Ende der letzten Woche nahm ich eine Einladung zu einem kleinen »Männerabend« an. Klein, weil wir zu viert waren: Ein Unternehmer aus der Immobilienbranche, ein (medizinischer) Wissenschaftler, ein kaufmännischer Angestellter (unser Gastgeber) und meine Wenigkeit. Von 19:30 Uhr bis Mitternacht sprachen wir über eine breite Palette von Themen: Mr. Bean, Erweckung, Loriot, Krankenheilung, gute Autos - schlechte Autos, Finanzkrise, Gemeindebau, Armut in der Welt und Reichtum der Christen.
Bei Loriot und Mr. Bean waren wir uns einig: Alle verfügbaren Daumen nach oben. Bei anderen Themen wichen unsere Meinungen zum Teil erheblich von einander ab, was aber unserer Freundschaft keinen Abbruch tat und tun wird.
Zum Beispiel die Sache mit der Finanz- beziehungsweise Wirtschaftskrise: Wird es besser? Wird es schlimmer? Entwickelt sich gerade eine globale Gesellschafts- und Kulturkrise, oder ist eher damit zu rechnen, dass es zwar Erschütterungen, aber keinen totalen Zusammenbruch geben wird?
Einer aus unserer Runde, der Unternehmer, folgt gerade dem Rat von David Wilkerson, sich mit Lebensmitteln und Wasser zu bevorraten. Sogar einen Generator wird er sich zulegen, um im Fall der Fälle Strom erzeugen zu können. Ein anderer, der Wissenschaftler, meint dagegen, dass Gott jetzt sein Versorger sei, warum dann nicht auch im Fall des Zusammenbruchs unserer »sicheren« Systeme?
Ich habe David Wilkerson vor mehr als 30 Jahren kennen gelernt, Leser meines Buches »Es gibt kein Unmöglich!« wissen, wie das vor sich ging. Ich halte ihn nach wie vor für einen aufrechten, treuen Mann Gottes, wenngleich ich mit seiner aktuellen und einigen vorangegangenen »Prophetien« durchaus Schwierigkeiten habe. Oder besser gesagt mit den Interpretationen, die er mit den geistlichen Inspirationen zu verflechten pflegt. Nach meinem ganz persönlichen und sicher nicht allgemein maßgeblichem Empfinden ist er so eine Art moderner Jona, dem Gott aufträgt, Gericht zu predigen, was ihm nicht gerade leicht fällt. Dann ist Gott gnädig, das Gericht fällt aus, und der Prophet ist ziemlich irritiert.
Doch zurück zur Krise: Kommt es nun also zum Zusammenbruch? Unser Gastgeber war völlig überzeugt, dass den Christen der »Segen Abrahams« zustehen würde, und zwar unter anderem materieller Wohlstand. Wir müssten das nur bei Gott »abholen«. Es sei uns schließlich der Reichtum der Nationen (zur persönlichen Verwendung) verheißen, und der Heilige Geist werde uns in absehbarer Zeit in die Lage versetzen, diese Abholung durchzuführen, indem er uns den notwendigen Glauben schenkt. Die einfache Gleichung: Genug Glaube = Reichtum.
Hier musste ich energisch widersprechen. In meiner Bibel lese ich nämlich nicht nur von wohlhabenden Gläubigen, sondern auch davon, dass Paulus für die Jerusalemer Christen landauf, landab Geld sammelt, weil dort eine Hungersnot herrscht. Ich lese von Paulus, dass er von sich sagt, sehr wohl Mangel zu kennen und genötigt zu sein, Zelte herzustellen, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ich lese, dass Jesus seiner Gemeinde, seinen Nachfolgern aufträgt, sich um die Armen zu kümmern. Ich lese, wie Paulus dem Timotheus schreibt: »Die Gottseligkeit mit Genügsamkeit aber ist ein großer Gewinn; denn wir haben nichts in die Welt hereingebracht, so dass wir auch nichts hinausbringen können. Wenn wir aber Nahrung und Kleidung haben, so wollen wir uns daran genügen lassen.«
Nahrung und Kleidung. »Kleidung« heißt sicher nicht, einen sechstürigen Kleiderschrank so zu füllen, dass die Türen kaum noch zu schließen sind. »Nahrung« dürfte sicher unterhalb des 3-Gänge-Menüs im 5-Sterne-Lokal anzusiedeln sein.
Natürlich gibt es in den biblischen Berichten die Wohlhabenden, Menschen wie Abraham oder Salomo, bei denen »Segen« mit Wohlstand einherging. Aber daraus macht die Bibel kein Gesetz oder Rezept. Sondern, so Paulus weiter: »Die aber reich werden wollen, fallen in Versuchung und Fallstrick und in viele unvernünftige und schädliche Begierden, welche die Menschen in Verderben und Untergang versenken. Denn eine Wurzel alles Bösen ist die Geldliebe, nach der einige getrachtet haben und von dem Glauben abgeirrt sind und sich selbst mit vielen Schmerzen durchbohrt haben. Du aber, Mensch Gottes, fliehe diese Dinge; strebe aber nach Gerechtigkeit, Gottseligkeit, Glauben, Liebe, Ausharren, Sanftmut!«
Das heißt ja nicht, dass Gott dieses Streben nicht auch noch mit finanzieller Ausstattung ergänzen kann. Paulus predigt keineswegs ein Gebot der Armut oder Askese. Er hat auch die Wohlhabenden unter den Gläubigen im Blick: »Den Reichen in dem gegenwärtigen Zeitlauf gebiete, nicht hochmütig zu sein, noch auf die Ungewissheit des Reichtums Hoffnung zu setzen - sondern auf Gott, der uns alles reichlich darreicht zum Genuss - Gutes zu tun, reich zu sein in guten Werken, freigebig zu sein, mitteilsam, indem sie sich selbst eine gute Grundlage auf die Zukunft sammeln, um das wirkliche Leben zu ergreifen.« Wenn es einen »Anspruch« auf Wohlstand gibt, warum redet Paulus dann hier von der »Ungewissheit«? Vielleicht hat er ja zu wenig Glauben gehabt...
Gibt es einen »Anspruch auf Wohlstand«, einen Anspruch auf den materiellen »Segen Abrahams«? Braucht man zur Verwirklichung nur genug Glauben?
Ich verneine es.
Wer es bejaht, der möge freundlicherweise beispielsweise den Christen in Afrika erklären, dass sie halt leider nicht genug Glauben haben, andernfalls würden sie als Eltern nicht mit ansehen müssen, wie ihre Kinder an Hunger, Malaria oder Cholera sterben, bevor sie selbst zugrunde gehen.
Und den Hartz-4-Empfänger hierzulande kann er dann gleich mit zu der Gemeinde nehmen, in der solch ein Segen Abrahams verfügbar gemacht wird. Ich bin gespannt auf die Erfolgsberichte...
Montag, 16. März 2009
Sonntag, 15. März 2009
Ausgelastet

Zur Zeit bin ich unter anderem mit dem Programmieren (Bild 1) einer CD-Produktion (Bild 2) so ausgelastet, dass ich nicht zum Schreiben komme.
Daher ist zur Zeit auf diesem Blog wenig bis gar nichts los.
Dieser heutige Post hat auch keine sonderlich erwähnenswerte Bewandnis, sondern dient lediglich den treuen Lesern, die so gut wie täglich hier (mitunter sogar mehrmals täglich) neue Blogeinträge finden, als kurzes »Den Günter J. gibt es noch«.
Blogleser mit gutem Gedächtnis erinnern sich sowieso daran, dass dies gelegentlich so über mich kommt: Von wegen Faulheit, hieß es beispielsweise im Dezember 2008.So, nun genug des Geschwafels. Die Arbeit ruft....
Freitag, 13. März 2009
Die dümmste Spam des Tages: I-Net-News
Den ersten Platz unter den dämlichsten Spams des Tages hat I-Net-News verdient: Wenn am Ende eines (Un-)Wortes ein s steht, macht man vorsichtshalber ein Apostroph davor. Wird schon richtig sein...
Der zweite Rang gebührt »Gegen-Finanzkrise«, denn da gibt es alle paar Minuten eine Stunde Zeit, mit unterschiedlichen Teilnehmernummern 1.500 Euro einzusacken. Die müssen wohl die Beute aus dem KaDeWe-Einbruch im Keller haben...
Was den dritten Platz betrifft, bin ich unsicher. Vermutlich Sabine, denn wie kommt sie darauf, dass ich abnehmen wollen würde? Meint sie, ich sei zu dick? So eine Frechheit!
Der zweite Rang gebührt »Gegen-Finanzkrise«, denn da gibt es alle paar Minuten eine Stunde Zeit, mit unterschiedlichen Teilnehmernummern 1.500 Euro einzusacken. Die müssen wohl die Beute aus dem KaDeWe-Einbruch im Keller haben...Was den dritten Platz betrifft, bin ich unsicher. Vermutlich Sabine, denn wie kommt sie darauf, dass ich abnehmen wollen würde? Meint sie, ich sei zu dick? So eine Frechheit!
Donnerstag, 12. März 2009
Wohltuend: Natürlich wachsen
Das Heft hebt sich wohltuend von anderer Lektüre, die ich zum Thema »Reife« schon gelesen habe, ab. Häufig begegnete ich in anderen Ratgebern irgendwelchen Anleitungen, wie durch sogenannte Reife Probleme, Leid, Schwierigkeiten umgangen werden können (was natürlich in der Regel Unfug ist). »Natürlich wachsen« zeigt dagegen unter anderem, wie man mit schweren Erfahrungen umgeht, anstatt eine heile Welt vorzugaukeln:
Auch reife Menschen erleben Leidvolles. Im Kontrast zu unreifen Menschen bewerten sie Krisen jedoch nicht als »Ungerechtigkeit des Schicksals«, sondern als unvermeidlich im Leben und als wichtig für die eigene Entwicklung. Sie leugnen Schweres nicht, sondern nehmen es an und gestalten das Leben damit weiter.Man wird angeregt darüber nachzudenken, was die größten Krisen im eigenen Leben waren, und welche Stärke in oder durch diese Krisen entwickelt werden konnte.
Wachsen kann und sollte der Mensch auf ganz verschiedenen Gebieten. Wie wäre es mit einem Wandel von der (kleinkindgemäßen) Ich-Bezogenheit hin zu einem Blick für die Bedürfnisse anderer Menschen?
Ein reifer Mensch erlebt sich selbst als derjenige, der am meisten beschenkt wird, wenn er mit dem, was er hat und kann, das Leben anderer bereichert. Er ist auf angenehme Art und Weise selbstlos und gleichzeitig ganz bei sich selbst. Er erlebt tiefe Erfüllung dabei, das auszudrücken und zu geben, was er hat. Er erwartet keinen Dank, sondern ist durch das Geben selbst am meisten beschenkt.Dieses Impulsheft regt an zum Überdenken des Lebens, aber auf eine wohltuende, entspannende Weise. Statt 10-Schritte-zur-Reife-Anleitungen, die im wirklichen Leben des Lesers vermutlich versagen würden, gibt es Impulse (nomen est omen), stellt Alternativen vor und lädt so den Leser ein, ganz natürlich, im eigenen Tempo, in der eigenen Situation, zu wachsen und zu reifen.
Mein Fazit: Empfehlenswert, und angesichts des Preises von nur 2 Euro geradezu ein »must-have« (man verzeihe mir ausnahmsweise den Anglizismus).
Hier geht es zum Shop: »Impulsheft Nummer 30 - Natürlich wachsen«
Mittwoch, 11. März 2009
Damaskus oder Emmaus?
Der F.A.Z. liegt regelmäßig das Magazin »chrismon« bei, das auch online zu lesen ist. In der aktuellen Ausgabe ist ein interessantes Gespräch mit Joachim Kosack, Serienchef bei Sat.1 und Kai Sutrisno Scheunemann, Theologe, abgedruckt. Beide sind Missionarssöhne, also in einem »geistlichen Elternhaus« aufgewachsen.
In charismatisch geprägten Kreisen bestehen viele Gläubige (und auch Pastoren) darauf, dass ein »Bekehrungserlebnis«, ein bestimmter, möglichst dramatischer Moment der »Lebensübergabe« notwendig sei, um Christ zu werden. Diese Annahme war und ist mir schon lange suspekt. Ich meine, dass sowohl Damaskus als auch Emmaus ausreichen. Kosack und Scheunemann antworten so:
Und mancher Leser ist womöglich noch unterwegs? Auch nicht schlecht.
Das Interview gibt es hier: Alles nur Show?
In charismatisch geprägten Kreisen bestehen viele Gläubige (und auch Pastoren) darauf, dass ein »Bekehrungserlebnis«, ein bestimmter, möglichst dramatischer Moment der »Lebensübergabe« notwendig sei, um Christ zu werden. Diese Annahme war und ist mir schon lange suspekt. Ich meine, dass sowohl Damaskus als auch Emmaus ausreichen. Kosack und Scheunemann antworten so:
Braucht man denn ein Erweckungserlebnis?Bei mir persönlich war es Damaskus. Bei dir, lieber Leser, war es vielleicht Emmaus. Ich halte dich deswegen keineswegs für weniger gläubig oder weniger errettet. Im Gegenteil. Du hast womöglich mehr über Gott und die Welt nachgedacht, bevor du »das klare Ja« gefunden hast als jemand, der bei einer erwecklichen Veranstaltung im Rausch der Gefühle zum »Übergabegebet« antritt.
Scheunemann: Nicht im klassischen Sinne, wie Sie sich das vielleicht vorstellen, so mit einem Lichtstrahl, der von oben kommt.
Kosack: Aber nennen wir es mal das klare Ja.
Scheunemann: Es gibt zwei Bekehrungsformen: vom Saulus zum Paulus ist eine. Es gibt Menschen, die sagen: »Ich bin vom Pferd gefallen, und seitdem bin ich Christ.« Und es gibt den »Emmausweg«: Man geht lange mit jemandem mit, und die Lebensrichtung verändert sich mit der Zeit. Das Erleuchtungserlebnis fehlt? Das kann gut sein. Aber letztendlich ist die Frage: Ist mein Leben auf Gott ausgerichtet? Oder sage ich: Gott ist ganz nett, aber ich habe in meinem Leben allein das Sagen. Da sehe ich den Unterschied.
Und mancher Leser ist womöglich noch unterwegs? Auch nicht schlecht.
Das Interview gibt es hier: Alles nur Show?
Dienstag, 10. März 2009
Wassermelonen
Wir waren zum ersten Mal anlässlich der Ferien ins Ausland verreist. Ich war wohl zehn Jahre alt, womöglich auch etwas jünger oder älter, aber nehmen wir einmal an, dass mich die Erinnerung nicht allzu sehr trügt. Im Grunde spielt es auch nicht unbedingt eine entscheidende Rolle. Wir waren zur Mittagszeit in Italien angekommen, mein Bruder und ich teilten uns das eine, meine Mutter und Großmutter das andere Zimmer einer Ferienwohnung in einem kleinen Ort am Lago di Caldaro. Vor uns lagen, meinte ich, fünf abenteuerliche Tage. Nachdem die Koffer ausgepackt waren, unternahmen wir einen nachmittäglichen Spaziergang, um die nähere Umgebung zu erkunden.
Unweit des Ufers war Aufregendes zu sehen. Ein Lastwagen lag umgekippt im Straßengraben, an und für sich schon Grund genug für einen abenteuerlustigen Jungen wie mich, sich mit Begeisterung dem Ort des Geschehens zu nähern. Vom Fahrzeug hatte sich auf einen Teil der Straße und den Rand des daneben liegenden Weinberges eine Flut von Wassermelonen ergossen, meist unversehrt, nur zum Teil aufgeplatzt oder zerquetscht.
Einige Einheimische betrachteten im Schatten eines Baumes stehend das Spektakel, das die Kinder aus dem Dorf veranstalteten. Diese sammelten Melonen in gewaltige Körbe, wobei sie jedoch auch den herzhaften Biss in die eine oder andere Frucht nicht verschmähten. Ein paar Polizisten sahen, an ihr Fahrzeug gelehnt, zu und kommentierten aufmunternd das Geschehen. Zumindest meinte mein Bruder, dass dies der Inhalt ihrer Zurufe und Bemerkungen sei, und mein Bruder, drei Jahre älter als ich, wusste meist das meiste viel besser als ich. Er hatte sich auf diese Reise schon zu Hause vorbereitet, indem er ein Taschenbuch mit den gebräuchlichsten italienischen Redewendungen aus der Bücherei ausgeliehen und dieses ausgiebig studiert hatte. Außerdem war er der Klassenbeste in Latein - er meinte, das reiche zusammen mit dem Reiseführer, um in Italien zumindest alles zu verstehen und das meiste ausdrücken zu können. Er konnte tatsächlich schon bei der Anreise für die ganze Familie Wegbeschreibungen, Hinweistafeln und diese oder jene Bemerkung Mitreisender übersetzen.
Ein Traktor kam über einen Feldweg, auf dem Anhänger lagen weitere leere Körbe. Der Fahrer rief uns etwas zu, was mein Bruder erwartungsgemäß verstand.
»Wir sollen beim Aufsammeln helfen«, erklärte er.
Das ließ ich mir nicht zwei Mal sagen. Ich schnappte mir einen Korb und begann mit dem Auflesen. Als der Behälter voll war, brachte ich ihn, wie es die anderen Kinder taten, zurück zum Anhänger. Dort wurde er von einem fröhlichen Mann auf die Ladefläche entleert und zurückgereicht.
Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, mir während der Arbeit fleißig den Bauch mit beschädigten Melonen zu füllen. Ohne Unterlass. Mein Bruder meinte nach einer Weile: »Hör auf zu essen, sonst wird dir schlecht.« Natürlich wusste ich es besser, es war ja mein Magen, nicht seiner.
Eine halbe Stunde später war der Anhänger gefüllt. Der Bauer, der den Traktor steuerte, sagte etwas, was ich nicht verstand. »Wir dürfen«, dolmetschte mein Bruder, »vom Rest mitnehmen, so viel wir tragen können.«
Mir war bereits etwas merkwürdig zumute, vom Bauch her breitete sich ein Gefühl aus, das ich nicht sonderlich schätzte. Aber andererseits gab es bei uns zu Hause kaum einmal frisches Obst so viel man wollte, da unsere Haushaltskasse durch die Teilzeittätigkeit meiner Mutter nur unzureichend gefüllt wurde. Also aß ich noch ein paar Stücke und schichtete mir dann so viele Melonen aufeinander, wie ich mit den Armen halten konnte. Meine Beute brachte ich im Zimmer der Pension erst einmal in Sicherheit.
Ich warf die Früchte auf mein Bett und rannte zur Toilette. Ich wusste nicht, was ich zuerst tun sollte: Die Hosen herunter oder den Mund über die Kloschüssel, denn beides war äußerst dringlich. Ich entschied mich, dass die volle Hose die unappetitlichere Alternative wäre und saß kaum, als auch schon die Bescherung aus beiden fraglichen Körperöffnungen entwich.
Ich will den geschätzten Lesern die Details der nächsten halben Stunde ersparen. Jedenfalls lag ich danach ziemlich bleich und kraftlos im Bett. Dort blieb ich auch die nächsten Tage, wenn ich nicht gerade im Badezimmer war.
Ein Arzt hatte nach mir geschaut, einer mit Deutschkenntnissen. Fiebermessen, Bauch abhören, Kopfschütteln. Und womöglich, ganz sicher war ich nicht, ein mühsam unterdrücktes Grinsen, jedenfalls presste er die Lippen etwas auffällig zusammen, als ich berichtete, dass ich wohl insgesamt so etwa 10 oder mehr Melonen verspeist hatte. Auf relativ nüchternen Magen. Und dann, als es mir ein wenig besser ging nach drei Stunden im Bett, noch mal zwei aus meiner Beute.
Er murmelte etwas, was wie »stolto bambino« klang, und erklärte, was »riposo a letto« für meine Ferienwoche bedeutete. Er behielt leider recht. Erst am Abend vor der Abreise wichen Dauerdurchfall und Dauerübelkeit. Selbst Zwieback und Tee vertrugen sich in jenen Tagen des italienischen Abenteuers nicht sonderlich gut mit meinen Innereien.
Kürzlich, etwa 40 Jahre später, wurden nach dem Mahl bei Freunden wieder Wassermelonen gereicht. Ich lehnte wie immer dankend ab, denn ich esse keine Wassermelonen.
Sonntag, 8. März 2009
Gastbeitrag Bert Brecht: Eine gute Antwort
Eine gute Antwort
Ein Prolet wurde vor Gericht gefragt, ob er die weltliche oder die kirchliche Form des Eides benutzen wolle. Er antwortete: »Ich bin arbeitslos.«
»Dies war nicht nur Zerstreutheit«, sagte Herr K. »Durch diese Antwort gab er zu erkennen, daß er sich in einer Lage befand, wo solche Fragen, ja vielleicht das ganze Gerichtsverfahren als solches keinen Sinn mehr haben.«
Ein Prolet wurde vor Gericht gefragt, ob er die weltliche oder die kirchliche Form des Eides benutzen wolle. Er antwortete: »Ich bin arbeitslos.«
»Dies war nicht nur Zerstreutheit«, sagte Herr K. »Durch diese Antwort gab er zu erkennen, daß er sich in einer Lage befand, wo solche Fragen, ja vielleicht das ganze Gerichtsverfahren als solches keinen Sinn mehr haben.«
Freitag, 6. März 2009
Arnie und Angie...
...machen Android-Werbung. Fragt sich, wer den beiden den Kanzler-Podcast zum Hochhalten eingestellt hat. Oder können die so was selbst?
In Ermangelung eines solchen Gerätes kann ich leider nicht überprüfen, wie leicht oder schwer das Verfahren ist. Viel interessanter für mich wäre sowieso ein ganz anderes Gerät. Das gibt es auf der Cebit nicht. Auch sonst nirgends. Nur da, wo Arnie zu Hause ist...
In Ermangelung eines solchen Gerätes kann ich leider nicht überprüfen, wie leicht oder schwer das Verfahren ist. Viel interessanter für mich wäre sowieso ein ganz anderes Gerät. Das gibt es auf der Cebit nicht. Auch sonst nirgends. Nur da, wo Arnie zu Hause ist...Kindle, Kindle, komm doch bald
zu uns in Stadt, Land, Feld und Wald.
Wir möchten gerne virtuelle
Bücher lesen auf die Schnelle.
Und die gute F.A.Z.
gibt's dazu umsonst. Wie nett.
O Kindle, wie lang muss ich warten,
bis ich dann endlich mal im Garten
so eins zwei drei, sekundenfix
Bücher aussuch', lad' wie nix.
»O Kindle, komm. Du kommst doch? Wann?«
fragt der, der nicht mehr warten kann.
zu uns in Stadt, Land, Feld und Wald.
Wir möchten gerne virtuelle
Bücher lesen auf die Schnelle.
Und die gute F.A.Z.
gibt's dazu umsonst. Wie nett.
O Kindle, wie lang muss ich warten,
bis ich dann endlich mal im Garten
so eins zwei drei, sekundenfix
Bücher aussuch', lad' wie nix.
»O Kindle, komm. Du kommst doch? Wann?«
fragt der, der nicht mehr warten kann.
Donnerstag, 5. März 2009
...wo Gott schon lange vor ihr war.
Aus einem sehr lesenswerten Beitrag auf PastorBuddy:3. Geh-Struktur statt Komm-StrukturQuelle: 10 Dinge, die Kirche vom Web 2.0 lernen kann
Zu den Webinhalten der Vergangenheit musste ich hingehen. Ich musste die URL-Adresse wissen, diese in mein Browserfenster eintippen und konnte mir dann die Inhalte der entsprechenden Seite zu Gemüte führen.
Im Web 2.0 kommen die Inhalte der RSS-Feed zu mir. Jeder einigermaßen ambitionierte Blogger ist interessiert daran, es seinen Lesers möglichst leicht zu machen, seine Beiträge zu lesen.
Kirche hat vielfach darauf gehofft, dass die Leute zu ihr kommen. Sie hat sich viel Mühe gegeben mit attraktiven Gästegottesdiensten, kreativen Plakaten u.v.m. Die Kirche der Zukunft wird nicht darauf warten, dass die Leute zu ihr ins christliche Ghetto kommen, sondern sie wird die Menschen in deren Welt aufsuchen und sich aus Liebe zur Welt mitten in sie hinein begeben. Und dann wird sie genau an dem Ort sein, wo Gott schon lange vor ihr war.
Mittwoch, 4. März 2009
Jeremy Camp und David Crowder
Jeremy Camp und David Crowder kommen nach Berlin. Am 10. Juni um 19:00 Uhr treten sie im C-Campus auf. »Mitbringen von Waffen ist generell untersagt«, lese ich und überlege, ob die Musik womöglich eine derartige Zumutung ist, dass sie den Waffengebrauch nahelegen könnte. Also schaue ich bei YouTube nach und finde dort den einen wie den anderen Musiker:
Keiner von beiden muss, meine ich, erschossen werden. Wer solche Musik nicht mag, braucht ja nichtzum Konzert zur »Worshipnight« gehen. Alle anderen bekommen einstweilen im Vorverkauf vergünstigte Eintrittskarten: C-Campus
Ich mag eher Konzerte zum Zuhören als Auftritte mit Funktionen wie »Worshipnight«. Daher freue ich mich auf den 1. April, zu abendlicher Stunde gibt sich Bob Dylan mit seiner unvergleichlichen Band die Ehre, uns Berliner und sicher wieder zahlreiche extra angereiste Gäste bestens zu unterhalten. Und vielleicht bin ich dann im Juni auch bei Jeremy Camp und David Crowder. Ohne Waffe...
Keiner von beiden muss, meine ich, erschossen werden. Wer solche Musik nicht mag, braucht ja nicht
Ich mag eher Konzerte zum Zuhören als Auftritte mit Funktionen wie »Worshipnight«. Daher freue ich mich auf den 1. April, zu abendlicher Stunde gibt sich Bob Dylan mit seiner unvergleichlichen Band die Ehre, uns Berliner und sicher wieder zahlreiche extra angereiste Gäste bestens zu unterhalten. Und vielleicht bin ich dann im Juni auch bei Jeremy Camp und David Crowder. Ohne Waffe...
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