Donnerstag, 22. Dezember 2011

Nichts Neues, Anderes, Ungewöhnliches.

Ich sollte über Weihnachten schreiben, sagte ich mir. Etwas Neues, Anderes, Ungewöhnliches. Es müsste mit Weihnachten zu tun haben, aber nicht auf die übliche Weise. Das Baby im Futtertrog haben schon andere trefflich beschrieben, über den Kommerzrausch wurde bereits ausreichend gejammert, die Brücke von der Geburt zur Auferstehung ist oft genug erbaut worden.

Ideen kamen und wurden wieder verabschiedet: Herr K. könnte auftreten, in einer weihnachtlichen Einkaufsstraße. Jessika könnte zur Weihnachtszeit ihre tödlichen Finger nach einem Menschen ausstrecken. Es wäre auch denkbar, in Rothberg nach dem Rechten oder Unrechten zu sehen.

Bezüglich der Begegnung des Herrn K. mit einem weihnachtlichen Thema unternahm ich immerhin einen Versuch:

Herr K. bummelte durch die weihnachtlich geschmückte Einkaufsstraße, um noch ein Geschenk für seine Frau auszusuchen. Er hatte keine klare Vorstellung, was das sein könnte. Vielleicht stach ihm ja etwas beim Betrachten der Angebote ins Auge, er hoffte auf einen Geistesblitz. Am Eingang zum Kaufhaus stand eine Dame und hielt ihm ein Heftchen entgegen.
»Nein Danke«, murmelte Herr K. und wollte weitergehen.
Die Dame sagte: »Es kostet nichts und es ist sehr wertvoll.«
»Warum kostet es nichts, wenn es sehr wertvoll ist? Das ist doch ein Widerspruch.«
»Weil der Preis schon bezahlt wurde, Sie wissen es nur noch nicht.«
Herr K. runzelte die Stirn. »Wer hat denn das Heftchen bezahlt?«
»Nein, nicht das Heft. Den Preis für Ihr Leben hat er bezahlt.«
Herr K. wusste nichts davon, dass ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt wäre. Die Dame mochte ihn ja mit jemandem verwechseln, oder sie war an und für sich etwas verwirrt? Eigentlich wirkte sie recht normal.
»Darf ich Ihnen kurz die gute Nachricht überbringen?«, fragte sie mit einem schüchternen Lächeln.
Herr K. war nicht sonderlich in Eile, außerdem inzwischen neugierig. »Bitteschön. Gehen Sie auf Sendung, ich höre.«
»Sie sind ein Sünder und landen in der Hölle.«
»Ach. Ach was! Und das soll eine gute Nachricht sein?«
»Aber das muss nicht so kommen«, fuhr die Dame fort, »denn wenn Sie im Blut gewaschen sind, dann können Sie dem Herrn folgen und in die Ewigkeit eingehen.«
Herr K. stellte sich eine Schüssel mit Blut vor, einen Schwamm und sich selbst, wie er seinen Körper mit der Flüssigkeit wusch. »Ach nein«, sagte er, »das ist mir denn doch zu gruselig, ich bleibe lieber bei Wasser und Seife oder Duschgel.«
»Es steht alles in diesem Heft, das ich Ihnen schenken möchte.«

Weiter kam ich nicht, vielleicht wird ja zum Advent 2012 etwas daraus. Jessika, sagte ich mir, darf in Frieden ruhen, sie muss erst mal nicht wieder auferstehen. Und Rothberg, ja ja, Rothberg. Ach ja, Rothberg. Das würde eine lange, sehr lange Geschichte werden.

Die eine, die richtige Idee ließ sich jedenfalls nicht blicken. Daher lasse ich es dabei, meinen treuen und gelegentlichen Blogbesuchern ganz schlicht ein frohes Weihnachtsfest zu wünschen. Feiert schön, genießt die freien Tage und bleibt gesund und munter.

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Mittwoch, 21. Dezember 2011

G

G. 1

Gerald, genialer Geschichtenerzähler, gefragter Ghostwriter, gönnt Gesine gerne großartige Geschmackserlebnisse. Glänzende Granatäpfel, geröstete Gänseleber, garnierte Gurkensalate, gewürzte Grünkohlbeilagen, goldbraune Grillhähnchen, glibberige Götterspeise, gutriechendes Gebäck. Gesine, gläubige Geriatrieassistentin, Geralds geliebte, grundsätzlich gepflegt gekleidete Gattin, genießt Geralds Gaben. Gesines gründlichem Gesamtverdauungssystem gelingt generell Gewichtsproblemen gegenüber Gegenwehr. Gertenschlankes Geschöpf, gemeißelten griechischen Göttinnen gleich; glückliche Gesine!
Geralds Gestalt gewinnt gleich Gewicht, generös genossene Gerichte generieren gezwungenermaßen Gürtelweiterschnallen; geplagter Gerald!

2

Gerade gibt's Gabelspaghetti, Garnelen, gedünstetes Gemüse. Gerald gibt Gesine großzügig, gedenkt gestern gestiegenen Gewichtes, gewinnt gegen gewaltige Gelüste gieriger Geschmacksnerven, gabelt genügsam Gemüse.
Gesine genießt Garnelen, Getreideerzeugnisse, Gedünstetes. Geschirr gänzlich geleert, gehörig gesättigt, gurrt Gesine: »Gut geschmeckt. Ganz großes Gombliment.«
Gerald grinst. Gesines Gewohnheit griechisch gefärbten Gebrauchs gängiger Gesprächsbestandteile gibt grenzenlose Gelegenheit gemeinsamen Gelächters.
»Gombliment!«, gackert Gerald, »Gesine, Gombliment! Glasse!«
»Glasse? Glase?«, grübelt Gesine gedankenvoll gerunzelten Gesichtes. »Glase ... Gläser ... Gläsersindleer!«
Gerald gibt Gesine Getränkenachschub.
»Grauburgunder, gehaltvoll, geschmacklich gelungen.«
Gluck - gluck -gluck. Gläser geleert, gemächliches Genießen gedankenverlorener Gemütlichkeit. Glückliche Gesine, glücklicher Gerald!

3

Gelegentlich gelingen Gerald gesprächsweise gekonnte Generalangriffe gegen Gesines gesittete Genierlichkeit.
»Gesine?«
»Gerald?«
»Geh geradeaus - gut geheiztes Gästezimmer - geheimnisvolles Gegenlicht - gefühlvolle Ganzkörpermassage.«
Gespieltes Genervtsein Gesines: »Gerald! Geiler Ganter! Glied gewinnt gegen Gehirn?«
»Ganz gegenteilig: Gehirn gibt Glied gezielt Großwerdimpulse.«
Gesine gähnt: »Genderspezifische Gelüste.«
»Geizen Gatten gegeneinander gürtellinienunterschreitende Genüsse?«, greint Gerald.
Gesine grinst, gluckst geheimnisvoll, gedenkt gerne genossener Gelegenheiten gleicher Gattung.
Gerald, ganz Gentleman: »Gegebenenfalls gelingt gemächliche Gliedschrumpfung ganz gut; geeignete Gedankenabschweifung: Getriebereparatur, Geschirrspülerkauf, Geländespiele, Gartenarbeit, Garagenentrümpelung ...«
Gesine gibt gut gelaunt Gegenrede: »Ganzundgarnichtnötig, Ganterchen, großherziges!«
»Gänsleinmein.«
Gesines Gesicht glänzt gerötet. »Ganzkörpermassage ... glitschiges Gleiten ... Glans gegen G-Punkt gerichtet ... gerne! Gleich?«
»Genau.«
Gatte, Gattin gehen gespannt gen Gästezimmer, großen Genusses gewiss. Gleichermaßen glattrasierte Genitalien garantieren gefühlsintensiven Geschlechtsverkehr. Glückliche Gesine, glücklicher Gerald!

4

Gesine genießt gerne gruselige Geistergeschichten. Grünliche Gespenster, gefährliche Geister, grässliche Gerätschaften, gequälte Getüme, genüssliches Gefressenwerden, geifernde Gehörnte, glühende Giftkessel, glubschäugige Ghule, gichtbrüchige Greise, grollende Götter ...
»Geschmackloses Genre«, glaubt Gerald. »Gefällige Geschichten gelangen Goethe, Grass, Grisham, GJM.«
Gesine geistesgegenwärtig: »Gebrüder Grimm genehmigt Göttergatte Gerald?«
Gerald: »Germanistische Gelehrsamkeit, gewiss, generationsüberdauernde Geschichtensammlungen, gelegentlich gab's geschmacklose Gedanken ... Glassärge, gewissenlose Großgrundbesitzer, giftmischende Gesellen ...«
Gesine: »Goethes Gretchen ... gramgebeugt ...«
Gerald: »Guter Gedanke. Grausame Geschichte.«
Gesine: »Grass, generell gelungene Gesellschaftskritik, gefälliges Geschichtenerzählen, gelegentlich ganz grausige Geschmacksverirrungen.«
Gerald: »Geschmacksverirrungen?«
Gesine: »Gelegentlich. Gehörig!«
Gepflegte Gespräche gelingen gelehrsamen Gatten, geistreiches Geplauder, geselliger Gedankenaustausch. Glückliche Gesine, glücklicher Gerhard!

5

Genug G-Worte gesagt.

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P.S.: Falls jemand sucht, hier sind [A] [B] [C] [D] [E] [F]

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Frohes Lichterfest

Allen jüdischen Freunden rufen Neil Diamond und ich ein schallendes Happy Chanukka zu.

Viel Spaß, guten Appetit und ein rundum fröhliches Fest!

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Sonntag, 18. Dezember 2011

Da sitzt du. Eine erotische Geschichte

21,8 ProzentEine demokratische Mehrheit wollte bei einer Umfrage auf diesem Blog mal wieder eine erotische Geschichte  zu lesen bekommen. Bisher hatte ich diesen Wunsch noch nicht erfüllt, sondern statt dessen war Herr K. in einem Hauskreis zu Besuch, es gab ein Loblied auf das Zweifeln, es wurde über Gottes Charkakterveränderungen nachgesonnen, es wurde von einem Mord berichtet und einiges mehr.

Heute endlich ist es so weit.  Der Wunsch wird erfüllt. Wer erotische Erzählungen nicht mag, sollte an dieser Stelle nicht weiter lesen, sondern sich anderen Dingen zuwenden. Oder zumindest hinterher nicht meckern.

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Da sitzt du, gelehnt an einen Baumstamm, im weichen Gras, den Blick hinaus auf den See gerichtet, siehst und hörst mich nicht kommen. Ich schlich nicht heran, wozu auch, denn ich gehöre dir und du bist mein, wir sind uns genug, sind eins. Du magst vor wenigen Minuten aus dem Wasser gestiegen sein, kleine Tropfen glitzern im Sonnenlicht auf deiner Haut, deren samtene Zartheit ich so leidenschaftlich und unermüdlich mit meinen Fingerspitzen zu erspüren nicht müde werden kann. Du schaust auf den See, ich schaue auf dich. Deine rechte Hand ruht in deinem Schoß, als dächtest du an mich, streichen die Kuppen der Finger über jene Lippen, die ich so gerne küsse wie die Lippen deines Mundes. Ich verharre, ich bin versteinert, ich kann und will den Blick nicht wenden. Die linke Hand streicht forschend über deine Brüste, deren erhabene Spitzen, als wollest du dich vergewissern, dass der Augenschein nicht trügt. Wie oft hat meine Zuge dort schon Kreise gezogen, die harten Nippel im weichen Busen liebkost, der feinen Hauttextur nachgespürt, das Wunder der Gefühle genossen, die mir dabei erwachten. Du schließt die Augen, deine rechte Hand liegt still, jedoch der Finger in der Mitte kann nicht ruhen, zieht Konturen nach, mit leichtem Druck, nur leicht, ganz leicht, ganz sanft, ganz zart.

Hast du mich doch gesehen oder meinen Schritt gehört? Weißt du vielleicht, dass meine Augen dich verzehren? Ist dies ein Spiel, um meine Sinne anzufachen? Natürlich weißt du längst, dass kaum ein Anblick mich mehr anzuregen in der Lage ist als dieser, wenn du dir gönnst, was dich am Schluss wie heißer Strom durchfließt, den ganzen Körper dir aus dieser Welt für einen Augenblick hinauskatapultiert. Ich bleibe stehen wo ich bin, will dich in meine Arme schließen, aber noch kann ich nur schauen und genießen.

Dein Mund ist nun ein kleines Stück geöffnet, der Atem geht dir schneller ein und aus, denn deine Finger haben ihren Rhythmus jetzt gefunden. Dein Kopf lehnt weiter sich zurück, dein Becken will der Hand entgegen streben, die nun schon stärker zu massieren weiß. Ich möchte zu dir kommen, dich in meinen Armen halten, wenn du dich deinen Fingern trauend fallen lässt in einen Ozean der Lust. Doch heute muss ich warten, muss verharren, darf nicht stören, bin als Zeuge nur erwünscht. Mir ist, als blitze mir dein Blick entgegen aus den nur kurz geöffneten Augenlidern, als müsstest du dich vergewissern, dass nicht an mir vorübergeht, was du dir gönnst.

Es ist soweit, ein Stöhnen kannst und willst du nicht zurückhalten, deine Schenkel schließen sich, halten die Hand fest, die nun dem Becken sich entgegen presst, das sich dir hebt im Rausch des Augenblicks, sich hebt und senkt, noch einmal hebt und senkt, als böge eine unsichtbare Hand den Körper dir nach oben. Dann kommt das Schaudern, wohlig, tief, und nichts kann schöner sein als dieser Augenblick, dann die Entspannung und der Seufzer, die Hand noch immer festgehalten drehst du dich zur Seite und liegst still, genießt die letzten Wellen der Ekstase, die dir dein Innerstes elektrisiert, um tiefer Ruhe schließlich sanft zu weichen.

Nun kann ich zu dir gehen, dich in meine Arme nehmen, dich streicheln, deine Schulter küssen, dich an mich drücken. Du kuschelst dich an meine Brust, dein Blick ruht liebevoll auf meinem Gesicht.

Ich sage »danke« und küsse deinen weichen Mund.

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Freitag, 16. Dezember 2011

Schreiner aus Nazareth und unmündige Mutter vorläufig festgenommen

In den frühen Morgenstunden wurden die Behörden von einem besorgten Bürger alarmiert. Er hatte eine junge Familie entdeckt, die in einem Stall haust. Bei Ankunft fanden die Beamten des Sozialdienstes, die durch Polizeibeamte unterstützt wurden, einen Säugling, der von seiner erst 14-jährigen Mutter, einer gewissen Maria aus Nazareth, in Stoffstreifen gewickelt in eine Futterkrippe gelegt worden war.

Bei der Festnahme von Mutter und Kind versuchte ein Mann, der später als Joseph, ebenfalls aus Nazareth identifiziert wurde, die Sozialarbeiter abzuhalten. Joseph, unterstützt von anwesenden Hirten, sowie drei unidentifizierten Ausländern, wollte die Mitnahme des Kindes unterbinden, wurde aber von der Polizei daran gehindert.

Festgenommen wurden auch die drei Ausländer, die sich als »weise Männer« eines östlichen Landes bezeichneten. Sowohl das Innenministerium als auch der Zoll sind auf der Suche nach Hinweisen über die Herkunft dieser drei Männer, die sich anscheinend illegal im Land aufhalten. Ein Sprecher der Polizei teilte mit, dass sie keinerlei Identifikation bei sich trugen, aber in Besitz von Gold sowie von einigen möglicherweise verbotenen Substanzen waren. Sie widersetzten sich der Festnahme und behaupteten, Gott habe ihnen angetragen, sofort nach Hause zu gehen und jeden Kontakt mit offiziellen Stellen zu vermeiden. Die mitgeführten Chemikalien wurden zur weiteren Untersuchung in das Kriminallabor geschickt.

Newborn BabyDer Aufenthaltsort des Säuglings wird bis auf weiteres nicht bekannt gegeben. Eine schnelle Klärung des ganzen Falls scheint sehr zweifelhaft. Auf Rückfragen teilte eine Mitarbeiterin des Sozialamts mit: »Der Vater ist mittleren Alters und die Mutter ist definitiv noch nicht volljährig. Wir prüfen gerade mit den Behörden in Nazareth, in welcher Beziehung die beiden zueinander stehen.«

Maria ist im Kreiskrankenhaus in Bethlehem zur medizinischen und psychiatrischen Untersuchungen. Sie kann mit einer Anklage rechnen. Weil sie behauptet, sie wäre noch Jungfrau und der Säugling stamme von Gott, wird ihr geistiger Zustand näher untersucht.

In einer offiziellen Mitteilung des Leiters der Psychiatrie steht:

»Mir steht nicht zu, den Leuten zu sagen, was sie glauben sollen, aber wenn dieser Glaube dazu führt, dass - wie in diesem Fall - ein Neugeborenes gefährdet wird, muss man diese Leute als gefährlich einstufen. Die Tatsache, dass Drogen, die vermutlich von den anwesenden Ausländern verteilt wurden, vor Ort waren, trägt nicht dazu bei, Vertrauen zu erwecken. Ich bin mir jedoch sicher, dass alle Beteiligten mit der nötigen Behandlung in ein paar Jahren wieder normale Mitglieder unserer Gesellschaft werden können.«

Zu guter Letzt erreicht uns noch diese Info: Die anwesenden Hirten behaupteten übereinstimmend, dass ihnen ein großer Mann in einem weißen Nachthemd mit Flügeln (!) auf dem Rücken befohlen hätte, den Stall aufzusuchen und das Neugeborene zu seinem Geburtstag hoch leben zu lassen.

Dazu meinte ein Sprecher der Drogenfahndung: »Das ist so ziemlich die dümmste Ausrede vollgekiffter Junkies, die ich je gehört habe.«

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Quelle: Der Text kursiert seit einigen Jahren im Internet, unter anderem bei Kreuts.net – von dort habe ich kopiert und die Fehler ausgemerzt.

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Mittwoch, 14. Dezember 2011

F

1

Grafik wie immer bei dieser Serie via wordle.net Friedrich Fischers Facebookstatus: Freiberuflicher Fortbildungsberater für Finanzbeamte, Ferienhausbesitzer, fünfstelliges Festeinkommen, findet fortschrittliche Frauen fantastisch.

Franziska Fontanes Freundschaftsanfrage: Fastfoodhassende Floristin, fantasievoll, feinsinnig, fröhlich, frei - Faible für Feinkost.

Friedrichs fernmündliche Frühstückseinladung folgt. Franziska fühlt Freude.

2

Freitag früh fährt Franziska frisch frisiert Fahrrad, findet Friedrichs feudales Fachwerkhaus fernab. Finsterer Fichtenwald. Fünf Fledermäuse flattern friedhofwärts. Franziska fröstelt furchtsam. Frankensteins fiese Falle? Franziskas Fantasie formt filmreife Figuren: Fließend fliegende Feen ... feixende Faune ... frenetische Fanfarenklänge ... Fürst Frederik, fäulnisstinkend ... fummelnde frühreife Fünfzehnjährige ... fauchende Feuervögel ... furios flammendes Fegefeuer ... füsilierte fromme Frauenzimmer ... feiste Fratzen ...

3

Friedrich findet Franziska fassungslos, fluchtbereit, fahlhäutig, fast fieberkrank. Fürsorglich führt Friedrich Franziska fürbass fachwerkhauswärts. Frühlingswind fasst Franziskas Faltenrock, figurbetonende Feinseide flattert ... Friedrich fängt Feuer. Franziska fürsorglich festhaltend finden Friedrichs Finger festes Fleisch, fühlen forschend, fordernd, fast frevelhaft.

4

Fachwerkshausküche, frischgefegter Fliesenboden, florales Feinsteinzeug. Formeller Fortgang:

»Franziska Fontane. Franzi für Freunde.«

»Friedrich Fischer, für Freunde Fritz.«

»Fischers Fritz fischt frische Fische«, faselt Franziska fröhlich, »frische Fische fischt Fischers Fritz.«

Friedrich findet Fisch fürchterlich. »Falsch!« faucht Friedrich feindselig, »finde Fischfang frevelhaft.«

Franziskas Frohsinn fällt fort; fehlendem Fingerspitzengefühl folgt Frust. Franziska flüstert: »Fullijung.«

Friedrich findet vorherige Fassung: »Fiedenspfeife?«

Franziska: »Freilich. Freundschaft!«

Friedrich fabuliert fragwürdiges Fachwissen: »Fischgenuss fragmentiert fatalerweise Frenulumnerven.«

Franziskas Färbung flammt, flimmert feuergleich. »Friedrich ... Frenu- ... falls ...«

Friedrich findet Franziskas farbenfrohe Feinstrumpfhose faszinierend, Finger frickeln, fabelafte Fantasien flutschen ... Feuchtgebiete ... freizügige Federstrichzeichnungen ... fleischoffenbarende Fotografien - Friedrich frotzelt folglich frivol: »Frollein Fontane! Famoses Fahrgestell! Fesche Figur! Faltenrock fallenlassen, flugs fortwerfen, Freikörperkultur frönen?«

»Frecher Flegel« flucht Franziska, »Faschist!«

Friedrichs fanatische Fantasien fleuchen flugs, Frustration folgt. Frappiert fragt Friedrich: »Faschist?«

»Folterknecht! Fallensteller! Feigling! Fetischist!«

Friedrich flüstert feuerrot: »Fullijung.«

Franziska flötet friedensstiftend: »Frühstück fertig?«

Friedrich: »Freilich! Fastenzeit finito!«

Franziska findet folgende Feinkost: Frikadellen, Feta, Froschschenkel, Fenchelsalat, Frühstücksflocken, Federvieh fein filettiert, Früchte. Fisch? Fehlanzeige.

»Frisches Festessen«, formuliert Friedrich feinsinnig, »für fröhlichen Freundschaftsbeginn.«

»Feste Freundschaft?«

»Freilich,« flüstert Friedrich feierlich, »freilich, Feinliebchen.«

»Fritzimein.«

»Franzimeine!«

5

Friedrich frohlockt. Facebook-Freundschaftsanbahnung funktioniert fabelhaft.

6

Finale: Freiersfüße - fabelhafte Feier - fröhliche fortwährende Fortpflanzungstätigkeit ... Fünflinge!

7

Fazit: feeble feelings, flickering fire, fierce fights, full-flame foolishness ... F finally finished.

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P.S.: Falls jemand sucht, hier sind [A] [B] [C] [D] [E]

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Montag, 12. Dezember 2011

Macht Gott Fehler? Oder kann der Mensch ihn nicht verstehen?

Liest man die biblischen Berichten und Erzählungen aufmerksam, dann gibt es zwei Alternativen: Entweder Gott macht Fehler, die er dann korrigieren muss, oder die Autoren der Bibel haben Gott und sein Wirken nicht immer so ganz verstanden.

Adam, Eva und ein sonderbares Geschöpf Das ging schon bei den Berichten über die Schöpfung und die Sache mit dem verlorenen Paradies los: Zunächst betrachtete Gott sein Werk als vollendet und gut, dann fiel ihm auf, dass der Mensch als Single nicht glücklich war. Also bekam Herr Adam eine Frau Eva an die Seite gestellt.

Nun war wirklich alles gut. Alles? Nicht ganz. Denn in dem wunderbaren und nach Gottes Aussage vollkommenen Garten Eden trieb sich ein Wesen herum, das uns als Schlange vorgestellt wird. Dieses überraschenderweise sprachbegabte Geschöpf Gottes hatte Übles im Sinn und verführte die arglosen Menschen, von einer Frucht zu naschen, die nicht zum Verzehr bestimmt war.
Warum stand ein Baum mit verbotenen Früchten eigentlich ausgerechnet im Paradies? Was hatte die sogenannte Schlange im Garten, in dem »alles sehr gut« war, zu suchen? Wieso war Gott nicht da, als er gebraucht wurde, um die Verführung seiner Geschöpfe durch ein anderes seiner Geschöpfe zu verhindern?

Fragen, die ohne Antwort bleiben. Seit diesen Vorfällen jedenfalls gibt es die »Erbsünde«, mit der die Menschheit, nicht etwa die Schlangenschaft, sich herumzuschlagen hat. Jedes »unschuldige« Baby wird schon »schuldig« geboren.

Ein paar Generationen später lesen wir, dass es Gott »reute, dass er die Menschen gemacht hatte auf Erden«. Er stellte fest: Das Experiment Mensch ist nicht geglückt. Also weg mit der Sippe, vielleicht geht es der Schöpfung ohne ihre Krone besser.
Warum hat ein allwissender, nicht an die Zeit gebundener Gott nicht vorausgesehen, dass die Vertreibung aus dem Paradies und die Auferlegung harter Arbeit nicht zur Besserung sondern zum totalen Chaos führen würde? Plante Gott, nach der Vernichtung der Menschheit einen zweiten Versuch zu starten, Adam & Eva 2.0?

Der Vorsatz wurde nicht ausgeführt - Gott ließ sich umstimmen, verwarf seinen Entschluss der völligen Vernichtung seiner Schöpfung und ein paar Menschen überlebten zusammen mit etlichen Tieren auf der Arche. Die Erbsünde überlebt mit ihnen, und Gott hatte sich damit abgefunden: Wir lesen, dass Gott nach der Sintflut »in seinem Herzen« sprach: »Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf.«

In den nächsten Jahrhunderten gab es diverse Modellversuche mit Gesetzen, Vorschriften und Opfern die Kluft zwischen Schöpfer und Geschöpf zu überbrücken. Es gab auch Mord und Kriege, um »die Sünde« von der Erde zu tilgen. Irgendwie hat sie jedoch immer überlebt. Die Menschheit war nicht in der Lage, den von Gott ersonnenen Wegen zu ihm in geeigneter Weise zu folgen.

In diesen Tagen feiern viele Menschen Advent und Weihnachten - als Erinnerung an die alles verändernde Geburt des Erlösers und Messias Jesus Christus. Seit rund 2000 Jahren gelten, wenn man seinen uns überlieferten Lehren glaubt, die Regeln, Vorschriften, Gesetze und Opfer nicht mehr, die Gott der Menschheit genannt hatte, um mit ihm ins Reine zu kommen, da sie sich als untauglich erwiesen hatten. Paulus, Apostel und prominenter Autor im Neuen Testament, fasst zusammen: »Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus.«

Hat sich nun also Gott über Jahrtausende seit der Schöpfung immer wieder geirrt und dann neue Wege ausprobiert, um mit seinen Geschöpfen ins Reine zu kommen? Mir fällt es leichter, davon auszugehen, dass in den biblischen Schriften die Autoren ihre fehlerbehafteten Ansichten und Überzeugungen dargestellt haben (was ich für statthaft halte, schließlich waren sie alle Menschen, und keine Götter), als anzunehmen, dass Gott sich mehrfach geirrt hat und dann seine Irrtümer korrigieren musste. Ich muss und werde Gott nicht begreifen, mir genügt es, so gut ich es verstehe und vermag, demjenigen zu folgen, dessen Geburt wir uns jetzt und dessen Tod und Auferstehung wir uns im Frühjahr besonders erinnern.

 

Bild: Temptation of Adam and Eve, Masolino; ca. 1425. Fresco Brancacci Chapel, S. Maria del Carmine, Florence;
Quelle: Witcombe

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Donnerstag, 8. Dezember 2011

Dieser Hund ist unbezahlbar!

Als wir kürzlich durch Westfalen geradelt sind, kamen wir an einem ziemlich schäbig wirkenden Bauernhaus vorbei. Am Gartenzaun war ein Pappschild befestigt, auf dem in ungelenker Handschrift stand: »Sprechender Hund zu verkaufen«.
Ich stieg vom Fahrrad und klopfte an die morsche Tür.
Der Bauer, dessen Aussehen dem seines Hofes kaum nachstand, erklärte mir, dass der fragliche Hund in der Scheune zu finden sei. Ich ging um das Gebäude herum und fand einen betagten Labrador im Schatten vor der Scheunentüre liegen.
»Du kannst sprechen?«, fragte ich ihn.
»Jau!«, antwortete der Hund etwas träge.
Eine solch einsilbige Antwort konnte mich natürlich noch nicht überzeugen. Schließlich ist mir, dem Lorio-Kenner, Doktor Sommer mit dem angeblich sprechenden Hund keineswegs unbekannt. Daher bat ich: »Na dann erzähl mal deine Geschichte.«
Der Labrador hob den Kopf und sagte: »Ich habe schon in jungem Alter entdeckt, dass ich sprechen kann. Also beschloss ich, damit meinem Land zu helfen und erzählte einem Mann vom BND aus dem Nachbarort von meiner Begabung. Es dauerte nicht lange, da flog man mich von Land zu Land, damit ich fleißig lauschend mit Regierungschefs und Wirtschaftsbossen im Zimmer saß, und keiner kam auf die Idee, dass ich zuhören, geschweige denn hinterher davon erzählen würde.«
»Ach was!«
»Jawohl. Ich war dabei, als Obamas Besuch an der Siegessäule geplant wurde, habe Angela Merkel zum Wahlsieg verholfen, weil ich bei Schröder unter dem Kaffeetisch gelauscht habe, und ich konnte mithelfen, dass vor ein paar Jahren die Kofferbomber von Köln gefasst wurden.«
Ich war beeindruckt und meinte: »Wie kommst du aber nach solchen Abenteuern jetzt auf diesen verfallenen Bauernhof?«
»Ich war acht Jahre lang der wertvollste Spion des BND. Aber die ganzen Reisen haben mich erschöpft, und da ich so langsam meine Knochen zu spüren begann, beschloss ich, mich zur Ruhe zu setzen.«
»Hier in der westfälischen Provinz?«
»Na ja, also ich war zuletzt am Flughafen in Frankfurt am Main eingesetzt, um in der Nähe von verdächtigen Passagieren zu horchen, ob sie subversive Dinge bereden. Natürlich habe ich dabei auch das Gepäck beschnüffelt. Eines Tages stieg mir der lieblichste Geruch der Welt aus einer Transportbox für Tiere in die Nase. Der Besitzer der Box und des Inhaltes wurde dann mein aktuelles Herrchen. Um es kurz zu machen: Ich bin mit der Hundedame hierher gekommen, wir haben eine Menge Nachwuchs in die Welt gesetzt und jetzt lebe ich hier im Ruhestand.«
Ich war restlos begeistert und ging zurück zum Bauern, um den Preis für das Tier zu erfragen.
Er sagte: »Zehn Euro.«
Ich musste mich wohl verhört haben. Ich fragte: »Zehn Euro? Dieser Hund ist ein Wunder, unbezahlbar! Warum wollen Sie nur zehn Euro für ihn haben?«
»Weil er ein Lügner ist! Kein einziges von seinen angeblichen Abenteuern ist wahr!«

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P.S.: Aufmerksame und mit gutem Erinnerungsvermögen ausgestattete Blogbesucher werden jetzt meckern: Kannte ich schon!
Stimmt. Ist nicht neu, sondern eine Wiederholung. Tja.

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Dienstag, 6. Dezember 2011

Ein Verweis: Ab in die Hölle! Oder wie jetzt?

Herzlich willkommen!Eine Geschichte zu erzählen, in der Milliarden Menschen für immer irgendwo im Universum in einem schwarzen Loch endloser Qual und Pein ausweglos gefangen sind, ist keine besonders gute Geschichte.

Da sollte sich jede und jeder selbst Gedanken machen, finde ich. Kommentare bitte nicht hier, sondern dort. Wer meine Meinung wissen will: Das Zitat Die Logik der Hölle scheint mir nicht nur inhuman, sondern extrem atheistisch zu sein trifft es ziemlich genau.

So. jetzt aber hier weiterlesen:

Tobias Faix: Himmel & Hölle

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