Freitag, 23. Mai 2008

Berlin Missional


Ich bin dabei, voraussichtlich mit Hut. Wer noch? Mit oder ohne Hut?

Berlin Missional - Freitag, 30. Mai, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 1. Juni, 13.00 Uhr.

In Berlin gibt es eine wachsende Zahl von Christen, die sich in den »Kiezen« und »Milieus« ihrer Stadt engagieren. Sie wohnen in sozialen Brennpunkten, beteiligen sich am kommunalen Leben oder arbeiten unter vernachlässigten Zielgruppen. »Berlin missional« bietet die Möglichkeit, einigen dieser Christen vor Ort zu begegnen und von ihren Erfahrungen zu hören und zu lernen.

Nähere Infos: Flyer / Webseite

vrône lîcham

Ich habe als Kind, frisch von Berlin nach Bayern importiert, mal meinen Opa gefragt, warum die Katholiken froh über einen Leichnam seien und warum das auch noch als Feiertag gelte.
Mein Großvater, ein freikirchlich-protestantischer Pastor, hat mich aufgeklärt, dass Fronleichnam mit »froh« und »Leichnam« nichts zu tun habe und hinzugefügt, dass es doch wunderbar sei, wenn Menschen betend und lobend durch die Straßen ihrer Städte und Dörfer gingen. »Auch wenn wir andere Formen haben, die Gegenwart des Herrn Jesus zu feiern, ist es doch der gleiche Herr Jesus«, meinte mein Opa.

Daran muste ich gestern denken, als ich in der Tagesschau die Bilder von den Prozessionen sah. Mein Opa war tatsächlich ein weiser Mann Gottes. Mir sind bis heute solche Aufmärsche für Jesus lieber als Demonstrationen, die gegen etwas sind. Ob nun Fronleichnam oder Gebetsspaziergänge, ob nun Jesus-Tag oder »Undercover Gebet« mitten in den 1. Mai Demos. Ob nun evangelisch oder freikirchlich oder katholisch.

Apropos katholisch: Solche Gebetsnächte wie die in der katholischen St. Adalbert-Kirche in Berlin finde ich einfach nur klasse! Hier mein kurzer Artikel: Nightfever - macht die Nacht zum Tag

Donnerstag, 22. Mai 2008

Geschafft: München ist jetzt Stadtteil von Berlin

Berlin atmet auf. Die alte Rivalität zwischen der deutschen Hauptstadt und der Residenz derer, die jenen südlichen Freistaat regieren, ist beendet. München ist jetzt eingemeindet, wurde zu einem Stadtteil unter vielen, wie Steglitz-Zehlendorf, Charlottenburg und all den anderen.

Dokumentiert wurde dieser Vorgang, der übrigens ohne Beteiligung der Bevölkerung vor sich ging, heute von der Telekom, und die muss es ja schließlich wissen: Das neue Berliner Telefonbuch ziert ein Foto vom Münchner Rathaus.

Frage: Müssen wir jetzt Bayerisch lernen, um uns mit den Eingemeindeten verständigen zu können, oder lernen die Südstaatler Berlinerisch? Na, schaun mer mal...

Mittwoch, 21. Mai 2008

Frank Schätzing: Lautlos

Er ist schon ein ganz und gar hinterlistiger Autor, dieser Frank Schätzing. Da hat er mich über mehr als 600 Seiten so richtig an der Nase herumgeführt, bevor er in den letzten Kapiteln mit der Wahrheit herausrückt. Oder mit dem, was er mir als Wahrheit unterzujubeln versucht: Hinter dem missglückten Anschlag auf den amerikanischen Präsidenten in Köln steckte gar nicht jener Drahtzieher, den er mir so glaubhaft vorgegaukelt hat...

Das Obige sei bitte als uneingeschränktes Lob verstanden. Von dem vielgepriesenen Roman »Der Schwarm« war ich zwar angetan, aber lange nicht so gefesselt wie von diesem Buch mit dem Titel »Lautlos«.

Es gelingt Schätzing, seine Protagonisten so glaubhaft und lebendig zu schildern, dass man meint, sie wirklich kennen zu lernen. Und, das ist das Tückische an diesem Roman, die Handlung ist in reale Ereignisse so geschickt eingebettet, dass man als Leser nicht nur geneigt ist, dem Autor zu glauben, sondern man tut es tatsächlich. Immer wieder. Und wieder. Und noch einmal. Bis zum Ende.
Den letzten Seiten des Romans folgen noch etliche Abschnitte mit dokumentarischem Inhalt, die habe ich dann allerdings nur überflogen, nicht gelesen. Für mich bedurfte es keiner Untermauerung mit Fakten mehr, dass ich einem ganz und gar ungewöhnlichen, zügig vertuschten Ereignissen beiwohnen durfte.
Natürlich: Es ist nur ein Roman. Niemand hat in Köln versucht, Bill Clinton mit einer technisch ausgefeilten Laserwaffe umzubringen. Alles erfunden. Oder doch nicht?
Lex lächelte und schüttelte den Kopf.
»Gar kein Attentat.«
»Wie bitte?«
»Es hat kein Attentat gegeben. Ich sagte vorhin, der Bundeskanzler und der Präsident wurden ins Bild gesetzt, wenn auch nicht detailliert. Sie haben übereinstimmend -«
»Augenblick!« Lavallier hob die Hände. »Nur, dass ich das richtig verstehe: Sie wollen jetzt schon behaupten, die Serben -«
»Lavallier, es ist scheißegal, ob es die Serben waren«, sagte der PPK-Mann kategorisch. »Und ob sie mit einem Laser oder einer Wasserpistole geschossen haben, ist genauso schnuppe. ... Irgendwann wird sogar O'Connor zu dem Schluss gelangen, dass er Gespenster gesehen hat.«
Mein Fazit: Eine spannende Lektüre, die sowohl inhaltlich als auch sprachlich überzeugt, ein rundum empfehlenswerter Thriller. Nebenbei habe ich eine Menge über den Kosovo-Konflikt, Irischen Whisky, die Abgründe der amerikanischen Politik und die Zusammenarbeit von Russen-Mafia, PLO sowie anderen Terroristengruppen gelernt. Natürlich: Es ist nur ein Roman. Niemand hat sich jemals in Köln zu einer Kosovo-Konferenz getroffen...

Und wie ließ doch Stephen King in »Langoliers« einen Autor so richtig ausrufen? »Glaubt niemals einem Schriftsteller! Hört ihnen unbedingt zu, aber um Himmels Willen glaubt ihnen nicht! Was wäre, wenn ich mich geirrt hätte?«

Frank Schätzing: Lautlos
Euro 9,95
Taschenbuch: 694 Seiten
Verlag: Goldmann (März 2006)
ISBN-13: 978-3442459223
Überall erhältlich, zum Beispiel hier bei Amazon: Lautlos

Die Alternative...

...zu den überhöhten Benzinpreisen:Gefunden bei Don Ralfo

Dienstag, 20. Mai 2008

Montag, 19. Mai 2008

Nur noch 3...

...Stück sind verfügbar. Ergo: Jetzt oder nie. 236 Seiten für 5 Euro, wo gibt es denn so was? Na hier: Wenn weg, dann weg.

Nachtrag 22. Mai: Ich habe den Text nun durchgestrichen. Der intelligente Leser weiß, was das bedeutet. Für den anderen Leser: Aus die Maus. Ente Malente. Rien ne va plus. Sorry, the book is now sold out.

Doch wie so oft im Leben: Trost ist gar nicht so fern. Natürlich kann man den Roman (und anderes aus meiner Feder) auch weiterhin käuflich erwerben, bloß eben nicht mehr für 5 Euro, sondern zum normalen Preis. Bittesehr, hier entlang: Die Bücher

Mord im Umspannwerk-Ost

Am Freitag waren wir Zeugen eines Mordes und seiner recht zügigen Aufklärung innerhalb von knapp zwei Stunden. Und zwar in einer Gegend Berlins, die wir, im grünen Lichterfelde beheimatet, eher selten aufsuchen: Berlin Friedrichshain. In einem stillgelegten Umspannwerk. Obwohl zahlreiche Menschen zugegen waren, wurde dort ein britischer Gentleman, von womöglich mangelhaften Umgangsformen heimgesucht, aber immerhin ein ganz normaler Mensch, kaltblütig erschossen. Es ist wohl doch besser, solche Gegenden in Berlin auch künftig zu meiden?

Um die erfolgreiche Klärung der Täterfrage gleich vor Ort machte sich eine freundliche ältere Dame sehr verdient, eine gewisse Miss Marple. Und damit habe ich ja schon verraten, dass es kein echter Mord war.

Das Kriminaltheater Berlin spielt, nomen est omen, ausschließlich Kriminalstücke. Henning Mankell, Edgar Wallace... - und Agatha Christie.

Ich hatte es mir verkniffen, ins Bücherregal zu greifen, und den vor über 30 Jahren gelesenen Mord im Pfarrhaus noch einmal aufzuschlagen, ich fand es so viel spannender. Allerding: Schon während der Vorstellung kehrte die Erinnerung an die Lektüre bereits zurück.

Der Theaterbesuch war ein Geschenk der besten aller Ehefrauen zum Hochzeitstag gewesen - und ich wurde samt Eva und Teresa sowie den bereits erwähnten zahlreichen anderen Zeugen gar köstlich unterhalten.

Wirklich gute Schauspieler, ein sehr ungewöhnliches Ambiente im ehemaligen Umspannwerk - daher eine aufrichtige Empfehlung: Wer (mal) in Berlin ist und Lust auf ein etwas anderes Theatererlebnis hat, sollte sich das Programm anschauen. Es lohnt sich: Das Kriminaltheater Berlin macht Spaß. Die Gastronomie ist ebenfalls nicht ohne.

Samstag, 17. Mai 2008

Sind die 81 einzuholen?

Gelegentlich löst ein Blogeintrag eher Schweigen aus, manchmal aber auch hitzige - oder zumindest rege - Diskussionen.

Mein eigentlich eher kurzer Bezug auf Todd Bentley und Lakeland hat (es ist jetzt Samstag oder Sonnabend, 22:15 Uhr) bisher 24 Kommentare (einschließlich meiner Antworten) ausgelöst.

Ob aber die (bisher) 81 Kommentare zu überbieten sind, die meine Gedanken über einen deutschen Kinofilm nach sich zogen, bleibt abzuwarten. Vielleicht hat ja Herr Schweiger doch deshalb neulich...? Nee. Kann nicht sein. Ich war ja nicht in Sicht.

Ich wünsche allen frommen und unfrommen Lesern einen wunderschönen Sonntag. Ich werde kaum zum Bloggen / auf Kommentare antworten kommen. Der Sonnabend oder der Samstag -welcher war es doch noch? - war recht vollgestopft (mit sehr viel Arbeit, runde 10 Stunden), morgen steht mehr Familie als sonst was (einschließlich Blog) auf dem Programm.

Jute Nacht, wa?

P.S.: Was das Bild hier soll weiß ich auch nicht. Sind das nicht Ostereier?

Juristen

Demnächst treffe ich mich mit einem Arbeitskreis von Juristen, um auszuloten, ob ich ihnen bei ihren künftigen Publikationen behilflich sein kann und möchte.

Ich werde mich, da die Herren mir bis auf einen fremd sind, wohl kurz vorstellen müssen. Dabei empfiehlt es sich ja, die Atomsphäre durch eine Anekdote zunächst etwas aufzulockern. Allerdings schwanke ich noch zwischen diesen beiden:
Frage: Was hat man vor sich, wenn ein Anwalt bis zum Hals im Sand steckt?
Antwort: Nicht genug Sand.
Oder lieber:
Ein Mann ruft seinen Anwalt an: »Wieviel würden Sie mir in Rechnung stellen, wenn ich drei Fragen habe?«
Anwalt: »400 Euro.«
Anrufer: »Ist das nicht ziemlich teuer?«
Anwalt: »Ja, vermutlich schon. Und Ihre dritte Frage?«
Was raten mir die Blogbesucher? Mit welcher Anekdote mache ich mich so richtig beliebt im Kreis der Juristen?