Samstag, 17. November 2007

Übler Gestank aus der Gerüchteküche

In der Regel kommt aus einer Gerüchteküche nur Ungenießbares, was die Luft mit üblen Dämpfen verpestet. Zum Beispiel fragte mich jemand gestern per E-Mail:
Hast du gehört, dass Rick Joyner bei einer freimaurerischen Untergruppe ist, ein Ritterorden?
Solcher Unfug verbreitet sich schneller, als man sich vorstellen kann. Da hat jemand gehört, dass jemand gesagt hat, er hätte gelesen, dass... - und fertig ist die Rufschädigung.

In der Regel schenke ich solchen Gerüchten und Verleumdungen das, was sie verdient haben: Nichtbeachtung. Da ich für Rick Joyner häufig als Übersetzer ins Deutsche tätig war, möchte ich in diesem Fall ausnahmsweise den Gerüchteköchen und den vielen Kellnerinnen und Kellnern, die das Gebräu fleißig weiterreichen, ein wenig in die Suppe spucken:

Richtig ist, dass Rick Joyner Ritter des Malteserordens ist, und zwar auf Empfehlung (anders wird man nicht Mitglied).

Falsch ist alles weitere, was da an Gerüchten kursiert, zum Beispiel dass es sich um eine "freimaurerische Untergruppe" handelt.

Wer sich von den Gerüchteköchen einmal die Mühe gemacht hätte, eine simple Google-Suche durchzuführen, statt dummes Zeug nachzuplappern, hätte sowohl den Malteser-Orden als auch Rick Joyners Ausführungen (Englisch) zu seiner Mitgliedschaft gefunden. Eine deutsche Übersetzung seines Beitrages gibt es hier.

Das einzige, was man als nichtkatholischer Christ dem Malteserorden vorwerfen kann, ist die Tatsache, dass im "Maltesergebet" die für die katholische Kirche übliche Vermittlung des Gebetes durch Maria und andere "Heilige" vorkommt. Aber zeigt nicht allein die Tatsache, dass ein freikirchlicher Mensch wie Rick Joyner aufgenommen wurde, dass auch solche Relikte aus konfessionellen Traditionen nicht mehr die gleiche Rolle spielen wie einst?

Nun gut, es gibt Gläubige, die alles, was katholisch ist, für Teufelszeug halten. Ich zähle nicht dazu.

Wer übrigens die Malteser für Freimaurer hält und konsequent sein möchte, muss sich im Falle eines Unglücks vergewissern, dass er nicht etwa mit einem Krankenwagen transportiert wird, auf dem Malteser Hilfsdienst steht. Womöglich landet man dann noch in einem Malteser-Krankenhaus. Dann doch lieber an Ort und Stelle verbluten, stimmts?

Ach so, ja, und keinesfalls Mozartkugeln essen. Mozart war nämlich...

Freitag, 16. November 2007

Vom Nachteil, eine Heuschrecke zu sein

...und wir waren in unseren Augen wie Heuschrecken, und so waren wir auch in ihren Augen. (4. Mose 13, 29)
Mit diesen Worten beschrieben die Kundschafter, die das Land Kanaan besichtigt hatten, dessen Bewohner. Es handelte sich bei diesen Spionen um gestandene Männer, Fürsten ihrer Stämme, die bereits eine ganze Menge mit Gott erlebt hatten.

Nun kamen sie vom Auftrag zurück, das Land zu besichtigen, von dem Gott klar gesagt hatte:

...das Land Kanaan, das ich den Söhnen Israel gebe! (Vers 2)
Es hieß nicht, dass Gott ihnen dieses Land vielleicht geben würde, oder dass sie entweder dieses Land oder möglicherweise auch ein anderes haben sollten. Es hieß auch nicht, dass sie es kaufen oder verlustreich erkämpfen sollten. Gott hatte gesagt, dass er es dem Volk gibt.

Gleichen wir nicht manchmal diesen Kundschaftern? Gott gibt uns Verheißungen, wir betrachten die Umstände und kommen zu dem Schluss, dass wir Heuschrecken sind. Wir sehen die Riesen vor uns und sagen:

Wir können nicht gegen das Volk hinaufziehen, denn es ist stärker als wir. (Vers 31)

Oft stimmt ja unsere Beobachtung: Die Umstände, denen wir gegenüber stehen, sind riesig. Sie sind stärker als wir. Es ist uns unmöglich, irgend etwas gegen sie auszurichten. Doch das sollen wir auch gar nicht versuchen, denn wir würden kläglich scheitern. Wenn wir jedoch auf die Kraft Gottes vertrauen, sieht die Situation völlig anders aus.

Zwei von zwölf Kundschaftern beurteilten die Lage abweichend:

Das Land, das wir durchzogen haben, um es auszukundschaften, das Land ist sehr, sehr gut. Wenn der HERR Gefallen an uns hat, so wird er uns in dieses Land bringen und es uns geben, ein Land, das von Milch und Honig überfließt. Nur empört euch nicht gegen den HERRN! Und fürchtet doch nicht das Volk des Landes, denn unser Brot werden sie sein! Ihr Schutz ist von ihnen gewichen, und der HERR ist mit uns. Fürchtet sie nicht! (Kapitel 14, 7-9)
Glaube ist unnötig, wenn wir keinen ernst zu nehmenden Feinden beziehungsweise Problemen gegenüber stehen. Das, was wir aus unserer Kraft und mit unseren Möglichkeiten bewerkstelligen können, bedarf keines Glaubens.

Wir sind keine Heuschrecken, es kommt uns nur so vor, wenn unsere Perspektive verschoben ist. Wir sind Töchter und Söhne des lebendigen Gottes, des Schöpfers von Himmel und Erde. Wir sind Bürger des Reiches Gottes. Wir sind die, denen Jesus aufgetragen hat, die gleichen Werke wie er und noch größere zu tun. Wir sind diejenigen, denen er versprochen hat, alle Tage und Nächte bei uns zu sein. Wir sind die Erben der Verheißungen.

Das Volk Israel bekam das Land, das Gott versprochen hatte. Allerdings mit 40 Jahren Verspätung, weil das Volk den zehn Kundschaftern geglaubt hatte, die sich als Heuschrecken empfanden.

Wir können uns entscheiden, ob wir Heuschrecken sein möchten oder ob wir Gott glauben. Jeder kann die Zusagen Gottes entweder annehmen oder bezweifeln.

Das Heuschreckengerede von unüberwindlichen Hindernissen und grässlichen Riesen führt unter Umständen dazu, dass 40 Jahre vergehen, bevor eine Verheißung sich erfüllt. So lange will ich eigentlich lieber nicht warten...

Donnerstag, 15. November 2007

Vom Vorteil, ein Esel zu sein

In der Bibel finden wir eine wundersame Eselin, die ihrem Reiter ziemlichen Verdruss macht und dafür Schläge erntet.

Insgesamt ist die Geschichte (4. Mose) ziemlich verwickelt. Bileam, der Reiter des störrischen Tieres, wohnt in Mesopotamien und muss wegen seiner Weissagungen bekannt gewesen sein, denn als die Israeliten nach ihrem Sieg über die Ammoniterkönige östlich vom Jordan lagern, schickt der Moabiterkönig Balak seine Boten zu ihm. Er bittet Bileam zu kommen und Israel zu verfluchen. Ihm ist bekannt, dass sein Wort eintrifft. Er sagt:
Denn ich habe erkannt: wen du segnest, der ist gesegnet, und wen du verfluchst, der ist verflucht. (4. Mose 22, 6)
Die Gesandten hatten einen längeren Weg von etwa 20 Tagereisen zurückgelegt, doch Bileam weigert sich, mitzuziehen. Er hatte nämlich klare Anweisungen:
Und Gott sprach zu Bileam: Du sollst nicht mit ihnen gehen; du sollst das Volk nicht verfluchen! Denn es ist gesegnet.
Balak gibt sich mit der Ablehnung nicht zufrieden, und neue, vornehmere Boten erreichen schließlich, dass Bileam doch mitkommt. Gott gesteht es ihm unter einer Bedingung zu:
Wenn die Männer gekommen sind, um dich zu rufen, mache dich auf, geh mit ihnen! Aber nur das, was ich dir sagen werde, darfst du tun!
Was sich dann ereignet, mutet zunächst widersprüchlich an. Gott hatte gerade gesagt, dass Bileam mit ihnen gehen solle, und dann lesen wir:
Da entbrannte der Zorn Gottes, dass er ging.
Was soll das?

In 2. Petrus 2, 15 finden wir eine Erklärung. Petrus schreibt hier über die falsche Gesinnung mancher Propheten. Dabei führt er aus:
Sie sind abgeirrt, da sie den geraden Weg verlassen haben, und sind nachgefolgt dem Weg Bileams, des Sohnes Beors, der den Lohn der Ungerechtigkeit liebte, aber eine Zurechtweisung der eigenen Gesetzlosigkeit empfing: ein stummes Lasttier redete mit Menschenstimme und wehrte der Torheit des Propheten.
Im Judasbrief lesen wir über Irrlehrer in der Gemeinde:
Wehe ihnen! Denn sie sind den Weg Kains gegangen und haben sich für Lohn dem Irrtum Bileams völlig hingegeben.
Bileam zieht nicht mit den vornehmen Boten, um zu tun, was Gott ihm auftragen wird, sondern um des versprochenen Lohnes willen. Deshalb entbrennt der Zorn Gottes, und der Engel des Herrn tritt ihm "als Widersacher in den Weg."

Nun handelt seine Eselin, die mehr Weisheit zu haben scheint als ihr Besitzer: Sie erkennt den Engel Gottes und redet schließlich mit ihrem Reiter.
Da öffnete der HERR den Mund der Eselin, und sie sagte zu Bileam: Was habe ich dir getan, dass du mich nun schon dreimal geschlagen hast?
Vielleicht noch erstaunlicher als diese plötzliche Sprachbegabung des Reittieres ist Bileams Reaktion darauf. Er erschrickt nicht darüber, dass die Eselin sprechen kann, er wundert sich nicht, dass hier Unerhörtes geschieht, sondern:
Bileam sagte zu der Eselin: Weil du Spott mit mir getrieben hast. Hätte ich doch ein Schwert in meiner Hand! Gewiss hätte ich dich jetzt erschlagen!
Dieser Prophet scheint etwas begriffsstutzig zu sein.
Und die Eselin sagte zu Bileam: Bin ich nicht deine Eselin, auf der du geritten bist von jeher bis zum heutigen Tag? War es je meine Gewohnheit, dir so etwas zu tun? Und er sagte: Nein.
Bileam versteht immer noch Bahnhof. Nun öffnet Gott seine Augen und er erkennt nicht nur den Engel mit dem gezogenen Schwert, sondern auch, dass er gesündigt hat. Er will umkehren. Aber der Engel fordert ihn auf, weiterzuziehen, legt ihm jedoch erneut besonders nahe, nur das zu reden, was Gott ihm sagen wird.

Für Balak hat Bileam dann eine Überraschung parat: Er spricht keinen Fluch, sondern nur Segen über Israel aus. Zumindest soweit hat Bileam verstanden, dass er auf dem falschen Weg gewesen war.

Doch obwohl Gottes Geist ihn erfüllt (4. Mose 24,2) und Bileam Gottes Worte erkennt und weitersagt, gibt er später den Midianitern, den Nachbarn und Verbündeten Moabs und auch Balak den Rat, Israel zum Abfall vom Herrn und zum Götzendienst zu verleiten (4. Mose 31,16). Schließlich wird Bileam in einer Schlacht getötet, obwohl er sich eigentlich gewünscht hatte, den "Tod der Aufrichtigen" zu sterben (4. Mode 23,10).

Im Neuen Testament ist Bileams Name ein Sinnbild der Habsucht und der Teilnahme an heidnischen Kulten (2. Petrus 2,15 und Judas 11). Er diente dem Herrn als Werkzeug, war mit Heiligem Geist erfüllt und versagte später auf der ganzen Linie - mit weitreichenden Folgen. In der Offenbarung lesen wir:
Aber ich habe ein weniges gegen dich, dass du solche dort hast, welche die Lehre Bileams festhalten, der den Balak lehrte, eine Falle vor die Söhne Israels hinzustellen, so dass sie Götzenopfer aßen und Unzucht trieben. (Offenbarung 2, 14)
Es gibt Situationen im Leben, bei denen wir wie Bileam beim Ritt auf der Eselin reagieren. Wir kennen den Herrn, haben seine Stimme gehört, vermeintlich oder tatsächlich seine Erlaubnis für ein Vorhaben bekommen - und dann stellt sich ein Engel in unseren Weg, um uns vor schlimmen Folgen zu bewahren. Anstatt aufmerksam zu werden, unsere Motivation zu überprüfen, Gott um weiteren Rat zu fragen, prügeln wir die Eselin. Wir könnten innehalten, aber unsere Sturheit will voran. Wir sind blind für die geistliche Realität - sehen nicht den Engel mit dem gezogenen Schwert.

Wäre es da nicht besser, ein Esel oder eine Eselin zu sein? Offene Augen zu haben, und nicht in das hinein zu rennen, wovor uns Gott gerade bewahren möchte?

Es gibt solche Situationen. Es gibt aber auch den Widerstand des Teufels bei einem Vorhaben, das richtig ist. Um solchen Widerstand zu überwinden, sind natürlich andere Schritte notwendig - aber auch oder gerade dann ist es notwendig, zuerst zu Gott zu kommen und seinen Rat einzuholen.

Wenn du also in einer Lage bis, in der alles wie festgefahren wirkt, dann sei ein Esel oder eine Eselin. Bewahre deine geistliche Sicht oder lass dir, wenn du sie verloren hast, von Gott die Augen öffnen, damit du die Umstände richtig sehen und entsprechend handeln kannst. Verbringe lieber zwei Stunden im Gebet und mit der Bibel, als 20 Minuten mit blindwütigen Bemühungen, die Eselin in Bewegung zu setzen.

Womöglich ist gar nicht das Tier störrisch, sondern der Mensch, der darauf sitzt?

Mittwoch, 14. November 2007

Ein Freund in der Tagesschau

Gestern kurz nach 20 Uhr tauchte zwischen all den Münteferings, Merkels, Becks und Steinmeiers auch einer meiner Freunde für zwei oder drei Sekunden im Ersten Deutschen Fernsehen auf.

Er las in einer Broschüre, um die neben ihm schlummernde Dame im Warteraum einer deutschen Behörde nicht durch Konversation zu stören. Es muss wohl ein Filmschnipsel aus dem Tagesschau-Archiv gewesen sein, denn meines Wissens ist mein Freund mittlerweile über das Broschürenlesen hinaus...

Na so was. Ich war letzte Woche im Bundestag - die Tagesschau hat mich ignoriert. Bin ich jetzt froh oder eingeschnappt? Oder einfach nicht so fotogen?

Gips am Bein

Wenn ein Ehepaar, wie die Bibel sagt, ein Fleisch, also ein Organismus ist, dann ist eines von meinen vier Beinen seit gestern im Gips, weil einer von meinen vier Füßen vorgestern abend bei einem Unfall gebrochen wurde.
Daher kam ich gestern nicht zum Bloggen oder Mails beantworten und werde auch in den nächsten Tagen weniger Zeit haben als sonst, denn wer sich mit Gips am Bein mittels Gehhilfen (früher hieß das Krücken) durch Wohnung und Welt bewegt, kann ja - probiert es ruhig aus, liebe Leser - nicht mal eine Tasse Kaffee sicher von der Küche ins Arbeitszimmer transportieren...

Sonntag, 11. November 2007

Von wegen Lazy Sunday...

...afternoon. Ich habe zwar in den letzten Tagen nichts auf den Blog gebracht, war aber gut beschäftigt und fleißig.

Am Freitag waren Eva und ich im Deutschen Bundestag (eine persönliche Einladung der CDU Reinickendorf, inklusive Führung und sachkundigen Erklärungen durch einen Abgeordneten im Europa-Parlament) - es war ein sehr interessanter Spätnachmittag und Abend. Wir sind zwar keine Mitglieder der genannten Partei, aber wir wurden ganz lieb umsorgt und haben die Zeit im hohen Haus der deutschen Politik genossen.

Am Wochenende habe ich dann etliche Stunden darauf verwendet, unsere Firmen-Homepage an die geänderten Angebote anzupassen und ihr dabei gleich ein völlig neues Gewand einschließlich Struktur zu geben. Wer schon mal vorab schauen will: MatMil demnächst.

In den nächsten Tagen werden nun alle Texte noch ins Englische übersetzt, dann geht sie "richtig" online. Sollte jemand noch Tippfehler* finden, sind wir für jeden Hinweis dankbar - wäre ja echt peinlich.

Nun aber ist Feierabend, jawohl, so was gibt es am Sonntag um 19:00 Uhr tatsächlich auch für Freiberufler...

*P.S. am Montag: Die Fehler im Bereich "Ghostwriting" habe ich gerade gesehen - sie werden morgen früh verschwunden sein.

Freitag, 9. November 2007

Emerged to find Jesus

Mit leichten Variationen im Text wird jedes Konzert der Never Ending Tour seit mehreren Jahren so angekündigt:


Ladies and gentlemen please welcome the poet laureate of rock 'n' roll. The voice of the promise of the 60's counterculture. The guy who forced folk into bed with rock. Who donned makeup in the 70's and disappeared into a haze of substance abuse. Who emerged to find Jesus. Who was written off as a has-been by the end of the 80's, and who suddenly shifted gears releasing some of the strongest music of his career beginning in the late 90's. Ladies and gentlemen - Columbia recording artist Bob Dylan!

Meist geht das im Begeisterungssturm des Publikums ein wenig unter, denn wer will schon den Announcer hören, wenn His Bobness kommt.

Ich freue mich jedes Mal, dass Jesus auch bei den Theme Time Radio Hours nicht ausgesperrt wird. In dieser Woche ging es um Körperteile, von Kopf bis Fuß. Wie üblich mit allerlei Witzen (...to pick out pants, put em round your neck!) und Skurrilitäten (the guy who opens beer bottles with his eye socket) gespickt...


  • From Head To Toe - Smokey Robinson & The Miracles (1965)
  • Dry Bones - The Delta Rhythm Boys (1953)
  • I've Got You Under My Skin - Louis Prima & Keely Smith (1959)
  • I Wanna Be Like You (The Monkey Song) - Louis Prima (1967)
  • A Fistful Of Dollars - Ennio Morricone (1964)
  • Fist City - Loretta Lynn (1968)
  • Down On Bended Knee - Johnny Copeland (1962)
  • Heart Of Glass - Blondie (1978)
  • Ten Tiny Toes, One Baby Nose - Sol Hoopii and His Novelty Quartet (1933)
  • Finger Poppin' Time - Hank Ballard & The Midnighters (1960)
  • Roll In My Sweet Baby's Arms - The Monroe Brothers (1936)
  • Big Legs - Gene Phillips (1947)
  • Moulty - The Barbarians (1966)
  • She's Scattered Everywhere - Archibald (1950)
  • If I Only Had A Brain (The Wizard Of Oz) - Shorty Rogers (1959)
  • Brain Cloudy Blues - Bob Wills & His Texas Playboys (1946)
  • Waist Deep In The Big Muddy - Pete Seeger (1967)
  • With Arms Outstretched - Rilo Kiley (2002)

Sakrales und Säkulares in bunter Mischung, die Spaß macht. Ein gut aufgelegter Bob Dylan, der behauptet, die Sendung in Cannes aufzuzeichnen, während Pierre Mencini behauptet, man befände sich im Historical Abernathy Building. Prima so. Genau richtig: I'm not there.

Croz sei Dank, hier ist die Sendung:

From Head to Toe

P.S.: Foto von Columbia Records. Schließlich geht es ja um den Columbia Recording Artist... :-)

Donnerstag, 8. November 2007

Ilsebill salzte nach.

Es ist nun wirklich reiner Zufall, dass gestern Salz das Thema dieses Blogs war und heute Ilsebill nachsalzen darf. Das Salz der Ilsebill ist sowieso ein anderes. Es dient der Geschmacksverbesserung eines Fischgerichtes.

Die Rede ist, Literaturkenner haben es längst an der Überschrift erkannt, vom Beginn eines ganz großartigen Romans. In einem Wettbewerb um den besten ersten Satz wurden 17.000 Einsendungen ausgewertet. Die Jury kam zu folgendem Ergebnis:

Platz 1:
Ilsebill salzte nach.
Günter Grass: Der Butt

Platz 2:

Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.
Franz Kafka: Die Verwandlung

Platz 3:

Hamilkar Schaß, mein Großvater, ein Herrchen von, sagen wir mal, einundsiebzig Jahren, hatte sich gerade das Lesen beigebracht, als die Sache losging.
Sigfried Lenz: Der Leseteufel


Dies sind die drei Siegersätze bei der Erwachsenenliteratur. In meiner kleinen Erzählung Sprachlos hatte ich vor zwei oder drei Jahren erste Sätze erwogen und verworfen, keiner der drei Sieger dieses Wettbewerbes war dabei. Dennoch schließe ich mich gerne der Jury an, denn dies sind wahrlich drei ganz famose erste Sätze.

Mehr Einzelheiten zum Wettbewertb und die Siegersätze aus anderer Sparte sind zu finden in Die Welt. Nicht in der Welt. In die Welt.

Dienstag, 6. November 2007

Salz

Das Matthäusevangelium überliefert uns sehr detailliert eine Fülle der Lehren Jesu. Die Kapitel 5 bis 7 umfassen das, was meist als „Bergpredigt“ bezeichnet wird. Darin gibt es ein paar Stellen, die oft in Predigten oder anderen Betrachtungen nicht im Zusammenhang gesehen, sondern aus ihm herauslöst werden. Dabei geht leicht zumindest ein Teil dessen verloren, was Matthäus tatsächlich berichtet.

Zum Beispiel:
Ihr seid das Salz der Erde; wenn aber das Salz fade geworden ist, womit soll es gesalzen werden? Es taugt zu nichts mehr, als hinausgeworfen und von den Menschen zertreten zu werden. (Matthäus 5, 13)
Das klingt erst mal ganz gut, meist wird daraus eine Predigt darüber, dass man Zeugnis geben und sein, das Evangelium zu den Menschen bringen soll. Oder dass Salz eine konservierende, reinigende Wirkung habe und wir als Christen insofern „salzig“ sein müssten. Das ist an und für sich völlig richtig. Aber – ist das wirklich das, was Jesus hier anspricht?

Im Zusammenhang gesehen lesen wir:
Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und alles Böse lügnerisch gegen euch reden werden um meinetwillen. Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren. Ihr seid das Salz der Erde; wenn aber das Salz fade geworden ist, womit soll es gesalzen werden? Es taugt zu nichts mehr, als hinausgeworfen und von den Menschen zertreten zu werden. (Matthäus 5, 11-13)
Nun mag mancher fragen: Was hat denn Verfolgung, Schmähung und lügnerische Rede mit dem Salz zu tun? Eine ganze Menge. Salz ist nämlich in der Heiligen Schrift nicht nur ein Konservierungs- und Geschmacksmittel, sondern häufig etwas, was geopfert wird:
Alle Opfergaben deines Speisopfers sollst du mit Salz salzen und sollst das Salz des Bundes deines Gottes auf deinem Speisopfer nicht fehlen lassen; bei allen deinen Opfergaben sollst du Salz darbringen. (3. Mose 2, 13)
Salz ist auch ein Zeichen der Vernichtung:
Und Abimelech kämpfte jenen ganzen Tag gegen die Stadt. Und er nahm die Stadt ein, und das Volk, das darin war, erschlug er. Und er riß die Stadt nieder und bestreute sie mit Salz als Zeichen bleibender Verwüstung. (Richter 9, 45)
Es geht Jesus in Matthäus 5 nicht um das Evangelisieren oder das Bewahren von christlichen Werten, sondern darum, dass seine Nachfolger verfolgt, geschmäht, verlästert und ihres Lebens beraubt werden. Das wird noch deutlicher, wenn wir uns die entsprechenden Verse bei Lukas anschauen:
So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein. Das Salz nun ist gut. Wenn aber auch das Salz kraftlos geworden ist, womit soll es gewürzt werden? Es ist weder für das Land noch für den Dünger tauglich; man wirft es hinaus. Wer Ohren hat zu hören, der höre. (Lukas 14, 33-35)
Auch bei Markus finden wir das Salz im Zusammenhang mit Nachfolge um jeden Preis und Opferbereitschaft:
Und wenn dein Auge dir Anlaß zur Sünde gibt, so wirf es weg! Es ist besser für dich, einäugig in das Reich Gottes hineinzugehen, als mit zwei Augen in die Hölle geworfen zu werden, "wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt". Denn jeder wird mit Feuer gesalzen werden und jedes Schlachtopfer wird mit Salz gesalzen werden. Das Salz ist gut; wenn aber das Salz salzlos geworden ist, womit wollt ihr es würzen? Habt Salz in euch selbst, und haltet Frieden untereinander! (Markus 9, 47-50)
Wenn Jesus also im Rahmen seiner Bergpredigt sagt, wir seien das Salz der Erde, dann meint er, dass wir als seine Nachfolger Salz sind, wenn „sie uns schmähen und verfolgen und alles Böse lügnerisch gegen uns reden werden.“ Solches Salz wird nicht „hinausgeworfen und von den Menschen zertreten“, sondern es ist etwas Wertvolles. Dann dürfen wir uns „freuen und jubeln“.

Sicher ist es angenehmer, in Frieden und unbehelligt zu leben. Merkwürdig – also würdig, sich das zu merken – scheint mir dabei der Umstand, dass die Gemeinde in Jerusalem erst Verfolgung brauchte, um ihren Auftrag, „in alle Welt“ zu gehen, anzupacken.

Hier in Deutschland kommt die Welt zu uns: Asylanten, Migranten, Studenten, Spezialisten, Touristen... Und dann ist ja da auch noch unser Nachbar, der von Jesus nichts weiß.

Was darf uns eigentlich die Nachfolge Jesu und sein Auftrag an uns kosten?

Montag, 5. November 2007

Herausforderung Islam

Geht es nach der Presse, dann muss man ungefähr diesen Eindruck gewinnen:
Berlin ist eine Stadt mit rein islamischen Wohngebieten, Moscheen, Zwangsverheiratungen von minderjährigen Mädchen, islamischen Cafés mit verhängten Fenstern, kriminellen Parallelgesellschaften und Morden an aufmüpfigen Frauen sowie an den verhassten Christen*. Erst kürzlich sagte ein Angeklagter bei der Vernehmung, dass das deutsche Recht ungültig sein, lediglich der Koran sei verbindliche Richtlinie.
Es stimmt: Wer sich aus dem Islam zum Christentum bekehrt, hat laut Koran den sofortigen Tod verdient.
Berlin ist nicht die einzige Stadt in Deutschland, in der die islamischen Gruppen wachsen. Die Herausforderung des Islam für die Kirchen und die westliche Gesellschaft kann nicht mehr ignoriert werden.

Nun darf man selbstverständlich nicht alle Moslems in einen Topf mit den Gewalttätern werfen, es gibt genug Verbrechen, die nichts mit Koran und Moslems zu tun haben - und die Kirchengeschichte ist voller grausamer Verbrechen im Namen der christlichen Religion. Die Presse berichtet so gut wie nie über die stillen, fleißigen, friedlichen Moslems. Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten, gilt für Journalisten.
Doch auch die friedliche, unauffällige Mehrheit der Moslems bleibt den Deutschen fremd und unzugänglich. Es scheint auch bei den Christen eine meist unterschwellige Furcht, gewisse Gefühle der Ohnmacht und vor allem Ratlosigkeit zu geben, wenn es darum geht, ob und wie wir mit Moslems umgehen. Dies sei nicht richtig und nicht notwendig, sagt ein Experte, der am Ende dieser Woche in Berlin zum Thema reden wird:

Dr. Stuart Robinson ist ein weltweit anerkannter Islam-Experte. Er verfügt über ein fundiertes Fachwissen, nicht nur über die geschichtliche Entwicklung und die geistlichen Hintergründe des Islam, sondern auch über die aktuelle weltweite Situation. In seinen Vorträgen gibt er viele wertvolle Einblicke und Anregungen, wie wir uns dieser Herausforderung stellen können. Er ist Pastor einer der größten Gemeinden in Australien, der 'Crossway Baptist Church' in Melbourne, einer charismatischen Baptistengemeinde. Die Kirche hat ca. 4000 Mitglieder und etliche Tochtergemeinden. Robinsons Gemeinde hat 55 Missionare ausgesandt.

Durch seinen Dienst haben sich viele Moslems bekehrt. Daraus ist eine Bewegung entstanden, die auf einige tausend Christen angewachsen ist. Robinson berichtet aus der Praxis, er ist kein reiner Theoretiker sondern jemand, der Mullahs in ihren Moscheen aufgesucht hat und auf Moslems zugeht, statt ihnen auszuweichen. Von seinen vielfältigen Erfahrungen berichtet er nun auch in Berlin.

Termine: Freitag, 9. November und Samstag, 10. November 19:30 Uhr, Sonntag, 11. November 10:00 Uhr und 19:00 Uhr jeweils im C-Campus, Waidmannsluster Damm 7 C-E, 13507 Berlin. Eintritt frei.

*Wer es nicht glauben will, dass Christen für Moslems vogelfrei sind und dass mancher Unfall in unseren Städten in Wirklichkeit ein Mord ist, möge sich diesen Bericht aus der ARD ansehen: Report Mainz: Christenverfolgung in Deutschland