Montag, 16. Januar 2012
Freitag, 13. Januar 2012
Deutschland sucht den Supergläubigen?
Gelegentlich zeigt es sich anhand von Fragen und Kommentaren, dass einige meiner Leser bezüglich meines Glaubens mehr oder weniger unsicher sind.
Es ist ja kein Geheimnis, dass ich, auch wenn es um Religion, Glaube, Gott und die Welt geht, gerne provozierende Fragen formuliere und mich nicht scheue, gegen Denkverbote zu verstoßen. Selbstverständlich kommentieren dann einige recht aufgebracht und meinen, ihren (beziehungsweise »den«) Glauben verteidigen zu müssen. Und das ist auch irgendwie gut so. Mit Widerspruch muss jeder rechnen, der öffentlich schreibt, und Provokationen (meine eingeschlossen) verfolgen ja nichts anderes als die Absicht oder Hoffnung, dass Widerrede erhoben wird. So kommen dann nämlich unterschiedliche Standpunkte zum Vorschein, über die es sich allemal nachzudenken lohnt.
Es war und ist nicht meine Absicht, meine Leser von eigenen Auffassungen zu überzeugen, sie dazu zu überreden, sich meinen Überzeugungen oder Denkweisen anzuschließen. Es existiert (zumindest meinerseits) kein Wettbewerb nach dem Motto »Deutschland sucht den Supergläubigen«. Mir geht es vielmehr darum, dass nachgedacht wird, dass Argumente erwogen und verworfen oder als denkbar anerkannt werden. Meine und die meiner Leser, wenn sie denn geäußert werden.
In diesem Text möchte ich unter der Prämisse des eben Gesagten eine Antwort auf die Frage versuchen, die mir so oder ähnlich formuliert immer wieder begegnet: »Was oder woran glaubst du eigentlich?« beziehungsweise »Glaubst du überhaupt?«
Ob am Ende die geschätzten Leser zufrieden sein werden, wird sich nach der Lektüre zeigen.
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In sehr jungen Jahren kannte ich das Christentum in erster Linie als eine Sammlung von Ge- und Verboten. Meine Mutter, sehr früh verwitwet, erzog uns streng, und die freikirchliche Gemeinde, der unsere Familie angehörte, war nicht weniger streng. Am Sonntag musste man zum Gottesdienst gehen (beziehungsweise wir Kinder in die Kinderstunde), am Mittwoch zur Bibelstunde, vor dem Essen musste gebetet werden, ein Abendgebet war genauso Pflicht. Von Sünde hatte man sich fernzuhalten: Alkoholische Getränke, Fernsehsendungen, die nicht rein informativ waren wie die Nachrichten, Rauchen, Kartenspiele, Tanzen, Kino, Zeitschriften (wegen der spärlich bekleideten Damen, die gelegentlich abgebildet waren), Popmusik ...
Für Zweifelsfälle gab es den »Ältestenrat« in der Freikirche. Ich erinnere mich an die Entscheidung, dass ein junger Mann, der »gläubig geworden« war, zwar am Gottesdienst teilnehmen durfte, aber zum Abendmahl nicht zugelassen wurde, weil er noch nicht »richtig bekehrt« war. Das konnte man daran feststellen, dass er noch rauchte.
Ich war zu jener Zeit noch Kind genug, alles richtig machen zu wollen, aber diese Entscheidung (die öffentlich in der Gemeinde verkündet wurde), verstand ich nicht. Als ich meine Mutter zu Hause diesbezüglich fragte, war sie in erster Linie darüber erschrocken, dass ich es wagte, ein Wort der »Ältesten« anzuzweifeln. Die seien nämlich, erklärte sie mir, von Gott eingesetzt und was sie sagten oder entschieden, hätten sie in jedem Fall vom Heiligen Geist - also von Gott höchstpersönlich - gehört. Daher könne und dürfe man weder dem Pastor noch den Ältesten widersprechen. Das sei eine große Sünde. Die Rede war dann noch von Unterordnung und Gemeindezucht.
Ich will bei diesen frühen Erlebnissen nicht zu sehr verweilen, das würde zu umfangreich werden. Der Gott meiner Kindheit war ein zorniger, strenger, auf Gesetze pochender Richter, dem man (ohne Rücksicht auf Verständnis oder Verstand) unbedingt zu gehorchen hatte, weil man sonst unweigerlich in die Hölle kommen würde. Mein Großvater Erwin Matthia, selbst Pastor und Gemeindegründer, versuchte immer wieder behutsam, mich mit einem barmherzigen, liebevollen Gott bekannt zu machen, aber der war so anders als der in unserer Gemeinde verkündete, dass ich als Kind nicht in der Lage war, mich dem mir zugeneigten, väterlichen Gott zu nähern. Ich hatte nämlich Angst vor der Hölle.
Nach und nach bekam mein »kindlicher Glaube« Risse. Eine derartige Episode habe ich vor ein paar Jahren in diesem Text geschildert: [Klaus ist tot]. Eine andere Begebenheit aus der Kinderstunde findet sich am Anfang dieses Artikels: [Mit erhobenem Zeigefinger]
Irgendwann in der Pubertät war der Punkt erreicht, dass ich bewusst den Glauben an einen - an diesen - Gott ablegte, andere Religionen mit Interesse erkundete, aber auch abweichende Sichtweisen als die bisher gewohnten auf den christlich/jüdischen Gott kennenlernte. Dabei ging es mir nicht darum, einen neuen, für mich passenden Glauben zu finden, sondern ausschließlich um meine schon in der Kindheit entwickelte Neigung, Unbekanntes vom Un zu befreien. Die Existenz eines Gottes, wie auch immer man in nennen mochte, war für mich ausgeschlossen.
Einige Jahre später und kurz vor einem drohenden frühen Lebensende sprach mich der abgelegte Gott ganz unerwartet an. Die Einzelheiten jener Silvesternacht habe ich in dem Buch [Es gibt kein Unmöglich!: Roman] beschrieben, an dieser Stelle sei nur kurz gesagt, dass ein mir völlig fremdes Mädchen Dinge aussprach, die sie nach menschlichem Ermessen nicht wissen konnte und mir sagte, dass Gott mich lieben (unglaublich!) und gerne als seinen Nachfolger (ausgerechnet mich?) willkommen heißen würde. Nach einigen Rück- und Fehlschlägen gelang es mir dann, einen echten, weil von mir gewollten und in mir lebendigen, Glauben an Jesus Christus als Freund und Erlöser zu gewinnen.
Es folgten zum Teil abenteuerliche Jahre und Jahrzehnte mit Höhen und Tiefen, Hoffnungen und Enttäuschungen, Irrtümern und Einsichten - ein ganz normales Leben eben. Ich habe göttliches Handeln und Eingreifen mehrfach auf eine Weise erlebt, die mit den Fähigkeiten des Verstandes nicht erklärbar ist. Es bleibt mir nur dankbar festzustellen, dass in meinem Leben Wunder geschehen sind.
Aber es sind auch Wunder nicht geschehen, obwohl sie erwartet und erbeten und geglaubt wurden. Ich kann von erhörten Gebeten berichten und von vergeblichen Gebeten. Das bringt mich (und den geschätzten Leser, der bis hierher gekommen ist) schon recht nahe an die Ausgangsfrage, was und wie ich eigentlich heute glaube.
Das Christentum beinhaltet eine gewaltige Bandbreite von Kirchen und Gemeinden, die gerne von sich behaupten, die richtige und wahre Erkenntnis zu besitzen. Andernfalls wären sie in ihrer Ausprägung ja auch überflüssig. Solche Lehren werden stets »biblisch begründet« und in sich logisch dargestellt.
Lange Jahre besuchte ich »charismatische« Gemeinden, in denen ein gewisser Automatismus gepredigt wird. »Wenn du genug Glauben hast, wird Gott ...« - was auch immer man da an Stelle der Pünktchen einsetzen möchte. Folglich werden dann im »geistlichen Kampf« und Gebet »Bollwerke der Finsternis« zu Fall gebracht, der Teufel wird entmachtet, Dämonen vertrieben, obskure »Bindungen« aus der Kindheit oder gar der Familiengeschichte (Eltern, Großeltern ...) gelöst. Und wenn das erhoffte, geglaubte und im geistlichen Krieg erstrittene Ergebnis ausbleibt, dann hätte Gott zwar gewollt, weil es ja in seinem Wort (so wird die Bibel gerne bezeichnet) geschrieben steht, aber leider war a) der Glaube nicht groß genug b) der Kampf nicht ausdauernd genug oder c) noch Sünde und Zweifel im Leben vorhanden. Manchmal auch a) und b) oder b) und c) oder a) und c) …
Da ich ganz persönlich Gottes übernatürliches Eingreifen erlebt hatte, schied für mich angesichts solcher gescheiterten Glaubensanstrengungen die Alternative aus, dass es keinen Gott geben könnte. Das wusste und weiß ich besser.
Aber die »charismatische« Version Gottes ist mir heute so fremd wie der Gott meiner Kindheit, der mit der Rute in der Hand auf jede Verfehlung lauert. Auch der Gott, der mit dem ganzen Leben versöhnt ist, weil der Mensch als Säugling mit geweihtem Wasser besprenkelt wurde, ist mir fremd. Oder der Gott, der um seines Volkes Willen massenhaft Tod und Qualen über andere Völker bringt. Oder der Gott, dem man sich nur zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten nähern kann. Oder der Gott ... - hier ließe sich noch manches Beispiel anfügen
Ich habe die Bibel in den letzten zehn Jahren intensiver gelesen als in den Jahrzehnten davor, nicht zuletzt aus dem Grund, dass diverse in verschiedenen Gemeinden und Kirchen verkündete Lehren einander deutlich widersprechen, sich aber samt und sonders auf eben dieses Buch stützen. Je besser und intensiver ich die Bibel kennen lernte und ihre Berichte, Aussagen und Geschichten mit dieser unserer Welt verglich, desto mehr verabschiedete ich mich von der Vorstellung, ein verbal inspiriertes, in allen Belangen unfehlbares Buch zu lesen. Die Bibel nehme ich heute ernst, aber nicht wörtlich - das wäre meine Sicht in eine Kurzform komprimiert. Insofern zähle ich also nicht zu den »bibeltreuen« Zeitgenossen.
Sondern?
»Was oder woran glaubst du eigentlich?« beziehungsweise »Glaubst du überhaupt?« - das war der Ausgangspunkt zu diesen Zeilen. Und meine Stammleser ahnen es schon: Eine endgültige, verbindliche Antwort werde ich schuldig bleiben. Warum? Weil mein Glaube noch nicht »fertig« ist.
Der Gott, an den ich glaube, ist in Jesus Christus Mensch geworden, um uns einen Weg zurück zur Gemeinschaft mit dem himmlischen Vater zu ermöglichen. Das kann ich ganz persönlich annehmen und glauben, mich darauf verlassen. Dieser Messias hat auch mich eingeschlossen bei seinem Sterben und Auferstehen, und hätte er mich in jungen Jahren nicht angesprochen und später mehrfach in mein Leben eingegriffen, wäre ich heute mit ziemlicher Sicherheit nicht hier. Aber er ist nicht der gleiche Gott, der mir in der Kindheit vorgestellt wurde, er ist nicht der flippige Gott meiner Jesus-People-Jahre, nicht der automatisierte Gott der charismatischen Zeitspanne, auch nicht der seltsam unnahbare Gott der aus der Heiligungsbewegung stammenden Kirche, die ich zur Zeit gerne und regelmäßig besuche. Der Gott, an den ich glaube, ist unfassbar, unberechenbar, unvorhersehbar. Ich verstehe ihn oft nicht, halte ihn manchmal für schwierig. Womöglich findet er ja seinerseits, dass ich schwierig sei.
Ist nun etwa der Gott, an den du glaubst, ungültig, falls er anders als meiner aussieht? Ist es falsch, wenn du die Bibel wörtlich nimmst, weil du auf diese Weise ein zufriedenes, glückliches Glaubensleben führen kannst? Solltest du gewisse Glaubensübungen und Rituale, die dir wichtig geworden sind, nicht mehr ausüben? Gilt deine Kindertaufe nicht und du landest in der Hölle? Müsstest du deine charismatische / evangelikale / katholische / lutherische / baptistische / weißnichtwasfüreine Kirche eigentlich schleunigst verlassen?
Das sei ferne.
Ich darf andere Antworten finden als du. Du darfst andere Antworten finden als ich. Es steht mir nicht zu (und ich habe auch keine Lust), deinen Glauben zu bewerten, zu beurteilen oder gar zu verurteilen, nur weil er sich von meinem unterscheidet. Ich kenne Baptisten, Katholiken, Charismatiker, Evangelikale, Lutheraner, Konfessionslose und sogar (au weia, das gibt Ärger!) Buddhisten, Atheisten und Moslems, deren Glaubensleben ich als aufrichtig und beispielhaft empfinde (soweit das von außen überhaupt empfunden werden kann).
Es bleiben in meinem Glauben viele Fragen offen, neue tauchen auf, andere verlieren ihre Bedeutung. Ich halte das für ein Zeichen von Leben und stelle solche Fragen gerne auch öffentlich. Ich muss nicht alle Zweifel beseitigen können, ich muss nicht alle Antworten parat haben, ich muss Gottes Wesen und Wirken nicht verstehen oder begründen können. Ich brauche auch niemandem Rechenschaft über Gottes Handeln oder Nichthandeln abzulegen. Der Gott, an den ich glaube, ist groß genug, um für sich selbst zu sprechen. Auch durch die Bibel, falls es angebracht sein sollte.
Und wer weiß: Vielleicht spricht er ja sogar gelegentlich durch mich.
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So. Genug gesagt.
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Donnerstag, 12. Januar 2012
I
»Innendienst?« Ingeborg Instätter ist irritiert. »Ich im Innendienst?«
Igor Irowitzkowski, Inhaber ihres internationalen Importbüros, insistiert: »Innendienst, immerwährend.«
»Ignoranter Idiot!«
Igor, inzwischen indigniert: »Im Intranet ist Ihre Innendienstsoftware installiert.«
Ingeborg: »Impotenter Ignorant!«
Ingeborgs Insubordination irritiert Igor. »Ist Ihnen irgendwie ... innerlich ... indisponiert?«
Ingeborg: »Indiskreter Immigrant!«
Igor: »Insult is inappropriate ...«
Ingeborg: »Inquisitorischer Inkonsistenzler!«
Informationstechnologiebezogen ist Ingeborg Instätter immerfort in Ignoranz involviert, indem in ihr Innerstes irakkriegsähnliches Informationschaos implantiert ist. Ihr infantiler Intellekt ist informationsgesellschaftsbezogen inkompatibel. Im Inntal ihre Importbürokunden in informellen Interviews interessieren, ihre impulsiven Investitionen in immergrüne Indigoplantagen, indische Instantkaffeeprodukte, idyllische Inseln, irische Implantationstechnologien initialisieren, ist Ingeborgs ideale Income-Source.
»Innendienst ist indiskutabel«, informiert Ingeborg Instätter ihren Importbürochef.
Igor: »Inwiefern?«
Ingeborg: »Innerliches Igittigittigittgefühl. Innereienrevolution. Imminente Infarktgefahr infolge Intranetnutzung.«
Igor Irowitzkowski ironisch: »Indizien impertinenter Isolationssucht. Insgesamt Insuffizienz.«
Ingeborg: »Ichwilldasnicht.«
Igor: »Ichmussdaraufbestehen.«
Ingeborg: »Ichkündige.«
Igor: »Istmirauchrecht.«
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P.S.: Falls jemand sucht, hier sind [A] [B] [C] [D] [E] [F] [G] [H]
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Mittwoch, 11. Januar 2012
Dienstag, 10. Januar 2012
Montag, 9. Januar 2012
Dienstag, 3. Januar 2012
H
Hilfsarbeiterin Henriette Heinrich hat häufig höllische Hustenanfälle. Henriettes heiterer Hund Hemmingway hütet hingegeben Haus, Hof, Hutschachteln, Hängematte, Handgranatenlager.
Horst Hoffmann, herzensguter Historiker, hat Hoffnungen, hegt Heiratspläne. Hat Horsts hingegebenes Hofmachen Henriettes hartes Herz heißgemacht? Ha! Hier herrscht höllischer Hass.
Hätte Horst Henriettes heimliches Hantieren hinter Hemmingways Hundehütte hinterfragt! Hilfe! Hörig harrt Horst, Heimtückisch hantiert Henriette.
2
Heute hat Horst Heringssalat herbeigebracht. Henriette heuchelt Herzlichkeit. Hans hat Herthas heiß herbeigesehnten Heimsieg himmelhochjauchzend hinausposaunt. Henriette hinkt hustend hofwärts, heuchelt Heiterkeit. Hinter Hemmingways Hütte holt Henriette heimlich Hochexplosives hervor, heftet Handgranaten hinter Haushaltswaren. Heiland hilf! Heimtückisches Hexenwerk! Hitlerähnliche Hure!
Hemmingway hat hinreichend Hundehaufen hingemacht, holunderbuschbenetzend hingepinkelt. Hund hat Hunger. Hemmingways Hundenase hilft: Hundenapf hat Handgranatengestank? Hoppla! Hemmingway hechelt heftig, holt Horst heiser heulend hauptstraßenwärts. Heiliges Hundetier! Hundeheld! Heldenhund!
HAWUMM! Henriettes Haus: Hitze! Höllenfeuer! Hilferufe!
3
Hintertupfingens Heimatverein hilft, herbeigeeilte Hotelgäste, hilfsbereite Herumtreiber, hyperventilierende Hodenkrebspatienten, Hospitalpersonal, hauptstadtstationierte Hubschrauber hoovern herbei ... hundert Helfer hantieren helmbewehrt, hacken Hindernisse hinweg. Hornhautbewehrte Hände heben heiße Haustrümmer hoch, hektische Handgriffe ... Hurra! Hohlraum hinter herausgerissener Haustür: Hechelnder Hundekörper. Herr Hoffmann hilflos händeringend. Himmelseidank, habendieeinglückgehabt!
Horsts Haut hat hässliche Hitzeschäden, Hemmingways Haare hängen halbverbrannt. Horst hinkt, Hemmingway humpelt. Hautverbrennungen, Hustenqualen ... hingegen: Haustier hat Heimgang Horstens himmelwärts hindertver.
Henriettes Hände hängen hilflos halbzerrissen herab, heftige Handgranatenexplosion hat Henriettes Haupt hinreichend hingemacht: Herausgerissene Hautfetzen, Hirnverbrennung, Halswirbelsäulenbruch, Herzstillstand. Heureka! Henriette heimtückischer Hinterhalt haarscharf hinfällig!
4
Hemmingway hat herzensgutes Herrchen, Horst hat heißgeliebten Hund. Harmonie herrscht. Herrlich!
Hachwieschön!
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P.S.: Falls jemand sucht, hier sind [A] [B] [C] [D] [E] [F] [G]
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Montag, 2. Januar 2012
Jahresrückblick? Nö.
Einen Jahresrückblick kann ja jeder mehr oder weniger akkurat zustande bringen. Aber die Vorausschau auf ein noch recht frisches Jahr, das ist schon eher eine Herausforderung.
Was wird 2012 auf diesem Blog so alles zu finden sein? »Der Mensch denkt, Gott lenkt« sagt ja der Volksmund recht treffend, daher kann ich hier natürlich nur das ankündigen, was ich mir so denke. Zum Beispiel:
- die Mitteilung, dass es ein neues Kindle-Buch aus meiner Feder gibt (irgendwann im Frühjahr oder Sommer)
- die Ankündigung, dass »Sabrinas Geheimnis« von einem rennomierten Verlag veröffentlicht wird (irgendwann im Sommer oder Herbst; womit dann gleichzeitig die Kindle-Ausgabe vom Markt verschwinden muss)
- ein paar neue Erlebnisse meines allseits beliebt gewordenen Herrn K.
- ab und zu ein Artikel mit theologisch-religiösen Gedanken oder Fragen, die manche frommen Gemüter zu erhitzen vermögen
- diese oder jene kleine Geschichte, zum Beispiel über einen Käfer, der sprechen kann
- und natürlich weiteres aus der ABC-Serie, einschließlich eines Gastbeitrages zum K
- ...
Na denn. Schaun wir mal, was so kommt.
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Samstag, 31. Dezember 2011
Gelesene Bücher 2011 / Books read in 2011
Hier ist sie, die diesjährige Leseliste. Sortiert nach Autoren. Nach Name, Vorname und Titel findet sich ein Kurzkommentar, dann ein + für gut, eine 0 für Durchschnitt oder ein – für schlecht und schließlich ein D für deutschsprachige oder ein E für englischsprachige Bücher.
Here it is, the list 2011, sortet by authors. After the name and title there is a short commentary, then a + for good or 0 for mediocre or – for bad book and finally E for Englisch and D for German language.
- Adelaja, Sunday :: Ehe :: na ja. :: – :: D
- Adelaja, Sunday :: Erfolg im Dienst für Gott :: ach ja. :: – :: D
- Adelaja, Sunday :: Evangelisation :: mal interessant, mal 'na ja', mal 'hüstel', mal gut. :: 0 :: D
- Adelaja, Sunday :: The man that God will use :: o well. :: – :: E
- Almond, Colfer, Hornby … :: Click :: 10 authors writing one novel. A splendid reading experience. :: + :: E
- Auster, Paul :: Sunset Park :: brilliant. wonderful. great. :: + :: E
- Auster, Paul :: The Invention of Solitude :: all about life and death - full of catching thoughts and philosophy. :: + :: E
- Auster, Paul :: Timbuktu :: lovely, delightful, a joy of a book. :: + :: E
- Back, Leontine :: Fremdes vertrautes Prag :: ansprechende Idee, aber handwerklich miserabel ausgeführt :: 0 :: D
- Boyle, T.C. :: The Tortilla Curtain :: very good book. :: + :: E
- Charles, Nicky :: Forever in Time :: nicely written, some surprises and a suitable ending. :: + :: E
- Charles, Nicky :: The Keeping :: werewolves in love and in danger. fun reading. :: + :: E
- Chizmar, Richard (Editor) :: Shivers VI :: what a thrilling collection of bad bad bad things happening. :: + :: E
- Christie, Agatha :: The Mysterious Affair at Styles :: gets a little boring now and then. :: 0 :: E
- Christie, Agatha :: The Secret Adversary :: old-fashioned in a nice way. :: 0 :: E
- Conan Doyle, Sir Alfred :: The Adventures of Sherlock Holmes :: entertaining in a nicely old-fashioned way :: + :: E
- Eco, Umberto :: Der Friedhof in Prag :: spannend verknüpfte historische Fakten, absurde Handlung, gut erzählt. :: + :: D
- Fitzeck, Sebastian :: Das Kind :: spannend bis zu letzten Seite, gelegentlich Formulierungsschwächen :: + :: D
- Fitzeck, Sebastian :: Der Augensammler :: spannend bis zu letzten Seite, gelegentlich Formulierungsschwächen :: + :: D
- Fitzeck, Sebastian :: Der Seelenbrecher :: spannend bis zu letzten Seite, gelegentlich Formulierungsschwächen :: + :: D
- Fitzeck, Sebastian :: Die Therapie :: spannend bis zu letzten Seite, gelegentlich Formulierungsschwächen :: + :: D
- Fitzeck, Sebastian und andere :: P.S. Ich töte dich :: 13 spannende Kurzgeschichten - tolle Auswahl :: + :: D
- Goethe, Johann Wolfgang von :: Faust I & II :: erster Teil gut, zweiter Teil mäßig - wie zur Schulzeit. :: 0 :: D
- Grass, Günter :: Grimms Wörter :: eine mitreißende Liebeserklärung an die deutsche Sprache. :: + :: D
- Grisham, John :: The Confession :: splendid! :: + :: E
- Grisham, John :: The Litigators :: another thrilling book - very great! :: + :: E
- Hoffmann, E.T.A. :: Die Jesuiterkirche in G. :: na so was … gar nicht übel. gern gelesen. :: + :: D
- Irving, John :: Last Night in Twisted River :: sometimes dragging a little, but overall a very pleasant book :: + :: E
- Kafka, Franz :: 25 Erzählungen :: nach ziemlich vielen Jahren wiederum bezaubernd, verzaubernd. :: + :: D
- Kafka, Franz :: Der Prozess :: Herr K. kommt auch beim Lesen nach Jahrzehnten nicht davon ... :: + :: D
- King, Stephen :: 11.22.63 :: excellent. Maybe the best King book, maybe the second best. :: + :: E
- King, Stephen :: Mile 81 :: short and thrilling. :: + :: E
- King, Stephen :: UR :: third reading as thrilling as the first two times. :: + :: E
- Kleist, Heinrich von :: Geistererscheinung :: sehr kurz und ziemlich belanglos. :: 0 :: D
- Kubizek, August :: Adolf Hitler, mein Jugendfreund :: zwiespältig – gelegentlich interessant - bedenklich. :: – :: D
- McLaren, Brian D. :: A New Kind of Christian :: one of the very good books on faith that are so rare these days. :: + :: E
- Morrison, Dylan :: The Prodigal Prophet :: another one of the very good books on faith that are so rare these days. :: + :: E
- Noll, Ingrid :: Die Apothekerin :: auch beim zweiten Lesen amüsant und unterhaltsam. :: + :: D
- Pears, Iain :: The Immaculate Deception :: picks up speed in the end, but only then. :: 0 :: E
- Ratzinger, Joseph :: Jesus von Nazareth Band II :: fundiert, durchdacht, informativ :: + :: D
- Reich, Anja & Osang, Alexander :: Wo warst du? Ein Septembertag in New York :: ein ganz herausragendes Buch, anrührend, spannend, außergewöhnlich. :: + :: D
- Ridpath, Michael :: Where the Shadows Lie :: thrilling and a fascinating unusual setting in Island. :: + :: E
- Rollins, Peter :: The Orthodox Heretic and other impossible tales :: inspiring, disturbing, questioning. Thumbs up! :: + :: E
- Ross, Leonard Q. :: The Education of H*y*m*a*n K*a*p*l*a*n :: that was fun! :: + :: E
- Russell, Craig :: Brother Grimm :: not the best book ever, but not bad either. :: 0 :: E
- Schätzing, Frank :: Limit :: ausufernd - geschwätzig - wird erst im letzten Drittel spannend :: 0 :: D
- Schlegel, Friedrich :: Erotische Sonette :: tss tss tss - überhaupt nicht mein Geschmack. :: – :: D
- Schopenhauer, Arthur :: Aphorismen zur Lebensweisheit :: interessante Einblicke in das Denken vergangener Epochen :: 0 :: D
- Shelley, Marcy :: Frankenstein :: old, but worth reading. :: + :: E
- Stockton, Frank R. :: The Great Stone of Sardis :: sometimes boring, but overall good old-fashioned storytelling. :: 0 :: E
- Townsend, George Tyler :: The Fables of Aesop :: less wise than remembered from school days, but a nice read. :: 0 :: E
- Wells, H.G. :: War of the Worlds :: more suspense than expectet - fun reading, entertaining :: + :: E
- Wilfling, Josef :: Abgründe :: "spannend, aufschlussreich, aus dem echten Leben :: stilistisch schwach." :: + :: D
- Wright Mabie, Hamilton (Editor) :: Fairy Tales Every Child Should Know :: nicely rewritten, ancient stories that stay forever young. :: + :: E
- Zafón, Carlos Ruiz :: Marina :: ein ganz und gar wunderbarer Roman :: + :: D
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Mittwoch, 28. Dezember 2011
Mein Lieblingsbild
Für alle Blogbesucher, die gerne Silvester mit Feuerwerkskörpern feiern, hier eine kleine Geschichte aus dem Buch »Gänsehaut und Übelkeit« zur Einstimmung auf das bevorstehende Fest.
Und für alle anderen Blogbesucher auch.
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Ein ungeschriebener Aufsatz von Saskia B., 14 Jahre alt
Mein Lieblingsbild ist relativ klein. Es hat das Format 9 mal 13 Zentimeter, wie die meisten Fotos in meinem Album. Aufgenommen wurde es am 1. Januar 2007, etwa fünf Minuten nach Mitternacht, mit der Spiegelreflexkamera meines Schulkameraden und Freundes Klaus-Jürgen.
In der linken Bildhälfte sieht man im Hintergrund einige Gäste der Silvesterparty, deren Gesichter einen Ausdruck von ungläubigem Erstaunen zeigen. Weit aufgerissene Augen, Münder zu einem Ausruf des Erschreckens oder der Verwunderung geöffnet. Einige Hände strecken sich abwehrend der Kamera beziehungsweise dem Bildmotiv entgegen, als könne Geschehenes durch diese Geste ungeschehen gemacht werden. Andere haben wohl noch nicht begriffen, was geschieht: Mein Onkel Georg lacht aus vollem Halse und die Nachbarin, die mit uns gefeiert hat, nippt mit geschlossenen Augen an ihrem Sekt.
In der rechten Bildhälfte ist das eigentliche Motiv zu sehen: Das Gesicht meiner Schwester Liliane im Halbprofil. Das sichtbare Auge ist weit geöffnet. Im anderen Auge steckt ein qualmendes, Funken sprühendes Geschoß, das eigentlich gen Himmel hätte fliegen sollen. Das Foto ist im Augenblick des Eindringens des Feuerwerkskörpers in das Auge mit Blitzlicht aufgenommen, so dass man sehr schön erkennen kann, wie Blutstropfen in einem feinen Sprühregen aus der Verletzung entweichen. Gleichzeitig fliegen einige Tropfen einer weißlich schimmernden Masse, die offenbar schwerer ist als Blut, in die Nacht hinaus.
Durch die Reflektionen der bunten Funken, die der pyrotechnische Artikel seiner Bestimmung gemäß abgibt, wirken das spritzende Blut und die Augapfelmasse in der Luft wie ein zusätzlicher Einfall des Feuerwerksdesigners, wie eine ganz selbstverständliche Ergänzung des Showeffektes.
Die blonden Haare meiner Schwester haben in dem Augenblick der Aufnahme noch kein Feuer gefangen, die Kamera hat sie in einer elegant wirkenden Wellenbewegung, hervorgerufen durch das Zurückreißen des Kopfes, festgehalten. Man kann jedoch bereits ahnen, dass eine der fliegenden Locken Sekundenbruchteile später der explodierenden Rakete sehr nahe kommen wird.
Lilianes Mund ist auf dem Bild halb geöffnet, der gellende Schrei steckt noch in der Kehle, bereit, zu entweichen. Man erkennt zwischen den perlweiß schimmernden Zähnen die Zungenspitze, die nur Augenblicke später im Reflex auf den Schmerz abgebissen werden wird.
Die Farben des Bildes sind leuchtend und kräftig, die Bildkomposition ist naturgemäß nicht durchdacht oder arrangiert. Die Aufnahme ist ein Zufallstreffer, ein Glücksfall für den Fotographen, der just im richtigen Augenblick den Finger am Auslöser hatte.
Warum dieses Foto mein Lieblingsbild ist? Es markiert einen Wendepunkt in meinem Leben. Ich war im Vergleich zu meiner Schwester stets ein hässliches Entlein, unansehnlich, unscheinbar. Alle Augen ruhten stets auf ihr, der bezaubernden Elfe mit dem goldenen Haar und dem Engelsgesicht.
Seit dem 1. Januar 2007, etwa fünf Minuten nach Mitternacht, hat sich das Blatt gewendet. Ich bin zwar noch immer keine Schönheit für einen Modekatalog, aber ich bin dabei, meine überflüssigen Pfunde zu verlieren, und wenn man heute mich und meine Schwester sieht, blickt man freiwillig von ihr weg und zu mir hin.
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Na denn. Einen guten Rutsch allerseits, wie man so sagt. Und bitte sorgfältig zielen mit den Geschossen.
