Mittwoch, 7. Oktober 2009
Wiener mit Kartoffelsalat
Dienstag, 6. Oktober 2009
Zum Weinen schön: Leonard Cohen live in London
Angesichts der Eintrittspreise (280 Euro pro Nase) hatten wir 2008 auf den Besuch des Konzertes in Berlin verzichtet. Irgendwo muss man eine Grenze ziehen, was noch zumutbar ist und was nicht, wenn es um die Freizeitgestaltung geht.Nachdem ich nun diese zum kürzlichen Geburtstag auf dem Gabentisch vorgefundene DVD Leonard Cohen live in London genossen habe, gerät mein Grenzzaun ins Wanken. 120 Minuten in London - zum Weinen schön. Wie muss sich da ein »echter« Konzertbesuch anfühlen, der nie unter drei Stunden, oft genug vier Stunden dauert und dennoch viel zu kurz ist? Und wie lange wird dieser Künstler sein wiederentdecktes Musikerleben durchhalten? Bis er 80 ist wie B.B. King? Dann hätte ich ja vielleicht doch noch eine Chance auf einen Konzertbesuch...
Als 1968 Leonard Cohens erste LP erschien, war ich 13 Jahre alt. Mein Bruder spielte sie mir vor und damit war es um mich geschehen. The Stranger Song, Teachers und So Long Marianne spielte ich schon am gleichen Abend auf meiner Gitarre, ohne noch einen Blick auf den Text oder die darüber gekritzelten Griffe zu benötigen, die anderen Songs des Albums folgten in den nächsten Tagen. Und One Of Us Cannot Be Wrong gehört zu den Liedern, die ich noch heute spiele, wenn die Stimmung danach ist. So Long Marianne habe ich sogar dieses Jahr bei einer Hochzeit zu Gehör gebracht.
Mir war 1968 (und ist noch heute), als wäre meine Seele der des jüdischen Kanadiers oder kanadischen Juden Leonard Cohen irgendwie verwandt. Viele seiner Lieder und Gedichte drücken aus, was ich in bestimmten Stimmungen ausdrücken möchte. Allerdings gelingt ihm das wesentlich besser als mir.
Weil seine Managerin mit den Millionen durchgebrannt ist, die Leonard Cohens Altersversorgung darstellten, ist er im Jahr 2008 nach 15 Jahren Ruhestand auf die Bühnen der Welt zurückgekehrt. Darf man sagen, dass diese Unterschlagung eine ganz famose Sache war? Sonst hätten wir nie und nimmer zu hören bekommen, was diese DVD ausschnittweise widerspiegelt. Ein Mann, dessen Stimme nun ein dreiviertel Jahrhundert alt ist und nie ausdrucksvoller, intensiver geklungen hat. Ein Mann, der Geist, Leib und Seele einsetzt, wenn er seine Lieder singt. Ein Musiker, wie man ihn kaum noch zu finden hofft, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Ein Mann, der sein Publikum liebt, ehrt und ernst nimmt.
Die DVD lässt ahnen, wie sich das live anfühlt, wenn Leonard Cohen auf der Bühne niederkniet beim Singen eines Psalms, wenn er den Hut vor den Musikern und dem Publikum zieht.
Die Stimmung ist durchgehend heiter, Leonard Cohen lacht häufig wie befreit und erleichtert, wenn ein Lied gesungen ist und der Beifall einsetzt, er erzählt kleine Anekdoten und Geschichten zum Schmunzeln. Dennoch - oder deshalb? - entsteht das Empfingen der Andacht, das Gefühl, Gott selbst durch diesen Menschen zu begegnen.
Eigentlich hat ein Leonard Cohen Konzert in diesen Tagen so ziemlich alles, was mancher charismatische Gottesdienst gerne hätte und doch nicht erreicht...
Wer weiß, wie sehr mein Kostenbegrenzungszaun ins Wanken gerät, falls 2010 oder 2011 Leonard Cohen nach Berlin kommt. Manchmal muss man die Vernunft ausschalten, um der Seele etwas Gutes zu tun. Einstweilen wird diese DVD des öfteren den Weg in unseren DVD-Player finden. Ich werde die Kopfhörer aufsetzen und zwei Stunden auf die Reise gehen in eine Welt der Musik, die zum Weinen schön ist.
Montag, 5. Oktober 2009
Jubilations!
Wie regelmäßige und aufmerksame Blogleser wissen, produzieren wir (MatMil) unter anderem für einen namhaften Verlag Lehrwerke und CDs zu den Lehrwerken, die der namhafte Verlag herausgibt. Die komplette Programmierung der CD-Oberfläche und -Funktionen obliegt dabei meiner Wenigkeit.
Die CDs gehen vor der Produktion beim Auftraggeber durch eine penible Qualitätskontrolle, QS genannt, bei der auch der kleinste Fehler, und sei es ein fehlender Punkt am Ende eines der enthaltenen Dokumente, einen Bug bedeutet, der dann gefixt werden muss. (Sorry für die Anglizismen, aber dieser Fachsprache bedienen sich die Verantwortlichen nun einmal.)
Heute ging das jüngste Projekt in die QS und – for the first time in history – gab es keinen einzigen Bug. Der Verantwortliche im Verlag meinte zu seinen Mitarbeitern: »Wo ein Wille ist, ist auch ein Bug.« Jedoch: Der Tag kam und ging – aber kein Bug tauchte auf.
Daher: Jubilations! Die erste schon im ersten Durchlauf Bug-Free-CD der MatMil-Geschichte!
Ganz herzlichen Dank auf diesem Wege an einen freien Mitarbeiter von MatMil, der zu meinen Bloglesern gehört und sämtliche zur CD gehörigen Dokumente produziert hat. Hut ab – 1000 Dank für diese Meisterleistung. Besser geht es ja nun wirklich nicht mehr. Demnächst wird Dir ein Bier spendiert, oder zwei, je nach Durst! Man muss ja schließlich solche Premieren entsprechend würdigen.
Na gut, dann also die Hose
Die Wahlbeteiligung war erschreckend niedrig, was womöglich das Meinungsbild der Gesamtbevölkerung erheblich verfälscht, aber so ist das nun mal mit freien und freiwilligen Wahlen. Immerhin gibt es am frühen Montag einen eindeutigen demokratischen Sieg bei der Abstimmung, denn 75% sind ja nun wirklich ein klares Ergebnis.
Ich werde also, wenn ich die Entblößung fortsetze, als nächstes den mir sehr sympathischen Stephan seines Beinkleides berauben, wie von den abstimmenden Leserinnen (und Lesern?) gewünscht. Mal sehen, wie schnell ich dazu kommen werde und was dabei so alles zum Vorschein kommt.
(Die Abstimmung unter dem ersten Teil lasse ich weiterlaufen, einfach nur so aus Spaß. Aber alle zukünftigen Stimmen können natürlich nicht mehr den Fortgang der Geschichte beeinflussen, denn wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.)
Sonntag, 4. Oktober 2009
Endzeit: Ein untrügliches Zeichen?
Wie in den letzten Jahren üblich, wird bereits vor dem Erscheinen viel über das jeweils nächste Bob Dylan Album diskutiert. Skeptiker gibt es dabei immer und – erstaunlich – immer wieder Stimmen, die zu erkennen geben, dass sie jetzt erst verstanden haben, dass Bob Dylan nicht singt, sondern je nach Song krächzt, gurgelt, nuschelt, bellt, grummelt… – obwohl er das mit Ausnahme von Nashville Skyline (1969) bei jedem Album seines Riesenkataloges (mit alle paar Jahre neu erfundenen Stimmen) so gemacht hat. Nashville Skyline ist bei den Fans seinerzeit ziemlich durchgefallen. Niemand will einen Bob Dylan hören, der eine ganze Platte lang »richtig« singt.
Allerdings ist dieses Mal, da es beim kommenden Album Christmas In The Heart um ganz und gar konservativ-normale Weihnachtslieder geht und der komplette Erlös jetzt und in alle Zukunft in Zusammenarbeit mit einer Großbank an drei Wohltätigkeitsorganisationen geht, das Getöse um die CD schon recht erheblich. Die LA Times zitiert gar jemanden, der die Tatsache, dass es überhaupt erscheint, als Zeichen der Endzeit ausgemacht hat: Another sign that the end times are near.
Samstag, 3. Oktober 2009
Freitag, 2. Oktober 2009
Die Entblößung - Teil 1
| Welches Kleidungsstück fehlt am vierten Tag? |
| Die Jeans. |
| Das T-Shirt. |
| Auswertung |
Update 12. Oktober: Hier geht es zur Fortsetzung: Die Entblößung - Teil 2
Donnerstag, 1. Oktober 2009
Kein Twitter-Account

Wenn ich twittern/tweeten würde, könnte ich heute die Welt wissen lassen beziehungsweise fragen:
Microsoft hat fertig: Security Essentials
Programmhinweis: Morgen gibt es auf diesem Blog endlich mal wieder etwas aus der Rubrik »Erzähltes«.
Mittwoch, 30. September 2009
Unser Bruder Judas
…denn er gehörte zu uns und hatte dieses Amt mit uns empfangen. Der hat einen Acker erworben mit dem Lohn für seine Ungerechtigkeit. Aber er ist vornüber gestürzt und mitten entzweigeborsten, sodass alle seine Eingeweide hervorquollen. Und es ist allen bekannt geworden, die in Jerusalem wohnen, sodass dieser Acker in ihrer Sprache genannt wird: Hakeldamach, das heißt Blutacker.
