschätzt; ob Spielfilm oder Serie, sie konnte mit ihrer Kunst sogar eine inhaltlich eher flache Geschichte zu einem Erlebnis machen, das mir, dem Zusachuer, wohl tat. Das hat sie einmal als Geschenk, als Gabe bezeichnet: Dass sie mit ihrem Leben und Werk anderen Menschen Freude machen, anderen Menschen etwas Gutes tun kann, bedeute ihr ungeheuer viel und mache sie sehr dankbar.

Bundespräsident Horst Köhler hat den Angehörigen sein Beileid bekundet. "Viele Menschen in unserem Land teilen Ihre Trauer“, schrieb der Präsident. Hamann habe einen trockenen, unnachahmlichen Humor besessen und auf "liebenswerteste Weise, mit Herzlichkeit und hintersinnigem Witz“ auf menschliche Schwächen und Stärken hingewiesen. "Evelyn Hamann wird uns allen als eine großartige Darstellerin und als ein ganz besonderer Mensch in Erinnerung bleiben“, schrieb Köhler weiter.

Dem schließe ich mich an, dankbar für die vielen wunderbaren Stunden, die mir Evelyn Hamanns Kunst geschenkt hat. Es ist niemand in Sicht, der die Lücke füllen könnte.

Montag, 29. Oktober 2007

Poster / Movie / Exhibition

Kann man ein Poster in einen Kurzfilm verwandeln? Ja. Vor allem für regelmäßige Hörer der Theme Time Radio Hour ein Höchstvergnügen, aber auch für andere Kunstgenießer sicher interessant:

Das Poster

Der Film

Ellen Barkins brüchige Stimme, die Details aus dem Bild von Jamie Hernandez - fertig ist das Vergnügen.

Wer in und um Chemnitz wohnt, sollte sich wohl diese Ausstellung nicht entgehen lassen, auch wenn er Bob Dylan als Musiker nicht kennt oder mag (soll es geben, hört man*):

Stimmen der Stille


*Es soll auch Ausserirdische geben. Behaupten immer wieder irgend welche Wissenschaftler.

Samstag, 27. Oktober 2007

Vatican City


In den nächsten Tagen werde ich etwas sparsamer, wenn überhaupt, schreiben, da eine Menge Arbeit (zum Broterwerb) meine Zeit beansprucht. Zum Beispiel Übersetzungen wie diese:

For almost 1000 years (324-1309) the Popes lived at the Lateran Palace on the Caelian Hill in the east of Rome. Only because the Lateran building was out of repair on their return from 68 years in Avignon have they since 1377 lived in the Vatican or, for a while, at the Quirinal, now the residence of the president of Italy.

Ich bin also nicht faul, entrückt, verreist, oder sonst was. Nur beschäftigt. Gedanklich unter anderem in Vatican City und Botsuana (schrieb man früher Botswana, aber heute mit dem u statt dem w):

An expansion of British central authority and the evolution of tribal government resulted in the 1920 establishment of two advisory councils representing Africans and Europeans. Proclamations in 1934 regularized tribal rule and powers. A European-African advisory council was formed in 1951, and the 1961 constitution established a consultative legislative council.

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Verschwörung des Guten

...dafür entscheiden, etwas zu tun, das anderen außerhalb der Gruppe dient - um auf irgendeine Weise das Reich Gottes auszudrücken.Damit wärt Ihr praktisch das Gegenteil einer Terrorzelle. Was immer Ihr tut - tut es kreativ und freudig - dann schenkt Ihr den Menschen mit Eurer Freundlichkeit einen Hauch des Reiches Gottes.

In 22 Fortsetzungen hat sich der Sämann alias DoSi mit dem Buch von Brian McLaren über die "geheime Botschaft Jesu" beschäftigt. Ein etwas reißerischer Titel, denn das Geheimnis ist gar keines. Es geht um die Botschaft, die uns und den Generationen vor uns längst vorlag - aber haben wir sie verstanden?

Es ist keine Übertreibung zu sagen, daß für unsere Generation dasselbe gilt wie für die Zeitgenossen Jesu: Je nach dem, wie wir auf Jesu geheime Botschaft vom Reich Gottes reagieren, werden wir zwei verschiedene Welten schaffen: Eine höllische oder eine himmlische.

Man braucht Zeit, um die 22 Beiträge zu lesen - zweifellos. Aber es lohnt sich. Unbedingt. Hier geht es lang: Brian McLaren - The Secret Message of Jesus