Dienstag, 8. November 2011

C

image Ach ja, das C. Ich capituliere bei dem Versuch, eine wenn auch nur kurze Episode ausschließlich mit C-Wörtern zu verfassen.

Christina, charming chorusgirl, Claus, cool computergeek, cozy cuddeling, camping-tent. Chaos comes: creme colored cocker chases cat, china breaks, Claus comes close ...
Christina chimes: »Ceterum censeo: cave canem!«
Claus: »Citing can't cure cut chin, cherí!«
Christina colores chinese computerprints. »Cannot care, Claus, cannot.«
»Cellphone?«

Aus. Auch in deutscher Sprache blieb es bei Fragmenten.

Campinpplatz Cuxhaven, christliches Clubferienlager.
Corinna, charmante Chemikerin, Carl, cholerischer Chirurg, campieren; charismatische Chorgesänge, chaotische Cantaten ...
Carl cujoniert Corinna: »Confuse Clarinettistin! C-Dur! Chromatisch!«
Corinna, cidergesättigt, curtisiert: »Carlileinichen ...«

Aus. Wohin jetzt mit all den gesammelten Worten? Canaster, Ceder, Celsius, Cent, Charakter, Chemnitz, Chimäre, Chlor, Chrom, Chronik, Chur, Cicero, circa, Citrone, Citroen, City, Coitus, Collage, colorieren, Commerzbank, Computer, contra, Creme ...

Das C, ach ja das C. O weh!

Montag, 7. November 2011

Drei Schüsse in der Abbey Road

Im April Jahres 2009 flogen wir für eine Woche nach London, um ein wenig auszuspannen. Nicht, dass wir Urlaub nötig hatten, aber auch das gehörte dazu, um den Schein eines normalen Lebens zu wahren. Jede Familie, zumindest wenn sie es sich leisten kann, fährt in Urlaub und erzählt dann den Nachbarn und Bekannten, wie es gewesen ist. So also auch wir drei.

Als eingefleischter Beatles-Fan war London für mich wegen eines gewissen Zebrastreifens schon lange verlockend gewesen. Viktor, jetzt 15 Jahre alt, liebäugelte mit dem Gedanken, ein Austauschschuljahr in England zu verbringen, da war ein Hineinschnuppern in die britische Hauptstadt ganz in seinem Sinne. Christine wollte einfach einkaufen. Nun ja. Es gab zwar in Hamburg meines Wissens auch Geschäfte, aber das gehörte zu den weiblichen Geheimnissen, die ein Mann nie im Leben begreifen wird.

In London waren wir am 3. April, einen Tag nach der Ankunft, mit Waffen versorgt worden. Ich hatte mich daran inzwischen so gewöhnt wie an das morgendliche Zähneputzen. Wenn wir Flureisen unternahmen, blieben unsere eigenen Waffen zu Hause im Safe, am Zielort wartete jemand mit Ersatz auf uns. Vor dem Abflug wurde dann die Ausrüstung wieder abgeholt. Unbewaffnet waren wir so gut wie nie, lediglich während der Flugreise.

Wir schlenderten durch die Carnaby Street, aßen trotz der feuchten Kälte Eis am Picadilly Circus, besuchten Ausstellungen, Kathedralen und Paläste, absolvierten das übliche Touristenpensum. Wir genossen die Freizeit, ließen es uns gut gehen.

Ich legte größten Wert darauf, dass wir vor der Heimreise unbedingt die Abbey Road aufsuchten und Fotos auf dem legendären Zebrastreifen machten. Da ausnahmsweise einmal die Sonne über London schien, fuhren wir recht früh am vierten Morgen mit der U-Bahn zur Station St. John’s Wood und bummelten dann gemütlich über die Grove End Road zu unserem Ziel.

Die Abbey Road war relativ unbelebt. Ab und zu kam ein Auto, aber es gab ausreichende Lücken im Verkehr, um unser Vorhaben in die Tat umsetzen zu können. Natürlich wäre es schön gewesen, wenn zumindest einer der beiden überlebenden Beatles mit auf dem Bild gewesen wäre, aber man kann nicht alles haben.

Ich wollte im weißen Anzug, die Hände in den Taschen, über die Straße marschieren und versuchen, wie John Lennon auszusehen, obwohl natürlich meine Haare mit denen des Beatles auf dem Cover nicht konkurrieren konnten. Das bisschen, was auf meinem Kopf noch übrig war, umrahmte eine wachsende Glatze wie schwindender Strand bei Flut das Meer umsäumt. Aber immerhin: Ich trug eine Brille.

Als wir die Aufnahmen vorbereitet hatten und auf die nächste größere Verkehrslücke warteten, hielt ein weißer Volkswagen Käfer hinter dem Zebrastreifen. Ich fragte Christine spaßeshalber, ob wohl die ICP für mich das Auto bestellt hatte.

»Nein«, lachte sie, »ob du es glaubst oder nicht, es gibt auch noch Zufälle und Dinge auf der Welt, die ohne unsere Mitwirkung passieren.«

Das Bild der Straße glich trotz inzwischen längst geänderter Fahrbahnmarkierungen und anderer Details dem auf dem Beatles-Album einigermaßen, wenngleich wir natürlich zu dieser Jahreszeit keine grün belaubten Bäume vorgefunden hatten. Das Auto wurde jedenfalls zu meiner großen Freude an genau der Stelle abgestellt, an der auf dem Cover ein weißer VW parkt.

Perfekter konnte die Szene nicht werden. Ich war bereit, der Volkswagen stand am richtigen Platz und es kam weit und breit kein Fahrzeug.

Christine und Viktor standen mit Camcorder beziehungsweise Fotokamera bereit. Der Junge hielt alles, was nun folgte, auf dem digitalen Video fest. Es ging so schnell, dass ich viele Einzelheiten erst später beim Betrachten der Aufnahmen bemerkte.

Christine blickte durch den Sucher des Fotoapparates, visierte mich an und ich ging los. Sie drückte den Auslöser und warf einen Blick auf den Mann, der jetzt hinter mir aus dem Volkswagen stieg. Ich ging langsam über den Zebrastreifen, hörte das Klicken der Kamera. Christine steckte den Apparat in die Manteltasche, griff in ihr Achselhalfter. Der Mann schaute zu ihr hinüber. Sie zielte, äußerlich völlig gelassen, und feuerte drei Schüsse ab.

»Weg hier!«, rief sie und rannte los.

Ich starrte auf den Körper, der neben dem Fahrzeug auf der Fahrbahn lag. Ein älterer Herr in dunklem Anzug mit tadellos gepflegtem Äußeren, wenn man einmal von den beiden Löchern im Schädel und dem rasch wachsenden Blutfleck auf der ansonsten blütenweißen Hemdbrust absah. Ich starrte und rührte mich nicht.

»Lauf!«, schrie Christine über ihre Schulter – und ich lief. Viktor war mir bereits einige Schritte voraus, wir verschwanden um die nächste Ecke. Wir hörten Schreie und erste Rufe nach der Polizei hinter uns, es hatte zahlreiche Zeugen gegeben, aber niemand schien uns zu verfolgen. Wer läuft auch schon jemandem hinterher, der eben bewiesen hat, dass er bewaffnet und bereit zum Töten ist.

… … …

Dies ist ein Ausschnitt aus meinem Roman »Sabrinas Geheimnis«. Den kann man käuflich erwerben für den Amazon Kindle:

 

... und auch als Taschenbuch:

Sabrinas Geheimnis (German Edition)

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Freitag, 4. November 2011

Nur für 144.000 ...

... wird es Rettung geben. -Söhne Mannheims

Dieser Blog hat die magische Zahl bereits überschritten:

Was nun?

Donnerstag, 3. November 2011

B

imageBetrübt beäugte bekannter Berliner Blogger bescheidene Besucherzahlen beim Betrachten blogstatistischer Berichte. Besserung bringen bekanntlich bildschöne Beschreibungen brutaler Bluttaten, beflügeln Begeisterungsstürme bei Blogbesuchern, bescheren Bloggern besondere Beliebtheit. Beispielhaft berichtet besagter Bloginhaber beflissen bezüglich Barbara, Berthold, Bohuslav, Bedja besonders Bestürzendes:

Berthold, beruflich Betriebsrat beim Bankhaus, besonders beliebt bei blonden Beamtinnen, brünetten Bäckereigehilfinnen, braungelockten Bardamen, bildungsfernen Büromädchen, berichtet betreten, blickt beiseite, blasshäutig, bleichgesichtig; bitter brennt Beschämung beim Beichten: Brodelnde Begierde bedingte Betrug. Betrunkenheit bei blödsinnigem Brauchtum brach brachialem Benehmen Bahn, beflügelte Beischlaf beiläufig beim Beisammensein bierseliger Burschen, barbusiger Barmädchen.

Bei Bertholds Bekenntnis befällt Barbara Betrübnis, Bitterkeit - bauchschmerzende Beschwerden beginnen, bedingen beängstigende Benommenheit. Baldiges brüskiertes Bewusstwerden beim Beichtehören: bin betrogen! bin beschmutzt! Betroffenheit beschwert Barbaras Blick; Berthold betrog, Berthold belog. Brautstrauß, Brautkleid bereits bereitgelegt - bitteres Begreifen: beendigte Beziehung, belustigte Bürokolleginnen, beschwipster Berthold bald bei beliebigen breitbeinig bereitliegenden Bettgenossinen brünstig ...

Barbaras Blick bedrohlich bewölkt. Berthold beobachtet besorgt, bauchpinselt Barbara, beteuert Besserung, berührt behutsam Barbaras Becken, befummelt Brüste, brummelt Beschwichtigendes, braucht bedingungslose Begattungsbereitschaft.

Barbara, betrogene Braut, bilanziert bewusst Bertholds beherrschungslose Bosheit, beschließt beherzt: Berthold braucht bleibende Bestrafung.

Blut bildet bizarre Blasen, behende benutzt Barbara beide Behelfswaffen: Blechschere, Baumeißel. Bertholds Bauch bricht breitwundig, besessen bearbeitet Barbara Bauch, Beine, Becken, Blechschere beißt blutglitschig, Baumeißel bricht Breschen.

Bertholds Beißen, Brüllen, Beintreten bleibt buchstäblich belanglos.

Blindgeweint beendet Barbara, bleiern benommen, beelezebubischen Blutrausch. Berthold, bewusstlos, bleibt blutüberstömt beim Bett.

Bitteschön, Berthold: Bist beeindruckend breitgeschlagen; breiiger Bauch, Beinbrüche, Beckenfraktur, blutentleertes Begattungsorgan bleibt bestimmt bewegungslos, besamungsunfähig. Bist bald beerdigt, Berthold!

Bitteschön, Barbara: Bildschöne Braut, bleibst bemitleidenswert beischlaflos, brauchst beruhigenden Baldrian, besuchst beruflicherweise Budweis, betrittst beschauliche Bäckerei, betörst bilingual Bohuslav, begünstigst Begehren, bist bald bettfertig, Bohuslavs Begierde brennt, Beckenbewegungen beginnen, brodelndes Begehren, besinnungsloses Befühlen besonders berührungshungriger Bereiche ...

Bohuslav, bodenständiger Bäcker, bereut bald bitterlich, beschließt beschämt Beichte bei Bedja, Bohuslavs Braut. Bedja begreift bestürzt bei Bräutigams bedrücktem Bericht: bin betrogen! bin beschmutzt!

Bastard! Bedjas Brotmesser blitzt, Blut bespritzt beide, Bohuslavs Blick bricht.

Bedja beschließt Beseitigung beider Betrüger, beobachtet, beschattet Barbara, Beretta bereit. Baumstämme beim Bahnhofsparkplatz bieten Blickschutz, Bedja bezwingt beginnende Befangenheit bezüglich bevorstehender Bluttat, betätigt blitzschnell Beretta: Bumm!

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Dienstag, 1. November 2011

Bibel ≠ Wort Gottes

War es Martin Luther mit seinem Postulat sola scriptura? Oder reicht die Geschichte dieser Interpretation schon weiter zurück? Wo auch immer der Ursprung liegen mag, ich kann mich mit der Synonymisierung von »Bibel« und »Wort Gottes« nicht anfreunden.

Old Holy BibleWenn der Psalmdichter schreibt: »Dein Wort ist meines Fußes Leuchte«, dann hat er mit Sicherheit kein Buch im Sinn, das käuflich zu erwerben und als in sich abgeschlossen betrachtet wird. Wenn Paulus die Gemeinden ermahnt, beim oder im Wort Gottes zu bleiben, dann kann nicht die Rede davon sein, dass sein Brief dazugehört. Er schreibt zwar als Beauftragter Gottes, erteilt auch konkrete Anweisungen in der ihm verliehenen Weisheit, aber seine Zeilen sind für ihn nicht gleichzusetzen mit dem lebendigen oder geoffenbarten Wort Gottes.

Nun möge der geschätzte Leser dies nicht missverstehen. Ich finde es lehrreich und gut, die Bibel zu lesen, lese sie selbst gerne und aufmerksam. Ich kann mich aber der Lehre nicht anschließen, die sinngemäß so aussieht: Irgendwann in der Geschichte hat Gott genug davon gehabt, zu reden. Er beschloss, ein Buch zusammenstellen zu lassen, in dem alles steht, was der Gläubige wissen muss.
Diejenigen, die »Wort Gottes« mit dem gleichstellen, was gedruckt (oder elektronisch gespeichert) in zahlreichen Übersetzungen und Variationen als »Heilige Schrift« vorliegt, die unbedingte Treue zum Buchstaben dieses Buches für richtig und notwendig halten, berauben Gott der Möglichkeit, dass sein Wort auch heute noch lebendig sein, dass er auch heute noch etwas zu sagen haben könnte. Er darf nur noch durch die Zeilen sprechen, die uns vorliegen. Die werden dann, so die »bibeltreuen« Lehren, im Herzen des Lesers lebendig.

Was beziehungsweise wer nennt sich nicht alles biblisch und bibeltreu, ohne wirklich ernst zu nehmen, was geschrieben steht. Ein Beispiel? Bitteschön:
»Und wenn einem Mann der Samenerguss entgeht, dann soll er sein ganzes Fleisch im Wasser baden, und er wird bis zum Abend unrein sein. Und jedes Kleid und jedes Fell, worauf der Samenerguss kommt, soll im Wasser gewaschen werden, und es wird bis zum Abend unrein sein. … Und wenn ein Weib ihres Leibes Blutfluss hat, die soll sieben Tage unrein geachtet werden; wer sie anrührt, der wird unrein sein bis auf den Abend.«

Hand aufs Herz. Wann hast du zum letzten Mal den ganzen Körper gebadet und die Bettwäsche mit Wasser gewaschen und dich selbst für unrein erachtet (also dem Kollegen nicht die Hand zum Gruß gereicht), weil du ejakuliert hast? Oder, falls du eine Frau bist: Meidest du während und mindestens eine Woche nach der Monatsblutung jede Berührung eines Menschen, weil du denjenigen ja verunreinigen würdest? Oder gibst du trotz deiner Menstruation dem Nachbarn die Hand? Immerhin ist dies, dem biblischen Bericht zufolge, ganz ausdrücklich Wort Gottes, denn wir lesen als Einleitung: »Und der HERR redete mit Mose und Aaron und sprach: ...« Auch »bibeltreue« Christen sortieren offensichtlich das Wort Gottes nach Wichtigkeit für ihre Lebensgestaltung.

Nun wird der eine und die andere mich zurechtweisen: Das ist Altes Testament, das gilt nicht mehr. Wir leben im Neuen Bund, sind gerechtfertigt durch das Opfer Jesu Christi.

Damit bin ich völlig einverstanden. Ich halte mich ja selbst nicht an die beiden obigen oder die anderen der  613 Vorschriften, Regeln und Verbote, die im von Gott diktierten Gesetz, das in der Bibel als ewig und unveränderlich beschrieben wird, nachzulesen sind. Ich halte mich vielmehr an das, was das Konzil in Jerusalem abweichend vom Gesetz beschlossen hat, als es um genau diese Frage ging: Welche Gesetze, Vorschriften und Regeln gelten im Neuen Bund, für die »Heidenchristen«, also für die Gläubigen, die keine Juden sind? Der Beschluss war kurz, knapp und eindeutig: » ... dass ihr euch enthaltet vom Götzenopfer und vom Blut und vom Erstickten und von der Hurerei; so ihr euch vor diesem bewahrt, tut ihr recht. Gehabt euch wohl.« Paulus weicht das übrigens später seiner Gemeinde in Korinth gegenüber auf: »Alles, was feil ist auf dem Fleischmarkt, das esset, und forschet nicht, auf dass ihr das Gewissen verschonet.« Anders ausgedrückt: Was du nicht weißt macht dich nicht heiß/sündig. Also schau lieber nicht so genau hin.

Die Bibel enthält Berichte über das, was Menschen mit Gott erlebt, was sie über ihn gedacht, welche Schlüsse sie für das Leben daraus gezogen haben. Sie enthält gute und wichtige Hinweise für das Zusammenleben, den Umgang mit unseren Mitmenschen und unser Verhältnis zu Gott. Sie kann uns trösten, ermahnen, unseren Blick zurechtrücken; genauso wie sie uns irritieren und, falls wir sie wörtlich nehmen, auf schiefe Wege leiten kann. Oder hält jemand die Anweisung, sich ein Auge auszureißen oder eine Hand abzuhacken wirklich und ehrlich für einen gangbaren Weg, mit der Versuchung umzugehen? Das ist übrigens Neues Testament.

»Wort Gottes« ist für mich nicht das, was irgendwann irgendwo nach langer mündlicher Überlieferung niedergeschrieben und schließlich mehr oder weniger akkurat in mir verständliche Worte übersetzt worden ist. Die Bibel enthält zweifellos auch Wort Gottes - für spezielle Personen in bestimmten historischen Situationen genauso wie allgemein gültige Aussagen, aber der Gleichsetzung Bibel = Wort Gottes kann ich mich - schon wegen der oft widersprüchlichen Anweisungen und Berichte - nicht anschließen. Der Gott, an den ich glaube, kann auch heute noch reden. Durch Menschen, durch seine Stimme in meinem Inneren und durch vieles mehr. Er lässt sich nicht in die Seiten eines Buches einsperren, so gut und wertvoll dieses Buch auch ist.

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Sonntag, 30. Oktober 2011

Shit!

Eine Lektion in English for Runaways (Englisch für Fürtgeschrittene):

Well, it's shit ... that's right, shit! Shit may just be the most functional word in the English language:
  • You can smoke shit, buy shit, sell shit, lose shit, find shit, forget shit, and tell others to eat shit.
  • Some people know their shit, while others can't tell the difference between shit and shineola.
  • There are lucky shits, dumb shits, and crazy shits. There is bull shit, horse shit, and chicken shit.
  • You can throw shit, sling shit, catch shit, shoot the shit, or duck when the shit hits the fan.
  • You can give a shit or serve shit on a shingle.
  • You can find yourself in deep shit or be happier than a pig in shit.
  • Some days are colder than shit, some days are hotter than shit, and some days are just plain shitty.
  • Some music sounds like shit, things can look like shit, and there are times when you feel like shit.
  • You can have too much shit, not enough shit, the right shit, the wrong shit or a lot of weird shit.
  • You can carry shit, have a mountain of shit, or find yourself up shit creek without a paddle.
  • Sometimes everything you touch turns to shit and other times you fall in a bucket of shit and come out smelling like a rose.


When you stop to consider all the facts, it's the basic building block of the English language.
And remember once you know your shit, you don't need to know anything else!
You could pass this along, if you give a shit; or not do so if you don't give a shit. Well, Shit, it's time for me to go. Just wanted you to know that I do give a shit and hope you had a nice day, without a bunch of shit. But, if you happened to catch a load of shit from some shit-head... Well, Shit Happens!

Quelle? Na klar: [Klickstehier]

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Freitag, 28. Oktober 2011

Gastbeitrag Franz Kafka: Von den Gleichnissen

Viele beklagen sich, dass die Worte der Weisen immer wieder nur Gleichnisse seien, aber unverwendbar im täglichen Leben, und nur dieses allein haben wir. Wenn der Weise sagt: »Gehe hinüber«, so meint er nicht, dass man auf die andere Seite hinübergehen solle, was man immerhin noch leisten könnte, wenn das Ergebnis des Weges wert wäre, sondern er meint irgendein sagenhaftes Drüben, etwas, das wir nicht kennen, das auch von ihm nicht näher zu bezeichnen ist und das uns also hier gar nichts helfen kann. Alle diese Gleichnisse wollen eigentlich nur sagen, dass das Unfassbare unfassbar ist, und das haben wir gewusst. Aber das, womit wir uns jeden Tag abmühen, sind andere Dinge.

Darauf sagte einer: »Warum wehrt ihr euch? Würdet ihr den Gleichnissen folgen, dann wäret ihr selbst Gleichnisse geworden und damit schon der täglichen Mühe frei.«

Ein anderer sagte: »Ich wette, dass auch das ein Gleichnis ist.«

Der erste sagte: »Du hast gewonnen.«

Der zweite sagte: »Aber leider nur im Gleichnis.«

Der erste sagte: »Nein, in Wirklichkeit; im Gleichnis hast du verloren.«

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Mittwoch, 26. Oktober 2011

Johannes /// Das Ende

Falls jemand das Bedürfnis verspürt, nachzulesen, was bisher geschah: Die vorigen Teile: [Teil 1]  [Teil 2] [Teil 3] [Teil 4] [Teil 5]

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Seine Mission war damit nicht erfüllt, Johannes predigte und taufte auch nach dieser denkwürdigen Begegnung weiter. Er nannte Unrecht beim Namen und scheute auch nicht davor zurück, öffentlich den Landesfürst Herodes zu kritisieren. Dieser Mann, das hatten wir schon festgehalten, regierte nicht souverän; natürlich hatten die Römer das Sagen. Er genoss aber seinen Status und seine begrenzte Macht und fand auch nichts dabei, mit der Frau seines Bruders ein erotisches Verhältnis zu pflegen. Deswegen und wegen alles Bösen, das er sonst noch getan hatte, wurde er von Johannes öffentlich gescholten. Herodes zögerte nicht lange, er warf Johannes ins Gefängnis.

Während Johannes im Gefängnis ausharren musste, wurde Jesus immer bekannter im Land. Seine Wunder waren überall Gesprächsstoff. Wenn es hieß, dass er an einem bestimmten Ort sei, strömten die Menschen dorthin und brachten ihre Kranken mit, damit diese geheilt würden, und je mehr Wunder geschahen, desto stärker wurde der Zulauf.

Johannes rechnete damit, dass der Messias, über den er selbst dem Volk gesagte hatte, dass »in seiner Hand die Worfschaufel sei, dass er die Spreu mit unauslöschlichem Feuer verbrennen würde«, in absehbarer Zeit mit seinem öffentlichen Wirken beginnen würde. Feuer vom Himmel sollte auf die Unterdrücker und die renitenten Sünder fallen, das Volk würde wieder in einem freien Königreich leben. Das seltsame Ereignis bei der Taufe des Messias bestärkte Johannes in dieser Annahme. Eine Stimme vom Himmel, eine Taube, die keine Taube war … so etwas geschah nicht alle Tage.

Johannes der Täufer im Gefängnis sendet zwei Jünger  zu Jesus. Unbekannter KünstlerDoch nun saß Johannes im Gefängnis, seine Jünger berichteten ihm über alles, was sie von Jesus hörten, und wir können uns vorstellen, welche Fragen und Zweifel den Täufer umtrieben. Er hatte der Volksmenge diesen Jesus angekündigt: »Er wird seine Tenne fegen …« - aber statt irgendwen mit Feuer zu verbrennen, statt die Spreu nun endlich vom Weizen zu trennen und Gericht zu halten, tat der Messias dem Vernehmen nach allen nur Gutes, allen Menschen, ohne Unterschiede. Statt Sünder zu bestrafen, vergab er ihnen ihre Schuld, war überhaupt häufig in zweifelhafter Gesellschaft anzutreffen. Er ließ sogar eherne Gesetze außer Acht, zum Beispiel wenn es darum ging, am heiligen Ruhetag einen Kranken zu heilen. Johannes als Sohn eines frommen und untadeligen Priesters hatte damit erhebliche Probleme, denn wie sollte jemand den Thron Davids wieder aufrichten, der die ewigen Gesetze des Bundes seines Volkes mit Gott missachtete?

Johannes grübelte und zweifelte und rätselte, schließlich rief er zwei seiner Jünger herbei und sandte sie zu Jesus. Sie sollten ihm eine simple Frage stellen: »Bist du der Kommende, oder sollen wir auf einen anderen warten?«

Es war nicht schwer, Jesus zu finden, und die beiden Boten sprachen ihn an: »Johannes der Täufer hat uns zu dir gesandt und lässt dir sagen: Bist du der Kommende, oder sollen wir auf einen anderen warten?«

Eine klare Antwort, ein Ja oder ein Nein, erhielten sie nicht. Jesus heilte auch an diesem Tag viele Menschen von Krankheiten und Plagen und bösen Geistern, und vielen Blinden schenkte er das Augenlicht. Nun hatten die beiden Boten des Johannes das mit eigenen Augen gesehen, konnten sich davon überzeugen, dass keine Übertreibung in dem zu finden war, was man sich landauf, landab erzählte.

Jesus antwortete jedenfalls nicht auf ihre simple Frage, sondern sagte: »Geht hin und verkündet Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde sehen wieder, Lahme gehen, Aussätzige werden gereinigt, Taube hören, Tote werden auferweckt, Armen wird gute Botschaft verkündigt! Und glückselig ist, wer sich nicht von mir abwendet, weil er Anstoß daran nimmt.«

Was mag Johannes gedacht haben, als er den Bericht seiner beiden Jünger im Gefängnis hörte? Er hatte ja seine beiden Boten geschickt, weil er das, was er über Jesus hörte und das, was er selbst über den Messias gesagt hatte, nicht in Einklang bringen konnte. Das passte nicht zusammen. Deshalb hatte er eine klare Frage gestellt – und keine klare Antwort bekommen. Natürlich deutete das »glückselig ist, wer sich nicht von mir abwendet« an, dass man nicht auf einen anderen Messias warten sollte, und vielleicht reichte das ja auch, um Johannes von seinen Fragen und Zweifeln zu befreien?

Wir wissen nicht, wie und ob Johannes mit der Botschaft zurecht kam. Fand er Trost in dem Wissen, dass seine Bußpredigten und –taufen für mehr Menschlichkeit, mehr Gerechtigkeit gesorgt hatten? Hoffte er auf Entlassung, um seinen Verwandten Jesus selbst aufsuchen und über all die offenen Fragen mit ihm reden zu können? Oder gab er sich mit seinem Schicksal zufrieden? Jedenfalls kam es für ihn zu keiner Befreiung aus dem Gefängnis. Herodes ließ den Täufer hinrichten.

Jesus wirkte weiter und wurde immer bekannter. Die Menschenmassen, die zu ihm strömten, waren größer als die, die zur Taufe des Johannes im Jordan gepilgert waren.

Das erregte auch die Aufmerksamkeit der Obrigkeiten. Herodes hörte alles, was rings um Jesus vor sich ging. Er geriet in Verlegenheit, weil von einigen gesagt wurde, dass Johannes aus den Toten auferweckt worden sei; von einigen aber, dass Elia erschienen, von anderen aber, dass einer der alten Propheten auferstanden sei. Auf jeden Fall gab es keinen Zweifel, dass dieser Jesus kein Mensch wie alle anderen war. Herodes murmelte vor sich hin: »Johannes habe ich enthauptet. Wer aber ist dieser, von dem ich solches höre?« Er wünschte sich, ihn zu sehen – zu ihm hinauspilgern wollte er jedoch lieber nicht.

Es sollte noch eine Weile dauern, bis die Begegnung stattfinden würde.

Vor vielen Jahren hatte ein Engel zu einem alten Priester im Tempel gesagt: »Dein Sohn wird wie damals Elia mit bemerkenswerter Kraft und im Geist Gottes wirken. Die Kinder und die Eltern wird er miteinander versöhnen, den Ungläubigen wird er aufschließen können, wie klug die Gerechtigkeit Gottes ist. Er wird das ganze Volk vorbereiten.«

Hatte sich diese Voraussage erfüllt? Einige meinten, da sei etwas schief gegangen, andere sprachen davon, dass Johannes genau das getan habe. Jedoch: dass das Volk von dem Messias zunächst begeistert war, weil er so viel Gutes tat und weil er Sünden vergab, ohne zuerst teure und langwierige Opfer zu fordern – bedurfte das der Vorbereitung durch einen Täufer, der Buße und Gericht verkündete? Dass das Volk schließlich seinen Messias verwerfen und vom römischen Statthalter »kreuzige ihn!« fordern würde, war das ein Symptom misslungener Vorbereitung? Und sein schmähliches Ende im Kerker … war das unumgänglich?

Es gäbe vielleicht noch so manches zu erzählen, aus anderen Quellen zu schöpfen, von Kamelhaaren und Heuschrecken könnte man berichten, aber was Johannes betrifft, sind dies die Dinge, die von einem der Menschen, die damals, in jener anderen Zeit und in jenem anderen Land, gelebt haben, aufgeschrieben wurden. Dieser Chronist hieß Lukas, er hat für seinen Freund Theophilus einen zweiteiligen Bericht verfasst, in dem Johannes allerdings weit weniger Aufmerksamkeit geschenkt wurde als seinem Verwandten Jesus und dann dessen Nachfolgern und ihrem Wirken.

Lukas hat dann über Johannes nur noch angemerkt, dass viele Jahre später ein gewisser Paulus, der Jesus nachfolgte, in der Stadt Ephesus, also recht weit weg vom Ort des Geschehens das wir hier betrachtet haben, auf eine Gruppe von Jüngern des Johannes traf. Paulus fragte sie: »Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, nachdem ihr gläubig geworden seid?«

Sie antworteten etwas ratlos: »Wir haben nicht einmal gehört, ob der Heilige Geist überhaupt da ist.«

Paulus fragte zurück: »Worauf seid ihr denn getauft worden?«

Die Antwort war: »Auf die Taufe des Johannes.«

Wir entnehmen diesem kurzen Dialog, dass nach der Hinrichtung des Täufers offenbar einige seiner Jünger den Dienst fortgeführt hatten, vermutlich mit der gleichen Botschaft verbunden, dass der Mensch seinen Nächsten nicht nur lieben, sondern ihm auch durch die Tat behilflich sein sollte, dass die Ankunft eines Messias kurz bevor stand, der würde dann ja bekanntlich mit Geist und Feuer taufen und mit der Worfschaufel endlich für Ordnung sorgen.

Paulus erklärte diesen Menschen in Ephesus: »Johannes hat mit der Taufe der Buße getauft, indem er dem Volk sagte, dass sie an den glauben sollten, der nach ihm komme, also an Jesus.«

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Dienstag, 25. Oktober 2011

Johannes /// Teil 5

Hier der vorletzte Teil – bald ist es aus und vorbei mit dem Johannes. Die vorigen Teile: [Teil 1]  [Teil 2] [Teil 3] [Teil 4]

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Anstatt seine Mission zu beginnen, öffentlich zu predigen, womöglich gar Widerstand gegen die römische Besatzung anzuschüren oder zumindest schon mal Gleichgesinnte um sich zu scharen, zog Johannes sich zurück. Er ging in die Wüste und blieb in der Wüste. Seine Zeit war, obwohl er zum jungen Mann gereift war, noch nicht gekommen, so lesen wir es in den alten Überlieferungen.

Fennek (Vulpes zerda), der einzige Freund des Johannes in der Wüste?War er allein in der Wüste? Ja, er war wohl allein, denn nichts wird uns berichtet von diesen Jahren. Predigte er den Steinen, dem Sand, den spärlichen Pflanzen? Unterhielt er sich nächtens mit dem scheuen Wüstenfuchs, der sich im Lauf der Jahre an den zweibeinigen Nachbarn gewöhnt hatte?

Vermutlich redete mit seinem Gott oder zu seinem Gott. Was er redete, ob er Antworten bekam, wie viel er von den kommenden Ereignissen ahnte oder wusste – wir wissen es nicht. Wir erfahren nur, dass im fünfzehnten Jahr der Herrschaft des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Statthalter in Judäa war und Herodes Landesfürst von Galiläa und sein Bruder Philippus Landesfürst von Ituräa und der Landschaft Trachonitis und Lysanias Landesfürst von Abilene, als Hannas und Kaiphas Hohepriester waren, endlich ein »Wort Gottes zu Johannes geschah«. Wie wir uns das vorzustellen haben, bleibt uns überlassen. Hörte er eine Stimme mit seinen Ohren? Bekam er Besuch von Gabriel, wie sein Vater damals? Überkam ihn eine innere Gewissheit?

Johannes verließ seine Einöde und kam in die ganze Gegend um den Jordan und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden. Natürlich kannte er – sein Vater war immerhin Priester gewesen – die Reden des Propheten Jesaja. Dort hieß es: »Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn und macht seine Steige eben! Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden; und was krumm ist, soll gerade werden, und was uneben ist, soll ebener Weg werden. Und alle Menschen werden den Heiland Gottes sehen.«

Nun kann man das nicht wörtlich nehmen, denn wenn die Täler erhöht werden und die Erhebungen erniedrigt, dann bleibt ja nur eine flache Ebene übrig. Niemand in Judäa hatte ernsthaft die Absicht, die Landschaft einzuebnen. Auch krumme Wege haben ihren Zweck, denn wenn das Ziel um die Ecke liegt, führt ein gerader Weg daran vorbei. Das ganze ist als geistliche Metapher zu begreifen. Ob Johannes ganz gewiss war, dass er selbst dieser Prediger in der Wüste war, von dem der Prophet vor so langer Zeit geredet hatte, können wir nur mutmaßen und vielleicht aus dem schließen, was uns von seinen Ansprachen berichtet wird:

Mit drastischen Worten sprach Johannes zu der Menge, die hinausging, um sich von ihm taufen zu lassen: »Ihr Schlangenbrut, wer hat denn euch gewiss gemacht, dass ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet? Seht zu, bringt rechtschaffene Früchte der Buße; und nehmt euch nicht vor zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken. Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt; jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.«

Für das Volk war das, auch abgesehen von den Schimpfworten, eine ziemlich herausfordernde Rede. Immerhin hatte Abraham einen Bund mit Gott geschlossen, und zwar einen ewigen Bund. Darauf konnten sie sich verlassen, meinten die Zuhörer, denn schließlich waren sie Abrahams Kinder und ewig hieß nun einmal ewig. Sie waren doch das auserwählte Volk? Nichts anderes hatten sie und ihre Vorfahren seit Jahrhunderten gehört und geglaubt. Und nun tauchte ein verwilderter Prediger auf, der nicht einmal Priester war, um ihre Gewissheit, dass Gott sie auf jeden Fall in seine Arme schließen würde, zu erschüttern und zu rauben. Das hätte eigentlich zu erheblichem Widerspruch und Widerstand führen müssen. Seine Bußpredigten sollten auch nicht ohne bittere Folgen für Johannes bleiben, aber in jenen Wochen und Monaten reagierten seine Zuhörer nicht feindselig, sondern betroffen und Rat suchend.

Die Menge fragte ihn: »Was sollen wir denn tun?«

Johannes antwortete, indem er sie daran erinnerte, dass Gott an ihrer Einstellung dem Mitmenschen gegenüber mehr interessiert war als an ihrer Abstammung von Abraham: »Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer zu essen hat, tue ebenso.«

Das Gebot der Nächstenliebe, der Barmherzigkeit, war kein neues, sondern es stand schon seit Jahrhunderten in den heiligen Schriftrollen. Aber offensichtlich wurde es weithin ignoriert. Johannes taufte und verlangte von denen, die sich diesem Ritual unterzogen, dass sie fortan mit Taten statt mit Worten ein anderes Leben führten. Ein Hemd reicht, wenn der Mitmensch keines und man selbst zwei hat.

Die Römer hatten als Besatzer des Landes unter anderem Zöllner, heute und hier würden wir von Zollbeamten sprechen, eingesetzt. Diese Handlanger waren beim Volk nicht beliebt, mit gutem Grund, denn so gut wie alle wirtschafteten neben der Erhebung der Steuern für Rom auch kräftig in die eigene Tasche. Nun kamen auch Zöllner zu Johannes, um sich taufen zu lassen. Sie wollten ebenfalls wissen, was er ihnen zu raten hatte: »Meister, was sollen denn wir tun?«

Die Antwort war eigentlich vorhersehbar: »Fordert nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist!«

Vielleicht hatten manche in den Volksmengen gehofft, dass Johannes den Zöllnern auftragen würde, ihren Dienst zu verlassen, aber er dachte gar nicht daran, einen Aufstand gegen Rom anzuzetteln.

Auch Soldaten kamen, um sich taufen zu lassen. »Was sollen denn wir tun?«

Ähnlich wie die Zöllner waren die Soldaten nicht sonderlich angesehen im Volk. Sie dienten erstens einer fremden Macht, denn sie standen unter dem Befehl der Römer, und zweitens erpressten sie gerne Schutzgelder, bereicherten sich wo es nur ging, denn sie hielten sich – und waren es ja auch – für relativ unangreifbar.

Johannes antwortete: »Tut niemandem Gewalt oder Unrecht an und begnügt euch mit eurem Sold!«

Wir erinnern uns: Es hatte sich nach seiner Beschneidung weit herumgesprochen, dass Johannes kein Mensch wie alle anderen war, dass ihm etwas Besonderes, etwas Gottgegebenes anhaftete. Inzwischen waren viele Jahre ins Land gezogen, aber vergessen waren die Umstände seiner Geburt und die Worte seines Vaters über Johannes wohl nicht.

Das Volk wartete auf einen Erlöser, einen Messias, der die Besatzungsmacht aus dem Land werfen und das jüdische Könighaus des David wieder aufrichten würde. Nun trat Johannes, über dessen Geburt und Beschneidung solch ungewöhnliche Geschehnisse erzählt worden waren, auf. Er kam mit einer unerwarteten, aber dennoch aufsehenerregenden Botschaft. Kein bewaffneter Aufstand, kein Streik, keine Occupy-Bewegung und auch kein arabischer Frühling. Statt dessen predigte Johannes eine Art freiwilligen Sozialismus. Die Menschen waren voll Erwartung und viele mutmaßten in ihren Herzen von ihm, ob er vielleicht der Christus, der versprochene Erlöser, wäre, zumal Johannes den Propheten Jesaja, der einiges über den Christus gesagt hatte, häufig zitierte.

Aber Johannes wies das weit von sich. Er erklärte: »Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber einer, der ist stärker als ich, und ich bin nicht wert, dass ich ihm die Riemen seiner Schuhe löse; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. In seiner Hand ist die Worfschaufel, und er wird seine Tenne fegen und wird den Weizen in seine Scheune sammeln, die Spreu aber wird er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen.«

Die Worfschaufel muss man erklären, wenn man diese Geschichte heute erzählt. Dieses Gerät kennt keiner mehr, außer vielleicht aus einem landwirtschaftlichen Museum. Mit einer Worfschaufel, einer Art Schippe mit flachem Blatt aus Holz oder Metall, wurde das ausgedroschene Getreide gegen den Wind in die Höhe geworfen und von der Spreu gereinigt. Die Spreu flog im Luftstrom ein Stück zur Seite, das Getreide fiel zu Boden. Mit seiner Metapher sagte also Johannes, dass jemand nach ihm kommen würde, der das Wertvolle im Volk vom Wertlosen im Volk trennen würde, die einen würde er bei sich behalten, die anderen vernichten.

»Mit Feuer taufen« – da war den Spekulationen Tür und Tor geöffnet. Würde Feuer vom Himmel fallen, um die Spreu, die Verworfenen zu verbrennen? Möglich, immerhin hatte das Johannes gepredigt. Aber »taufen« mit Feuer? Und »mit dem Heiligen Geist« war nicht weniger rätselhaft.

Johannes erklärte nicht, sondern er predigte unverdrossen Buße und Umkehr, ermahnte das Volk und verkündigte ihm das Heil. Gott sei nicht an der Abstammung von Abraham interessiert, sondern daran, ob jeder einzelne Mensch Recht oder Unrecht tut, das war der Kern seiner Lehre. »Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer zu essen hat, tue ebenso. … Fordert nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist! … Tut niemandem Gewalt oder Unrecht und lasst euch genügen an eurem Sold!«

Als Johannes eines Tages wie üblich am Jordan predigte und taufte, kam Jesus, um sich taufen zu lassen. Johannes hatte ihn zuerst nicht erkannt, es war ziemlich lange her, dass sie sich gesehen hatten und beide hatten sich, vom Jugendlichen zum Mann gereift, verändert. Selbstverständlich wusste Johannes über die sonderbaren Umstände der Schwangerschaft von Maria bescheid, immerhin waren seine Mutter und die Mutter Jesu Verwandte und die Ereignisse, die weit ringsum bekannt geworden waren, kannte man in der Familie natürlich am besten. Aber Johannes hatte seit seinem Rückzug in die Wüste keinen Kontakt mehr zur Verwandtschaft gehabt.

Nun stand Jesus vor Johannes, um sich wie all die anderen taufen zu lassen. Johannes sträubte sich zunächst, meinte, dass umgekehrt ein Schuh daraus würde. Doch schließlich gab er nach. Als Jesus getauft war und anschließend betete, wurde der Himmel geöffnet und der Heilige Geist stieg in leiblicher Gestalt wie eine Taube auf ihn herab. Manche Zeugen des Vorfalls hatten andere Erinnerungen, meinten einen Donner zu hören oder etwas wie eine Feuerflamme zu sehen, aber Johannes sah die Taube und hörte eine Stimme aus dem Himmel: »Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.«

Ob Johannes schon ahnte, welch schmähliches Ende sein Leben nehmen würde? Oder hoffte er noch, dass die ihm überlieferten großartigen Worte eines Engels an seinen Vater irgendwie in Erfüllung gehen würden?

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Das possierliche Bild des womöglich einzigen Wüstenfreundes unseres Helden Johannes stammt von Wikipedia.

Der Schluss folgt. In Bälde.

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